Mord im Schwimmenden Zirkus [Spielbericht Teil 2]

System: Splittermond

Abenteuer: Mord im Schwimmenden Zirkus von Michael Kasternig

aus An den Küsten der Kristallsee

[Teil 2 – aus Spielersicht]

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ACHTUNG! SPOILER! Wer das Abenteuer noch nicht gespielt hat, sollte daher lieber später wiederkommen!

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Elja die Aufgestiegene

Während „das Gefolge“ das tat, was „die Herrin“ befahl, nämlich ihr zu folgen, herrschte eine angespannte Stille. Ob das nun an unser neuen Rolle lag oder dem was geschehen war, vermag ich nicht zu sagen. Auf dem Schiff berichtet uns Sierena davon, dass Landiel tot aufgefunden wurde. Sie bittet uns um Hilfe bei der Aufklärung dieses Verbrechens, da wir zum (vermutlichen) Tatzeitpunkt bei der Show waren und somit nicht die Täter sein können. (Dabei kennt die werte Dame uns doch gar nicht – und weiß gar nicht, welche verborgenen Talente in uns schlummern. Hah!) Und wie meine Kameraden so sind, haben sie – natürlich – zugesagt. Kesha’s Gemurmel nach einer klingenden Belohnung wurde dabei allerdings überhört.

 Leichenschau

Wir beschlossen uns erst einmal ein wenig umzusehen, denn alle Boote des Verbundes sind offen. Zu Jederzeit kann Jeder überall hin. Auch in die Boote der anderen Bewohner. Da wir alle nicht so recht wussten, wo wir beginnen sollen, machten wir uns auf den Weg zur aufgebahrten Leiche. Dort trafen wir auf die trauernde Witwe Midina, sowie Sirena. Die beiden Frauen, welche den Toten aufgefunden haben. Bei uns Zwergen wäre es eine Ehre, den Toten das erste Geleit zu geben und ihn feierlich zum Clan zu tragen. Aber in diesen Kulturen scheint es eher ein Schock zu sein… Nach einer kurzen Trauerbekundung, sahen wir uns die Leiche genauer an. – Zumindest alle bis auf Ar^rou, der lieber die Gegend beobachtet hat, um doch nichts verdächtiges zu sehen. – Was offensichtlich zu sehen war: Das die Verletzung von einem Messer mit einer breiten scharfe Klingen stammt. Elja lies nicht locker und fand schließlich noch heraus, dass der Tod erst nach Vorstellungbeginn eintrat und das Landiel an seinem eigenen Blut erstickt ist. – Der Arme, wenn schon ersticken, dann doch wenigstens an gutem Schnaps oder an einer frischen Seegurke! – Bao für seinen Teil wird das Gefühl nicht los, dass Midinia etwas verheimlicht.

Das Geständnis

Zu einem späteren Zeitpunkt suchten wir das Gespräch mit Sierena und, mit ein wenig nachbohren, erfahren wir, dass sie eine Affäre mit Landiel hatte. Wie sie sagt handelte es sich dabei nur um eine einmalige Sache. Weiterhin erzählt die Schlangenfrau uns noch, das der Verstorbene immer wieder in Streit mit Prento hatte. Grund dafür ist das Monsterzelt, denn während Prento es als Zeichen von Kunst sieht, kämpfte Landiel stehts für die Freiheit der Wesen.

Solange es noch hell war, wollten wir noch einen Blick auf den Tatort werfen. Wie nicht anders zu erwarten fanden wir Blutflecken. Und Salz. Letzteres ist jedoch nichts ungewöhnliches, wie man uns erklärte: Die Afali haben verkrustes Salz unter den Schuhen und streifen es an den Außenkanten der Schiffe ab.

Der Wettbewerb

Bei unseren Befragungen stießen wir auf Lira Marbell, die senile Witwe, welche uns schon vorher aufgefallen war. Sie ist selbst zu Gast hier, immer begleitet von ihrem Gefolge. – Und hat offenbar sehr viel Spaß daran, dass es einen Toten gibt, denn sie stellt nicht nur die wildesten Theorien auf, sondern will den Täter unbedingt vor uns finden. (Mir soll das nur recht sein, um so eher können wir weiter…)

Und offenbar gibt es noch mehr „Ermittler“, denn auch Rikos stellt seine eigenen Ermittlungen an. Allerdings ist er uns gegenüber nicht grade freundlich gesinnt, meint wir würden Menschen töten. Woraufhin Elja – irgendwie sehr treffend – erklärte: “Wir bringen keine Menschen um, wir helfen nur beim selbständigen sterben.“ Letztlich konnten wir ihn überzeugen die bisher gewonnen Erkenntnisse auszutauschen. Wirklich geholfen hat es aber offenbar keiner Seite. Da es inzwischen dunkel war und die meisten Gestalten sich zur Ruhe gelegt hatten, beschlossen auch wir uns zurück zu ziehen.

