Leidensweg einer Migränepatientin 1.5

Donnerstag. Der obligatorische Spritzentag oder wie die Arzthelferin direkt bei meinem Eintreten festellte: „Pikser?!“ – „Ja.“ – „Woher ich das wohl weiß?“ – „…“

Aber um sich seine Vitamine abzuholen muss die Patientin ja erst einmal ihren Hintern in die Praxis bewegen – und das gestaltete sich als gar nicht so einfach. Ihr könnt euch denken warum: Öffentliche Verkehrsmittel. Immerhin stand der Busfahrers der Linie die ich brauchte genau neben mir – und wartete selbst auf „seinen“ Bus. Geteiltes Leid war da aber nicht halbes Leid, denn mir war definitv kälter als ihm… Aber so ein Warten hat ja auch Vorteile, besonders wenn man wie ich aktuell Smartphonefrei ist. Da kann man sich nämlich auf das wesentliche konzentrieren: Leute beobachten.

Zusammenfassung meiner Beobachtungen:

  • pastellfarbene Schuhe sind bei Regenwetter unschönBeobachtung
  • das teuerste Smartphone sieht sch… aus, wenn das Display gesprungen ist
  • Busfahrer redet mit vollem Mund
  • das Aufkommen südländischer Mitbürger hat sich stark erhöht
  • kleines Mädchen hat Regenschirm von Disneys Eisprinzessin (lustig, weil ich diesen Film erst vorhing gesehen habe. *Hier-jetzt-das-Aufsthöhnen-meines-Wahlbruders-denken*
  • anderes Mädchen hat lila Stiefel die bei jedem starken auftreten blinken
  • Mädel hat ihren halbnackten Freund als Displayhintergrund (er ist tätowiert)
  • der Gestank am Umsteigebahnhof ist bei Regen auch ekelhaft

Irgendwann kam der Bus dann. Den Busfahrer hatte ich ja praktischerweise schon. In der Praxis musste ich noch ein wenig warten, daher machte ich da weiter, wo ich aufgehört hatte. Genau, Leute beobachten.

Zusammenfassung der Beobachtungen aus dem Wartezimmer:

  • Ärztin sah erschöpft ausBeobachtung
  • Arzthelferin atmet nach jedem Telefongespräch aus, als wäre es super anstrengend gewesen
  • die Magnetstreifen (welche Poster halten) sind übergestrichen worden
  • Abends kommen die Patientin offensichtlich zu zweit (Ich bin mal wieder eine Ausnahme. ;))
  • Die Azubine kann komplizierte Nachnamen nicht aussprechen
  • Der Arzt schüttelt Hände auf dem Flur, die Ärztin im Behandlungszimmer
  • Die Uhr in der Praxis geht nicht synchron zur Kirchenuhr
  • Patienten können an Hand der Artikel in den Zeitschriften festellen, ob ein Exemplar alt ist. (Ich gucke einfach auf das Erscheinungsdatum …)
  • In einem Acrylkasten mit gelben Kanülen klebt ein Schild auf dem steht „gelbe Kanülen“.  (Mmmhh …)

Endlich bekam ich dann die erwarteten Drogen. Dieses Mal hat es VERDAMMT weh getan! „Sie sind heute auch verspannt, dass merkt man gleich.“ – DAS sollte sie vielleicht meinem Göttergatten mal sagen. Selbiger behauptet nämlich ich sei ständig verspannt! (So Liebling, da hast du es. Ich BIN entspannt! Na ja .. außer heute vielleicht…)

 In diesem Sinne wünsche ich euch einen beobachtungsstarken und entspannten Abend. 🙂

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Eine Antwort zu “Leidensweg einer Migränepatientin 1.5

  1. Tolle Beobachtungen. Ganz eigennützig wäre es schön, wenn du weiter auf „Beobachtungstour“ gehen würdest.
    Durch die Aufzählungen stand ich quasi im Bus und in der Arztpraxis. Nur mir war nicht kalt und gepiekst hats auch nicht

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