Schiff Ahoí

Was gibt es schöneres als Freude zu teilen und dabei zu genießen?
Silvester verbringe ich klassisch seit Jahren mit einem meiner besten Freude. Im Laufe der Zeit wurde es schon fast eine kleine Tradition das ich ihm etwas schenkte. (Zum Geburtstag und Weihnachten darf ich das nicht, so dass ich irgendwann beschloss einfach einen anderen Tag zu benutzten. ;-)) Beim letzten Jahreswechsel entschied ich mich dann für ein gemeinsames Geschenk, etwas von dem wir beide etwas haben sollten:

Captain’s Choice“‘ – Limited Edition“‘ –, eine Geschenkbox mit einem Single Malt Scotch Whisky und dem Buch Orkanfahrt.
Mein bester Freund liebt Scottland, sein Herz ist bereits in den Highlands, obwohl er noch nie einen Fuß hinein setzte. Und ich liebe das Meer. Diese Box erschien mir das perfekte Geschenk. Bei Geschenken die von Herzen kommen ist mir der Preis offen gestanden egal, so dass er mich auch hier nicht abschreckten. Wie ihr gleich erfahrt, hat es sich gelohnt:

Bestellt habe ich die „Meeresbox“ direkt beim Verlag. Soweit ich weiß ist es auch nur dort möglich.
http://www.ankerherz.de/produkte/captains-choice/
Wer sich dafür entschließt ein solches Set zu ordern sollte sich beeilen, denn sie ist auf grade mal 150 Stück limitiert! Ich finde, dadurch wird es noch eine Spur einzigartiger!

~°~ Die Geschenkbox ~°~

Bei der Box handelt es sich um eine Verpackung aus Pappe. Sie ist grau und hat auf der Vorderseite einen maritimen Aufdruck. Die Aufschrift verrät bereits, dass es sich um „Bottle & Box“ handelt, lässt aber offen welches Buch sich wohl darin verbirgt. Um den Whisky wird kein Geheimnis gemacht.
Verschlossen ist die Packung an der Seite mit einem kleinen Band. Eine nette Idee, einfach mal etwas anderes.

Klappt man die Packung auf findet man auf der linken Seite das Buch und auf der rechten die Flasche. Bei beiden kann ich sagen, dass sie quasi in die Packung eingearbeitet sind, denn es sind extra Ausbuchtungen in entsprechender Form vorhanden. Das Buch ist noch zusätzlich mit kleinen Bändern gesichert. So verrutscht beim Transport oder Versand nichts.
Obwohl es sich „nur“ um eine Pappschachtel handelt finde ich diese sehr schön gestaltet. –
Sie steht seit Silvester auch bei uns im Wohnzimmer auf der Vitrine und macht sich wirklich sehr gut dort. Fast jeder der auf dem Sofa sitzt bleibt mit dem Blick daran hängen und fragt was das eigentlich ist. 😉

~°~ Der Whisky ~°~

Whisky mit 50 Prozent. Er stammt aus dem traditionsreichen schottischen Highland Park, der nördlichsten Destillerie der Welt. Genau gesagt von den Kirkwall. Abgefüllt ist er in einer bauchigen Glasfasche mit 50 cl Inhalt. Die Flasche ist mit einem Korken (aus Kork) verschlossen. Er lässt sich leicht öffnen und damit auch wieder gut verschließen. Das Vorderetikett ist so gehalten, wie die Verpackung. Ein großer Wiedererkennungswert. Auf der Rückseite ist ein Segelschiff abgebildet und eine kleine Anekdote wird erzählt.

