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Ich bin im Zoo!

Mal ehrlich, wie oft seid ihr schon in eine Speichelpfütze getreten (die zudem nicht eure war)? Klar, es stinkt nicht so wie z.B. Hundekot oder ein Kuhfladen. Fakt ist aber: Es ist einfach ekelhaft. Obwohl wir hier – in Deutschland – in einem halbwegs gesitteten Land leben, scheint ein Großteil der Einwohner die Gene eines Lamas in sich zu tragen. Sie spucken einfach hin, wo sie gerade stehen. Meist auf Gehwege oder an Haltestellen. – Es ist noch gar nicht so lange her, als ein junger Mann mit mir an der Haltestelle auf den Regionalzug wartete. Während ich mein Buch las, zog er hoch und spuckte vor sich, also vor die Sitzbank. Ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an und schüttelte den Kopf. Er nahm dies zur Kenntnis, denn er bot mir freundlicherweise an „Kannst ja auflecken.“ Da Diskussionen an so einer Stelle nie was bringen ignorierte ich ihn. Der Zug kam, wir stiegen ein. Doch der Spuckfleck blieb – und mit ihm eine Menge (mögliche) Krankheitserreger. Ja, tatsächlich hat unser unscheinbar aussehender Speichel auch nach dem „Ausscheiden“ noch einiges zu bieten: Tollwut, Influenza, Tuberkulose, … werden so übertragen. Dafür muss beim Spuckenden selbst ja nicht einmal eine der Krankheiten ausgebrochen sein. Und auch ein Mensch muss ja nun nicht zwangsläufig durch den Speichel erkranken. Vielleicht ein Tier, welches daran schlabbert!?

Nicht nur in Deutschland wird gespuckt. In Indien wird sogar eine Menge Nass verteilt. Dort wird aber gleich noch eines drauf gesetzt, denn dort wird „Gutkha“ (ein Kautabak) auf die Straße gespuckt. Das ist nicht nur genau so ekelig wie hier, sondern färbt auch gleich noch die Straßen, Bürgersteige und Gebäude – eben alles wo hingespuckt wird – rötlich. Um Krankheiten zu vermeiden und auch weil es (nicht nur für Touristen) unschön aussieht, gibt es in Mumbai eine „Spuckpolizei“. Sie ziehen in Zweiergruppen los und verwarnen die „Spucker“. Ein Bußgeld müssen die Täter auch gleich zahlen!

Warum gibt es in Deutschland nicht so eine Spuckpolizei? Vermutlich, weil sich der Deutsche dann darüber aufregen würde. dass er für alles zahlen muss. (Wenn jemand durch den Speichel krank werden würde, würden die Kosten für die Behandlung sicher höher ausfallen, als ein Bußgeld!) Bei meiner Recherche stieß ich auf einen alten Artikel aus dem Berliner Raum. Der Bürgermeister eines kleinen Kurortes wollte das „wilde spucken“ unter Bußgeld stellen – und wurde dafür von seinen Bürgern förmlich angefeindet. 20 Euro sollte es kosten, wenn ein Täter erwischt wird. – Ich als Nichtspuckerin finde das durchaus okay. Aber ich habe auch stets Papiertaschentücher dabei. In die kann Mann/ Frau wunderbar reinspucken, wenn es denn sein muss und das „Relikt“ dann im nächsten Mülleimer etnsorgen. Ist ganz leicht. Liebe Spucker, bitte probiert das einmal! Ihr werdet staunen! 😉

Sherlock Holmes sagte: „Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische obwohl unmöglich unweigerlich richtig.“ Ich weiß das ich nicht in Indien lebe und doch sehe ich an jeder Straßenecke Menschen auf die Straße spucken. Wenn ich nun also Sherlocks Rat beherzige bleibt nur noch eine logische Schlussfolgerung: Ich bin im Zoo! Von Lamas umgeben!!! [Zugeben, der Vergleich hinkt, da Lams keinen Speichel, sondern Mageninhalt spucken. ;)]

5 Gedanken zu „Ich bin im Zoo!“

    1. Das ist immerhin besser als auf den Boden spucken. Aber wenn ich mir vorstelle, ich trinke gemütlich beim Bier in einer Kneipe, knabbere dazu vlt. noch etwas und dann kommt einer rein, zieht hoch und spuckt … Neeeeeeeeeeee…….. *schauder*

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  1. Ich hasse es. Manchmal muss man schon einen regelrechten Slalom zwischen die Spuckpfützen hindurch veranstalten. Vor allem am frühen Morgen, da scheint mir das Spucken am ausgeprägtesten zu sein.

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