Schau mir nochmal in die Saphirblaue Augen [Rezension zu „Delia II]

Mia Bernauer

Delia: Das rubinrote Licht (Delia Trilogie 2)

Verlag: IRIS Line (11. Juni 2014)
Seiten: 252 (550 KB)
ASIN: B00KY4DE1E

~°~ Klappentext ~°~

Ende März …

Fast drei Monate sind vergangen, in denen Delia einen Neubeginn in der Welt der Halbwesen wagt.
Sie beschließt an einer anderen Universität zu studieren, verlässt ihre Eltern und lernt neue Freunde kennen.
Damit hofft sie, endlich den schrecklichen Erinnerungen fliehen zu können und bei Leander zu bleiben.
Doch der Prozess um Cassian Bellingham steht ihr noch bevor, der leider anders verläuft, als Delia und Leander es geplant haben.
Zugleich wird ihr von den Therion eine endgültige Frist von 90 Tagen für ihre Entscheidung mitgeteilt.
Als Delia glaubt, es könnte nicht schlimmer kommen, taucht Aaron O’Lorcan, der gefährliche Teiler, auf.
Und was ist mit Kira, Cassians Schwester, die sich als neue Beschützerin anbietet? Ist ihr wirklich zu trauen?

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Ich berichtete ja bereits über Band 1 der „Delia“-Triologie. Autorin Mia war so lieb mir auch den zweiten Band kostenlos zur Verfügung zu stellen. 🙂 Bisher liegt er mir nur in der Kindleversion vor, der Inhalt ist ja eh der gleiche. Aber vielleicht ist die Info, dass es hier um das ebook geht, ja für dein ein oder anderen wichtig.

Auf dem Cover balanciert Delia auf einer Dachkante. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es ist ein treffendes Bildnis des Romans. 😉 Auch dieses Cover ist, teilweise, selbstgemacht und zeigt die Schwester der Autorin.

>>> ACHTUNG!!! SPOILER!!! <<<

Nach ihrer Entführung hatte Delia Zeit sich in der Welt der Menschen ohne Probleme zu bewegen und sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen… Nun ist es soweit: Sie möchte wieder in die „andere Welt“, die Welt der Halbwesen – und vor allen Dingen zu ihrer Liebe.

Doch es wartet noch etwas auf sie, dass sie gerne vermeiden würde: Der Prozess gegen Cassian und somit IHR Erscheinen vorm „Großen Rat“. Ein erneutet Aufeinandertreffen mit ihrem Entführer und Peiniger ist unumgänglich. Natürlich lassen die Anhänger des Adlerstammes nichts unversucht Delia in ihrer Aussage zu beeinflussen. Mit ALLEN Mitteln. Da wird schnell jemand, der eigentlich auf der „guten“ Seite steht zum Feind.
Erschwerend kommt hinzu, dass ausgerechnet Kira auf die Auserwählte aufpassen soll. Kira ist nicht nur Cassians Schwester, sondern auch Leanders Exfreundin…
Doch DAS es sich um die Exfreundin handelt, erfährt Delia nicht von ihrem Freund … Unabhängig (? ;)) von den Ereignissen ist die Beziehung zwischen den beiden gefährdet …

Als Delia schon völlig mit den Nerven am Ende ist taucht plötzlich Aaron O’Lorcan, der gefürchtete Teiler, auf.

Wer den ersten Band nicht kennt braucht sich hier nicht fürchten, denn obwohl die Geschichte aufeinander aufbaut, sind die Zusammenhänge auch so zu verstehen. Einige Informationen die sich auf den ersten Band beziehen sind werden im Buch jeweils durch einen kurzen Rückblick dem Leser vertraut gemacht. Es ist also möglich auch direkt mit Band II zu starten.

Der Schreibstil ist hier leicht und fluffig. Ich habe das ebook innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. (Das lag natürlich auch daran, dass es spannend war. ;)) Im ersten Band kritisierte ich die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler. In diesem Band sind sie größtenteils ausgemerzt. War gibt es noch das ein oder andere, aber beim Lesen stört es nicht wirklich.

~ Delia-Trilogie ~

Band I DELIA – Die saphirblauen Augen – https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/06/29/schau-mir-in-die-saphierblauen-augen-rezension-delia-teil-1
Band II DELIA – Das rubinrote Licht –
Band III DELIA – Das smaragdgrüne Feuer – folgt

~°~ Fazit ~°~

Oft birgt eine Triologie die Gefahr das die Geschichte sich einfach nur wiederholt. Das ist bei Delia, zumindest noch nicht, der Fall. Hier ist es eine zusammenhängende Geschichte, die aufeinander aufbaut und sich nur in kurzen Sätzen, als Hinweis für den Leser, wiederholt. Die Geschichte ist spannend und nicht durchschaubar. Die „alten“ Figuren wirken wie eben „alte Bekannte“. Neue Charaktere sind gut beschrieben.

Kurz: Ich freue mich schon auf Band drei und bin gespannt ob Delia sich entscheiden wird – und wenn für welche Seite.

Delia 2

~°~ Über die Autorin ~°~

Mia Bernauer wohnt zusammen mit ihrer aufgeweckten Tochter und Miffy – einer Zwergkaninchendame – in der bezaubernden Altstadt Dresdens und studierte Germanistik & Geschichtswissenschaft an der TU Dresden. Ursprünglich stammt sie aus einem Zweihundert-Seelendorf im Erzgebirge und erblickte im Drachenjahr 1988 das Licht der Welt.

Seit sie denken kann, ist sie eine Kunstnärrin. Alles was sich – egal, in welcher Form – mit Kunst beschäftigt, weckt ihr Interesse. Also begann sie, neben dem Zeichnen, sich im Schreiben zu probieren – wozu vielleicht ihr Studium einen klitzekleinen Teil dazu beigetragen haben könnte. Ihr Lieblingsgenre bleibt Fantasy mit einem Hauch an Romance.

Advertisements

Eindrücke eines Wochend-Trips – Hamburg (Teil 3)

Einer geht noch: Ein Blogbeitrag zu meinem (unserem) Hamburg-Trip.

An was denken viele als erstes, wenn sie „Hamburg“ hören?

