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Lesen mach devot! Die Literatur von „Fifty Shades of Grey“ verändert die Psyche!

Menschen haben irgendwie einen Hang dazu alles analysieren und erforschen zu müssen. Dabei entstehen die interessantesten Studien. Manchmal auch die kuriosesten Zusammenhänge von X und Y die dann A ergeben. Da ich gerne und viel lese finde ich natürlich u.a. besonders solche interessant, bei denen es z.B. um das Lesen bzw. deren Auswirkungen geht. Tatsächlich habe ich etwas gefunden, welches sich im Genre Erotik ansiedelt. Eine Studie zu der Buchreihe „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James. Die meisten von euch kennen es sicher, zumindest vom Namen nach. (Stand ja gefühlte Ewigkeiten auf den Bestsellerlisten.)

Ich selbst habe den Drang dazu Bücher die gehypt werden stumpf zu ignorieren und erst recht NICHT zu lesen. Ja, richtig. Ich habe „Fity“ bis heute nicht gelesen. Oh nein, Schande über mein Haupt! 😉 Oder auch nicht? Denn ich habe da einen wirklichen Vorteil, denn diese Buchreihe gefährdet massiv die Psyche!!! So liebe Leser, DAS habt ihr jetzt davon, dass:

– ihr schneller Essstörungen entwickelt, weil ihr euch zu Extremdiäten entschließt 50ty

– schneller zum Alkohol greift

– ihr gestalkt werdet

– eurer Partner euch (verbal) erniedrigt

Was ich da für einen Blödsinn von mir gebe? Die Ergebnisse einer der Michigan State University durchgeführten Studie. 650 junge Frauen (18-24 Jahre) wollten herausfinden welchen Zusammenhang es zwischen gesundheitlichen Risiken und dem Lesen von Literatur, in der Gewalt gegen Frauen ein Thema ist (fiktiv). „Fifty Shades of Grey“-Leser sollten dabei tatsächlich psychische Veränderungen gezeigt haben!

(Die Studie wurde hier veröffentlicht: http://www.womenshealthmag.com)

25 % – Würden sich einen Partner nehmen der sie anschreit oder sie beschimpft.

„Schlag mich, beiß mich, gib mir Tiernamen!“ – „???. Feldhamster!“

35 % – Hätten kein Problem damit, wenn der Mann Stalker-Eigenschaften zeigt.

„Ich stalke dich.“ – „Die Mühe kannst du dir sparen. Mein Leben ist online. Ich blogge!“

75 % – würden sich einer Extremdiät unterzeihen oder gleich für mehr als einen Tag auf Nahrung verzichten.

„Bist du auf Diät?“ – „Nein. Ich mochte das Essen deiner Mutter einfach noch nie!“

63 % – Würden in ihrem Leben gerne mit mehr als fünf Männern Sex gehabt haben.

„Liebling, hast du eigentlich noch Brüder?“ – „Ja, warum???“

Und viele der Trilogie-Leserinnen waren gefährdet vermehrt auf Alkohol zurückzugreifen.

Da ich die Bücher nicht kenne: Muss Frau sich Mut antrinken oder sind sie so schlecht, dass die Lektüre nüchtern nicht zu ertragen ist???

Fotograf: all eyes [2011]
Fotograf: all eyes [2011]

Aufklärung ist wichtig. (Die Älteren kennen sie sicher noch, die Geschichte von den Bienen und den Blümlein und deren Garten gedeiht heute sicher prächtig ;)) Experten raten bereits mit Kindern „konstruktive Gespräche über Sexualität, das eigene Körperbild und Geschlechterrollen“, sowie eine „Kommunikation ohne Tabu“ zu führen. Spätestens zu Beginn der Schulreife. (Laut meiner Recherche gibt es diesen Begriff jedoch nur noch bei Waldorfpädagogen. Ansonsten wird von der Schulfähigkeit gesprochen.)

