Zwischen Sehnsucht und Heimweh

Dänemark 2013 Nun war es (endlich) soweit. Der Heimweg stand bevor. Doch bevor wir nach „good old Germany“ aufbrechen konnten, galt es noch einige Dinge zu erledigen. Ron und ich brauchten erst einmal ein Frühstück und Miguel Kaffee. Als wir dann aus den Augen gucken konnten, putzten wir noch den Rest, rechneten unseren Energieverbrauch aus und deponierten den Schlüssel. Mein Göttergatte schoss noch einige Erinnerungsfotos von „nackten Däneninnen“, die sich auf der Wiese tummelten. Für eine Bekannte, die diese possierlichen Tierchen über alles liebt. – Solange sie sich nicht in ihrer Nähe befinden. *g*

Das Auto ließen wir noch stehen, denn wir wollten uns noch verabschieden: Vom Meer. Noch einmal in die Wellen blicken und die salzige Luft atmen. Auf dem Weg dorthin probierte ich dann etwas, dass mich schon die ganze Zeit reizte: Den „Papierfliegersammelcontainer“. Er funktionierte einwandfrei.

Dänemark2013-1197 Ein letztes Mal brachen wir nach Sønderborg auf. Die Kronen sollten beim Volk bleiben. Noch beim Kaffee erzählte Miguel von Landmaschinen, die er beim Auto fahren doch sehr nervig fand, wenn sie vor ihm seien. Ratet mal, welches das erste Fahrzeug war, welches uns begegnete? *g*

Dänemark2013-1204 In der „Hauptstadt“ angekommen, mussten wir erst einmal tanken. Allerdings stellte sich das als kleine  Herausforderung heraus, denn die Zapfsäulen in Dänemark laufen elektronisch. Doch auch diese Herausforderung meisterten die Männer mit Bravour, wenn auch zu einem sehr harten Wechselkurs.

Dänemark 2013 In Sønderborg suchten wir den erneut „Krämer“ auf.. Dort habe ich meinem Schatz ein Boot geschenkt. Ein echtes Wikinger-Drachenboot! 🙂 Außerdem erwarb er ein Shirt – natürlich auch mit Drachenboot. Danach waren wir Eis essen. Ron genoss Zitrone und Minze, während ich mich an Schlumpf- und Überraschungsei-Eis versuchte. Alles sehr lecker. Miguel wollte partout nicht. Dabei hatte ich gefühlte 100x gefragt.

Auf dem Weg zu Hafen (hier stand das Auto) trafen wir in einer Seitengasse ein Kätzchen. Unerwarteterweise war es mein Liebster, der ihr einen Finger mit Eis zum abschlecken hin hielt. Die Samtpfote dankte es, neben lautstarkem schnurren, damit sich auch noch kraueln zu lassen. Ausgiebig versteht sich.

Am Hafen suchten wir noch schnell die Toilette auf. Wieder sehr sauber und KOSTENLOS!!! Waren das noch Zeiten, als dies auch in Deutschland so war. Bevor wir ins Auto stiegen durften wir noch die Öffnung der Brücke miterleben. Ein schöner Abschluss. 🙂

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Gegen 11:40 Uhr brachen wir dann wirklich auf. Nach Hause. Wie auf Kommando weinte der Himmel über unsere Abreise. (Soll heißen es begann zu regnen.)

Um 12:10 Uhr hatten wir wieder deutschen Boden unter den Füßen. Ich freute mich RIESIG endlich wieder Harlekin auf den Arm zu nehmen!!! Von mir aus konnten wir gar nicht schnell genug zurück sein.

Dänemark 2013 13:28 Uhr. Woran merkt man das man sich wieder in Deutschland befindet? Am kilometerlangen Stau? Auch. Aber vor allen Dingen daran, dass man für’s WC bezahlen muss!

Dänemark 2013 In Hamburg wechselten die Fahrer. Miguel war schlapp. Ron übernahm das Lenkrad. Nicht ohne sich ein: „Bring  uns sicher nach Hause.“ von mir anhören zu müssen. Wir nahmen einen Anhalter mit. So einen angehenden Verteidigungsminister. Einen Studenten, der selbst nicht genau wusste, wohin er eigentlich wollte.

Um 16:20 Uhr dann die letzte Etappe: nach Hause, welches wir etwa 1,5 Stunden später, müde, aber heile, erreichten. Ich schmiss nur alle Sachen durch die Tür und setzte mich auf den Boden. Katzen-Gruppen-Kuscheln. ENDLICH! ❤

Geduldsproben mit Meeresblick

Dieser Tag begann wieder mit – Kopfschmerzen. Auf die hätte ich, grade im Urlaub, gut und gerne verzichten können. Mein Liebster war so nett mich zu massieren. Allzu viel gebracht hat es leider nicht. Wird Zeit die Welt zu entdecken. Es ist schwül, dabei aber sehr stark bewölkt.

