And the winner is … [Blogger schenken Lesefreude 2013 – Auslosung]

Endlich ist es soweit: Die Auslosung zum Welttag des Buches 2013.

Am 23.04.2013 riefen über sage und schreibe 1000 Blogs zu einem Gewinnspiel auf. Zu gewinnen gab es Bücher, Hefte oder auch Lesezeichen. Eine super Aktion bei der alle ihrern Spaß hatten. Blogger, wie Teilnehmer. Wobei die einen oft auch die anderen waren. 😉

Auf https://gedankenteiler.wordpress.com/author/roswithapick rief ich dazu auf, euch vorzustellen in die Rolle eines Mörders zu schlüpfen. Ich war neugierig darauf, wie ihr wohl morden würdet. Bis zum Teilnahmeschluss zählte ich sage und schreibe 41 Kommentare. (Einer hat sich sogar noch versucht nach Teilnahmeschluss reinzuschummeln.)

Ihr wart super kreativ:

Sehr beliebt war bei euch Psychohorror, das Opfer in die Irre treiben bis es Selbstmord begeht. Nach einem Schuhladenbummel mit einem Stiletto erstechen, mit Technomusic zudröhnen oder einfach Todquasseln. Andere entschieden sich für die bequeme Giftvariante. So auch die Gewinnerin:

CHRISTINE

Sie schrieb:

„Ich würde die bequeme Art des Vergiftens wählen. Natürlich mit einem Gift, das sich absolut nicht nachweisen lässt.“

Per Losverfahren hat mein verschlafener Mitbewohner die Glücksfee gespielt und einen Zettel aus der Box gezogen. (Kaum aufgestanden habe ich ihm die Losbox unter die Nase gehalten und gesagt „zieh mal einen“.)

HERLICHEN GLÜCKWUNSCH CHRISTINE

In deinem Postfach findest du bereits eine Email. Sobald du mir deine Adresse mitgeteilt hast schicke ich das Buch zu dir. Viel Spaß damit.

Für alle anderen: Nicht traurig sein. „Ostfriesenmoor“ kann man für 9,99 € im Buchhandel erwerben. (Es lohnt sich. ;))

In diesem Sinne wünsche ich allen spannende Lesestunden. 🙂

OstfriesenmoorLosung

Die "Losbox". Nicht schön, aber funktional. 😉
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Ostfriesenmoor-Gewinnspiel ~ Welttag des Buches 2013

ENDLICH

ist er da, der

WELTTAG DES BUCHES

2013

Viele Leseratten und Bücherwürmer haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt mit ihrer Begeisterung anzustecken. Wir schlossen uns zusammen zur Gemeinschaft

https://www.facebook.com/BloggerSchenkenLesefreude?fref=ts.

Blogger schneken Lesefreude

Alle teilnehmenden Blogger veröffentlichen HEUTE einen Artikel und VERLOSEN ein Buch. Natürlich bin auch ich dabei! 😉

Bei mir könnt ihr einen super tollen Kriminalroman gewinnen.

Ich verlose „Ostfriesenmoor“ von Klaus-Peter Wolf.

Ostfriesenmoor

Davon handelt das Buch:

Ein Kind wird entführt – eine Moorleiche gefunden:

Für Ann Kathrin Klaasen und ihr Team beginnt die fieberhafte Jagd nach einem Mörder und Entführer.

Den Anblick der perfekt ausgestopften Moorleiche würde Ann Kathrin Klaasen nie vergessen. Wer tut so etwas? Und vor allem: Wer kann so etwas?

Kunstvoll hatte der Mörder mit Hilfe eines Maschendrahtes den Körper nachgeformt und darüber die Haut gespannt. Wie bei einem Fliegengitter, nur viel stabiler und beweglicher. Doch warum hat er sein Werk im Moor versenkt? Während Ann Kathrin Klaasen ersten Hinweisen nachgeht, wird in Norddeich ein Kind entführt. Hat sich der Moor-Mörder ein neues Opfer geholt?

