„…und wir glaubten, wir hätten noch so viel Zeit…“

Es ist inzwischen fast eine Woche her als das Paket vom Steinmetz eintraf. Ich las den Absender, wurde bleich (zumindest fühlte es sich so an) und schob den Karton mit den Worten „Den mache ich jetzt besser nicht auf.“ unter den Stuhl. Im Laufe der Woche habe ich das Paket auf den Stuhl, auf den Schrank und wieder unter den Stuhl gestellt. Ich weiß ja was drin ist: Harlekins Grabstein. Aber ich weiß auch wie es mir allein bei dem Entwurf ging…. Ich konnte es einfach nicht öffnen, sondern auf den „passenden Moment“ warten. Leider gibt es den nicht und ich muss lernen mich mit unangenehmen Dingen auseinander zu setzen. Wie den Tod meines geliebten kleinen Harleys. Morgen geht es (endlich) an die Grabgestaltung und, so gerne ich wollte, konnte ich es nicht länger aufschieben.

So stellt ich den Karton wehmütig vor mir hin, griff mir eine Schere und öffnete ihn endlich. Wehmütig. Ein Kloß schnürte mir den Hals zu und ich spürte bereits wie mir die Tränen herunter rannen, als ich ihn erblickte:

Einen wunderschönen Grabstein. Würdig für einen so tollen Kater wie Harlekin.

Ein schwarzer Tag, in Stein gemeißelt. Endgültig.

Ganz lieben Dank an Steinmetz Dirk-Michael Schwerda und sein Team  aus Meiningen für die Umsetzung nach meinen Wünschen.

Ganz lieben Dank an Steinmetz Dirk-Michael Schwerda und sein Team aus Meiningen für die Umsetzung nach meinen Wünschen.

Es heißt Gräber sind für die Lebenden. Ich würde lieber darauf verzichten an dem Grab meines Kleinen zu trauern und ihn stattdessen auf meinem Schoß sitzen haben. Lebend.

 
 
Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr. Das, was ich für dich war, bin ich immer noch.
Gib mir den Namen, den du mir immer gegeben hast.
Sprich mit mir, wie du es immer getan hast.
Gebrauche nicht eine andere Lebensweise.
Sei nicht feierlich oder traurig.
Lache weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Ich bin nicht weit weg, ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.
[Fritz Reuter]
Advertisements

Nicole’s Gefühlswelt (In dieser ganz besonderen Nacht)

In meiner Rezension zu „In dieser ganz besonderen Nacht“ kündigte ich an. euch teilhaben zu lassen, falls die Autorin mir antwortet. Tatsächlich war Nicole so lieb und hat mir in einer Email Rede und Antwort gestanden. 🙂

Meine Rezension finden ihr hier: https://gedankenteiler.wordpress.com/2013/11/01/amber-me-ein-sentimentaler-halloweenroman-aus-der-geisterwelt

Roswitha
Es lässt mir einfach keine Ruhe und bitte entschuldigen sie die Frage, ich möchte nicht unhöflich sein, aber mir sind sehr persönliche Gefühle im Roman aufgefallen. Sind das Ihre Gefühle?
 
Nicole
Ich finde Ihre Frage kein bisschen unhöflich, im Gegenteil. :0) 
Dass dieses Buch eventuell Rückschlüsse auf mich als Person zulässt ( mehr, als es vermutlich bei meinen anderen Büchern der Fall ist ), ist mir schon recht früh in einem Gespräch mit meiner Lektorin klar geworden, als noch gar nicht so viel vom Manuskript geschrieben war.
Das ist schon in Ordnung so, denn die „besondere Nacht“ ist bisher mein persönlichstes Buch, ein absolutes Herzensbuch, in dem sehr viel von mir steckt und zu dem ich einen besonderen Bezug habe.
 
Roswitha
Sind Sie Amber?
 
Nicole
Nein, ich bin nicht Amber, ich war auch mit sechzehn nicht wie Amber, aber sie ist als Romancharakter mir persönlich sehr nahe; ihre Wahrnehmung San Franciscos ist sehr dicht an meiner eigenen während meines ersten Besuchs dort, manche kleinen Erlebnisse, die ich dort hatte, sind zu denjenigen von Amber geworden und ein paar meiner Eigenarten und Vorlieben habe ich ihr ebenfalls mitgegeben (wie z.B. die für Cola light und Pistazieneis :0) ).
 
