Adoptionsverfahren geglückt!

Es ist grade einmal vier Tage her als ich las wie Magda (Eine BG-Userin) schweren Herzens einige Bücher zur Adoption freigab. Ich rang kurz mit mir, denn mein SUB schießt unaufhörlich in die Höhe. Doch dann sagte ich zu mir: „Hey, es sind Bücher! B-Ü-C-H-E-R!“ Allein dieses Wort (B-U-C-H) löst bei mir ein kleines Glücksgefühl aus. (Vermutlich verstehen das nur Liebhaber der selbigen.)

Es waren soooo viele…. Ganze zehn (in Zahlen: 10)! Romane sollten eine neue Heimat finden. Leider konnte ich nicht alle aufnehmen. Ich stellte einen Adoptionsantrag für drei von ihnen. Sie sollten Asyl bei mir bekommen. Ich hatte Glück.

Heute Morgen trafen sie, eingebettet in kuscheliges Zeitungspapier bei mir ein. Begleitet wurden sie dabei von einem lustigen Lesezeichen (eine Büchereule, was sonst ;)) und einem liebevoll formulierten Brief. (In super schöner Handschrift!)

Selbstverstädnlich habe ich sie gebührend empfangen. Nun erholen sie sich erst einmal von der Reise und betrachten aus der Ferne ihre neuen Gefährten. Bald schon werden sie die anderen Bücher, in all ihrer literarischen Vielfalt, kennen lernen und mit mir auf spannende und humorvolle Lesereisen gehen.

Ich danke dir Magda! ❤

Bücher

Dafür gibt’s doch sicher auch ’ne App! [Rezension]

Heute möchte ich euch etwas ganz besonderes vorstellen, nämlich ein sogenanntes „Smartbook“. Noch nie gehört? So ging es mir auch, bis ein Freund sich eine Spaß daraus machte:

Es ist inzwischen einige Monate her, als ich dann auch endlich mal mein erstes Smartphone in den Händen hielt. Wie so viele „Beginner“, wollte ich dann am liebsten alles per Smartphone machen: Musik hören, lesen, spielen, chatten, fotografieren … Ich war total fasziniert von den vielen Möglichkeiten. Da etablierte sich schnell der Spruch „Dafür gibt’s doch bestimmt ’ne App.“ Da ich nun auch sehr gerne und viel lese, dachte ein Freund sich eben genau das zu Nutze zu machen und schenkte mir das „Smartbook“.

Ein Smartbook ist eine Mischung aus Smartphone und Buch, daher der Name. Man kann damit fast alles machen, wie mit einem Smartphone. Nur das es sich eben um ein Buch aus Papier, mit ganz normalen Seiten handelt. Na ja, SO normal sind die Seiten vielleicht auch wieder nicht…

Aber seht selbst:

~°~ Das „Buch“ ~°~

Marcel-André Casasola Merkle & Agnes Lison

SMARTBOOK

Süddeutsche Zeitung Edition

ISBN: 978-3-86497-024-5

Seiten: 191

~°~ Design / Handlichkeit ~°~

Mit einer Größe von ca. 11,5 x 17,5 x 1,5 cm ist dieses Smartbook recht groß und daher nicht unbedingt für die Hosentasche geeignet. In eine große Jackentasche oder eine Handtasche passt es aber allemal. Zum Telefonieren ist es fast zu unhandlich. Ich kann das Smartbook grade so in der Handfläche halten und es mit meinen Fingern umschließen.

Optisch macht es einiges her:

Das Cover wirkt schlicht und doch edel. Es dominieren dunkle Farben, die nur durch farbige aber dezent gehaltene Icons aufgelockert werden. Der Schnitt ist in einem schimmernden Silber gehalten.

~°~ Inbetriebnahme ~°~

Kaum geöffnet erscheint das „Lockscreeen“, der Anmeldebildschirm.

Wie auch bei einem richtigen Smartphone muss hier erst das Passwort eingegeben werden. Bevor ihr weiterlesen könnt, also bitte HIER _ _ _ _ das vierstellige Passwort eingeben!

(Kleiner Hinweis: Es handelt sich dabei um das meistgenutzte Passwort.)

Super! Ihr habt euch erfolgreich eingeloggt.

Aber was ist das? Noch gesperrt? Mhhh… Ah, da steht es ja: Zum Lesen bitte umblättern!

Und da sehen wir es auch schon: Eine Übersicht aller installierten Aps (32 an der Zahl), auch Inhaltsverzeichnis genannt. Auf den ersten Blick scheint alles wichtige dabei zu sein. Sehr gut.

Um nun wirklich richtig loslegen zu können müssen wir erst einmal die Grundeinstellungen vornehmen.

Ganz wichtig heutzutage: Es besteht die Möglichkeit Daten zu verschlüsseln! In diesem Fall gibt es einen Codegenerator, welcher sich individuell einstellen lässt. Wichtig, wichtig. Ihr wisst ja, die Geheimdienste lesen mit.

~°~ Funktionen ~°~

~ Nachrichten ~

Was wäre ein Handy ähm Entschuldigung, Smartphone, wenn man damit keine Nachrichten verschicken kann? Wie gut das es auch mit dem Smartbook geht. Einfach den Papierflieger ausschneiden, Nachricht drauf schreiben, falten und fliegen lassen. Leider ist dieses System nicht ganz so zuverlässig, denn je nach Talent des Absenders und anderen Umständen wie z.B. dem Luftwiederstand kann die Nachricht beim falschen Empfänger landen. Daher Vorsicht!

~ Telefon ~

Es gibt sie noch: Mobiltelefone mit denen man telefonieren kann! So wie dieses.

Dazu einfach die „Tastatur“ an der geriffelten Linie ausschneiden, ausziehen, das Smartbook schließen und die Nachricht lostrommeln. (Das Buch dient dabei als Resonanzkörper.) Funktioniert wie das Morsealphabet. Einfach und genial. (Allerdings nicht unbedingt Abhörsicher.)

