Erinnerungen, Fotos

Entgangene Freude

Vor genau einer Woche geriet ich um etwa diese Zeit sehr ins Schwitzen und ins Zittern.  Nein, ich hatte kein Fieber! Es war viel mehr eine Angst die mich überkam. Prüfungsangst um ganz genau zu sein. Vor einer Woche hatte ich meine mündliche Abschlussprüfung vor dem Prüfungsausschuss der Handelskammer.

Bereits bei der schriftlichen Prüfung vor nicht einmal zwei Monaten raste mein Plus und klopfte mein Herz alles andere als leise. Nicht gerade einfach sich zu konzentrieren, wenn während der Prüfung auch noch von einem Migräneanfall angegriffen wird… Mit Mühe und Not habe ich es aber geschafft und glücklicherweise blieb ich bei der mündlichen Prüfung davon verschont.

Da ich mir dachte „Bestehen, egal wie.“ suchte ich nach Tipps gegen Prüfungsamt und probierte es z.B. mit dem gucken von Talkshows vor der Prüfung. (Würde ich normalerweise nicht einmal aus sehr viel Langeweile ansehen.) Ob nun die besagten Talkshows, das tiefe Atmen oder das im Kopf singen („Probier’s mal mit Gemütlichkeit.“) geholfen haben kann ich leider nicht sagen. Wichtig ist nur: Es ist vorbei! – Und nichtAbschluss nur vorbei, sondern ich darf mich nun auch ganz offiziell als Kauffrau bezeichnen.

Als ich aus dem Prüfungsraum kam fragte mich die Dame an der Rezeption ob alles in Ordnung sei. So fertig war ich – und sah offenbar auch so aus. 😉 Ich teilte meinem GöGa und meinem BestBro das Ergebnis mit und machte mich, völlig erschöpft, auf den Heimweg wo ich mir erst einmal einen Vodka genehmigte.

Aber etwas fehlte: Die Freude. Als ich vor einigen Tagen bei meinem BestBro war um u.a. „mein“ überbackendes Brot einzufordern, fragte mich dieser: „Und? Fühlt sich gut an, mal was durchgezogen und geschafft zu haben, oder?“ Ich fühlte in mich, aber leider nein. Ich habe die letzten zwei Jahre sehr viel gelernt und, trotz meinen gesundheitlichen Problemen nie aufgegeben und am Ende sogar die Abschlussprüfung bestanden. Nur freue ich mich darüber einfach nicht. Es ist mehr so ein „Ja, toll.“  Mein Freund kam singend zu mir, meine Koordinatorin viel mir sogar um den Hals, selbst meine Mutter freute sich. [Auf ihre Art.]  Warum freue ich mich dann nicht? Leider weiß ich darauf keine Antwort. Doch meine Vermutung: Dieses Gefühl sagt aus was ich schon längst wusste: DIESER Beruf ist einfach nichts für mich …

11 thoughts on “Entgangene Freude”

  1. Hi, also entweder: du kannst es körperlich noch so gar nicht richtig fassen und deswegen hält sich dein Körper mit seinen Glückhormonen noch ganz schön zurück.. oder eben, wie du schon denkst; es ist einfach nicht das Richtige.
    Aber egal: Du hast es durchgezogen – und darauf kannst du mega stolz sein!

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  2. Glückwünsche! Und auch wenn Du mit Deinen Berufswünschen in eine andere Richtung tendieren solltest, die Kenntnisse kannst Du überall, bei jedem anderen Job einsetzen. Umsonst war es auf keinen Fall!

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  3. Moin. Verstehe ich das richtig: du machst eine Ausbildung, bestehst die Prüfung und kannst dich nicht so richtig darüber freuen, weil du weißt, dass der Beruf nichts für dich ist?
    Ok. Trotz alledem herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Den Schein kann dir keiner mehr nehmen.
    Und nun kannst du ja schauen …. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, mache keinen Job, den du nicht machen willst. Das geht nicht dauerhaft gut.
    Viele Grüße von der Ostsee

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  4. Oder Du brauchst Zeit es zu verarbeiten – wie auch immer – auch meinen Glückwunsch und wenn es wirklich nicht das ist, was Du machen willst – versuche es und entscheide dann – auf jeden Fall hast Du eine Ausbildung…

    GLG

    Maccabros

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  5. He Mooni, das war doch alles gar nicht der Sinn, dass Du auch im Transportgewerbe schaffst. Nein! Der Sinn der letzten beiden Jahre war, dass wir in der Klasse so manchen Spass zusammen hatten und verbreitet haben. Stell dir mal vor wenn wir nicht zusammen die Ausbildung gemacht hätten! Öde!!!!!! Und dafür hast Du dir echt den Schein verdient: nie aufgegeben und trotzdem mit deiner Kreativität uns bei Laune gehalten. Vielleicht bist Du es auch gar nicht mehr gewohnt, stolz auf dich zu sein. Dafür sind jetzt andere stolz auf dich :0)

    Liebe Grüße in den Norden aus Feinstaubcity.

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    1. Da ist er wieder, mein philosophischer Denker und Quizmaster. 🙂
      Waaaaas? Der ganze Unterricht OHNE Dich? NEIN, niemals! Da hätte ich ja längst den Container versenkt um es mal unseren Berufszweig angemessen zu formulieren. 😉
      Hach ja, ich werde die Zeit vermissen in denen ich euch mit meinen Präsentationen aufheitern durfte … 😦
      Wer weiß, vielleicht freue ich mich irgendwann über diesen Abschluss, wenn ich einen passenden Job habe, bei dem mein Kontostand ein angemessenes Gehalt zeigt. 😉

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  6. Bremerhaven? Dann sag ich mal HUHU.
    Ansonsten: Ich habe anno Puff vor der Prüfung Horrorfilme geguckt mit meinen Mitprüflingen. Wir hatten zusammen gelernt und mussten runterkommen. Da sind wir in eine Videothek gefahren und haben uns echt fiese Filme ausgeliehen. Aus der mündlichen Prüfung ist mir noch eine Situation in Erinnerung: Ein Prüfer fragte meine Kollegin, wo im BGB man denn etwas über das Eherecht fände. (er wollte hören: Von §§x bis §§xxxxx. Was aber antwortete sie: „Im Inhaltsverzeichnis“. Sie hatte keine Ahnung, aber ihre Antwort musste natürlich mit richtig bewertet werden.

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