Alle Jahre wieder – Jahresrückblick 2014

„Die Zeit steht still.

Wir sind es, die vergehen.“

[Mascha Kaléko]

ABFLUG

Der letzte Tag des Jahres 2014 und damit, wie inzwischen schon „gewohnt“, mein Jahresrückblick. Kommt mit mir auf eine Reise in die Vergangenheit, begleitet mich (noch einmal) in allen Höhen und Tiefen, die mir 2014 bescherte. Bitte anschnallen, die Reise beginnt ….

Tssssssssssssssssssssssssssssssssssssss…………………………………….Horoskop

HOROSKOP

Mein Horoskop versprach für 2014 so einiges. Ein „recht fröhliches Jahr“ sollte es werden, voll Feierlichkeiten und guter Laune. Langeweile sollte nicht aufkommen und mit meinem Schatz würde ich viel erleben. Tatsächlich kam alles genau so. Allerdings hätte ich mir in diesem Jahr ab und an ein „STOP!“-Schild gewünscht, denn auch wenn ich Stillstand nicht mag, so hätte ich mir doch an der ein der anderen Stelle einen Moment zum Durchatmen gewünscht. Rasant zog 2014 an mir vorüber. Obwohl nein, nicht vorüber, vielmehr erfasste es mich und zog mich mit in einen Strudel.

UMSCHULUNG

occDas Jahr begann direkt mit etwas Neuem – mit dem ich zugegebenermaßen gar nicht (mehr) gerechnet hatte: Einer Umschulung! Bereits vor Jahren hatte ich alle Möglichkeiten in Erwägung und alle Register gezogen, doch wurde mir dieser Bildungsweg stets verwehrt. Doch dann änderte der Gesetzgeber einen Paragrafen und *schwubs* hielt ich einen Bildungsgutschein in den Händen. Ich konnte es gar nicht glauben, mein jahrelanger Kampf hatte doch noch ein positives Ende gefunden! Nun sind bereits elf Monate um und ich gehe meinen Weg. (Mal mehr, mal weniger motiviert, aber dennoch zielstrebig.) Das Büro teile ich mir mit drei netten Kollegen und bei uns wird gelacht. Auch wenn meine Mitumschüler in ganz Deutschland verstreut sind, so möchte ich den ein oder anderen nicht missen. Mein Gastschreiber „occ“ aus SindelfingenBüro ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen! Wir schreiben uns inzwischen sogar per „Schneckenpost“ und tauschen Süßwaren. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann einamal uns persönlich zu treffen. – Einige Klassenkameraden habe ich tatsächlich bereits persönlich getroffen. Und auch mein Klassendozent kam einst nach Bremen und statte mir einen Besuch ab – und brachte mir eine Eisenbahn mit. Ein Deal der aus einer Laune heraus entstanden war. – Es ist eben etwas anderes, ob man nur ein Avatar sieht oder weiß welcher „echter“ Mensch dahinter steckt. –  Der Unterricht selbst läuft auch, mehr oder weniger, gut. Die ein oder andere Schwäche hoffe ich im nächsten Jahr ausgleichen zu können, denn dann ist es schon so weit: Die Prüfung steht an! Vermutlich werde ich nicht das Beste Ergebnis erreichen, aber zumindest bestehen. Daran glaube ich ganz fest – und nach dem Rest fragt in einigen Jahren eh keiner mehr. 😉 Aber bevor ich (mir) das beweisen kann, stehen noch sieben Monate Praktikum an denen ich, offen gestanden, etwas nervös entgegen blicke. Solange „beruhige“ ich micht mit Etwas, dass ich während meiner Praxiszeit (unterrichtsfrei) gelernt habe: Origami falten! 😀

TIERISCH

Mit den beiden vierpfotigen Neuzugängen ging es zum Tierarzt. Nach den wenigen Monaten waren die zwei zumindest so zutraulich, dass sie – unter leichter Betäubung – die Fahrt antreten konnten. Der Check Up ergab das Aronia und Apfelkorn etwas ein Jahr alt waren und weitgehend gesund. Körnchen, wie sie seit diesem Tag heißt, war allerdings von Flöhen befallen und hat einen gebrochenen Schwanz … Leider (oder auch zum Glück?) wissen wir nicht was ihr passiert ist. War es ein Unfall oder gar Absicht? Körnchen hat eine abgeknickte Schwanzspitze, aber wir lieben sie nicht weniger – und ich sag ihr immer dass sie deswegen etwas ganz Besonderes ist. Angeblich sollten die Katzen sterilisiert sein, doch eine andauernde Rolligkeit (mit allem was dazu gehört) überzeugte uns vom Gegenteil. Ab ging es, wieder einmal, mit denzwei Hübschen zur Tierärztin… Von dem „Vorpflegefrauchen“ erfuhren wir auch , dass die beiden „unzertrennlich“ wären. – Waren sie! – Allerdings etwas anders als wir dachten, denn die Unzertrennlichkeit bezog sich auf einen argen Kampf mit Festbeißen und durch die Luft wirbeln. Kurz: Körnchen und Aronia können sich offensichtlich nicht leiden … Da Aronia sich teilweise nicht einmal mehr vom Kratzbaum herunter traute, zog sie schließlich zu meinem Göttergatten. Dort entdeckt sie die Welt und tanzt ihrem „neuen“ Herrchen auf der Nase herum. (Auch wenn dieser das abstreitet. *g*) Körnchen hingegen brauchte etwas länger um anzukommen. Inzwischen schläft sie jedoch fast immer in meinem Arm. Die beiden Mädels haben uns viel Geduld gekostet, doch hat es sich – mal wieder – gelohnt. Wir bereuen keine einzige Sekunde!

AroniaUndKoernchenNORDMANNENPROBE(N)

Ebenfalls Anfang des Jahres überzeugte ich meinen Göttergatten seinen Geburtstag zu feiern. Eine „Schnapszahl“ und das an einem Samstag waren grade zu prädestiniert RonGBdazu. Da Ron ja so etwas wie ein Nordmann (gemeinhin als Wikinger bekannt) ist, lag es nahe die Feierlichkeit entsprechend zu gestalten. Kurz: Ich war voll in meinem Element und konnte (endlich wieder) basteln, backen und organisieren! Bereits während des Frühstücks übergab ich meinem Schatz mein erstes, und recht persönlich, Geschenk: Eine Musik-CD von Ragnar Rovtik. Entdeckt hatte ich den Skalden auf YouTube, ihn angeschrieben und mir eine CD zusammenstellen lassen. (Damit machte ich zwei Menschen glücklich, denn der Musiker freute sich über meine Komplimente und meine Anfrage ging ihm „runter wie Öl“.) Das Beste an der Scheibe: Ragnar hat für Ron einen Text eingesprochen. Abgestimmt auf SEIN (Rons) bisheriges Leben und ihm, auf der CD wie auch per Email, persönlich gratuliert. Ein echtes Unikat! Zwei wuchtige Torten, ein schokoladigen Kuchen und jede Menge Pizzabrötchen (Vom Geburtstagskind selbst gebacken!) ging es daran den „Wikinger in ihm“ zu beweisen. Nach erfolgreichem bestehen einiger, doch teils recht fieser, Aufgaben gab es von mir das „richtige“ oder auch „große“ Geschenk: Ein „Wikinger“-Wochenende in Schleswig.

