Bella Italia ~ Mama mia welch ein Genuss!

Marieluise Christl-Licosa

Italienisch kochen

Verlag: Bechtermünz
Erscheinungsjahr: 2000
Seiten: 139
• ISBN-10: 3828910556
• ISBN-13: 978-3828910553

~°~ Klappentext ~°~

Das große Bildkochbuch mit köstlichen Spezialitäten aller Regionen Italiens. Mit diesem Buch macht es Spaß, zu kochen wie die Venezianer, Toskaner, Neapolitaner oder Sizilianer.
Über 300 Originalrezepte, die leicht gelingen, von Lasagne al forno und Spaghetti alla carbonara zu Cannelloni, Risotto und Polenta, von Saltimbocca, Ossobuco alla milanese, Vitello tonnato und Bollito misto zu Cassata siciliana und Zuppa inglese.
Wissenswertes über Essen und Trinken in Italien, über die Weine und die Besonderheiten er italienischen Küche Dazu viele Farbfotos un raffinierte Tipps aus persönlicher Erfahrung.
Das echte italienische Koch- und Essvergnügen.

~°~ Eindrücke ~°~

Schon das Frontcover macht einen appetitlichen Eindruck, auch wenn es „nur“ Spaghetti sind die ort abgebildet sind. Durch die orange Hinterlegung macht dieses Buch einen frischen Eindruck und läd zum blättern ein.
Der Einband sowie die einzelnen Seiten fühlen sich leicht rau an, lassen sich aber problemlos abwischen. Da sich beim kochen schon mal der ein oder andere Spritzer in Kochbücher verirrt ist dieses natürlich sehr praktisch.
Schlägt man das Buch auf bekommt man als erstes einen Überblick über die Rezepte, die in diverse Kategorien, auf die ich später noch näher eingehen werde, unterteilt sind.
Als nächstes nimmt die Autorin sich eine ganze Seite Zeit um das Wort an den Leser zu richten. Sie erzählt von ihrem Leben in Italien und der Kultur. Selbst auf die im Buch fehlenden Kalorienangaben geht sie ein. Diesen kleinen Abschnitt möchte ich euch nicht vorenthalten, daher hier ein kleiner Auszug aus dem Vorwort: […] „Auf die Angabe von Kalorien habe ich verzichtet. Die italienische Sprache kennt nur ein Wort für >>essenspeisenmangiarefressenall `italianaal dente<< gekochten Hörnchen mischen, mit geriebenem Pecorino bestreuen und als ersten Gang eines Menüs servieren.
[Auszug aus dem Buch – Ende]

Wie das Ergebnis bei mir aussah könnt ihr auf dem Foto sehen. Ich fand es sehr einfach zuzubereiten und superlecker, kalt und warm. ;o)

ItalienischKochen-horz

NaepolitanischerGemüsetopf

Intrigen, Krieg & Sex

George R. R. Martin

Das Lied von Eis und Feuer (2)

Das Erbe von Winterfell

Verlag: blanvalet

Erscheinungsjahr:2010

Seiten: 542

ISBN: 978-3-442-26781-1

~ Klappentext ~

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um bei Hof in Königsmund als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Doch was schon beim Besuch seines Freundes auf Winterfell zu erkennen war, wird am Königshof noch viel deutlicher: Robert Baratheon ist nicht mehr der Mann, der er früher war – der mutige und instinktsichere Feldherr, der einst gemeinsam mit Eddard Stark die Herrschaft über die Sieben Königreiche eroberte. Stattdessen ist er ein schwacher König, der nicht in der Lage ist, den Intrigen rund um den Eisenthron Einhalt zu gebieten. Und in diese Intrigen wird Eddard Stark als die rechte Hand Robert Baratheons immer tiefer hineingezogen. Der Lord von Winterfell ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – aber die Ränke der Mächtigen sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch nicht, wenn man die Hand des Königs ist …

~ Eindrücke / Meinung ~

Ich berichtete bereits über den ersten Teil des Epos „Das Lied von Eis und Feuer.“ (siehe „Eisiges Feuer & herrschaftliche Emotionen„) Glücklicherweise hatte ich bereits diesen zweiten Teil da, so dass ich direkt weiter lesen konnte. Heute möchte ich euch darüber berichten:

Dieser Roman schließt direkt an den vorherigen Teil an. Es gibt keine Einführung oder ähnliches. Zwischendurch gibt es einige minimale Rückblicke, wenn sich beispielsweise jemand erinnert. Diese „Gedanken“ sind jedoch sehr minimal, so das es an einigen Stellen schwierig ist eine Handlung zu verstehen ohne den ersten Teil der Reihe zu kennen. Da ich diesen ja gelesen habe, fand ich es toll keine ständigen Wiederholungen lesen zu müssen.

Die Protagonisten sind weitgehend bereits bekannt. Inzwischen sind einige an ihrem Ziel angekommen, zu dem sie im letzten Roman geritten sind. Andere sind auf dem Weg. Für mich als Leserin fühlt es sich an als wäre ich gar nicht weg gewesen.

