Bücher (Rezensionen)

Zeit ist relativ [Rezension Jugendbuch – Cyberpunk]

Armand Baltazar

Timeless

Retter der verlorenen Zeit

624 Seiten

Cbj [23.10.2017]

ISBN: 9783570174470

[auch als E-Book, Hörbuch und MP3 CD erhältlich]

~°~ Klappentext ~°~

Die Zeitkollision war eine Katastrophe kosmischen Ausmaßes, die Zeit und Raum aufspaltete und die Erde auseinanderriss. Die Überlebenden kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Epochen. In dieser neuen Welt lebt Diego Ribera.

Doch nicht alle sind an einem friedlichen Zusammenleben in diesem neuen Zeitalter interessiert, und so wird Diegos brillanter Erfinder-Vater entführt. Er soll den Zeitbruch – und somit die letzten 15 Jahre – ungeschehen machen. Diego muss sich auf eine gefährliche Reise begeben, um seinen Vater, seine eigene Existenz und die Zukunft der Welt zu retten …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Diego ist ganz normaler Junge, der unbedingt Pilot werden möchte, genau wie seine Mutter. Sein Vater jedoch versucht ihm hingegen handwerklich Fähigkeiten zu vermitteln, immerhin ist er Erfinder. Diego hat da nicht wirklich Lust zu, auch wenn es schon irgendwie cool ist, einen eigenen Roboter gebaut zu haben. – Wohlgemerkt einen richtig großen, in den man sich reinsetzen kann! – Es dauert etwas, bis der Erfinderjunge versteht, was sein Vater ihm wirklich sagen will…

An diesem Tag (als die Geschichte beginnt) hat Diego Geburtstag. Doch etwas ist anders, als sonst. Der Junge hatte in der Nacht einen Traum, der ihn einfach nicht loslässt. Noch ehe er „ganz normale Geburtstagssachen“ machen kann, erschlagen sich die Ereignisse. Plötzlich wird die Werkstadt gestürmt, Roboter gestohlen und jede Menge Menschen entführt. Auch Diegos Vater! Eigentlich sollen sich die Angehörigen der Entführungsopfer in Schutzhaft begeben, doch hat einer von ihnen ganz andere Pläne. Zusammen mit seinen Freunden macht Diego sich auf den Weg die gefährlichen Piraten zu suchen und seinen Vater zu befreien. Dabei trifft die Truppe aber nicht nur an Menschen die ihnen übel mitspielen wollen, sondern auch an Riesenechsen und andere abenteuerliche Wesen.

Die Geschichte ist gut konzipiert und in sich logisch. Alles ist miteinander verknüpft, so dass der Leser sich an den Handlungsfäden „entlanghangeln“ kann. Spannend ist das Ganze, für mich hätte es aber gerne noch etwas rasanter zugehen können. Die Mischung der verschiedenen Zeiten – Die „Mittelzeit“ (= Gegenwart) wurden, durch einen Zeitriss, mit der Vergangenheit und Zukunft vereint. So gibt es auf der einen Seite Hightechgeräte, auf der anderen aber keinen Strom, Menschen in alten Gewandungen (und Ansichten) stehen anderen Menschen gegenüber, die der „Jetztzeit“ weit voraus sind. Doch durch das gemeinsame Schicksal sind sie alle vereint.

Sollte ich das Buch in eine bestimmte Kategorie einordnen müssen, so würde es wohl „Steampunk für Jugendliche“ am besten treffen. Als Altersempfehlung wird ab 12 Jahren angegeben. Das finde ich durchaus angemessen, da sich der junge Leser so am besten in die Protagonisten hineinversetzen kann und auch die, teils komplexeren, Zusammenhänge verstehen kann. Ein Lerngehalt ist, sogar an mehreren Stellen (= für verschiedene Themen) ebenfalls vorhanden. So wird hier nicht nur vermittelt, dass  Vorurteile und erste Eindrücke täuschen können, sondern auch wie wichtig Vertrauen und Freundschaft sind und das man immer an sich selbst glauben muss.

Es gibt eine ganze Menge großartiger, meist ganzseitiger, Bilder. Immer passend zum Text. Alleine diese erzählen schon eine eigene Geschichte. (Damit lassen sich vielleicht auch „Nichtgerneleser“ oder Comicfans dazu animieren, dieses Buch in die Hand zu nehmen.)

Armand Baltazars Schreibtil ist flüssig und der Text lässt sich schnell und einfach lesen. Die immer neuen Spannungsbögen ziehen den Leser förmlich durch das Buch.

~°~ Fazit ~°~

Dieser Abenteuerroman vereint Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wer sich also nicht entscheiden kann, dem wird hier eine Alternative geboten. Die Handlung ist zwar etwas voraussehbar, die Zeichnungen entschädigen dafür aber allemal.

Wer nach „Retter der verlorenen Zeit“ noch nicht genug hat, den erwartet vermutlich ein weiterer Teil. Zumindest lässt dieser Roman genügend Potential für weitere Abenteuer.

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