Mord im Schwimmenden Zirkus [Spielbericht Teil 1]

System: Splittermond

Abenteuer: Mord im Schwimmenden Zirkus von Michael Kasternig

aus An den Küsten der Kristallsee

[Teil 1 – aus Spielersicht]

ACHTUNG! SPOILER! Wer das Abenteuer noch nicht gespielt hat, sollte daher lieber später wiederkommen!

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Ich grüße euch verehrte Zuhörer,

einige erinnern sich sicher noch an mich. Falls nicht: Schämt euch! (Oder lest HIER nach.)

Derzeit befinde ich mich, mit „meiner Gruppe“ auf den (Rück)Weg nach Eoria. Während jeder von uns seinem Tageswerk nachging oder eben einfach den Gedanken nachhing – entdeckten wir Land. Bei genauerem Hinsehen war es aber kein Festland, sondern ein Schiffsverband. Bunt schillernden alle Farben Lorakis im Sonnenlicht. Schnell wurde klar, dass es sich um einen schwimmenden Zirkus der Afali handelt. Aufregung an Deck und dann ertönte auch schon das ersehnte Kommando des Kapitäns: „Kurs auf Freizeit und Vergnügen!“ Je näher wir unserem Ziel kamen, desto wuseliger wurde das Treiben – und desto freudiger die Gesichter der Besatzung. Wir entdeckten ein weiteres Schiff, welches bereits angelandet war. Bevor ich jedoch überlegen konnte, ob ich von der „Blauen Koralle“ bereits irgendwann einmal etwas gehört haben, wurden wir einer Albin, wunderbare Haut, lange schwarze Haare, begrüßt, die sich als Midinia vorstellte und uns neugierig machte, auf alles was es hier zu gibt.

Überblick verschaffen

Unserer Grüppchen begann seine Erkundung im Monsterzelt. Am Eingang wiegte ich ein kleines Holztäfelchen, leicht grün schimmernd, im Wind: „Monster von nah und fern“. Am Eingang nahm uns ein kleines humpelndes Männlein in Empfang – bei dem ich mir nicht so sicher war, ob er zum Zirkus oder zur Ausstellung gehört. Prento, wie er sich nennt, erzählt uns atemberaubende Geschichten zu den Objekten – lebend und ausgestopft, so z.B. von einem gefährlichen Sumpfdrachen und einen seltenen Feuersalamander. Ich möchte fast sagen leider, fand Bao heraus, dass viele „Monster“ mehr erschaffen wurden: der Sumpfdrache entpuppte sich als Waran mit angenähten Flügeln und der Feuersalamander als tätowierter Naga. Letzterer sollte uns nicht mehr loslassen…

Unsere nächste Station war die Kuriositätensammlung. Hier empfing uns Halla, eine Menschenfrau die, als begeisterte Sammlerin und Erzählerin, konnte ich fast gar nicht von ihren Lippen lassen. Nachdem wir die bunten und schillernden Dinge aus aller Welt begutachtet haben, kehrten wir ins Essens-Schiff ein.

Während ich mich an das beste hielt, was diese Zirkusstadt zu bieten hat – richtig guten Schnaps – kosteten sich die anderen durch diverse Fischgerichte, Geflügel, Gemüse und Wein. Auch wenn es köstlich schmeckte, so konnte wohl niemand von uns die Gaumenfreude wirklich genießen, denn der Naga kreiste in unseren Gedanken: Als was galt er: Tier oder intelligentes Wesen? Welche Rechte galten hier, mitten auf dem Meer? Trotz aller Schwermut schaffte es Elja zur Erheiterung der Gruppe beizutragen, indem sie – zugegeben nicht die Intelligenteste unserer Gruppe – fragte: „Gibt es hier eigentlich Obdachlose?“. Zu ihrer Verteidigung muss ich allerdings berichten, dass sie bereits unliebsame Erfahrungen mit Gesindel gemacht hat. Da ist ihre Vorsicht mehr als verständlich. Solltet ihr, verehrte Leser, diese Frage ebenfalls gestellt haben: Nein, es gibt hier keine Obdachlosen – und wenn dann nur so lange, bis sie untergegangen sind. Ja, das Zirkusleben ist hart!

Darbietungen der besonderen Art

Inzwischen war Abend und die groß angepriesene Show würde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Bao nutzte die verbleibende Zeit, um noch einmal bei Halla vorbeizuschauen und sich mit ihr über Artefakte – eines seiner Spezialgebiete – auszutauschen. Kesha hingegen machte noch einen Abstecher zum „Feuersalamander“. Mich jedoch interessierte vielmehr die Show, so dass ich mich, begleitet von Elja, bereits auf zum Zirkuszelt machte. Mit seinen zwölf Meter Durchmesser eine durchaus imposante Erscheinung, mit viel Platz für Gäste, die sich auch bereits vermehrt eingefunden hatten. Grade rechtzeitig kamen auch meine Kameraden, als Midinia in die Manage trat und die erste Attraktion, den furchtlosen Aschkin, ankündigt. Die Gestalt kam mir mehr als bekannt vor. Tatsächlich handelte es sich um den Koch, vom Essensschiff. Mit Bravour schluckte er Schwerter und spuckte Feuer. Beeindruckend!