Auch die Probleme haben sich nicht von selbst gelöst. Wie im richtigen Leben.

Eddard Stark ist bei seinem alten Freund Robert angekommen und hat die Position der „Hand“ übernommen. Damit soll er dem König mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihn mit seinem Leben schützen. Ed und Robert sind seit einer Ewigkeit befreundet, doch die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Der König ist nicht mehr der Mensch den Eddard einst kennen und schätzen gelernt hat. Vom Rat erfährt er dass das Königreich nicht nur pleite, sondern auch verschuldet ist. Die Führung des Königs missfällt einigen und so mancher möchte seinen Kopf rollen sehen.

Dieser Roman ist voll von Verrat, Krieg und Mord. Aber nicht immer geht es einfach nur um blutiges Gemetzel. Nein, es gibt sogar einige Stellen an denen ich als Leserin (mindestens) ins Schmunzeln geriet. Auf die Frage wie er gerne sterben würde, antwortet Tywin:

“ […] In meinem eigenem Bett, den Bauch voller Wein, meinen Schwanz im Mund einer Jungfrau und ich im Alter von achtzig Jahren […]“ (S. 45)

Dany, die inzwischen mit dem großen Khal Droge vermählt ist, ist schwanger. Wie es in dem „Stamm“ üblich ist unterzieht sie sich den Bräuchen. Teilweise sind sie, für mich, ein wenig ekelig. Auch wenn ich sie nur lesen und nicht mit ansehen muss. So wird beispielsweise einem Hengst das Herz herausgerissen und Dany muss es, noch warm und roh, verspeisen. Es erinnert mich ganz stark an Bräuche von Eingeborenenstämmen. Solche traditionellen Stellen kommen in diesem Buch immer wieder vor, was ich sehr schön finde.

„[…] Warmes Blut füllte ihren Mund und lief ihr übers Kinn. Der Geschmack drohte sie zu ersticken, trotzdem zwang sie sich, zu kauen und zu schlucken. Das Herz eines Hengstes würde ihren Sohn stark und schnell und furchtlos machen – dies zumindest glaubten die Dothraki -, doch nur, wenn die Mutter es ganz essen konnte. Sollte sie vom Blut würgen müssen oder das Fleisch erbrechen, fielen die Omen ungünstiger aus. Das Kind mochte tot geboren werden oder schwach sein, deformiert oder weiblich. […]“ (S. 83)

Sansa, eine von Eddards kleinen Töchtern, ist total in Prinz Joffrey verliebt. Ihr Vater hat jedoch einen Ritter in Winterfell für sie vorgesehen, mit dem sie vermählt werden soll. Als sie mit ihm in die Heimat zurückkehren soll, kochen die Gefühle. Ihr Vater verbietet ihr sogar sich von ihrem Liebsten zu verabschieden. Sie denkt nicht groß nach und wendet sich an die Königin. Nicht ahnend was sie Eddard Statk damit antut… Wir waren (oder sind) wohl alle mal frisch verliebt. Ich konnte mit der Kleinen mitfühlen, ihre Liebe, ihren Schmerz – und ihre Schuldgefühle.

„[…] Noch nie hatte sie etwas derart Eigensinniges getan, und sie hätte auch nicht daran gedacht, wenn sie nicht Joffrey so sehr liebte. „Er wollte mich nach Winterfell zurückschicken und mich mit irgendeinem kleinen Ritter verheiraten, obwohl ich Joffrey wil. Ich habe es ihm gesagt, aber er wollte nicht auf mich hören. […]“ (S. 163)

Alte Legenden erzählen von Untoten hinter den Landesgrenzen. Sie kamen vor vielen Wintern und hinterließen eine Spur des Todes. Den Kindern werden am Kamin Schauergeschichten davon erzählt, die Erwachsenen halten es für einen Mythos. Doch dann werden im Wald  einige Leichen gefunden…. Sind die „Anderen“ zurück?

„[…] In der Finsternis kamen die Anderen herangeritten […] Kalt und tot waren sie, sie hassten Eisen und Feuer und Berührungen durch die Sonne und jedes Lebewesen mit Blut in seinen Adern. Festungen und Königreiche der Menschen fielen, wenn sie auf ihren bleichen, toten Pferden gen Süden ritten und ganze Armeen Erschlagener anführten. Sie fütterten ihre toten Diener mit dem Fleisch der Menschenkinder … […]“ (S. 177)

Krieg ist Krieg. Das scheint auch der Autor so zu sehen, denn er verschönigt hier nichts. Ich persönlich finde die authentische Vorstellung sehr gut, denn Kriege sind nun einmal grausam. Manche Passagen lassen einen allerdings schlucken, denn auch (die leider oft üblichen) Vergewaltigungen werden aufgeführt.

