Eindrücke eines Wochend-Trips – Lüneburg (Teil 1)

Inzwischen ist eine Woche vergangen, als ich mit Partner und Freund in die Vergangenheit aufbrach. Die Fotos sind sortiert und die Blogbeiträge warten darauf geschrieben zu werden – und wie ich ja schon weiß, wartet der ein oder andere auch sehnsüchtig auf die Veröffentlichung. 😉 Auch wenn der Ein oder Andere total gespannt auf die Fotos vom Hamburger Hafen ist, so möchte ich doch die chronologische Reihenfolge einhalten. Seht es mir nach. ABER: Wer ich für Geschichte interessiert, kann hier noch das ein oder andere lernen. (Für fachliche Richtigkeit gebe ich allerdings keine Garantie. ;))Da es viel zu erzählen gibt und ich euch nicht langweilen will, teile ich die Beiträge auf. Diese Woche steht also im Zeichen des letzten Wochenendtrips. Los geht es mit den ersten beiden Stationen. Viel Spaß! 😉

Unsere erste Station, samt Besuch bei meiner Mutter und meinen Stiefvater, war …

LÜNEBURG

Hanse-, Salz- und Universitätsstadt Lüneburg um es ganz genau zu machen. ^^

OrtsschildLGAber bevor ich den Männer meine „alte Heimat“ zeigen konnte, ging es nach Bleckede. Angeblich auch eine Stadt, trotz 5 Häusern und 30 Kühen. Immerhin. Aber „Kaneelbrötchen“ gibt es da nicht. Nirgends in der Region. Das scheint typisch bremisch zu sein. Und genau deswegen „muss“ ich diese Dinger immer exportieren. Als angehende Spedi ja auch kein Problem. 😉 (Wer Kaneelbötchen nicht kennt: Das sind Zimtbrötchen. Schlicht und einfach. Außer in Bremen. Die sind hier felsenfest davon überzeugt, dass das was anderes ist. – Mein Schatz – der gelernter Bäcker ist – kannte die Dinger bis dato gar nicht. Außer eben als Zimtbrötchen. Aber gut, Bremer sind eh ein Volk für sich. ;)) Als wir Baustellen und Umleitungen überwunden hatten, gab’s bei meinen „Eltern“ ein gemeinsames Frühstück und Gequatsche. (Kann echt anstrengend sein…)

Nach nicht allzu langer Zeit, machten wir uns auf den Weg in die City. Die „richtige“: Lüneburg. Auch ich war seit drei Jahren nicht mehr dort, so dass ich mich selbst erst mal orientieren musst. Fazit: Es hat sich in vier Jahren schlicht NICHTS verändert!!! Lüneburg steht still. Das war schon immer so. Vielleicht habe ich mich deswegen dort nie wirklich wohl gefühlt.

Da Ron gerne sehen wollte wo ich überhaupt herkomme und auch Miguel noch nie in der Stintstadt war, hatte ich mir im Vorfeld eine kleine Führung ausgedacht.

Kaum aus dem Parkhaus entdeckte Miguel aber auch schon direkt ein Parteibüro „Der Linken“. (Nein, er ist kein Mitglied. Fand es aber wohl toll, dass es in einer SPD-regierten Stadt was gegensätzliches gibt. Was weiß ich. ;))

Linkes Parteibüro - und selfmade von uns dreien. ;)
Linkes Parteibüro – und selfmade von uns Dreien. 😉

Station 1 – Stintmarkt

Der Stintmarkt, von den Einheimischen schlicht „Stint“ genannt, ist Lüneburgs Hafenviertel. Früher war dies Handelplatz. Hier schipperte man über die Ilmenau nach Lübeck um mit Salz zu handeln. Zurück brachte man Heringe: Stinte. (Stinte riechen intensiv nach frischen Gurken und haben einen 2-3 cm langen Wurm im Rücken.) Daher kommt auch der Name des Marktes. Lüneburg entdeckte den Stint dann 2007 für sein Marketing und stellte 500 Figuren der Fische überall auf. – Die stehen noch immer. – Salzhandel wird hier nicht mehr betrieben, dennoch kann der Besucher noch das ein oder andere entdecken:

Das „Alte Kaufhaus“ (oder auch „Dat Heringhus“ wurde 1742 errichtet. Hier wurden früher Salz und Stinte verkauft. (Etwa so etwas wie die Markthallen.) 1959 fiel das Gebäude einem Brandstifter zum Opfer, nur die barocke Fassade blieb erhalten. Dahinter wurde einfach neu gebaut. Seit 2010 ist hier nun ein Hotel untergebracht.