Ebu ist bereits gegen halb neun abgereist. Da Regen angekündigt wurde, wollte er mit seiner Maschine gerne noch im Trockenen nach Hause. Nachvollziehbar. Dadurch war noch kein Kaffee fertig, als ich aufstand. Scheiß Service. Da bin ich von Miguel besseres gewöhnt. 😉

Am Vormittag brachen Ron und ich in die Innenstadt auf, um Geld zu wechseln. Die Bank hatte auch auf, doch die gute Dame erklärte uns, dass ein Wechsel nicht vor 13:00 Uhr möglich sei. Vorher würden sie nicht an die Geldbestände kommen. Unverrichteter Dinge zogen wir wieder ab.

Nachdem ich mich mehr durch den Morgen gequält habe, als anders andere, ging es nicht mehr ohne Tablette. Den letzten Urlaubstag wollte ich dann doch noch genießen, also runter mit der Chemie (Migränetablette)…

Da wir morgen nicht mitten in der Nacht aufstehen wollen, wirbelten wir heute schon mal durch Haus und Garten, um unsere Spuren zu beseitigen: Putzen, Aufräumen, Sachen packen. Auch wenn der Urlaub schön war, ich freue mich RIEISG Harlekin endlich wieder auf den Arm nehmen zu können!!! 🙂

Am Nachmittag brachen wir drei „Resturlauber“ dann (erneut) zur Bank auf. Während Miguel unsere Pfandflaschen abgab und das dänische Volk etwas genauer betrachtete, tauschte ich mit meinem Göttergatten noch einige Euros. Da wir eh schon in der Gegend waren reservierten wir im „Friends“ einen Tisch für den Abend. Dieses stellte sich allerdings als eine kleine Herausforderung heraus, da der Mann hinter der Theke weder wirklich englisch, noch wirklich deutsch konnte – und wir nicht wirklich dänisch. Doch mit „Händen und Füßen“ haben wir es dann (irgendwie) geschafft. Ron gab eine Runde Hot Dog’s aus, was mich dazu brachte als Deutsche in Dänemark „French HotDog“ zu essen. Fazit: Nett, aber ich bleibe lieber beim Original.

Auf dem Rückweg zum Ferienhaus machten wir einen kleinen Abstecher zum Augustenhof. Nicht um dort zu campen, sondern um uns den ominösen Leuchtturm anzusehen. Laut Reiseführer sollte es dort nämlich einen geben und wir waren der Meinung, ihn auch vom Strand aus haben leuchten zu sehen. Tatsächlich haben wir ihn gefunden. Doch irgendwie war er etwas enttäuschend. Klein, hässlich und eine ganze Ecke vom Meer entfernt. Auch wenn es hier ebenfalls die Ostsee handelt, so wanderten wir auch hier ein Stück am Strand endlang und saugten die salzige Luft ein.

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Wieder „Zuhause“ setzte Miguel Kaffee auf. Doch statt, dass ich – endlich – zu meinem schwarzen Gold kam, hörte ich nur ein Fluchen. Als ich rein ging, um zu sehen, was passiert ist, fand ich mein Bruderherz neben einer dunkel braunen Pfütze stehen. Er hatte stumpf vergessen die Glaskanne in die Maschine zu stellen. Jetzt wussten wir, dass diese Kaffeemaschine keinen Schutz hatte. Eine Erfahrung auf die wir hätten verzichten könne. Dafür rochen der Boden und die Schränke, in die der Kaffee gelaufen war, wunderbar aromatisch! 😀