„[…] Auf der anderen Straßenseite schluchzte ein Mädchen in Danys Alter mit hoher, dünner Stimme. Ein Reiter stieß sie auf einen Leichenstapel, bäuchlings, und drängte sich in sie. […]“ (S. 323)

Überhaupt wird Sex sehr groß beschrieben. Auch hier setzt Martin auf bildliche Beschreibungen, was teilweise etwas „herb“ wirkt. An vielen Stellen war ich mir nicht mehr so sicher wirklich einen Fantasyroman zu lesen. (Allein daher definitiv ein Roman für Erwachsene!)

„[…] Seinesgleichen habt ihr nicht zu fürchten , M`Lord“, sagte das Mädchen und rieb eifrig seinen Schwanz. […]“ (S. 344)

Der Schreibstil ist meist ausschmückend. In diesem Fall finde ich es gar nicht störend, sondern sehr angenehm wenn mir der Autor die Landschaft, die Geräusche und den Duft beschreibt. Als Danny beispielsweise auf dem Markt einkauft  konnte ich ihre Duftöle und das gegrillte Fleisch förmlich riechen. George R. R. Martin schafft es alle Sinne beim Leser zu wecken.

Die Charaktere sind alle wunderbar ausgearbeitet. Ich fühlte mit ihnen, liebte oder hasste sie. Ich war gespannt auf die Aktivitäten jedes Einzelnen.

Das Ende kommt ziemlich abrupt und nicht alle Handlungsstränge sind aufgelöst. Der Autor arbeitet hier mit „Clifehängern“. Für mich, die offene Enden liebt, perfekt. Allerdings muss ich gestehen das ich es gar nicht erwarten kann den dritten Teil in der Hand zu halten, um zu erfahren welche Schicksale die Protagonisten erwartet.

(Wie heißt es so schön: Wenn ein Buch spannend ist, ist es immer zu kurz. ;))

~ Fazit ~

Ein super spannendes Buch. Viele Geschichten laufen parallel. Als Leser kommt man kaum dazu Atem zu holen, so schnell überschlagen sich die Ereignisse. Doch genau dies ist es, was ich an diesem Roman liebe. Es ist das, was mich dazu bewegte die über 500 Seiten innerhalb von etwa einer Woche durchzulesen. Ich MUSSTE einfach wissen wie es weitergeht. Wer wen verrät oder wer zu wem hält. Ich wollte wissen ob Dany tatsächliche einen Sohn gebärt und ob Sensa ihren Prinzen heiraten darf.

„Das Erbe von Winterfell“ entführt den Leser nicht nur in eine fantastische und gut ausgearbeitet Welt, sondern vermischt diverse Genres. Krimifans kommen hier genauso auf ihre Kosten wie die von Liebesgeschichten.

Besonders Fantasy- und Mittelalterfans kann ich diesen Roman nur wärmstens ans Herz legen.

~ weitere “Das Lied von Eis und Feuer” Fortsetzungsromane ~

Die Herren von Winterfell (1)

Der Thron der Sieben Königreiche (3)

Die Saat der goldenen Löwen (4)

Sturm der Schwerter (5)

Die Königin der Drachen (6)

Zeit der Krähen (7)

Die dunkle Königin (8)

Der Sohn des Greifen (9)

Ein Tanz mit dem Drachen (10)

weitere Romane sind in Vorbereitung

~ über den Autor ~

George Raymond Richard Martin, 1948 in Bayonne / New Jersey geboren, veröffentliche seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Sein mehrteiliges Epos Das Lied von Eis und Feuer wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico.

Eis2

Der Unheimliche Harlekin

Immer wieder werden Tiere von den Menschen als mystische Wesen angesehen.

Währen bei den alten Ägyptern die Katze heilig war, wurde sie in Europa  gegen Ende des Mittelalters immer mehr verteufelt. Wie fast nicht anders zu erwarten, hatte dabei die Kirche ihrer Finger im Spiel. Die Katze genoss als heidnische Gottheit ein sehr hohes Anwesen. Da ein Christ ja nur einen Gott haben soll, wurde sie daher kurzerhand zum Abbild Satans erklärt. Da die Farbe schwarz zudem als dämonisch angesehen wurde, kam später der Glaube auf Hexen würden sich in schwarze Katzen verwandeln, um so unerkannt Unheil anzurichten. (Während der Hexenverfolgungen wurde versucht die Katzen auszurotten. Jeder, der eine Katze besaß, musste fürchten mit Hexerei in Verbindung gebracht zu werden und wurde verbrannt …)

Wie ihr ja wisst gibt es bei uns gleich zwei „schwarze Teufel“. (Der Dritte erobert die Welt, auf seinen eigenen Wunsch hin,  andernorts.) Gehen wir einfach mal davon aus, es würde sich bei den beiden tatsächlich um ähm, sagen wir mal, magische Wesen handeln.

Phex wäre dann wohl ein ungeschickter Magier. Jung und unerfahren. So wie er teilweise herzzerreißend miaut klingt es, als könne er den Zauber nicht rückgängig machen und ist im Katzenkörper gefangen. Amer Kerl.

