Oh du schreckliche 20.0 – Schöne Bescherung

Kennt ihr das, wenn ihr denkt: „Ich bin froh, wenn dieses Jahr vorbei ist.“, weil einfach viel falsch läuft und ihr keine Energie mehr für irgendetwas aufbringen könnt? Nicht nur mir, sondern auch vielen meinen Kollegen geht es seit Monaten so. Selbst die, die sonst voller Euphorie in ihre kleine eigene Weihnachtswelt verfallen, kamen erst gar nicht in Weihnachtsstimmung und fänden, es könnte dieses Jahr einfach ausfallen. (Ich wäre übrigens dafür!) Und doch, immer wenn du denkst, es geht gar nicht schlimmer, wird noch etwas oben drauf gesetzt.

Gestern rief dann der Bezirksleiter die halbe Belegschaft (so auch mich) zur Versammlung. Natürlich (?) ist das meist kein gutes Zeichen, so auch nicht in diesem Fall…

Zum Verständnis lasst mich kurz erklären, dass ich im Dienstleistungsgewerbe (für Firmen) arbeite. Die Firma, bei der ich angestellt bin, erfüllt Aufträge für andere Firmen, wie eben z.B. die Kundenbetreuung. Ich arbeite seit mehreren Jahren für einen großen Kunden aus dem Versandhandelssektor. Dieser Kunde, seit sehr langer Zeit einer unser Auftraggeber, hat nun festgestellt, dass er die (Arbeits-)Leistung günstiger bekommt: Ab nächsten Jahr wird auf den Balkan ausgelagert. Immerhin gibt es dort deutsch sprechende Kolonien. Warum also hier, in Deutschland, so viel mehr bezahlen?

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, denn es gibt noch ein anderes großes Projekt (technischer Bereich), in dem Mitarbeiter gebraucht werden. Fakt ist aber auch, dass nicht Jede/r für Jeden Bereich geeignet ist.

Wenn ihr also demnächst eine Hotline anruft, eine schlechte Leitung voller Rauschen und – vielleicht – einen Mitarbeiter, der weder euch, noch ihr ihn, versteht, so habt Verständnis. Immerhin ist es billiger so. Ansonsten müssten ihr für eure Waren und Dienstleistungen mehr bezahlen und wer will das schon?

4 Comments on “Oh du schreckliche 20.0 – Schöne Bescherung

  1. die Sorgen um den Arbeitsplatz kann ich gut nachvollziehen…allerdings scheint es mir zu leicht es, die Schuld oder was auch immer mit Sarkasmus bei den Leuten zu suchen, die die Arbeit jetzt erledigen, oder denjenigen die Pest an den Hals zu wünschen, die in Zukunft dort anrufen. Ich glaube nämlich nicht, dass alle Menschen, die diese Arbeit bisher erledigt haben, in all ihrem Tun nie danach geschaut haben, wie sie eine Sache günstiger bis umsonst bekommen können ( mal abgesehen vielleicht vom Auto, wo es nach wie vor im Trend liegt Unsummen über Wert zu bezahlen)- leider wird es aber als völlig in Ordnung und legitim betrachtet immer noch weniger zu zahlen und man merkt erst was dabei passiert, wenn man selbst davon betroffen ist.

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    • Na, da hast du jetzt aber eine Menge in meinen Beitrag rein interpretiert. Dazu möchte ich mich gerne äußern und einiges klar stellen: Zum einen sollte dir klar sein, auf wessen Blog du hier liest. Sarkasmus ist etwas, dass mich am Leben erhält und Satire, Ironie & Co. begleiten (fast) alle Beiträge. Auch habe ich mit keinem einzigen Wort geschrieben, dass ich irgendjemanden die Pest an den Hals wünsche (Dir ist schon klar, dass die hochgradig ansteckend ist, oder?). Ich bin sicher, dass auch andere einen guten Job machen. Aus Erfahrung ahne ich jedoch, dass die Auslagerung nach hinten losgehen wird. (Erste Kunden beklagen sich bereits, über eine sehr schlechte Verbindung und darüber, dass ihr Gegenüber nicht versteht, was sie wollen. In einer Reportage wurde es mal „Küchendeutsch“ genannt. Für einen wirtschaftliches Unternehmen kontraproduktiv. Aber das wird die Zeit zeigen.) Was die Billigmentalität angeht: Sowohl meine Wenigkeit, als auch die Menschen in meinem Umfeld, bevorzugen Qualität und sind bereit entsprechend mehr Geld zu bezahlen. (Mein Schwager formulierte es schön treffend: Wer billig kauft, kauft zweimal.) Und nicht zuletzt, sei beruhigt: Ich habe keine Angst um meinen Arbeitsplatz. Ja, ich mag meine Kollegen und würde sie sehr vermissen, aber für das wenige Gehalt gibt es eine Menge anderer Jobs, in denen ich mich von Kunden, die eben wenig bezahlen wollen, anschreien lassen kann… 😉

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  2. ich persönlich denke die Lösung des Problems liegt in deinem Text…und wenn eure geschätzten Kunden auch etwas Geduld hätten die neuen Mitarbeiter in ihrem Job wachsen zu lassen, und ihre Einnahmen in die Erneuerung ihrer Telekommunikation zu stecken haben sie vielleicht auch eine Chance auf eine Zukunft in ihrem Land und müssten nicht als noch mehr verachtete Asylbewerber irgendwo auftauchen und für die Kollegen wäre ja nur vielleicht auch umlernen nötig um weiterzuarbeiten hm …das macht den Unterschied für uns ist schon Grund auszuscheiden wenn einem etwas nicht liegt …ich jedenfalls denke man sollte allen ne Chance gönnen und ihnen helfen zu leben

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    • „man sollte allen ne Chance gönnen und ihnen helfen zu leben“
      Genau so sehe ich das auch. Die Schwierigkeit darin besteht leider nur darin, dass Hilfe auch erst einmal gewollt bzw. angenommen werden muss…
      (Und seien wir mal ehrlich: Der Deutsche jammert auf sehr hohem Niveau.)

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