WinkingerenteSCHWEIN GEHABT!

Auch in der ersten Jahreshälfte begab es sich, dass ich mich zu einem Schritt entschloss, den ich bereits früher einmal gegangen war: Auf Fisch und Fleisch zu verzichten! JanKein Tier soll mehr für mich sterben müssen. Ich kann Fleisch, Wurst und Fisch einfach nicht mehr mit guten Gewissen essen. Dafür entdecke und entdecke ich noch immer (neue) kulinarische Genüsse. Aber leider auch jede Menge blöder Sprüche! Doch lasse ich mich nicht beirren: MEIN Weg, MEIN Ziel! Umso mehr freue ich mich darüber, dass mein bester Freund vom selbsternannten „Fleischfresser“ über den Flexitarier nun auf dem Weg zum Vegetarier ist und mein Göttergatte zumindest den Fleischkonsum extrem einschränkt. (Laut Albert-Schweitzer-Stiftung isst der Deutsche im Durchschnitt 150 Tiere im Jahr. 150 Lebewesen die nicht mehr für uns getötet werden!!!) Damit ich gar nicht erst in Versuchung gerate habe ich die Patenschaft für ein Hausschwein übernommen, denn würde schon sein Patenkind essen!?!

Let’s PlayMeer

Auch gespielt wurde 2014 jede Menge. Inspiration dazu gaben u.a die „Bremer Spieletage“. (Hier habe ich auch praktischerweise gleich ein Brettspiel gewonnen.) Eine gute Gelegenheit sich gleich mit neuen Vorräten für (un)gemütliche Abende einzudecken. Aber auch die Rollenspiele kamen nicht zu kurz, so gaben wir uns auf der HeinzCon das „shake Hands“ mit den „Machern“ von Splittermond. Praktischerweise fand Letztere in Norddeich statt, so dass ich meine alljährliche Portion Meeresluft bekam. (Auch wenn das Meer grade nicht da war. ^^)

032AUF DEN SPUREN DER WIKINGER – AUS ÜBERZEUGUNG GEWACHSEN

AxtwerfenIm Frühjahr riefen die Nordmänner zum Markt. Die perfekte Gelegenheit für meinen großen tapferen indischen Wikinger das geschenkte Wochenende zu verbringen. Nach einem informativen Museumsbesuch in Haithabu folgte ein ausgiebiges Stöbern auf dem Markt – inklusiver Verköstigung „alter“ Speisen und eines Kruges Apfelmet. Mit einem kleinen Verdauungsspaziergang brachen wir auf zum Gelage in die „Wikigerschänke“. Dort erwartet uns ein 3-Gang-Menü – Für mich mit vegetarischen Gerichten! – Aber nicht nur Speis und Trank gab es, sondern auch sportliche Betätigung: Axtwerfen und Bogenschießen. Wie es sich für einen echten Wikinger gehört traf Ron – direkt ins Ziel! Verteidigen kann er mich also im Notfall. 😉 – Genau diese Sportarten ließen mich an mir selbst wachsen. Wer mich länger kennt weiß das ich schon immer mal Bogen schießen machen wollte. An diesem Tag sollte sich die Gelegenheit bieten, doch entschied ich mich dagegen. Der Grund mag für viele vielleicht banal sein, aber ich konnte es einfach nicht über mich bringen auf das Reh zu schießen. Natürlich war es aus Holz, dennoch erschien es mir falsch. So setzte ich mich dem Hohn und Spott meiner Mitstreiter aus – und blieb standhaft! Wer von einer Sache aus tiefsten Herzen überzeugt ist sollte sich nicht von seinem Weg abbringen lassen. Irgendwann wird sich wieder die Gelegenheit bieten und ich werde – endlich – zum Bogen greifen OHNE dabei gegen meine Überzeugung zu verstoßen! – Nach so viel Aufregung erfreuten wir uns auf dem Balkon unseres Hotelzimmers mit Wasserblick am Sternenhimmel…

Schleswig

BURGHERRIN VS. PRINZESSINSchloss

Wo wir schon einmal in Schleswig waren besichtigten wir auch gleich Schloss Gottorf. Wir entschieden uns für eine Führung durch die Gemäuer und so wurden wir von einer älteren Burgherrin und einer jüngeren Prinzessin in die Vergangenheit „entführt“. Zu gerne erinnere ich mich an den Disput der beiden als es um Männer ging. Nordmann Asathor (= Ron) wurde von der Herrin als „stattlich“ bezeichnet. So einer wie er könne im Notfall die Burg verteidigen! – Na, DAS hatte er am Vorabend in der Wikingerschänke ja zweifelsfrei bewiesen. 😉

HAPPY BIRTHDAY TO ME

GBFrühstückAuch in diesem Jahr wurde ich (mal wieder) 29! Doch dieses Mal war anders, denn ich durfte den Tag mit den beiden Menschen verbringen die mir am meisten bedeuten: Meinem Göttergatten und meinem besten Freund – und wir machten das was mir wirklich Spaß machte: Pizza essen! 😀 Ich verbrachte Zeit mit „meinen Liebsten“, tat was mir Freude bereitete, bekam etwas das ich mir schon lange gewünscht hatte (Ebookreader) und fühlte mich einfach wohl. – Perfekt machte den Tag wohl das Ron sein Handy verlor. DAS war natürlich nicht perfekt! Wohl aber, dass der Finder es im Kontaktbüro der Polizei abgab, die daraufhin die Nummer „Zuhause“ anriefen, seine Eltern erreichte, die wiederrum bei mir anriefen – und ich am nächsten Tag das Mobiltelefon wieder in der Hand hielt! 🙂 Das an dem Abend, mal wieder, unsere Vermieterin vor der Tür stand, setzte dem allerdings einen Dämpfer auf. (Dazu später mehr)

