Dummer Vater [Gedicht über einen Nachbarschaftstreit]

Ich komme nicht umhin, weil ich auch ein wenig neugierig bin,

zu vernehmen was draußen vor sich geht, wenn jemand unter unserem Fenster steht.

Beim letzten Mal dann, vernahm ich einen Mann:

„Nimm das und halte es gut fest, damit du es nicht fallen lässt.“

Der Junge nahm, hielt aber nicht und es folgte ein Schwerkraftgericht.

Platsch, da lag der Kuchen nun. Eigentlich gab es da nur eins zu tun …

Der Vater trat einen Schritt auf seinen Sohne zu, der jedoch wollte einfach nur seine Ruhe,

wich zurück –  ein großes Stück – als hätte er Angst es geschehe ein Unglück.

Der Junge wimmerte und stammelte entsetzt: „Es tut mir Leid. Es tut mir Leid. … “

Den Mann interessierte es jedoch wenig, er wurde laut und schrie: „Du kannst gar nichts! Nie! Du wirst auch nie was lernen, bis eben einfach nur dumm!“

Die Situation machte es nicht besser, stattdessen stach der Vater noch mit einem weiteren wörtlichen Messer: „Hör gefälligst auf zu heulen. Bist kein Mädchen, solltest dich nicht nur für deine Dummheit schämen, sondern auch als Heulsuse grämen!“

Ich sah wie etwas in dem Jungen zerbrach und es war sicher nicht nur die Schmach, dass er öffentlich zur Schau gestellt, sondern vielmehr, weil er davon einen Schaden behält.

Leider kann ich aus Erfahrung sprechen, es heilt nicht zu rechen. Doch wer immer gesagt bekommt, dass er nichts kann, glaubt irgendwann selbst daran …

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Ode (an das Hörnchen)

Halbrund und bräunlich kommst du daher,

weich und lecker,

doch dich zu finden, war recht schwer.

„So was haben wir hier nicht!“ rief es von der Theke rüber,

ich schaute ganz betrübt, warst du wohl bei anderen nicht so beliebt.

Doch heute fand ich dich:

Ganz einfach lagst du da,

herrlich, ganz wunderbar!

Du durftest mit zu mir,

da vergrub ich meine Zähne tief in dir,

riss dir die Innereien aus,

machte dir den Gar gänzlich aus.

So kann es weitergehen,

ich hoffe wir werden uns wiedersehen!

[siehe auch: Mooni erklärt die Welt: Ein Hörnchen ist nicht rund!]

Tage wie diese [Lyrik]

Tage wie diese

[Roswitha Pick; 11.02.2016]

Die Sonne lacht,

hat Freude mitgebracht nach der frostigen Nacht.

Zumindest das hatte ich gedacht.

 

Fröhlich munter bewegte ich mich Treppe runter,

hinaus aus dem Haus und dann sah ich es, welch Graus:

Beim Discounter nebenan flatterte Absperrband draußen dran!

Hätte mich wohl nicht gestört,

hätt‘ ich vorher Radio gehört.

Dann wäre mir bereits bekannt das es dort hat heute Nacht gebrannt.

Mit 20 Fahrzeugen können rund 80 Helfer es bezeugen.

Lalüla, Tatüta. Es war Nacht und ich schlief wunderbar.

Mein Göttergatte der wegen Katze 2 auf dem Sofa schlief,

dafür beinahe Amok lief.

 

An Einkaufen war heute Morgen daher nicht zu denken,

so ein Mist, dabei wollte ich mir doch selbst etwas schenken.

Doch der Hunger der war groß und so musste ich noch mal los.

Zum Bäcker stapfte ich so dann, der sich heute sicher nicht über zu wenig Umsatz beklagen kann.

Statt Brot gab es zum Frühstück Brötchen.

Zumindest besser als Makrönchen.

 

Auch Katze 1 verschlang ihr Futter mit großen Appetit.

Blöd nur, dass es nicht lange drinnen blieb!

Angelegte Ohren, ein Würgen, ein komischer Blick

und dann im nächsten Augenblick:

Ein Hoher Strahl Nassfutter

der Dank viel Geschick, hatte den vollen Überblick,

denn der Kratzbaum von oben bis unten getroffen.

