Vaskuläre Theorie der Migränestimulation [Leidensweg einer Migränepatientin 4.3]

Die einen genießen es wieder in die Schule zu dürfen, die anderen das gute Wetter, während wieder andere Zuhause sind. Die einen wegen Covid19, die anderen weil sie mit etwas anderem „flach liegen“. Auch ich kämpfe seit letzter Nacht mit einer extremen Migräneattacke (mit alem drum und dran) und habe nur das allernötigste gearbeitet. Glücklicherweise fängt auch die Tablette an zu wirken, so dass ich zwar noch völlig erschöpft bin, aber zumindest schon wieder einigermaßen klar denken – und auch endlich wieder etwas Trinken – kann.

Aber woher kam dieser heftige Anfall? Zu sagen „vom Wetter“ wäre etwas zu einfach ausgedrückt, auch wenn es stimmt. Natürlich bin ich kein Vampir und bekomme Migräne, nur weil die Sonne scheint. Vielmehr ist es die Luft, die mir – und vielen anderen – solche Schwierigkeiten bringt. Soweit ich weiß gibt es „wissenschaftlich“ keinen Beleg dafür, dass eine Migräneattacke irgendwie vom Wetter abhängig ist bzw. davon ausgelöst wird. Es gibt jedoch die „vaskuläre Thorie der Migränesstimulation“. Dabei wird davon ausgegangen, dass die hereinströmende feuchte Warmluft die Blutgefäße erweitert. Auf Grund dessen wird eine Gegenreaktion im Gehirn ausgelöst. Und zwar in Form von krampfartigen Verengungen der Adern, was zur Folge hat, dasss die betroffenden Hirnareale schlechter durchblutet werden. Sauerstoff- und Energiemangel lassen die Alarmglocken schrillen und, sozusagen aus Schutzmaßnahme, erfolgt eine schnelle Blutgefäßerweiterung. Die sich, in den Gefäßwänden befindenden, Schmerz- und Dehnungsrezeptoren, werden dabei aber gleichzeitg stimuliert. Und was (mich) eigentlich schützen soll, führt zu Migräne…

Wenn ihr ein paar Minuten Zeit habt, schaut euch doch mal das Video von Rita an. Sie beschreibt anschaulich „unseren“ Leidenweg und erzählt auch, welche Auswirkungen diese Krankheit auf einen hat – und mit welchen Vorurteilen „Patienten“ kämpfen müssen… Wer vielleicht selbst das Glück hatte (noch) nie an Migräne zu leiden, versteht danach alle vlt. ein wenig besser. Es sind eben nicht „nur Kopfschmerzen“…