 SUMMER IN THE CITY

Im Sommer schnappte ich mir Ron und Miguel und zeigte ihnen meine „alte Heimat“: Lüneburg. Nach einem Frühstück bei meiner Mum und meinem Stiefvater ging es vom Provinznest Bleckede in die Zivilisation. Für die Stadtführung benötigte ich etwa 32 Minuten. Viel zu sehen gibt es da einfach nicht! An was ich nur nicht gedacht hatte war der Wochenmarkt und zudem war auch grade die „Toggolino-Tour“ vor Ort, so dass es vor Milchzahnterroristen nur so wimmelte! Zumindest offenbarte sich ihnen ein Blick über die Dächer der Stadt, als wir den Wasserturm erklommen hatten. In einem traditionellen Brauhaus genehmigten wir uns eine Stärkung – und Ron kostete das Hauseigene Gebräu.Lüneburg

EINE SEEFAHRT DIE IST LUSTIGHamburg

Da ich eine Hafenparty gewonnen hatte (Rundfahrt auf der Elbe inkl. Buffet), trieb es mich tatsächlich in dieses mir unliebsame Städtchen. Die Fahrt auf der Elbe war, zumindest aus berufsspezifischer Sicht, interessant. Leider war das auch alles, denn die Musik war grauenvoll, die Menschen (zu) betrunken und das Essen nicht für Vegetarier ausgelegt. Wenn schon, denn schon, dachten wir uns und brachen am nächsten Morgen – im typisch norddeutschen Shitwetter – zum „Fischmarkt“ auf. Mit einem Korb voll Obst und einer Tüte Naschwerk traten wir den Heimweg an. Fazit dieses Wochenendes: Hamburg stinkt (noch immer)! 😉

Erinnert mich an einen zerstreuten Professor! XD

KUNST IST, WENN MAN NICHT ERKENNEN KANN WAS ES IST

Da ich sagte ich wolle da „auch mal hin“, überraschte Ron mich mit einem Tagesausflug ins Künstlerdorf Worpswede. Ich sah Dinge von denen ich bis heute keine Ahnung habe für was (oder ob) man es benutzt. Kurioses, schönes, hässliches, … Besonders angetan hat es mir aber – ausgerechnet – ein Grab. Ich mag die Gestaltung. Erinnert mich irgendwie an den „Verrückten Professor“. ^^ Doch um ehrlich zu sein: Es gibt Orte die muss man nicht gesehen haben. Worpswede ist einer von ihnen …

HEIßE FRAUEN & FESCHER KERLgop-2

Als noch einige Sonnenstrahlen den Himmel erwärmten, erhitzten halb bekleidete Frauen unsere Gemüter. Mit unseren besten Freunden verbrachten mein Liebster und ich einen netten Abend im GOP. Mein erstes Mal Varietee („Lipstick“) – und es war einfach nur großartig! Eine tolle Mischung aus Akrobatik, Tanz, Musik, Gesang und Comedy, gepaart mit leckerem Essen (Ich hatte eine Käseplatte mit Feigensenf.) sorgten für unbeschwerte Stunden.

AUF TAUCHSTATION

Trotz allem Spaß öffnete ich mich aber auch der „grausamen Vergangenheit“. Mit meinem Göttergatten an der Seite ging es in ein (schreckliches) Zeugnis Deutscher Geschichte: Dem U-Boot-Bunker Valentine hier in Bremen. Wir sahen was die Menschen (Gefangenen) dort leisten mussten und unter welch grausamen Bedingungen dort herrschten…Bunker

FLÜCHTLING

Doch auch negative Dinge ereigneten sich 2014. Bereits im Frühjahr kam Miguel ins Krankenhaus. Diagnose: Nierensteine. Die Zertrümmerung überstand er gut, die Langeweile eher weniger. Vermutlich wäre der Gute ein anstrengender Patient gewesen, doch war er schlicht und einfach fast immer unterwegs. (Ob er „durfte“ oder nicht.) Der Besucher kommt ins Krankenhaus? Blödsinn: Der Patient kommt zum Besucher! Mehr als einmal wurde ich von der Arbeit abgeholt und wir gingen Kaffee trinken oder saßen mit Salat (!) an der Weserpromenade in der Sonne.

STATT MASCHENDRAHTZAUN

Kaum wurde es wärmer (was dieses Jahr ungewohnt früh der Fall war), schoss das Gras in die Höhe. (Nicht was ich denke was ihr jetzt denkt! Ich meine das „richtige“ GartenGras: Rasen!) Und genau damit begann sie, die Fehde mit „Gerlinde“, unser Nachbarin. Dazu muss man zwei Dinge wissen: Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte, die Gärten sind nur durch einige Gehwegplatten getrennt und unsere Nachbarin hat etwa den Charakter von Else Kling! Hat die Frau nichts zu meckern, bzw. geht nicht alles ach IHREM Willen, wird sie garstig. (Also mehr als ohnehin schon.) Blöderweise sehen wir einige Dinge einfach etwas lockerer. Uns würde es nicht stören, wenn drei Grashalme auf unsere Gehwegplatten ragen. Sie schon. Hat sie uns auch gefühlte tausend Male gesagt – und wir ihr, dass es eben nicht direkt geht (Arbeit, Wetter, Krankheit etc.). Doch, wie könnte es anderes sein, auch das passte ihr nicht und *schwubs* stand nun unser Vermieter vor der Tür. Thema: Rasen. Vermutlich wäre ihm das auch ziemlich egal, doch blöderweise sind er und Gerlinde im selben Verein – und da kann Frau richtig nerven. Bei jedem Treffen und anrufen kann man ja auch … Unser Vermieter war also von unsere Nachbarin (ebenfalls) genervt und nervte nun wiederum uns, in dem ständig irgendwer vor der Tür stand. (Es war inzwischen soweit, dass ich bei jedem Klingeln an der Haustür zusammen zuckte!) Es musste ein Ende haben! So informierten wir uns beim Mieterschutzbund und beide Parteien (Nachbarin und Vermieter) erhielten ein entsprechendes Schriftstück in dem wir feststellen, dass wir von unserem Hausrecht gebraucht machen. Oder kurz: Man möge uns doch bitte in Ruhe lassen. Seit dem: Ruhe! Manchmal muss man wohl unkonventionelle Wege gehen – und darf sich schon gar nicht alles gefallen lassen. Viva le Revolution! 😉

HERZENSSACHELangzeit-EKG

Im Herbst ging es dann auch bei mir gesundheitlich Berg ab. Von der ein oder anderen Erkältung mal abgesehen begann haute es mich „von den Socken“: Ich hyperventilierte und fiel um. Zur Folge hatte dies, dass ich zwei Tage mit einem Langzeit-EKG herumlaufen musste. Doch glücklicherweise macht mein Herz nicht zu wenig, sondern zu viele Schläge. Fühlt sich aber trotzdem etwas unangenehm an. „Es schlägt zwischendurch zwischen den Herzschlägen und genau das spüren sie.“ Hat mir meine Ärztin erklärt.