Roswitha
Gibt es noch weitere Gemeinsamkeiten? Ich hatte beim lesen das Gefühl, als hätten Sie selbst einmal einen gelibten Menschen verloren. Solche Gefühle kann man sich nicht einfach ausdenken.
 
Nicole
Was Amber und ich ebenfalls gemeinsam haben, ist der Tod der Mutter. Ich war gar nicht so sehr viel älter als Amber, als meine Mutter starb, ebenfalls an Krebs, wenn auch nicht an einem Glioblastom, und wir hatten auch ein ganz anderes Verhältnis als Amber und Karen. 
Seit jener Zeit hatte ich das Bedürfnis mit mir herumgetragen, eines Tages einmal ein Buch zu schreiben, das genau einen solchen Verlust thematisiert – nicht, um ihn zu verarbeiten, sondern um davon zu erzählen. Um das Buch zu schreiben, das ich damals gern gelesen, vielleicht auch gebraucht hätte. 
An diesem Punkt hat sich im Buch auf jeden Fall die Grenze zwischen erlebter Realität und Fiktion aufgelöst (so es überhaupt eine gibt – da bin ich mir manchmal nicht so sicher) – Ihr Gefühl hat Sie da also nicht getäuscht! :0) 

Ich hoffe natürlich, dass das Buch für Sie nicht allzu belastend war angesichts ihrer eigenen Erfahrung – und ich freue mich sehr, dass Sie mir geschrieben haben! :0)
Ich schicke Ihnen viele gute Gedanken und ganz herzliche Grüße,
Nicole

Erfrischende Pflege. Katzen lachen eben doch!

Gestern. Abendliche Pflegeroutine. Zähne putzen, Gesichtswasser, …
Mit Argusaugen von Aronia beobachtet. Sie sitzt dabei gerne auf der Fensterbank und sieht mir zu. Ab und an lasse ich sie an den Produkten schnüffeln und nenne ihr die Namen. Wissen schadet schließlich nicht.  Heute nicht.  Aronia ist nur stille Beobachterin.

Fast hätte ich die Creme vergessen. Tube auf und die weiße Masse im Gesicht verteilt. Aronias Augen blicken mich an, als würde sie fragen: „Frauchen, was machst du da?“ Ich igrnorie es, creme weiter. Komisch. Die Creme scheint fester zu sein als sonst. Muss wohl an der Luft liegen. Ist ziemlich kalt geworden. Aber wieso brennt denn das heute so? Ich werfe einen Blick in den Spiegel. Prüfend. Nein, keine offenen Wunden. Merkwürdig. Mir fangen die Augen an zu tränen. Als ich die Tube zudrehen will nehme ich einen penetranten Geruch von Methol war. Oh oh …  Ein Blick auf die Tube in meiner Hand. Na super. Ich hatte mir Zahnpasta ins Gesicht geschmiert. Plötzlich war ich wieder hellwach. Immerhin erfrischt es. Schnell runter mit dem Zeug und diesmal die „richtige“ Creme verwendet. Aronia saß noch immer auf der Fensterbank. Ihr Kopf leicht erhoben mit einem Blick wie: „Frauchen, ich habe es dir gleich gesagt.“ Von wegen Katzen können nicht lachen!

Aronia

Eiskalte Geschäftsidee

Langeweile macht bekanntlich kreativ und Geld kann man fast immer gebrauchen. So entwickelten mein Partner und ich, in einem Anflug von ersterem und Mangel von letzterem, eine Geschäftsidee. Eine bei der nicht nur der Kopf kühlt bleibt:

Wir gründet eine

—> Eisschollenvermietung! <—

Dafür brauchten wir natürlich erst einmal die Eisschollen und einen Handelspartner. Ganz wichtig. Immer hin konnten wir nicht einfach in die Arktis segeln, eine Fahne ins Eis stecken und ein Schild aufstellen: „Zu vermieten.“ Aus der Vergangenheit lernt man schließlich. Telefonkosten wären zu hoch gewesen, dem Postweg trauten wir nicht. Aber wie gut das wir als pfiffige Unternehmer direkt eine Lösung hatten. Eine Bekannte strickte einen kuscheligen Schal und eine kuschelige Mütze. Mit Werbung. Darauf hatten wir bestanden! Eine robust wirkende Taube damit ausgestattet und mit einem Brief schickten wir diese auf die Reise. (Ich war eigentlich für einen Pinguin. Der hatte meiner Meinung nach die überzeugenderen Argumente gehabt. Aber mein Partner meinte, die Schollen wären geschmolzen, bis er da wäre.)