~ Email ~

Ohne geht in der heutigen Zeit ja leider nichts. Hier gibt es auch gleiche eine E-Karte für den Geburtstag mit. Genial für allen denen immer kein passender Text einfällt: Einfach nicht zutreffendes Streichen und den Namen des Geburtstagskindes ergänzen. Fertig.

Das gleiche gibt es für einen Liebesbrief, sowie eine Urlaubskarte. Bei letzterem habt ihr sogar die Möglichkeit ein Motiv auszuwählen. Eurer nächstes Urlaubsziel sollte demnach Bitterfeld, Bergdorf, die Karibik oder die Sarah sein. Eine Standartkarte gibt es nämlich nicht.

~ Wetter ~

Natürlich sollte man, grade für die Urlaubsplanung oder das romantische date, auch die Wetterprognose kennen. Laut der Wetterapp beträgt die Durschnittstemperatur in Deutschland für November 3,4°C. *bibber* Also demnächst warm anziehen!

Für Sonne und Regen gibt es eine kleine Übersicht mit Weisheiten. Beispiel: „Tau am Morgen bringt klaren Himmel“ oder „Fällt der Luftdruck, naht ein Unwetter.“

~ Karten / Navigation ~

Geben wir es doch endlich zu: Die meisten von uns sind in der modernen Zeit viel zu faul noch eine Karte zu lesen! Das dachten sich auch die „Entwickler“ vom Smartbook und haben gleich mal einen Routenplaner beigelegt. Damit es schneller geht sind hier bereits Routen wie von „Elend“ nach „Sorge“ und von „Küche“ nach „Bad“ voreingestellt. Von Lissabon nach New York sind es, nach Angabe des Routenplaners“ übrigens 5429 Kilometer, die man mit dem Jetski in 33 Tagen zurück legen kann.

Wer lieber „auf gut dünken“ losziehen möchte, für den gibt es auch einen Kompass. Die Orientierung erfolgt hier an Hand von Regeln, wie z.B.: „Bei alten Kirchen zeigt der Kirchturm in der Regel nach Westen“.

In einer Deutschlandkarte lassen sich besuchte Standorte markieren.

~ Squareforum ~

Hierbei handelt es sich um ein standortbezogenes soziales Netzwerk. Um sich mit anderen Usern auszutauschen kann man hier kleine quadratische Aufstellschilder ausschneiden und so Informationen hinterlassen, z.B: „Stammlokal“ oder „Hier gibt es nichts zu sehen.“

~ Uhr ~

Damit der User von heute auch weiß das es Zeit ist, besteht die Möglichkeit sich eine (oder besser gleich mehrere) Uhren zu basteln. Sonnenuhren um genau zu sein. Vorgegeben sind hier Berlin, Hamburg, München und Köln. Außerdem noch eine Sternenuhr, sowie Weltuhren.

~ Kalender ~

Im Jahreskalender (monatliche Übersicht) sind Feiertage wie z.B. der „Weltnichtstag“ (16. Januar) und der „Deutsche Tag der Suppe“ (19. November) verzeichnet. Wirklich sehr interessant!

~ Spiele ~

Was wäre ein Smartphone ohne Spiele??? Gegen die Langweile zwischendurch könnt ihr euch hier „Angry Nerds“ (Anspielung verstanden? ;)) zusammen basteln. Ziel des Spiels ist es, in möglichst wenig Versuchen, die Papierflaschen umzuwerfen.

Eine Highscore in der jeder Spieler sein Ergebnis eintragen kann gibt es selbstverständlich auch.

Lustige Idee. Die sicher in der Kneipe oder im Café zu irritierten Blicken führt.

Für alle die es etwas gemütlicher mögen gibt es das klassische „Tic Tac Toe“. Praktischerweise kann man hier auch gegen eine „Maschine“ spielen. (Einige Felder sind schlicht bereits ausgefüllt.)

Doch lieber etwas kniffeliges? Kein Problem. Dafür hält das das Smartook „Sudoko“ in verschiedene Schwierigkeitsstufen parat.

~ Kiosk ~

Hier gibt es, wie könnte es anders sein, ein Probeabo (14 Tage) der Süddeutschen Zeitung. Kleines Manko: Dafür muss man leider „echt“ online gehen oder eine „echte“ Karte schicken. 😉

~ Ebooks ~

Hier gibt es die Kurzgeschichte „Wie ich den Weihnachtsmann um die Ecke brachte“. Überaus amüsant und gut für zwischendurch.

Wer lieber eine echte Herausforderung möchte, kann sich bei dem Adventuere „Die fantastische Reise zur Seite 184 des Smartbooks“ austoben. Es handelt sich dabei um eine Mitmachgeschichte. (Wie diese Bücher, bei denen man würfelt oder sich entscheiden muss ob man die Treppe hinauf oder herunter steigt). Spannend und lustig zugleich.

~ Suchmaschine ~

Die enthaltene Suchmaschine gibt Antworten auf einige gängigen Fragen. Beispiel: „Suchen Sie die große Liebe?“ – Mögliche Antwort: „Rund ein Drittel aller Deutschen sind Singles. Viel Glück!“

Wer dort keine Antwort findet kann sich eine „Entscheidungshilfe“ (einen Papierwürfel) basteln. Einfach eine Ja-Nein-Frage stellen, würfeln und in der beigefügten Tabelle nach der Bedeutung sehen.

Beispiel: 1 – Haha! Niemals. Wie kommst du nur darauf? 4 – Natürlich. Besonders montags, freitags und feiertags.

~ Fotos ~

Natürlich möchte man schöne oder auch kuriose Momente im Bild festhalten. Selbstverständlich verfügt das Smartbook über eine Kamera. Allerdings muss diese noch selbst zusammen gebastelt werden. Hat man fleißig Fotos geschossen, kann man diese in einem der vier Alben (Mond, Ägypten, Paris, New York City) abspeichern.

~ Notizen ~

Damit ihr auch schnell was notieren könnt bietet das Smartbook „Platz für Notizen“ und „Weniger Platz für Notizen“. Je nachdem wie viel ihr schreiben wollt, hier findet ihr die passende App.