Meine Rezension könnt ihr hier lesen: http://gedankenteiler.wordpress.com/2013/03/27/ausgestopfte-kinderleiche/

So könnt ihr teilnehmen:

1.) Beantwortet die folgende Frage, indem ihr einen Kommentar, mit eurem Namen und euer gültigen Emailadresse, auf diesen Beitrag hinterlasst:

Wenn ihr der Mörder in einem Krimi/ Thriller wäre, auf welche Art würdet ihr eure Opfer töten?

(Seid kreativ. Ich bin gespannt. ;))

 

Weitere Regeln:

2.) Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.
3.) Eure Adressen werden natürlich nicht weitergegeben, sondern nur für das Gewinnspiel verwandt, und nach der Auslosung gelöscht. Der Gewinner erklärt sich mit der Veröffentlichung seines Namens einverstanden.

4.) Für Teilnehmer aus dem Ausland: Ich versende nur innerhalb Deutschlands, es sei denn, ihr würdet mir das Extra-Porto erstatten. Bitte schreibt mir in der Email, dass ihr diese Passage gelesen habt und mit der Portoerstattung einverstanden seid.

5.)  Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postwege verloren gehen sollte.

6.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist der 29.04.2013 – 18.00 Uhr

Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt und am 30.04.2013 hier auf meinem Blog bekannt gegeben.

Mein Gewinnspiel darf natürlich gerne auf eurem Blog oder bei Twitter / Facebook etc. verbreitet werden. Außerdem freue ich mich sehr, falls ihr meinen Blog als Leser verfolgen würdet 🙂

 Euch allen viel Erfolg. 🙂

Kennst du dein Todesdatum?

Rolf Dieckmann

Das Geheimnis der Totenstadt

Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsjahr:2012

Seiten: 366

ISBN:978-3-404-16623-7

 

~ Vorwort ~

Ich liebe es zu lesen und ich interessiere mich seit Jahren für die Geschichte der Etrusker. Um so erfreuter war ich, als ich dieses Buch gewann. Es handelt sich um einen Thriller der zwar nicht mehr in der Zeit der Etrusker spielt, aber es geht um eine Erfindung dieses Volkes …

~ Klappentext ~

Ein ermordeter Professor. Eine verschwundene Pergamentrolle. Das größte Geheimnis der Etrusker. Das Kombinationsgenie Robert Darling begibt sich auf die Spur eines Jahrhunderte alten Rätsels, das noch nie ein Mensch lösen konnte. Ein Rätsel, dessen Lösung das Leben auf der Welt radikal verändern könnte. Gibt es tatsächlich eine Konstruktion, mit der die Etrusker das genau Todesdatum eines Menschen vorhersagen konnten? Und wird die seit Jahrhunderten irgendwo versteckt? Schon bald merkt Robert Darling, dass e nicht der Einzige ist, der dieses Rätsel lösen will …

~ Eigene Zusammenfassung ~

Alles beginnt mit Robert Darlins, seines Zeichens Spielmacher, Hilfsbereitschaft. Er fährt einen alten Professor nach Hause. Dieser glaubt nicht an Zufälle und überreicht ihm eine Visitenkarte. Noch am Abend fällt Robert auf, dass der Professor seine Brieftasche im Auto verloren hat. Als er sie am nächsten Tag zurück bringen will, findet er den Professor schwer verletzt vor. Er murmelt noch Worte die für Robert keinen Sinn ergeben.