Dänemark 2013 Am Abend waren wir dann unser „Abschlussmahl“ zelebrieren. Miguel und ich entschieden uns für Fisch, da es so ziemlich das einzige war, was wenigstens halbwegs dänisch war. Ron bestellte ein Fleischgericht. Bis wir diese Bestellung allerdings aufgeben konnten, vergingen etwas 15 Minuten! Vorher lies sich niemand an unserem Tisch blicken. Die Getränke bekamen wir dann nach weiteren 15 Minuten und das Essen – nach etwa einer 3/4 Stunde!!! Allerdings bekam Ron auch einen Burger, statt sein bestelltes Fleischgericht. Statt das der Kellner sich entschuldigte, beharrte er darauf, dass sein Gast genau dieses bestellt hatte. Genervt und nicht schon wieder ewig warten wollend, aß Ron dann eben diesen. Alles unsere Gerichte schmeckten wirklich sehr lecker. Auch wenn ich eigentlich kein Krabbenfan bin, diese waren wirklich sehr lecker. (Auch ohne die obligatorischen vier Kilo Mayo.) Auch die Gerichte der Männer schmeckten sehr gut. Doch wir sind uns einig: So gut die Speisen auch sind, HIER werden wir NIE wieder essen. An dieser Stelle kann ich euch auch nur davon abraten. Wenn ihr dennoch in’s „Friend“ geht, kann ich nur empfehlen ein gutes – und dickes -Buch mitzunehmen und vorher schon mal etwas zu essen. Auf das „Trinkgeld“ verzichteten wir an dieser Stelle …

Durch den Sonnenuntergang ritten wir zwar nicht, aber fuhren, zurück ins Ferienhaus, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Dänemark 2013

Orientierungsproben und andere Herausforderungen

Heute begann der Tag recht spät. Erst gegen 10:30 Uhr haben sind wir aus den Federn gekommen. Die Nacht war begleitet von einem unruhigen Schlaf begann, für mich, mit Kopfschmerzen. Schon wieder. Irgendetwas muss hier im Haus sein. So oft habe ich das noch nie gehabt. Miguel vermutet irgendeinen Stoff im Holzschutz, auf den ich überempfindlich reagiere. Bin ich froh, ausreichend Tabletten eingepackt zu haben!

Ebu verschwand an den Strand. Ein wenig Sonne tanken, wie er so schön sagte. Kurz nachdem er verschwunden war, offenbarte Ron das er gerne ins Traktormuseum möchte. Er selbst interessiert sich nun nicht unbedingt dafür, dafür aber sein Vater und für genau den wollte er dort Fotos machen. Nachdem dann auch, Stunden später, mein Bruderherz aus dem Bett gekrabbelt kam, hatten wir schon die Info’s wie Anfahrt usw. parat. Nach mehrmaligen Versuchen Helmut zu erreichen, tauchte dieser noch rechtzeitig auf, um uns zu begleiten.

Es war nicht weit und gut ausgeschildert. Hin fanden wir ohne Probleme, doch erst einmal da waren wir verwirrt. Man könnte sagen das es sich bei dem Museum um einen Bauernhof handelt, bei dem in zwei Hallen jede Mengen Landmaschinen stehen. Ein Schild wies den Eingang und einen Eintrittspreis von 5,- EUR pro Person. Eine Kasse stand ebenfalls da. Nur einen Menschen gab es weit und breit nicht. Etwas unschlüssig standen wir nun auf dem Hof, nicht wissend ob wir einfach Geld hinein legen oder warten sollten. Wir entschieden uns erst einmal dafür zu rufen. Brachte leider nichts. Schließlich hörten wir Geräusche aus einem Nebengebäude und Helmut klopfte. Eine ältere Dame öffnete uns. Scheinbar mag sie keine „Deutschen“ oder sonstige Besucher, denn noch ehe wir überhaupt etwas sagen konnte kam ein skeptisches „Bezahlt?“ Wir verneinten und gaben zu verstehen, dass wir erst einmal wissen möchten, wie genau es funktioniert und ob es jemanden gibt, der uns alles zeigt. Mit einer Mischung aus dänisch und deutsch gab sie uns zu verstehen, dass man selbst durchgehen müsse und eben alles beschildert sei. Wir hielten ein kurzes Meeting bei dem Ebu und Miguel beschlossen, dass sie keine fünf Euro ohne Führung ausgeben wollen. Ein Blick zu meinem Göttergatten, der noch einmal bekräftigte das er gern Fotos machen würde. Da er nicht einmal eine Kamera dabei hatte, musste ich schon ein wenig schmunzeln – und begleitete ihn, während die anderen beiden in unbekannte Gefilde aufbrachen. Wir wanderten durch die Hallen, lasen jede Menge Schilder und machten eine Menge Fotos. Wir konnten es uns auch nicht verkneifen einfach mal aufzusitzen. Etwas richtig spannendes haben wir zwar nicht gefunden, aber nun wissen wir zumindest das jedes Land scheinbar auf eine bestimmte Farbe von Traktoren steht. Kurz nach unser Tour waren auch Miguel und Ebu wieder in Sichtweite. Sie hatten die Gegend erkundet, dabei aber nicht wirklich etwas entdeckt.