~ Musik ~

So ein Smartbook ohne trällernde Töne wäre nur schwer vorstellbar, oder? Genau deswegen gibt es einige Noten nach denen IHR selbst Geräusche von euch geben könnt. An Musikauswahl hätten wir da z.B. „Hey no, spann den Wagen an!“ und „ Yellow Duckmarine“.

~ Übersetzer ~

Leider (?) sprechen wir ja nicht alle eine Sprache. Damit wir uns aber dennoch miteinander verständigen können verfügt das Smartbook über einen „Translater“ für „deutsch-englisch“ in diversen Situatioen (Am Buffet, am Flughafen, in der Disco, in der Zeitmaschine). Allerdings sollte der Anwender sich nicht unbedingt darauf verlassen, verstanden zu werden.

[Auszug:Am Buffet]: Deutsch: Dosenwurst auch? Englische Übersetzung: Doesn’t it work?

~ Rechner ~

Dieser ist in Form eines Rechenschiebers (muss natürlich vor der ersten Anwendung zusammen gebastelt werden) vorhanden.

~ Sprachsteuerung ~

Um diese zu nutzen einfach das Smartbook an euer halten und laut und deutlich eure Aussage formulieren. (Falls ihr das in der Öffentlichkeit macht, solltet ihr einen Freund bitten mit der Kamera des Smartbooks ein Foto von euch zu machen! ;))

Einige Dinge versteht das Smartbook sogar und antwortet. (Allerdings nur in Textform.) Beispiel:

„Ich habe folgendes verstanden: Wo finde ich die nächste Buchhandlung? Die nächste Buchhandlung befindet sich auf Seite 078.“

~ Lexikon ~

Die wichtigsten Begriffe von Aa-Zz kurz erklärt. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk.

„Talkshow: Vehikel, um Bücher (siehe Buch) zu promoten.“

„Buch: Papiergebundener Informationsspeicher ohne direkten Schreibzugriff zur Fixierung geringer Datenmengen im Kilobyte-Bereich. Die Bedienung erfolgt über ein Touch-Interface mit Haptik-Feedback, wichtige Stellen können mit Eselsohren markiert werden. Buchveröffentlichungen führen gelegentlich zu Einladungen in Talkshows (siehe Talkshow).“

Ich als Büchersammler- und Liebhaberin lege hier bei den Eselsohren allerdings ganz stark veto ein! 😉

~ To Do Listen ~

Damit ihr auch wirklich nichts vergesst gibt es eine Reihe diverser Listen, die nach Wichtigkeit sotiert sind. Von „Sofort“ über „Noch dieses Jahr“ bis zu „Lebensziele“ kann angekreuzt und hinzugefügt werden, was eben noch zu erledigen ist.

Beispiel: „Wenn dann mal Zeit ist: Goldbachsche Vermutung beweisen“

~ Malprogramm ~

Wer von euch kreativ tätig werden möchte, kann das enthaltene Malprogramm nutzen. Keine Sorge, es ist ganz einfach und nach Schwierigkeitsstufen gegliedert. (Einfach Punkte miteinander verbinden. Je schwieriger, desto mehr Punkte sind vorhanden.)

~ Kontakte ~

Wie es sich für ein Smartbook gehört können natürlich auch Kontakte hinzugefügt werden. Wie auf den meisten Onlineplattformen kann ein Foto zugefügt (eingeklebt) und der Beziehungs- bzw. Verwandtschaftsstatus angegeben werden. Selbstverständlich auch solche „Kleinigkeiten“ wie z.B. die Telefonnummer.

~ Avatar ~

Wer online ist braucht natürlich auch, eher früher als später, ein Avatar. Aus sieben verschiedenen Hauptcharakteren lassen sich hier beliebig-witzige Kombinationen basteln. Da dürfte wohl für jeden etwas darunter sein.

~ Zwitschern ~

Mit so einem Smartbook erlebt man viel. Das möchte man natürlich mitteilen, am besten sofort. Genau dafür gibt es ja „Zwitscher“. Damit stehen euch 140 Zeichen für das analoge Microbloggen zur Verfügung.

~ Taschenlampe ~

Um auch im Dunkeln etwas zu sehen braucht man natürlich Licht. Hat jemand ein Streichholz und einen Feuerlöscher parat? Super, dann basteln wir uns eine Taschenlampe! Das geht einfach indem wir die Seite raus reißen, sie zu einer Röhre rollen und anzünden. Schön hell, oder?

(Ja, es steht genau so in dem Smartbook! Allerdings ist auch der Sicherheitshinweis, dass Feuer gefährlich ist und man nur fort fahren soll, wenn man über 18 Jahre alt ist beigefügt.)

~°~ Akkuleistung ~°~

Wie es sich für ein echtes Smartbook gehört geht, so ungern es der User hat, der Akku irgendwann zu Ende. Zu sehen ist das an der (mit zunehmender Seitenzahl schwindender) Akkuanzeige. Glücklicherweise lässt sich der Akku in Sekundenschnelle wieder aufladen. Dazu einfach das Smartbook wieder vorne aufschlagen. Das nenne ich Ladetechnik der neuesten Generation! 😀

Die Akkuanzeige dient, ebenso wie der Empfangsbalken daneben, übrigens auch gleich als Video (Daumenkino). Damit dürfte dieses Smartbook alles haben, was man / Frau so braucht.

~°~ Fazit ~°~

So, nun ist der Akku leer und mein Bericht zu Ende.

Dieses Buch äh „Smartphone der anderen Art“ ist einfach nur genial. Als Büchersammlerin habe ich es allerdings NICHT zerschnitten oder beschrieben. (Aber ich könnte, wenn ich wollte. ;)) Dennoch: Hier gibt es für so ziemlich alles eine App und genau das war ja auch der Anstoß, wie dieses Büchlein zu mir kam. Eine geniale Idee und ein sehr „cooles“ (und witziges) Geschenk. 🙂

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Weihnachtsbräuche neu entdecken (DYS)

Warum ein Grinch Weihnachtsdeko bastelt

Wie meine treuen Stammleser wissen habe ich nicht viel mit Weihnachten, oder wie ich es liebevoll nenne dem „Fest der Heuchelei“ am Hut. Um so mehr wird es euch wundern, wenn ich schreibe: Ich habe soeben Weihnachtsdekoration gebastelt. Nein, keine Sorge ich bin nicht krank. (Zumindest nicht mehr als sonst!)