Über einem Rätsel zum nächsten tastet er sich an ein Geheimnis heran, dass ihn nach Ägypten bringt. Je tiefer er in die Materie eindringt, desto gefährlicher wird es. Bei seinen Recherchen erfahren Robert und seine Mitstreiter, dass die Etrusker eine Art Kalender oder etwas ähnliches gebaut haben sollen, mit dem man in der Lage ist sein eigenes Todesdatum zu sehen. Ob diese Konstruktion jemals gebaut wurde oder ob es sich nur um ein Mythos handelt weiß niemand so recht. Doch es interessieren sich nicht nur freundlich gesinnte Gesellen für dieses Objekt. Die kuriosesten Gestalten lauern nur auf eine passende Gelegenheit …

~ Eindrücke / Meinung ~

Da ich mich selbst sehr für die Geschichte der Etrusker (über die im allgemeinen nicht wirklich viel bekannt ist) interessiere, finde ich es großartig das der Autor sich hier mit den geschichtlichen Daten und Hintergründen dieses Volkes auseinandersetzt. Er lässt die Charaktere etwas über die Geschichte herausfinden. Hier und da hilft ein Professor mit Fakten und Daten weiter oder ein Freund erinnert sich an etwas das er früher einmal in der Schule gelernt hat. So bekommen auch Leser, die bisher noch nicht einmal von der Existenz der Etrusker etwas wussten, eine kleine und unterhaltsame Einführung. Ich merkte hier das der Autor sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat und hatte dieses schöne Gefühl von „er weiß wovon er schreibt“.

Die Charakter sind sehr gut, bis ins kleinste Detail, ausgearbeitet. Von jeder Person die eine wichtige Rolle spielt (und davon gibt es in diesem Roman mehr als nur Held, Opfer und Täter ;)) erfährt man Hintergründe. Wo kommen sie her, wer sind sie, was haben sie gemacht bevor sie auf unseren Spielmacher trafen usw.. Hier bleiben keine Fragen offen. Mir fiel es sehr leicht mir alle Personen bildlich vor Augen zu rufen. Die einen wuchsen mir schnell ans Herz, die anderen machten sich schnell unbeliebt. Wie im richtigen Leben. Einfach klasse.

Die Geschichte selbst ist eine schöne Idee. Grade da sich um die Etrusker eine Menge Geheimnisse ranken, bietet es sich förmlich an ihnen eine fast mystische Erfindung zuzugestehen. Das Volk war seiner Zeit weit voraus und befasste sich viel mit Sternenkunde und dem Tod. Wieso dann nicht etwas mit dem man seinen Todeszeitpunkt sehen kann? Die Idee ist super. Auch wie Robert Darling in die Geschichte gerät. Es scheint alles zufällig zu geschehen, nur weil er geholfen hat. Doch der Professor, der alles auslöste, glaubte nicht an Zufälle. Vielleicht hatte er damit ja Recht…

Robert, so sympathisch er auch ist, hat ein Talent dazu mit sich selbst zu reden. Gut, er redet nicht mit dem Mund, sondern in seinen Gedanken. (Wer von uns führt nicht mal Selbstgespräche?) Am Anfang fand ich dieses ein wenig irritierend, da die Sätze kursiv geschrieben sind und ich mich fragte: Mit wem redet er da eigentlich? Ich gestehe, es hat einen Moment gedauert, bis ich dahinter kam. 😉 Die Gedanken des Spielmachers zu kennen half sehr gut durch den Roman und trug zu noch mehr Spannung bei.

„Dann hörte er in der Ferne eine Polizeisirene. Das Grollen des Gewitterdonners war lauter geworden. Erst jetzt wurde ihm bewusst, in welcher Situation er sich befand. Du hast die Scheibe eingeschlagen, an deinem Anzug ist Blut, überall Fingerabdrücke und Blut auf dem Stein. Und die Brieftasche steckte noch in der Seitentasche seiner Jacke.“  (S. 21)

Der Professor hat selbstverständlich nicht gesagt was oder wo das begehrte Objekt sich befindet. Vielmehr sind unzählige Rätsel zu lösen um ans Ziel zu gelangen. Manche führen auf eine komplett andere Spur. Robert muss sich jeden Schritt genau überlegen, was die Sache natürlich spannend hält.