DA KLAPPERT DAS GEBISS

Doch es blieb nicht nur beim Herzen, denn im Winter meldete sich auch mein Gebiss zu Wort. Heftig und schmerzhaft. Bald sah ich die Zahnarztpraxis öfter von innen, als mir lieb war. Doch reichte das nicht, denn ich wurde ans Krankenhaus überwiesen, wo mir – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Zahn gezogen wurde. Keine angenehme Sache, aber zumindest haben die Schmerzen inzwischen nachgelassen. DAS ist auch schon etwas wert!

GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER

HeizungWer den Film kennt dessen Titel ich für diesen Absatz gewählt habe kennt, kann sich vorstellen in was für einem Haus Miguel und ich leben. (Die Decke bzw. der Boden sind – bisher – glücklicherweise aber noch nicht „durch(ge)brochen“!) Bei unserem Einzug erwartete uns bereits ein tiefes Loch, später verabschiedete sich die Elektrik, von einem defekten Geschirrspüler, undichten Fenstern und verstopften Klo ganz zu schweigen. In diesem Jahr kamen dann noch die Dinge wie Ausfall der Therme (natürlich im Winter!), reißen der Jalousiebänder, abgebrochenen Schlüsseln, eine abgefallene Heizung und eine durchgebrochene Kellerstufe dazu… Keine Bewegung, kein Schritt ohne zu befürchten das uns die Decke auf den Kopf fälltwörtlich!

FORTSETZUNG

Ich könnte diese Aufzählung noch weiter fortführen, denn 2014 habe ich auch:

  • Das erste Mal mit meinem Unwissen übe die Sportart an einem WM-Tippspiel teilgenommen. (Ich bin auf dem zweiten Platz gelandet Von hinten.)
  • Ich habe mein „Bruderherz“ (Miguel) wieder in seinem Element erlebt. (Insider! ;))
  • Eine regelrechten Tausch- und Verschenkewahn erlebt. (Auch aktiv.)
  • Das 2jährige mit Ron, sowie den Entschluss gefasst mit diesem zusammen zu ziehen.
  • Ich war auf dem Gratis-Comic-Tag, auf der Büchermeile,

ZIELE & WÜNSCHE

Zusammengefasst war 2014 für mich ein aufregendes Jahr mit vielen Erlebnissen. (Mehr tollen, als schlechten!) Und jetzt wo ich darüber schreibe und mir alles noch einmal vor Augen führe kann ich sagen: Ja, dieses ist eines der (wenigen) Jahre auf die ich gerne zurück blicke! 🙂 Das ALLERwichtigste in 2014 aber ist ganz eindutig:

KEINE VERLUSTE!!!

Meine Ziele/ Vorsätze für nächstes Jahr? Nicht viele: Praktikum ÜBER- und Prüfung BEstehen! 😉 Alles andere wird sich ergeben. IHR werdet daran teilhaben. Versprochen! 🙂

Ich danke euch allen für die zahlreichen Besuche und Kommentare auf Gedankenteiler. Die Statistik zeigt das ihr aus 135 verschiedenen Ländern (!) kommt. Es scheint als würde dieser Blog tatsächlich Menschen – aus allen Länden, allen Kulturen, (politischen) und allen Religionen – verbinden. DAS gibt mir Hoffnung. Jeder Einzelne von uns kann nur wenig erreichen, wir alle zusammen aber können etwas verändern. PACKEN WIR ES AN!

Ich wünsche euch alles Liebe für das kommende Jahr. Kommt gut rein, bleibt gesund und vor allen Dingen: Hört nie auf für eure Überzeugung zu kämpfen!

Ich werde das Jahr mit Freunden, Musik, einem selbstgemachten Käsefondue und einem guten Whiskey ausklingen lassen. Und wie eine Schottische Regel so schön lautet:

„Es muss mindestens EIN Whisky sein. ZWEI sind zu viel und DREI zu wenig!“ 😉

🙂 Wir lesen uns 2015! 🙂

VORsätzlich – Problem : Lösung

„Es ist wesentlich leichter, ein hübsches Mädchen auszuführen
als einen guten Vorsatz.“
[unbekannt]

Es ist (fast) wieder soweit. Das Jahr neigt sich dem Ende und mit ihm beginnt wieder die Zeit der „Guten Vorsätze“. Zumindest das Planen. Die Ausführung soll direkt im neuen Jahr beginnen. Dieses Jahr möchte man noch seine alten Laster leben. Doch direkt nach der Silvesterfeier, nach dem Katerfrühstück, ja dann beginnt der Ernst des Vorsatzes. Ernst genommen wird er auch. Zumindest die ersten Stunden. Wer länger durchhält, schafft es zumindest eine Woche und hartgesottene halten sogar den ganzen Januar durch! (Respekt yourself!)

Was habt ihr denn vor euch für das neue Jahr vorzunehmen? Mit welchem guten (oder auch schlechten) Vorsatz wollt ihr euch quälen?

Wie wäre es mit dem Vorsatz keine Vorsätze zu fassen??? 😉

ERNÄHRUNG

Nach dem ganzen Weihnachtsfestschmaus vielleicht eine „kleine“ Diät, um im Sommer in den Bikini zu passen?Bikinifigur–> Lässt sich wirklich sehr einfach umgehen: Bikini/ Badehose einfach 1-5 Nummern größer kaufen! Da habt ihr auch gleich noch ein (Luft)Polster für die Schokoeier zu Ostern!

BikiniSPORT

Die Wintertage wart ihr faul, denn es war einfach nur nass und kalt, daher wollt ihr im neuen Jahr mehr Sport machen?

Phex–> Hier besteht das Zauberwort aus drei Buchstaben: SEX! Das macht Spaß (sollte es zumindest), verbrennt eine Menge Kalorien und lässt sich abwechselnd gestalten!MannFrauFAMILIE

Eigentlich wolltet ihr euch diese Jahr öfter bei eurem eigen Fleisch und Blut melden, doch durch Überstunden, Kinder, Krankheit etc. kamt ihr einfach nicht dazu. Im neuen Jahr wollt ihr euch daher regelmäßig melden?family–> Natürlich könntet ihr einfach ab und an den Finger heben und später – mit Fug und Recht – behauptet, dass ihr euch gemeldet habt. Vermutlich wird eure family das aber nicht akzeptieren. (Meine denkt auch nicht daran.) Was aber durchaus akzeptiert wird sind Glückwunschkarten und Anrufe. Wichtig bei den Karten ist jedoch das sie per „Schneckenpost“ kommen. Dann sieht es nämlich so aus, als hättet ihr Zeit genommen. Beim Anruf empfiehlt es sich immer so 30 Min. vor der Lieblingssendung anzurufen. (Deren, nicht eurer!) Sollten Sie Entertain haben, einfach behaupteten das ihr gleich Besuch bekommt. (Zur Not einfach selbst bei euch klingeln.)

