Wie ein falscher Klick Leben verändert [Rezension – Jugendroman]

~°~ Das Buch ~°~

Anna Pfeffer

Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte

272 Seiten

Cbj [20.03.2017]

ISBN 978-3-570-17406-7

Erhältlich als Gebunde Ausgabe und E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Flo hat viele schlagfertige Antworten parat, doch leider immer erst, wenn es zu spät ist. Ob in der Schule oder im Streit mit Moritz von nebenan: Im entscheidenden Moment fehlen ihr die Worte. Zum Glück sind ihre BFFs, Anouk und Julia, da ganz anders. Julia liebt das Drama und Anouk lieben alle. Anscheinend auch Ben, Flos Schwarm, denn Anouk hat ihn geküsst! Auf einer Kummerkastenwebsite schreibt Flo sich ihren Ärger von der Seele. Eine gepfefferte Mail über Verräter-Anouk, Moritz und die doofe Deutschlehrerin. Natürlich wird sie das nie abschicken. Doch ein falscher Klick – und die Mail ist raus. Plötzlich steht sie im Netz und ein Shitstorm bricht los. Der einzige Lichtblick ist, dass Ben Flo auf einmal beachtet …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Das Titelbild sieht mit seinen blau-weißen Streifen recht maritim aus. Mit dieser Optik führt es jedoch ebenso in die Irre, wie das Bild der sich putzenden Maus. Das Tierchen passt zwar hervorragend zum Titel, doch geht es in der Geschichte nicht um sie, sondern um eine Computermaus. Hier wäre daher ein anderes Motiv passender gewesen.

~ Geschichte ~

Flo ist 13 Jahre alt und hat viel Spaß mit ihren besten Freundinnen Julia und Anouk. Zusammen haben die Drei vor allen Dingen ein Thema: Jungs.

Während die schlagfertige Julia immer wieder passende Kommentare von sich gibt und Anouk sowieso einfach nur perfekt ist, leidet Flo an „Flolitis“. Sie bekommt ständig einen roten Kopf, sei es nun, weil sie vor der Klasse sprechen muss oder weil ihr irgendwas total Peinliches passiert. Noch schlimmer als der rote Kopf, ist jedoch ihre nicht vorhandene Schlagfertigkeit. Kommentare auf blöde Sprüche fallen dem Teeni erst dann ein, wenn es längst zu spät ist.

Als dann eines Tages herauskommt das Anouk ausgerechnet ihren Schwarm geküsst hat, auf den sie schon seit der fünften Klasse steht, fällt Flo auf einmal jede Menge ein. Ihren ganzen Frust lässt sie in einer E-Mail aus. Unterstützt wird sie dabei von Julia. So gut es auch tut, endlich alles rauszulassen, abschicken wollen die Mädchen die E-Mail nicht. Doch dann steht da auf einmal: „Vielen Dank. Deine E-Mail wurde gesendet.“ Nicht nur der Schock ist groß, sondern auch das was Flo nun in den nächsten Wochen durchmachen muss.

~ Schreibstil ~

Mir gefällt der flüssige Schreibstil, besonders da Flo immer wieder witzige Anmerkungen macht, bei denen man einfach schmunzeln MUSS. Allerdings sollte sich der Leser bewusst sein, dass die Geschichte direkt von Flo erzählt wird. Wer also mit Büchern in der „Ich-Perspektive“ nichts anfangen kann, für den ist es wohl eher nichts.

Doch ein wenig auffällig sind die Fußnoten, die sich oft auf schwierige Wörter (aus dem Text) beziehen. Da diese Begriffe von dem Mädchen selbst erklärt werden, hätten das einfach mit in den Text fließen können.

~ Empfohlenes Lesealter ab 11 Jahren ~

Die Protagonistin in 13 Jahre alt und durchläuft ziemlich viele Gefühlsstufen, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Hier können sich junge Leser(innen) wohl wunderbar in Flo hineinversetzen, was die Spannung erhält. Der Altersempfehlung kann ich daher zustimmen.

~°~ Fazit ~°~

Dadurch dass die Geschichte direkt von Flo selbst erzählt wird, wirkt sie authentisch. Insbesondere was die Gefühle angeht. So erinnern sich nicht mehr viele daran, wie sehr sie gelitten haben, als der Schwarm eine andere geküsst hat. Flo leidet mit allem was ein Teeniherz auszuhalten hat: Freude, Liebe und jeder Menge Herzschmerz.

Ein schönes Buch, das sehr gefühlslastig ist ohne dabei kitschig zu sein. Eine Geschichte die zeigt, dass es immer einen Weg gibt und alles was heute wie der Weltuntergang scheint, morgen schon Schnee von gestern ist. Und vor allen Dingen eine Geschichte die zeigt wie schnell Mobbing entstehen kann. Ein schwieriges Thema gut umgesetzt.

Promillehaltige Spritztour der anderen Art

 

Das Wochenende steht vor der Tür und auch wenn es aktuell regnet (zumindest hier bei uns), so gibt es sicher den ein oder anderen, der eine Outdooraktivität geplant hat. Vielleicht eine kleine Spritztour? Keine Lust auf Radeln? Wie wäre es denn mit einer Spritztour auf einer Bierkiste? Ja, richtig gelesen. BIERkiste.

So ein Gefährt hatte sich ein 31jähriger Oldenburger gebaut. Als Antrieb diente der Bierkiste der Motor eines Rasenmähers. Liebevoll haben die beiden Männer das Gefährt dekoriert. – Sogar mit einem alten (!) Versicherungskennzeichen. Natürlich sollte das Ganze aber nicht nur zum Anschauen, sondern zum Fahren sein. Genau das hat der Eigentümer getan. Erstaunliche 70 km/h kann die Bierkiste auf Rädern erreichen!

Natürlich dauerte es nicht lange, bis Anwohner die Polizei informierten. Das Gefährt wurde einkassiert und es ist noch nicht sicher, ob der Erbauer es zurück erhält. – Auf öffentlichen Straßen sollte damit aus Sicherheitsgründen natürlich nicht gefahren werden, dennoch finde ich die Idee (und das Gefährt) wirklich cool. Seifenkistenrennen waren gestern. Heute cruist man mit Bierkästen um die Wette! 😀