Ausgestopfte Kinderleiche

Klaus-Peter Wolf

Ostfriesenmoor

Der neue Fall für Ann Kathrin Klaasen

Verlag: Fischer

Erscheinungsjahr: 2013

Seiten: 506

ISBN: 978-3-596-19042-3

 

Eine Leseprobe stellt der Verlag hier zur Verfügung:

http://www.fischerverlage.de/media/fs/308/LP_978-3-596-19042-3.pdf

 

~ Vorgeplänkel ~

Ich bin nicht nur ein Lese-, sondern auch ein Gewinnspieljunky. Wer nicht mitmacht, kann schließlich nicht gewinnen!

Wenn es sich dann noch um ein Gewinnspiel handelt, bei dem es mindestens ein BUCH zu gewinnen gibt ist vollkommen klar, dass ich dabei bin! 😉

In einem Buchcasinogewinnspiel, bei dem es darum geht, drei gleiche Symbole zu erdrehen war mir das Glück eines Morgens hold: drei Mal das Cover von Ostfriesenmoor. 😀

Die Meldungen von Sofortgewinnen stiegen im Minutentakt. Und das obwohl nur 50 Bücher pro Monat (!) verlost wurden. Mit jeder Minute stieg das ungute Gefühl und dann kam sie, die Meldung: Technischer Defekt. :‘

Die Verunsicherung bei den Mitspielern, so auch bei mir, war groß. Doch der Veranstalter zeigte sich großzügig:

JEDER der gewonnen hatte bekam sein Buch UND die 50 Bücher für die monatliche Verlosung wurden noch einmal oben drauf gepackt, so dass jeder wieder eine Chance hatte.

Vielen Dank an den Veranstalter! 🙂

Für alle die ihr Glück selbst einmal versuchen möchten:

https://www.facebook.com/Buchcasino/app_241519442583133

(Vorraussetzung ist ein facebook-Konto. Außerdem müsst ihr Fan der Seite werden.)

Wenn ihr nicht gewinnt, bekommt ihr trotzdem tolle Buchvorschläge. So habe ich schon das ein oder andere Buch für meine Wunschliste entdeckt. O:)

~ Klappentext ~

Ein Kind wird entführt – eine Moorleiche gefunden:

Für Ann Kathrin Klaasen und ihr Team beginnt die fieberhafte Jagd nach einem Mörder und Entführer.

Den Anblick der perfekt ausgestopften Moorleiche würde Ann Kathrin Klaasen nie vergessen. Wer tut so etwas? Und vor allem: Wer kann so etwas?

Kunstvoll hatte der Mörder mit Hilfe eines Maschendrahtes den Körper nachgeformt und darüber die Haut gespannt. Wie bei einem Fliegengitter, nur viel stabiler und beweglicher. Doch warum hat er sein Werk im Moor versenkt? Während Ann Kathrin Klaasen ersten Hinweisen nachgeht, wird in Norddeich ein Kind entführt. Hat sich der Moor-Mörder ein neues Opfer geholt?

~ Eigene Zusammenfassung ~

Es beginnt harmlos. Ein Journalist fotografiert im Uplengener Moor, einer wunderschönen Naturlandschaft in der er ein nistendes Kranichpärchen entdeckt. Schon beim auslösen ist er sich sicher etwas gesehen zu haben, doch Gewissheit bekommt er nach der Entwicklung der Fotos: Da hängt ein Menschenarm! Selbstverständlich wird das Bild der Polizei übergeben, doch der Beamte glaubt ihm zunächst kein Wort.

An anderer Stelle wird ein Baby, direkt auf offener Straße und am helllichten Tag, aus dem Kinderwagen entführt. Sofort werden die Ermittlungen aufgenommen.

Nach und nach bekommt das Team um Frau Klaasen wichtige Hinweise. Dabei dringen sie immer tiefer in „schmutzige“ Geheimnisse ein. Nicht immer haben sie aber etwas mit dem Fall zu tun, so dass sich die Spur öfter verliert.

Die Zeit drängt. Immer mehr gerät die Familie des entführten Kindes in den Fokus der Ermittler und immer mehr überschlagen sich die Ereignisse. Kaum scheint ein Verdächtiger gefunden, segnet er kurze Zeit später das zeitliche.

