Erinnerungen

Wenn frische Luft krank(er) macht

Wenn ich etwas kann, dann ist es in jedem Fall meinen Körper als Kescher einzusetzen. Seien es Viren oder Bakterien, es ist nur eine Frage der Zeit und all diese kleinen Wesen sammeln sich bei mir – und lösen oft irgendwelche Krankheiten aus.  Bis das ich seit Wochen Halsschmerzen habe (und Kopfschmerzen ja sowieso), fühlte ich mich nicht krank. – Was ein absolutes Wunder ist, wenn man bedenkt, dass sich der Großteil meiner Kollegen seit Wochen krank zur Arbeit schleppt.

Völlig „normal“ (= mir ging es soweit gut) radelte ich also zur Arbeit. Doch unterwegs wurde mir bereits total übel.  Bei der Arbeit angekommen, war mein Kreislauf so weit im Keller, dass ich mich dringend hinsetzen musste. Nach einigen Minuten ging es mir zwar noch immer nicht wundervoll, aber immerhin (halbwegs) einsatzfähig. Doch schon nach relativ kurzer Zeit, ich war gerade mitten im einem Telefongespräch, konnte ich die Zahlen und Buchstaben auf dem Computerbildschirm gar nicht mehr wirklich erkennen, denn es flogen lauter bunte Zackensterne um mich herum. Nachdem ich das Telefonat beendet hatte, machte ich erst einmal eine Pause. Hauptsache woanders hinschauen, als auf den Monitor! Brille an, Augen zukneifen,  Wasser ins Gesicht und über die Handgelenke. Leider ohne Erfolg. Ein Blick nach Links, zu meiner Vorgesetzten: „Ich seh‘ nichts mehr!“ Kurz erklärt und es folgte ein besorgter Blick: „Vielleicht mal kurz an die frische Luft!?“  Gesagt, getan. Mit Mühe und Not schleppte ich mich wieder ins Büro und bekam direkt den Kommentar: „Oh. – Du siehst ja schlimmer aus als vorher!“ Und wurde damit nach Hause geschickt. – Oder besser gesagt eher überredet zu gehen, denn so recht wollte ich das nicht.

Am nächsten Tag ging es mir alles andere als besser, so dass ich mich – nachdem mein GöGa befand, es sei viel zu gefährlich, in meinem „Zustand“ am Straßenverkehr teilzunehmen – direkt krank meldete. Der Plan meinen Hausarzt aufzusuchen gestaltete sich allerdings auch nicht als einfacher. Zwar ist der quasi „um’s Ecke“, aber Termine gab es keine, dafür war es brechend voll. Der Grund: Mein Hausarzt (Gemeinschaftspraxis mit zwei Ärzten), hat die Vertretung für eine andere Gemeinschaftspraxis (mit drei Ärzten) übernommen. Ergo: Patienten für eigentlich fünf Ärzte, in einem Wartezimmer das für Terminpatienten ausgelegt ist… Es war, nun ja, „kuschelig“. Genau das fand offenbar auch ein anderer Patient, der direkt mit den Worten reinkam: „Ich mach‘ ma das Fenster aus. Hält man ja nich aus hier! Sowieso eine Unverschämtheit, so viele Menschen auf so kleinem Raum zusammen zu ferchen. Da is ja mein Klo größer!“  Während ich mir in Gedanken sagte: „Einfach mal die F….“, sprang eine andere Dame direkt auf an: „Das Wartezimmer ist ja auch nicht für Patienten von gleich vier Praxen ausgelegt!“ (Anmerkung: Keine Ahnung, warum sie von vier ausging.) Glücklicherweise war ich dann auch schon dran, und musste mir diese nervige Zankerei nicht weiter antun.

Beim Doc musste ich dann schmunzeln, denn als er fragte er für tun könne, sagte ich: „Das Üblich.“ Und bekam als Gegenfrage: „Migräne?“. – Unwissenden sei dazu gesagt, dass ich (eigentlich) nur aus drei Gründen zum Arzt gehe: Vorsorgeuntersuchung, Erkältung oder eben Migräne. Offenbar sind das die beiden Plagen, die mein Körper (noch?) nicht wirksam bekämpfen kann. 😦 Wie sich herausstellte habe ich mir tatsächlich eine „Virusinfektion. Fieberhaft“, sowie ein „Lymphdrüsengranulom, nichtbakteriell“ zugezogen. – Und nein, ich habe weder Husten, noch Schnupfen, geschweige denn Fieber. (Toi Toi Toi). Allerdings erheiterte mich der Arzt direkt mit: „Durchfall, Bauchkrämpfe, Erbrechen, Schnupfen, Husten … Kann alles noch kommen. Ist sogar wahrscheinlich.“ Und auch direkt mit einer Lösung: „Da kann ich noch gar nichts machen. Wenn’s schlimmer wird, noch mal wiederkommen.“  Dazu gab es noch eine Krankschreibung bis Ende der Woche und die üblichen, ja eigentlich schon Floskeln: „Ausruhen, viel trinken, …“.

Erkenntnis: Frische Luft macht krank(er), ein Arzt ist nur so gut wie die Krankheit mit der sein Patient kommt und ein Wartezimmer für zwei Praxen ist mit Patienten für fünf Praxen hoffnungslos überfüllt.

In diesem Sinne: Bleibt gesund!

4 thoughts on “Wenn frische Luft krank(er) macht”

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