Eine Wanderung voller Gefahren [Rezi]

Rosanne Parry

Als der Wolf den Wald verließ

208 Seiten

Coppenrath [15.06.2020]

ISBN 978-3-649-63475-1

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Vielleicht kennt ja der eine oder andere noch die Serie „Als die Tiere den Wald verließen“ (auch „Die Tiere aus dem Talerwald“ – übrigens eine geniale Trickfilmserie, rund um das Thema Tier-/ Umweltschutz!) Dieser Wolf hier, genannt Flink, gehört allerdings zu ihnen. Aber er teilt ein ähnliches Schicksal: Als ein anderes Wolfsrudel über seine Familie herfällt und viele seines eigenes Rudels tötet, bleibt ihm nichts als die Flucht. Schweren Herzens verlässt er seine Heimat, um sich ein neues Zuhause zu suchen. Doch er ist noch jung und hat keine Erfahrung. Nicht einmal alleine gejagt hat er bisher. Wo soll er nur mit der Suche anfangen und wie überleben? Neben Durst und Hunger plagt Flink bald vor allen Dingen eines: Sehnsucht. Sehnsucht nach seiner Familie. Bald wird der Wunsch so übermächtig, dass er ein eigenes Rudel gründen möchte. Doch wo soll er nur eine Wölfin finden? Auf der ziellosen Wanderung muss Flink viele Gefahren überstehen – die meisten von ihnen sind von Menschen gemacht…

Was mir am allermeisten gefallen hat: Der Wolf wird hier nicht als böser Räuber, wie so oft in Geschichten, hingestellt, sondern als das was er eben ist: Ein Raubtier, das seinen Instinkten folgt! Er ist scheu, geht Menschen aus dem Weg, interessiert sich meist nicht für „Nutztiere“ und geht eben seinem ganz eigenen, natürlichem Wolfdasein nach. – Sofern der Mensch ihn denn überhaupt lässt. Auch diese Seite, die Gefahr die vom Menschen ausgeht, wird beleuchtet.

Am Ende des Buches findet sich eine kleine Übersicht, die Aufschluss darüber gibt, wem und was der Wolf dieser Geschichte begegnet ist. Auf mehreren Seiten gibt es, neben dem entsprechenden Bild aus der Geschichte, einen kurzen Absatz über den das Tier bzw. die Pflanze. Sehr informativ und auf das Wesentliche reduziert. Natürlich gibt es hier auch die „wahre“ Geschichte zu lesen, deren diese hier zu Grunde liegt.Das empfohlene Lesealter liegt bei 9 Jahren. Zum selbst lesen finde ich dieses Alter ein wenig zu niedrig angesetzt, denn zum einen ist die Schrift relativ klein und zum anderen ist der Text nicht immer besonders leicht formuliert. In jedem Fall lassen sich aber, in allen Altersstufen, die wunderbaren Bilder betrachten.

Wie bereits erwähnt sind die enthaltenen Zeichnungen und Bilder einfach wunderbar. Sie sind zwar „nur“ in Schwarz-Weiß gehalten, aber trotzdem sprüht das volle Leben aus ihnen. Alle sind, genau wie die Geschichte selbst, sehr authentisch und ungeschönt. Dabei aber kindgerecht. Etwas das man erst einmal schaffen muss. Respekt an die Künstlerin und die Autorin!

~°~ Fazit ~°~

„Als der Wolf den Wald verließ“ ist ein fantastisches Buch. So sehr, dass ich gar nicht die richtigen Worte finde, um es zu beschreiben. Es hat von allem etwas und das zählt auch und ganz besonders, für die Gefühlslagen. Der Leser begleitet den Wolf auf (ungewollten) Abenteuern, bangt und hofft mit ihm. Aber genau so freut er sich auch mit Wanderer alias Flink. Eine warmherzige und authentische Geschichte, die eben auch viel mehr ist als nur eine Geschichte. Dazu kommen nicht nur noch wunderbare Bilder, sondern auch viele Informationen rund um den Wolf (und seine Begegnungen). Lerngehalt und eine „Pro-Wolf“-Einstellung, sind da schon fast vorprogrammiert. – Hoffen wir das dieses Buch ganz viele Menschen lesen. Um Wanderers Artgenossen wegen…

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