Doch Ann Kathrin Klaasen gibt nicht auf. Sie will das Kind finden. Lebend.

~ Eindrücke / Meinung ~

Die Idee Menschen zu entführen, auszustopfen und zu sammeln ist zwar nicht neu, dafür aber mal etwas anderes als sie wegen Geld oder Familienproblemen zu ermorden. Auch die Ausarbeitung des Entführers ist super umgesetzt. Hier spürte ich als Leserin förmlich wie sich mir die Nackenhaare aufstellten, immer wenn dieser zu Wort kam. Hier ein Beispiel:

„[…] Die Blitze zielen direkt auf das Haus, in dem du bist, meine Kleine, damit ich den Weg auch finde. Das Universum zeigt mir, wohin ich zu gehen haben. Gott ist mein Freund.  […] Menschen gehen weg, lassen ihre Liebsten im Stich. Das gefällt dem Herrgott nicht länger. Jemand muss kommen und das verändern. Ich bin die wahre Konservative. Ich bewahre die Welt vor dem Verfall, die Menschen vor dem Auseinandergehen. Alles versinkt im Chaos. Ich bin die stabilisierende Kraft.“ (S. 268)

Diese Person wirkt psychisch gestört und ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich ihr nie persönlich begegnen möchte. Genau dies erwarte ich von einem Krimi: Ich möchte als Leserin Angst vor dem Täter haben – und hier ist sie garantiert.

Die Ermittlungen gehen in die verschiedensten Richtungen. Jeder und alles wird „unter die Lupe“ genommen. Kaum dachte ich: Okay, jetzt macht das alles Sinn und war mir sicher wer hinter allem steckt kamen neue Fakten ans Licht, die alles wie eine Seifenblase zerplatzen ließen. Ich LIEBE es in einem Roman überrascht zu werden und bis zum Schluss nicht zu wissen wer es war. So bleibt es durchgehend spannend. Bei „Ostfriesenmoor“ brauchte ich etwas ein ¾ des Buches um den Täter zu identifizieren. Wirklich klasse gemacht.

Auch die anderen Charaktere gehen charakterlich in die verschiedensten Richtungen. Es gibt alles von der braven Ehefrau über den sexistischen Polizisten bis zum aufmüpfigen Teenager. Wie im richtigen Leben. So wirkt alles sehr authentisch und sorgt für Abwechslung.

Im Roman merkte ich schnell das der Autor seine Heimat Ostfriesland kennt und liebt. Eigentlich nichts schlimmes, doch inzwischen scheint es mir als würde ich jedes Geschäft und jedes Restaurant mit Namen und Adresse kennen. Würde man noch die Öffnungszeiten ergänzen, könnte man diesen Krimi als Reiseführer benutzen. Das nervte irgendwann einfach nur noch. Ebenso das die Hauptermittler immer „in den Ostfriesenkamp 13“ fuhren. Sie fuhren nicht einfach nur nach Hause, sondern sie „fuhren nach Hause in den Ostfriesenkamp 13“. Jedes Mal wurde diese Straße und Hausnummer genannt. Ob sie dort hin fuhren oder von dort weg, ob sie sagten das sie dort wohnten…

Leider gibt es im Roman auch einige Logikfehler:

Es gibt z.B. eine eifersüchtige Freundin, die unbedingt der Geliebten ihres Freundes nachspüren will. Sie kennt ihren Namen nicht, wohl aber das Kennzeichen des Autos. Was macht sie also? Sich auf ihrem Smartphone eine App herunterladen, dort das Kennzeichen eingeben und schon hat sie den Namen der Frau und die Anschrift gleich mit.

Ich hege arge Zweifel, dass es so eine App gibt. Soviel Datenschutz gibt es doch in Deutschland hoffentlich noch!?

„Sie hatte sich eine App herunter geladen, mit der zu jeder Autonummer der Halter plus Adresse ermittelt werden konnte.“ (S.357)

Außer in Actionfilmen fangen Autos weder an zu brennen, noch explodieren sie nicht einfach. Einzige Ausnahme wäre, wenn der Wagen vorher bereits beschädigt wäre und dann vielleicht noch Reservebenzin im Kofferraum hätte.

(Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass selbst, bei einem schweren Autounfall mit mehreren Überschlägen und noch einem längeren Rutschen auf dem Dach kam nicht mal ein Funke…)

„Der Wagen fing  sofort Feuer.“ (S. 399) „… dann explodierte der Wagen.“ (S.400)

Bei den ganzen Morden gibt es auch noch einen Selbstmord. Zumindest den Gedanken daran. Wie man es auch aus vielen Filmen kennt kommen hier die guten alten Schlaftabletten zum Einsatz. Diese hat die Selbstmörderin in spe in EINER Apotheke gekauft. Abgesehen davon, dass Apotheker hoffentlich keine Unmengen von Tabletten an eine Person abgegeben, sind „harte“ Schlaftabletten verschreibungspflichtig. Alle frei verkäuflichen Tabletten würden keine tödliche Dosierung erreichen. Im schlimmsten Fall vielleicht eine Magenvergiftung.

Aber wer weiß, vielleicht wollte die gute Dame ja einfach übermüdet Auto fahren und bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen??? 😉

„Sie hatte vor, sich umzubringen. Sie wollte Schluss machen. In der Frisia-Apotheke hatte sie sich mit genügend Schlaftabletten eingedeckt.“ (S. 445)

~ Fazit ~

Auch wenn dieser Roman den ein oder anderen Logikfehler hat und nur so von Marken- bzw. Namensplatzierungen strotz, so ist er doch spannend genug um über dies hinweg zu sehen. Viele abwechslungsreiche Charaktere und Hinweise die in diverse Richtungen vermuten lassen, machen diesen Krimi sehr spannend. Die Handlungen sind fast nie vorhersehbar und das Buch ist spannend bis zur letzten Seite.

Auch der flüssige Schreibstil lässt sich angenehm lesen. Wenig Fachbegriffe und Umgangssprache ohne dabei salopp zu wirken.

Ich bin zwar mehr ein Thriller und kein Krimi-Fan, aber „Ostfriesenmoor“ kann ich euch durchaus empfehlen.

Ostfriesenmoor

~ Nachtrag 28.03.2013 ~

Noch gestern Abend teilte Buchcasino den Link zu dieser Rezension auf ihrer Facebookseite. 🙂 Vielen lieben Dank dafür. – Und natürlich auch allen „Gefällt mir“-Klickern, Teilern und Kommentatoren. 🙂

Buchcasino

Freiheit ist mehr als nur ein Wort

 Bill Pronzini

Schlechte Karten

Verlag: Fischer
Erscheinungsjahr: 2003
Seiten: 237
ISBN: 3-596-15833-8

~ Klappentext ~

Wie viele Männer vor ihm, ist Matthew Cape an einem Punkt im Leben angekommen, wo es nicht mehr weitergeht. Er kündigt seinen Job, verlässt Frau und Haus, kauft sich eine Corvette und fährt los. In San Francisco freundet er sich mit Boone und Tanya an, die wie er ein schönes Pokerspiel zu schätzen wissen. Aber die beiden sind in eine schlimme Sache verwickelt und auf einmal wird aus Matthews Midlife-Crisis ein Wettlauf mit dem Tod.

~ Eindrücke ~

Matthew dreht sich nur im Kreis. Er hat es satt immer herumkommandiert zu werden und tut wovon viele Träumen: Er kündigt seinen Job, verlässt seine Frau, kauft sich ein neues Auto und fährt in der Weltgeschichte umher, auf der Suche nach Abenteuer.
Eigentlich möchte er nur an einem Pokerturnier teilnehmen, doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Matthew rutscht in etwas hinein was ihn das kostbarste was er besitzt zu rauben scheint: seine Freiheit…

Erst ganz am Ende des Buches wird der wirkliche Grund klar, warum Matthew alles hinter sich lässt. Ich muss zugeben das ich Matthew am Anfang nicht besonders sympathisch fand, wo er doch seine Familie einfach im Stich lässt. Je mehr Seiten ich las, desto mehr wuchs mir der Hauptcharakter ans Herz und ich war neugierig auf seine Beweggründe.