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Nach dieser kleinen Exkursion brachen wir erneut in neue Gefilde auf, denn am letzten Urlaubstag wollten wir ein Restaurant aufsuchen. Dazu mussten wir allerdings erst einmal eines finden. In der Nähe des Schlosses fanden wir eine Karte, die uns ein wenig bei der Orientierung half. Wir entdeckten dort einen kleinen Hafen, an dem es auch ein Restaurant geben sollte. Gesucht. Gefunden. Sehr nobel anmutende Gegend. Entsprechend hoch waren auch die Preise. Doch viel mehr als das, enttäuschte uns die Tatsache das es keine „typisch dänischen“ Gerichte auf der Karte gab, denn irgendwie gehört ja genau das zu einem Urlaub dazu. Landesspezialitäten. Mehr durch Zufall fand ich ein Lokal, welches in einem Prospekt beworben wurde, dass ich im Auto durchblätterte. Dort wollen wir morgen mal vorbei schauen. Immerhin konnten wir so noch ein wenig von der „Stadt“ sehen und schöne Fotos machen.

Dänemark 2013 Auf dem Rückweg fanden wir auch den, vielleicht einzigen, Briefkasten weit und breit. Die zuvor geschriebene Post ging somit auch auf ihre Reise in die Heimat.

Am frühen Abend setzten wir uns ins Wohnzimmer und spielten – ja tatsächlich – ein Gesellschaftsspiel. Bei einer Runde „MAD“ tauschten wir Geld, liefen um den Tisch und verwandelten uns in Hühner und Steine. Ron ging als Sieger dieses spaßigen Gewusels hervor.

Bei Einbruch der Dämmerung unternahmen Miguel und ich einen fotografischen Spaziergang zum Meer. Nach den tollen Fotos gestern, wollte auch mein Bruderherz diese Stimmung – mit vernünftiger Ausrüstung – einfangen. Leider war es heute sehr bewölkt, so dass die gewünschten Ergebnisse nicht so ausfielen wie erhofft. Einen Mann scheinte die Kälte nichts auszumachen. Todesmutig stürzte er sich in die Fluten. (Da bekam ich schon vom Zuschauen eine Gänsehaut. Und er meinen Respekt.)

Wieder zurück im Ferienhaus ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen und TV-Abend ausklingen.

Von Zuhause kam die Meldung das es Nimoeh gut geht und sie ihre „Gefangenschaft“ tapfer erträgt. 🙂

Große Jungs spielen gerne

Nach einem guten Frühstück brachen wir auf, unseren „Wohnort“ (bzw. die nächste Stadt) zu erkundschaften. immerhin sollte man später mehr als nur vom Meer berichten können. (Obwohl dieses für mich natürlich das Highlight war.) Das Wetter war auf unserer Seite. Sonne, aber dabei angenehm milde Temperaturen.

Als erstes besichtigten wir eine Kirche oder vermutlich eher eine Kapelle und den Friedhof. An beiden Plätzen fanden wir interessantes. Aus der Kapelle drang Kindergesang. Vom Klang her wohl irgendwelche Kirchenlieder. Verstanden haben wir nix. Sie sangen nicht unsere Sprache. Vielleicht klang es in unseren Ohren daher nicht so grausig. Die Gräber waren nichts besonderes. Gestorben wird überall.

Wie es sich in Küstennähe so gehört, gab es auch einen Leuchtturm zu bewundern. Warum diese eigentlich immer weit auf Land, statt in Wassernähe stehen, ist uns noch immer ein Rätsel. (Ebenso warum nicht alle Nummernschilder gelb sind… Aber das ist eine andere Geschichte.) Der Leuchtturm ist recht klein und scheinbar ein beliebter Kinderspielplatz, wie die Männer sogleich beweisen sollten: Zurück versetzt, in ihre Kindheitsträume, wurde Ebu zum Hubschrauberpiloten und Miguel nicht nur zum Käpt’n, sondern auch gleich noch zu Doc Brown (zumindest Frisurentechnisch). Ron inspizierte das Schiff danach lieber noch einmal genau. (Als ich ihn das letzte Mal sah, befand er sich noch in der Gegenwart.) Einen Traktor fanden wir auch noch. Den wollte aber keiner. War wohl nicht Mann’s genug. 😉

Wir schlenderten ein wenig durch die Stadt. Für unsere Verhältnisse eher ein kleines Dorf. Viel zu entdecken gab es nicht. Sehr übersichtlich. Dafür weiß ich nun endlich das der Storch, der die Kinder bringt, aus Dänemark kommt. Ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen!

