Kontra der Obsoleszenz! – Es lebe die Widergeburt!

Leider leben wir in Industrieländern wie Deutschland in einer Wegwerfgesellschaft. Dabei hat jeder zweite gar kein Geld sich ständig etwas Neues zu kaufen! Von der Umweltbelastung mal ganz zu schweigen. So geht z.B. Computerschrott Containerweise nach Afrika rüber. Dort können die Menschen mit unserem Müll aber auch nichts anfangen! Müll bleibt nun einmal Müll, egal wo man ihn abläd!

Ironischerweise ist eine Absprache vor vielen vielen vielen Jahren daran schuld, dass unsere Sachen nicht mehr so lange halten. Sicher haben die meisten schon einmal vom „Glühbirnenkartell“ gehört? Leider kam die Erleuchtung, dass so etwas auf Dauer auch keine Lösung ist, bis heute nicht wirklich. Tatsächlich ist es so, dass wegschmeißen und neu kaufen oft günstiger ist, als die Reparatur. Früher konnte man sich darauf verlassen das Geräte „ein Leben lang“ (oder zumindes 1-2 Jahrzehnte) halten. Heute undenkbar. Das Schlimme daran: Die Industrie ist sich dem bewusst und, sei es mit günstigen Teilen oder extra eingebautem Zähler, das mit Absicht macht. Wir, die Endverbraucher, sind ein Opfer der Willkür…

Immer mehr Menschen beschließen daher dem ein Ende zu setzen. Warum etwas wegschmeißen, wenn es sich noch reparieren lässt? Warum entsorgen, wenn jemand anderes vlt. genau das sucht? Es ist nicht nur ein Akt für den Umwelstschutz und eine kleine Rebellion, es ist auch ein (kleiner) Akt der Nächstenliebe – und es macht einen selbst ein bisschen glücklich. 🙂

Auch mit blutete immer das Herz, wenn ich etwas, dass eigentlich so gut wie neu war, auf den Müll stellte. Grade Umzüge sind immer ein toller Grund mal richtig „auzumisten“. Dabei kommen Dinge zum Vorschein die man eweig nicht benutzt hat und auch nicht mehr mitschleppen möchte. Wegschmeißen? NEIN!

Ich habe Fotos von den Dingen gemacht und diese im Internet veröffentlicht. Hierzu gibt es auf den Schwarzen Brettern der Städte oft die Rubrik „Zu Verschenken“, ebenso in Zeitungen und inzwischen auch jede Menge Social-Media-Gruppen die ein Portal zum Verschenken und Tauschen dafür bieten. Das ist im Normallfall alles kostenlos und man muss nur noch warten bis sich ein Interessent meldet. Diesem teilt man dann den Abholort mit und einigt sich auf einen Termin. Einfach nur noch auf den/ die jenige/n warten, besagtes Teil in die Hand drücken. Fertig. Man selbst hat wieder Platz und weiß das die Sachen von jemandem genutzt werden, der sie gebrauchen kann.

Ich/ wir haben inzwischen:

ABGEGEBEN

– Waschmaschine / defekt

– 2 Röhrenmonitore / funktionsfähig. Nur nicht mehr genutzt, da wir nun TFT-Monitore haben

–  Schreibtischlampe / funktionsfähig, Kunststoff leicht beschädigt. Habe eine Neue (Gebrauchte ;))

– Grafiktablett (PC) / funktionsfähig, ohne Software. Einfach nicht genutzt.

– CD-ROM’s / alle gut erhalten. Einfach nicht mehr genutzt.

– 4 Badezusätze / angebrochen. Wir sind keine Badefans und hätte das nie mehr aufgebraucht.

– Gratinsaucen, Tütensuppe, Bratschläuche mit Würze, … / neu. Zum Testen bekommen und nicht alles aufgebraucht.

– Vinyl Singles / zerkratzt, Hüllen mitgenommen -> Bekommt eine Sammlerin von ihrer Tochter geschenkt! 🙂

– Tshirts / wie neu. Rausgewachsen. -> aus denen wird nun neue Design-Kleidung genäht! 🙂

usw. usw. usw.

Verschenkt

BEKOMMEN

– 2 Schreibtischlampen / funktionsfähig

– Wokpfanne / gut erhalten

– Asia-Servie / sehr gut erhalten

– diverse Bücher / alle Buchstaben noch drin

– Küchentisch  / Sehr gut erhalten. Nicht mal einen Kratzer. – Der dient nun als Balkontisch. 🙂

usw. usw. usw.

REPARIEREN

Alle kann und möchte man ja nicht immer weggeben. Bei uns ist es der Rasenmäher da wir den ja zwangsläufig benötigen. Von der Reparatur haben wir absolut keine Ahnung, so steht das Gerät derzeit bei meinem Schwager. Wenn der den nicht flott bekommt brauchen wir einen Neuen, wenn doch haben wir Geld & Müll gespart!

Für alle die keinen Schwager oder anderen handwerklichen begabten Bekannten haben gibt es „Repair Cafés“. Leider noch nicht so verbreitet in Deutschland (Bremen hat z.B. keines.), aber in einigen großen Städten gibt es sie bereits. Hier geht man mit seinem defkten Teil hin. Es warten dort diverse Handwerker und Hobbybastler die sich mit Reparaturen auskennen. Ob nun der Toaster streikt, die Modelleisenbahn nicht mehr fährt oder das Radio nicht mehr spielt. Hier wird versucht es zu reparieren und zwar KOSTENLOS!

Eine Liste, sowie mehr Infos gibt’s hier: http://repaircafe.org/de/

Ihr seht also: Was euch lästig ist bereitet einem Anderen Freunde. Bisher haben wir nur gute Erfahrungen. Ob wir etwas holten oder bei uns geholt waren die Menschen freundlich und höflich. Oft gab es auch einen kurzen Plausch mit Leuten die man vorher noch nie gesehen hatte. Eine hat z.B. ebenfalls Katzen, ein anderer war schon zweimal bei uns…

Probiert es einfach mal aus. Ihr werdet es nicht bereuen! 😉

Viel Spaß beim Verschenken, Schenken lassen & Tauschen.

🙂

 

P.S:

Falls euch das Thema interessiert: ARTE hat da eine ganz interessante Dokumentation gedreht.

7 Antworten zu “Kontra der Obsoleszenz! – Es lebe die Widergeburt!

  1. In der Nähe gibt es zum Beispiel einen Tauschladen und ein Bücherregal, in das jeder Bücher stellen kann, die er nicht mehr will. Und natürlich dürfen die dann auch wieder mitgenommen werden 😉

    Ich mag sowas ^^

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  2. Diese Wegwerfgesellschaft ist nicht unsere, wir haben die Sachen ewig über 60 Jahre teilweise wie unseren heissgeliebten immer noch bestes funktionierende Mixer.
    Und da komme ich mal zu einer Frage: Reparieren die in Repaircafes auch Laptops. wir haben nämlich einen mit Win XP nur das Programm ist nicht mehr vollständig so ist zb die Partition für die CDs also der CD/DVD Brenner gelöscht und ich weis beim besten Willen nicht wie man die wieder herstellen kann. Wäre toll wenn das wieder ginge ich hätte dann nämlich eine Option den Laptop weiter zu verwenden..
    LG KuR
    .

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