Wir baten um die Zusendung einer Probescholle. Aus Eis. Nicht der Fisch! Unserem Wunsch wurde nachgekommen. (Wir hatten als Austausche einen Kühlschrank geschickt.) Sehnsüchtig  warteten wir auf das Paket aus der Arktis. Wochen später stand ein völlig durchnässter Paketbote vor unserer nicht vorhandenen Geschäftstür. (Eigens zu diesem Zweck hatten wir uns ein Iglu gebaut. Erschien uns stilecht.) Ich verkniff mir jeglichen Kommentar und unterzeichnete. Als er ging warf ich noch Kopfschüttelnd einen Blick auf ihn. Mein Partner fragte was denn sei, erzählte ich ihm das der gute Mann scheinbar in seiner Dienstkleidung geduscht hat. Mein Partner schüttelte daraufhin ebenfalls den Kopf. Wir waren uns einig. Komische Leute muss es auch geben.

Bevor wir uns aber weiter mit der menschlichen Psyche auseinander setzen konnten (und wollten), interessierte uns viel mehr der Inhalt des Pakets. Beim schütteln plätscherte es. Eigenartig. Da es sich um eine Holzkiste handelte bewaffneten wir uns mit einer Brechstange. Das heißt mein Partner machte sich damit ans öffnen. Ich positionierte mich mit einem Baseballschläger (übrigens 1a für Schneebälle) an der Seite. Da könnte irgendwas aus der Kiste springen und meinen Partner anfallen. Schließlich sieht man das immer in Abenteuerfilmen. Sprang aber nichts. Floss vielmehr. In Form einer RIESIGEN Flutwelle platschte es nur so gegen meinen Partner. (Der Anblick lies mich vermuten, dass der Paketbote vielleicht doch nicht geduscht hatte.) Ein Blick auf den Absender verriet uns das es sich bei dem Inhalt um die Eisscholle handelte. Den Versuch diese wieder zusammen zu setzen gaben wir recht schnell  auf.

So ein Projekt kostet allerdings auch eine ganze Menge. Wir brauchten also Startkapital. Wie gut das es staatliche Fördergelder gibt. Also ab zum Jobcenter, Beratungstermin machen. Termin gekommen. Wir schick in Schale. So richtig schicki-micki, mit langem Fellbesetzten Mantel. (Imitat natürlich. Pelz ist Mord!) Die Dame hinter dem Schreibtisch blickt verwirrt zu uns auf. Vermutlich hat sie noch nie Pseudo-Eskimos gesehen. Kann man schon verstehen. Sind ja auch nicht so weit verbreitet, hier in Europa. Aber wir kamen ja nicht in Aufklärungsmission, sondern in eigener Sache. Geld wollten wir haben. Doch so ganz ernst schien uns die Dame nicht zu nehmen. (Wir hätte wohl doch Anzüge von der Stange nehmen sollen.) Scheinbar hielt sie eine Eisschollenvermietung für eine blöde Idee. Wir fand es innovativ.

EisscholleSo schnell gaben wir nicht auf. Standen mit Überzeugung hinter „Projekt Eiskalt“. (Das war der Codename. Sollte ja kein anderer was mitbekommen. Die Konkurrenz schläft nicht.) Um das Geld zu beschaffen bedienten wir uns einer unkonventionellen Art: Wir sammelten Pfandflaschen. Vom Fußballspielen wussten wir, dass es davon in Stadionnähe eine ganze Menge gab. Leider erwies sich das sammeln als äußert gefährlich, da die Pfandmafia ihre Revier voll im Griff hatte. Irgendwann hatten wir es dann geschafft. Dank eines unerwarteten Erbes konnten wir loslegen. (An dieser Stelle möchte ich erwähnen das 2,75 € davon hart erarbeitetes Geld waren.)

