(K)Ein ganz normaler Mittwoch

Bloß raus hier

Ja, okay, mit einem Virusinfektion sollte Frau eigentlich im Bett bzw. auf dem Sofa liegen und sich ausruhen. Da sind wir uns wohl einige. Allerdings muss das Attest auch irgendwie zum Arbeitgeber. – Da sind wir uns vermutlich ebenfalls einige. – Und frische Luft tut ja bekanntlich in allen Lebenslagen gut. So machte ich mich dann heute Morgen auf den Weg zur Postfiliale. Aber es wäre natürlich total langweilig, wenn alles einfach „wie-am-Schnürchen“ gelaufen wäre.

Eine Reise die ist lustig

Mein Bus kam pünktlich und war normal voll – was mir für die wenigen Stationen fast egal ist, da ich dann eh stehenbleibe. – Da eine Busfahrt lustig ist, hatte aber jeder fünfte Fahrgast seine Tasche im Gang und als ich aussteigen musste und entsprechend bereits im Gang stand, erhob sich ein Fahrgast neben mir ohne Rücksicht auf Verluste, da die neben ihm auch aussteigen wollte. Bloß nicht kurz warten, als würde sie aus einem fahrenden Bus springen wollen.

Diskretionsabstand wahren

Nachdem ich dann diese kurze, wenn auch nervige, Tour überstanden hatte legte ich die paar Meter zur Filiale zurück. Auf dem Weg dorthin rannte ich fast eine Dame vom Ordnungsamt („Knöllchenschreiberin“) um, da diese, ohne zu gucken, rückwärts vom Auto wegtrat.

pakete

Der ganz normale Wahnsinn

Bei der Post selbst gab ich dann mein Einschreiben ab. Direkt hinter (schräg neben) mich stellte sich bereits die nächste Kundin.  Keine Ahnung, vielleicht kann sie ja nicht lesen. Aber den Diskretionsabstand hat sie nicht gewahrt, da sie ja bereits weit hinter der Linie stand.

Da ich verhältnismäßig viele Pakete bekomme und zum einen meist eh nicht zuhause bin und zum anderen nicht möchte das mein GöGa geweckt wird, wenn der Postmann zweimal klingelt, lasse ich inzwischen direkt an die Filiale liefern. (Funktioniert nur bedingt, da die Paketboten trotzdem klingeln und fragen, ob wir was für die Nachbarn annehmen, was wir vehement verneinen.) Zwar wusste ich WAS in der Filiale abgegeben wurde und wieviel, die Größe konnte ich allerdings nicht einschätzen. Da brachten mir dann auch meine zwei Taschen nichts. Ein Paket musste ich in die Hand nehmen … (Im Normalfall hole ich die ganze Ladung immer beim Wocheneinkauf, wenn wir eh mit dem Auto unterwegs sind. Aber ich dachte, wenn ich eh schon da bin …)

Augen auf im Straßenverkehr

Als ich an der Bushaltestelle Richtung Heimat einen Blick auf den Fahrplan warf, stellte ich fest, dass der Bus vor zwei Minuten abgefahren war. Nach kurzer Überlegung, machte ich mich zu Fuß auf den ca. 1,3 km langen Rückweg (wohlgemerkt mit einem Paket in der Hand). Irgendwie war es logisch, wegweiserdass kurze Zeit später der Bus, von dem ich dachte er wäre bereits weg, an mir vorbeifuhr …

Bald sollte sich es aber als hilfreich erwiesen haben, denn auf dem Radweg lief ein Mann suchend umher, der drohte jeden Moment auf die (Haupt-)Straße zu laufen. Vor mir ging eine Frau, die offensichtlich gerade vom Einkaufen kam. Er fragte sie wo etwas sei, von meiner Position konnte ich nicht alles verstehen. Statt eine Antwort zu geben, verzog sie das Gesicht, wich ihm aus und ging weiter. Vermutlich dachte sie der Mann sei betrunken, da er alles andere als geradeaus lief. Ich habe nicht die geringste Ahnung, warum ich auf ihn zu ging und fragte, wo er denn hinwolle. Siehe da, er war nicht mal ansatzweise angetrunken, sondern stark Sehbehindert. Er wollte einfach nur zur Bremer Werkstatt und fand es nicht, weil er sehr schlecht sehen konnte. Ich zog ihn als erstes vom Radweg – und vor allem Ding weg von der Straße – redete ihm gut zu (da er sich ständig entschuldigte, als müsse er sich schämen), nahm seinen Arm und führte ihn zur Werkstatt. Die Erleichterung darüber, dass ihm jemand geholfen hatte, konnte ich förmlich spüren. (Wer weiß wie viele noch tatenlos an ihm vorbei gegangen waren, denn die Bushaltestelle war etwas weiter weg.) Ich hatte nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, was ich da eigentlich tue, sondern es einfach gemacht. Erst im Nachhinein bemerkt ich, dass ich vielleicht seinen Tag gerettet habe – in mehrfacher Hinsicht. Und ja, es fühlt sich gut an. 😉

Die Moral von der Geschicht‘

Eigentlich hätte ich liegen bleiben sollen, aber die frische Luft tat gut.

Eigentlich brauche ich Ruhe, aber das Aufregen erinnerte mich wieder daran, warum ich zuhause bleiben soll(te).

Eigentlich bin ich (als Kranke) diejenige die Hilfe braucht, aber ich konnte jemand anderen helfen.

Eigentlich wäre das alles total aufregend, aber ich bin gerade einfach nur völlig k.o..

Eigentlich interessiert das alles vielleicht niemanden, aber ich hatte so eine schöne Vorlage für einen neuen Blogbeitrag. 😉

 

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