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Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu – MonatrückBlog April 2022

Der April macht was er will, traf diesen Monat nicht nur auf das Wetter – welches von strahlendem Sonnenschein bis hin zu sintflutartigen Regenfällen reichte – zu. Es ist wirklich kaum zu glauben, was so alles in „nur“ 30 Tagen (Verschiedenes) passieren kann!

Von Toten und Verletzten

Ausgerechnet in der Osterwoche – die Zeit der Auferstehung – hatten wir gleich drei Verluste zu betrauern…

Nicht einmal die ersten zwei Wochen des neuen Monats waren vergangen, da kam ein Anruf, der alles verändern sollte: Meine Mutter rief mich vormittags an. Was an sich schon eher ungewöhnlich ist, da wir meist mittags oder abends telefoniert hatten. Da sie aber weiß, dass ich die meiste Zeit von Zuhause arbeite, wusste sie, dass sie mich so am ehesten über das Festnetztelefon erreichte, also dachte ich mir nicht wirklich was dabei. Sie klang nicht gut, was ich auf eine Erkältung schob, da sie sich total verschnupft anhörte. Doch dann kamen drei Worte, bei denen ich erst einmal dachte, ich hätte mich verhört: „Rainer ist tot!“ – Während mein Gehirn noch versuchte das Gehörte irgendwie zu verarbeiten, erzählte meine Mutter das sie es selbst nicht begreifen könne. Meinem Stiefvater ging es gut. Eben noch hatte er Kartoffeln geschält, sich dann hingelegt (nichts Ungewöhnliches), und als sie ihm zum Essen holen wollte war er nicht mehr ansprechbar. Die Wiederbelebungsversuche meiner Mutter (auf Anweisung des Rettungsdienstes über den Notruf) brachte nichts. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen… Woran er letztlich gestorben ist, wissen wir (noch) nicht. Nur das es sich um einen „natürlichen Tod“ handelte, was nichts anderes bedeutet, dass keine Fremdeinwirkung stattfand.

Traueranzeige Rainer mit dem Text: Plötzlich und unerwartet,- wie leicht gehen diese Worte im Alltag über die Lippen und wie schwer sind sie im Herzen zu ertragen.
Leben jeden Tag als wäre es dein letzter, denn er könnte es tatsächlich sein… 😢

Eines Abends, Mitte der Woche, stand Ron plötzlich mit einer Erdkröte vor der Tür. Ob sie nur erschöpft oder auch (innerlich) verletzt war, konnte wir nicht erkennen. Wir versorgten sie erst einmal mit Wasser, bauten ein provisorisches Übergangsheim und versuchten jemanden zu finden der uns helfen konnte – oder uns zumindest sagen, was wir nun tun sollten. Mit Kröten haben wir ja nun alle keine wirkliche Erfahrung… Unsere erste Anlaufstelle war der Tierschutz, wo es extra eine Ansprechpartnerin für Amphibien und Reptilien gibt. Gebracht es leider nichts, außer die Aussage, dass man bei Kröten auch nicht viel machen könne, außer sie zu „erlösen“… Da wir aber nicht so schnell ein Leben – und sei es auch noch so klein – aufgeben, wenden wir uns an den bundesweiten (kostenpflichtigen) Reptiliennotdienst. Obwohl es sich um eine Notfallnummer handelt, geht jedoch, auch bei mehrfachen Versuchen und zu verschieden Zeiten, niemand ran… Wohl oder übel buche ich die Onlineberatung und zahle im Vorfeld für eine Notfallberatung. Leider erfolgt die Rückmeldung erst Stunden später und wirkliche Hoffnung konnte man uns auch nicht machen, da Kröten ganz oft innere Verletzungen haben, wenn ein Auto zu dicht an ihnen vorbei gefahren ist. (Die empfindlichen Organe der Tiere können den veränderten Luftdruck nicht ab, wenn ich es richtig verstanden habe.) Am nächsten Morgen will ich mit Kurt, wie Ron ihn zwischenzeitlich getauft hatte, zum Tierarzt, um innere Verletzungen klären zu lassen. Kurt trat diese Reise jedoch nicht mehr an…

Traueranzeige für Erdkröte Kurt
Nur ganz kurz bei uns und trozdem ein großer Verlust… 😢

