Email für Dich [In Gedenken an Harlekin]

Dies ist die Email, die Harlekin am ersten Abend „alleine“ (mit meiner Hilfe) an sein Herrchen geschickt hat. (Zum lesen einfach auf das Bild klicken.)

Email

Harlekin-2011-08-02

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Ein gemeinsamer Tag, ein gemeinsamer Weg … [In Gedenken an Harlekin]

[Als Harlekin vor zwei Jahren zu mir zog, schrieb er die ersten zwei Tage ein Tagebuch. Diese Auszüge möchte ich hier veröffentlichen, denn die Erinnerung bleibt … ❤ ]

Mein 1.ster Tag

01. August 2011

Ein bisschen komisch war dass schon, in andere Umgebung aufzuwachen. Aber Herrchen und Frauchen waren da, so dass ich es einfach genossen habe die beiden für mich alleine zu haben. Nach dem Frühstück verabschiedeten sich die beiden von mir. Bei Herrchen habe ich mir da nicht viel gedacht, der blieb ja gestern auch. Frauchen hat noch angemerkt dass ich keinen Blödsinn machen soll. Also wirklich, also ob mir – MIR! – so etwas auch nur einfallen würde!

Dann waren sie auch schon weg und ich konnte mich in aller Ruhe in meinem neuen Zuhause umsehen. Ich habe im Wohnzimmer die Fensterbank erobert und mir die Sonne auf’s Fell scheinen lassen. Das einzige komische sind die lauten Geräusche. Also nicht dass ich da Angst hätte, aber ungewohnt ist das schon noch.

Nach einiger Zeit wurde mir das dann, so ganz alleine, doch ein wenig unheimlich und ich suchte mir ein schön kuscheliges Versteck.
Als Frauchen zurück kam suchte sie mich, aber mein Platz war so gut, dass sie fast keine Chance hatte mich zu finden. Ich habe dann gewartet bis sie sich umgedreht hat und bin, als wäre ich die ganze Zeit dortgewesen, an ihr vorbeigeschlendert um mein Leckerli zu fordern. (Habe ich von Herrchen auch immer bekommen, wenn er nach Hause kam, muss ich Frauchen gleich auch dazu erziehen! ;) )

Das Aufstehen hatte sich auch gelohnt! Frauchen kam mit gaaaanz vielen tollen Sachen für mich zurück: Einem schönen Napf, jeder Menge Futter und Leckerlis, Spielzeug, … Ich wusste gar nicht wo ich zuerst schnüffeln soll! Frauchen hat auch noch ein Brett an die Wand gemacht. Was das soll habe ich allerdings noch nicht rausgefunden. Vielleicht ja neumodische Deko? Menschen haben da ja einen sonderbaren Geschmack …

Gegen Abend habe ich Herrchen eine Email geschrieben und ihm erzählt wie gut es mir hier geht. Frauchen hat auch noch extra ein Foto von mir gemacht, das habe ich ihm geschickt. Ich hoffe er hat sich gefreut …

Später wollte Frauchen schlafen, doch da hatte sie die Rechnung ohne mich gemacht. Mit der Sisalmaus hatten wir nämlich noch gar nicht gespielt. Ich fand, wenn Frauchen zu müde zum weglaufen ist, ist das der ideale Zeitpunkt dafür! Natürlich habe ich auch bekommen was ich wollte: Frauchen hat die Maus immer wieder geworfen (und wenn nicht habe ich sie solange angestupst, bis sie es getan hat!) Sie hat gesagt an mir wäre ein Hund verloren gegangen, weil Katzen nicht apportieren würden. *Kopfschüttel* Was weiß die denn schon … ;)

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Wie die Liebe begann … [In Gedenken an Harlekin]

[Als Harlekin vor zwei Jahren zu mir zog, schrieb er die ersten zwei Tage ein Tagebuch. Diese Auszüge möchte ich hier veröffentlichen, denn die Erinnerung bleibt … ❤ ]

Die Ankunft

31. Juli 2011

Es war ein milder Sommertag, trotzdem war Herrchen heute irgendwie komisch. Eigentlich nicht nur heute, sondern schon die letzten Tage. Irgendwie bedrückt