Der Professor hat Robert einen Brief hinterlassen. Hier erfährt dieser z.B. von falschen Bibelstellen: „Die Kirche wurde mehr und mehr zur Institution der Macht und bemerkte, dass man Menschen, die daran glauben, dass der Tod nichts Endgültiges und dieses Leben nicht das einzige ist, schlecht kontrollieren kann. Vielmehr sollten sie in der Angst leben, dass sie in die Hölle fahren, wenn sie sich nicht an die Gesetze der Kirche hielten. Und da die Herren der Kirche über viele Jahrhunderte oft in einer Doppelfunktion auch weltliche Herrscher waren, war dies ein willkommenes Instrument der Machtausübung.“ (S. 44)

Wie es sich für Dinge die solche Macht besitzen gehört, gibt es natürlich auch „Mächte“ die diese Geheimnisse schützen. So gibt es „Alte“ die diesen „Todeskalender“ vor der Menschheit verstecken – um jeden Preis. Klar das Robert sich in große Gefahr begibt …

„Ein alter Onkel, der ihn noch persönlich kannte, hat einmal berichtet, dass er im kleinen Kreis gesagt hat, es gäbe noch starke Kräfte, die verhindern wollen, dass das geheime Wissen der Etrusker allen zugänglich wird. Dies seinen nur Erkenntnisse für ein paar Auserwählte, der Rest der Menschheit sei noch nicht so weit.“ (S. 241)

Der Schreibstil ist angenehm und alles lässt sich flüssig lesen. Werden Fremdworte benutzt, so fragt einer der Charaktere nach der Bedeutung. Finde ich viel besser als Fußnoten mit einfachen Erklärungen!

~ Fazit ~

Geschichtlicher Hintergrund, jede Menge Spannung, tolle Charaktere, wilde Verfolgungsjagden, … Freunde werden zu Feinden, Feinde werde zu Freunden, … Rätsel mit den richtigen und falschen Spuren … Es gibt absolut nichts, was diesem Roman fehlt!

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen.

~ über den Autor ~

Rolf Dieckmann arbeitet als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und Magazinen für die Themenbereiche Medien, Politik, Kultur und Unterhaltung. Seit 1996 ist er als freier Autor tätig. Er lebt in Hamburg und im Wendland.

Totenstadt

Kann man sein Schicksal ändern?

Daniela Ohms

Harpyienblut

Verlag: Herzklopfen Fantasy

Erscheinungsjahr:2011

Seiten:431

ISBN:9-783-862-651-375

~ Klappentext ~

Anders als viele andere Teenager verbirgt Lucie ihren Körper nicht aus Scham, sondern weil sie Angst hat, dass es sie ihr Leben kostet, wenn jemand von ihrem Geheimnis erfährt: Die 18-Jährige besitzt Flügel, die aussehen wie die eines Raubvogels. Was für ein Wesen sie ist und woher sie stammt, hat sie bisher jedoch nicht herausfinden können. Aber der finstere Sergej aus ihrem Volleyballverein weiß mehr. Und auch der unheimliche Junge mit den Schmetterlingsflügeln, der sie nachts beobachtet, kennt Lucies wahre Bestimmung: Sie soll die Seelen toter Kinder durchs Jenseits begleiten. Als Lucie schließlich gezwungen ist, sich ihrer grausigen Aufgabe zu stellen, muss sie fürchten, nun bald kein Mensch mehr zu sein …

~ Eigene Zusammenfassung ~

Lucie ist ein 18-Jähriges Mädchen das sehr früh ihre Mutter verloren hat. Sie war so klein, dass sie sich an nichts mehr erinnern kann. Alles was sie weiß, ist das ihre Pflegemutter ihr immer eingeschärft hat sehr vorsichtig zu sein. Denn Lucie ist anders, als andere Mädchen. Sie hat zwei große Schlitze auf dem Rücken aus dem Flügel hervorkommen. Sie muss aufpassen, dass niemand von ihrem Geheimnis erfährt, denn sonst würde sie vielleicht in einem Labor oder einer ähnlich grausamen Einrichtung landen, in der man sie auseinander nimmt. So verbirgt sie ihre Flügel unter einer Binde und erzählt das dort drunter Brandwunden sind, für die sie sich schämt. Jahrelang glückt dieses Versteckspiel.

