Erinnerungen, Migräne

Leidensweg einer Migränepatientin 2.3

Mordanschlag

Heute war es – mal wieder – soweit: Ein Arzttermin stand an. Leider erst kurz vor neun Uhr und ich sollte nüchtern kommen. ArmKein Frühstück, kein Kaffee. *grummel* Und müde war ich noch dazu. – Da hatte die Sprechstundehilfe es ein wenig schwer mit mir. Ich habe ihr z.B. vorgeschlagen meinen Arm anzuritzen, falls kein Blut kommt. Sie erwiderte, dass es auch dann nicht reichen würde, also bot ich ihr an, sie könne ja einen größeren Schnitt machen. „Ich will sie doch nicht umbringen!“ – „Und ich dachte, sie wollten mal ein wenig Abwechslung in Ihren Arbeitsalltag bringen!“ So ging das die ganze Zeit, bis sie mein Blut hatte und ich nach Hause eilen konnte – an den Frühstückstisch! (Es sei vielleicht noch erwähnt, dass die Dame mir doch nur eine Kanüle in den Arm gerammt hat. Arm dran. ;))

Das bisschen Haushalt

Da nach dem Frühstück mit meinem Göttergatten noch über eine Stunde Zeit war, bis ich meinen (nächsten) Bus erreichen musste – und natürlich absolut nichts besseres mit uns anzufangen wussten (HaHa). Putzten wir noch schnell das Haus. Das brachte uns zwar ganz schön ins Schwitzen, sowie etwas verärgerte Katzen (Sie hassen den Staubsauger!), aber dafür können wir den morgigen Tag dann etwas ruhiger angehen lassen.

Bitte warten

Überraschenderweise klappte mit meinen Öffentlichen Verkehrsmitteln alles wunderbar, so dass ich rechtzeitig an meinem nächsten Zielort eintraf: Die Chriopraxis! Lange hatte ich es angekündigt, heute war es endlich soweit. Auch wenn ich mich auf diesen Termin gefreut habe, so war ich auch gleichermaßen nervös.

Ich habe natürlich (?) nicht den erstbesten CP genommen, sondern einen mit sehr guten Bewertungen von Patienten (Seit dem Reinfall mit dem Neurologen gucke ich lieber vorher!) und jemanden welcher Mitglied im „Deutsch-Amerikanische Gesellschaft für Chiropraktik e.V.“ ist.

Die Praxis liegt zwar etwas versteckt im Souterrain und macht von außen einen „okayen“ Eindruck, ist man aber erst einmal drinnen ergibt sich ein ganz anderes Bild: Sehr modern und auch chic eingerichtet. (Da keine anderen „Patienten“ im Wartezimmer (mit Musik, Wasser, …) saßen, konnte ich euch einige Fotoeindrücke mitbringen.) Die, bereits etwas betagtere,  Assistentin begrüßte mich freundlich und erklärte mir alles was ich musste. Ich habe mich direkt wohl gefühlt! 🙂

Gewichtig

Es dauerte gar nicht lange und der direkt aus einem Golfclub entsprungen aussehende Chiropraktiker  holte mich in den Behandlungsraum. Es folgte ein ausführliches und 45 Minuten dauerndes Beratungsgepräch („Erstanamnese“), indem mir so ziemlich alle Fragen über meinen Innen- und Außenleben gestellt wurden. Ich gestehe, dass es mir teilweise etwas schwer fiel darüber so offen und ehrlich zu sprechen, besann mich aber darauf, dass mir so am besten geholfen werden könnte. Als ich endlich sämtliche Fragen hinter mich gebracht hatte, erfolgte die Untersuchung meines Bewegungsapparates und ich musste allerlei komische Bewegungen machen, was mir vor dem Ganzköperspiegel doppelt peinlich war.