Für meinen Geschmack dreht es sich einmal zuviel um Sex. Es scheint so als würde Matthew wirklich nichts anbrennen lassen, am Ende des Buches versteht man diesen Drang zwar etwas besser, aber meinetwegen hätte sich der Autor das ein oder andere Schäferstündchen sparen können. – Wobei er diese wirklich prickelnd beschreibt. ;o)

Der Autor schmückt das eine oder andere Detail ein wenig aus, so das der Leser eine bessere Vorstellung davon bekommt.

Fazit:
Am Anfang dachte ich das es sich um einfache Trivialliteratur handeln würde, wurde aber positiv überrascht. Eine spannende Geschichte mit Gefühl.

SchlechteKarten

Wie Frauen sich rächen

Anja Kampen

Glanz und Gloria

oder Wenn zwei Frauen aus Rache eine Firma gründen

Verlag: Pieper
Erscheinungsjahr: 2004
Seiten: 223
ISBN: 3-492-24103-4

~ Klappentext ~

Nina und Gloria kennen sich nur flüchtig und wissen nicht, dass sie beide mit demselben Mann schlafen, ihrem Chef und Geschäftspartner. Bis sie auf der Bambi-Verleihung feststellen, dass Torsten, das Prachtexemplar von Mann, noch eine dritte Frau im Rennen hat. Das lassen dich weder Nina noch Gloria bieten und am nächsten Morgen beschließen sie, Torsten mitsamt seiner Firma in den Boden zu stampfen. Sie gründen eine Konkurrenzfirma und nenne sich „Glanz & Gloria“. Es gibt viel zu tun: Gesellschaftsvertrag organisieren, Büroräume mieten, Firmenkonto eröffnen… Die beiden werden ein perfektes Team, vergessen aber darüber die Liebe nicht. Ein kompetenter und schneller Roman über zwei Frauen, die sich selbständig machen, erfolgreich durchstarten und den Männern zeigen, wie Frau das macht.

~ Eindrücke ~

Ein etwas anderer Rachefeldzug. Schöne Idee und gut umgesetzt. Der Leser hat Teil an sämtlichen Stationen der Existenzgründung, von der Namensfindung über die erste Präsentation bis hin zur Eröffnungsfeier. Das Privatleben der beiden Frauen kommt dabei nicht zu kurz. Je näher sich die Nina und Gloria kommen, desto mehr erfährt auch der Leser.

Besonders witzig ist schon die Vorstellung das die beiden Frauen eigentlich völlig verschieden sind: die eine rennt gerne in Jogginghose und Turnschuhen herum, die andere stylt sich selbst zu Hause. Trotzdem kommen Nina und Gloria miteinander aus, zumindest als sie feststellen das es einen Mann gibt der Dreigleisig fährt. Toll wie gut Frauen zusammenhalten, wenn sie nur Rache üben können! Wie es bei weiblichen Wesen so ist wenn sie zulange aufeinander hocken, so geraten auch diese beide Verschwörerinnen bald selbst einander. Dies gibt dem Roman ein wenig mehr Spannung, da man sich fragt was nun aus der neuen Firma wird.

Der Schreibstil ist eher locker, teilweise jugendlich, und dieser Roman lässt sich flüssig lesen. Da er weder besonders anspruchsvoll, noch lang ist eignet er sich hervorragend für Zwischendurch.

~ Fazit ~
Wer einfach einen Roman sucht bei dem er relaxen und ab und an lachen kann liegt mit „Glanz & Gloria“ richtig.

GlanzUndGloria

Heute mach‘ ich ’ne Million

Uli Aechtner

Meine erste Million

Verlag: Fischer
Erscheinungsjahr: 2002
Seiten: 188

ISBN: 3-596-15487-1

~ Klappentext ~
Erika hat ihr gepflegtes Reihenhausdasein satt: putzen, kochen, Kind hüten und nett zum Gatten sein. Ein Leben, in dem nichts passiert. Alles ändert sich, als ihr ein anonymer Anrufer Tipps zum Aktienkauf gibt. Erika zockt heimlich an der Börse und wird reich! Doch der geheimnisvolle Fremde will abrechnen.