Ganz klar an:

 Station 10 – Fischmarkt

„Immer wieder Sonntags …“ findet er statt, der berühmt berüchtigte Hamburger Fischmarkt. Sozusagen direkt an der Elbe. Wer dort hin will muss wirklich Frühaufsteher sein, denn während des Sommers (April – Oktober) geht er von 5:00 Uhr bis 09:30 Uhr, im Winter (November – März) bleibt nicht viel Zeit, der Markt beginnt „erst“ von 07 Uhr – 09:30 Uhr. – JA, alle Zeiten sind MORGENS!!!

Mein Göttergatte und ich wollten es uns nicht entgehen lassen, wenn wir auch erst gegen Mitternacht ins Bett konnten, da de Bootstour ja so lange dauerte. – Und glaubt mir, ich werde zickig wenn ich müde bin! Und ich werde nie zickig! (Na ja, außer wenn mir kalt ist. Und wenn ich Hunger habe. Und wenn ich auf die Toilette muss. Aber sonst nicht. Wirklich!!!)

Wir waren, auch ohne Wecker, rechtzeitig wach und stapften, durch den trüben Morgen, zur großen Elbstraße.

Der erste Eindruck: „Warum sperren die für den Fischmarkt alles ab?“ Der zweite: „Warum sind hier so viele Taxen?“ Dass DAS nichts mit dem Markt zu tun hatte sollten wir später erfahren …

Fischmarkt

Fischmarkt

Schon von weiten hörten wir Musik und lautstarke Stimmen, um nicht zu schreiben G E S C H R E I. Hier waren wir richtig. Leider sahen wir aber auch jede Menge Menschen, trotz trüb-grauem Himmel. Aber: Wenn man schon einmal so weit vorgedrungen ist, dann heißt es auch ab ins Getümmel! Ein Spießrutenlauf, okay eigentlich eher Slalomlauf, begann. Und ja, teilweise zerrte es doch schon an den Nerven, (Ich HASSE Menschen!)

Natürlich blieben wir auch bei dem ein oder anderem Stand stehen – und versuchten angesichts der Preise nicht in Ohnmacht zu fallen…

Den schönen Gegensatz boten da die Marktschreier. Mit Worten wie „und noch einer“ oder „dabei dabei …“ erfüllten sie unsere Ohren. Wie ihr ja wisst hasse ich shoppen, aber hier siegte der Verstand: Im Kopf überschlug ich was die Ware an Wert hat, die da in einem Korb oder einer Tüte landete… und ja, es war günstiger als im Einzelhandel! (Welch‘ Vorteil, wenn man mal Packerin im Supermarkt war! ;))

Ausbeute ;)

Ausbeute 😉

Vielleicht lag es an meiner Erkältung, das mich die bunten Früchte so anlachten. Als flüsterten sie mir zu: „Du brauchst uns! Wir haben Vitamine!“ Verdammt! JA, so ein prall gefüllter

Obstkorb mit exotischen Dingen wie Ananas und Kokosnuss, Wassermelone, Bananen, Nektarinen, Orangen, Pampelmusen, Weintrauben, Cocktailtomaten und noch vielem mehr wechselte in unseren Besitz … Glücklicherweise inklusive einer stabilen Tasche!

Nicht weit und ich erlag wieder. Genau genommen hat Ron mich geschubst! Und zwar am Süßwarenstand. Ihr wisst ja; Ich LIEBE Süßigkeiten. Meine Drogen sind Süßigkeiten, sag‘ ich immer. Als beim Schokoladenkönig die nächste Runde eingeläutet wurde und ich mich noch immer fragte was ich nun machen sollte, stieß mich mein Göttergatte von hinten an. Ein „Jetzt geh schon!“ und ein breites Grinsen konnte ich vernehmen – und stand schon, bewaffnet mit einer Tüte, vorm König! Das Gleichgewicht war wieder hergestellt: Vitamine UND Naschen. *grins*

Unser Plan war es eigentlich hier, in der Nähe, auch gleich zu Frühstücken. Blöderweise hatte noch alles zu. Nur der ansässige Bäcker hatte auf. Nur der hatte zwei Probleme: Zum einen war er propenvoll und zum andere redete das Personal nicht mit mir! Hallooooooo??????? Was war an diesem verflixten Morgen eigentlich los, dass mich jeder ignorierte? *grmpf* Ron befriedigte seinen Magen noch schnell mit einem „must have“, dem obligatorischem Fischbrötchen. (Ich fing einfach an den Obstkorb zu plündern und mir Weintrauben einzuverleiben. ;))

Nun hatten wir einen großen – und vor allen Dingen schweren – Korb mit (u.a.) Obst und eine leichte Tüte mit Naschwerk. (Da waren die Kalorien schwer!^^) Das musste nun ins Hotel geschafft werden. 30 Minuten Fußweg … Es fing an zu regnen …

Der Rückweg erwies sich als komplizierter, denn die Absperrungen zogen sich nun Kilometerweit. Wie wir dann auch schnell feststellten handelte es sich hier um ein Radrennen. Toll! Wegen den Rennradfahrern mussten wir Umwege laufen. 😉

Station 11 – Hauptbahnhof

Da wir nicht nur noch Zeit hatten, sondern vor allen Dingen auch ziemlich durchgeschwitzt waren, genehmigten wir uns erst einmal eine Dusche. Mein Kopf schwirrte inzwischen noch viel mehr und ich hielt mich nur mühsam auf den Beinen. Eigentlich hatten wir noch weitere Besichtigungen geplant doch, Erkältung und Migräne sei dank, war ich schon froh überhaupt irgendwie nach Hause zu kommen … 😦

Aber vorher mussten wir dringend noch etwas erledigen: Frühstück! Ich hatte seit dem Mittag im Lüneburg keine feste Nahrung mehr zu mir genommen. Wirklichen Appetit hatte ich noch immer nicht, aber mein Magen wollte etwas zum Verdauen und ich brauchte DRINGEND ein Heißgetränk. – Es könnte nämlich sein das ich ohne morgendliches Heißgetränk auch zickig werden…. – Ich sagte KÖNNTE … 😉