Am Abend kam Frauchen vorbei. Dann ging alles ganz schnell. Die beiden packten alles mögliche ein – zum Schluss dann sogar mich! Das mochte ich so gar nicht. Herrchen hat mich ausgetrickst, indem er mich rückwärts in die Transportbox buxiert hat. Wir haben dann zu dritt die Wohnung verlassen. Ein paar Häuser weiter haben wir Puma, einen Mitkater, getroffen und Herrchen sagte: „Sag Tschüß!“. Ich hatte weder eine Ahnung wen, noch was er meinte. Ganz schnell waren wir an der Straße und warteten auf etwas, das die Menschen Straßenbahn nenne. Bis die kam war noch Zeit, so dass die Beiden sich noch hinsetzten. Fand ich total doof, ich konnte ja nicht weg. Am schlimmsten war zu sehen, wie sehr Herrchen litt. Ich habe die ganze Zeit versucht auf ihn einzureden, aber mein Gemautze half leider nicht viel. Frauchen hat gemeint ich würde einen längeren Urlaub machen und könnte ja jederzeit wieder zurück. Weiß gar nicht was das ist, Urlaub. Aber ich bin neugierig und will das mal ausprobieren.

In der Bahn habe ich weiter auf Herrchen eingeredet, war aber nicht so einfach, weil es da so laut war und ganz viele Menschen da waren. Das hat ganz schön geschaukelt in dem Korb. Als ich da wieder rauskam hat nichts mehr nach Katze gerochen,  von mir abgesehen natürlich. Ich habe mir ersteinmal das nächstbeste Versteck gesucht und mich ein wenig akklimatisiert. Dauerte auch nicht lange, die Neugierde war einfach zu stark. Schnell erkundete ich alles, mir gefiel was ich sah und ich beschloss mich erst mal zu putzen. Die Reise hatte mir mein Fell ganz schön durcheinander gebracht.

Herrchen nahm mich ganz oft auf den Arm, streichelte mich und sagte wieder etwas von Tschüß sagen. Ich glaube es hatte irgendwas mit mir zu tun, dass er so komisch war. Herrchen blieb dann die Nacht noch bei mir. Fand ich toll, denn da hatte ich vier Hände die mich streichelten und vier Beine an die ich mich legen konnte.

Ich bin auch ganz schnell eingeschlafen, dass war alles ein wenig viel. Mal sehen wie die nächsten Tage werden, bin schon ganz gespannt.

Harlekin

Der Alptraum beginnt erst mit dem Erwachen [Nachruf]

DER ALPTRAUM BEGINNT ERST MIT DEM ERWACHEN

Die Nacht vom Mo, den 23.09. auf dem Di, den 24.09. schlief ich mehr als unruhig. Ich hatte einen ganz komischen Traum: Ich träumte von meinem Kater und meiner Mutter. Bisher waren sie noch nie zusammen in einem Traum. Aber das komische war, dass sie mich drängte Harlekin abzugeben. Mit allen Mitteln. Sie war total versteift darauf und versuchte sogar ihn mir zu stehlen. Ich wachte auf. Ich brauchte einen Moment um zu begreifen, wo ich war und das es nur ein Traum war. Beruhigt wollte ich weiterschlafen, doch ein Geräusch was da einfach nicht hingehörte, lies mich nicht. Es klang wie Metall und kurzzeitig erwischte ich mich bei dem Gedanken, wer denn bei diesem Wetter schon Schnee schieben würde. Dann übermannte mich die Müdigkeit. Und ich träumte genau das gleich noch einmal: Meine Mutter die darauf drängte ich solle Harlekin abgeben. Mit einem Unterschied. Diesmal fragte ich sie nach dem Grund und sie antwortet: „Bevor ihm was passiert!“ Ich wachte auf.

Mit klopfendem Herzen ging ich durchs Haus, den üblichen morgendlichen Rundgang um allen einen „Guten Morgen“ zu wünschen. – Und mich zu beruhigen. Doch ausgerechnet meinen Kleinen konnte ich nirgends entdecken. Meine Stimme zitterte, als ich Miguel nach ihm fragte. Doch auch er hatte ihn an diesem Morgen noch nicht gesehen. Ich fühlte förmlich wie ich blass wurde. Kurze Zeit später rief ich die Katzen zum Frühstück. Harlekin blieb fern. Ich versuchte mir einzureden, dass er einfach ein Stück weiter weg ist und gleich kommen würde.

Und dann kam der Moment, der alles veränderte:

Es klingelte an der Haustür. Als ich öffnete stand dort ausgerechnet unsere Nachbarin. Ich dachte schon sie hätte wieder irgendwas zu meckern. Ich hätte sich alles besser verkraftet, als die Worte die aus ihrem Mund kamen:

„Heute Morgen ist hier eine Katze von der Polizei abgeholt worden. Sie ist überfahren worden. Ich wollte Ihnen nur bescheid sagen, falls sie eine vermissen. Eine schwarze war das.“ *dong* *dong* *dong* … In meinem Kopf hämmerte es nur noch. Erstaunlich sachlich, wie jemand der noch nicht begreift, was er da grade gehört hat, antwortete ich das wir tatsächlich eine schwarze Katze vermissen würden. Die Nachbarin sagte noch, dass es hier die Polizei in Blumenthal war und verschwand nachdem ich mich bedankt hatte.

