Ein Kater irgendwo allein da draußen … Tag 8

Phex ist glücklicherweise nach einigen Tagen wieder aufgetaucht. Hungrig, aber gesund. DOCH:

Heute ist der 8.te Tag, seit wir Azrael das letzte Mal gesehen haben….

Acht Tage zwischen Sorge und Hoffnung. Zwischen Mut und Trauer.

Wir haben noch drei andere Katzen, die uns ein wenig trösten, doch die Angst ist immer da.

Jeden Morgen gehe ich durchs Haus, immer in der Hoffnung Azrael liegt irgendwo und schläft. Jedes mal, wenn ich aus dem Fenster gucke, suche ich alles ab. Auf der Straßenseite klopft jedes mal mein Herz, weil ich immer Angst habe dort etwas liegen zu sehen… Auch hole ich oft vier Näpfe raus und noch immer rufen wir zwischendurch nach unserem vermissten Knuffel.

Meine Gedanken kreisen ständig um Azrael.

Ich wünschte ich wüsste wo er wäre, diese Ungewissheit macht mich fertig. Dennoch sage ich mir, dass es weiter gehen muss. Schon alleine wegen den anderen Dreien. (Eine ist seine Schwester, die immer mit ihm gekuschelt hat. Für sie ist es besonders schwer.)

Aufgegeben haben wir noch lange nicht und werden wir auch nicht! Wir WERDEN ihn finden! Ich glaube fest daran. Es hilft mir weiter zu machen. Zumindest die Suche nach ihm hält unsere Köpfe ein wenig hoch, denn so sind wir intensiv mit der Suche beschäftigt, dass wir nicht mehr soviel Zeit zum Nachdenken haben, was geschehen sein kann, denn Kopfkino ist oft grausamer als jeder Horrorfilm …

Was auch immer uns eingefallen ist haben wir angeschrieben oder angerufen. Das Internet ist mit Suchmeldungen und Fotos von Azrael gepflastert. Die Nachbarn sind informiert, Tierheim sowieso und auch beim Haustierregister und allen anderen denkbaren Organisationen haben wir ihn als vermisst gemeldet.

Ich möchte alle Leser meines Blogs bitten uns bei der Suche zu helfen. Auch wenn ihr nicht in Bremen oder der Umgebung wohnt, bitte teilt unsere Suchmeldung auf eurem Blog, gerne auch auf SocialNetworks und Co.. Das www. Erreicht einen großen Teil der Welt und vielleicht hat einer eurer Leser Freunde hier, die etwas wissen. Ladet euch einfach hier vom Blogg die Suchmeldung oder auch die Fotos von Azrael runter.

(Ich erlaube hiermit ausdrücklich die Verwendung der Fotos, sowie die Kontaktdaten für die Suche nach Azrael! )

Download PDF Suchplakat (DIN A4)

Azrael3

Ganz lieben Dank an alle die bisher geholfen haben. ❤

 

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Eine Spur des Todes zieht sich durch das Land …

George R. R. Martin

Das Lied von Eis und Feuer (3)

Der Thron der Sieben Königreiche

Verlag: blanvalet
Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 574
ISBN: 978-3-442-26822-1

~ Klappentext ~

Zehn Jahre dauert der Sommer in Westeros, und genauso lange währte die Zeit des Friedens in den Sieben Königreichen. Doch nun hält der grimmige Winter Einzug, und in seinem Gefolge brechen schlimme Zeiten an. Robert Baratheon, der König auf dem Eisenthron, und Lord Eddard Stark, der Lord von Winterfell, sind tot. Sie wurden Opfer einer Intrige, deren Ausmaß noch gar nicht abzuschätzen ist.

Für Eddards Sohn Robb bedeutet dies, dass er im Alter von grade einmal fünfzehn Jahren die Herrschaft über Winterfell – und damit über den ganzen Norden von Westeros – antreten muss. Und noch während er um die Anerkennung und den Respekt seiner Untertanen ringt, bricht im Reich ein Bürgerkrieg aus.

Joffrey, der grausame Sohn von Königin Cersei, hat den Thron bestiegen, auf dem vor ihm Robert Baratheoon gesessen hatte. Doch auch Stannis und Renly Baratheon, seine Brüder, machen ihre Ansprüche geltend – und nicht nur sie. Überall in den Sieben Königreichen werden Pläne geschmiedet, denn die Anwärter auf den Eisenthron sind zahlreich – und keiner von ihnen schreckt vor Krieg und Aufruhr zurück, um seine Pläne in die Tat umzusetzen.

