Erinnerungen, Fotos

Notdurft ist, wenn nötig wird was man nicht darf!

Gestern in der Regio-S-Bahn. Durchsage der Zugbegleiterin: „Sehr geehrte Fahrgäste, willkommen in der ZYX nach XY. Ich sag jetzt gar nicht mehr, nur ein dickes Entschuldigung für die Verspätung von sechs Minuten. Grund der Verspätung war ein Polizeieinsatz, ausgelöst durch unflätiges Verhalten eines Fahrgastes.“ DAS war mal ein neuer Grund. Endlich mal keine Bauarbeiten, defekten Türen, vorbeifahrende Züge der Streiks anderer Schienennutzer! Die meisten Fahrgäste mussten bei dieser Durchsage schmunzeln. (Ich auch.) Von der Stimme her war die gute Dame noch recht jung und, ich glaube, sie meinte es absolut ernst! Ob sie wohl von einem Fahrgast belästigt worden war? Diese Frage blieb offen.

Aber wie so oft löst diese Durchsage bei mir etwas aus. In diesem Fall fungierte das „unflätige Verhalten“ als ein Trigger, der meine Erinnerung aktivierte.

Vor einer Woche etwa nutzte ich den Seiteneingang am Hauptbahnhof. Ein guter Trick um den Menschenmassen einigermaßen zu entgehen. In der Ecke stand auch nur ein doch recht schmuddelig wirkender Mann, den ich aber nicht weiter beachtete. Er kehrte mir eh den Rücken zu. Mir kam eine kleine Gruppe Polizisten entgegen. Im Vorbeigehen registrierte ich, dass sie sich grade Essen geholt hatten. Anhand der Verpackung vermutete ich türkisch oder griechisch. Da dachte ich mir noch nichts bei. Erst als eine Polizisten plötzlich sagte: „Das ist jetzt wohl nicht ihr ernst?“ Meinte dich mich??? Ich drehte mich um. Nein, sie meinte den Mann in der Ecke. „Schniedel einpacken! Aber sofort!“ – Ja, der Mann hatte tatsächlich einfach in die Bahnhofsecke uriniert. DRINNEN! Er wurde erwischt und damit war „Waffe fallen lassen.“ ausnahmsweise mal out. – Mir taten die Polizisten ein wenig Leid. Es war schon ein schräges Bild: In der einen Ecke ein pinkelnder Mann, in der anderen eiige Polizisten mit Essen in der Hand. Na dann: Guten Appetit! 😉

So wirklich Einzelfälle scheinen das nicht zu sein. Mir ist schon klar: „Was raus muss, muss raus.“ Aber bei einigen Menschen frage ich mich dann doch, ob das denn wirklich nötig ist. Wild urinieren ist in Deutschland verboten und sogar recht teuer, wenn man erwischt wird. Aber wenn es denn gar nicht anderes geht könnten die betreffenden Personen sich doch wenigstens ins Gebüsch verdrücken!? Nicht so konnte es scheinbar auch dieser Herr. Er ließ vor meinen Augen die Hose runter und pinkelte hinter die Bushaltestelle. Die Hände gewaschen hat er sich danach nicht, sondern stieg einige Zeit später in einen Bus ein. Mir läuft jetzt noch ein Schauer über den Rücken, wenn ich mich frage welche Knöpfe und Stangen er dort berührt hat. Da macht das Fahren mit Öffentlichen Verkehrsmitteln doch gleich noch viel mehr Spaß…

9 Gedanken zu „Notdurft ist, wenn nötig wird was man nicht darf!“

    1. Sagt mal … apropos geistige Tiefflieger … in Zeiten von Ebola, ISIS, Global Warning, Ukraine Konflikt etc nicht nur einen Blogbeitrag über einen Pinkler, sondern eine ganze Mediendiskussion darüber anzuzetteln … ist das nicht eine etwas eigenartige Perspektive??? Ich habe meine Meinung zu Bahnhofsurinalen ja schon im oben erwähnten Blogbeitrag kund getan, aber ich zitiere noch einmal (falls der Link nicht geht):

      Eine Selbstverständlichkeit wird hier verbarrikadiert wie die Goldvorräte von Fort Knox und dadurch zum ökonomischen Handelsgut qualifiziert. Man sieht im wahrsten Sinnes des Wortes eine “Enclosure”, eine Einhegung, bei der Bedürftige von der Nutzung einer Ressource (nämlich einer legalen Ungestörtheit unter hygienisch angebrachten Umständen) ausgeschlossen werden, um aus dem so geschaffenen Produkt “Zutritt” ein Geschäftsmodell generieren zu können.

      Darüber könntet Ihr Euch mal denn Kopf zerbrechen. Warum man 1.- Euro für 1x 250 ml Wasserlassen zahlen muss. Das macht – mit dem Bahnhofs-Apollinaris zusammen nämlich rund 10.- Euro für ein Fläschchen Sprudel, als besonderes Schmankerl für den Vielreisenden.

      Ich würde an das Stahltor zur Toilette pinkeln, aus Protest, wenn ich mich trauen würde. Und wenn es einer täte der sich traut, ich würde applaudieren.

      Übrigens ist Urin keimfrei und vermutlich hygienischer als Ayurvedische Handcreme, meine Liebe. Denn noch ist unser Problem nicht das Virus aus Liberia, sondern nur die Langeweile.

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