Ich schloss die Tür und brach zusammen. Auf dem Boden saß ich, von Weinkrämpfen geschüttelt. Miguel kam fragend auf mich zu.

„Azrael?“ Kopfschütteln. „Harlekin?“ Nicken. „Was ist passiert?“ Ich war zu keiner Antwort fähig. „Was ist passiert?“ Schluchzen. „Was ist passiert?“ … Diese Frage klang immer verzweifelter… Irgendwann brachte ich einige abgehackte Sätze zustande und er begriff…

Ich bat Miguel zu telefoniert. Kein Wort hätte ich heraus gebracht. Zumindest keines, was jemand am anderen Ende der Leitung verstanden hätte. Und das tat Miguel. Wie ein Irrer diskutierte er mit Beamten, stellte Fragen und lies sich nicht abwimmeln. Doch die Suche nach dem „Unfallopfer“ sollte schwierig werden, denn die Polizeizentrale gibt keine Durchwahlen der Wachen raus. Im Telefonbuch oder Online bekommt man sie auch nicht.  Wie sollten wir denn aber nur wissen, an wen wir uns wenden müssen? Wir fanden drei Polizeiwachen in Blumenthal und entschieden uns dafür, bei der anzufangen, die die selbe Postleitzahl hat wie wir. Glücklicherweise waren wir dort nicht nur richtig, sondern auch die Streife von heute Morgen war vor Ort. Eine junge Polizistin bestätigte den schwarzen Kater. Sie sagte „Er war ganz schwarz“. Bei mir löste das natürlich den Griff nach dem Strohhalm aus: „Harlekin hat einen weißen Fleck auf der Brust!“ Sie erzählte uns wo wir das Tier finden würden und meinte es sollte wohl noch dort sein. Wir brachen sofort auf.

LEICHE IM KELLER

Endlich (!?) hatten wir den Recyclinghof erreicht. Je näher wir dem Tor kamen, desto schneller klopfte mein Herz. Ich hatte Angst. Miguel erwies sich als großer Bruder und riet mir davon ab, gleich in die Tüte zu sehen. Er könnte das für mich machen. Aber nein, ich MUSSTE das einfach selbst machen. Egal wie grausam das Bild auch sein mochte. Ich vertraue meinem Bruderherz, aber dennoch hätte ich immer den Gedanken gehabt: „Was wenn er mich angelogen hat, um mich zu schützen?“ Ich musste den Kater sehen. Einfach um Gewissheit zu haben. – Und was Miguel nicht wusste: Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Klang von kratzendem Metall auf Asphalt längst in meinem Kopf festgebrannt …

Der erste Schock ereilte mich als ich die „Halle“ sah: Einen Container. Der zweite als ich die „Kühlkammer“ sah: eine Gefriertruhe. Der dritte als ich die „Aufbewahrungsbehälter“ sah: Müllbeutel … Das tat so weh! In all diesen Beutel lagen Tiere, die vielleicht irgendjemanden hatten, der sie liebte. Lieblos und gestapelt. Das war einfach nicht richtig! Das IST es nicht!

Der Blick in die blaue Tüte. Miguel: „Das ist er!“ Mit dem letzten Fünkchen Hoffnung fragte ich: „Und der weiße Fleck?“. Doch leider sahen wir auch diesen und zusammen mit dem schmalen Gesicht, den spitzen Zähnen und den kleinen gold-grünen Katzenaugen, war es eindeutig. Dieser kleine gefrorene Kater war „my little sweatheart“…. :,(

Es ist unheimlich: Er sieht genauso aus, wie auf dem letzten Foto, welches ich von ihm geschossen hatte. Am Abend davor, beim Fressen. Genau so, mit der heraushängenden Zunge, den leicht verdrehten Augen und dem weit aufgerissenem Maul. Vielleicht ist es gut so. Kann ich ihn so doch in eben dieser Erinnerung behalten…

Ich habe „meinen Kleinen“ auf den Armen, den ganzen Weg nach Hause, getragen. Es war schwer, nicht nur körperlich. Aber es war wieder einer dieser Dinge bei denen man das Gefühl hat, sie einfach tun zu müssen.