Robb Stark hat keine andere Wahl, als sich in dem Konflikt zunächst auf Joffreys Seite zu schlagen, denn der junge König hält seine Schwestern als Geiseln.

Und während die mächtigen Häuser um die Macht in dem zerrissenen Land streiten und ein verhängnisvolles Omen am Himmel erscheint, wächst hoch im Norden, jenseits der Mauer, eine noch viel größere Gefahr heran …

(Ich persönlich finde den Klappentext viel zu lang. Im großen und ganzen verrät er auch schon was eigentlich passiert. Den knappen Rückblick, für Leser bei denen die vorherigen Teile bereits länger her sind, ist vollkommen okay. Aber ich möchte mit einem Klappentext neugierig gemacht werden und nicht schon vorher wissen wie das ein oder andre Ereignis sich wendet…)

~ Eigene Zusammenfassung ~

Mit dem Sommer endete nach zehn Jahren auch der Frieden. Robert Baratheon herrschte als König auf dem eisernen Thron, seine rechte Hand und treuer Freund Eddard Stark weilte an seiner Seite. Jetzt sind beide Tot und der Kampf um den Thron ist entbrannt.

Auf ihm sitzt Joffrey, der Sohn von Königin Cersei. Ein grausamer Junge, dem alle Mittel recht sind um seine Ziele zu erreichen.

Nedds Sohn Robb, hat seit dem Tod seines Vaters die Verantwortung für das nördliche Königreich. Mit grade einmal 15 Jahren eine sehr große Verantwort. Doch als wäre das nicht schon eine große Bürde, ruft das Volk ihn auch noch zum König des Nordens aus. Robb nimmt an, denn er will Rache. Rache für die Verstümmlung seines Bruders und den Tod seines Vaters.

Sansa und Aria befinden sich in Joffreys Gewalt, zumindest muss Robb davon ausgehen, so dass Robb Stark nicht einfach ins Reich marschieren und den König stürzen kann. Um seine Schwestern zu retten, versucht er mit den Lannisters einen Kompromiss zu schließen.

Während Aria versucht nach Winterfell zu kommen, ist Sansa in Joffreys Armen gefangen, denn sie ist die Verlobte des neuen Königs. Doch da ihr Vater als Verräter hingerichtet wurde, nutzt der junge König jede Gelegenheit um seine Laune an ihr auszulassen. So wird sie regelmäßig von seinen Untergeben gezüchtigt – auch nackt auf dem Burghof, so dass jeder sehen kann, was mit Verrätern und denen die zu ihnen halten geschieht.

Doch auch Stannis Baratheon (zweitältester Bruder von König Robert) hat sich selbst zum König ernannt. Er lässt verkünden, dass Joffrey ein Bastard ist und somit keinen rechtmäßigen Anspruch auf den Thron hat.

Robert hat jedoch noch einen vierten Bruder und auch Renly Baratheon versucht sich den Thron zu erkämpfen.

Inzwischen ist im ganzen Land die Rede vom „Krieg der fünf Könige“. Fünf? Ja, denn auf den Eiseninseln hat Baron Graufreund sich ebenfalls zum König gemacht. Er schickt seinen Sohn Theon zurück nach Winterfell, da er dort als Mündel aufwuchs, um das Land für sich einzunehmen. Robb wird gezwungen einen Zweifrontenkrieg zu führen.

Catelyn Stark scheint die einzige zu sein, die sieht, dass nur eine Alianz den Sieg bringen kann. Doch statt auf Gehör, stößt sie auf Vorwürfe und gerät in Gefahr bald selbst ihren Kopf zu verlieren.

Während alle Lande sich gegenseitig zu bekämpfen scheinen, sehen sie die größte Gefahr nicht: Daenerys Targaryen, die letzte der Drachenkönige, hat sich mit ihren drei Drachen auf den Weg gemacht …

~ Eindrücke / Meinung ~

In diesen Landen herrscht eine andere Zeitrechnung. Jahreszeiten dauern, im wahrsten Sinne, Jahre. Wer noch nicht mit dieser Welt vertraut ist, für den kann es durchaus etwas verwirrend werden. Der Autor schafft es jedoch sich konsequent an diese Zeitrechnung zu halten. – Und ich finde, es ist endlich mal etwas anderes.