Ich seufzte nur und hielt den Eimer offen …

 

Der Paketbote klingelt Sturm, als wär‘ er sonst wer,

Toilettenpapier war auch schon wieder leer, …

 

Mir bleibt nur zu sagen:

Solche Tage wie heute,

die mag ich nicht sehr!

Die Teigwaren haben im Übrigen auch nicht geschmeckt.

Gute Nacht, ich geh‘ wieder ins Bett!!!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Lasset ein, die Handwerker!

Ist so kalt der Winter!

Öffnet mir die Heißkörper!

Lasst uns nicht erfrieren!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Mädchen, hört, und Bübchen,

Macht uns auf das Stübchen!

Bringen euch keine Gaben,

wollen uns nur an eurem Heizofen dran erlaben!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

Blau erglühen die Zehen,

haben sie lange nicht so gesehen,

Wollen dran reiben fröhlich,

Wärme, die macht selig!

Kling, Gebiss, klingelingeling!

Kling, Gebiss, kling!

[Roswitha Pick, Dezember 2014]

Die Geschichte dahinter nachzulesen auf:

http://haus.miguel.de/ein-koenigreich-fuer-einen-heizluefter

VerdammtKalt

Weihnachtssinfonie [Gedicht]

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber auch so ein Grinch wie ich ist in der Lage Weihnachtsgedichte zu schreiben. Zugegeben, ich triefte förmlich vor Ironie, doch scheinbar ist es der Jury entgagen (oder es war ihnen egal) und so schaffte dieses hier, es tatsählich ein eine Anthologie. 🙂

Weihnachtssinfonie

von Roswitha Pick

Zimt- und Honigduft strömen durch die Luft.

Gärten und Fenster sind bunt geschmückt,

jeder ist beim Anblick sofort entzückt.

Frohe Menschen in den Gassen,

aus der Ferne klingt freudiges Kinderlachen.

Die Tafel ist festlich gedeckt,

auf ihr liegt sogar das Silberbesteck.

Mutter trägt zuhauf feinstes Essen auf.

Vater erhebt das Glas zum Prost.

dann geht der Gaumenschmaus endlich los.

Nach dem Mahl wird gesungen,

manches Jahr hat das schon schief geklungen.

Alle sind fröhlich und gesund,

die Familie steht im Vordergrund.

Plötzlich klingt aus der Höhe Geläut.

Ein Schlitten ist zu sehen,

man ist hoch erfreut.

Der Weihnachtsmann kommt mit voll gepackten Taschen,

bringt lauter tolle Sachen.

Jeder freut sich über sein Geschenk,

mancher schon ans nächste denkt.

Ach ist Weihnachten doch wunderbar,

wäre es bloß öfter,

als nur einmal im Jahr!

ISBN-13: 978-3941127012

Herbst

Herbst

Trister Alltag, grau in grau.
Bunte Blätterpracht schenkt ein wenig Harmonie.
Trügerisch.

Dort steht er, weit ab vom Rest:
Der karge Baum.
Seine Rinde ist geschunden,
egoistisch reingeritzte Herzen,
als Zeichen für vergängliches,
längst verloschenes.
Verletzungen für immer.

Menschen hasten vorbei.
Zertreten das bunte Blättermeer.
Der Himmel beginnt zu weinen.
Das Meer verwandelt sich in einen matschigen Tümpel.

Im Wipfel zeugt ein leeres Nest von einstiger Lebensfreude.
Verlassen liegt es da.
Einsam wiegen sich die Äste mit ihm im Wind.

Die Zeit ist gekommen.
Die Zeit des Todes.
Die Zeit Abschied zu nehmen.

[R. Pick, 01.11.2011]

Grausame Welt

Tränen wie Bäche.
Enttäuschung.
Ein Blick in die Vergangenheit.
Schmerz.
Ertappt bei einer Lüge.
Verbitterung.
Tränen gefroren.
Eiszapfen die sich wie Dolche in mich bohren.
Dankbarkeit.
Danke dafür, dass du mich gelehrt hast,
diese Welt zu hassen …

[R. Pick, 09/2011]