Da wir noch eine Stunde Zeit hatten suchten wir uns was zum hinsetzen und kehrten bei „Coffee Fellows“ ein. Von dem Laden hatte ich vorher noch nie was gehört. Da bin ich dann ja immer besonders neugierig. Hier setzt man auf Bagels. Alles wird wirklich frisch zubereitet. Da wartet man doch gerne ein paar Minuten. – Und lecker war mein großer Latte Caramel und mein Tomate-Mozzarella-Bagel allemal! (Und teuer. Aber lecker!^^)

Coffee Fellows

Coffee Fellows

An diesem Nachmittag war, für meinen Schatz, Rollenspiele-Sonntag (DSA = Das schwarze Auge). Durch unseren Hamburg-Trip hätte er eigentlich nicht teilgenommen. Da wir es aber beide für totalen Blödsinn halten, dass einer von uns Zuhause bleibt, nur weil der andere krank ist (Außer natürlich der Partner ist auf Hilfe angewiesen!) zog mein Held in die Weiten Aventuriens. Und ich? Ich zog, wohl behütet von zwölf Pfoten auf’s Sofa und lies die vielen Eindrücke des Wochenendes sacken …

~°~ Hier nochmal alle Beiträge über das Wochenende im Überblick ~°~

Ich hoffe meine „kleine Reise“ hat euch gefallen. – Keine Sorge, es werden weitere folgen. Nicht nur Reiseberichte. ;o)

1.) https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/07/20/eindrducke-eines-wochend-trips-luneburg-teil-1

2.) https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/07/23/eindrucke-eines-wochend-trips-luneburg-teil-2

3.) https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/07/25/eindrucke-eines-wochend-trips-luneburg-teil-3

4.) https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/07/26/eindrucke-eines-wochend-trips-hamburg-teil-1

5.) https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/07/27/eindrucke-eines-wochend-trips-hamburg-teil-2

Eindrücke eines Wochend-Trips – Hamburg (Teil 2)

SO: JETZT kommt es ENDLICH. DAS worauf ihr alle (besonders Einer *g*) gewartet habt. DER Bericht. Folgt mir auf Elbe und die „MS Hamburg“. Lasst euch bei den Zeilen den Wind um die Nase wehen und spürt die Wellen unter euch.

Viel Spaß & Gute Fahrt! 🙂

Station 9 – Elbe / Bootsparty

Seebär ;)

Seebär 😉

Im letzten Jahr hatte ich Glück und gewann bei einem Adventskalender (Das einzig gute an Weihnachten sind eben die vielen Gewinnspiele. ;)) von Elbeerlebnistörns zwei Karten für eine „Bordparty“. Allein deswegen fand der Trip nach Hamburg ja überhaupt statt. So ein Ticket kostet immerhin 55,- € pro Person. Das wollte ich nun wirklich nicht umkommen lassen. Besonders nicht, da mein Göttergatte und ich das Wasser lieben. (Meer wäre zwar besser, aber man nimmt ja was man bekommt.)

Ganze in Hamburg statt. Um genau zu sein an den St. Pauli Landungsbrücken. Zumindest „St. Pauli“ dürfte den meisten bekannt sein. Wer jetzt hier an Rotlicht und Lackoutfits denkt, den kann ich beruhigen (oder enttäuschen, je nachdem ;)). An den Landungsbrücken ist davon nichts zu sehen. Hier geht es gesittet zu. Die Menschen die sich dort tummeln sind Angestellte, Buisnesspeople, Punker, Musiker, Seebären, … Eben ein durch und durch gemischtes Publikum in jeder Altersgeneration. Ein freundliches „Moin moin“ ertönt von allen Seiten und es darf auch gerne zurück gegrüßt werden. Schon eine schöne Atmosphäre. – Zumindest solange die Stunde noch nicht zu weit fortgeschritten ist, denn dann steigt auch der Alkoholpegel und es wird ruppiger. Aber ich hatte ja meinen großen starken Held dabei und war damit sicher. 😉

Bei den Landungsbrücken handelt es sich um 10 Brücken. Erst kurz vor der Fahrt habe ich mitgeteilt bekommen an welcher genau „unser Schiff“ liegen wird. (Wen es interessiert: Es war die neun.) Die Reederei hat mehrere Schiffe unter ihrer Flagge laufen, die von der Bauart gleich sind. Mit der Information über die Ablegestelle bekam ich auch mitgeteilt welches Schiff es sein wird. Wir durften mit der „MS Hamburg“ in See stechen.

Für Technikfreaks und alle anderen hier kurz die Schiffsdaten:

Hamburg

MS Hamburg

Schiffstyp: Fahrgastschiff
Baujahr: 1996
Passagiere: 600
Länge: 56.00 m
Breite: 11.39 m
Tiefgang: 1.80 m
Leistung: 628 kW

Schiff warten nicht, daher waren wir pünktlich ab 19:30 Uhr auf der Brücke (die an Land, nicht die an Board) stehen und „boarden“. Oder auf Landrättisch: Dem guten Mann der vor dem Schiff steht seine Boardkarte geben und auf das Schiff gehen. 😉 – Bei uns gab es, durch den gewonnen Gutschein, noch ein kleines Problem. Mir wurde gesagt ich würde „auf der Gästeliste“ stehen und daher keine Karte bekommen. Solle einfach Bescheid sagen. Ich sagte Bescheid und wurde mit großen Augen angeguckt. Glücklicherweise konnte sich der Schiffsführer (Beim Binnenschiff gibt es nämlich keinen Kapitän! ;))  an meinen Namen erinnern, da der Veranstalter, bei dem ich gewonnen hatte, direkt an dem Tag wohl erst nachgebucht hatte. War zwar ärgerlich, hat ja aber doch noch alles geklappt.