Etwas geschockt hat mich die Tatsache dass ich schief bin. Das heißt, eigentlich wusste ich das schon lange, da ich das einfach spüre. Wie schief wird gemessen indem man sich auf zwei Personenwagen stellt, jeweils mit einem Fuß. Es kam ein Unterschied von unglaublichen 9 kg (!!!) zutage! Da mein Becken in die eine Richtung geneigt ist, stehe ich schief. Mein Körper versucht das wieder auszugleichen, in dem er mich auf der anderen Seite wieder „rüberzieht“. – Wen es interessiert: Der Größte Unterschied, welcher in dieser Praxis gemessen wurde, waren enorme 35 kg Unterschied! – Aber auch meine 9 kg sind schon verdammt viel, wurde mir gesagt. (Tja, merk ich…)

Bei einem Test indem mir von oben auf den Kopf gedrückt wurde, habe ich die halbe Praxis zusammen geschrien, da dieses enorme Schmerzen in meinem Nackenbereich auslöste. Daraufhin bekam ich eine starke Vibrationsmassage (Verdammt, war das genial! :D), damit sich die Muskeln wieder ein wenig entspannen.

Endlich gibt es dann an die Behandlung selbst. Allerdings nicht mit der klassischen Methode, bei der die Wirbel mit einem Ruck zurückgeschoben werden, sondern mit der elektronischen Methode. Diese nennt sich „Chiropractic-Instrument – Technik“ (CIT), dabei wird mit einem einem kleinen Gerät ein Impuls gesendet, der den Wirbel dann dazu bringt sich quasi selbst wieder in die richtige Position zu bewegen. – Da ich im Erklären echt eine Niete bin, hier ein Video, dass es super erklärt:

Die Anwendung schmerzte an einigen Stellen, besonders im Nacken und Kieferbereich, wo ich extrem verspannt war. An anderen Stellen, wie z.B. den Füßen und dem Becken habe ich es kaum bemerkt, obwohl es hier auf die höchste Stufe eingestellt war. (Im Nacken nur auf die Leichteste, was einiges erahnen lässt …)

Pleitegeier

Als ich die Rechnung beglich – schmerzlich 110 Euro – gab mir die Assistentin noch den Tipp die Rechnungen aufzuheben und beim Lohnsteuerjahresausgleich als „Sonstige Belastung“ einzureichen. Außerdem gibt es in Deutschland tatsächlich eine Krankenkasse, die diese Kosten für einen Chiropraktiker in gewisser Höhe anstandslos übernimmt. Ich erwähne den Namen hier extra nicht, da ich mich da mal schlau machen werde und euch dann genauer berichten. – Ich hatte eh vor meine „Gesundheitskasse“ zu wechseln, daher werde das natürlich perfekt! 🙂

Bereits für die nächste Woche habe ich zwei Folgetermine. Jeweils vor der Arbeit, so dass ich zumindest keinen großen Extraweg habe. Die Tatsachse das diese Behandlungen dann „nur“ 50,00 EUR kosten, ist allerdings auch nicht soooo erbauend.

RechnungI am walking

Nach jeder Behandlung soll der „Patient“ 15 Minuten spazieren gehen, damit die Wirbel „arbeiten“. Da ich heute frei habe, Lesezeichenmusste ich nicht zur Arbeit „laufen“. Aber  ich bin gegangen wie angeordnet – geradewegs in die nächste Buchhandlung und habe dort einen Slalom um die Büchertische gemacht. *g* Wo ich schon mal da war, habe ich mir auch gleich Magnetlesezeichen zugelegt, da ich meines vor einigen Wochen wohl verloren habe. Eigentlich wollte ich etwas total Cooles haben, aber die Auswahl war sehr dürftig. So habe ich mich auf das am wenigste Schlimmste beschränkt. 😉

Nachgespürt

Der Chiropraktiker hatte mich gewarnt dass es sein kann, dass sich die Symptome erst einmal verstärken. Von Schmerzen an Stellen von denen ich gar nicht wusste das sie weh tun können bis, im schlimmsten Fall, hin zu einem Migräneanfall. Die „Anwendung“ ist jetzt etwa vier Stunden her. Ich habe zwar einen verstärkten Schmerz im unteren Rücken, kann dafür aber meinen Kopf fünf Zentimeter weiter drehen, als vor der Behandlung. Da ich morgen ebenfalls frei habe (Welch ein Luxus, zwei freie Tage hintereinander!) bin ich gespannt, was passiert, denn leider neige ich dazu an meinem freien und ungeplanten Tag Migräne zu bekommen …

In diesem Sinne wünsche ich euch ein schmerzfreies und entspanntes Wochenende. 🙂

2 Gedanken zu „Leidensweg einer Migränepatientin 2.3“

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