Da stellt sich jetzt natürlich die Frage: Wie soll das aussehen? In Deutsch die Gesichte der O, in Sport die besten Fessel- und Knebelmethoden und in Englisch Dirty Talk??? 😉

13 Gedanken zu „Lesen mach devot! Die Literatur von „Fifty Shades of Grey“ verändert die Psyche!“

  1. Ich kann Dir versichern, dass Du nichts verpasst hast. Ich habe mich durch den ersten Teil gekämpft, nachdem die Tankstellenfrau es mir wie verrückt angepriesen hatte (mein Buch für’s Taxi war zu ende, seither kaufe ich wieder in der Buchhandlung).
    Im Gegensatz zu Dir, WUSSTE ich nicht mal, dass es auf irgendeiner Liste stand und ich verstehe Bis heute nicht wieso. Es hatte mich einfach nicht angesprochen. Besser wäre ich dabei geblieben.
    Es ist einfach schlecht geschrieben.
    Zu viele ganze Wortgruppen die, sich ständig wiederholen gehen mir grundsätzlich auf die Nerven.
    Das ist das, was mir in Erinnerung geblieben ist.
    Seither lese ich Bücher, die mir nicht zusagen, nicht mehr zu Ende.
    Sie werden meist einfach nicht besser.
    Wie anfangs schon erwähnt: Nix verpasst.
    Das mit der Bestseller Liste…. Haben die Emanuelle Filme eigentlich mal nen Oskar bekommen? Das wäre ähnlich unverständlich.
    Sei’s drum
    Ich hatte Glück.
    Kein Mann, der mich erniedrigt.
    Keine Rückkehr zum Alkohol.

    Ich bin halt eine starke Persönlichkeit 😀

    Vielen Dank, für den Hinweis, auf diese Studie. Deine Fragen (und vor allem Deine Antworten) haben mich wirklich amüsiert.

    Ich wünsche Dir einen lust(vollen)igen Tag!

    Herzlichst
    Silvia Meerbothe

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  2. Hmmm… ich brauch kein Buch um Alkohol zu trinken mein Leben reicht als Grund aus. 🐱
    Ich selbst hab ja dieses Dom\Sub zeug nie richtig verstanden und auf enges Leder steht ich erst seit Catwoman. Aber hey… das ist wie mit Horrorfilme und Rock’N’Roll. Wir sind heute alle Barbaren wie Conan.
    Zusammengefasst: Die spinnen die Amis
    🐾🐱

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  3. Ob das Lesen dieser „Werke“ die Psyche verändert weiß ich nicht, aber ich brauche diese Art von „Literatur“ nicht zu lesen, um zu wissen, dass da auf eine sehr billige Masche hin Geld verdient werden will und leider auch wurde…

    (gute Gedanken von Dir)

    LG

    Maccabros

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  4. Also erst dachte ich mir noch „Neeeeeeeinnnn! Nicht wieder Shades of Grey Hype!“
    Aber da kann ich ja jetzt bei dir beruhigt sein;)
    Ich wollte mir das Buch mal zum Reinschmökern von ner Freundin borgen ob es wirklich so schlecht ist… worauf ich es zum GB bekommen habe… hurra…
    Und ich kann sagen… es ist leider wirkich so mies geschrieben wie man sagt und vom erotischen Aspekt nicht besonders interessant, bzw. kommen auch so nette Fehler vor ala „die eine Hand hat er da, die andere dort und mit der anderen Hand macht er das…“ usw. von der Wortwiederholung mancher Wörter ganz zu schweigen.

    Das es die Psyche verändern kann wenn man sich da richtig reinsteigert glaube ich schon. Aber das Ergebnis ist gleichzeitig witzig und ein wenig bedenklich. Es hört sich für mich so an als würden viele jetzt denken sie stehen auf S/M. Da kann man leicht sein blaues Wunder erleben, denn Theorie & Praxis liegen ein Stück auseinander.

    Hoffen wir das der Hype irgendwann zurück geht und die Damen aus ihrem sadomasochistischem Liebestraum wieder aufwachen;)

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  5. Ach wie fein! Ich habs auch nicht gelesen! Und irgendwie auch nicht den Eindruck, etwas verpasst zu haben.
    Das mit den Studien ist ja immer so eine Sache. Man muss ja nur die richtigen Dinge in die scheinbar richtigen Zusammenhänge bringen, dann kannst du alles beweisen, oder eben auch das genaue Gegenteil.
    Besonders gefährdet sind übrigens Frauen mit dunkelbraunen Haaren und mit Schuhgröße 5 1/2.
    Einzig und allein stimmt: glaube nur der Statistik, die Du selber gefälscht hast!