Unsere Brieftaube war inzwischen zu unser Auslandsbeautragten aufgestiegen. Scheinaber lies sie sich aber immer wieder auf’s Glatteis führen, denn die Geschäfte liefen schleppend. (Ich hatte ja gleich gesagt, wir hätten einen Pinguin nehmen sollen!) Wir flogen in die Arktis um uns unsere Geschäftsidee mal ganz genau anzusehen. Verdammt war das kalt da! Da war also das Problem. Wir mussten es hier ein wenig kuscheliger gestalten. Anfangs verteilten wir Kerzen, doch leider waren unsere Finger so gefroren, dass wir sie nicht anbekamen. Wir brauchten etwas anderes.

Ein Hersteller von Solarien lehnte eine Zusammenarbeit ab. Er hatte Angst das die Kunden aus Gewohnheit die Regler zu hoch einstellten und ihnen letzten Endes der Boden unter den Füßen schmilzt. Das wäre einer super tolle PR gewesen. Wir hatten schon die Schlagzeile vor Augen:

„Sonnen auch Sie sich endlich auf der kalten Seite des Lebens!“

Schade.

Leider hat es mit der Eisschollenvermietung nicht ganz so geklappt wie wir uns erhofften. Aber unser Ehrgeiz ist gepackt. Bei einer Lagerauflösung konnten wir eine große Charge Regenschirme ersteigern. Damit machen wir uns nun auf in die Wüste. In die Sarah um genau zu sein. Das ist nämlich die größte. Somit gibt es da auch genug Leute die noch keinen Regenschirm haben.

Ach ja. Die Eisschollen. Wir haben sie in Flaschen abgefüllt und ein Schild „Cool drinks – to go“ hinterlassen. Unser Beitrag zur Klimaerwärmung. Wären ja sowieso geschmolzen. Und so haben wir, ganz nebenbei, die Menschheit gerettet. (Keine Überflutung durch Schmelzwasser.) Das Wasser kam leider nicht ganz so gut an. Wir hatten wohl den Salzanteil unterschätzt …

[Lieben Dank an meinen Göttergatten Ron für den Anstoß zu dieser Geschichte. Sowie an Robert Werner der mit einem seiner Toonmix Filme den Auslöser gab.]

„Ich habe dir ein Denkmal gebaut …“

Manchmal fängt der Tag gut an, selbst wen man noch total müde ist.

Manchmal fängt der Tag an und einem ist egal was passiert

Manchmal ist man aber total müde, es geht einem soweit gut und dann ändert sich alles.

Manchmal nur mit einer Nachricht.

So in meinem Fall. Ich wusste das sie kommen würde und habe auch sehnsüchtig darauf gewartet. Trotz allem war ich nicht darauf vorbereitet. Ich dachte wohl nicht, dass es mich innertlich so sehr aufwühlen würde.

Es war eine Email von der Steinmetz und Bildhauerfirma Schwerda. Um genau zu sein von dem Herrn Schwerda persönlich. Ich hatte einen Tiergrabstein für Harlekin bestellt. Schön in hellem Marmor. Auch die Daten hatte ich übermittelt und ein schönes Foto vom „kleinen schwarzen Teufel“.

Die Email enthielt Foto mit verschieden Vorschlägen wegen der Anordnung von Schrift und Bild. Es war nicht so sehr der Text, als viellmehr die Zeichnung. Ein komisches Gefühl den Kleinen, meinen Kleinen, da drauf zu sehen… Tatsächlich hat es mich dann nur 28 Minuten gekostet mich zu entscheiden. Ausschlussverfahren sei dank. Mit meinen Gefühlen, und meinen Tränen, kämpfte ich noch wesentlich länger. Ich weiß nicht was passiert, wenn der Stein in etwa zehn Tagen bei mir eintrifft. aber ich ahne es …

Der Entwurf. So (ähnlich)  wird der Grabstein einmal aussehen.

Der Entwurf. So (ähnlich) wird der Grabstein einmal aussehen.

Die Tischdecke des Grauens [In Gedenken an Harlekin]

Beim aufräumen findet man so einiges. Das zählt auch für die Festplatte des Computers. So stieß ich auch auf ein Video von meinem kleinen schwarzen „Teufel“. Es stammt aus seiner Anfangszeit bei uns. Entstanden ist es 2011.

Was bleibt ist die Erinnerung …

Es ist soweit …

Grade kam die Meldung, dass es nun soweit ist. Die limitierten Prinzenrolle-Duopacks mit den Fanfotos sind im Handel erhältlich. Jetzt bleibt mir nur noch auf „meine“ Rolle zu warten….

Prinzenrolle