Damit Harlekin erst einmal in „Sicherheit“ war, legte ich ihn in den Keller. Sicher nicht der schönste Ort und bei dem Gedanken an den … die Plastiktüte war mir erst recht nicht wohl. Ich konnte kaum erwarten ihn dort raus zu holen und würdevoller zur Ruhe zu betten.

NICHT EINMAL DER TOD IST UMSONST (ER KOSTET DAS LEBEN)

Meine Mutter beliebte nach dem Tod meines Vaters immer zu sagen, dass sie „funktionieren“ würde. Ich glaube in diesem Moment funktionierte ich auch einfach nur noch: Kaum Zuhause angekommen griff ich nach dem Telefon und wählte die Nummer des Tierfriedhofes. Es waren vielleicht grade drei Wochen vergangen, als ich den Link zu ihrer Homepage speicherte und Harlekin versprach das er dort seine letzte Ruhe finden würde. (Ich konnte nicht ahnen, wie schnell ich dieses Versprechen würde einlösen müssen!)

Nur leider konnte ich nicht ahnen, dass ich direkt bei bzw. vor der Bestattung zahlen müsste. Nun wäre das Geld nicht das Problem gewesen, aber leider der Zeitpunkt. Nachdem ich dann einen Termin für die Beisetzung organisiert hatte, brauchte ich nun auch das „nötige Kleingeld“. Glücklicherweise hat mein Bruderherz eine Bekannte, die mir aushalf. Ich selbst hätte sie wohl nie gefragt…

Das ausgerechnet zwei Menschen mir in schwerer Stunde beistehen würden, die mir – bisher- nicht sonderlich sympathisch sind, hätte mir nie träumen lassen.

LEICHENSCHMAUS

Am Abend kam mein Göttergatte vorbei. Ich hatte ihn darum gebeten. Allerdings wusste er nicht warum. Als er mich sah, gezeichnet von den Ereignissen des Tages, nahm er mich in den Arm und fragte vorsichtig: „Was ist jetzt schon wieder passiert?“ … Auch er konnte es nicht fassen, hatte er meinen „Harley“, wie er ihn liebevoll nannte, doch längst ins Herz geschlossen.

Hunger hatte ich keinen. Nicht einmal Appetit. Dennoch haben wir zu dritt einen Leichenschmaus veranstaltet. Natürlich (!?) gab es Rostbratwürstchen. Ja, manchmal hat auch sein Herrchen tolle Ideen. Da es sich um ein Abschiedsessen handelte, habe ich auch ein Würstchen mitgegessen. Es hatte einen fahlen Beigeschmack …

Ich habe den ganzen Abend mit dem Handtuch um die Schultern zugebracht und sogar mit dem Tuch geschlafen, damit es meinen Geruch annimmt. Immer wenn ich aufwachte stellte ich fest, das ich diese Handtuch mit meinem Körper wie einen Schatz umklammerte. Es ist mir kein einziges Mal entglitten. Vielleicht klingt es verrückt, aber ich wollte das Harlekin etwas vertrautes hat. Etwas das ihm beim Übergang hilft keine, oder zumindest nicht soviel, Angst zu haben.

ERSCHRECKENDE LOGIK

Aus Erfahrung weiß ich, dass es nicht besser wird, wenn man nichts isst. So habe ich mir zum Frühstück etwas reingezwängt. Doch dann hatte ich Harlekin vor Augen, wie er immer beim Frühstück auf unsere Schöße geschlichen ist, um dann (mehr oder weniger) heimlich etwas vom Tisch zu stibitzen. Bei den Erinnerungen dauerte es nicht lange und ich lag weinend in Ron’s Armen…

Am Mittag hatte ich ein wichtiges Gespräch. An dieses hatte ich bei der Terminabsprache mit dem Friedhof gar nicht mehr gedacht. Zum Glück dauerte es nur kurz, denn ich konnte mich kaum konzentrieren. Besonders die Fahrt dorthin lies mich immer wieder in Gedanken versinken, die mir Tränen in die Augen trieben.

Wieder zurück stand mir der schwerste Gang bevor: Harlekin musste für seinen letzten Spaziergang vorbereitet werden. Dafür musste er aus dem Sack herausgeholt und in das Handtuch eingewickelt werden. Ich hatte schreckliche Angst das er vielleicht auf der „falschen“ Seite liegen und ich nicht mehr auf sein Gesicht schauen würde. Auch wenn ich es mir nicht nehmen lies, diese „Balsamierung“ selbst durchzuführen, so stand Miguel doch an meiner Seite. Und dafür bin ich ihm sehr dankbar. Mit zitternden Händen schnitt ich den Sack auf – und war erleichtert, als ich in das freche Gesicht meines Kleinen blickte. Mit Logik, die mich in Anbetracht der Situation erstaunte, schaffte ich es ihn das Badetuch zu wickeln.