Natürlich wurde er auch gleich an dem Abend probiert. Ganz klassisch.
Ein wenig in ein Glas, auf keinen Fall komplett füllen. Mein Freund genoss ihn auf Eis, ich pur. (Ich bin einfach der Ansicht das man gute Produkte nicht Verwässern oder mit irgendwas verschneiden sollte.)
Der goldfarbene Whisky riecht schon so wie er schmeckt: Mild und elegant. Er hinterlässt einen angenehmen leichten Nachgeschmack. Am besten schmeckt er leicht gekühlt – und ist absolut kein Vergleich zu den 20,-€-Flaschen im Spirituosenregal der Supermärkte. Hier macht sich der Preis wirklich bezahlt und das Wissen darum, dass es nicht viele davon gibt lässt einen wirklich genießen.

~ Warenkunde nebenbei ~
Was genau ist eigentlich ein Single-Malt-Whisky? Das ist schnell erklärt:
Es handelt sich dabei um Whiskys die nur aus einer einzigen Brennerei stammen (also kein Verschnitt aus mehren Whiskysorten) UND es wird ausschließlich gemälzte Gerste verwendet. Dazu kommt eine lange Reife von zehn Jahren oder mehr.

~°~ Das Buch ~°~

In der Box enthalten ist das Buch „Orkanfahrt“. Es handelt sich dabei um eine kleine Biographie, denn 25 Kapitäne erzählen darin ihre „besten Geschichten“. Der Autor Stefan Krücken hat Kapitäne, die heute in Norddeutschland leben, nach ihren Erlebnissen auf See gefragt. Hier finde ich es schon einmal super klasse, dass die ausgearbeiteten Texte noch einmal den Erzählern vorgelegt wurden. So handelt es sich wirklich um „echte“ Erzählungen.

Auch über die Kapitäne erfährt man einiges. An jedem Ende der Geschichte gibt ein kleiner Text Auskunft über den Jahrgang, den Werdegang, die Schiffe auf denen er diente, in welchem Ort er heute lebt, … Das gibt dem ganzen ein wenig mehr Persönlichkeit.

Bei dem Buch handelt es sich um eine Hardcoverausgabe mit zweifarbigen Schutzumschlag. Auf dem Schutzumschlag ist das Portrait eines Kaptain’s abgebildet. Den Umschlag kann man abnehmen und erhält so ein blaues Buch in Leineneinband mit einem Ankerherz-Prägung, dem Wappen des Verlages in dem dieses Buch erschien. Es ist schlicht, aber doch elegant. Mit dem Umschlag sieht es ein wenig markant aus, ohne rau-maritim.
Damit kein Lesezeichen in tosenden Wellen verloren geht, verfügt dieses Buch über ein festes in Form eines roten Bandes.

Untermalt sind die Geschichten durch Portraits der Erzähler, aufgenommen vom Fotografen Achim Multhaupt. Fast immer sind es ganzseitige Fotos, die raue Seemänner zeigen. Einen lachenden Seebären bekommt man hier selten zu Gesicht, dennoch sind die schwarzweiß Fotos klasse, denn sie haben Tiefe und erzeugen eine ganz eigene Wirkung. (Seht selbst.)

Am Anfang einer jeder Geschichte befinden sich die wichtigsten Infos zusammen gefasst:
Die Koordinaten an denen sich die Geschichte ereignete, das Schiff auf dem der Erzähler zu dieser Zeit diente und natürlich das Datum.

Eine zweiseitige Seekarte ganz zu Anfang des Buches gibt Aufschluss über den Ort der Geschehnisse. Hier findet man, an Hand der Koordinaten, den Schauplatz wieder. – Wer im Karten lesen nicht so geübt ist, nutzt einfach die angegeben Seitenzahlen oder/ und den beigefügten Titel. 😉

~ Die Geschichten ~

°Orkanfahrt°
Kapitän Emil ist am 30. Oktober 1991 mit der „MS Svea Pacif“ unterwegs. Mitten auf dem Nordatlantik gerät das Schiff in den Hurrikan „Grace“, als die Ruderanlage des Frachters ausfällt.

