Leidensweg einer Migränepatientin 4.2

Lange, lange ist es her, dass ich diese Kategorie gepflegt bzw. fortgesetzt habe. Schön wäre es natürlich, wenn ich jetzt so einen tollen Ausruf wie „Ich bin geheilt!“ schreiben könnte. Zugegeben könnte ich. Würde aber leider nicht stimmen. Aktuell ist es sogar eher anders herum. Da sich das Wetter noch uneins ist und „Hochs“ und „Tiefs“ sich ein Stelldichein bieten, ist mein Gehirn einem ständigen Wechsel von zu viel und zu wenig Ladung ausgesetzt. Oft kämpfe ich mehrere Tage mit sehr starken Kopfschmerzen, die sich dann alsbald in eine ausgewachsene Migräne verwandeln. Damit bin ich natürlich nicht alleine, vielen von euch geht es sicher auch so.

Covid19 macht es da nicht besser: Entweder man hat Stress, weil man Zuhause arbeitet und vlt. Noch versucht irgendwie den Kindern etwas beizubringen oder man hat Stress, weil man so systemrelevant (mein Favorit für das Unwort des Jahres!) ist, dass man zur Arbeit fahren muss und dabei versucht möglichst vielen Menschen aus dem Weg zu gehen. Bei mir ist es tatsächlich irgendwas dazwischen: Ich bin „systemrelevant“, habe aber das Glück das ich von Zuhause arbeiten kann. Zumindest theoretisch, denn da die Schulen und Betreuungen großteils dicht sind, ist das Haus voller Kinder – vom Baby bis zum Teenie. Von Morgens bis Nachts ist hier Geschreie, Gekreische, Getrampel,… und sowohl die Nachbarn neben, als auch über uns, scheinen die letzte Zeit im Baumarkt verbracht zu haben, denn so wie es den ganzen Tag poltert, klingt es nach Renovierung. – Man braucht also gar keine (eigenen) Kinder, um mitzuleiden!

Das war aber nur der Teil mit dem Homeoffice, denn da eine Kollegin erkrankt ist (Nein, nicht an Corona!), muss ich regelmäßig in die Firma, um da einen Teil ihrer Aufgaben zu übernehmen, die eben nicht von Zuhause gehen. Und ja, damit fahre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zwei Stunden pro Tag. Weder in Bus, noch in Bahn gilt ein Mindestabstand (wäre ja auch schlecht möglich), dafür ist es aber – egal wann und auch schon vor Wiedereröffnung der Geschäfte – sehr voll. (Kein Wunder, wenn der Fahrplan gekürzt wird!)

Damit das Chaos dann aber komplett perfekt wird und Routine gar keine Chance hat, wurde bei meinem Verlobten eine Wechselschicht eingeführt. – Ja, wegen der Pandemie. Damit sich nicht ganz so viele Menschen begegnen. (Was an sich auch irgendwie eine Crux ist, da so nachts genau 2 Menschen arbeiten und alle anderen trotzdem tagsüber. Macht total viel Sinn, gell?) Auch wenn meine eigenen Arbeitszeiten glücklicherweise gleich sind, so ändert sich das eigene Verhalten automatisch, wenn man mit jemanden in Wechselschicht zusammenlebt. Von Essenszeiten über „das-was-man-eben-sonst-so-nebenbei-macht“ (Haushalt etc.) bis hin zur eigenen Schlafenszeit.

Es heißt ja immer, dass ein Migränepatient Routine braucht. Ich weiß nicht, ob so etwas in den letzten Wochen überhaupt irgendjemand hatte? Mein Körper jedenfalls ruft bereits ganz laut STOP! und ich sehne mich nach Urlaub…

Von einer lieben Kollegin habe ich jetzt eine Paste aus Kurkuma, Pfeffer und noch irgendwelchen anderen Gewürzen bekommen. Sie (selbst Migränepatientin und von mir liebevoll als „Öko“ betitelt ❤ ) hat mir täglich eine Tasse „Goldene Milch“ verordnet. Seitdem Sie diese regelmäßig trinkt, haben die Anfälle bei ihr stark nachgelassen. Ob es an den entzündungshemmenden Stoffen in den Gewürzen liegt oder an dem Glauben an die Wirkung (siehe diesen Beitrag), kann ich nicht sagen. Aber Schaden kann es ja auch nicht, daher habe ich vor einigen Tagen den Selbstversuch gestartet. – Bisher hat es zwar nicht gewirkt, aber es schmeckt wirklich gut! 😉