Das extra für ihn gebratene Rostbratwürstchen bekam er natürlich auch mit auf seine letzte Reise. Immerhin hat unser kleiner Schelm uns diese immer gebracht. Nun sollte er eine von uns bekommen. Ich steckte sie ihm zwischen die Pfoten. Er hielt sie sofort gut fest. Schätze die gibt er nicht wieder her. 😉

Erst wollten wir noch rote Rosen kaufen, doch dann kam mir in den Sinn das dies nicht persönlich genug wäre. In unserem Garten suchten wir die schönsten Blumen die wir finden konnten und schnitten sie ab. Es war eine Wahl des Herzens und somit waren diese Blümchen zu diesem Zeitpunkt vermutlich die schönsten der Welt, denn in ihnen steckte viel Liebe…

LETZTE RUHE

Ich habe es mir nicht nehmen lassen, Harlekin auf den Armen zum Tierfriedhof zu tragen. Es war mir egal wie es für andere aussah, dass ich ein Handtuch in ausstreckten Armen, umschlungen, durch die Straßen trug und mit ihm redete. Ich hatte Harlekin versprochen für ihn da zu sein. Bis zum Ende. Genau das tat ich.

Wir knieten an seinem Grab, schwelgten in Erinnerungen und wünschten ihn eine gute Reise. Keine Ahnung wie lange wir dort saßen, abwechselnd ins Grab und in den Himmel starrten. Miguel war der Erste, der die Blumen ins Grab legte. Es dauerte bis ich mich ebenfalls dazu überwinden konnte meinen kleinen Blumenstrauß auf Harlekin zu legen. Eine kleine Erinnerung an „seinen“ Garten. Für uns das Zeichen zum Aufbruch. Ich versprach bald wieder zu kommen und es ihm schön zu machen.

Auf dem Rückweg hielt ich die Mappe, die der Friedhofswärter mir gegeben hatte, fest an meine Brust gepresst. Ich brauchte irgendetwas an dem ich (mich) festhalten konnte – und dennoch: Meinen kleinen geliebten Kater dort liegen zu sehen, hatte etwas ungeheuer befreiendes. Ich hatte erwartet während der Beerdigung zusammen zu brechen, doch ich dachte an all die schönen Momente die ich mit dem „kleinen Stinker“ erleben durfte. Diese Erinnerungen zauberten mir ein Lächeln auf’s Gesicht. Und an eben diesen Erinnerungen werde ich mich festhalten. Meine Gefühle waren mehr als durcheinander. Wie aus heiterem Himmel sagte ich: „Irgendwie fühle ich mich schlecht, weil ich mich grade gut fühle.“ – „Ich hau‘ dich gleich!“ erwiderte Miguel. Darf man sich „gut“ fühlen, obwohl man grade jemanden beerdigt hat??? Diese Frage lässt mich immer noch nicht so ganz los.

Den Schlüssel zum Friedhofstor habe ich mit einem Gummiband an einem Duschring befestigt. An den zwei Dingen die er (nach uns = Frauchen + Herrchen) am meisten liebte. Gummiringe hat Harlekin sich gerne von Tischen „geklaut“. Die machen so tolle Bewegungen und man kann herrlich daran ziehen. (Überhaupt war er ein kleiner Gummifetishist:  Radiergummis, Gummischuhsohlen, … nichts war vor ihm sicher.) Duschringe hat er apportiert. Seine Vorliebe dafür fand ich irgendwann einmal durch Zufall raus. Mein Duschvorhang war heruntergefallen oder ich hatte ihn gewaschen, so genau weiß ich das nicht mehr. In jedem Fall nutzte Harlekin die Gelegenheit sich an dem Stapel Duschringen zu „vergreifen“ und fing an damit zu spielen. Ich warf einen dann einfach mal durch den Raum und siehe da: Mein kleiner Knuffel brachte ihn mir zurück. Seit diesem Zeitpunkt war dies sein Lieblingsspielzeug. 🙂 – Genau deswegen wird er auf seinem Grab einen Duschringbaum bekommen! Ich habe noch keine genau Vorstellung wie er mal aussehen wird, aber ich werde eine Möglichkeit finden. Ich habe es ihm versprochen. – Und ich halte meine Versprechen!