WorpswedeLIEBE

Euer Schatz fühlte sich dieses Jahr vernachlässigt und darum möchtet ihr im neuen Jahr mehr Zeit mit ihm/ ihr verbringen?Streit–> Das ist ganz einfach: Schenkt ihm/ ihr etwas Freizeit. Ein Kinoabend mit den Mädels, eine Kneipentour mit den Jungs oder ein Erlebnis-Wochenende. Damit hat jeder Zeit für sich und ihr habt hinterher etwas zum „drüber reden“. Perfekt!ZeitGESUNDHEIT

Ihr gehört zu den rauchenden Menschen und habt euch geschworen im neuen Jahr jetzt – aber wirklich – aufzuhören?

Rauch–> Mal ehrlich, so einfach von jetzt auf gleich (oder in diesem Fall von Silvester auf Neujahr) eine Sucht zu bekämpfen ist schwer bis unmöglich. Formuliert diesen Vorsatz einfach um und beruhigt eurer Gewissen in dem ihr auf eine Marke ohne Tierversuche wechselt. Rauchen mit gutem Gewissen. Das wäre doch was, oder? Und die Tiere werde es euch danken!

Vegane Rauchwaren (grünes Label):

http://www.wermachtwas.info/index.php?pageID=1&dbFilter=&dbCategory=28&manufacturerID=&boycott=&showAllProducts=1#productResults

In diesem Sinne:

Viel Motivation beim erreichen eurer Vorsätze.

Let’s play … Vulva rubbeln!

Wie wurde mir mal so schön nachgesagt: Auf meinem Blog würde man immer die kuriosesten Dinge erfahren! Ich nehme dieses als (großes) Kompliment und werde michHappyPlayTime weiter auf die Suche nach tollen, kuriosen (oder auch schrecklichen) Dingen machen, die ich unbedingt mit euch teilen möchte! Ob ihr wollt oder nicht!!! 😀

Dieses Mal habe ich etwas gegen Langeweile gefunden. Dafür braucht ihr ein Smartphone oder einen PC (oder so was). Es geht um eine App. Keine dieser, die im Produktinformationskanal rauf und runter gekauft werden wollen. Nein, eher etwas für .. öhm … die sinnlichen Stunden? (Meinetwegen auch eine Aufklärungsapp. Sinnlich klingt aber um Längen besser.)

Es geht um Masturbation!

Na, geht ihr grade in Gedanken durch welche Bedeutung dieses Wort habt, weil ihr glaubt es falsch interpretiert zu haben? Braucht ihr nicht! Es ist genau das gemeint was ich denke, dass ihr gedacht habt. Klingt doch logisch, oder? 😉

Okay, okay, so gaaaaanz gibt es diese App noch nicht. Aber immerhin bereits in der Betaphase. Wer testen möchte kann dies kostenlos über http://happyplaytime.com machen.

Natürlich (?) habe ich das auch gleich mal ausprobiert. *fg*

Auf dem Bildschirm erscheint ein kleine rosafarbenes … ETWAS … das sich erst nach genauem Hinsehen als eine Vulva entpuppt und sich als „Happy“ vorstellt. (Sieht ein wenig so aus, als wäre „SIE“ aus einem japanischen Manga entsprungen.)

In einigen kurzen Spielen á 60 Sekunden gilt es „Happy“ happy zu machen. Dazu muss die SpielerIn mit der Maus die Vulva rubbeln, streicheln 2der anderweitig „befriedigen“.

Als „Belohnung“ erhält die SpielerIn sachliche Informationen über ihre (neue) Freundin. Sexualkunde der anderen Art. Spielend lernen sozusagen.

Aber was soll diese App bringen? Der Hintergedanke dabei ist Frauen zur Selbstliebe anzuregen, so die Entwickler. Tja, um ehrlich zu sein: Dafür brauch(t)e ich keine App. Irgendwann kam einfach die Zeit, als ich meinen Körper erkundete… 😉 Aber die Zeiten ändern sich. Vielleicht braucht die Generation nach mir ja tatsächlich so etwas!?

Viel Spaß! 🙂

Weihnachtsbraten gefällig?

Ja, es ist Weihnachten. (Leider.) Aber nur weil die meisten Menschen so tun, als wäre die Welt in Ordnung ist sie alles andere als das. Im Gegenteil. Grade zur Weihnachtszeit ist sie sogar noch viel schlimmer …

Vor einigen Tagen erreichte mich eine Email von Kathrin, ihres Zeichens Ermittlerin von der Tierschutzrganisation „Animal Equality“. Eine Email die ich nicht lesen konnte ohne zwei Dinge zu tun: Weinen und die Menschen zu hassen … Ich erlaube mir an dieser Stelle diese Nachricht hier einzufügen, da ich selbst diese Worte gar nicht wiedergeben könnte. Danke an Kathrin für ihren Mut. Ich könnte es nicht!

~°~°~°~°~°~

Liebe Roswitha,

15817625077_03cfa15132_k

[Foto: Animal Equality]

was ich vor wenigen Tagen erlebt habe, werde ich niemals vergessen können. Auch wenn es mir schwer fällt darüber zu sprechen, möchte ich Ihnen dennoch von meinen Erlebnissen berichten. Denn ich glaube, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat, die Wahrheit zu erfahren.

Nur wenige Tage vor den Weihnachtsfeiertagen bin ich mit dem Ermittlerteam von Animal Equality in einem der größten deutschen Entenmastbetriebe gewesen, um über die Zustände der Tiere zu berichten, die später als Weihnachtsente auf den Tellern der Verbraucher landen.

Als wir die riesige Halle betreten, in der mehrere tausend Enten leben, schlägt mir ein beißender Geruch nach Kot und Urin entgegen. Als erstes fällt mir auf, dass zahlreiche Tiere auf dem Rücken liegen und verzweifelt mit den Beinen strampeln. Sie können aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen. Sie wurden so gezüchtet, dass sie in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewicht zulegen. So viel, dass ihre dünnen Beine sie manchmal nicht einmal mehr tragen können. Mit ihren kleinen Beinen in der Luft rudernd und wild schnatternd versuchen sie sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Schlagartig wird mir bewusst, dass diese Tiere hier früher oder später verhungern oder verdursten müssen, denn aus eigener Kraft können sie nicht mehr zum Wasser gelangen.