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DER Winkinger ;)

DER Winkinger 😉

 Mehr zufällig entdeckte Ron einen Garagenflohmarkt. Als mein Göttergatte so etwaswie: „Das sind auch Comics.“ sagte, war Miguel im Inneren verschwunden. Wir folgten. Schließlich fand jeder (außer mir) etwas: Miguel die besagten Comics, Ron einen Wikinger (wenn auch zu seinem Leibwesen mit Hörnern) und Helmut erwarb ein Flaschenschiff.

Anschließend suchte wir das Schloss. Fanden wir auch. Im Gegensatz zu dem von gestern, sah es sogar danach aus. Blöd nur, dass sich ein Internat darin befindet, so dass es nicht gestattet ist, es von innen zu betrachten.

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Wieder zurück chillten wir im Ferienhaus und ich machte mich daran die versprochenen Ansichtskarten mit Grüßen in die Heimat zu formulieren. Die Gedanken schweiften dabei immer wieder ab. An Nimoeh und auch an Harlekin, zu dem die Sehnsucht immer größer wurde.

Wenn Urlaub schmerzt …

Bevor das Jahr um ist, soll unsere Reiseblog 2013 abgeschlossen sein. Daher folgen nun die letzten Abenteuer aus unserem diesjährigen Dänemarktrip. Selbstverständlich mit Fotos. Viel Vergnügen.

Noch immer ohne inländisches Geld brachen wir nach dem Frühstück auf, eben dieses zu ändern. Mutig voran betrat ich die Bank und erklärte in meinem besten Schulenglisch, dass wir gerne Geld wechseln würden. „Wir haben nur einen Automaten. Geldwechseln macht die Südbank. Gegenüber. Aber auch erst am 13:00 Uhr.“ bekam ich als Antwort. Auf deutsch. Wie hätte es anders sein können, als das ein Blick auf die Uhr zeigte, dass wir später noch einmal wieder kommen müssten. Gemeinschaftlich beschlossen wir uns in Sønderburg unser Glück zu versuchen. Immerhin ist das so etwas wie eine Hauptstadt. Da sollte man Geld wechseln können.

Dänische Kronen

Dänische Kronen

Tatsächlich hatten wir Erfolg und der gute Mann am Schalter konnte immer hin einen Satz deutsch. Ironischerweise die Frage: „Sind sie aus Deutschland?“. Dank englisch und einer doch recht hohen Gebühr bekamen wir dann aber was wir wollten: Dänische Kronen.

Da wir schon mal da waren, nutzten wir die Gelegenheit zu einem Bummel durch die Fußgängerzone. Wir betrachteten Kunst, Menschen, Geschäfte und Baustellen. Wir fanden ein kleines schnuckeliges Geschäft. Hier gibt es auf zwei Ebenen so ziemlich alles was in irgendeiner Weise kitschig und/ oder in irgendeiner Form mit Dänemark zu tun hat. Der Laden ist liebevoll und mit einem Hang zum Detail eingerichtet. Sehr empfehlenswert. Es weihnachtet sogar das ganze Jahr, denn es gibt einen extra Raum nur mit Gedöns rund um dieses Fest. Beim Betreten des Raumes spielt sogar automatisch Weihnachtsmusik. Gruselig. Wir erfuhren von dem älteren Herren, dass er vor Jahren aus Deutschland kam. Er hatte genug von der Hektik dort und lies sich in Sønderburg nieder. Ein Aussteiger. Die urigen Gemütlichkeit bewies er übrigens auch, als er uns die erworben Ansichtskarten einpackte. Er hatte Zeit. Sehr viel Zeit.

Von diesem kleinen niedlichen Laden machten wir uns auf zum Schloss Sønderburg. Unserem angestrebten Hauptziel.  Dank der guten Beschreibung des Aussteigers, sowie der ausreichenden Beschilderung fanden wir das Schloss problemlos und waren uns einig: „Boah, ist das hässlich!“ Denn vor uns lag ein großer roter Klotz. An ein Schloss erinnerte hier bei weitem nichts. Selbstverständlich hinderte es uns nicht im Inneren genug Blödsinn anzustellen. Ähm, ich meine natürlich uns kulturell zu bilden. Tatsächlich war es sogar sehr interessant. Auch wenn ein so riesiges Museum auf drei Etagen irgendwann einfach nur anstrengend wird. Dauernd irgendwas zu lesen und zu gucken. Dazu jede Menge schlechte Luft. Selbst mein Göttergatte, dem die Langweile recht schnell anzusehen war, taute auf, als wir die Abteilung der Wikinger-Geschichte erreichten. Sogar ein echtes Wikingerschneewittchen lag da rum. Zumindest das was davon über war: Ein Skelett im gläsernen Sarg. Für Miguel gab es sogar Wikinger-Comicbücher. (Keine Sorge, er hat sie brav da gelassen!) Ebu und ich staunten, schmunzelten und schmiedeten Schlachtpläne. Zwischen drin könnten wir uns frische Luft und einen Kaffee bzw. Kakao im Schlosshof. Nach gut zweieinhalb Stunden, hatten wir genug.

