Dreimal schwarzer Kater

John Saul

Die schwarze Stadt

Verlag: Heyne

Erscheinungsjahr:2006

Seiten:431

ISBN:978-3-453-43158-4

~ Klappentext ~

Ein Haus aus dem 17. Jahrhundert in einer kleinen Stadt in Massachusetts. Die junge Angel zieht mit ihren Eltern darin ein. In ihrem neuem Zimmer findet sie eine schwarze Katze. Wie konnte das Tier ins Haus gelangen? Das ist nur eine der Fragen. die Angel und ihre Eltern sich stellen. Erst als das Mädchen in dem dreizehnjährigen Seth einen Partner findet, der mit ihr die neue Umgebung erkundet, entdeckt sie den ganzen Horror, der die Geschichte dieses Hauses prägt.

~ Eigene Zusammenfassung ~

Angel ist Teenager und hat keine Freunde, dafür aber jede Menge Probleme. In der Schule wird sie gemobbt, ihr Vater trinkt und ihre Mutter ist Gott ergeben. Alles was sie möchte, ist in Ruhe gelassen zu werden. Als ein Umzug ansteht, sieht Angel dies als Chance neu anzufangen, doch es soll ganz anders kommen.

Das Haus, welches ihre Tante Joni für die kleine Familie hat, ist einfach perfekt. Allerdings gibt es da eine Kleinigkeit:

Das Haus gehörte einer Frau die, zusammen mit ihrer Tochter, als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Der Legende nach zog immer ein Gewitter auf, wenn die beiden ihr Werk vollbrachten und jedes Mal schlug ein Blitz in die alte Eiche beim Friedhof ein.

Jahre später: In eben diesem Haus aus dem 17. Jahrhundert hat ein Mann eines Nachts seine Frau und seine Tochter ermordet – aufgeschlitzt… Der Mann sagte aus, er habe eine Stimme gehört, doch an alles andere kann er sich nicht erinnern. Auch nicht daran, seine Familie getötet zu haben.

Jeder der später in dieses Haus zog blieb nicht lange. Immer hörten sie Stimmen, rochen nicht vorhandenen Brandgeruch, …

Unbewusst sucht sich Angel das Zimmer des ermordeten Mädchens aus. Als sie sich dort einrichtet hört sie plötzlich Geräusche aus dem Wandschrank – und findet dort eine schwarze Katze mit  kleinem weißen Fleck auf der Brust. Wo kommt der Kater her? Tür und Fenster waren verschlossen, im Schrank eingesperrt hätte er nicht lange überlebt. Da ihr Vater gegen Katzen allergisch ist, darf sie Houdini nicht behalten. Der Kater zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt und folgt ihr auf Schritt und Tritt.

In der Schule lernt Angel Seth kennen. Er ist genau so ein Außenseiter wie sie. Die beiden verstehen sich sofort und Seth zeigt Angel ihre neue Heimat. Dabei stoßen die beiden auf Geheimnisse die besser im verborgenen geblieben wären …

~ Eindrücke / Meinung ~

Wer kennt es nicht? Alles läuft schief und man wünscht sich nichts sehnlicher als einfach neu anfangen zu können. Eine tolle Gelegenheit dafür ist oft ein Umzug, irgendwo hin wo einen (fast) niemand kennt.

Bereits am Anfang fühlte ich mit Angel mit. Sie scheint ein sehr liebes und zuvorkommendes Mädchen zu sein, dass einfach nur dazu gehören möchte. Doch sie wird immer wieder verstoßen und völlig fertig gemacht. Grade im Teenialter eine verdammt schwere Zeit. Ich freute mich mit Angel, als der Tag des Umzugs endlich da war und sie sich im neuen Haus sofort wohl gefühlt hat, motiviert in ein neues Leben ging. – Und genauso als alle ihre Träume zerplatzten. Angel wurde sehr gut ausgearbeitet. Ich konnte gar nicht anders, als ihre Gefühlslagen von hoch nach tief und wieder zurück emotional zu teilen. Ähnlich erging es mir mit Seth. Es dauerte nicht lange und der Gedanke an seinen gewalttätigen Vater lies mir die Nackenhaare stehen.

Die Sagen und Legenden um das alte Haus, sowie die als Hexen verbrannten damaligen  Bewohner lassen viele eigene Gedankengänge zu. Das Angel und Seth dann selbst auf deren Spuren wandeln ist vielleicht doch ein wenig zuviel. Hier wäre eine Andeutung und eine Annäherung schöner gewesen, als die wirkliche Nachahmung, dennoch gab es genau die richtige Portion Humor.

Da ich offene Enden liebe, war ich absolut begeistert davon, dass sich dieser Roman durchaus fortsetzen lassen würde.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich sehr schnell und gut lesen. Grade da die Geschichte auch sehr spannend ist, habe ich für diesen Roman nur wenige Tage gebraucht.

~ Fazit ~

Ich bin eingefleischter Saul-Fan (habe alle deutschsprachigen Bücher gelesen ;)) und bin von diesem total überrascht. Eigentlich liebe ich den Schreibstil dieses Autoren, da er sehr auf Psychohorror geht. Doch hier wird es dann mal wirklich mystisch und Hexen, Katzen und andere Gestalten tauchen auf. Überraschend anders! Kein typischer John Saul Roman, eher eine Mischung aus Horror und Mysterie. Dennoch spannend bis zur letzten Seite und absolut empfehlenswert.

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(Nein, das ist NICHT Houdini, sondern Harlekin! ;))

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