Hintergrund ist der: Ich wurde für einen Produkttest ausgewählt den Ferrero zusammen mit dem „Lisa Freundeskreis“ veranstaltet. Die Spezialitäten zu essen und darüber zu berichten wäre nun einfach und würde mir sehr entgegenkommen, denn ich liebe diesen ganzen Ferrero Kram. (Bis auf Mon Chery. Aber für die hat mein Mitbewohner sich bereit erklärt sich zu opfern und sie hingebungsvoll zu verschlingen. ;))

Nun handelt es sich aber um einen Krativ-Wettbewerb. Bedeutet soviel wie: Erst basteln, dann naschen. Da ich liebend gerne bastele und dekoriere soll dieses kein allzu großes Problem darstellen. Das es, für mich als Grinch, nun ausgerechnet das Thema Weihnachten hat sehe ich als Herausforderung.

Damit ihr nicht immer nur Rezensionen oder Katzengeschichten zu lesen bekommt, möchte ich an meinen kreativen Ideen teilhaben lassen – und natürlich zum nachmachen animieren.

„Weihnachtsbräuche neu entdecken“

~°~ Ferrero-Weihnachtsteller ~°~

Wer kennt ihn nicht den „bunten Teller“, der ab Heilig Abend unter dem Weihnachtsbaum steht? Voller bunter glitzernder Süßigkeiten und oft auch Nüssen und Clementinen lockt er Klein und groß zum Zugreifen. Auch ich bin mit so einem Teller (okay, bei uns waren es immer mehrere^^) aufgewachsen. Hübsch gestaltet ist er zudem eine schöne Dekoration auf dem Stubentisch. In wenigen Minuten fertig:

Ihr benötigt:

1 (möglichste tiefen) Teller

1 (Papier-)Serviette

1 Rosette

1 Stück Perlenschnur (Gibt es im Bastelladen.)

diverse Ferrero-Spezialitäten (Anzahl je nach Größe des Tellers)

Stellt den Teller auf einen flachen Untergrund, am besten direkt dorthin wo er später stehen soll. (Bei uns ist es eine Ecke des Wohnzimmertisches.) Faltet die Serviette auseinander und legt sie flach hinein. Nun drapiert ihr die Perlenschnur um den Teller. Lasst dabei ruhig das ein oder andere Ende über den Rand hängen. Nun verteilt die Süßigkeiten im Teller. Wie es euch beliebt entweder sortiert oder gemischt. Ich finde letzteres schöner. Stapelt ruhig ein wenig in die Höhe, damit der Teller schön voll aussieht. Zum Schluss noch die Rosette in eine Ecke der herausluckenden Serviette. Fertig.

WeihnachtstellerKombi

Wissenswertes:

Der Brauch für jedes Familienmitglied einen Weihnachtsteller zu bescheren ist in Deutschland schon lange verbreitet, wobei die Zutaten sich verändert haben. Früher dürfte der Anteil an Äpfeln, Nüssen, Dörrobst und Apfelsinen erheblich höher gewesen sein. Speziell zu diesem Anlass hergestellte Weihnachtsteller mit festlichen und christlichen Motiven, sind aber als erstes in Dänemark Ende des 19.Jahrhunderts aufgetaucht. Dort war es üblich Hausangestellten zum Heiligen Abend einen gut gefüllten Teller zu überreichen.

[Quelle: evangelisch.de]

~°~ Ferrero Adventskalender ~°~

Etwas aufwendiger, aber auch schick anzusehen ist der Adventskalender. Damit versüßt ihr euch (oder euren Lieben) das Warten auf Weihnachten. Meine Mama hat den für mich früher immer selbst gebastelt oder genäht. Ich bekam jahrelang irgendeinen anderen. Mit Liebe gemacht und gefüllt. ❤

Ihr benötigt:

1 Ast (Alternativ könnt ihr auch einen Kochlöffel nehmen)

Kräuselband in verschiedenen Farben

1 Rosette

23 (einzelne) Ferrero-Spezialitäten

1 „Riegel“ Rocher (oder eure Lieblingssorte)

1 großen + 23 kleine Papiersterne

doppelseitiges Klebeband (Alternativ Klebefilm)

außerdem: Schere, Stift, Geduld

Am besten hängt ihr den Ast schon mal auf. (Ich fand das beim bestücken am einfachsten. Ihr könnt das natürlich auch mit liegendem Ast machen.) Nun bindet ihr in etwas Abstand drei lange Streifen des (ungekräuselten) Bandes an ihm fest.

Anschließend kommt ein bisschen Fummelarbeit, denn die Leckereien sollen ja auch gut aussehen. Dafür die ein oder andere Schleife um eine Praline binden. Die Rosette kommt auf den Rocher-Riegel.

Die Süßigkeiten befestigt ihr nun  mit Klebepunkten (aus dem doppelseitigem Klebeband) an den Schnüren. (Tipp: Wenn ihr Raffaello verwendet könnt ihr oben durch die Folie prima ein Band ziehen. Vorsicht bei Rocher. Die sind sehr schwer und fallen schnell wieder ab.) Ob ihr die Pralinen nach einem bestimmten System anordnet bleibt euch überlassen. Ich finde es Querbeet schöner.

Auf die Sterne schreibt ihr nun die Zahlen (1.-24.), wobei der größte Stern natürlich für den 24. reserviert ist. Auch hier wieder doppelseitiges Klebeband nehmen und diese auf bzw. an  die Pralinen kleben. Der größte Stern kommt auf den Riegel.

Fertig.