Abgelegt hat das Schiff dann planmäßig um 20:00 Uhr. (Vorsorglich wurde aber noch gefragt, ob noch irgendwer vermisst wird. Als ob das aufgefallen wäre. ^^)

Auf den Boardkarten stehen Tischnummern. An genau diesen Tisch hat man sich auch zu setzen. Wir hatte die Tischnummer 13. – Der Mann überreichte uns die Bordkarten mit den Worten: „Die Unglücksnummer“, was wir direkt kräftig dementierten! 😀

Freie Platzwahl gibt es hier, außer am Oberdeck, nicht. Genau das war auch unser Nachteil, denn die Tische sind lang, wie Tafel aufgebaut. Etwa 10 Leute haben an einem Platz. Wäre normalerweise kein Problem, doch leider ist das Deck wirklich „vollgeknallt“ mit Tischen und Stühlen. Wer also nur am Fenster sitzt und ans Buffet möchte, muss sich erst mal durch acht andere Menschen bitte aufzustehen. (Jeweils von seinem eigenen und dem Tisch hintendran.) Es war also UNMÖGLICH bequem von A nach B zu kommen. Zwar könnte man sich ans Tischende setzen, aber dann wäre man derjenige der immer aufstehen muss. So oder so: VIEL zu eng! (Wer jetzt also auf die Idee kommt so eine Fahrt zu buchen: Macht das besser nur mit einer Gruppe!)

Büffet

Büffet

„Seeluft macht hungrig“ heißt es ja so schön. Auch wenn die Elbe „nur“ ein Fluss ist, Essen gibt es trotzdem. Und zwar jede Menge. Ein reichhaltiges und sehr schön angerichtetes warm-kaltes Buffet erwartet die Gäste. Zu Essen gibt es recht rustikal und typisch Norddeutsch:

Fleischscheiben wie Kassler und Putenbraten, Kochschinken mit Spargel, gemischte Gemüsebeilage, Kartoffeln, Mettwurstbreet, Fischplatten, teils geräuchert, diverse Brotsorten, diverse Salate, Aufschnitt- und Käseplatten, …
Alles nicht nur gut anzusehen, sondern auch zu verspeisen. Sah frisch aus und schmeckte auch so. Leider ist das Buffet sehr Fleisch-/ Fischlastig. Typisch Seefahrermahl eben.

Für mich als Vegetarier war das nicht so prall. Aber ich bin es gewohnt das viele nicht auf meine Ernährungsgewohnheiten eingestellt sind und, da ich nicht dafür bezahlt habe, fand ich es nun nicht so schlimm. Da ich mit einer fetten Erkältung kämpfte, habe ich eh nichts gegessen. Ron hat dafür zugeschlagen. Der Kassler, die Bratkartoffeln und was auch immer er dort noch verzehrt hat schmeckten ihm vorzüglich. 🙂

Was mich natürlich eh viel mehr interessierte war die Fahrt selbst. Es dauerte auch gar nicht lange und ich hatte mir einen Platz auf dem Oberdeck gesucht. Der wind wehte mir durch Haare und um die Nase, vor mir spiegelte sich das Wasser.

Los ging es von den Landungsbrücken (St. Pauli) immer geradeaus bis hinter Blankenese (Hamburger Villenvirtel). Da es Abends war fuhren wir quasi in den Sonnenuntergang. Es war herrlich wie sich die Sonnenstrahlen im Wasser gebrochen haben und funkelenden. Auf der rechten Seiten zog Hamburg vorbei, auf der linken Seite die „Copa Cabana“, Hamburgs Containerhafen. DAS nutzte ich natürlich direkt für die „Arbeit“ aus und schaute mir alles GANZ GENAU und kritisch an. Besonders die Ladesicherung. *lach*

Als die Sonne bereits dem Mond Platz gemacht hatte, fuhr die MS Hamburg eine Kehrschleife und machte sich auf den Rückweg. Sehr schön war es, dass der Schiffsführer einen Schlenker IN den Containerhafen machte. Wir waren ganz nah dran, an den Seeschiffen und den Industriehäfen. Das Schmieröl war genauso zu riechen wie das Salz welches an den Seeschiffen und Containern haftete.

Ich fand es großartig. Für kurze Zeit konnte ich mal abschalten. 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Während der ganzen Fahrt wurde Musik gespielt. (War ja auch eine „Party“.) Wer denn wollte konnte auf einer, doch recht kleinen, Fläche das Tanzbein schwingen. (Ich wollte im Übrigen nicht. Da ich nicht tanzen kann ersparte ich den Mitreisenden auch lieber den Versuch. ;))

Das Publikum war gemischt, von Jung bis Alt. Vor allen Dingen waren eine Menge Junggesellenabschiede an Board. (Meine Güte! Das Schiff war voller verdammt heißer Mädels!!! :D) Vielleicht lag es daran das die Musik entsprechende Ausmaße annahm. Von, sehr wenigen, aktuellen Liedern bis hin zu einer Menge Oldies reichte das Sortiment. Wünschen durfte man sich auch etwas. Allerdings ist die Sammlung des DJ sehr begrenzt. Mein Schatz und ich hörten kein einziges „unserer“ Lieder. Rock und Metall gab es einfach nicht. 😉

Wo viele Leute aufeinander treffen, da kann es nicht jedem recht gemacht werden. So auch auf diesem Schiff. Auf Grund des teils freien Alkohols befanden wir uns doch recht schnell zwischen einer großen Menge betrunkener Menschen. Bitte nicht falsch verstehen, ich gönne den Leuten ihren Spaß. Allerdings hat Alkohol die Wirkung das die Leute sich davon, ab einem gewissen Grad, ziemlich ungesittet benehmen. Schnell hatten sich also halbstark grölende Gruppen auf der Einen und irre kichernde Gruppen auf der anderen Seite gebildet. Das nervte wirklich schnell, da man sich ja auch nicht groß aus dem Weg gehen konnte. Ich bin generell kein Disco- oder Clubgänger. Ich mag Menschen schlichtweg nicht. Schon gar nicht auf geballtem Raum.

Auf der MS Hamburg kam ja noch erschwerend hinzu das alles wirklich viel zu eng ist. ABER: Wir haben die drei Stunden unbeschadet überstanden, viele Eindrücke gewonnen und noch mehr Fotos gemacht.

– Und, vor allen Dinge für meine lieben Kollegen, auch ein Video von der Beladung! (Ihr schuldet mir was. *g*)

Eindrücke eines Wochend-Trips – Hamburg (Teil 1)

Miguel brachte uns, tatsächlich lebend (!), nach Hamburg. Schon während wir uns dem Zentrum näherten sah ich meine „Behauptung“ bestätigt:

HAMBURG STINKT!!!