„Zehn Jahre, zwei Drehungen und sechzehn Tage hat er gedauert, der längste Sommer seit Menschengedenken.“ (S. 12)

Während des ganzen Roman stößt man als Leser immer wieder auf kleine Hinweise, die einen ahnen lassen wie es weiter geht. Allerdings sind sie gut versteckt und man sollte auch „zwischen den Zeilen lesen“ können. Ich finde es sehr gut, da ich keine vorausschaubaren Romane mag, mich auf der anderen Seite aber immer freue, wenn sich meine Verdacht bestätigt hat. (Ihr kennt sicher alles dieses: „Hah! Hab‘ ich’s doch gewusst!“

Flickenfratz, ein Hofnarr, singt immer wieder ein unheimliches Lied:

„Die Schatten kommen zum Tanzen, Mylord …“ (z.B. S. 16)

Der Bürgerkrieg forderte seine Opfer, nicht nur in Form von Toten. So leidet das Volk z.B. auch unter Armut und Hunger. Unter einem Krieg, egal wie klein, leiden alle, aber vor allen Dingen das „einfache Volk“. Sehr schön finde ich, dass der Autor eben dies nicht vergessen hat. Sehr schön und detailreich hat er eben diese Situationen umschrieben.

„Auf den Märkten drängten sich zerlumpte Männer, die alle möglichen Haushaltsgegenstände zu jedem Preis verkauften, den sie erzielen konnten, und augenfällig war die Abwesenheit der Bauern, die sonst ihre Ernte feil boten. Was auch immer man an Waren sah, sie waren mindestens dreimal so teuer wie im vergangenem Jahr. Ein Händler pries gebratene Ratten auf einem Spieß an.“ (S. 83)

Auch die nötige Portion Erotik kommt nicht zu kurz. Um genau zu sein, gibt es sogar eine ganze Menge Sex in diesem Buch. Glücklicherweise wirkt er dabei nicht billig, sondern fördert das Kopfkino.

„Shae bückte sich, packte ihr Kleid am Saum, zog es über den Kopf und warf es zur Seite. Für Unterwäsche hatte sie nicht viel übrig.“ (S.89)

„Zunächst war sie zaghaft, lernte jedoch schnell für ein solch dummes Ding, was ihn erfreute. Ihr Mund war ebenso feucht und angenehm wie ihre Scham, und auf diese Weise brauchte er ihr sinnloses Geschwätz nicht über sich ergehen lassen.“ (S.211)

Andere Stellen gehen schon eher in eine Richtung, für die der Leser auf keinen Fall prüde sein darf. Überhaupt durchzieht diesen Roman von der ersten bis zur letzten Seite eine knisternde Erotik und jede Menge Sex.

„Wenn ich mit meinem Schwanz beten könnte, würde ich vielleicht noch religiös.“ (S. 294)

„Meine Augen können euer Gesicht sehen. Meine Ohren hören euer Lachen. Und mein Gemächt ist so hart wie ein Mast.“ (S. 461)

Ich persönlich mag diese Mischung. Grade wenn man bedenkt, in welcher Zeitepoche diese Geschichten etwas spielen. Eine Mischung aus Verlangen und Vergewaltigungen, Lust und Leid.

Es gibt sehr viele Charaktere in diesem Roman und obwohl ich bereits die ersten zwei Bände gelesen habe, geriet ich zwischendurch ins stocken. Wie gut das sich am Ende des Buches ein Anhang mit den ganzen Häusern, sowie deren zugehörigen Mitgliedern befindet. Ohne wäre es viel zu verwirrend, doch dieses „Problem“ wurde gut behoben.

Sansa ist eine Gefangene ihrer eigenen Gefühle. Sie ist Joeffreys Verlobte. „Damals“ war sie total in ihn verliebt, doch dann wurde ihr Vater des Hochverrats bezichtigt und geköpft – vor ihren Augen. Der König tut alles dafür, auch die Tochter für den Verrat zu bestrafen – und das obwohl Sansa, durch ihre damalige Liebe, ihren eigenen Vater ausgeliefert hat. Ihre Liebe ist längst verfolgen und sie hasst Joeffrey für das was er getan hat, doch es gibt kein Entkommen und so versucht sie sich einem Leben in Demut anzupassen. Vor jedem Wort muss sie genau überlegen, denn sagt sie etwas was dem König nicht gefällt, lässt er sie verprügeln. In den vorangegangen Romanen war Sansa mir unsympathisch, ich bin irgendwie nicht mir ihr warm geworden. Doch dadurch, dass ich ihre Qualen mitverfolgt habe, ist sie für mich ein wenig „menschlicher“. Der Autor hat es geschafft das kleine Mädchen von einer naiven verwöhnten Zicke zu einem wehrlosen Opfer werden zu lassen, welches mit jedem Schlag das es einstecken muss, an sich wächst. Von Seite zu Seite erscheint sie mir menschlicher, Eine tolle Leistung.