Große Klappe, ganz klein

Doch bevor ich meinen Gefährten ihren Schlaf gönnte, offenbarte ich ihnen noch meine Befreiungsaktion des Naga. – Was teilweise mit einem tiefen Seufzen beantwortet wurde. Und teilweise mit einem anerkennenden Grinsen. – Ich erzählte ihnen, dass Ss’io sich in einem Boot versteckt hält und auf mein Zeichen wartet. Der Schlaf musste warten, denn nachdem der anfängliche Plan den Befreiten heimlich auf unser Schiff zu holen, verworfen wurde, lief es darauf hinaus, seine Freiheit bei Sierena, für die Aufklärung des Mordes zu erbitten. (Wobei ICH dagegen war. Wo gibt es denn sowas? Ein denkendes Lebewesen gehört in die Freiheit!) Da Ss’io nicht ihr „Besitz“ ist, konnte sie es jedoch nicht entscheiden und lies Prento rufen. – Bis zu seinem Eintreffen unterrichten wir die Älsteste über unsere bisherigen Erkenntnisse. Sie hört immer interessierter zu, erlaubt sich jedoch kein Urteil. – Prento stimmt der Vereinbarung, nach Bao’s sachkundigen Argumenten (sowie einen sehr scharfen Blick von Sierena) schließlich zu. So kommt es, dass wir den Naga, ganz unheimlich (wobei es schon irgendwie unheimlich war, weil er im dunkeln leuchtet), aus seinen Versteck holen und mit auf unser Schiff nehmen, wo er Essen und eine Unterkunft bekommt. (Es braucht keiner Worte, um zu sehen, wie dankbar er ist. – Und ich keine erfolgreichen Abschluss, um ihn von hier wegzuschaffen…)

Ausgeschlafen

Am nächsten Morgen, nach einer doch sehr kurzen Nacht, versuchen wir unsere Erkenntisse zu sammeln.Doch irgendwie scheint es immer wirrer zu werden, je mehr Fakten wir zusammen tragen..

Da Rikos Ashkim verdächtigt will Bao zuerst mit dem „Verdächtigen“ reden. Dieser erzählt uns, dass er sich in der Tatnacht erleichtern musste und deswegen draußen war. Das fehlende Fleischermesser hatte Ashkim, bis zu unser Frage, noch gar nicht bemerkt. Die Antwort auf die Frage woher wir es dann gewusst haben können, blieben wir ihm schuldig. Wohl alle von uns kam jedoch ein Gedanke: Woher wusste Rikos davon???

FEUERBALL!!!

Da tun die werten Artisten immer so, als seien sie eine große Familie und nun beschuldigt, zumindest hinten herum, Jeder, Jeden. Und – warum auch immer – sind wir es wieder, die dieses Chaos aufklären sollen. Ich mag ja gute Geschichten und so eine Aufklärung ist sicher auch ganz spannend. Doch zu diesem Zeitpunkt schwirrt mir einfach nur der Kopf. (Oder sollte es doch etwa vom Seegang kommen? Ich bin ja nun auch nicht mehr der Jüngste Zwerg…) So machte ich meiner Gruppe ein unschlagbares Angebot: Wir schnappen uns den Naga, legen ab und werfen, sobald wir in sicherer Entfernung sind, einen Feuerball. Schwimmende Stadt weg = Problem gelöst. Aber N-E-I-N, natürlich bekam ich wieder diese Antwort: „KEIN FEUERBALL“. Pfff…

Und während ich mich noch darüber ärgerte, dass meine großartigen Ideen nicht angenommen werden, eilte Midinia auf uns zu. In ihrem Blick war große Sorge zu erkennen: Simah ist verschwunden! Ich kann meine Tochter niergends finden!“

Fortsetzung folgt…