Was falsch läuft [Rezension Dystopie]

darkviktory (Marik Roeder)

OneExit – Verloren im Untergrund

Loewe Verlag [11.03.2019]

Seiten: ca. 400

ISBN: 9783743203358

Stell dir vor du bist in der U-Bahn unterwegs. Plötzlich geht ein Ruckeln durch den Zug und dein Leben, wie du es vorher kanntest, gibt es nicht mehr. Du bist im Untergrund gefangen. Wo genau, kannst du nur mutmaßen. Ohne Verbindung zur Außenwelt. Ohne Nahrung. Ohne Wasser. Alles was du hast, ist ein persönlicher Gegenstand und andere Jugendliche, den es genau so geht. Die einzige Chance die ihr habt ist zusammen einen Ausweg zu suchen. Doch wie können neun Teeanger von unterschiedlicher Herkunft, Ethik und mit komplett anderen Interessen überleben, wenn sie sich teilweise selbst nicht verstehen (wollen)? Wie findet man einen Anführer oder soll doch lieber alles per Abstimmung gelöst werden? Welche Richtung soll man einschlagen, in einem wirren Netz, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint? Die Enge, die Dunkelheit, Hunger, Durst und der Drang nach Freiheit zerren an den Nerven…

Die Geschichte beginnt rasant, der Leser ist direkt im Geschehen. Anfangs ist dieses ein wenig verwirrend, da es schwer ist einen Überblick zu bekommen, wer hier wer ist. Im Laufe des Buches bessert sich dieses ein wenig, da man so nach und nach die Eigenarten der Charaktere kennt. Leider springen die Szenarien oft hin und her. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Struktur gewünscht, dennoch sind alle vorkommenden Personen gut dargestellt, so dass ich ein Bild vorm geistigen Auge hatte. – Es gibt zwar viele, meist ganzseitige, Bilder, leider sind diese jedoch sehr grob und oft musste ich eher raten, was bzw. wer dort abgebildet ist.

Was ich aber richtig gelungen finde: Die Auflösung ist wirklich überraschend. Zwischendurch dachte ich immer, dass ich die Lösung kennen würde, doch dann gab es eine Wendung, die so gar nicht passen wollte – und zum Schluss dann ein ganz anderes Ende. So etwas liebe ich [wenn eine Geschichte mich überraschen kann].

Das vielleicht beste an „OneExit“ sind aber in jedem Fall die aktuellen Themen, wie Datenschutz, Umweltschutz, Kriege etc. und die verschiedenen Ansichten der Protagonisten dazu. (Kleine Entwarnung: Auch wenn es im Londoner Untergrund spielt, ist hier Brexitfreie Zone! ;-))

Die Altersempfehlung des Verlages liegt bei etwa 15 Jahren, da gehe ich mit. Um Zusammenhänge und die (politischen) Zusammenhänge zu erkennen, halte ich „Jugendalter“ für angemessen. Es kommt, wie so oft, eben immer auf den eigenen Reifegrad, des Lesers, an.

Generell ist diese Dystopie eine spannende Geschichte und eine Zusammenfassung von allem was auf diesem Planeten falsch läuft…

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