Adventskalender1

Wissenswertes:

Zunächst war der Adventskalender vor allem Zählhilfe und Zeitmesser. Die eigentlichen Ursprünge lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen; der erste selbstgebastelte Adventskalender stammt vermutlich aus dem Jahr 1851. Die ersten Formen kamen aus dem protestantischen Umfeld. So hängten religiöse Familien nach und nach 24 Bilder an die Wand. Einfacher war eine Variante mit 24 an die Wand oder Tür gemalten Kreidestrichen, bei der die Kinder täglich einen Strich wegwischen durften. Oder es wurden Strohhalme in eine Krippe gelegt, für jeden Tag einer, bis zum Heiligen Abend.

[Quelle: Wikipedia]

Ein Traum-Duo wird wieder zusammen geführt <3

Anfang des Jahres hatten Harlekin und ich an einem Prinzenrollewettbewerb teilgenommen und wurden ausgewählt. Unser Foto wird auf den Prinzenrolle-Duopacks zu sehen sein. (Ich berichtete.)Grade lies de Beukelaer verlauten das es in den nächsten Tagen soweit ist. Mich traf das grade wie ein Schlag. Ich wusste es ja und ich freute mich auch darauf, doch jetzt wo es bovorsteht und Harlekin nicht bei mir ist hat es einen trüben Beigeschmack…

Wie ich mich fühle? Durcheinander. Schwermütig. Traurig.

Prinzenrolle

An den Abgründen der menschlichen Seele

Marc Raabe

Der Schock

Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 395
ISBN: 3548285244

~°~ Klappentext ~°~

Bei einem Unwetter an der Cote d’Azur begegnet Laura Bjely ihrem schlimmsten Alptraum. Ihr Freund Jan findet später nur noch ihr Smartphone – mit einem verstörenden Film im Speicher. Kurz darauf wird in Berlin die Leiche von Jans Nachbarin entdeckt. Auf ihrer Stirn steht eine blutige Nachricht. Allen Warnungen zum Trotz sucht Jan weiter nach Laura. Dabei stößt er auf einen Abgrund aus Wahnsinn und Bösartigkeit.

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

„Froggy“ wird in der Schule gehänselt. Sein Leben ist ohnehin nicht einfach, denn er leidet an Albinismus. Seine Mutter will eben dieses verbergen, so dass ihr Sohn nicht ungeschminkt das Haus verlassen darf. Da das MakeUp nicht alles aushält, darf er auch bald außer Haus nicht mehr toben oder gar essen.

Dies erfährt der Leser aus dem Prolog und damit wurde bei mir auch sofort eine Mischung aus Mitleid und Verständnis geweckt. Was für ein Leben für Kind! Das er geschminkt wird kann ja durchaus noch etwas gutes haben, nämlich das keiner seinen Albinismus bemerkt und er somit eben nicht gehänselt wird. Aber das er sonst nichts darf, stets aufpassen muss,… Ein kleiner Junge der nicht toben darf? Das ist keine schöne Kindheit und das seine Mutter ihn so versteckt muss irgendwann Störungen und Neurosen bei Fjodor auslösen. Wirklich sehr traurig, aber auch ein sehr schönes Beispiel was „falsche“ Erziehung anrichten kann.

Sehr schön finde ich das sich der Autor hier mit dem Thema Albinismus, ebenso wie über die Zwangsstörungen wirklich sehr gut informiert hat. Fachbegriffe werden so erklärt, dass sie jeder verstehen kann uns auch die Hintergründe (Wieso macht der Täter genau das, was er eben macht.) sind sehr gut ausgearbeitet. So lernt der Leser auch gleich noch etwas während er in einem spannenden Roman versinkt.

Auch Jan hat es nicht leicht, denn er ist mit einem Feuermal gezeichnet. Dennoch hat es ihn nicht davon abgehalten Psychologie zu studieren. Durch ihn erfährt der Täter oft die Hintergründe, denn wie es sich für ein Psychologenklischee gehört, hat Jan den Drang immer alles zu analysieren.

Mit einigen Freunden möchte Jan an der Cote d’Azur ein paar schöne Tage verbringen. Doch dann verschwindet plötzlich Laura, seine Jugendliebe. Er macht sich große Sorgen und begibt sich auf die Suche, diese führt ihn zurück nach Deutschland. Doch kaum dort angekommen wird er von der Polizei gesucht und befindet sich mitten in den psychischen Abgründen eines psychisch Gestörten.

Der Leser bekommt hier Einblick in drei verschiedene Personen (physisch wie psychisch), die doch auf eine Art gleich sind: Ihnen fehlte in frühster Kindheit die Anerkennung. Sie alle liebten und litten. Alle Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, aber diese drei ganz besonders. Der Leser lernt sie mit jeder Seite so gut kennen, dass er sich letzten Endes in sie hineinversetzen kann.

Die Kapitel sind recht kurz gehalten, was aber dem Stil entspricht, denn sie sind wie ein Protokoll aufgebaut. Jedes beginnt mit Datum, Uhrzeit und Ort. Beispiel:

„17. Oktober 21:55 Uhr, Èze an der Cote d’Azur“.

Eine etwa andere, aber wirklich sehr passende Art.

Der Schreibstil ist flüssig. Ab und an wird Slang benutzt, glücklicherweise ist dieser Roman aber nicht voll davon. Immer wieder schafft Marc Raabe es falsche Spuren zu legen und den Leser in die Irre zu führen. Das Ende ist überraschend, aber äußerst genial. (Und wird an dieser Stelle natürlich NICHT verraten! ;))

~°~ Fazit ~°~

Ein super schauriger schöner Thriller der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.