~ Handlung ~
Erika arbeitet in einem Call-Center. So ganz nebenbei muss sie noch ihren Göttergatten seine Sachen hinterher räumen, die Kinder versorgen und darf sich darüber bloß nicht beschweren. Dieses tägliche Einerlei nervt sie.
Eines Tages geht ein Anruf im Call-Center ein den Erika annimmt. Der ominöse Anrufer gibt Tipps zum Aktienkauf, die seine Telefonpartnerin auch bald in die Tat umsetzt – und einen enormen Gewinn erzielt. Immer wieder ruft er im Call-Center an und immer wieder spekuliert Erika an der Börse. Der Gewinn wird immer größer und sie beginnt ihr Leben zu genießen. Doch dann taucht eines Tages ihr geheimnisvoller Anrufer auf und will sein Geld.

~ Eindrücke ~

Der Roman beginnt eigentlich wie viele andere auch: mit dem Alltag einer davon genervten Frau. Doch auch hier ist es bereits witzig beschrieben. Schon die Vorstellung von einem Plüschbad – und das in einer Firma – brachte mich zum schmunzeln.

Schon von vornherein war klar das Erika etwas an ihrem Leben ändern wird. Als Leser merkt man ihre Energie und ihr Selbstbewusstsein. Sie wirkt sehr sympathisch.

Das die Gute nun ausgerechnet auf einen völlig Fremden hört und das auch noch in einem Geschäft von dem sie keine Ahnung hat, wirkt auf den ersten Blick vollkommen dumm. Doch wenn man bedenkt das sie etwas ändern möchte und sie ein Risiko eingeht um aus ihrer Routine auszubrechen, ist es wieder mutig. Letztenendes gibt der Erfolg ihr ja auch Recht.

Auch das auftauchen des ominösen Anrufers ist nicht unerwartet. Von Anfang an fragt man sich wer es wohl sei – und ist am Ende des Buches überrascht!
Der Schreibstil ist recht locker und der Roman wurde in einzelne Kapitel gefasst, so das man es gut einmal aus der Hand legen und zwischendurch lesen kann.

~ Fazit ~
Leichte humorvolle Kost mit überraschendem Ausgang.

Million

… und wenn ich groß bin fliege ich zum Mars!

Nick Heathcote, Marshall Corwin, Susie Staples

Abenteuer Weltraumfahrt

Verlag: Bertelsmann
Erscheinungsjahr: 1993
Seiten: 96
ISBN: 3-570-02478-4
Altersempfehlung: ab 10 Jahre

~ Klappentext ~

Seit Jahrhunderten haben die Menschen davon geträumt, in den Weltraum zu reisen, aber erst seit jüngster Zeit verfügen wir über die Technik, die es uns erlaubt, andere Welten als unsere eigene zu erkunden. Am 12. April 1961 überwand der sowjetische Kosmonaut Jurij Gangarin als erster Mensch die Schwerkraft der Erde. Die bemannte Raumfahrt wurde Wirklichkeit. Acht Jahre später, 1969, landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond. Dieses Buch hält Rückschau auf die verblüffenden Leistungen der vergangenen Jahre und schildert Höhepunkte der bisherigen Entwicklung. Es beschreibt, was sich heute in der Welt der Raumfahrt abspielt: wie ein Astronaut ausgebildet wird, wie sich das Leben an Bord einer Raumstation gestaltet, wie Raketen und Raumsonden arbeiten. Es lädt zu einer phantastischen Reise in die Zukunft ein, einer Reise, die den Menschen auf den Mond, zum Mars und darüber hinaus führen wird.

~ Eindrücke ~

Schon der Coverdruck, der einige Satelliten über der Erde und den Mond im Hintergrund zeigt, lädt zu einer Reise ins All ein.
Schlägt man dieses Buch auf bekommt man eine kurze Übersicht. Der Inhalt ist übersichtlich aufgeführt und mit den entsprechenden Seitenzahlen des Beginns versehen. Es gibt eine kurze Einführung wovon dieses Buch handelt, die aber leider fast dem Klappentext gleicht.