DAS SCHICKSAL HAT SCHWARZEN HUMOR

Anfang der Woche hatte ich meinen Kleinen Star für einen Fotowettbewerb (REWE Catwalk)  angemeldet. An diesem Abend, nachdem ich ihn zum Grabe getragen habe, kam die Email mit der Freischaltung. Welch Ironie.

Das letzte von Harlekin enstande Foto. Einen Abend bevor er von uns gehen musste...

Das letzte von Harlekin enstande Foto. Einen Abend bevor er von uns gehen musste…

schwarzer Humor des Schicksals ...

schwarzer Humor des Schicksals …

Drachenstark

Wolfgang Hohlbein [Hrsg.]

Flammenflügel

Fantastische Drachengeschichten

Verlag: cbj
Erscheinungsjahr: 2007
Seiten: 380
ISBN: 978-3-570-13340-8

~ Klappentext ~

Sie sind die faszinierendsten mythischen Wesen der Welt, magische Geschöpfe aus uralter Zeit, gefährlich und geheimnisvoll, segensreich und zerstörerisch. Unter der Herausgabe von Wolfgang Hohlbein beschwören Nina Blazond, Katja Brandis, Monika Felten, Peter und Florian Freund, Rald Isau, Kai Meyer, Ulrike Schweikert und Peter Schwindt die Drachen ihrer Fantasie.
Davon handelt das Buch:
Bei „Flammenflügel“ handelt es sich um eine Anthologie aus dem Genre Fantasy. Diverse Autoren haben hier Kurzgeschichten rund ums Thema Drache geschrieben. Gleich neunmal nimmt dieses Buch den Leser mit auf eine atemberaubende Reise in die Welt der mächtigen Fabelwesen.

~ Davon handeln die einzelnen Geschichten ~

~°~ Ulrike Schweikert – Reyvigur ~°~
Swironeer, ein männlicher Eisdrache, und Peramina, ein weiblicher Kupferdrache, paaren sich. Der Vater gibt dem Weibchen zu verstehen das er sich das Kind holen wird welches aus ihrer Begegnung entstand. Peramina gibt ihm zu verstehen das sie dieses auf keinen Fall zulassen wird. Es kommt zu einem Kampf bei dem Swironeer stark verletzt wird. Er spürt das er an seinen Wunden erliegen wird und schickte einen Jungen aus seiner Menschensippe aus ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er will sein Kind sehen. Svenrik hat keine andere Wahl als sich auf die Suche zu machen, denn wenn der Drache stirbt wird auch seine Sippe zu Grunde gehen. Nur ein neuer Drache kann das Überleben der Menschen sichern.

~°~ Kai Meyer – Komm, schweb mit mir, mein Amethyst ~°~
In der „Nacht des Drachen“ (Paarungszeit) schleichen sich ein Junge und ein Mädchen verbotenerweise außerhalb der Stadtmauern. Während des Liebesspiels verliert ein Drache eine Schuppe. Die beiden begeben sich auf die Suche danach.

~°~ Nina Blazon – Die Tombola ~°~
Im Dorf ist „Drachenwahl“. Alle 7-12 Jahre findet diese Wahl statt. Für die Jugendlichen stellt es eine harte Prüfung dar: Wer ein weißes Tuch zieht überlebt, wer ein rotes Tuch zieht muss sich dem Kampf gegen die Drachen stellen. Noch nie hat einer diesen Kampf überlebt.

~°~ Peter Schwindt – Drachenwinter ~°~
Marious ist schwer krank. Eines Tages sitzt plötzlich eine unbekannte Frau an seinem Bett die im unbedingt eine Geschichte vorlesen will. Wochen vergehen ehe er schließlich einwilligt und die Frau ihm die Geschichte vorliest. Eine Geschichte mit Folgen.

~°~ Peter und Florian Freund – DragonLand ~°~
Thomas fährt mit seinen Eltern in den Urlaub in eine abgelegene Berghütte. Am nächsten Morgen erhält er eine Email und der als langweilig befürchtete Urlaub wird aufregender als er sich hätte je träumen lassen.

~°~ Katja Brandis – Silberschatten ~°~
Auf der Suche nach einem Drachen kommt ein Prinz ins Dorf. Da Jesko bei seinen Ausflügen auf einen schlafenden Drachen gestoßen ist bietet er dem Prinzen seine Dienste an. Doch er begeht einen großen Fehler und muss fliehen.