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Unsere Füße und der Kopf schmerzten. Wir nutzten die Gelegenheit um frische Luft im angrenzenden Hafen zu schnuppern. Gerne hätten wir dort auch etwas gegessen, doch dies blieb uns leider verwehrt. Geschlossen.

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Unser erstes dänisches HotDog

Unser erstes dänisches HotDog

 Auf dem Rückweg erblickten wir etwas, nach dem wir es uns schon seit unsere Ankunft gelüstete: Einen Hot Dog-Stand! Klar, dass wir dort einen Stopp einlegten und unser ERSTES „Original“ dänisches HotDog genossen. – Schmeckte allerdings auch nicht großartig anderes, als die uns bereits bekannten Varianten.

Wieder „Zuhause“ kümmerten wir uns um’s Abendbrot. Na ja, genauer gesagt lies ich die Männer das machen, denn es wurde wieder gegrillt. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Wie schon in den letzten Tagen schwirrte eine Wespe um uns rum. Heute war es dann soweit. Ich habe, für die Dauer unseres Urlaubs, adoptiert. Sie heißt jetzt Emsa und wir regelmäßig (von mir) mit Cola versorgt. Die Männer schütteln irgendwie nur den Kopf darüber. Zumindest wenn sie nicht gerade darüber lachen.

Nach dem Essen machten Ron und ich einen Verdauungsspaziergang ans Meer. Nur wir beide. Wir brauchten mal Zeit für uns, ohne Helmut und Miguel. Es war unglaublich faszinierend: Ein wunderschöner Sonnenuntergang, kristallklares Wasser mit jeder Menge Quallen, das Blinken der Leuchttürme in der Ferne,… Frösche hüpften uns über den Weg und wir konnten sogar beobachten, wie ein Krebs eine Qualle fing. Die See war ruhig, so dass auch ich mich endlich auf einen der Stege getraut habe. Es war ein wunderschöner Abend mit meinem Liebsten.

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Wieder im Ferienhaus sahen die Männer Fußball. (Und dafür fahren sie in den Urlaub….) Ich hatte mich zum Lesen zurück gezogen, als ich Miguel telefonieren hörte. Kurze Zeit später stand er, kreidebleich, in meiner Zimmertür. Andrea, unsere Catsitterin, hatte angerufen. Niemoeh ist verletzt! Vermutlich wurde sie angefahren. Die kleine Maus ist jetzt in der Tierklinik. Sie braucht Ruhe, was in diesem Fall mindestens acht Wochen Käfighaltung bedeutet. Der Chirurg entscheidet Morgen ob eine Operation notwendig ist. Miguel und ich sind uns einig, dass wir eine Tür im Mittelweg einzubauen. Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Katzen sich nichtauf die Straße trauen. So wie eben in Walle. Dort haben sie die Hauptstraße gemieden.

Tapfere Maus

Tapfere Maus

So Leid mir die Prinzessin auch tut, war mein erster Gedanke: „Zum Glück war es nicht Harlekin.“ …

Meeresrauschen & Kälteschauer

Wie fast nicht anders zu erwarten waren Ron und ich die ersten die wieder auf den Beinen waren. Mit Miguel war noch lange nicht zu rechnen und bei Ebu hätte es mich nach der letzten Nacht auch stark gewundert. Nach dem Frühstück beschlossen mein Göttergatte und ich ans Meer zu gehen und die Zweisamkeit zu genießen. Als ich grade einen Zettel schreiben wollte, kam Ebu aus seinem Zimmer. Erstaunlicherweise ziemlich fit. Wir überließen ihm seinen Schicksal und der Dusche und verschwanden.

Am Meer hatten wir mächtig Spaß. Wir erkundeten den Strand und natürlich auch das Meer. Wir bestiegen Stege (na gut, mehr Ron. Bei mir war die Angst zu groß…), malten im Sand, fanden Muscheln, Krebse und Sandburgen. Schließlich waren wir soweit das wir beim benachbarten Campingplatz ankamen. Dort erklommen wir eine hohe Treppe und hatten nach erfolgreicher Besteigung einen wundervollen Ausblick über das Meer. Irgendwann kam dann der Anteil meiner weiblichen Hormone durch: „Wollen wir langsam nach Hause!? … Ich muss mal….“ :/ So traten wir den Rückweg an.

