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Leinentraining mit einem Wildfang

Endlich Sonne!

Endlich scheint wieder die Sonne! Darauf musste ich soooo lange warten und was ist? Noch immer ist MEIN Katzenbalkon nicht angebracht!!! *kläglich-mautz* Herrchen hat es versucht, doch leider nicht hinbekommen, da es eine Maßanfertigung für komplett andere Fenster (also vor dem vorletzten Umzug – habe ich schon mal erwähnt, das ich Umzüge hasse???) war… Frauchen kam dann auf die „tolle Idee“ das ich hier ja nach draußen könnte, also so RICHTIG, in den Garten und so, weil ich da ja immer so gerne alles beobachte. Ja Frauchen, VOM FENSTER AUS!!!

Minou im Geschirr
Mir steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben…

Training ist alles!?

Da kam Frauchen dann mit irgendwas komischen an und klickte mir etwas um den Hals UND um den Bauch!!! Das habe ich mir noch gefallen lassen, tat ja nicht weh oder so, fühlte sich nur irgendwie merkwürdig an. Doch was dann kam, war die absolute Härte:

Eine LEINE! Bin ich ein Hund oder was??? NEIN! Ich bin eine Katze und ich liebe meine FREIHEIT! DAS habe ich Frauchen auch gezeigt: Erst bin ich in der Wohnung unter Stühle, unter eine Leine, auf den Kratzbaum und was immer ich gefunden habe heraumgelaufen, drunterweggeschlichen oder hochgesprungen. Als ich dachte das Frauchen endlich aufgibt, hat sie mich auf den Arm genommen (wie ich das HASSE!) und die Treppe herunter getragen… Und dann sollte ich plötzlich durch die Haustür, die sonst immer vor meiner Nase zugemacht wird! Menschen! Wissen einfach nicht was sie wollen. Aber nicht mir mir! Ich bin erst mal schnurstranks wieder nach oben gerannt.

Minou im Katzengeschirr auf dem KRatzbaum
Hier oben bin ich sicher! – Oder…???

Der Duft von Freiheit

Frauchen wollte mir dann zeigen, dass alles „in Ordnung“ ist, wie sie betont hat und ist mit mir nach draußen gegangen. Ich war so was von überfordert, dass ich gar nicht wusste, wo ich hin sollte. Am liebsten irgendwo ganz sicher unter einem Busch oder auch das Vogelhaus. Ging nur leider nicht… Ich zerrte und duckte und sprang, aber es nutzte alles nichts. Als dann von nebenan auch noch Hundegebell kam, war ich mit meinen Nerven am Ende. Frauchen hat das zum Glück bemerkt und mich wieder behutsam auf den Arm genommen und ins Haus getragen. Sie hat mir das Geschirr abgenommen, mich gestreichelt und mir gut zugeredet. Das tat gut. Ich hatte solche Angst, dass ich (wieder) alleine zurechtkommen muss… Aber Frauchen hat mir versprochen, dass ich bei ihr bleiben darf, für immer. <3 Das war alles ein sehr große Abenteuer und ich weiß nicht, ob ich noch mal so „richtig“ raus möchte. Wenn ich meinen Katzenbalkon wieder habe, bin ich erst einmal wieder glücklich…

Minou im Katzengeschirr und an der Leine
Ich bin doch kein Hund!!!

Was bleibt ist Poesie

Frauchen hat unser Abenteuer sogar zu einem Gedicht inspiriert:

Abenteuer Leinentraining

Die Sonne lacht
und Minou mauzt,
ist sie doch eine Katze,
die gerne will raus.
Doch will sie das wirklich?
Das war nicht so ganz klar,
drum besorgten wir ein Geschirr
und starteten das Training,
es lief – nicht wirklich – wunderbar.
Das Anlegen ging zwar geschwind,
doch das sie nicht frei bewegen konnte,
war nicht so Minous Ding.
Sie hüpfte hier,
sprang dort,
doch die Leine lies nicht viel Spiel,
drum sprang sie wie ein Krokodil
und schraubte sich in die Luft.
Zu allem Überfluss wurde in der Nachbarschaft gebellt,
ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt!
Angstschweiß – besonders bei Frauchen – war zu riechen
und Minou wollte sich am liebsten unter einem Busch verkriechen.
Nach ein paar Minuten im Garten dann,
traten wir schnell den Rückzug an.
Die Katze zog sich zurück und schmollte,
obwohl sie ja vorher immer raus wollte.
Am Ende waren wir beide völlig fertig –
Katze und Mensch, gleichwertig.
[R. Pick, 03/2022]

Minou liegt erschöpft auf dem Teppich
Das war wirklich anstrengend….

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