~°~ Ralf Isau – Das versteinerte Herz ~°~
Jin hat es sich zur Aufgabe gemacht die Geschichte der Drachen zu klären: Sind die Legenden Wahrheit oder Fiktion? Bei ihrer Suche nach Antworten gerät sie in große Gefahr.

~°~ Monika Felten – Die Legende der weißen Drachen ~°~
Balthin hat einen schwarzen Drachen getötet, doch unvorsichtig wie er war hat er dessen Atmen eingesogen. Seine Seele ist vergiftet, die einzige Hoffnung besteht darin einen weißen Drachen um Hilfe zu bitten, so erzählt eine Kriegerin. Balthins Schwester begibt sich mit iher auf die Suche.

~°~ Wolfgang Hohlbein – Drachenträume ~°~
Temjuin ist der Sohn eines Khans. Einmal soll er die Nachfolge seines Vaters antreten, doch Temjuin hält nichts vom kämpfen. Als er nach mehrmonatiger Abwesenheit in sein Dorf zurückkehrt ist sein Vater entführt wurden. Damit ist Temjuin zum Kahn geworden und die Krieger des Dorfes verlangen eine Entscheidung.

~ Eindrücke ~

Schon äußerlich macht dieses Buch eine Menge her. Den Schutzumschlag ziert ein Drache der, ebenso wie der Titel, nicht nur ansehbar sondern auch fühlbar ist, denn beides ragt ein Stück hervor. Selbst wenn der Umschlag einmal verloren gehen sollte sieht das Buch in seinem glänzend grünen Einband noch edel aus.

Die Geschichten habe unterschiedliche Längen und unterschiedlichen Charakter. Eines jedoch ist bei allen gemeinsam: Beim lesen tauchte ich in eine andere Welt. Ich selbst fühlte mich als Heldin der Geschichten. Es war nicht dieses Gefühl daneben zu stehen, sondern die Gefühle und Begebenheiten am eigenen Leib zu spüren. Es war einfach ein tolles Gefühl – und selbst das klingeln des Telefons hat mich nicht zurück in meine Realität bringen können.

Es handelt sich hierbei um ein Kinder- und Jugendbuch das ab 10 Jahren empfohlen wird. Heutzutage sind zwar die „Kleinen“ schon sehr mit Gewalt vertraut und sollten meiner Meinung nach nicht vom „ernsten Leben“ ferngehalten werden. Doch teilweise empfand ich die Geschichten für Zehnjährige als noch nicht geeignet.
Ein gutes Beispiel ist z.B. „Das versteinerte Herz“. Die Geschichte leitet so ein: […] „Als Jin Ling sich mit einem Küchenmesser die Pulsadern öffnete, war sie neunzehn Jahre alt und der einsamste Mensch der Welt. Zumindest empfand sie ihre Lage so und nicht anders.“ […] Auch wenn Jin am Ende überlebt, so kommen doch immer wieder Selbstmordgedanken und –versuche auf.
Hier kommt es vermutlich auf das geistige Alter und den psychischen Zustand des jungen Lesers an, in wie weit man ihm diese Kost reichen kann. ;o)

Drachen sind ja bekanntlich weise und so sind die Geschichten erfüllt von ihren Ratschlägen, wenn auch meist, wie es sich für einen Drachen gehört in Rätseln. Ein schönes Beispiel aus „Drachenträume“: […] „Ein paar Kratzer und Schrammen heilen irgendwann. Ein genommenes Leben kommt nicht zurück. Aber manchmal verfolgt es den, der es genommen hat.“ […] Sämtliche Weisheiten haben für mich einen wahren Kern und regen, zumindest war es bei so, zum Nachdenken an.

Nicht immer gehen, wie der Leser vermuten könnte, die Geschichten gut aus. Dies sorgte bei mir für einen gelungenen Überraschungseffekt.

Positiv fiel mir auf das die Autoren nicht nur leicht verständlich und ausschmückend schreiben, sondern auch oft Jugendsprache benutzten. Besonders schmunzeln musste ich bei dieser Beschreibung aus „DragonLand“: […] „Der Mann erinnerte ihn eher an einen bekifften Brautmaulfrosch als an einen knallharten Geschäftsmann.“ […]

~°~ Fazit: ~°~
Ein Buch in edler Gestaltung mit Geschichten zum träumen und nachdenken. Hier wird spielerisch gelehrt das man Ängste überwinden kann in denen man sich ihnen stellt und das man nichts töten oder sich vor etwas fürchten muss, nur weil man es nicht kennt.
Kurz: Drachenstark!