Harlekin indes müsste wohl so etwas wie ein Obermagier oder Hexenmeister sein. Er ist manchmal (öfter) so intelligent, dass es schon unheimlich wird. Erfreulicherweise sieht er dabei Herrchen und Frauchen scheinbar noch eine Stufe über sich. Aufträge erfüllt er mit Bravour. (Ich berichtete über die letzte Opfergabe.)

Gestern Abend war es dann wieder soweit. Beim abendlichen Katzengutenachtknuddler blickte Herrchen tief in die leuchtend gelben Augen des Schlitzohres und sprach:

„Harlekin, Phex hat gestern etwas gebracht. Du hast Frauchen letztes Mal beschenkt, jetzt bin ich wieder dran. Eine Röstbratwurst wäre zwar klasse, aber ich glaube bei diesem Wetter hat wohl keiner gegrillt. [Anmerkung der Autorin: Es regnete bereits den halben Tag.] Dan nehme ich eine Maus. Eine ganz junge und noch schön frisch und saftig.“

Während ich noch lesend im Bett lag lief eine miauende Katze durch mein Zimmer. Von der Stimmer her ordnete ich es einem der Grauen zu. Wie sich heraus stellte handelte es sich um Nimoeh die Herrchen mit einer, frischen jungen, Maus beschenkte. (Vielleicht hatte sie die Aufforderung gehört und wollte ihrem Mitkater ein Schnippchen schlagen!?)

Doch Harlekin wäre nicht Harlekin, wenn in dieser Nacht nicht noch etwas passieren sollte.

Es muss wohl wieder so gegen vier Uhr gewesen sein. (Scheinbar die magische Uhrzeit für Katzen.) Irgendetwas war da neben mir. Es war kalt und glatt, dieses mal aber nicht glitschig. Meine Hand tastete sich zum Lichtschalter. Heute mal ohne Hechtsprung aus dem Bett, aber wieder mit einem breiten Schmunzeln auf den Lippen:

Erinnern wir uns noch einmal an Herrchens Bestellung. Er wünschte sich eine Rostbratwurst, ging aber davon aus das niemand gegrillt hätte. Nun, anbetracht meines Geschenkes stimmt dies vielleicht nur bedingt (Elektrogrill?). Aber trotzt aller Hindernisse brachte Harlekin das, was am nächsten heran kam. Er hatte es eindeutig verstanden!

Womit Harlekin mich erfreute?

Mit der (leider leeren) Packung von Rostbratwürstchen!!! 😀

Rostbratwurst

Eine Saga geht zu Ende (Bernstinsaga 4)

Bernhard von Muecklich

Die Königin der Wölfe

Verlag: Fischer
Erscheinungsjahr: 2009
Seiten: 429
ISBN: 978-3-596-17562-8

~ Klappentext ~

Königin Cilnie begeht einen folgenschweren Fehler, als er seine Töchter mit dem Söhnen von Tarchunies vermählt. Unmut regt sich in de Bevölkerung, Gewalt, Intrigen und Verrat prägen von nun an das Leben in der Stadt. Der Kampf um die Macht in Rom wird mit allen Mitteln ausgetragen. Ist die letzte Stunde de Tyrannenherrscher angebrochen?

~ Eindrücke / Meinung  ~

Es handelt sich hierbei um den vierten und letzten Teil der „Bernstinsaga“.
Ich kenne keinen der vorangegangen Teile und stellte fest das es auch nicht notwendig ist. Wenn sich irgendein Teil auf die Vergangenheit bezieht, so wird es durch ein Gespräch wieder aufgerollt. Für mich war es daher kein Problem Zusammenhänge herzustellen.

Obwohl historische Romane nicht meine Welt sind finde ich diesen Roman gut und wollte ihn auch unbedingt zu Ende lesen. Der Autor hat es geschafft eine bunte an Gegensätzen zu schaffen, so das sich dieser Roman eher wie ein Krimi liest.

Beziehungen werden durch Seitensprünge ergänzt. Stellen die Ehebrecher ihre Liebe zueinander fest wird die Konkurrenz kurzerhand aus dem Weg geräumt.

Wie nicht anders zu erwarten geht es in erster Linie um Macht. Jeder will an die Spitze – koste es was es wolle. Verrat und Intrigen sind an der Tagesordnung. Obwohl mir klar war wer als nächstes das zeitliche segnen wird bleib die Spannung erhalten, denn oft kam es anders als gedacht – und die Todesarten sind so unterschiedlich wie die Charaktere.