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  6. Hmmm, also den Beitrag auf womenshealthmag.com habe ich nicht gefunden.
    Aber beim Betrachten der „psychischen Besonderheiten“ habe ich (abgesehen von der Frage, ob erst die Gewohnheiten da waren oder erst das Buch – das alte Henne-Ei-Problem) gedacht: „was ist daran so besonderes?“

    25 % – Würden sich einen Partner nehmen der sie anschreit oder sie beschimpft.

    Wenn 25 % mal ausreicht an Beziehungen, in denen geschrien oder beschimpft wird – und das wäre für keine von den Frauen (oder auch Männern) ein Trennungsgrund.

    75 % – würden sich einer Extremdiät unterzeihen oder gleich für mehr als einen Tag auf Nahrung verzichten.

    Ist das nicht quasi der Inititationsritus, dem sich fast alle Frauen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben unterziehen?

    63 % – Würden in ihrem Leben gerne mit mehr als fünf Männern Sex gehabt haben.

    Öööhm, fünf ??? Liegt nicht die durchschnittliche Zahl bei deutschen Frauen schon höher :-)?

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  7. Also ich muss zugeben, nachdem ich jemanden gefunden habe, der mir alle drei Bände ausleiht (selbst kaufen wollte ich sie mir nicht), habe ich sie auch vor etwa einem Monat alle gelesen.
    Die Bücher sind völlig überbewertet. Das, was dort als BDSM angepriesen wird, wird in jeder Jolie oder Cosmopolitan mindestens 6x im Jahr angepriesen. Das richtig interessante passiert nicht – der Leser wird 300 Seiten gefoltert und am Schluss völlig enttäuscht (und unbefriedigt) zurückgelassen… Devot? Ein theoretischer Fachbegriff, der im Buch an sich nichts zu suchen hat. Die beiden anderen Bände beinhalten dann ganz normal die „typischen“ Wünsche der frustrierten, amerikanischen Hausfrau. Heirat und Kind. Nebenbei heilt sie natürlich seine seelischen Verletzungen aus der Kindheit und natürlich seinen Hang zu BDSM….
    Ja, diese Bücher sorgen NATÜRLICH zu mehr devoten Beziehungen 😉

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  8. Hmm…ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht. Ich habe tatsächlich die ganze Trilogie gelesen, kann mich mit dieser Studie aber rein gar nicht anschließen. Was auch immer dieser Trend jetzt soll, dass man das starke Bedürfnis hat sein Sexualleben in der Öffentlichkeit diskutieren zu müssen. „Der Genießer schweigt“ kommt doch nicht von ungefähr!
    Sollte die Studie mit solchen weiblichen Individuen durchgeführt worden sein, die dazu beigetragen haben, dass das Werk auf den Bestsellerlisten erscheint, wundert mich absolut gar nichts mehr. Da ist die Psyche von Anfang an im Eimer gewesen…ich weiß, ich weiß..klingt sehr über den Kamm geschoren (jaaa, die Vergangenheit von scheren ist geschoren), jedoch bleibe ich bei der Meinung, da leider zu viele Leute dazu neigen sich ihren Vorbildern anzupassen. Statt eine eigene Persönlichkeit auszubilden wird Rollen“idealen“ nachgeeifert. Ob diese dabei fiktiver Natur sind oder nicht spielt offensichtlich keine Rolle….leider.

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  9. Danke für die Info der Studie zu einem Buch oder gar Serie, die ich nicht gelesen habe und auch nicht vor habe zu lesen.
    Vor über 20 Jahren habe ich Herr der Ringe gelesen und es war mir peinlich mit anderen darüber zu reden, dass ich so was lese. Heute liest man peinliche Shade-Bücher und posaunt es überall rum, es wird zum Talkstoff im Büro unter Kolleginnen *kopfschüttel… Ja irgendwas hat sich verändert 🙂 *ts

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