Nachdem wir die Zustände in dem Betrieb dokumentiert haben, beuge ich mich zu einer auf dem Rücken liegenden Ente hinab, deren Beine sich nur noch langsam bewegen. Als ich mich ihr nähere, schaut sie mich aus ihren hellblauen Augen an. Sie sträubt sich nicht, als ich behutsam meine Hand unter ihren Rücken schiebe und sie aufrichte. Vorsichtig setzt sie einen Fuß vor den anderen. Sie taumelt und fällt zurück in meine ausgestreckten Hände. Ich hebe sie hoch und trage sie zur Tränke. Sie lässt ihren Kopf hängen. Hat sie schon resigniert? Ich lasse Wasser in meine Hand laufen und halte es unter ihren Kopf. Erst dann beginnt sie vorsichtig mit ihrem Schnabel aus meiner Hand zu trinken.

16002662632_dedefb0d13_k

[Foto: Animal Equality]

Gleichzeitig muss ich ihren Körper halten, damit sie nicht wieder nach hinten umkippt. Ich kann ihr Herz in meiner Hand schlagen spüren. Ich spüre die Wärme ihres Körpers während sie sich an mich lehnt und mir schießen Tränen in die Augen.

Das Schicksal dieser einen Ente in meinen Armen ging mir nahe, während sich um uns herum Tausende in einer ähnlichen Situation befanden. Wie sehr wünschte ich mir in diesem Moment, ihnen allen helfen zu können.

Über mein Walkie-Talkie höre ich, dass wir aufbrechen müssen. Ich bette „meine“ Ente – in meinem Kopf habe ich sie bereits Sarah getauft – so gut es geht in eine etwas geschützte Ecke und lehne sie an die Wand, in der Hoffnung, dass sie nicht wieder umfallen möge.

Wir werden morgen Abend wiederkehren, denn meine Mitstreiter haben versteckte Kameras in der Halle installiert. Sie haben aufgrund des Zustandes der Enten den Verdacht, dass Arbeiter den Tieren Schmerzen zufügen könnten. Ich verspreche Sarah, dass ich morgen zurück sein werde.

Als wir in der darauffolgenden Nacht wiederkehren, um die versteckten Kameras abzuholen, suche ich Sarah vergeblich. Die kleine Ente mit den hellblauen Augen kann ich in der Masse von fast sechstausend Tieren nicht wiederfinden. Niedergeschlagen verlasse ich die Halle. Doch dieses Gefühl war nichts in Vergleich zu dem, was ich in den nächsten Stunden erfahren würde.

Die Auswertung des Videomaterials auf den versteckten Kameras sollte mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Denn es erklärte, warum ich Sarah nicht wiederfinden konnte.

16001404361_8b4e175ede_z

[Foto: Animal Equality]

Das Videomaterial zeigte ganz deutlich, dass Arbeiter nur wenige Stunden nachdem ich Sarah zurücklassen musste, mit Mistgabeln ausgestattet durch den Betrieb gingen und Enten wie Sarah, die zu schwach oder verletzt waren, um schnell genug wegzulaufen, brutal erschlugen oder sogar mit den scharfen Spitzen der Mistgabeln lebendig aufspießten, um sie dann zu entsorgen.

Ich hatte das Gefühl mein Herz würde stehen bleiben. Ich konnte nicht glauben, dass meine kleine Sarah, die ich wenige Stunden zuvor in meinen Armen gehalten hatte, ein solches Schicksal durchleben musste. Niemand hat es verdient, solche Qualen zu durchleben.

Auch wenn ich Sarah heute nicht mehr helfen kann, werde ich nicht aufgeben, Gerechtigkeit für sie und all die anderen Enten zu fordern, die einen so grausamen Tod sterben mussten. Und ich möchte Sie dazu aufrufen, sich nicht am Leid und Tod von liebenswerten Tieren wie Sarah zu beteiligen. Bitte entscheiden Sie sich an diesen Feiertagen für Mitgefühl und Gerechtigkeit und streichen Sie Tiere von Ihrer Speisekarte.

Sprechen Sie sich aus für Tiere wie Sarah und alle die, die immer noch in den riesigen Hallen der Mastanlagen ein schreckliches Dasein fristen müssen.

Ich danke Ihnen vielmals.

Kathrin

http://www.animalequality.de/die-qual-der-weihnachtsente

~°~°~°~°~°~

Und was steht die Weihnachtstage bei euch auf dem Speiseplan?

Erstochene, erschlagene, geschossene oder gequältes Geflügel???

15381136984_c6aa733da2_k

[Foto: Animal Equality]

Na dann: GUTEN APPETIT …

P.S.: Bevor es gleich wieder Kommentare hagelt wie „So schreckliche Bilder will ich nicht sehen!“, lasst euch gesagt sagen: SO ist DAS „ECHTE“ LEBEN! Solange Menschen wie ihr eure Augen davor verschliesst, solange wird es GENAU SOLCHE Bilder leider geben …

Leg das Geschirr an und entspanne dich … Kirche goes YOGA

An was denkt ihr zuerst, wenn ihr „San Francisco“ hört? Californian? Cable Cars? Fisherman’s Wharf?

Und was denkt ihr zuerst, wenn ihr an “Kirche” denkt? Religion? Holzbänke? Beichte?

Merkt euch eure Antwort und beantwortet nun folgende Frage:

 Was denkt ihr, wenn ihr an San Francisco UND Kirche (gleichzeitig) denkt?

Eure Antwort lautet etwa so wie „Eine Kirche die in San Francisco steht.“? Schon nicht schlecht, aber die „richtige“ Antwort lautet: YOGA!

YogaIn der „Grace Cathedral“ (protestantisch-episkopal) findet wöchentlich eine Yoga-Stunde statt. Nicht auf einem Vorplatz oder ähnlichen, sondern mitten IN der Kirche: Menschen jeden Alters breiten ihr Matten zwischen den Holzbänken und rund um den Altar aus. Dabei befolgt die Kirche hier zumindest einen Grundsatz: Jeder ist willkommen. Hautfarbe, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung und auch die Konfession spielen hier keine Rolle. (Sollte die Kirche wirklich etwas dazu gelernt haben?) Allerdings bittet die Kirche um eine „Spende“ von $ 10 – $ 20. Das entspricht derzeit ca. 8 – 9 Euro. Ich kenne zwar die Mitgliedgebühren für Sportstudios in den USA nicht, aber würde man in Deutschland jeder Woche an dem „Kirchenkurs“ teilnehmen, käme man auf über 30 Euro/ mtl.. Eine Mitgliedschaft, bei der man auch mehr als 1x/ Woche teilnehmen kann, wäre sicher günstiger. Aber würde es auch so viel Spaß machen? Ich habe zwar nicht vor in die Kirche zu gehen, aber allein der Gedanke dass, wenn ich dort durch das Tor schreiten würde, sich vor mir ein Raum erstreckt, in dem lauter Menschen die verschiedensten Verrenkungen durchführen! Herrlich! In jedem Fall mal etwas anderes, als nur gefaltete Hände zu sehen. Und überlegt mal, wie wohl z.B. was ein Tourist, der mit einer „ganz normalen Kirche“ rechnet, wohl bei so einem Anblick denken würde! 😀