Ebu saß wieder in der Sonne. Wie irgendwie fast immer mit Kaffee und Zigarette. (Von wegen die Brüder hätten nichts gemeinsam! DAS ist ein allzu gewohnter Anblick. *schmunzel*) Ebu verriet uns noch, dass er kalt geduscht hatte, weil das Wasser einfach nicht warm wurde. Aha! Genau das Problem hatten wir auch. Komisch.

Inzwischen war es Nachmittag. Miguel schlummerte noch immer. Ron und ich schnappten uns unsere Bücher und versuchten die Langeweile mit unseren Fantasywelten zu vertreiben.

Irgendwann kam dann mein Bruderherz aus seinem Alkoven gekrabbelt. Gemeinschaftlich beschlossen wir erst einmal dafür zu sorgen, dass wir inländisches Geld in der Tasche haben. So fuhren wir nach Nordborg. Um 16:15 Uhr waren wir dort. Wie wir feststellten schließt die Bank um 16:00 Uhr. Knapp verpasst. Auch bei der zweiten Bank hatten wir kein Glück. Geschlossen. Ebu belastete dann sein Konto und zog Geld am Automaten. Mit diesen Kronen schlenderten wir zum Netto. – Ja, tatsächlich gibt es diesen auch in Dänemark! Die Preise waren aber logischerweise in Kronen ausgezeichnet, was anfangs ein wenig irritierend war. Wir kauften die nötigsten Dinge: Brot, Getränke, Pizza. 😛

Wieder „Zuhause“ lies Ebu sich die Meeresbrise um die Ohren wehen, während Ron sich in Buch, Miguel ins Handy vertiefte und mich auf die Suche nach unserem Duschproblem machte. Im Esszimmer fand ich in der obersten Kommendschublade einen Stapel Anleitungen. Für die Dusche war nichts dabei, dafür fand ich eine fürs Klo! 😀 Pfiffig wie ich bin *hüstel* fand ich die Lösung aber dann auch ohne Anleitung: Der Wasserboiler war aus. Wie peinlich… ABER: Wir hatten endlich warmes Wasser. 😉

Nachdem ich meine häusliche Pflicht somit erfüllt hatte schnappte ich mir meinen Göttergatten und zerrte ihn in den Garten. Immerhin hatten wir einen Fußball dabei und ich hatte Tennisschläger im Spielhaus gefunden. Tennis haben wir ziemlich schnell aufgegeben. Beim Fußball habe ich ihn geschlagen! 😀

Der Abend klang dann sehr gemütlich aus: Mit Pizza vorm TV. Was wir geguckt haben weiß ich nicht mehr so ganz genau. Ich glaube irgendeine Actionkomödie. Born to be wild!? Ich war die erste die wach war und auch die erste, die wieder auf ihr Lager krabbelte.

Der Weg ins Paradies & Nach dem Tod gibt es SAT-Empfang

Ich bezichtige den Sonntag jetzt mal als unseren ERSTEN URLAUBSTAG, da Ron steif und fest darauf besteht das An- und Abreisetag NICHT als Urlaubstag zählen. Soll mir recht sein. 😉

Meine erste Nacht war ziemlich grauenvoll. Das Doppelbett auf dem mein Göttergatte und ich genächtigt hatten schaukelte sobald sich der andere bewegte. Soll heißen man wachte auf, sobald jemand auch nur seinen Arm anders hinlegte. Hinzu kam noch das die Matratze viel zu weich war und die Sprungfedern an so manchen Stellen drückten. Für mich kam noch dazu das es weiche Daunenkissen waren. (Die natürlich auch pieksten.)

Nach der Hälfte der Nacht war ich aufgestanden, hatte mir die Decken aus dem leer stehenden Schlafzimmer geholt und auf dem Fußboden geschlafen. Es war zwar angenehmer als auf dem Bett, dennoch fühlte ich mich am nächsten Morgen wie gerädert. So kam es, wie es kommen musste: Mein erster Urlaubstag begann, es hätte so schön sein können, mit Migräne… Ron hatte zwar keine Migräne, sein Schlaf war aber auch nicht erholsamer und sein Körper ziemlich malträtiert. Kurz: Ihm tat alles weh. Lust aufzustehen hatten wir nicht wirklich. Dafür waren wir viel zu k.o.. Doch dann hörte ich ein vertrautes Geräusch welches mich dazu brachte mich vom hochzuquälen: Die Kaffeemaschine! 😀