Zum Wochenende dann stand meine Schwiegermutter morgens vor unser Tür. Sie sagte nur: „Er hat es geschafft.“ und fiel Ron in die Arme. Bei Till jedoch war es jedoch das genaue Gegenteil. Er kämpfte bereits länger mit Tumoren im Gehirn (genau wie damals mein Vater..). Sein Körper baute mehr und mehr ab, genau wie sein Geist. Die letzten Monate lebte er, gut versorgt, in einem Hospiz. Nicht weit vorher hatte er mitgeteilt, dass er nicht mehr (leben) will… Mit nur 39 Jahren hinterließ er seine Frau und einen 18jährigen Sohn. An diesem Morgen kamen wir alle zusammen, um zusammen zu frühstücken. Anfangs war das für mich total befremdlich, schnell jedoch merkte ich, dass es die Art ist, wie in dieser Familie zusammen gehalten wird: In „schwierigen Zeiten“ kommt man zusammen, meist bei etwas zu Essen, und ist füreinander da. Schon bloße Anwesenheit und zu wissen nicht alleine zu sein, kann ungemein helfen. (Ich bin stolz und Dankbar ein Teil dieser tollen Familie sein zu dürfen. <3)

Todesanzeige Till mit Foto und dem Text: Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen.
Wenn wir Dir auch die Ruhe gönnen, so ist voll Trauer unser Herz, Dich leiden sehen und nicht helfen können, war unser allergrößter Schmerz. 😢

Durch die ganzen Todesfälle innerhalb von nur einer einzigen Woche (!) – und die vielen Parallelen – hatte ich arg damit zu kämpfen, meine Depressionen in Zaum zu halten. Am liebsten hätte ich mich ein eine Ecke verkrochen, mir eine Decke über den Kopf gezogen und wäre da nicht wieder unter heraus gekommen. Aber ich habe mich selbst in den Hintern getreten und bin stattdessen sogar raus und unter Menschen gegangen. – Als ich mit Ron neulich einen Film sah, in dem sowohl ein Tier, als auch ein Mensch starben, war das dann aber zu viel für mich. Mir liefen die Tränen wie kleine Wasserfälle… Aber das ist okay so. Trauer darf und muss sein! Ich muss für niemanden stark sein – und andere nicht für mich. Meine Mama hat, nach dem Tod meines (richtigen) Vaters, immer gesagt: „Wir schaffen das schon. Wir haben schon ganz andere Dinge hinbekommen. Jetzt schaffen wir das. Wäre doch gelacht!“ Und auch sie lebt, selbst nach dem unerwarteten Tod ihres zweites Mannes, noch immer nach diesem, unserem, Motto. („Was soll ich denn auch sonst machen? Den Kopf in den Sand stecken? Das bringt ja auch nichts!“)

Rosi versteckt sich unter einer braunen Baumwolldecke
So habe ich mich gefühlt…

So richtig emotional wird es wohl für alle bei den Trauerfeiern und Beisetzungen…

Aber, glücklicherweise, passierte auch viel Positives 😊:

Trautes Heim

Dafür das wir noch gar nicht so lange hier wohnen, haben wir bereits viel geschafft:

In der Küche steht nicht nur ein neuer Küchentisch, so dass wir nicht mehr im Wohnzimmer essen müssen, sondern auch eine (zusätzliche) Theke, so das viel Platz zum Werkeln vorhanden ist. Ebenso hängen die neuen Lampen, die Spiegel und die Bar „steht“.

Aronia sitzt auf einem Regal und schaut in den Spiegel
Spieglein, Spigelein an der Wand, wer hat zum Fütterndosen öffnen die bessere Hand? 😛

Im Wohnzimmer fand – nach langem Warten – unser neues Sofa Einzug. Ein modulares Modell, so dass wir es jederzeit anders stellen können, falls wir doch noch mal lieber Sessel oder ein Ecksofa oder oder oder… haben möchten. (Das erste Mal haben wir sogar schon gestern umgebaut! :D)

Modulares Sofa
Unser modulares (nachhaltiges) Sofa der Firma levom

Jede Menge Licht ist uns im April aufgegangen: Für indirektes Licht in der Stube sorgt eine total coole Würfellampe aus Holz. Im Schlafzimmer gibt es endlich passende Nachttischlampen und auch auf dem oberen Flur haben wir, nach längerer Suche, eine Lampe gefunden, die zum Thema passt. (Unser einzelnen Räumen sollen jeweils ein bestimmtes Thema aufgreifen.)

Relativ spontan, weil grade ein Termin frei war, wurde unser Badezimmer rausgerissen. (Dank den Vormietern gab es einen Wasserschaden, den diese wohl nie oder zumindest viel zu spät, gemeldet.) Immerhin bekommen wir so jetzt ein neues Badezimmer.