Es beginnt mit einer Einführung in die Astronomie. Hier werden die Planeten unseres Sonnensystems mit Fakten aufgeführt. Das sieht z.B. so aus: „Merkur: Sehr heiß, steinig, kraterbedeckt, weder Luft noch Wasser“. Auch auf Galileo Galilei und seine Entdeckungen wird kurz eingegangen.

Schon kurz darauf heben die Autoren mit dem Leser ab. Sie erzählen wie es überhaupt möglich war in die Weiten des Universums vorzudringen. Sozusagen ein kleiner Rückblick in der Geschichte, der durch die wesentlichen Faktoren aber spannend gehalten wird. So wird auf die Erfindung des Schwarzpulvers ebenso eingegangen wie auf die Raketenbeessenheit der Menschen um 1920.

Raketen und Shuttle werden von innen gezeigt, ein kurzer Überblick über die ersten Starts gegeben. Ein Beispiel: „Space Shuttle: Amerikas revolutionäre Startrakete flog erstmals 1981. Besonders schön finde ich den Größenvergleich, bei dem Raketen und Shuttles nebeneinander vor einer Skala abgebildet sind. Um sich die Größe auch bildlich vorstellen zu können befindet sich am Rand ein Mensch.

Blättert der wissbegierige Leser weiter so landet er mit Armstrong & Co. auf dem Mond und kann von dort die Erde bildlich betrachten. Schon ein komisches Gefühl einmal der Erde und nicht der Sonne beim „aufgehen“ zuzusehen.

Besonders viel Aufmerksamkeit widmen die Autoren dem Space Shuttle. Auf mehreren Seiten wird nicht nur auf die Technik, sondern auch die Lebensbedingungen der Astronauten eingegangen. Spätestens hier wird einem bewusst was ein „Weltraumfahrer“ alles leisten muss.

Es wird ein Überblick über die Zukunft verschafft. Raumstationen werden vorgestellt, Pläne für Siedlungen gezeigt. Sehr interessant ist hier ein Foto eines Kosmonauten unter der Dusche im Skylab. Diese Konstruktion hat wenig mit dem uns bekannten Duschvergnügen gemeinsam. Hier bekommt man als Leser den Eindruck Dinge „von einem anderem Stern“ zu sehen.

Selbst die Menschen die auf der Erde zurückbleiben und ohne die ein reibungsloser Ablauf nicht möglich wäre finden ihren Platz in diesem Buch. Es ist spannend zu sehen wie viele Personen wirklich hinter einem einzigem Flug stecken, meist sieht man ja nur die Astronauten als „Helden“.

Wer nun Lust bekommen hat selbst einmal die Sphären unseres Universums zu erkunden erfährt welches harte Training er dafür absolvieren muss – und das es nur die wenigsten schaffen.

Besonders toll finde ich das die Autoren auch die Schattenseiten aufzeigen. Hier wird z.B. der Astronautin Christa McAuliffe gedacht, welche die erste Lehrerin im All werden sollte. Leider explodierte die Maschine nach 73 Sekunden und alle sieben Astronauten an Board starben. Auch der wohl bisher berühmtesten Katastrophe die mit den Worten „Houston, wir haben da ein Problem …“ begann hat ihren Platz gefunden. Ich finde es wichtig das auch diese Seite der Weltraumfahrt gezeigt wird. Hier bekommt man als Leser einen guten Eindruck davon wie gefährlich der Vorstoß in die Tiefen des Weltalls sein kann – und das manchmal schon auf der Erde.

Wie es sich, meiner Meinung nach, für ein Sachbuch über den Weltraum gehört, wird auch auf die Möglichkeit von fremden Leben eingegangen. Ein kleiner Auszug: „Unsere Sonne ist nur einer unter etwa hundert Billionen Sternen im Weltall. Viele Wissenschaftler halten es für unwahrscheinlich, dass bei der unvorstellbar riesigen Ausdehnung des Universums der Mensch darin das einzige intelligente Lebewesen ist.“ In diesem Abschnitt wird ebenso gezeigt wie Wissenschaftler Kontakt mit fremden Lebensformen aufnehmen wollen, wie auch (angebliche) Ufosichtungen und der Einzug des „Science Fiction’s“ in Bücher und Filmen.