Doch eines Tages merkt Lucie das sie sich verändert. Sie weiß nicht genau was passiert und auch nicht was für ein Wesen sie eigentlich ist. Sergej, ihr Co-Trainer aus dem Volleyballteam, scheint mehr zu wissen und bietet ihr seine Hilfe an. Emilia, ihre beste Freundin, fordert ein Recht darauf zu erfahren was mit Lucie los ist. Schließlich teilen die beiden das Geheimnis. Im Laufe der Zeit soll sich dieses als äußerst hilfreich erweisen.

Eines Abends entdeckt Lucie auf dem Nachbardach einen jungen Mann mit Schmetterlingsflügeln. Er ist wunderschön und sie fühlt sich zu ihm hingezogen, doch auf der anderen Seite hat sie Angst vor ihm. Was Lucie nicht weiß: Dieser Junge weiß mehr über ihr Schicksal, sehr viel mehr …

Gemeinsam mit ihren Freunden stellt Lucie sich einem Kampf gegen die Todesharpyien: Eine Niederlage bedeutet den Tod, ein Sieg die Freiheit …

~ Eindrücke / Meinung ~

Bereits die Aufmachung des Buches macht Lust es in die Hand zu nehmen. Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe mit einem dunklem Cover, auf dem sich ein Nest befindet. In diesem Nest liegt ein Ei aus dem eine menschliche Hand herausschaut. Schon allein dies macht neugierig. Klappt man das Buch auf so blickt man direkt auf eine Zeichnung von Lucie mit ihren ausgefahrenen Flügeln. Alles sehr liebevoll gestaltet.

 Wer sich ein wenig mit Mythen auskennt wird hier den ein oder anderen Zusammenhang entdecken. Dennoch finde ich diese Geschichte außergewöhnlich. Ein scheinbar normales Mädchen wird dazu bestimmt Seelen toter Kinder abzuholen und in ein neues, ungeborenes Kind einzusetzen. Reinkarnation  (Wiedergeburt) ist eines der Hauptthemen dieses Buches.

Obwohl es sich um eine Jugendbuch handelt finde ich es sehr schön, dass auch sehr weltliche und brutale Dinge nicht weggelassen werden. So stellt Lucie z.B. einmal die Frage: „[…] Wie kann es Menschen geben, die ihre eigenen Kinder totprügeln? […]“ (S. 139) Grade diese Stellen sind es die mich immer wieder zum Nachdenken bewogen haben. Ich legte das Buch beiseite und hielt einen Moment inne. – Ich hoffe sehr, dass es auch bei der eigentlichen Zielgruppe eine Wirkung zeigt.

Lucies Pflicht ist es die Seelen abzuholen. Eines Tages kommt sie dieser Pflicht nicht nach. Sie denkt gar nicht darüber nach was dies zur Folge hat. Doch mit einem Mal wird ihr das Ausmaß bewusst: „[…] Niemand hatte seine Seele abgeholt. Lucie wurde schlecht bei dem Gedanken. Jedes Mal, wenn sie eine Verwandlung verhinderte, ahnte sie die Konsequenzen, das Unglück einer Familie, irgendwo in Deutschland, in Polen oder Dänemark. In ihre Träume mischte sich manchmal das Flüstern einer schwachen Stimme, Worte, die sie nicht verstehen konnte. Sie wurde das Gefühl nichts los, dass die Stimme ihr klarmachen wollte, welchen Fehler sie beging. […]“ (S. 183)

