You are currently viewing Flurfunk – Dinge die ich gar nicht wissen will

Flurfunk – Dinge die ich gar nicht wissen will

Hellhörigkeit in Häusern

Ich weiß nicht wann das Haus in dem wir aktuell (noch) wohnen erbaut wurde, aber sicher ist, dass die Wände und Türen alles andere als dick. Steht jemand etwa auf dem Flur, geht an den Briefkasten (Zugang von drinnen) oder unterhält sich, hat man teilweise das Gefühl, diese Person würde hinter einem stehen. Total gruselig!

Anfangs war besonders das Darth-Vader-Geräusch erschreckend. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um unsere Nachbarin handelt, die schwer atmend im Hausflur steht. Es wird ja oft gesagt, dass ältere Leute einfach gerne Tratschen und hinter der Gardine stehen und alles beobachten. Bei unser Nachbarin trifft das definitiv zu! Sollte Lindenstraße irgendwann einmal fortgesetzt und eine neue Else Kling benötigt werden, sie müsste nicht einmal eine Rolle spielen, sondern einfach nur sie selbst sein!

Blick auf den Hausflur durch den Türspion

Fakenews auf dem Flurfunk

Es ist immer wieder faszinierend, wie durchschaubar solche Menschen sind: So schließt Else Ihre Jacke immer erst auf dem Hausflur, vor den Briefkästen, statt bereits in der Wohnung. Und die Post holt sie auch meist dann rein, wenn „zufällig“ jemand (mit dem sie sich versteht) durch die Haustür kommt… Es dauert dann auch nur Sekunden, bis wieder ein Unterhaltungsprogramm an unser Ohr dringt. Besonders dann, wenn die Nachbarin von ganz oben, auf die von ganz unten trifft. Komisch nur, dass diese nie Kritik abbekommt, weil z.B. wieder mal die Tür zum Fahrradkeller offen stand – dabei ist genau sie es, die mehrmals am Tag genau dort ist. Im Gegensatz zu allen anderen Hausbewohnern… (Es scheint hier aber ohnehin so eine Marotte zu sein, dass immer die Parteien die neu sind, erst einmal an allem Schuld sind. Kann der Hausmeister nämlich auch gut! Mit der „eigenen Nase“ oder „dem Blick fürs Wesentliche“ scheint man es nicht so zu haben. Ist vielleicht ab einem gewissen Alter einfach zu langweilig!?)

Gestern passierte es dann: Plötzlich erklang der Name unseres Vermieters auf dem Hausflur! Ganz „typisch Mensch“ konnte ich einfach nicht anders und habe meine Lauscher auf Empfang gestellt. Leider hatte ich den Anfang des Gespräches verpasst, dennoch wurde mir schnell klar, dass es um uns geht. Ein Blick durch den Türspion (Tolle Erfindung!) Und da stand „Else“ und unterhielt sich mit der Nachbarin vom „unterm Dach“. Es drangen Wortfetzen an mein Ohr: “… nächsten Samstag, meinte Herr X. Die haben direkt als sie die Kündigung geschrieben haben, nach einem Nachmieter gesucht.“ – STOP! FAKE NEWS!

Rosi blickt neugierig durch den Türspion

Kurz war ich am überlegen, die Wohnungstür aufzureißen und zu sagen: „Stimmt nicht! Wir haben bereits nach einem Nachmieter gesucht BEVOR wir gekündigt haben!“. (Ob sie erschrocken zusammengezuckt wären?) Ich habe mich dann aber doch dagegen entschieden, denn wir Ron – getreu dem Motto der Ärzte – immer so schön sagt:

Lass die Leute reden

Schreibe einen Kommentar