Für alle die nun einmal die Weltraumfahrt hautnah erleben möchten stellen die Autoren das „U.S. Space Camp“ in Hunstsville vor. Auch ich träumte nach diesem Bericht davon, einmal dort in die Rolle der Astronautin schlüpfen und ein Training absolvieren zu dürfen. (Leider wurde mir dieser Kindheitstraum verwehrt.) Wer nicht gleich so tief in die Rolle schlüpfen möchte, dem werden einige auserwählte Museen in aller Welt vorgestellt. Da sich um ein Buch für Kinder und Jugendliche handelt ist die Auswahl sehr begrenzt, dafür wurde aber darauf geachtet das die Kids dort nicht zu kurz kommen.

Natürlich wirft auch das beste Sachbuch noch Fragen auf. Die Autoren haben daher am Ende ein Kapitel mit dem Titel „Fragestunde“ eingesetzt. Hier werden Fragen gestellt (und natürlich beantwortet) die Kinder gerne einmal einem Astronauten über den Flug in der Raumfähre stellen würde, wie z.B. „Welche Uhrzeit gibt es im Weltraum?“ oder „Gibt es Geruch im Weltraum?“. – Ich finde das sind durchaus Fragen die nicht nur Kinder, sondern auch durchaus Erwachsene interessieren.

Im letzten Teil findet sich das „Logbuch der Raumfahrt“. Hier ist mit Datum, Foto und Landesflagge aufgeführt wann welches wichtige Ereignis stattfand. Auszug: „3. November 1957 – Die Sowjetunion startet Sputnik 2. Er trägt als lebenden Passagier die Hündin Laika an Bord. Diesmal war die Raumkapsel kegelförmig und verfügte über eine Druckkabine für Laika, die den Flug leider nicht überlebte.“ Dieses Logbuch bietet einen schnellen Überblick.

Sehr schön finde ich die vielen Fotos und Zeichnungen. Sie machen alles anschaulicher und verdeutlichen das gelesene. Auch das immer wieder auf entsprechende Personen, z.B. Wissenschaftler oder Astronauten eingegangen wird macht Lust mehr zu erfahren.
Der Schreibstil ist mehr kindgerecht als sachlich-nüchtern gehalten. Dieses animiert zum weiterlesen und macht neugierig darauf was sich hinter den Titeln verbirgt.

~ Fazit ~
Ein sehr schönes und kindgerechtes Sachbuch über die Weltraumfahrt, welches durch spannende Texte und eindrucksvolle Fotos neugierig macht noch mehr zu erfahren.

Weltraumfahrt

Weltraumfahrt2

Aufgeschlitzt

Marc Raabe

Schnitt

Verlag: Bertelsmann (Ullstein)

Erscheinungsjahr: 2012

Seiten: 446

BC:  01279207  (ISBN 978-3548284354)

~ Klappentext ~

Er jagt Dich.
Er kennt Dich.
Er findet Dich.
Bald.

Ein kleiner Junge beobachtet einen grausamen Mord. Und er vergisst. Dreißig Jahre lang. Bis seine Freundin in die Hände eines gefährlichen Psychopathen gerät. Nur wenn er sich erinnert, kann er sie retten. Doch das bringt ihn in tödliche Gefahr.

~ Eigene Zusammenfassung ~

Schon im Prolog ist der Leser ist sofort Mitten im Geschehen.

Hier wird geschildert wie Gabriel in das Labor seinen Vaters geht. Dort sieht er sich ein Video an, welches ihn zutiefst abstößt. Seine Eltern sind oben und streiten sich mal wieder, daher bekommt keiner von ihnen etwas mit. Als der Kleine versucht den Anblick durch ein anderes Video zu vergessen, sieht er auf einer Überwachungskamera, dass sein Vater seine Mutter töten will. In Gabriel steigt der unersättliche Drang seine Mutter zu beschützen …

30 Jahre später

Gabriel ist erwachsen und arbeitet in einer Sicherheitsfirma. Von den damaligen Ereignissen weiß er nichts mehr, sein Unterbewusstsein hat alles verdrängt. An diesem Abend möchte er mit seiner Freundin Liz ihren Geburtstag feiern, doch kurz vor Feierabend geht ein Alarm ein. Komischerweise steht das Haus seit Jahren leer, denn die Eigentümerin ist längst verstorben. Der Chef der Sicherheitsfirma besteht darauf, dass ein Kollege sich die Sache ansieht. Da es diesem jedoch nicht gut geht fährt Gabriel, ohne das Wissen seines Chefs, zu dem Haus. Der Alptraum beginnt.