Alles für die Katz

Für die Rundumaussicht bekommen Minou und Aronia einen zusätzlichen Balkon vor die Wohnzimmerfenster. – Das freut auch die Nachbarin (selbst „Katzenmama“): „Endlich kann ich eure Katzen auch mal sehen!“ – Ja stimmt, aber nur wenn sie aus ihrem Badezimmer guckt…

Minou und Aronia prüfen den neuen Katzenbalkon

Ganz angetan sind die beiden Stubentiger auch von den Dachschrägenfenstern. Die etwas andere Perspektive scheint zu gefallen.

Minou wirft einen Blick aus dem Dachschrägenfenster des Flures

Was sonst noch war

Nach nun zwei Jahren des Wartens fand endlich das Konzert von Großstadtgeflüster in Bremen statt. Als er Nachts wieder zu Hause war, war sein Statemant: „Ich hätte mir in den Arsch gekniffen, wäre ich nicht hingegangen!!!“ (Jetzt hoffe ich darauf, das „meine“ Veranstaltungen auch stattfinden, die seit Jahren verschoben wurden. Leider sollen diese aber aktuell im Herbst sein und ich rechne bereits damit das alles wieder dicht gemacht wird, weil einige Wenige sich nicht an die Regeln halten und/ oder das Virus nicht ernst nehmen…)

Ron hält eine Konzertkarte von Großstadtgeflüster in die Kamera

Wir probieren es mal und bestellen, an die neue Adresse, Essen bei der Lokalität unseres Vertrauens. Das funktionierte glatt so gut, dass der Fahrer uns ansprach, dass wir doch vorher woanders gewohnt hätten. (Ist das jetzt gut oder schlecht in Erinnerung zu bleiben?) Am Freitag haben wir da glatt noch mal bestellt und meine Schwiegermama zu Pizza und Eiscreme eingeladen. Unseren letzten Urlaubstag wollten wir schließlich genießen.

Ron, Rosi und Meta beim Pizza essen

Da ich noch Mehl hatte (Mal wieder ein rares Gut in Deutschland!), habe ich zwei Brote gebacken. Eines davon habe ich meinen Schwiegereltern geschenkt. Es wurde für lecker befunden!

zwei von Rosi gebackene runde Weizenbrote
Topfbrot nach einem Grundrezept von Capotella. Einfach und unglaublich lecker!

Ich habe auf dem „Schweineboden“ (dabei handelt es sich um den Dachboden des alten Schweinestalls, den man direkt von unser Wohnung aus betreten kann) ein wenig aufgeräumt. Jetzt nutze ich den Raum zur Lagerung, aber vor allem für kreative Projekte. Das ist so cool, wenn ich nicht immer alles wieder wegräumen, und besonders Farbe, da „in Ruhe“ trocknen lassen kann! – Und kreativ ausgetobt habe ich mich schon ein wenig – und die Ideen reichen wohl noch für die nächsten Jahrzehnte…

Rosi mit Arbeitshandschuhen und einem Schraubendreher, wie sie an etwas stark Verrostetem herumsschraubt
Endlch (viel) Raum für kreatives Schaffen!!! 👩🏻‍🎨🤩

Wir haben „gutes“ Wetter genutzt, um mit Knut einen längeren Spaziergang zu machen, so dass ich gleichzeitig ein wenig die neue Umgebung entdecken konnte. (Hilfe, hier sieht alles gleich aus! Das wird noch eine echte Herausforderung für meinen Orientierungssinn! 🧭🙈)

„Schlechtes“ Wetter haben wir genutzt, um es uns so richtig gemütlich zu machen – und den Kamin anzufeuern.

So ein Kamin ist schon eine tolle Sache! 😍

Aussicht Mai

  • Beerdigung meins Schwagers
  • Beerdigung meines Stiefvaters
  • Fertigstellung DIY-Geschenk für meine Schwiegermutter
  • Geburtstag meiner Schwiegermama
  • Besuch der PUBLICA
  • Teilnahme an der Farbkreisreise
  • Teilnahme an BoomBoomBlog
  • mit viel Glück: Wohnzimmer tapezieren (lassen)
  • mit ganz viel Glück: Neues Badezimmer (Versicherung und Trocknungsfirma habe sich für kommende Woche angekündigt)
  • mit ganz viel Glück: Neue Haustür

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

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