°Kap Zorn°
Hans Peter Jürgens ist im Juli 1939 mit der Viermastbark „Priwall“ unterwegs. Vor Kap Hoorn. Wochenlang kämpft die Mannschaft gegen den Sturm.

°Wasserwand°
Im Januar 2000 fährt Manfred Schleiff mit dem Containerfrachter „TMM San Antonio“ auf dem Pazifik, als eine über 30 Meter hohe Welle auf das Schiff zurollt.

°Hafensturm°
Uwe Bech ist im Oktober 1992 unterwegs nach Kanada. Doch dann rast ein Sturm auf die „MS Europa“ zu und es dauert nicht lange, bis die erste Leine reißt.

°Piraten in Uniform°
Im Juli 1984 wird für Peter Zylmann die Nacht an Bord der „Mare Sarina“ gefährlich aufregende, denn bewaffnete Banditen greifen an.

°Meuterei in Brooklyn°
Nicht auf der Bounty, sondern auf der „Stockenfels“ sieht Jan Uwe Andersen sich im Juli 1972 einer Meuterei gegenüber.

°Belagerung in Australien°
Im Hafen von Melbourne erlebt Jürgen Stolle im Juli 1977 als Besatzungsmitglied der „MS Columbus Australia“ so ziemlich alles: Uranhaltige Erde an Board führt zu Diskussionen, Blockaden, Schlägereien und Streik der Hafenarbeiter.

°Rodeo im Roten Meer°
Einen blinden Passagier mit Hufen und Hörnern hat Rolf Permien im Oktober 1965 an Board der „MS Dresden“.

°Das Krokodil von Langeoog°
An einem ruhigen Sommertag Ende der 70er Jahre gleitet Cassen Eils mit der Fähre „Atlantis“ durchs Wasser, als er plötzlich ein Krokodil entdeckt.

°Der Brummer von Indianer-Fietje°
Ender der 60er Jahre schippert Hein Götzie auf einem Fischdampfer. Er berichtet von den Gefahren, den Freuden und dem Alltag eines Seemanns.

°Operation Fischkutter°
Anfang der 80er Jahre wartet Günther Langowski an Board des Massengutfrachters „MS William“ sehnsuchtsvoll auf die Nacht, denn das Schiff muss 150 Tonnen leichter werden.

°S.O.S. in der Biskaya°
Am 12. Februar 1970 empfängt der Tanker „Thoralbe“ einen Notruf. Trotz schwerer See und Sturm geben Peter Steffens alles, um zu helfen.

°Der Fehler und der Tod°
Die Reise des Frachters „Hamburg“ im Sommer 1971 steht unter keinem guten Stern. Zu allem Überfluss entdeckt Karlheinz Follert auch noch einen leblosen Körper an Board.

°Der Untergang von Ocean City°
Im Dezember 1958 herrscht Chaos: Ein missachteter Befehl und ein Fehler des Kapitäns führen zum auseinander brechen des Tankers „African Queen“.

°Der Junge°
Ein liebestoller Junge reist 1966 auf der „TS Braunschweig“ Richtung Indonesien um seine vermeintliche Liebe zu treffen. Als der Traum platzt, hat Hans Gert Franzkeit jede Menge zu tun, um ihn zu beruhigen.

°“Wir können das, wir machen das“°
Wolfgang Gruben erlebt als Seenotretter auf der „Neuharlingersiel“ so einiges. Er berichtet über den Winter 2006 – als sein Bruder über Board ging.

°Beten für die „Eva Maria“°
25. Januar 1978. Peter Lunau ist auf den Weg in seine Koje, als es eine Explosion gibt und meterhohe Flammen das Schiff in Brand setzen.

°Die Pistole im Brotkasten°
Jörg Bünting rettet auf dem Seenotkreuzer „Hermann Helms“ Leben, doch im August 1998 gibt es einen, der sich einfach nicht helfen lassen will.

°Gefangen im Sueskanal°
Im Oktober 1967 übernimmt Wolfgang Scharrnbeck das Kommando auf der„Münsterland“, einem Schiff das noch Jahre im Sueskanal festsitzen soll.