Der „Alte Kran“ ist noch heute voll funktionsfähig. Genutzt wird er nicht mehr, das Industriedenkmal steht aber für Stadtführungen offen. Ich habe mir sagen lassen, dass während der Führung wohl auch mal getreten werden darf. – Mit Elektronik war damals ja noch nicht soviel. 😉 – Der Kran gilt als „heimliches Wahrzeichen der Stadt“. – Glaubt mir, viel Schöneres hat die Stadt auch nicht!!!

Längst ist der Stintmarkt eine „romantische“ Kneipenmeile. Ich glaube irgendwie geröhrt das am Wasser immer dazu. Die „Meile“ umfasst allerdings nur ein paar Hundert Meter. Und wirklich spektakuläres gibt es auch nicht. Ist aber, wenn man hier wohnt, schon schön am leicht beleuchteten Hafen zu sitzen, und ein kühles Getränk zu genießen. 😉

Station 2 – Marktplatz

Ja, genau. Noch ein Marktplatz. Lüneburg war eben eine Kaufmannsstadt. Hier wird aber noch gehandelt. Jeden Mittwoch und Samstag ist nämlich Wochenmarkt. War also auch bei unser Tour. Was total blöd war, da es dementsprechend sehr voll war. Alle „Sehenswürdigkeiten“ konnte ich so nicht zeigen bzw. nicht in ihrer ganzen Pracht. Fotografieren teilweise unmöglich. Schon blöd. Aber ein bisschen was konnte ich dennoch erzählen:

Am Kopfende steht z.B. das „Alte Rathaus“. Von irgendwo muss das Volk ja auch regiert werden. ^^ Das Besondere dabei ist wohl, dass es quasi aus mehreren Teilen besteht. Der älteste Teil entstand um 1230, sobald man mehr Platz brauchte hat man einfach angebaut. Die Stile sind reichen daher von Gotik bis Renaissance. Im Turm befindet sich ein Uhrwerk mit einem Glockenspiel aus Meißner Porzellan.

Dann gibt es, so quasi auf dem Marktplatz, den „Luna-Brunnen“. Er wird schon seit 1530 mit Wasser gespeist. – Außer natürlich, wenn Markt ist und man seinen Besuchern die Stadt zeigen möchte! – Auf der Säule die auf dem Brunnen steht, ist „Luna“, die griechische Mondgöttin zu sehen. Sie wurde auf Grund eines Irrtums dort installiert: Im 16. und 17. Jahrhundert glaubten die Lüneburger, dass die Stadt einst römische Siedlung war und daher eben der Name „Lüneburg“ (von Luna) komme. Der Irrtum wurde doch verhältnismäßig schnell aufgeklärt, geblieben ist die Göttin dennoch. Aber woher stammt der Stadtname denn nun wirklich? Es kommt von dem Wort „Hluini“ und bedeutet Zuflucht. Das karolingische Heer hatte hier im 8. Jahrhundert seinen Lageplatz so benannt. Ziemlich unspektakulär, oder?

Aber auch berühmte Leute gab es in Lüneburg. So ist am Rande des Marktplatzes das „Heinrich-Heine Haus“. Auch wenn der Name eher unpassend ist, denn der Dichter wohnte selbst nur ein Jahr hier. Es ist das Haus seiner Eltern die von ca. 1821 – 1828 hier lebten.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. occ

    Kaneelbrötchen? Nach deiner Beschreibung dachte ich sofort, als Ex Hamburger, an ein Franzbrötchen! Nach intensiver Fotosuche im web aber ein Irrtum! Tja, und wie komme ich hier im Südwesten jetzt an so ein Kaneelbrötchen? Immerhin: das scheint mir doch ein kulturelles Highlight aus Bremen zu sein :0)Okay, wenn es das Fischbrötchen bis Stuttgart geschafft hatte, dann klappt es vielleicht auch beim Kaneelbrötchen….

  2. In der Erinnerung verklärt sich vieles. Meine Erinnerungen an Lüneburg sind sehr positiv. In früheren Jahren bin ich öfter mit dem Rad „Auf große Fahrt“ nach Lüneburg gefahen, für mich war es immer eine Rast wert. Ich wünsche Dir einen schönen Mittwoch. Liebe Grüße Thomas.

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