„Was konnte es bedeuten? Sollte sie die Botschaft zur Königin bringen, um damit zu beweisen, wie treu ergeben sie war? … Er hatte einen gepanzerten Handschuh getragen, als er sie geschlagen hatte. … Sie musste lernen, ihre Gefühle besser zu verbergen und Joffrey nicht zu verärgern.“ (S. 343)

Ihre Schwester Arya war mir von unserem ersten Kennen lernen gleich sympathisch. Sie will mit dem ganzen Edelgetue am liebsten nichts zu tun haben, trägt Hosen statt Röcke und besitzt ein eigenes Schwert mit dem sie hervorragend umzugehen weiß. Im Gegensatz zu Sansa hat Arya  ganz andere Probleme. Sie hat es geschafft aus der Burg zu fliehen und versucht nach Winterfell zurück zu kommen. – Als Junge! Da es Frauen nicht gestattet ist zu kämpfen, ein genialer Plan. (Man kennt es ja bereits aus der Geschichte um Jean Darc.) Sehr zu meiner Freude hat der Autor hier nicht die Probleme vergessen, die sich dabei ergeben und sogar Kleinigkeiten bedacht. – Beispielsweise da urinieren. Eine banale Sache, die aber manchmal umständlich wird, wenn ER eigentlich eine SIE ist …

„[…] Falls du Hilfe brauchst, bellst du wie ein Hund.“ „Das ist doch albern. Wenn ich Hilfe brauche, schrie ich Hilf.“ (S. 367)

Trotz allem Problemen und Kämpfen kommt auch der Humor nicht zu kurz. An vielen Stellen musste ich lachen oder schmunzeln. Ob nun ein komisches Ereignis oder zynische Sprüche der Charaktere. Eine tolle Auflockerung.

„Der Mantel war ihm viel zu lang, da er für einen doppelt so großen Mann angefertigt worden war. Saß er nicht zu Pferde, konnte er ihn nur tragen, indem er sich in mehrmals um den Bauch schlang, und dann sah er aus wie eine gestreifte Fellkugel.“ (S. 376)

Ich habe die vorangegangene Romane gelesen und kann mit Bestimmtheit sagen, dass der Autor hier sämtliche angefangene Handlungsfäden weitergesponnen hat. Ich erfuhr was mit den Schwestern geschah, wie Drachen die Welt entdecken und wie Rachegelüste und Intrigen Familien spalten. Obwohl, oder vielleicht auch grade weil, ich bereits Hintergrundinformationen aus den anderen Romanen hatte, blieb es, bis zum Ende spannend.

(Ich habe dieses dicke Buch innerhalb einer Woche durchgelesen. Schätze das sagt schon einiges über diesen Roman aus. ;))

Der Schreibstil ist leicht anspruchsvoll, dennoch lässt er sich flüssig lesen. Ein Fremdwörterbuch benötigte ich glücklicherweise nicht.

~ Fazit ~

Auf Grund sehr vieler parallel laufender Handlungen, sowie vielen vielen Charakteren, teilweise etwas verwirrend. Der Anhang rettet den Leser jedoch vor völliger Verzweiflung, denn grade die vielen parallel laufenden Handlungsstränge sind es, die diesen Roman spannend machen.

Für Fantasyfans, die mal nicht von Elfen und Trollen lesen wollen sehr zu empfehlen. Allerdings sollte der Leser sich zuvor informieren, was in den vorangegangen Teilen passiert ist, da die Handlungen sehr komplex sind. Auch sollte man sich bewusst sein, dass dieser Roman keine „Zwischendurchlektüre“ ist, sondern einen gewissen Anspruch voraus setzt.