Sehr schön finde ich das auch das die menschliche Seite nicht außer Acht gelassen wird. Ein Beispiel: […] „Sie mögen vielleicht unterschiedlicher Herkunft und Erziehung sein, und vielleicht haben sie sich sogar verachtet und gemieden, aber jetzt, wo es gilt, gegen die aufzustehen, die ihre Freiheit mit Füßen treten, haben die gesellschaftlichen Schranken, die sie vordem voneinander getrennt haben, jede Bedeutung verloren. Schau sie dir doch an! Der Arme steht neben dem Reichen, ein jeder bereit, sich im Kampfe füreinander einzusetzen. Mag sein, dass die Soldaten Tarchunies’ ihnen in ihrer Bewaffnung überlegen sind, aber es sind doch nur gedungene Söldner, deren Kampfkraft nur soviel wert ist wie das Gold, das man ihnen zahlt. Diese hier aber, Rasce, hat ein Ideal zusammengeschmiedet, die Freiheit nämlich, die mit Gold nicht zu erkaufen ist. Entscheide für dich selbst, wer die bessere Motivation hat, sein Leben einzusetzen, die Söldner des Königs oder diese Männer hier?“ […]

Der Schreibstil ist etwas den damaligen Verhältnissen angepasst. Am Anfang war dies ein wenig ungewohnt, doch man gewöhnt sich sehr schnell daran. Etwas störend finde ich die vielen „Bandwurmsätze“. Ab und an einen neuen Satz zu beginnen hätte sicher nicht geschadet und das lesen etwas erleichtert.
Der Roman ist in Kapitel unterteilt, so das man das Buch auch getrost mal einige Tage an die Seite legen kann ohne „den Faden zu verlieren“.

Am Ende des Buches schreibt der Autor in einem Nachwort über seine Sicht der Dinge. Er ist der Meinung das sich die „wahre Geschichte Roms“ anders zugetragen hat als sie die Geschichtsbücher überliefern. Seine Gegenargumente sind, für mich, einleuchtend.

~ Fazit ~
Spannendes Buch welches ich in die Rubrik „Historien-Krimi“ einordnen würde.

Königin

Der Räuber mit den sanften Pfoten

Katzen sind schon tolle Tiere, wenn auch oft eigenwillig. So sehr uns unsere Vier auch manchmal zur  Verzweiflung treiben, so würden wir sie um nichts in der Welt eintauschen. Sie sind so wie sie sind. Jeder mit seinem eigenen Charakter und seinem Charme. – Letzteres besonders dann, wenn sie etwas wollen. 😉

„Mein Kleiner“ – auch liebevoll „der schwarze Teufel“ genannt zieht, im Gegensatz zu den anderen, die schützenden Wände des Heims vor und bleibt gerne in der Nähe von Herrchen, Frauchen oder auch Onkel.
So kommt es auch, dass die Liste seiner Opfergaben an uns doch recht kurz ist. Dafür legt er, neben seiner Intelligenz, jede Menge Kreativität an den Tag:

Als er noch bei Herrchen war streifte er in einer lauwarmen Nacht durch die nachtbarschaftlichen Gärten. Zurück kam er mit einer, wohl unschlagbaren, Opfergabe für seinen lebenden Dosenöffner: Eine gegrillte Rostbratwurst!!! Anmutig und mit Stolz legte er sie ihm vor die Füße. Herrchen lobte (und lachte). Brav teilte er mit Harlekin. – Zumindest tat er so, als er die Wurst klein schnitt und den Kater von seiner Beute kosten lies.

Im neuem Haus überschütteten uns die anderen drei beinahe mit Geschenken (Vögel, Mäuse, Maulwürfe,…). Den angeboreren Jagdtrieb kann man eben einfach nicht stoppen. Nun konnten wir aber auch nicht umhin unseren „Zoll“ von Harlekin zu fordern und sagten ihm, er solle doch auch mal was fangen und bringen. Noch in der selben Nacht hat er es umgesetzt: Mit einer (lebenden!) Maus im Maul kam er miauend in mein Zimmer. Er hielt sie fest und guckte mich fragend an. Sein Blick sagte so etwas wie: „Und jetzt Frauchen?“. Auch wenn ich Mitleid mit der Maus hatte, es war sprichwörtlich ein Bild für die Götter! (Die Maus konnte ich übrigens retten und lebend wieder aussetzen. Wenn sie noch kein anderer gefangen hat, dann … Naja…)

Harlekin scheint, im Grunde seines Herzens, ein friedliebender Kater zu sein. Die Maus brachte er lebend, die Rostbratwurst war quasi schon tot, … So verwunderte mich auch sein letztes Geschenk nicht mehr wirklich:

In der letzten Nacht weckte mich der Kleine. (In letzter Zeit scheint er Spaß daran zu finden…. *grummel*) Ein Blick auf die Uhr zeigte etwa 04:00 Uhr (ja, nachts!). Ich dachte erst, dass er entweder der Meinung ist, ich müsste ihn füttern oder ihm sei langweilig und ich solle mit ihm spielen. Doch dann bemerkte ich an meinem Rücken plötzlich etwas kaltes, was sich irgendwie glitschig anfühlte. Sofort sprang ich aus dem Bett,  in der festen Überzeugung dort gleich eine tote Maus oder etwas in der Art vorzufinden. Mein Puls raste und mein Herz klopfte wild als ich das Licht einschaltete. Dann sah ich sie – und fing an zu lachen. Mein kleiner sanfter Räuber hatte mir eine frische Kirsche (!!!) geschenkt. 😀

1001 Knuddelpunkte!

Mein kleiner Jäger <3

Harlekin ~Mein kleiner Jäger ❤

Und was ist DEIN Geheimniss?