Aber (leider) wird das in Deutschland wohl eher nicht passieren. – Ob man in die Hölle kommt, wenn man zum Gottesdienst einfach seine Yogamatte ausbreitet? Liese sich ein Flashmob draus machen. *g* – Auch andere Länder sind dabei eher prüde. So wurde z.B. eine Yoga-Gruppe in der „Bridge Methodist Church“ (bei Manchester, England) verboten. Die Pfarrerin ist der Meinung, dass solche ein Gruppe „spirituell angreifbar“ sei und somit in ihrem „christlichen Glauben verwirrt werden könnte“. Die Gründerin der Gruppe ist empört und reagierte – mit einer Einladung für die Pfarrerin in die Gruppe, damit diese dort ihre Angst verlieren kann! Leider konnte ich nicht heraus bekommen, ob die gute Dame die Einladung annahm. Ich denke aber eher nicht …

Um die, ich nenne es mal „Ängste“, der Kirche zu verstehen, muss man wissen woher Yoga überhaupt kommt. Hier bei uns, im westlichen Teil, wird darunter fast immer die Sportart an sich verstanden. Ursprünglich stammt Yoga aus Indien und dessen Wurzeln liegen im Hinduismus, sowie Teilen des Buddhismus verankert. Ein sehr schöner Vergleich: „Das Individuum wird hier als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers gesehen. Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die fünf Sinnesorgane, der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heißt im Indischen „Yoga“.“ [Quelle: Wikipedia]

Und wie die meisten von uns ja wissen, sind Kirchen nicht besonders tolerant, wenn es darum geht, sich anderen Religionen etc. zu öffnen …

http://labyrinthyoga.com

Inoffizieller Antrag auf psychologische Betreuung

Diesen Beitrag gibt es heute einmal zeitversetzt, denn die „OP“ um die es hier geht liegt zwei Tage zurück. Danach lag ich nur „heulend“ auf dem Sofa, so dass ich erst jetzt in der Lage bin, euch meine Erlebnisse mitzuteilen. Jetzt heule ich nur noch. (Ich weiß ja, dass einige von euch UNBEDINGT alles von Zahnärzten wissen wollen. *lach*)

Ja, richtig gelesen: Es geht um eine Zahn OP. Wobei man ja irgendwie eher von einer „Extraktion“ sprechen muss. Zumindest stand diese „Bitte“ auf der Überweisung. Oder kur: Ich wurde eines Zahnes beraubt. Dieser Backenzahn machte mir seit Wochen Probleme. Die Wurzelentzündung wollte genau so wenig enden, wie die damit verbunden Schmerzen – In Kiefer und Kopf. Es half also alles nichts …DIGITAL CAMERA

Da ich aber

a) Angst vorm Zahnarzt habe,

b) Krankenhäuser lieber von Außen betrachte

c) und der letzte Chirug der an mir rumschnippelte, lachend mit einem Skalpell über mir stand,

habe ich

d) einen inoffiziellen Antrag auf psycholgische Betreuung bei meinem besten Freund gestellt. Was kurz heißt: Er musste mitkommen. (Da er während seiner Ausbilung auch Psychologie hatte, erschien mir das irgendwie sinnvoll. Praktisch äußerste sich das so, dass ich jede Menge sarkastische bis böse Sprüche an den Kopf geknallt bekam. Aber irgendwann wird er an meiner Stelle sein und meine Rache wird kommen … ;))

12:00 Uhr

Eigentlich wäre ich jetzt dran. Aber, wie es so ist, warten … Das Wartezimmer ist eher wie ein Wohnzimmer eingerichtet. Eine Sitzgarnitur aus Kunstleder mit Couctisch, geschwunkene Bänke mit dicken Polstern, … Der Raum ist voll von Weihnachtsdekoration. Über einem der Sofas entdecke ich einen Kunstdruck des „Germanischen Lyod“ und muss unwillkürlich lächeln, ist mir diese in den letzten Wochen ein wenig vertrauter geworden …

Im Wartezimmer ist nicht viel los. Schließlich kommt eine ältere Dame mit Kopftuch herein und setzt sich zu den Damen am anderen Ende des Raums. Wir bekommen mit, wie die Kopftuchträgerin versucht den anderen ein Gespräch aufzuzwingen. Sie klagt über Zahnschmerzen und über die Kälte, das Wetter und was ihr sonst noch so in den Sinn kommt. Innerlich atme ich auf, dass sie sich nicht zu uns gesetzt hat. – Und bekomme fast einen Schreikrampf, als sie genau das tut! Miguel entschwindet schnell, er wolle eine rauchen. Nun sitze ich da in doppelter Not. Wie kann es anders sein, auch an ihrem neuen Platz beginnt die Dame zu klagen und schließlich zu jammern und winseln. Ich reagiere nicht. Sie jammert lauter. Ich ignoriere sie. Sie spricht mit direkt an. Ich … betrachte das Betonwaschbecken in dem Architektenmagazin plötzlich in einem ganz anderen Licht. … Kurzzeitig hege ich der jammernden Kpftuchdame zu sagen, dass sie sich keine Sorgen machen braucht, da drin (*mit-dem-Finger-auf-den-Praxisraum-deute*) würde sie eh sterben. Danach wäre alles vorbei. … Ich verkneife es mir, denn sie hört endlich auf und stöhnt nur noch vor sich hin.

12:35 Uhr

Endlich! Das Warten machte mich schon halb wahnsinnig! Über eine Stunde musste ich warten – und genau das ist immer das Schlimmste. Ich will es einfach nur hinter mir haben… Nun ist es soweit und meine Freude hält sich in Grenzen. An der Wand des OP-Raumes hängt ein grüner Kranz mit schlichter roter Deko. Vermutlich handelt es sich um den versuch ein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Angesichts dessen, dass das Objekt eher an einen Beerdigungskranz erinnert, gelingt es jedch nicht wirklich!

Auf dem Stuhl werde ich „vorbereitet“, mit Tuch über dem Gesicht und Vaseline auf den Lippen. Mein Atem geht kurz und stoßweise. Mein Herz klopft den Takt zu Doc„Highway to Hell“ … und die Assistentin fragt wie es mir geht!!! „Ehrlich? Ich würde grade gerne weglaufen!!!“ Kann sie verstehen, will aber nicht mit mir tauschen, obwhl ich mit (gespaltenen) Engelszungen auf sie einrede.