Nichts für ungut liebe Hamburger, Bewohner und Liebhaber der Stadt. Es ist nicht gegen euch persönlich gerichtet. (Ich bin KEINE Bremerin! ;)) Aber die Luft in Hamburg vertrug ich noch nie. Es riecht einfach unangenehm. Ich kann nicht mal genau sagen nach was. (Nein, kein Fisch!) Ich schätze es ist eine brisante Mischung aus Abgasen und Industrie. Schon früher bekam ich nach spätestens einer Stunde Aufenthalt Kopfschmerzen…. Ich gebe zu das ich gehofft hatte. ich hätte das „früher“ nur anders wahr genommen. Doch leider ….

Aber es half ja nichts. Immerhin war der Abend organisiert!

Station 7 – Hotel

Während mein Bruderherz sich wieder allein Richtung Heimat aufmachte, betraten Ron und ich das „Hotel Stephan“. Schon von außen machte es einen eher antiquarischen Eindruck. Genau so ging es innerhalb der Mauern weiter:

Eine junge freundliche Dame im Hoteloutfit (Bluse, Wese, dunkle Hose) empfing uns freudestrahlend. Das wirkte schon mal positiv. Aufs Zimmer brachte sie uns allerdings nicht, sondern drückte uns, mit einer kurzen mündlichen Wegbeschreibung, den Schlüssel in die Hand. Schon die Flure waren nebst retro Teppich mit goldenen Spiegeln, Dekoschalen und Marmortischen gespickt. Mir schwante schon, was uns hinter der Zimmertür erwarten würde …

Aussicht

Aussicht

Leider hatten wir nicht das Glück ein Zimmer mit Glück in den Garten zu bekommen, sondern zur Straße und hatten – ausgerechnet – Sicht auf eine Kirche. (Ob man uns bekehren wollte?) Und da sich sicher der Ein oder Andere fragt: Nein, es gab KEINE Bibel. Dafür aber ein Gesangsbuch. Und NEIN, wir haben nicht daraus geträllert. *g*

Unser Zimmer war, wie auch schon Eingang und Flur, in erster Linie eines: RETRO. Das Mobiliar hatte etwa den Charme wie die Wohnung meiner Großeltern. (Nur bei denen

Koje

Koje

roch es anderes.) Alles dunkle Möbel, gestreifte Tapeten und gerahmte Bilder. Es gab sogar eine Stehlampe mit Schirm! Neben der „älteren“ Optik waren die Möbel auch größtenteils abgestoßen. Das Bad war klein, hatte aber alles was Mann und Frau brauchen (inkl. Seife und Duschgel was man mitnehmen konnte. ^^) Es war eben zweckmäßig. Aber es war ja nur für eine Nacht. – Ach ja, das Bett hat übrigens die Nacht überstanden!!! *hust*

Das Personal ist hier irgendwie … durchwachsen. Beim einchecken hatten wir ja die nette (süße^^) Dame. Doch uns sollten noch ganz andere Gestalten begegnen.

Praktisch ist hier die 24-Stunden-Rezepzion, denn der Schüssel funktioniert nur für das Zimmer. Wer aber z.B. nachts ins Hotel möchte, findet draußen eine Klingel für den Nachtservice. Wir nutzten diesen – und waren etwas verwirrt. Uns öffnete ein junger Mann in Schlappershirt und mit verwuschelten Haaren. Er sah aus als hätten wir ihn grade aus dem Bett geschmissen. Ich gestehe, mir war das total unangenehm und ich fühlte mich nicht als Gast, sondern als Störfaktor.

Bei unser Abreise war ein etwas älterer Herr an der Rezeption, der uns zuvor bereits im Flur über den Weg gelaufen war. Da war er grade beim Mülleimer ausleeren. – Scheinbar macht hier jeder alles. – Am Morgen als wir zum Fischmarkt aufbrachen saß genau dieser Mann unten am PC und war sehr bestrebt darin uns zu ignorieren! Ich warf ein freundliches „Moin“ entgegen. Gehört müsste er das in der Lautstärke haben und weit und breit war niemand anderes. Eine Antwort erhielt ich nicht, nicht einmal einen Blick. Bei unser Abreise war der Mann dann freundlich und redete mit uns. Getreu dem Mott „Endlich reisen sie ab!“ Ich kam mir, mal wieder, komisch vor … Aber nun war es ja vorbei. 😉

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach dem Zimmerbezug bekam Miguel von mir eine MMS mit Foto des selbigen – und dem Text: „Guck mal, wir wohnen im Museum!“ 😀

Aber natürlich haben wir den Abend nicht nur im Hotel verbracht. Ganz im Gegenteil: Wir nutzten die noch verbleibende Zeit, nach einer erfrischenden Dusche, um die Gegend zu erkunden. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum Hafen.

Station 8 – Hafen

Auf dem Weg zum Hamburger Hafen entdeckten wir zwar nicht viel, vor allen Dingen eben (Fisch-)Restaurants, dafür aber auch so kuriose Sachen wie den „Klangfilmbildbarklub“. (Versucht das jetzt 3x schnell hintereinander zu sagen. Wir haben es nicht fehlerfrei hinbekommen. ;))

Am Fischmarkt verweilten wir kurz, um den An-/ Ausblick zu genießen und uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Fazit: Hier stinkt Hamburg schon viel weniger! 😉

Vom Land aus erkundeten wir Gegend und Wasser. Natürlich dachte ich auch daran hier eine Ansichtskarte vom Kiez für mein Bruderherz zu kaufen. HIER ist das mit (halb)nackten Frauen auf Karten eben wesentlich einfacher. 😀 Wie bereits erwähnt war Miguel ja allein unterwegs, umso mehr irritierte mich der Anblick von Leichenumrissen … Meine Fantasie tat ihr übrigens und ein neues (Haus-)Blogeintrag war geboren. (http://haus.miguel.de/venizianische-gedankengaenge-ein-moerder-allein-in-venedig)