Der Schock

Mit dem Mörder unter einem Dach

~ Vorgeplänkel ~

Ich wohne mit einem Mörder unter einem Dach!!! Nein, das ist KEIN Scherz, sondern sogar bewiesen! Glücklicherweise handelt es sich nur um einen literarischen Mörder! 🙂

Jetzt werdet ihr denken: „Achso, sie hat ein neues Buch.“ Ja! Aber der Mörder ist echt. Aus Fleisch, Blut, Kaffee und Nikotin. Es handelt sich dabei um meinen Mitbewohner und sehr guten Freund – und ich bin schuld! Anfang des Jahres schrieb Martin Krist ein Gewinnspiel aus. Es galt sich für eine Rolle in seinem neuen Thriller zu bewerben. Wer mitmachte hatte die Wahl als Opfer, Mörder oder Ermittler. Ich bewarb mich (übrigens als Opfer) und schickte den Link an zwei Personen: Eine Freundin und eben Miguel. Womit wir nicht wirklich rechneten: Einer von uns gewann. Nämlich Miguel. Er hatte sich – ausgerechnet – als Mörder beworben und schlachtet nun munter in Drecksspiel umher. Nein, ich bin nicht neidisch. Ich gönne es ihm und freue mich riesig für ihn. (Und für mich! Denn wer kann schon sagen, dass er WIRKLICH mit einer Romanfigur zusammen wohnt? :D)

Ein Link zum Interview findet ihr am Ende der Rezession. 😉

~ Das Buch ~

Martin Krist

Drecksspiel

Verlag: Ullstein
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 320
ISBN: 978-3548285375
Preis: 9,99 €

~ Klappentext ~

Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und … sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! – Hannahs Tochter schläft im Zimmer nebenan. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall …

~ Eindrücke / Meinung ~

Leyla, eine Prostituierte, wird tot aufgefunden.

Toni hat ein Problem, denn es sind seine Fingerabdrücke die sich am Tatort befinden. Er war der Geliebte, der Freund der Verstorbenen und er ist Polizist. Bis zum nächsten Tag braucht er eine verdammt gute Erklärung, denn er hat nicht vor seinen Kollegen davon zu erzählen. Alle Indizien sprechen gegen ihn. So wie der Fall liegt werden seine Kollegen davon ausgehen, dass er den Mord begangen hat. Das Gegenteil würde ihm vermutlich keiner glauben, denn am Abend hat er sich mit Leyla auch noch gestritten. Fingerabdrücke und Spermaspuren sind überall von ihm. Er hat nur eine einzige Möglichkeit seine Unschuld zu beweisen: Er muss den richtigen Mörder zu finden.

So einfach ist das aber leider auch Polizist nicht. Toni gerät immer weiter in einen Strudel aus Verrat und Gefahren. Es dauert gar nicht lange und auch sein Leben ist in großer Gefahr.

Die Geschichte an sich ist nicht neu: ein Verdächtiger der seine eigenen Nachforschungen anstellt und dabei selbst in (noch größere) Gefahr gerät. Das es sich hierbei um einen Polizisten handelt gibt dem ganzen eine gewisse Spannung. Diese Umsetzung ist sehr gut gelungen.

Es hätte auch jemand andren treffen können, aber um es mit einem Zitat aus dem Buch zu sagen:

… Toni war einfach nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort … und mit der falschen Frau zusammen gewesen.“

Zwar war die Verstorbene Prostituierte, doch auch so kommt der Sex in diesem Roman nicht zu kurz. Nicht immer ist es verblümt, sondern oft umgangssprachlich oder vulgär. Ich fand es jetzt nicht allzu schlimm, aber so auf Dauer nervte es doch ein wenig.

Zweifelnd musterte sie seinen Schwanz, der jetzt nur noch schlaff und ebenfalls rot verschmiert aus seinem Hosenschlitz baumelte.“

Er vergrub die Hand zwischen seinen Beinen, rieb sie vulgär im Schritt, bevor er seine Finger unter Hannahs Nase hielt.“

Neben der Suche nach dem Mörder gibt es aber noch einen zweiten Handlungsfaden. Toni hat nämlich einen Sohn. Leider liegt dieser im Krankenhaus und die Ärzte geben ihm Mitschuld an seinem Zustand. Mir tat Toni irgendwie leid. Wirklich willkommen scheint er nirgends zu sein und jeder gibt ihm die Schuld an irgendetwas. Nicht genug, dass er einen Mörder jagt, auch droht er seine Familie zu verlieren, ehe er sie für sich gewonnen hat.

Der Junge litt unter dem rätselhaften Verschwinden seines Vaters und der Verzweiflung seiner Mutter. Jands seelische Konflikte manifestierten sich auf der körperlichen Ebene, so zumindest hatten es die Ärzte Caro erklärt. Erst als seine Beine und Gesichtsnerven unter wiederholten Lähmungserscheinungen litten, wurde die Poliomyelitis erkannt – aber da war es zu spät.“

Ohne Mörder auch kein Mord oder doch? Wer weiß… 😉

Der Mörder der hier am Werk ist, ist mehr als das. Er ist brutal, ein Schlächter. Er wird so tiefgründig beschrieben, dass man es als Leser schon mit der Angst zu tun bekommen kann. Ich liebe ja bildlich Beschreibungen, auch bei so grauenvollen Dingen. (Steckt nicht in jedem von uns ein kleiner Psycho? ;)) Zartgemüteten Gesellen rate ich daher vom lesen ab, denn wer nichts vom ausweiden eines Menschen und dessen Gedärmen lesen kann, würde vermutlich einen Eimer benötigen. Ich finde es stärkt den Gänsehautfaktor!

Noch schlimmer … der Bauch … aufgeschlitzt und ausgeweidet … die Innereien wie bei einem Schlachtvieh herausgerissen und achtlos neben das Bett geworfen …“

Schon an diesen Beispielen merkt man das die Charaktere sehr gut ausgearbeitet sind. Mit jeder Seite lernt der Leser die Personen besser kennen und entwickelt Sympathie oder Antipathie. Ich finde dieses sehr wichtig. So kann ich mich besser in den Roman hineinversetzen.