Ich für meinen Teil, habe den vierten Teil bereits in meinem Regal stehen. 😉

Aus vier mach zwei? – Katzen auf Tour

Bei vier Katzen habe ich das Gefühl, bald keine Kinder mehr zu brauchen. Um die vier mache ich mir nämlich auch ständig Sorgen.

So grade jetzt!

Alle haben ein gute Zeitgefühl, zumindest wenn es ums Fressen geht. Nach und nach trudeln sie ein, schleichen einen um die Beine und beklagen wie ausgehungert sie doch sind. Normalerweise. Schleichen sie nicht um einen herum, so reicht kurzes Rufen oder das bei uns inzwischen eingebürgerte „Fressenspfeifen“. (Eine bestimmte Pfeifmelodie, die den Vieren suggeriert das gleich gefüttert wird.)

Heute war alles anderes:

Harlekin wartete bereits im Flur auf mich. Ich schlenderte durch das Haus, um zu schauen wo die andern sind.

Nach dem Pfeifen eilte auch Nimoeh schnell herein. Azrael und Phex waren nicht zu sehen. Aber das einer mal etwas später kommt, weil er es vielleicht nicht gleich gehört hat oder einfach weg ist, kennen wir schon. Vorsorglich ging ich aber noch einmal ums Haus und rief und pfiff auch zur anderen Seite. Und wartete. Und wartete. Und wartete. Und wartete…

Schließlich fütterte ich die beiden anderen Samtpfoten und rief die anderen beiden noch einmal. Erfolglos.

Zugegeben, grade bei Azrael ist es bei diesen warmen Temperaturen normal mal eine Mahlzeit auszulassen. Aber Phex ist in letzter Zeit ein richtiger Gierlappen und kann gar nicht genug bekommen.

Erstmal eine Nachricht an Herrchen. Vielleicht hatten die beiden ihn heute morgen ein Stück begleitete. Antwort von Herrchen. Nein. Er hat sie heute auch noch nicht gesehen. – Und das war’s dann. Schon sprang mein biologischer Beschützer-, Mutter- oder was weiß ich was Komplex an! (Irgendwie bin ich immer erst beruhigt, wenn ich alle einmal am Tag gesehen habe.)

Das Tor stand offen! Hatte Herrchen es heute morgen eilig und es nicht wieder geschlossen? Aber ich hatte doch nachdem er weg war noch Geräusche gehört… definitiv das quietschen des Tores…

Kopfkino geh aus! Ich dreh gleich durch!

Das Tor war bestimmt von den Nachbarn, die zum Bäcker gingen…

Seit Stunden laufe ich alle paar Minuten durchs Haus, blicke aus den Fenstern und pfeife zur Tür heraus. Dabei immer das flaue Gefühl im Magen, auf der Straße einen Katzenkörper zu entdecken… Glücklicherweise ist dies bisher nicht geschehen!!!

Immer wieder drängt sich auch die Stimme unser Nachbarin in mein Ohr:

„Sie müssen auf die Katzen aufpassen. Hier sind schon oft welche verschwunden…“

Mein Herz rast und ich male wir die schlimmsten Ereignisse aus….

Vermutlich liegen nachher, wenn Herrchen von der Arbeit kommt, alle Katzen friedlich in der Sonne und schlummern den Schlaf der Gerechten. Nichts ahnend was Frauchen hier grade durchmacht.

Zumindest hoffe ich das …

Phex und Azrael

Phex und Azrael

Die Welt ist eine Scheibe!

~°~ Vorgeplänkel ~°~

Zu diesem Buch kam ich nur, weil ich bei meinem Schatz auf ihn wartete und meinen Roman durch hatte. So stöberte ich in seinem Bücherregal (ein hoch auf belesene Männer ;)) und griff zu einem der dünneren, aber ansprechenden Bände. Heraus kam dabei:

~°~ Das Buch ~°~

Terry Pratchett

Die Magie der Farben

Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt

(Sonderausgabe „25 Jahre Scheibenwelt“)

 

Verlag: Pieper

Erscheinungsjahr:2008

Seiten: 269

ISBN: 978-3-492-28627-5

 

 

~°~ Klappentext ~°~

Der Unglücksrabe Rincewind wird von einem mächtigen Zauberspruch befallen und muss deshalb die Unsichtbare Universität verlassen. Er dient sich dem ersten Touristen der Scheibenwelt als Fremdenführer an und zeigt ihm auf einer turbulenten Reise die flachste aller Welten …

(„Die Farben der Magie“ ist der Auftakt zu Terry Pratchetts beliebtem Scheibenweltzyklus.)