Es folgte die bewegliche Sirena, die einen Tanz – mit unmöglich scheinenden Verrenkungen – vorführte. Für den nächsten Akt wurde Midinia an ein Rad geschnallt, welches von Aschkin gedreht wurde. Doch natürlich wäre das nicht spektakulär gewesen, wenn nicht der unvergleichliche Messerwerfer Rikos seine „Werkzeuge“ an die Scheibe geworfen hätte. Ein Raunen ging durch die Menge, das Publikum hielt den Atem an, die Erleichterung, als Midini wieder wohlbehalten in die Mitte trat, war deutlich zu spüren. Sie kündigte den wagemutigen Landiel an. Als dieser jedoch nicht erscheint wirkt sie, nur für einen ganz kurzen Moment, irritiert, ehe ihr einzufallen schien, dass sich ein Gast eine Geschichte gewünscht hatte. (Nein, ICH war es ausnahmsweise nicht!) So erschien Silda, die Meisterillusionistin und zeigte, mit Varggroßen Erscheinungen, „das Leben der Afalia“. Mich interessierte das sehr, so fühlte ich mich auch ein wenig gestört, als sich einige Matrosen erhoben und schnellen Schrittes das Zelt verließen. Ebenso auf das Getuschel, welches von hinter dem Vorhang, an mein Ohr drang, hätte ich nicht gebraucht. Und als wäre das nicht schon unruhig genug, sehe ich aus den Augenwinkeln, dass Kesha den Matrosen hinterher schleicht. Haben denn hier alle keine Manieren mehr??? Endlich wurde es wieder ruhiger und ich konnte weiter die wundervollen Illustrationen genießen. Leider sollte das nicht von langer Dauer sein, denn kurze Zeit später erklang das aufeinander schlagen von Klingen. Bao und Elja stürmten sofort los. Ich kommentierte das ganze mit einem tiefen Seufzer, blieb erst einmal auf der Bank sitzen, hoffte ich doch, dass es sich nur um eine Übung der Künstler handelt. Nachdem sich das Zelt jedoch immer weiter leerte, ging auch ich nachsehen, was es denn eben zu sehen gab. Doch als Zwerg in der letzten Reihe gibt es da nicht immer viel zu sehen. Und da kam mir eine, wie ich finde, wirklich wunderbare Idee…

Zwerg auf eigener Mission

Da sowohl Publikum, als auch Künstler und Bewohner abgelenkt waren, nutzte ich die Gelegenheit, mich zum Monsterzelt zu schleichen. Glücklicherweise habe ich ein gutes Sprachverständnis, so dass es mir gelang mich – durch Hände und Füße – mit dem Naga zu verständigen. Ich befreite dieses Wesen, welches mir einfach keine Ruhe gelassen hatte aus dem Käfig und bedeutete ihm mir zu folgen. Von unauffällig kann ich vermutlich nicht unbedingt sprechen, bei seiner äußerst stattlichen Größe. Ich konnte nur hoffen, dass nicht zufällig jemand in unsere Richtung blickt! Ich verfrachtete das Geschöpf in eines der Beiboote der Afali und zeigte ihm, dass es sich verstecken solle, bis ich oder einer meiner Freunde, ihn holen würde. – Da wir uns hier mitten auf offener See befinden, wäre es wohl sein Verderben alleine los zu rudern.

Der Naga ist befreit, aber noch lange nicht in Sicherheit. Ich musste meine Kameraden zu verstehen geben, dass wir unseren Weg nach Eoria schnell fortsetzen sollten! Erst einmal musste ich aber – ungesehen – zum Zirkuszelt zurück. Die Götter waren mit mir und ich schaffte es wieder hinter die Gruppe der Schaulustigen zu kommen. Von dort erhob ich dann meine Stimme: „Nun, lasst mich doch endlich mal durch!“ „Was ist denn da vorne los?“ „Meine Kameraden brauchen meine Hilfe, Platz da!“ und schubste den einen oder anderen Gast, das Gezeter ignorierend, zur Seite. Endlich bei der Blauen Koralle angekommen, von der offenbar die Kampfgeräuschen gekommen waren, erblickte ich, wie meine Freunde einer alten, ihm irgendwie bekannt erscheinenden älteren Dame, folgen. In diesem Moment nahm Elja mich wahr und winkte mich heran. Ich weiß nicht was genau sie auf den Kopf bekommen hat, doch sie sagte, wir seien nun ihr Gefolge! Da nur so die Möglichkeit bestehen würde, dass wir alle auf das Schiff der Dame dürften. Nicht ahnend auf was ich mich da (jetzt schon wieder) eingelassen hatte, folgte ich der Prozession.

Fortsetzung folgt…

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