Jean und Lucie kämpfen für ihre Überzeugung, darum ihr eigenes Leben führen zu können – und menschlich zu bleiben. Der Wille der beiden ist förmlich zu spüren und ich fieberte mit ihnen, wünschte mir das sie ihr Ziel erreichen. Es könnte die beiden das Leben kosten, für ihre Überzeugung könnten sie sterben. Doch es schreckt sie nicht ab. Sie kämpfen! „[…] Doch wenn dein Raubvogel wirklich so mächtig ist, wie ich glaube, dann bedeutet das vielleicht, dass ihr eine Chance habt, stärker und klüger zu sein als eure Feinde. […]“ (S. 194)

Die Charakter sind alles super ausgearbeitet. Mit jeder Seite lernt der Leser Lucie, Emilia, Sergej und Jean besser kennen – und mit jeder Zeile wuchsen mir die vier mehr ans Herz. Vom Charakter könnten die vier wohl nicht verschiedener sein, doch genau dies macht es noch viel spannender.

Die Geschichte und die Handlungsstränge waren nicht wirklich durchschaubar, so das der Überraschungseffekt immer wieder auf der Seite der Autorin war. Selbst mit diesem Ende hätte ich nicht gerechnet … So liebe ich es! (Wer will schon vorher wissen was passiert? ;))

Der Roman ist in kurze Kapitel geteilt, so dass man es auch sehr gut einmal aus der Hand legen kann ohne „den Faden“ zu verlieren. Der Schreibstil ist einfach und lässt sich flüssig und schnell lesen.

~ Fazit ~

Ein wundervolles Jugendbuch (nicht nur für junge Erwachsene), welches sehr liebevoll gestaltet ist. Hier werden Ängste, Freundschaft und Liebe zusammen zu einer spannenden Geschichte verknüpft. An vielen Stellen bewegt der Roman zum Nachdenken.

Wer Fantasygeschichten mag wird an diesem Buch nicht vorbei kommen. Ich kann es euch nur empfehlen.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Jean, der mir unter die Haut ging:

„Die verjüngten Seelen sind nicht mehr so weise wie vorher. Aber sie werden auch nicht mehr von den Traumata ihrer Vorleben geschwächt. Neue Seelen sind unfassbar stark, Lucie. Die Menschen, die daraus entstehen, können auch dann noch lachen, wenn sie sehr viel ertragen müssen.“ (S.310)

Harpyienblut

Dreimal schwarzer Kater

John Saul

Die schwarze Stadt

Verlag: Heyne

Erscheinungsjahr:2006

Seiten:431

ISBN:978-3-453-43158-4

~ Klappentext ~

Ein Haus aus dem 17. Jahrhundert in einer kleinen Stadt in Massachusetts. Die junge Angel zieht mit ihren Eltern darin ein. In ihrem neuem Zimmer findet sie eine schwarze Katze. Wie konnte das Tier ins Haus gelangen? Das ist nur eine der Fragen. die Angel und ihre Eltern sich stellen. Erst als das Mädchen in dem dreizehnjährigen Seth einen Partner findet, der mit ihr die neue Umgebung erkundet, entdeckt sie den ganzen Horror, der die Geschichte dieses Hauses prägt.

~ Eigene Zusammenfassung ~

Angel ist Teenager und hat keine Freunde, dafür aber jede Menge Probleme. In der Schule wird sie gemobbt, ihr Vater trinkt und ihre Mutter ist Gott ergeben. Alles was sie möchte, ist in Ruhe gelassen zu werden. Als ein Umzug ansteht, sieht Angel dies als Chance neu anzufangen, doch es soll ganz anders kommen.

Das Haus, welches ihre Tante Joni für die kleine Familie hat, ist einfach perfekt. Allerdings gibt es da eine Kleinigkeit:

Das Haus gehörte einer Frau die, zusammen mit ihrer Tochter, als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Der Legende nach zog immer ein Gewitter auf, wenn die beiden ihr Werk vollbrachten und jedes Mal schlug ein Blitz in die alte Eiche beim Friedhof ein.