~°~ Eigen Nacherzählung ~°

Der Zauberer Rincewind ist eigentlich kein richtiger Zauberer, denn auf Grund einer riskanten Wette, flog er von der Unsichtbaren Universität. In Ankh-Morpork (der Stadt der Zauberer und Attentäter) trifft er auf Zweiblume, den ersten (und äußerst naiven) Touristen. Da auch ein unfähiger Zauberer seinen Lebensunterhalt irgendwie bestreiten muss, willigt Rincewind ein, den Reiseführer für ihn zu machen. Dumm nur, dass Zweiblume Abenteuer erleben möchte: Schlägereien, Entführungen, Hinrichtungen,… Natürlich nur als Zuschauer. Doch das Schicksal schleudert die beiden geradezu von einem Abenteuer ins nächste. – Als „Helden“.

Immer mit dabei ist eine Holztruhe auf mehreren Beinen, Zweiblums Reisebegleiterin. Wie Rincewind schnell feststellen muss, hat auch so eine intelligente Truhe ihren ganz eigenen Kopf…

Zusammen entdecken die drei die Scheibenwelt mit allen „Aaahs“ und „Oh-Oh’s“.

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

~ Cover ~

Bei dem mir vorliegenden Band handelt es sich um einen Sonderband, da die „Scheibenweltromane“ bereits ihr 25jähriges Debüt gefeiert haben. Entsprechend aufwendig ist es gestaltet:

Auf lilafarbenden Untergrund ist eine Schildkröte zu sehen. An sich nichts ungewöhnliches, würden auf ihrem Panzer nicht vier Elefanten nicht stehen und auf diesen wiederum eine Scheibe, um genau zu seine eine ganze Welt, ruhen würde. Was wir hier sehen ist die „Scheibenwelt“. Dazu später mehr. Ein paar Verschnörkelungen an den Ecken und ein Art Schild in dem sich der Name des Autors und der Titel befindet und fertig ist ein schönes Hardcover eines Fantasyromans.

Scheinbar fanden die Verleger es auch toll, denn zu dieser Sonderausgabe gibt es einen Aufkleber in Form von Groß-A-`Tuin dazu. Nette Idee.

~ Inhalt ~

„Dort kommt die Schildkröte Groß-A-`Tuin. Langsam schwimmt sie durch den interstellaren Ozean – Wasserstoffeis klebt an ihren mächtigen Beinen, und Meteore haben zahllose Krater im gewaltigen alten Panzer hinterlassen. Aus meeresgroßen tränenden Augen blickt er einzig und allein zum Ziel. … Für das Gewicht sind in erster Linie Berilia, Tubul, Groß-T´Phon und Jarakeen verantwortlich, die vier riesigen Elefanten, auf deren breiten Schultern die Scheibenwelt ruht. Ein langer Wasserfall schmückt ihren Rand, und darüber wölbt sich das himmelblaue Firmament.“ [S. 7]

So beginnt dieser Roman. Ich finde es super, dass man als Leser nicht einfach in diese skurrile Welt geworfen, sondern erst einmal eingeführt wird. Die Idee an sich, eine Welt durchs Al gleiten zu lassen, ist endlich mal etwas anderes und die Beschreibungen sind so verständlich, dass ich mir auch als absolute „Scheibenweltlaiein“ alles bildlich vorstellen konnte. Manches lag zwischen den Zeilen, so dass meine Fantasie bei diesen Stellen angeregt wurde. (Genau das was ich mir von einem (Fantasy-)Roman wünsche.)

Vielleicht trage ich auch einfach die acht Farbe in mir. 😉

„Es wurde bereits darauf hingewiesen: Wer imstande ist, das ferne Oktarin zu sehen – die achte Farbe, das Pigment der Phantasie -, kann Dinge wahrnehmen, die anderen verborgen bleiben.“ [S. 72]

Glücklicherweise hat der Autor nicht nur auf Fantasie, sondern auch stark auf Humor gesetzt. Alle paar Seiten musste ich mindestens schmunzeln. Mit Kleinigkeiten brachte mich Pratchett zum Lachen. Hier zwei Beispiele:

„Sein Begleiter war noch immer damit beschäftigt, sich zu nähern; er hatte eine besondere Methode des Reitens entwickelt, die es von ihm verlangte, in Abständen von einigen Sekunden aus dem Sattel zu fallen.“ [S. 14]

„Ymors reche Hand zu sein … Es war so, als werde man mit parfümierten Schnürsenkeln langsam zu Tode geprügelt.“ [S. 22]

Aber nicht nur Fantasie und Humor schafft der Autor zu erwecken. Er gibt sogar kleine philosophische Denkanstöße.