°Lachs und Kanonen°
Helmut Brüning verdient im Winter 1960 seine Heuer auf dem Kutter „Hoffnung“. In der Danziger Bucht treibt eine Fangleine in sowjetische Hoheitsgewässer.

°Katfisch on the rocks°
Erst hat Heinz Pallentin Ärger mit der Grönländer Polizei, da er angeblich zuviel Fisch gefangen hat. Dann ereilt ihn noch ein größeres Problem: Die „Mainz“ sitzt hoch und trocken auf einem Felsen.

°Auf Kollisionskurs mit der DDR°
1969 bekommt das U-Jagdboot „Najade“ einen brisanten Auftrag: Aus der Ostsee soll Wolfgang Jungmann mit seiner Mannschaft einen Republikflüchtling retten.

°Achtern raus°
Peter-Michael Luserke diente im Herbst 1961 auf der „MS Bergersheim“, Im Hafen von Sorel lernte er Laureen kennen, die einen Liebesbeweis forderte: Entweder das Schiff oder sie.

°Handtaschengeschwader°
Charly Behrensen erzählt aus den 60ern Jahren und den Kampf gegen das Handtaschengeschwarder im Hafen von Cuxhaven.

°Familientreffen im Nordatlantik°
Curt „Kuddel“ Klews erlebt im August 1958 auf der „MS Göttingen“ eine kleine Sensation. Mitten auf dem Nordatlantik trifft er seinen Vater.

Eine Leseprobe stellt der Verlag hier zur Verfügung:
http://www.ankerherz.de/wp-content/uploads/2012/05/orkanfahrt-leseprobe-buenting1.pdf

Ganz am Ende des Buches gibt es ein Glossar in dem alle „Fachbegriffe“ aufgeführt sind. Hier werden einfach Dinge erklärt wie „Reeling“ bis hin zu den einzelnen Beaufort-Stufen. (In Beaufort wird die Windgeschwindigkeit gemessen.)

Das Buch hat 176 Seiten und ist unter der ISBN-13 978-3-940138-00-2 auch einzeln erhältlich.

~°~ Fazit ~°~

Drei in eins: Ein gut schmeckender erlesener Whisky, ein gutes spannendes und authentisches Buch und das alles in einer schönen Geschenkverpackung. Hier gibt es absolut nichts was mich stört. Wenn man genau überlegt, WAS man eigentlich genau bekommt ist nicht einmal der Preis zu hoch. Hier merkt man rundum, dass alles mit Leidenschaft gemacht wurde – und genauso leidenschaftlich kann ich euch dieses Set (und auch das einzelne Buch) nur empfehlen.

Meeresbox

*UPDATE 06.02.2013*
Mich lies die Frage nicht los, ob es sich bei den 150 Boxen um die Limitation auf Buch+Whisky bezieht oder ob es tatsächlich nur 150 der alkoholhaltigen Fläschchen gibt. Ich fragte daher beim Ankerherzverlag an und erhielt folgende Antwort:
„Hallo XXX,
entschuldige bitte, das ich dir erst jetzt antworte!
Die Meeresbox „Captains Choice“ ist auf 150 Boxen limitiert, da der Whiskey ein Einzelfass war, und die Abfüllung nur 150 Flaschen ergab. Der Whiskey stammt vom Highland Park und die Internetseite lautet:
http://www.highlandpark.co.uk/lda/.
Im Moment haben wir noch ein paar Flaschen hier, wenn du willst, kann ich dir auch eine reservieren!
Herzliche Grüße aus dem sonnigen Hollenstedt,
XXX“
Damit wäre DAS nun auch geklärt und ich kann endlich „sehen“ woher der Whisky eigentlich kam.
P.S.:  Es gibt jetzt höchstens noch 149 Flaschen des Tropfens…. 😉

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