~°~ Erwischt!? 😉 ~°~

Meine Stammleser wissen es ja bereits: Ich kann nicht anders, Ungereimtheiten & Co. Springen mich förmlich an und ich werde sie einfach nicht wieder los! So ging es mir auch bei Drecksspiel. Es folgen meine Gedankengänge:

Hannah lehnte sich entspannt im Sitz zurück, den Zeigefinger der einen Hand nach wie vor zwischen Millies Lippen, die andere Hand wieder um Philips Finger geschlungen.“

Wir wissen das Millie sich in einer Babyschale befindet. Philip sitzt am Steuer. Wenn Hannah also auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat, muss sie sich ziemlich verdrehen, weil Millie dann hinten sein muss. Sitzt Hannah mit Millie hinten, muss es für Phillip sehr unbequem sein …

Tatsächlich ging mir dieses Szenario einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Er fischte ein Geldbündel hervor. 25 Scheine à 100 Euro. … Wie von selbst nahmen seine Hände zwei Dosen Gin Tonic aus dem Kühlregal. … Arthur schenkte ihnen keine Beachtung, klatschte 150 Euro auf den Tresen.“

Arthur zahlt zwei Gin Tonics mit 150,- €. Okay, er kauft die an einer Tankstelle, aber ich bezweifle das sie so teuer sind. Wechselgeld bekommt er wieder (wenn auch zu wenig), doch wird hier ja erwähnt das er 100 Euro-Scheine hat. Wo kommt dann der 50er her? Nehmen wir einmal an, dass sich der noch in der Geldbörse befand, wieso gibt Arthur dann nicht nur diesen hin?

Im Schlafzimmer wollte sie sich von ihrem besudelten Slip befreien. Vergiss es, das kostet zuviel Zeit! Stattdessen glitt sie sofort in die Shorts. … Sie steckte ihre Füße in die Flipflops. … Auf dem Nachttisch entdeckte sie ihr Handy. Sie griff danach und klickte sich zum Adressbuch durch.“

Hannah will fliehen. Sie merkt selbst, dass es zu viel Zeit kosten würde, sich erst einen anderen Slip anzuziehen. Dennoch zieht sie sich erst noch eine Hose, ein Tshirt und dann auch noch Flipflops an. Auch das kostet alles Zeit. Zeit in der der Täter wieder auftauchen kann. Ich kann ja verstehen, dass sie sich hilflos fühlt und etwas überziehen will. Aber hätte da nicht ein Shirt gereicht, um die obere Blöße zu bedecken? Und dann ausgerechnet Flipflops! Ich kann mir kein unpassenderes Fluchtschuhwerk vorstellen! In Flipflops kann man ja so schon nicht wirklich laufen, da diese sich nicht fest am Fuß befinden. Wie soll Hannah darin fliehen? Die Gefahr dabei zu stürzen ist dabei sehr groß.

Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass einige Seiten später darauf hingewiesen wird, dass Hannah es besser findet mit Flipflops zu laufen, als ohne Schuhe auf „spitze Äste und Dornen“ zu treten. Dennoch: Ich bin der festen Überzeugung das sie zu Fuß schneller vorankommen würde…

Das zweite in dieser Situation ist natürlich das Handy. Hannah blättert sich erst zum Adressbuch durch. Schneller wäre es hier sicher, 110 zu wählen, vielleicht schnell zu sagen: „Geiselnahme. Adresse.“ Selbst wenn sie nicht mehr dazu gekommen wäre, die Adresse durchzugeben, wäre der Anruf erfasst worden und die Rufnummer geortet. Alternativ wäre es vielleicht auch ratsam gewesen MIT dem Handy zu fliehen. Alleine schon um Zeit zu sparen. (Natürlich sollte man es dann auf lautlos stellen, damit ein evtl. ankommender Anruf einen nicht durch das Klingeln verrät.)

~°~ Ups! ~°~

Manchmal hat man das Gefühl, wenn man etwas liest oder sieht, dass man es irgendwo schon einmal gesehen bzw. gehört hat. Genauso ging es mir auch bei diesem Roman.

Zum einen bei der Art, wie der der Mörder handelte. Diese Art, die Opfer aufzuschlitzen und auszuweiden. (Ich gestehe, ich mag diese psychopathischen Vorgehensweisen^^.) Zum anderen wurden immer wieder, wie zufällig, Lieder gespielt. Ob im Restaurant, im Radio oder aus dem MP3-Player. Zufällig passte der Liedtext immer zur jeweiligen Situation oder zu den Gedankengängen des Charakters.

Schließlich fiel es mir ein: Das Lieder den Charakter so begleiten, kenne ich aus der Wächter-Reihe von Sergej Lukianenkos und die Weise, wie die Opfer zugerichtet werden hatte ich erst in „Schnitt“ von Marc Raabe gelesen …

Um das gleich vorweg zu nehmen: Ich sage NICHT das Martin Krist hier abgeschrieben hat! Das kann alles Zufall sein. Oft schnappt man irgendwas aus, speichert dies im Gedächtnis und ruft es später mal wieder ab ohne zu wissen woher es kommt. – Und ich liebe die eben von mir genannten Bücher. Da wäre es dann wenigstens von den Besten. 😉

~°~ Schreibstil ~°~

Insgesamt lässt sich der Roman flüssig lesen. Leider ist dieses nicht immer gut, denn hier wird viel Slang benutzt. Etwa wie man ihn aus Actionfilmen kennt. Alles ist sehr überzeichnet und Klischeehaft.

ABER: Ein ganz großes Lob für die vielen Facetten die der Autor hier in einem Werk unterbringt. Hier ein kleiner Einblick:

Authentisch.

Toni stieß sein Döner mit einer Knoblauchwolke auf.“

Bildlich.

Vor einer Ampel stauten sich die Autos. Ein junges Pärchen überquerte streitend die Straße. Ein Penner schob einen Einkaufswagen voll klirrender Pfandflaschen vor sich her.“

Ekelhaft.

Schleim troff aus ihren Nasenlöchern. Sie zog den Schnodder hoch, schmeckte ihn auf der Zunge, schluckte ihn angewiedert hinuter.“

Markendominant.