Jahre später: In eben diesem Haus aus dem 17. Jahrhundert hat ein Mann eines Nachts seine Frau und seine Tochter ermordet – aufgeschlitzt… Der Mann sagte aus, er habe eine Stimme gehört, doch an alles andere kann er sich nicht erinnern. Auch nicht daran, seine Familie getötet zu haben.

Jeder der später in dieses Haus zog blieb nicht lange. Immer hörten sie Stimmen, rochen nicht vorhandenen Brandgeruch, …

Unbewusst sucht sich Angel das Zimmer des ermordeten Mädchens aus. Als sie sich dort einrichtet hört sie plötzlich Geräusche aus dem Wandschrank – und findet dort eine schwarze Katze mit  kleinem weißen Fleck auf der Brust. Wo kommt der Kater her? Tür und Fenster waren verschlossen, im Schrank eingesperrt hätte er nicht lange überlebt. Da ihr Vater gegen Katzen allergisch ist, darf sie Houdini nicht behalten. Der Kater zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt und folgt ihr auf Schritt und Tritt.

In der Schule lernt Angel Seth kennen. Er ist genau so ein Außenseiter wie sie. Die beiden verstehen sich sofort und Seth zeigt Angel ihre neue Heimat. Dabei stoßen die beiden auf Geheimnisse die besser im verborgenen geblieben wären …

~ Eindrücke / Meinung ~

Wer kennt es nicht? Alles läuft schief und man wünscht sich nichts sehnlicher als einfach neu anfangen zu können. Eine tolle Gelegenheit dafür ist oft ein Umzug, irgendwo hin wo einen (fast) niemand kennt.

Bereits am Anfang fühlte ich mit Angel mit. Sie scheint ein sehr liebes und zuvorkommendes Mädchen zu sein, dass einfach nur dazu gehören möchte. Doch sie wird immer wieder verstoßen und völlig fertig gemacht. Grade im Teenialter eine verdammt schwere Zeit. Ich freute mich mit Angel, als der Tag des Umzugs endlich da war und sie sich im neuen Haus sofort wohl gefühlt hat, motiviert in ein neues Leben ging. – Und genauso als alle ihre Träume zerplatzten. Angel wurde sehr gut ausgearbeitet. Ich konnte gar nicht anders, als ihre Gefühlslagen von hoch nach tief und wieder zurück emotional zu teilen. Ähnlich erging es mir mit Seth. Es dauerte nicht lange und der Gedanke an seinen gewalttätigen Vater lies mir die Nackenhaare stehen.

Die Sagen und Legenden um das alte Haus, sowie die als Hexen verbrannten damaligen  Bewohner lassen viele eigene Gedankengänge zu. Das Angel und Seth dann selbst auf deren Spuren wandeln ist vielleicht doch ein wenig zuviel. Hier wäre eine Andeutung und eine Annäherung schöner gewesen, als die wirkliche Nachahmung, dennoch gab es genau die richtige Portion Humor.

Da ich offene Enden liebe, war ich absolut begeistert davon, dass sich dieser Roman durchaus fortsetzen lassen würde.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich sehr schnell und gut lesen. Grade da die Geschichte auch sehr spannend ist, habe ich für diesen Roman nur wenige Tage gebraucht.

~ Fazit ~

Ich bin eingefleischter Saul-Fan (habe alle deutschsprachigen Bücher gelesen ;)) und bin von diesem total überrascht. Eigentlich liebe ich den Schreibstil dieses Autoren, da er sehr auf Psychohorror geht. Doch hier wird es dann mal wirklich mystisch und Hexen, Katzen und andere Gestalten tauchen auf. Überraschend anders! Kein typischer John Saul Roman, eher eine Mischung aus Horror und Mysterie. Dennoch spannend bis zur letzten Seite und absolut empfehlenswert.

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(Nein, das ist NICHT Houdini, sondern Harlekin! ;))