Ebu saß mit einem Becher und einer Zigarette auf der vorderen Terrasse und sonnte sein Haupt. Sonne gab es an diesem Morgen reichlich und so beschlossen wir auf dieser Seite des Hauses und draußen zu Frühstücken. Ich warf mir eine Tablette ein und versuchte irgendwie aufrecht zu stehen und mir möglichst nicht anmerken zu lassen. Kurze Zeit später stand auch mein Bruderherz auf, leistete uns Gesellschaft – und bestand auf ein Gruppenfoto. 🙂

Nach dem Frühstück brachen wir auf nach Lysabild. Einem kleinen verschlafenden Städtchen auf der anderen Seite der Insel. (In weiser Voraussicht hatte ich Zuhause noch einen Routenplan ausgedruckt.) Dort ergötzten wir uns daran wie Männer, Frauen und Kinder mit einer Lanze auf Pferden ritten und dabei versuchten eben diese (die Lanze, nicht die Pferde!) in kleine Ringe zu pieksen. Umgangssprachlich wird dieser Sport auch als Ringreiten bezeichnet. War mal nett anzusehen. Nach kurzer Zeit aber stinklangweilig. Nachdem wir jede Menge Fotos gemacht hatten zogen wir aus um diesen Ort zu erkunden. (Wenn man denn schon mal da ist…) Wir entdeckten eine Kirche. Diese war leider verschlossen. (Nein wir wollten nicht beten, hätten uns aber gerne die Architektur angesehen.) Dafür machten wir auf dem angrenzten Friedhof eine sensationelle Entdeckung: Nach dem Tod gibt es Fernsehen!!! 😀 Der eindeutige Beweis war für uns die an der Friedhofsmauer befestigte Sattelitenschüssel! Schade das es kein Home-Entertainment-Paket gibt, aber Schüssel-TV ist ja besser als nix. 😉 Sogar den Weg ins Paradis haben wir gefunden!!!

Nach unser kleinen Sightseeingtour fuhren wir zurück ins Ferienhaus und beschlossen direkt wieder los zu gehen. Dieses mal trieb es uns ans Meer. Immerhin liegt das Haus nur 250 Meter davon entfernt! Das MUSS man einfach ausnutzen!!! Während die Jungs sich um das Bier kümmerten, schnappte ich mir die Picknickdecke und schon ging es los.

Kaum angekommen füllten wir unsere Lungen mit salziger frischer Meeresluft. Dazu der Blick auf die gegenüberliegende Küste oder, je nach belieben, auf das offene Meer. Das war einfach großartig!!! Ich hatte das soooooooo vermisst…. Es dauerte nicht lange, die Bierflaschen wurden entkorkt und auf den Urlaub angestoßen. Das es auch hier interessante Dinge zu entdecken gab stellte sich schnell heraus: Wir entdeckten Einpaariges Strandgut und Walkondome! Meeresbiologie kann wirklich spannend sein! Miguel und Ebu brachen als erste auf. Da ich „Hunger“ schrie, wollten sie schon mal den Grill anmachen. Guter Plan! 🙂 Mit Ron genoss ich noch einige Minuten Zweisamkeit am Strand. Von diesem Moment, gemeinsam auf’s Meer zu blicken, hatten wir die ganzen Monate geträumt. ❤

Wieder „Zuhause“ gab es auf der Terrasse Abendbrot, wobei dieses fast nur aus Fleisch bestand. Dazu floss jede Menge Alkohol, was die Männer in einen enormen Redeschwall versetzte. Irgendwann war die Diskussion nicht mehr auszuhalten und ich tat was Frauen in dieser Situation eben tun: Ich ging schaukeln! 😉 Es dauerte erstaunlich lange bis ich überhaupt vermisst wurde. Ironischerweise war es ausgerechnet Miguel der sich nach mir umschaute. Ich kam wieder mit zurück, wenn auch nur, weil mir einfach nur verdammt kalt war, und setzte mich noch eine Weile zu den Männern. Deren Redeschwall war aber leider noch immer nicht verebbt…. Tapfer wollte ich durchhalten, als plötzlich mein Götteratte wortlos aufstand und verschwand. Irritierte Blicke und grübeln in den Gesichtern. Keiner hatte so recht mitbekommen was los war. Mein Bruderherz ging nach kurzer Beratschlagung hinterher und kam mit der beruhigenden Botschaft wieder, dass Ron einfach grade nur mal seine Ruhe haben möchte. Puh!

Kurze Zeit später verzog ich mich dann auch und legte mich schlafen, während Ebu und Miguel für nicht wirklich gewünschte Unterhaltung sorgten. Aber hey, es ist Urlaub, scheiß drauf. 😉