Wie auch schon bei „Mädchenwiese“, fiel mir auch hier wieder eine enorme Benutzung von Markennamen auf. Diesmal waren es allerdings keine Marlboro, die den Weg von irgendjemanden pflasterten. (Der Autor hat hier sogar mehrere Zigarettenmarken im ausgeglichenem Verhältnis verwendet.) Hier war es Maglite®. Aber auch Taschenlampe wurde verwendet. Das Verhältnis steht im gesamten Roman 9 zu 5 für Maglite®. (Jaaa…. Ich habe gezählt. ;))

~°~ Fazit ~°~

Am Gesamtfazit tue ich mich offengestanden sehr schwer. Einerseits ist der Schreibstil doch sehr auf einem unterem Niveau und auch der Handlung fehlt der spannende Kick. Ab und an sind Dinge voraussehbar oder erscheinen unlogisch. Auch die Idee ist schlichtweg nicht neu. Dennoch ist Drecksspiel sehr facettenreich, eben grade was die verwendete Sprache angeht. Auch liebe ich diese (grausamen) bildlichen Beschreibungen. Die Logikfehler legen dem ganzen aber einen dunklen Schleier über, denn wenn dieses denken („Häh? Aber..“) trübt leider ein wenig die Lesefreude. Auch bei der Bewertung schwanke ich.

Wer einen spannenden Roman mit literarischem Anspruch sucht, sollte hier die Finger von lassen. Allen die etwas wie einen leichten Krimi mit bildlichen Beschreibungen suchen, kann ich Drecksspiel jedoch sehr empfehlen.

~°~ Link ~°~

Für alle die neugierig geworden sind:

Wie versprochen, hier der Link zum Mörder:

http://www.martin-krist.de/interview_milan.html

🙂

Drecksspiel

Stars auf samten Pfoten

Das bei uns im Haus(halt) immer irgendwelche Fellknäuel herumwuseln weiß inzwischen ja fast jeder.

Irgendwelche???

Nein, denn sie alle sind Notaufnahmen. Ausgestoßene. Katzen und Kater, die niemand anders haben wollte. Oft haben sie viel hinter sich und einen entsprechend schwieriges Verhältnis zu Menschen. Sie quaken, fauchen, kratzen, beißen und sind sehr scheu. Zugegeben, manchmal bringen sie auch Herrchen und mich beinahe um den Verstand. Doch bisher haben wir nie aufgegeben. Kratzer und Bisse ertragen. Geduld und Einfühlungsvermögen an den Tag gelegt. Es kostete wahrlich viel Blut und Schweiß, dennoch würden wir diese Wesen, genau diese, sofort wieder bei uns aufnehmen! Denn wenn diese Geschöpfe erst einmal Vertrauen gefasst haben, werfen sie ihr ganzes Katzenherz auf einen. Auch wenn sie es nicht müssen, sie danken es einem. Sei es mit Kuscheleinheiten, unendlicher Niedlichkeit, lustigen Schabernack, tröstendem Schnurren oder durch ihre bloße Anwesenheit.

Doch unsere Samtpfoten haben das Zeug zu mehr. Sie alles sind nicht nur bei unseren Besuchern äußerst beliebt und für gern gelesene Blogeinträge. 😉 Nein, sie scheinen sogar über den Gartenzaun hinaus beliebt zu sein. Ich gehöre zu den Tierliebhabern die ständig ihre kuscheligen Mitbewohner fotografiert. Natürlich mache ich dieses in erster Linie als schöne Erinnerung. Aber auch um anderen diese Bilder zu zeigen. So nutze ich auch gerne Fotobewettbewerbe dafür, denn hier erreiche ich eine große Öffentlichkeit. Und, was soll ich sagen, unsere Samtpfoten räumen ab. 🙂

Am 29. März bekam ich die Nachricht, dass Harlekin & ich als eines der „Traumduos“ ausgewählt wurde. Im Herbst wird ein Foto von uns beiden auf den Prinzenrollenpackungen zu sehen sein. Für mich das beste Foto welches es von uns beiden gibt, denn es war ein sehr tiefer inniger Moment. Für diese Sekunden waren wir eins. Dieses Bild drückt all das was ich oben geschrieben habe, wunderbar aus: einige innige (Katzen-)liebe.

Noch bevor dieses Foto in Druck ging schritt Harlekin über die Regenbogenbrücke… Doch was bleibt ist eine wundervolle Erinnerungen an unvergessliche Momente wie diesen.

Harlekin

Heute (am 11.Oktober) erreichte mich ein Paket mit Katzenfutter, einer kuscheligen Decke und noch einigem anderen. Ich wunderte mich, las den beiliegenden Brief und siehe da: Wir sind Gewinner eines Fotowettbewerbs. Nicht wir, sondern unser großer „Puschel“. Bei dem „Happy Cat“-Fotowettbewerb für Intelligenz hat Azrael einen der Plätze ergattert. Zugegeben, er ist nun nicht unbedingt der intelligenteste, aber dafür der Oberknuffigste! Aber er wiß auch, wie er bekommt was er will. Beispielsweise indem er sich, wie auf dem Bild, einfach auf die Tastatur legt, wenn er gestreichelt werden will.

Doch auch die Freude über diesen Sieg hat einen bitteren Beigeschmack, denn seit dem seit dem 22.07. ist Azrael verschwunden. Nach dem Abendbrot ging er auf nächtlichen Streifzug und wart seither nicht mehr gesehen. Wir hoffen inständig das er ein neues liebes Zuhause gefunden hat … Doch auch hier bleiben wundervolle Erinnerungen zurück.

Azrael

Wer weiß, vielleicht sind grade die, die niemand haben wollte, die wirklichen Stars. Denn sie haben es geschafft sich im Leben zu behaupten, wieder Vertrauen zu fassen und nie aufzugeben. Mehr als mancher Mensch je von sich behaupten kann.

Wer daher in Erwägung zieht en Haustier bei sich aufzunehmen: Denkt bitte zuerst an all die Katzen, Hunde, Pferde, Vögel, Mäuse, Hamster &. Co, die wirklich Hilfe brauchen. Erspart es ihnen in einem kleinen Zwinger ohne wirkliche Bezugsperson oder gar schlimmeres zu leben. Gibt ihnen bei euch  ein liebevolles Zuhause. ❤