Eine gruselige aussehende Chirugin in Gesundheitsstuhen, die gut für die Wirbelsäule sind, betritt den Raum und stellt sich vor. Blöderweise kommt sie auf die Idee mir zu erzählen was alles SCHIEF GEHEN kann. Ich weiß das sie es mir sagen muss, ich WILL es aber GAR NICHT WISSEN!!! Frau Dokore redet irgendwas von „offenem Kiefer“, mein Verstand schaltet ab…

Während an, oder besser in mir rumgefummelt wird, ziehe ich mich in meine „Bibliothek“ zurück und beginne zu rechnen. 11=2, 2+2=4, 4+4=8, 8+8=16, 16+16=32, … (Bis 1943+1943 bin ich gekommen). Ich blende weitgehend aus, was um und in mir passiert. Erst als das Licht heller wird und die Ärztin mir mitteilt das sie mir kurz die Nase zuhalten müsse, komme ich in die (grausame) reale Welt zurück.

Wir müssen nur noch nähen, dann haben sie es aber gleich geschafft.“ Ich spüre den Zwirn in meinem Mund und muss unwillkürlich an einen Horrorfilm denken, in welchem dem Mädchen die Lippen und Augen zugenäht wurden … Mich schaudert und ich bemühe mich das letzte bisschen Mut und Selbstbeherrschung aus dem letzten Winkeln meines Seins zu kratzen. Als die Hände aufhören in mir rumzufummeln, warte ich sehnsüchtig auf das „Fertig“, doch stattdessen bekomme ich ein Gespräch mit: „Ich bräuchte mal bitte eine neue Nadel.“ – „Was ist mit der anderen?“ – „Einfach weggeflutscht.“ – „Wo ist die jetzt?“ – „Keine Ahnung.“ – „Wird irgendwo auf dem Boden liegen. Zum Glück haben wir ja mehrer davon.“ Mir wird schwindelig …

13:35 Uhr

.. und WEG!!!

Nachdem ich Krankschreibung, Rezept & Co. erhalten habe will ich nur noch eines: Ganz schnell raus und runter vom Krankenhausgelände! Begleitet von Miguel, der sich nun bei mir über die jammernde Dame beklagt, verfolgen wir diesen Plan. Da der Bus, laut Fahrplan, grade weg war, beschliessen wir zu Fuß zum Umsteigepunkt zu gehen. Durch den Nieselregen stapfen wir dahin – und werden vom Bus überholt, der offenbar Verspätung hatte …

14:10 Uhr

Mir reicht es. Als ich mitbekomme das der Bus bereits 1/2 Stunde Verspätung hat, gebe ich auf – und gehe zu Fuß. Vermutlich gab es ein skurieles Bildnis, als ich mit einem Roman in der einen Hand, an dem ich mich förmlich klammerte daherschritt. Besonders da sich in der anderen Hand, für jeden Sichtbar, eine Packung steriler Tupfer und Medikamente befanden und, wie ich Zuhause festellte, meine Lippen und Zähne noch blutverschmiert waren… (Und ich wunderte mich, warum man mich so angsterfüllt ansah. Na gut, vielleicht lag das auch daran, dass ich ab und an ein: „Sie sollten mal den Anderen sehen!“ zischte, wenn mich jemand anstarrte.)

Während meines Fußmarsches nach Hause fahren gleich 5 (!!!) Busse an mir vorbei … Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass einen Auffahrunfall mit vier Verletzten gab und die Straße komplett gesperrt war. Daher bin ich entsprechend verärgert.

15:00 Uhr

Ich liege auf dem Sofa, Katze auf dem Schoss. Wechsle einen Tupfer nach dem anderen aus – und bin kurz davor zur Zahnärztin rüber zu laufen, da es gar nicht aufhören will zu bluten. Es beunruhigt mich  …

17:00 Uhr

Über dem Hörbuch bin ich offenbar kurz eingenickt, obwohl es wirklich interessant ist. Die Erschöpfung des Tages fordert ihren Tribut. Die Betäubung hat gänzlich nachgelassen, die Schmerzen sind schier unerträglich. Ich greife zu den Schmerztabletten. Ohne das ich es will rinnen mir Tränen die Wangen herab … Unwillkürlich muss ich an die jammernde Frau im Wartezimmer denken. Was sie wohl neues zu klagen hat, wenn ihr ein Zahn „extrahiert“ wurde??? Gibt es eher neuen Stoff oder schmälert der Schmerz das Klagelied? …

18:55 Uhr

Die Blutung ist endlich gestoppt. Der Schmerz leider noch immer nicht … (Die Tabletten taugen nichts!)

Mein Magen knurrt. Sehsüchtig denke ich an das Linsenchillie, welches mein Göttergatte mir einst bereitete.  Die Rest stehen im Kühlschrank. Obwohl ich gut gefrühstückt hatte, ist mir inzwischen schn ganz schlecht vor Hunger. Aber ich traue mich einfach (noch) nicht … Stattdessen wage ich einen vorsichtigen Schluck Flüssigkeit. Nur einen ganz Kleinen, dann noch einen. Ich nippe eher, als das ich wirklich trinke. Es ist die erste Flüssigkeit seit heute Vormittag die ich zu mir nehme und ich fühle mich als wäre ich in der Wüste auf eine Oase gestossen! Obwohl das Getränk Zimmertemperatur hat (und ich bewusst keine Cola gewählt habe!) löst die Berührung der Wunde ein unangenehmes Gefühl aus.

20:00 Uhr

Mein Magen knurrt inzwischen Arien. Es klingt fast als würde er mir Vorwürfe machen. (Dabei würde es gar nicht mal schaden, wenn er weniger bekommen würde.) Ich nehme all meinen Mut zusammen. Vor mir lecker duftenes Chillie aus roten Linsen… Es ist anstrengend, aber das weiche Mahl lässt sich zumindest schlucken. Welch eine Wohltat!

Zahn

Das Übel wurde an der Wurzel gepackt, damit ich wieder kraftvoll zubeißen kann …

… bisher ….

… funktioniert dieser Plan jedoch leider (noch) nicht.

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Lasset ein, die Handwerker!

Ist so kalt der Winter!

Öffnet mir die Heißkörper!

Lasst uns nicht erfrieren!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Mädchen, hört, und Bübchen,

Macht uns auf das Stübchen!

Bringen euch keine Gaben,

wollen uns nur an eurem Heizofen dran erlaben!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Blau erglühen die Zehen,

haben sie lange nicht so gesehen,

Wollen dran reiben fröhlich,

Wärme, die macht selig!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

[Roswitha Pick, Dezember 2014]

Die Geschichte dahinter nachzulesen auf:

http://haus.miguel.de/ein-koenigreich-fuer-einen-heizluefter

VerdammtKalt