Gar nicht KUHl – Was Milch wirklich macht

Das geht auf keine Kuhhaut

Wir haben ständig diese schönen Bilder vor Augen, denn von Verpackungen oder auch aus Werbespots scheinen sie uns förmlich anzulächeln: Glückliche Kühe, auf weiten saftig grünen Wiesen. Doch die Wahrheit sieht leider ganz anders aus: Dunkel, Grau, beengt, einsam…

Milchkühe leben meist in extrem Engen Verhältnissen. Viele wissen nicht einmal, wie es draußen aussieht, durften nie über eine Wiese springen. Sie werden auf Beton- und Spaltboden gehalten oder sind das ganze Jahr über draußen angebunden. (Auch in Deutschland werden ca. 1 Million Kühe in der sogenannten „Anbindehaltung“ gehalten, auch im Winter!)

Das Kalb wird der Mutter direkt nach der Geburt entrissen, die Kühe schreien noch Tage später nach ihnen. Statt nahrhafter Muttermilch bekommen die Kleinen Tiermehl und Tierfett. Artgerecht sieht anders aus! Auch lernen Kälber gleich was Schmerz ist: Sie bekommen Nummern ins Ohr geschossen, werden Enthornt und, wenn es ganz schlimm läuft, gebranntmarkt (Mit einem mehren hundert Grad heißen Eisen verbrannt!). Männchen werden kastriert. All das geschieht fast immer ohne Betäubung!

Kennzeichnung mit einem mehere hundert Grad heißen Eisen…

Und die Mutter? Die gibt noch etwa 10 Monate Milch, die sie aber nicht an ihr Kalb abgeben kann, da es ihr genommen wurde. Und hier wird eben das geholt, was wir im Supermarktregal vorfinden, in einer Packung auf der glückliche Kühe zu sehen sind… – Übrigens: Damit auch weiter Milch kommt, wird die Kuh erneut befruchtet, bekommt ein Kälbchen und alles beginnt von vorne… Entzündete Euter und andere schmerzhafte Krankheiten sind die Folge.

Nach 4-5 Jahren dieser Qualen sind die Tiere „wertlos“ für die Milchwirtschaft. Für sie endet das Leben der Ausbeutung auf der Schlachtbank. – Die natürliche Lebenserwartung beträgt bei Kühen etwa 20 Jahre!!! (Nicht schön zu reden: Auch bei Schafen, Ziegen und Büffeln sieht das Leben als „Produkt“ nicht anders aus.)

Katjes vs. Milchbauern

Süßwarenhersteller Katjes hat eine vegane Schokolade ins Programm genommen. Statt mit Kuhmilch, wird diese mit Haferdrink hergestellt. An sich kein Grund zur Aufregung, oder? Doch der Bayrische Bauernverband geht auf die Barrikaden, denn der Spot mit dem Katjes wirbt zeigt Milchkühe als Maschienen: „Mitbewerber, die Schokolade mit Milch anbieten, werden möglicherweise verleumdet oder herabgewürdigt“. Weiterhin „…werde suggeriert, dass alle Milchbauern und Menschen, die Schokolade essen, Tiere ausbeuteten.“. Aber ist nicht GENAU DAS der Fall???

Die Milch macht‘s – noch schlimmer

Na, noch immer Lust auf Milch? Ich höre gerade irgendwo das Argument, dass Milch total wichtig für die Entwicklung, besonders bei Kindern, sei. Das ist das, was die Milchindustrie uns über Jahrzehnte eingetrichtert hat. (Ich erinnere mich noch an die Kampagne „Die Milch machts“.) Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus, denn wirklich wichtig für die Menschenbabys ist, wenn überhaupt, die Muttermilch – und zwar vom Mensch, nicht von der Kuh! Tatsächlich ist Milch für Kinder von unter einem Jahr sogar schädlich. Zudem gilt Milch als Hauptursache für Nahrungsmittelallergien unter Säuglingen und Kindern. Weiterhin gelten „Hormone sowie insulinähnliche Wachstumsfaktoren“ als Auslöser für Akne, dass frühere Einsetzen der Pubertät etc..

Und die Sache mit gesunden Knochen und Zähnen? Laut Ärzten gibt es hier keinen Zusammenhang mit der (Kuh)Milch, denn wichtig ist eine Ausreichende Versorgung von Kalzium, Vitamin D, Bewegung und eben generell einer gesunden Lebensweise.

Alternativen

Wir trinken seit Jahren keine Kuhmilch mehr, sind längst auf pflanzliche Alternativen umgestiegen. Anfangs ist es tatsächlich eine Umstellung, denn natürlich schmeckt Pflanzenmilch anderes, als Muttermilch von Kühen. Wer aber einige Wochen durchhält und danach mal wieder Kuhmilch probiert, wird schnell feststellen, dass diese fast nur nach Wasser – und eigentlich auch irgendwie ekelig – schmeckt. Milch zu mögen, wurde uns einfach von klein an antrainiert und wir haben uns an den Geschmack gewöhnt. Aber das ist etwas, dass sich auch genau so wieder abtrainieren lässt. Probiert es doch einfach mal aus! Reis-, Hafer- und Sojadrink gibt es inzwischen selbst beim Discounter und wirklich teurer als Kuhmilch ist es auch nicht. In Reformhäusern und im Internet findet ihr auch andere Ersatzalternativen, wie z.B. aus Dinkel oder Erbsenprotein. (Oder aber ganz einfach selber herstellen. Entsprechende Rezepte folgen.) Die Kühe werden es euch danken. ❤

„Mami, wo bist du???“

[Quellen: , Verordnung (EG) Nr. 999/2001 Artikel 7; zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 956/2008 v. 29.09.2008, Katjes, Bayrischer Bauernverrband, American Gastroenterological Association, Max-Rubner-Institut, Feskanich, D. et al.: Milk, Dietary Calcium, and Bone Fractures in Women]