Flammenflügel

Harlekin & der Eierkarton

Die Dosenöffner der Fellpfoten wissen es: Mit eigens für Katzen angefertigtem Spielzeug kann man das Herz der Samtpfote nicht gewinnen. Wer seine Katze kostengünstig beschäftigen möchte kann einfach einen Eierkarton nehmen, einige Leckerlis rein, Karton schließen und warten. Zumindest mein „schwarzer Teufel“ findet das zwischendurch mal ganz toll, denn es hilft gegen Langeweile und fördert die Geschicklichkeit. 🙂

Meeresrauschen & Kälteschauer

Wie fast nicht anders zu erwarten waren Ron und ich die ersten die wieder auf den Beinen waren. Mit Miguel war noch lange nicht zu rechnen und bei Ebu hätte es mich nach der letzten Nacht auch stark gewundert. Nach dem Frühstück beschlossen mein Göttergatte und ich ans Meer zu gehen und die Zweisamkeit zu genießen. Als ich grade einen Zettel schreiben wollte, kam Ebu aus seinem Zimmer. Erstaunlicherweise ziemlich fit. Wir überließen ihm seinen Schicksal und der Dusche und verschwanden.

Am Meer hatten wir mächtig Spaß. Wir erkundeten den Strand und natürlich auch das Meer. Wir bestiegen Stege (na gut, mehr Ron. Bei mir war die Angst zu groß…), malten im Sand, fanden Muscheln, Krebse und Sandburgen. Schließlich waren wir soweit das wir beim benachbarten Campingplatz ankamen. Dort erklommen wir eine hohe Treppe und hatten nach erfolgreicher Besteigung einen wundervollen Ausblick über das Meer. Irgendwann kam dann der Anteil meiner weiblichen Hormone durch: „Wollen wir langsam nach Hause!? … Ich muss mal….“ :/ So traten wir den Rückweg an.

Ebu saß wieder in der Sonne. Wie irgendwie fast immer mit Kaffee und Zigarette. (Von wegen die Brüder hätten nichts gemeinsam! DAS ist ein allzu gewohnter Anblick. *schmunzel*) Ebu verriet uns noch, dass er kalt geduscht hatte, weil das Wasser einfach nicht warm wurde. Aha! Genau das Problem hatten wir auch. Komisch.

Inzwischen war es Nachmittag. Miguel schlummerte noch immer. Ron und ich schnappten uns unsere Bücher und versuchten die Langeweile mit unseren Fantasywelten zu vertreiben.

Irgendwann kam dann mein Bruderherz aus seinem Alkoven gekrabbelt. Gemeinschaftlich beschlossen wir erst einmal dafür zu sorgen, dass wir inländisches Geld in der Tasche haben. So fuhren wir nach Nordborg. Um 16:15 Uhr waren wir dort. Wie wir feststellten schließt die Bank um 16:00 Uhr. Knapp verpasst. Auch bei der zweiten Bank hatten wir kein Glück. Geschlossen. Ebu belastete dann sein Konto und zog Geld am Automaten. Mit diesen Kronen schlenderten wir zum Netto. – Ja, tatsächlich gibt es diesen auch in Dänemark! Die Preise waren aber logischerweise in Kronen ausgezeichnet, was anfangs ein wenig irritierend war. Wir kauften die nötigsten Dinge: Brot, Getränke, Pizza. 😛

Wieder „Zuhause“ lies Ebu sich die Meeresbrise um die Ohren wehen, während Ron sich in Buch, Miguel ins Handy vertiefte und mich auf die Suche nach unserem Duschproblem machte. Im Esszimmer fand ich in der obersten Kommendschublade einen Stapel Anleitungen. Für die Dusche war nichts dabei, dafür fand ich eine fürs Klo! 😀 Pfiffig wie ich bin *hüstel* fand ich die Lösung aber dann auch ohne Anleitung: Der Wasserboiler war aus. Wie peinlich… ABER: Wir hatten endlich warmes Wasser. 😉

Nachdem ich meine häusliche Pflicht somit erfüllt hatte schnappte ich mir meinen Göttergatten und zerrte ihn in den Garten. Immerhin hatten wir einen Fußball dabei und ich hatte Tennisschläger im Spielhaus gefunden. Tennis haben wir ziemlich schnell aufgegeben. Beim Fußball habe ich ihn geschlagen! 😀

Der Abend klang dann sehr gemütlich aus: Mit Pizza vorm TV. Was wir geguckt haben weiß ich nicht mehr so ganz genau. Ich glaube irgendeine Actionkomödie. Born to be wild!? Ich war die erste die wach war und auch die erste, die wieder auf ihr Lager krabbelte.