„Er wäre sicher noch weitaus beunruhigter gewesen, wenn er gewusst hätte, dass es sich nicht um den üblichen Scheibenwelt-Drehschwindel handelte, sondern um die rückwirkende Erinnerung an ein Ereignis, das in der Zukunft wartete und ihn so nachhaltig entsetzen würde, dass die Schwingungen der Furcht weit bis ins vergangene Leben zurückreichten.“ [S. 154]

Alles in allem ein sehr schöne abwechslungsreiche Mischung.

Auch die Touristengeschichte, die Zusammenführung der beiden und natürlich die intelligenten Truhe, sorgen für eine Mischung aus so ziemlich jedem Genre. (Super für alle die eine leichte Lektüre mit Spannung suchen.)

~ Schreibstil ~

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich finde das es auch durchaus für Jugendliche schon geeignet ist. Der Autor schreibt klar verständlich. Begriffe die der Scheibenwelt entspringen, werden erklärt. So lernt der Leser Stück für Stück die Welt kennen, auf der er sich dort bewegt.

Die Abenteuer die Rincewind und Zweiblume erleben geschehen Schlag auf Schlag. Rasant stürzen sie von einer Katastrophe in die andere, dennoch hat der Leser zwischendurch kurz Zeit Atem zu holen. Die Spannung bleibt so erhalten. Ich konnte gar nicht anders, als schnell umzublättern und weiter zu lesen.

Einziges Manko:

Auf Seite 13 gibt es eine Fußnote. Als Begründung fügt der Autor an, dass in dieser näher auf die Scheibenwelt eingegangen werden soll. Soweit, so gut. Ist ja auch nicht verkehr zu wissen in was für einer Welt man sich bewegt. Nur leider ist die Fußnote länger geworden, als der Romantext auf der Seite. Da die Schrift auch kleiner gehalten ist, fand ich es sehr mühsam zu lesen. Der Inhalt ist zwar sehr interessant, aber ich finde er hätte genauso gut, oder sogar noch besser, in den Roman selbst eingebaut werden können.

In diesem Fall muss ich schreiben, dass der Autor dies leider auch getan hat und zwar alle paar Kapitel lang. Ich weiß nicht, ob Pratchett der Meinung war, dass der Leser schnell ermüdet, unter mangelndem Erinnerungsvermögen leidet oder das Buch zwischenzeitlich einen längeren Zeitraum an die Seite legt. Aber irgendwann weiß wohl auch der Dümmste Leser, wie die Scheibenwelt aussieht.

Ebenfalls erfährt der Leser, dass Rincewind sich während seines Studiums auf eine Wette eingelassen hat. Sie erwies sich als fatal, denn einer der „großen Zaubersprüche“ hat sich in ihm verankert, weshalb er keine anderen Zaubersprüche mehr lernen kann. Leider erfährt der Leser auch das gefühlte zehnmal in diesem Roman…

Mich persönlich haben diese ständigen Widerholungen („Es ist eine Welt auf einer Schildkröte, auf der Elefanten, … blablabla“) schnell nur noch genervt.

~°~ Fazit ~°~

Die Geschichte um Rincewind und Zweiblume ist einfach und dennoch spannend. Viele kleine Stellen mit Denkanstößen und  philosophischen Fragen bewegen den Leser hier zum mitmachen. Der Humor kommt dank des lockeren Schreibstils nicht zu kurz und dank der schnellen Folge von – sehr unterschiedlichen – Schwierigkeiten in denen die beiden geraten, ist auch für eine Menge Spannung gesorgt. Verpackt ist das Ganze in einem schönen Cover und einen Aufkleber gibt es noch obendrauf.

Wer über die vielen Wiederholungen der Erklärungen hinwegsehen kann, bekommt hier ein humorvolles, spannendes und etwas anderes Fantasybuch.

DieFarbenDerMagie(Buch & Aufkleber)

DieFarbenDerMagie(ewig lange Fußnote)