~ Cover ~

Ich muss gestehen, dass mich das Cover dieses Buches wie magisch angezogen hat. Golden funkelnde Lettern prägen ein schwarzes, mit Ornamenten – und einem Frosch – verzierten Einband. Die Buchstaben sind geprägt, so das man sie nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann. Es strahlt etwas mystisches aus. Sollte dieser wunderschöne Schutzumschlag einmal verloren gehen ist dies zwar sehr schade, doch befinden sich alle Daten noch einmal direkt auf dem Buchdeckel. Hier ist das Cover noch einmal aufgedruckt. (Leider leuchtet es dort nicht so schön.) Zum Vergleich habe ich euch ein Foto mit und eins ohne Schutzumschlag gemacht.

~ Eigene Zusammenfassung  ~

Bei dem Buch selbst handelt es sich um ein Jugendbuch. Die Geschichte beginnt mit Ludlow. Der Junge wächst in der Stadt auf. Seine Eltern sind Diebe und früh muss auch er sich auf den Straßen behaupten. Für seine Eltern dient Ludlow nur einem einzigen Zweck: Geld zu beschaffen, damit sie ihren Alkohol finanzieren können. Eines Tages schleppen sie ihm zu einem „Zahnarzt“ der für echte Zähne eine Menge zahlt … Das ist der Moment, in dem Ludlow flieht.

An eine Pferdekutsche geklammert landet er so in einem abgelegenem Dorf. Hier lernt er Joe kennen. Er versorgt ihn mit Essen, einem warmen Schlafplatz und schließlich sogar einer Lehrstelle. Ludlow ist fasziniert von seinem Boss und vom „Schwarzem Buch der Geheimnisse“. Denn Tagsüber ist Joe Zabbidou ein gewöhnlicher Pfandleiher, doch nachts verpfändet er Geheimnisse. Nach anfänglicher Skepsis nutzen die Dorfbewohner Joes Dienste. Sie gestehen Diebstähle, Betrügereien, Morde, … Alle hoffen darauf das Joe, der bereits bei seiner Ankunft Jeremiah, einem sehr einflussreichen aber durchweg unbeliebten Mann, getrotzt hat etwas gegen eben diesen unternimmt. Doch alles was der Pfandleiher macht, ist um Geduld zu bitten. Die Dorfbewohner fühlen sich verraten und bald wenden sie sich gegen Joe und Ludlow …

~ Eindrücke / Meinung ~

Die Geschichte ist gut geschrieben und flüssig zu lesen. Durch einzelne Kapitel kann das Buch auch mal an die Seite gelegt werden. Die Kapitel sind Erzählungen. Mal erzählt Ludlow aus seinen Erinnerungen und ein anderes Mal handelt es sich um einen Auszug aus dem schwarzen Buch. Zwar steht immer über dem Kapitel wer genau hier grade erzählt, doch teilweise war es ein wenig verwirrend.

Die Handlung könnte, von der Grundgeschichte, auch in die heutige Zeit passen: Ein Junge wird von seinen Eltern benutzt und flieht. Er findet neue Freunde und bekommt sein Leben auf die Reihe. Auch wage ich zu behaupten das es in jedem Ort mindestens einen „Bösewicht“ gibt. In diesem Roman ist es Jeremiah, der die Dorfbewohner ausnutzt. Obwohl er während des ganzen Buches äußerst skrupellos dargestellt wird, so hat er auch menschliche Züge. Am besten finde ich, dass er  dennoch vor einem Mord zurück schreckt:

„[…] Tatsächlich zog Jeremiah flüchtig in Betracht, was die Kerle da andeuteten. Viele Male hatte er schon gewünscht, nie wieder Ludlows wissendem Blick begegnen zu müssen, doch ein hinterrücks geplanter Mord als Lösung dieses Problems war selbst Jeremiah zu ungeheuerlich. […]“ (S. 153)

Was mich etwas gestört hat, war dass ich sehr schnell das Ende kannte. Naja, ich kannte es natürlich nicht, aber ich ahnte es, da im Laufe des Romans immer wieder Hinweise gegeben wurden die mehr als deutlich waren. Dadurch war das Buch leider nicht mehr ganz so spannend, aber dennoch Unterhaltsam.

Die Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet. Fast alle tauchen an mehreren Stellen auf, so dass es möglich ist, eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Ich mag es, wenn ich mir die Personen bildlich vorstellen und mit ihnen fühlen kann. Hier hat die Autorin die perfekte Grundlage dafür geschaffen.