Die Zeit bis zum bording nutzten Ron und ich um den Hafen ein wenig runter zu laufen. Die Sonne schien, ein laues Lüftchen wehte und die Wellen rauschten. Es war wirklich angenehm.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dann kam sie endlich, die Stunde des bordings und die ersehnte Bootsfahrt rückte in greifbare Nähe … Doch von der möchte ich euch in meinem nächsten Eintrag berichten. Bleibt neugierig. 😉

Eindrücke eines Wochend-Trips – Lüneburg (Teil 3)

Gut gestärkt vom Essen brachen wir zum Parkaus auf. Dazu wählten wir den Weg über unsere nächste Station:

Station 5 – Am Sande

Der Platz „Am Sande“ war im Mittelalter ungepflastert. Auf dem Sandplatz (daher der Name) stellten die Kaufleute ihre Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren ab und, na was wohl ?, genau: verkauften und kaufen hier Waren. Ich erwähnte ja bereits das Lüneburg die Stadt der Kaufleute war. Heute wird dieser Platz für Veranstaltungen, wie z.B. das jährliche Stadtfest genutzt. – Ich kenne diesen Platz übrigens noch mit einer kleinen Sandfläche und später mit Kopfsteinpflaster. „Damals“ war es auch noch erlaubt hier mit dem Auto rein zu fahren. Heute ist das Bussen und Taxen vorbehalten.

Die Gibelhäuser sind in der gesamten Stadt, aber eben besonders hier zu sehen. Besonders sind dabei die Lüneburger Treppen- und Schneckengibel. (Behaupten die Stadtführer. Für mich sind es eben Häuser…)

Wer „Am Sande“ steht und den Blick schweifen lässt wird an beiden Enden des Platzes etwas entdecken:

Das Schwarze Haus

Das Schwarze Haus

An der einen Seite das „Schwarze Haus“ in dem die Industrie und Handelskammer Lüneburg-Stade untergebracht ist. Die IHK ist nichts besonderes, darfür aber das Gebäude selbst. Es handelt sich um ein Renaissance-Doppelgiebelhaus. 1548 wurde der breite Teil des Gebäudes als Brauhaus genutzt. (Ja, Lüneburg hatte zwei Sachen: Kaufleute und Bier! ;)) Die Steine sind aber nicht von sich aus schwarz sondern wurden, wie damals üblich, mit schwarzer Farbe gestrichen. Die Fugen wurden – und zwar ALLE – in mühevoller Kleinarbeit nachgemalt. Wer genau hinsieht kann das am Hauptgebäude noch heute erkennen.

Auf der anderen Seite steht, wer hätte das gedacht, eine Kirche. Die „St. Johannis-Kirche“. Gut, das ist erst einmal nichts besonderes. ABER: Bei dieser handelt es sich um

eines der ältesten Backstein-Bauwerke in Lüneburg. Schon 927 wurde sie als Taufkirche erwähnt und ist somit die Älteste Niedersachsens. Wer sich mehr für Menschen als

St. Johannis Kirche

St. Johannis Kirche

Gebäude interessiert, dem kann ich auch etwas erzählen, denn hier war Kontor und Komponist Georg Böhm tätig. Und der war … tadaaa … der Onkel von Johann Sebastian Bach! Er brachte seinem Neffen hier das Orgelspiel und das komponieren bei.

Einmal am Tag (Montag – Freitag um 09:00 Uhr, Samstag um 10:00 Uhr) gibt es kein Glockenspiel, sondern es bläst ein Turmbläser zur vollen Stunde. (Klingt auch gar nicht soooo übel. ;))

Station 6 – Wasserturm

Wasserturm

Wasserturm

Und was macht man am besten als Abschluss einer solcher Sightseeingtour? Genau: Sich die Stadt einmal von OBEN angucken! Dazu bestiegen wir den „Lüneburger Wasserturm“.

Der Wasserturm wurde 1906-1907 aus den Resten der mittelalterlichen Wallanlagen im Stil der Backsteingotik erbaut. Er hatte einen Hochtank mit einem Volumen von 500.000 Litern und versorgte die Bürger bis 1985 mit Trinkwasser. Allerdings stiegt der Bedarf so rapide an, dass er nicht mehr ausreichte und ungenutzt herumstand. Der Turm verfiel zusehends bis ihn 1998 ein Trägerverein kaufte und ihn nun nicht nur in Stand hält, sondern auch Ausstellungen zeigt und, daher wollte ich auch hin, eine Aussichtsplattform zur Verfügung stellt. Bei klarem Wetter kann man, angeblich, in eine Richtung bis nach Uelzen (Da bin ich übrigens geboren. ^^) und in die andere bis nach Hamburg blicken. Bei uns fing es, natürlich, an zu regnen, …

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Na, ist irgendjemand etwas bei der Sightseeing-Tour aufgefallen? Nicht? ALTER Kran, ALTES Kaufhaus, ALTES Rathaus, ALTstadt,

Oder, um es mit den Worten von Heinrich Heine auszudrücken, der Lüneburg in einem Brief an seine Schwester äußert treffend beschrieb:

„Es ist die Residenz der Langeweile, ich glaube auf dem Rathaus steht ein Kulturableiter.“

Ich hoffe der Kurztrip in meine „alte Heimat“ Lüneburg hat euch gefallen und freue mich darauf euch als nächstes von einer nahe gelegen und auch „etwas“ größeren Stadt zu berichten. Folgt mir in den nächsten Blogbeiträgen nach Hamburg!

Eindrücke eines Wochend-Trips – Lüneburg (Teil 2)

Station 3 – Bäckerstraße

Die „Große Bäckerstraße“ und die „Kleine Bäckerstraße“ sind DIE Shoppingmeile der Stadt. Oder anders: Was anderes gibt es in Lüneburg auch nicht! Hier gibt es jede Menge Geschäfte mit Dingen die Einwohner brauchen – oder eben auch nicht. Wie Miguel nach einigen Kleidungsgeschäften anmerkte, geht der Modetrend hier an die 50+. Er hat recht!

Doch neben dem ganzen super tollen Geschäften gibt es auch noch das ein oder andere Häuschen zu sehen. Leider muss man die „richtigen“ erst einmal finden.