Während Gabriel sich im Haus umsieht bekommt er einen Anruf seiner Freundin. Liz weint und ist total am Ende. Sie wurde überfallen und möchte nichts weiter als, dass er bei ihr ist. Sie verrät ihrem Partner wo sie sich befindet, der darauf alles stehen und liegen lässt und in los rast.

Als Gabriel ankommt ist die Polizei bereits da und unter dem Tuch liegt eine Leiche. Da er denkt dass es sich um Liz handelt, kniet er sich neben den leblosen Körper und ist prompt in einen Mordfall verwickelt – als mutmassiger Mörder!

Als wäre das nicht genug wird Liz von einem Psychopaten entführt. Niemand glaubt Gabriel, so dass er sich selbst auf die Suche nach seiner Freundin begibt. Doch wo suchen? Wen fragen? Und vor allen Dingen wie nicht auffallen? … Nur eines ist gewiss: Gabriel muss sich an die Geschehnisse vor dreißig Jahren erinnern, sonst wird Liz sterben…

~ Eindrücke / Meinung ~

Alle Handlungsstränge sind gut abgeschlossen bzw. führen zusammen. Die Protagonisten sind alle sehr gut ausgearbeitet. Bemerkenswert finde ich das jedem der auftaucht, auch eine Bedeutung  zu Teil wird.

Ich fieberte mit Gabriel, wollte seinen Bruder Daniel aufrütteln, wollte Liz helfen, … Das hier und jetzt war vergessen und ich als stille Beobachterin mitten im Geschehen.

Eine ergreifende story die blutig serviert wird. Nichts mit blumigen Umschreibungen, hier wird direkt beschrieben wie die Eingeweide aus dem Menschen quillt! Na, geschockt? DAS war erst der Anfang!!! Hier wird nichts beschönigt, genau wie es sich Verbrechen gehört. Eine aufgeschlitzte Leiche ist blutig und ein Mensch der von einem LKW angefahren wird …

Ich LIEBE bildliche Beschreibungen in Büchern und in diesem Thriller sorgen sie für den nötigen Tiefgang. Schwachen Gemütern könnten sich jedoch der Magen umdrehen.

„Das aufgeschlitzte Geschlecht, die offene Bauchhöhle, die herausquellenden Innereien, der See aus Blut auf den abgeschlagenen Küchenfliesen – es sieht aus, als hätte jemand ein Schlachtvieh zum Ausbluten aufgebahrt.“ (S. 202)

Es ist ein anspruchsvolles Buch, vom Schreibstil her keineswegs salopp und zügig zu lesen. Genau dies wollte ich auch. Die Geschichte war so spannend, dass ich am liebsten nichts anderes mehr getan hätte, als es zu Ende zu lesen. (Dieses mal habe ich es während des Buches gleich zweimal geschafft meine Haltestelle fast zu verpassen.^^)

~ Fazit ~

Nichts für schwache Nerven! Dafür aber für eingefleischte (Horror-)Thrillerfans!

Schnitt

Plüsch, Power & Plunder – Die Abenteuer

Plüsch, Power & Plunder

Enthaltene Abenteuer:

Die Kammer des Grauens (gespielt)

PPP

Kurzabenteuer:

Märchenpark (gespielt)

Märchenpark

Plüschhouse Rock

Enthaltene Abenteuer:

Big Shop Tango

Plüsch, Drugs & Rock’n Roll

Plüsch, Power & Plunder in Space

Enthaltene Abenteuer:

Der Wollminator –> aktiv [Gruppe H]

20th Century Plunder

Enthaltene Abentuer:

Frankenschweins Braut

B.E.M. Sie wollen unsere Teddies

Nummer 5 lebt

Abentuerset Gold

Enthaltene Abenteuer:

Keep the secret

Playbär

Cyberplunder