Auch einen Lerngehalt gibt es in diesem Roman, denn die Dorfbewohner müssen sich in Geduld üben, um ihr Ziel zu erreichen.

~ Fazit ~

Ein schönes Jugendbuch mit einer spannenden Geschichte und einem mystischen Cover. Als Erwachsener doch schnell durchschaubar, aber dennoch unterhaltsam. Empfehlenswert für alle, die Fantasy mal auf eine ganz andere Art erleben möchten.

009-horz

Eisiges Feuer & herrschaftliche Emotionen

George R. R. Martin

Das Lied von Eis und Feuer (1)

Die Herren von Winterfell

Verlag: blanvalet

Erscheinungsjahr:2010

Seiten: 415

ISBN: 978-3-442-26774-3

~ Klappentext ~

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, lebt mit seiner Familie im kalten Norden des Königreichs Westeros, und er weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon stirbt, soll Eddard an dessen Stelle treten. Für die Zeit, die er am Königshof zubringen muss, überträgt Eddard die Herrschaft über Winterfell an seinen Erben Robb – während sich sein Bastardsohn John den Kriegern der Nachtwache anschließt. Doch Robert Baratheon ist nicht mehr der starke Herrscher, der er einst war, und um den Eisernen Thron scharen sich Intriganten und feige Meuchler. Eddard sieht sich plötzlich von mächtigen Feinden umzingelt und muss hilflos zusehen, wie seine vierköpfige Familie in alle Winde verstreut wird. Die Zukunft des gesamten Reiches Westeros steht auf dem Spiel …

~ Eindrücke/ Meinung ~

Das Cover ziert ein Wappen der Familie Stark. Ein Banner verkündet das Motto der Familie: „Der Winter naht.“. Eine nette Idee, da jedes Band dieses Epos ein anderes Wappen, sowie den entsprechenden Slogan trägt.

Dieses Geschichte spielt in einer fiktiven Welt. In diesem ersten Teil reisen wir hauptsächlich in „Westeros“. Um dem Leser eine Übersicht und Orientierung zu bieten, gibt es im Cover eine Landkarte mit den Orten. Jedes Land hat seinen eigenen Clan. Zur Übersicht dient eine Chronik am Ende des Buches. Hier kann der Leser jederzeit nachschlagen welcher Charakter zu welchem „Haus“ gehört. Bei den ganzen Namen, mit denen man in diesem Roman förmlich erschlagen wird, wirklich sehr hilfreich.

Robert Baratheon ist Herrscher über sieben Königreiche. Als dessen „erste Hand“ stirbt, bittet er seinen alten Freund Eddard Stark diesen Posten zu übernehmen, denn Robert ist der festen Überzeugung niemanden mehr vertrauen zu können. Edd nimmt an und zieht mit seinen Töchtern Sansa und Arya nach Königsmund. Während seiner Abwesenheit vertraut er seinem ältesten Sohn Robb Winterfell an.

Dieser Roman ist voller tragischer Ereignisse. Bereits am Anfang kommt es zu einer Tragödie, als Bran Stark schwer verletzt aufgefunden. Der zweitälteste Sohn von Eddard liegt lange Zeit im Koma und als er endlich erwacht ist nichts mehr wie vorher. Leider kann er sich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist.

In Königsmund beginnt sein Vater inzwischen daran zu zweifeln, dass Jon Arryn eines natürlichen Todes starb. Heimlich beginnt er Nachforschungen anzustellen und muss bald selbst um sein Leben bangen.

Jon Schnee, Eddards unehelicher Sohn, tritt zur gleichen Zeit der Nachtwache bei. Männer, Halunken, Verstoßene, die am Rande des Reiches den Feind aufhalten sollen. Hier findet Jon zum ersten Mal so etwas wie Freunde, denn dort draußen sind alle gleich. Es zählt nicht mehr wer man vorher war. An der Mauer sind alle Brüder, denn auf der anderen Seite sind „die Anderen“ (Untote) in einem Tiefschlaf und wenn sie erwachen, werden alle kämpfen müssen.

Catelyn Stark bekommt unterdes Hinweise darauf, dass Brans Sturz kein Unfall war. Es gelingt ihr, den mutmaßlichen Attentäter mit einem kleinen Trupp Soldaten festzusetzen. Sie bringt ihn zu ihrer Schwester Lisa Arryn, ohne zu ahnen was sie damit auslöst.