An einem der Häuser prangt im Gibel die Figur des „Tapferen Bäckerlein“. Jaja, andere hatten einen tapferen Schneider, Lüneburg einen tapferen Bäcker. Riesen mit leerem Magen töten ist auch ja nicht so prall und mit einer Brotschiebestange kämpft es sich auch viel besser! Genau das soll ein Bäcker getan haben: In der „Lüneburger Ursula-Nacht“ (21.-22.10.1371), ein Erbfolgenkrieg zwischen dem „Alten Hause Braunschweig“ und Herzog Magnus Torquatus II. (Man hatten die damals komplizierte Namen!) Jedenfalls stand einst ein Heer vor den Toren der Stadt und an die 700 Streiter versuchten Lüneburg zu erobern. Mit Leitern überstiegen sie die Bollwerke und standen der Bürgerwehr gegenüber. Die Ritter konnten in den Stadtkern eindringen, doch die Bürgerwehr formierten sich neu. Unter ihnen auch ein Bäcker. Den Geschichten zufolge soll er mit seiner Brotschiebestange ganze 22 Ritter (!) erschlagen haben. Ob er danach noch Brot backen konnte ist mir leider nicht bekannt. Für Ron jedoch war es eine sehr interessante Geschichte. 🙂

Aber natürlich sollte Miguel auch etwas zu höre bekommen. Was lag da näher, als die „Alte Ratsapotheke“ aufzusuchen?

Sie wurde 1578 erbaut und hat ein Renaissance-Portal aus Sandstein, welches die Blicke auf sich zieht. (Bei mir auf Grund der Hässlichkeit. Aber gut, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. ;)) Die beiden Frauen an den Seiten des Portals sollen „Euvaktus“ (Geruch) und „Gustus“ (Geschmack) symbolisieren, denn im 18. Jahrhundert war in dem Keller der Apotheke eine Kaffeestube untergebracht. Das schwarze Getränk war damals nicht überall zu bekommen, hier beim Apotheker konnten die Lüneburger ihren ersten Kaffee trinken. – Miguel würde das jetzt vermutlich verwenden und sagen er hätte schon immer gewusst das Kaffee Medizin sei. *g*

Station 4 – Schießgrabenstraße / Mälzer

Trotz des Frühstückes, irgendetwas Essen wollten mir schon noch. Das gehört bei Sightseeingtouren ja irgendwie dazu, oder? Natürlich hatte ich mir auch hier im Vorfeld schon Gedanken gemacht und ei Lokal auserkoren: Das „Mälzer“.

Nightclub

Nightclub

Auf dem Weg dorthin gab es nicht viel zu sehen, wenn man vom „Nightclub“ mal absieht. Allerdings war hier Mittags nicht wirklich was los und wir kreuzten die Straße lediglich, so dass die Jungs leider *hust* nicht in weitere Blickgenüsse kamen.

Natürlich hatte ich mir das Lokal, nicht nur, auf Grund der Speisekarte ausgesucht. (Als Vegetarier ist es manchmal leider eine Herausforderung mehr als nur Salat zu bekommen.) Der Hauptgrund war das es sich um eine kleine Brauerei handelt oder, um ganz genau zu sein, um eine Gasthausbrauerei. In den Geschichtsbüchern taucht das Mälzer das erste Mal 1540 als Brauerei auf. Hier hat also alles WIRKLICH Geschichte. Besonders toll ist, neben den direkt dort gebrauten Bieren, dass der Gast hier direkt neben den Braukesseln speisen kann! Besonders abends, wenn das Kerzenlicht sich in den kupferfarbenen Kesseln spiegelt, hat die Atmosphäre ihren ganz eigenen Charme. – Achja, das Essen schmeckt auch wirklich gut (und ist bezahlbar). 😉 Ron hat sich für eine eher tradionelle Ofenkartoffel mit schottischem Rauchlachs und Sour Creme entschieden hat, war Miguel ganz mutig und versuchte die „Variation von original Emder Matjes“, besteht aus Aalrauch-, Sherry- und Pfeffermatjes mit Zwiebelringen und Heidekartoffeln. Meine Wenigkeit, als Vegetarierin, griff in die Gourmetecke und bestellte einen Mälzer-Vegi-Burger. 😉

Gut gestärkt – oder auch vollgefressen ^^ – ging es, über zwei weitere Stationen, zurück Richtung Parkhaus.

Eindrücke eines Wochend-Trips – Lüneburg (Teil 1)

Inzwischen ist eine Woche vergangen, als ich mit Partner und Freund in die Vergangenheit aufbrach. Die Fotos sind sortiert und die Blogbeiträge warten darauf geschrieben zu werden – und wie ich ja schon weiß, wartet der ein oder andere auch sehnsüchtig auf die Veröffentlichung. 😉 Auch wenn der Ein oder Andere total gespannt auf die Fotos vom Hamburger Hafen ist, so möchte ich doch die chronologische Reihenfolge einhalten. Seht es mir nach. ABER: Wer ich für Geschichte interessiert, kann hier noch das ein oder andere lernen. (Für fachliche Richtigkeit gebe ich allerdings keine Garantie. ;))Da es viel zu erzählen gibt und ich euch nicht langweilen will, teile ich die Beiträge auf. Diese Woche steht also im Zeichen des letzten Wochenendtrips. Los geht es mit den ersten beiden Stationen. Viel Spaß! 😉

Unsere erste Station, samt Besuch bei meiner Mutter und meinen Stiefvater, war …

LÜNEBURG

Hanse-, Salz- und Universitätsstadt Lüneburg um es ganz genau zu machen. ^^

OrtsschildLGAber bevor ich den Männer meine „alte Heimat“ zeigen konnte, ging es nach Bleckede. Angeblich auch eine Stadt, trotz 5 Häusern und 30 Kühen. Immerhin. Aber „Kaneelbrötchen“ gibt es da nicht. Nirgends in der Region. Das scheint typisch bremisch zu sein. Und genau deswegen „muss“ ich diese Dinger immer exportieren. Als angehende Spedi ja auch kein Problem. 😉 (Wer Kaneelbötchen nicht kennt: Das sind Zimtbrötchen. Schlicht und einfach. Außer in Bremen. Die sind hier felsenfest davon überzeugt, dass das was anderes ist. – Mein Schatz – der gelernter Bäcker ist – kannte die Dinger bis dato gar nicht. Außer eben als Zimtbrötchen. Aber gut, Bremer sind eh ein Volk für sich. ;)) Als wir Baustellen und Umleitungen überwunden hatten, gab’s bei meinen „Eltern“ ein gemeinsames Frühstück und Gequatsche. (Kann echt anstrengend sein…)

