Hilfsoma wider willen (Vorabrezension)

Eva Völler

Ich bin alt und brauche das Geld

Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsjahr:2013

Seiten: 316

ISBN: 978-3-404-16821-7

~ Vorgeplänkel ~

Ich hatte Glück und durfte diesen Roman vorab lesen.

(Auf dem Foto seht ihr daher nicht das fertige Buch, sondern das Rezensions-Manusskript. War etwas umständlich für unterwegs, aber auf jeden Fall mal etwas anderes. ;)) Da ich weniger Komödien lese, hätte ich mir dieses Buch wohl nie gekauft. Ob ich dabei etwas verpasst hätte, erfahrt ihr jetzt.

~ Klappentext ~

Job weg, Mann weg, Haus weg – und dann auch noch die Wechseljahre im Anmarsch! Charlotte fühlt sich vom Schicksal nicht gerade verwöhnt. Doch der wahre Tiefpunkt kommt erst noch: Zwei chaotische Kleinkinder mitsamt russischem Au-pair-Mädchen haben sie als Ersatz-Oma auserkoren und übernehmen fortan das Kommando. Dass Charlotte nun endgültig knapp vor dem Nervenzusammenbruch steht, interessiert natürlich niemanden …

Eine Leseprobe gibt es hier: http://www.bicmedia.com/dmrs/widget.do?isbn=9783404168217

~ Eigene Zusammenfassung ~

Charlotte hat das Leben übel mitgespielt. Kaum zu ihrem Freund gezogen hat dieser einen Unfall. Als wäre das nicht ohnehin schon ein Schock steht aus heiterem Himmel ein Gerichtsvollzieher vor der Tür, der das Haus pfändet und sie auf die Straße setzt. Glücklicherweise kommt sie bei ihrer Freundin Doro unter. Doch zu dritt in einer zwei Zimmer Wohnung ist kein Idealzustand, schon gar nicht wenn die Freundin total verliebt ist und ihr Liebesleben ohne Rücksicht auslebt. Ein wenig Zeit könnte Charlotte auf der Arbeit verbringen, das Problem ist nur leider, das sie keine mehr hat. Ihr Weingeschäft hat sie, für Klaus aufgegeben und ihm das Geld geliehen. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, dass er sie belog und betrog. Um mit all dem Abzuschließen beschließt sie zu der Beerdigung ihrer Exfreundes zu gehen, doch erstens kommt es anders ….

Auf der Beerdigung lernt Charlotte die schwangere Jennifer, samt ihren beiden Kindern, kennen. Da Charlotte sich dort rührend um die die Kinder gekümmert hatte, beschließt Jennifer, die nach London fliegen will, die beiden, samt Aupairmädchen bei ihr abzuladen. Freunde und Verwandte hätten keine Zeit und sie müsse dringend fliegen – und schon war sie verschwunden ….

Als hätte Charlotte mit kleinen Kindern nicht schon genug zu tun, tauchen plötzlich zwei fiese Gestalten aus die etwas aus Klaus seinem Besitz fordern, dass sie hat. Nur leider hat die Spontanpflegeoma nicht die geringste Ahnung wovon die beiden reden. Wie gut das sich ein netter Kommissar meldet, der ebenfalls ein großes Interesse an der ominösen Hinterlassenschaft hat und dann gibt es da ja auch noch die Nachbarn, die es sehr interessiert, was in dem Haus so vor sich geht…

~ Eindrücke / Meinungen ~

Wie aus dem richtigen Leben (wenn man die Sache mit den Gaunern mal außen vor lässt).

Einige Punkte ließen mich manchmal etwas skeptisch werden:

Wer würde einer Wildfremden (Jennifer hat Charlotte grade zweimal gesehen) ihre Kinder und das auch noch für mehrere Tage anvertrauen? Zudem ist Jennifer hochschwanger und FLIEGT nach London. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie die Bestimmungen sind, aber soweit ich weiß gehen die wenigsten Fluggesellschaften dieses Risiko ein.

Die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Das eine Problem ist nicht einmal gelöst, da tauchen schon wieder ganz neue auf. Ich finde dies nicht zu übertrieben, da ich aus eigener Erfahrung leider weiß das es oft wirklich so ist.

Auch müssen kleine Kinder ständig auf die Toilette, doch die Erwähnung dieses Bedürfnisses, füllt gefühlt einen Viertel des Buches. Ständig muss z.B. Mäxchen „kacka“. Hier wäre weniger mehr gewesen. Irgendwann hat es doch ein wenig genervt.

Klar, dass es einige Aufhänger braucht um einen Roman spannend zu machen. Hier sind es die ominösen Typen, die immer wieder auftauchen um etwas zu fordern und der Leser sich immer wieder fragt: Was suchen die nur? – Ich hatte die ganze Zeit eine Vermutung, von der ich auch felsenfest überzeugt war. Zu meiner großen Freude hatte ich unrecht! Ich liebe es überrascht zu werden, wenn ich denke, ich weiß was passiert! 😉

Ebenfalls spannend macht es Jennifers Aufenthalt in London. Über ihren Blog erfährt der Leser, was dort grade vor sich geht. Eine witzige Idee. Leider sind die Blogeiträge sehr lang geraten, so dass zwischendurch einige langweilige Längen entstehen.

Wie in wohl fast jedem Roman gibt es natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte. Hier wird auch nichts übertrieben kitschig dargestellt, sondern mit all den kleinen Hindernissen die einem im Alltag so begegnen. Super schön dargestellt.

Die Charakter sind alle gut ausgearbeitet und haben viel Charme, grade Charlotte. Ich hatte immer ein wenig das Gefühl selbst Teil dieses Romans zu sein.

Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich in einen Rutsch lesen ohne das es langweilig wird.

~ Fazit ~

Ein sehr turbulenter Roman mit kleinem kriminalistischem Kick. Viel Tiefgang hat die Geschichte zwar nicht, aber dafür sehr humorvoll.

Super für alle die zwischendurch mal eine kleine Auszeit brauchen. 😉

Alt1

~ über die Autorin ~

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem hat sie zuerst als Richterin und später als Rechtsanwältin ihre Brötchen verdient, bevor sie Juristerei und Robe schließlich endgültig an den Nagel hängte. „Vom Bücherschreiben kriegt man auf Dauer einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht.“ Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

Eva war auch so nett mir auf meine brennende Frage zu antworten (siehe Foto) 😉 Vielen Dank dafür. 🙂

Alt2

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