Visery III will unterdes mit einer riesigen Armee seinen Thronanspruch gelten machen. Zu allem Überfluss nehmen die Anzeichen zu, dass „die Anderen“ erwachen …

Sehr schön finde ich die Aussagen der großen (und kleinen) Leute, hinter denen so viel Wahrheit steckt. Oft habe ich das Buch einen Moment an die Seite gelegt, um über eine Aussage nachzudenken. Meine beiden Lieblingszitate aus diesem Buch möchte ich euch nicht vorenthalten:

„[…] Wie alle Könige der Targaryen vor ihm. Doch unsere Tradition ist die ältere. Das Blut der ersten Menschen fließt noch heute in den Adern der Starks, und wir halten an unserem Glauben fest, dass ein Mann, der ein Urteil spricht, auch selbst das Schwert führen soll. Wenn du jemanden das Leben nehmen willst, bist du es ihm schuldig, ihm in die Augen zu blicken und seine letzten Worte zu hören. Wenn du es nicht ertragen kannst, dann verdient der Mann vielleicht auch nicht den Tod. […]“ (S. 23)

„[…] Mein Bruder hat sein Schwert, König Robert hat seinen Streithammer, und ich habe meinen Verstand … Wie ein Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten. […]“ (S. 159)

Es sind tiefgründige Worte, die der Autor hier hat einfließen lassen. Doch auch andere Bereiche kommen nicht zu kurz. So zum Beispiel wird dem Thema Liebe und Sex immer wieder Bedeutung zugemessen. Hier hat die Frau keine Entscheidungsgewalt über ihr Schicksal. Geheiratet wird nicht, wen sie liebt, sondern wer gut für das Reich ist. Oft werden Geschwister vermählt, nur um die Blutlinie rein zu halten. Der Autor nimmt hier keine Hand vor den Mund, sondern schreibt unverblümt:

„[…] Mit Khal Drogos Armee, so kehren wir heim. Und wenn du ihn dafür heiraten und sein Bett teilen musst, dann wirst du es tun. […] Ich würde dich von seinem ganzen Khalasar ficken lassen, wenn es sein müsste, von allen vierzigtausend Mann, und von ihren Pferden auch, wenn ich dafür meine Armee bekäme. […]“ (S. 50)

Auch traurige Stellen gibt es in diesem Roman so einige. Im Laufe der Seiten wuchsen mir die Charaktere ans Herz, einige mehr, andere weniger. So freute ich mich mit ihnen und litt Arya, als sie ihre Wölfin vertreiben musste, um ihr das Leben zu retten. Die Schattenwölfin war von klein auf an ihrer Seite und hat sie verteidigt. Freiwillig würde sie nie von Arys Seite weichen. Die Liebe der beiden zueinander konnte man zwischen den Zeilen spüren und dann sollte sie sterben …

„[…] Wie mussten Steine werfen. […] Ich habe ihr gesagt, dass sie weglaufen soll, dass sie frei sein soll, dass ich sie nicht mehr wollte. […] Zwei Mal habe ich sie getroffen. Sie hat gejault und mich angesehen, und ich habe mich so geschämt, aber es war doch richtig, oder? Die Königin hätte sie getötet. […]“ (S. 282)

Bei allen Emotionen kommt auch die Brutalität nicht zu kurz. Oftmals bildlich uns sehr schockierend. So wird Brans verkrümmter Körper genau beschrieben und Kampfwunden sprachlich ausgemalt. Doch auch eine andere Form der Brutalität und der Kälte wird beschrieben: Der Hass. So wird sehr deutlich, dass „Bastarde“ (uneheliche Kinder) stets unter dem Rest des Volkes zu leiden haben. Manche müssen sogar um ihr Leben fürchten. Hier droht der eigene Vater seinem Sohn, da er ein Schwächling ist und er ihn keinesfalls auf dem Thron sehen will:

„[…] Falls du es nicht tust, werden wir am Morgen auf die Jagd gehen, und irgendwo in diesen Wäldern wird dein Pferd ins Stolpern kommen, und du wirst vom Sattel fallen und sterben … das zumindest werde ich deiner Mutter erzählen. …[…] Nichts würde mir mehr Freude bereiten, als dich zu jagen wie das Schwein, das du bist. […]“ (S. 341)

~ Fazit ~

Ein Roman voller Familien, Landschaften und Emotionen. Viele kleine Geschichten und Familienfäden ergeben ein Ganzes. Auf Grund der Schreibweise lässt es sich teilweise etwas zäh lesen, doch durch die Einteilung in Kapitel ermöglicht es, das Buch auch einmal an die Seite zu legen ohne „den Faden“ zu verlieren.

Anfang war ich sehr skeptisch, jetzt bin ich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Ich kann diesen Roman Fantasy & Mittelalter-Fans sehr empfehlen. (Ich habe bereits den zweiten Teil begonnen. ;))

~ weitere „Das Lied von Eis und Feuer“ Fortsetzungsromane ~

Das Erbe von Winterfell (2)

Der Thron der Sieben Königreiche (3)

Die Saat der goldenen Löwen (4)

Sturm der Schwerter (5)

Die Königin der Drachen (6)

Zeit der Krähen (7)

Die dunkle Königin (8)

Der Sohn des Greifen (9)

Ein Tanz mit dem Drachen (10)

weitere Romane sind in Vorbereitung

~ über den Autor ~

George Raymond Richard Martin, 1948 in Bayonne / New Jersey geboren, veröffentliche seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Sein mehrteiliges Epos Das Lied von Eis und Feuer wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico.

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Norden-horz