Nach nicht allzu langer Zeit, machten wir uns auf den Weg in die City. Die „richtige“: Lüneburg. Auch ich war seit drei Jahren nicht mehr dort, so dass ich mich selbst erst mal orientieren musst. Fazit: Es hat sich in vier Jahren schlicht NICHTS verändert!!! Lüneburg steht still. Das war schon immer so. Vielleicht habe ich mich deswegen dort nie wirklich wohl gefühlt.

Da Ron gerne sehen wollte wo ich überhaupt herkomme und auch Miguel noch nie in der Stintstadt war, hatte ich mir im Vorfeld eine kleine Führung ausgedacht.

Kaum aus dem Parkhaus entdeckte Miguel aber auch schon direkt ein Parteibüro „Der Linken“. (Nein, er ist kein Mitglied. Fand es aber wohl toll, dass es in einer SPD-regierten Stadt was gegensätzliches gibt. Was weiß ich. ;))

Linkes Parteibüro - und selfmade von uns dreien. ;)

Linkes Parteibüro – und selfmade von uns Dreien. 😉

Station 1 – Stintmarkt

Der Stintmarkt, von den Einheimischen schlicht „Stint“ genannt, ist Lüneburgs Hafenviertel. Früher war dies Handelplatz. Hier schipperte man über die Ilmenau nach Lübeck um mit Salz zu handeln. Zurück brachte man Heringe: Stinte. (Stinte riechen intensiv nach frischen Gurken und haben einen 2-3 cm langen Wurm im Rücken.) Daher kommt auch der Name des Marktes. Lüneburg entdeckte den Stint dann 2007 für sein Marketing und stellte 500 Figuren der Fische überall auf. – Die stehen noch immer. – Salzhandel wird hier nicht mehr betrieben, dennoch kann der Besucher noch das ein oder andere entdecken:

Das „Alte Kaufhaus“ (oder auch „Dat Heringhus“ wurde 1742 errichtet. Hier wurden früher Salz und Stinte verkauft. (Etwa so etwas wie die Markthallen.) 1959 fiel das Gebäude einem Brandstifter zum Opfer, nur die barocke Fassade blieb erhalten. Dahinter wurde einfach neu gebaut. Seit 2010 ist hier nun ein Hotel untergebracht.

Der „Alte Kran“ ist noch heute voll funktionsfähig. Genutzt wird er nicht mehr, das Industriedenkmal steht aber für Stadtführungen offen. Ich habe mir sagen lassen, dass während der Führung wohl auch mal getreten werden darf. – Mit Elektronik war damals ja noch nicht soviel. 😉 – Der Kran gilt als „heimliches Wahrzeichen der Stadt“. – Glaubt mir, viel Schöneres hat die Stadt auch nicht!!!

Längst ist der Stintmarkt eine „romantische“ Kneipenmeile. Ich glaube irgendwie geröhrt das am Wasser immer dazu. Die „Meile“ umfasst allerdings nur ein paar Hundert Meter. Und wirklich spektakuläres gibt es auch nicht. Ist aber, wenn man hier wohnt, schon schön am leicht beleuchteten Hafen zu sitzen, und ein kühles Getränk zu genießen. 😉

Station 2 – Marktplatz

Ja, genau. Noch ein Marktplatz. Lüneburg war eben eine Kaufmannsstadt. Hier wird aber noch gehandelt. Jeden Mittwoch und Samstag ist nämlich Wochenmarkt. War also auch bei unser Tour. Was total blöd war, da es dementsprechend sehr voll war. Alle „Sehenswürdigkeiten“ konnte ich so nicht zeigen bzw. nicht in ihrer ganzen Pracht. Fotografieren teilweise unmöglich. Schon blöd. Aber ein bisschen was konnte ich dennoch erzählen:

Am Kopfende steht z.B. das „Alte Rathaus“. Von irgendwo muss das Volk ja auch regiert werden. ^^ Das Besondere dabei ist wohl, dass es quasi aus mehreren Teilen besteht. Der älteste Teil entstand um 1230, sobald man mehr Platz brauchte hat man einfach angebaut. Die Stile sind reichen daher von Gotik bis Renaissance. Im Turm befindet sich ein Uhrwerk mit einem Glockenspiel aus Meißner Porzellan.

Dann gibt es, so quasi auf dem Marktplatz, den „Luna-Brunnen“. Er wird schon seit 1530 mit Wasser gespeist. – Außer natürlich, wenn Markt ist und man seinen Besuchern die Stadt zeigen möchte! – Auf der Säule die auf dem Brunnen steht, ist „Luna“, die griechische Mondgöttin zu sehen. Sie wurde auf Grund eines Irrtums dort installiert: Im 16. und 17. Jahrhundert glaubten die Lüneburger, dass die Stadt einst römische Siedlung war und daher eben der Name „Lüneburg“ (von Luna) komme. Der Irrtum wurde doch verhältnismäßig schnell aufgeklärt, geblieben ist die Göttin dennoch. Aber woher stammt der Stadtname denn nun wirklich? Es kommt von dem Wort „Hluini“ und bedeutet Zuflucht. Das karolingische Heer hatte hier im 8. Jahrhundert seinen Lageplatz so benannt. Ziemlich unspektakulär, oder?

Aber auch berühmte Leute gab es in Lüneburg. So ist am Rande des Marktplatzes das „Heinrich-Heine Haus“. Auch wenn der Name eher unpassend ist, denn der Dichter wohnte selbst nur ein Jahr hier. Es ist das Haus seiner Eltern die von ca. 1821 – 1828 hier lebten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.