Dieses Lager hat es in sich! [Rezension – Jugendthriller]

~°~ Das Buch ~°~

Andy Briggs

Inventory

Tresor der gefährlichen Erfindungen

264 Seiten

Arena [19.06.2017]

ISBN 9783401603636

~°~ Klappentext ~°~

Devs Leben war bisher eigentlich ziemlich langweilig. Zwar lagern in dem gigantischen Tresor unter der Farm, auf der er mit seinem Onkel lebt, die so ziemlich coolsten Erfindungen der Welt. Aber Dev darf niemandem vom Inventory erzählen. Da tauchen eines Tages zwei Schulkameraden auf und wenig später steht die Farm unter Beschuss. Dev, Mason und Lot fliehen ins Inventory. Mit HoverBoards, Atomisierern und anderer High-Tech ausgerüstet, bleibt den dreien nur wenig Zeit, die Verbrecher zu enttarnen und die mächtige Kriegswaffe namens Eisenfaust zu finden. Schon bald kämpfen sie um ihr Überleben. Denn sie sind die Einzigen, die verhindern können, dass die gefährlichen Erfindungen in die falschen Hände geraten.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Schon alleine das tolle Cover verleitet einfach dazu, dass Buch in die Hand zu nehmen. Eine blaue Faust mit Platinen, welche im Licht glänzt. Es handelt sich um die „Eisenfaust“, eine mächtige Kriegswaffe, um die es sich in der Geschichte zum großen Teil dreht. Das metallisch wirkende Blau ist einfach super schön – und ich kann gar nicht aufhören, mit dem Buch „umherzuwackeln“. 😉

Ein Junge, den seine Mitschüler für einen Freak halten, muss plötzlich ihr Leben retten. Alles nur, weil sein Onkel ihm so einiges nicht erzählt hat. Erst stehen merkwürdige Leute vor der Farm und plötzlich beginnt eine Jagd aus Leben und Tod. Doch dann tauchen noch andere Gestalten auf, die verlangen dass Dev ihnen die Eisenfaust besorgt. Immerhin sind sie die Guten – oder vielleicht doch nicht? Und wo ist überhaupt Devs Onkel abgeblieben? Stecken seine Klassenkameraden hinter alledem? Während dem Jungen nicht nur tausend Fragen durch den Kopf schwirren, sondern er auch noch um sein Leben fürchtet, stößt Dev auf eine Wahrheit die er nie für möglich gehalten hätte …

Der packende Schreibstil gefällt mir richtig gut. Es war schon teilweise fast so, als würde ich einen Thriller für Erwachsene lesen, nur eben ohne schwierige Wörter. Viele technische Errungenschaften, die fast aus der Zukunft stammen können, tauchen auf. Hierbei werden oft auch physikalische Zusammenhänge einfach erklärt. Schön ist natürlich auch, dass der Leser hier kein technisches Vorwissen oder ähnliches benötigt, um den Inhalt zu verstehen.

Das empfohlene Lesealter liegt bei 10 – 12 Jahren. Dieses finde ich durchaus angemessen. In diesem Alter können sich die jungen Leser am besten in die Protagonisten hineinversetzen. – Spannend ist die Geschichte aber auch für „Ältere“. 😉

~°~ Fazit ~°~

Für alle die ein spannendes und wohl auch etwas anderes Abenteuer erleben möchten. Ich freue mich bereits auf den Folgeband.

~ Reihe ~

[Band 2 folgt im Frühjahr 2018]

Tresor der gefährlichen Erfindungen [Band 1]

Dshinntastisch [Rezension – Jugendfantasyroman]

~°~ Das Buch ~°~

Corinna Wieja

Simsaladshinn

Das Mädchen aus der gelben Tasche

Magellan [18.01.2017]

ISBN  9783734840500

~°~ Klappentext ~°~

So hat sich Flaschengeistmädchen Diamandarazade, genannt Amanda, ihren 77-wöchigen „Menschenlehrdienst“ nun wirklich nicht vorgestellt! Statt die Zeit bequem und unentdeckt in einer alten, hässlichen, gelben Tasche abzusitzen, landet sie ausgerechnet in den Diensten von Oberlangweiler Jonas. Um ihren entführten Lehrmeister Muffid zu retten, schlägt Amanda Jonas einen Deal vor: Für jeden erfüllten Wunsch verlangt sie einen Gegenwunsch von ihm! Blöd nur, dass Amanda durch ein Versehen all ihre Magie verliert und Jonas ein richtiger Angsthase ist. Denn die Zeit läuft ihnen langsam davon …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Cover ist schön bunt und zeigt, neben Diamandarazade, auch jede Menge Dinge die in der Geschichte eine Rolle spielen. Jedes auf seine Weise.

Bevor man dieses Buch liest, sollte man sich als erstes von seinen Klischees verabschieden. Das Dshinns nur dazu da sind, um den Menschen Wünsche zu erfüllen und in einer schmierigen dunklen Öllampe leben, ist lange her. „Simsaladschinn“ baut auf diese bekannte Geschichte auf, denn die Dhinns der Neuzeit huldigen dem „Urdschinn“ noch heute, indem sie für 77 Wochen auf die Erde kommen, um einem Menschen dessen Wünsch zu erfüllen. In welchem Gefäß sie ihre Zeit verbringen können sie sich allerdings selbst aussuchen. Warum denn nicht eine helle Knoblauchensaucenflasche?

Jetzt ist Diamandarazade, kurz Amanda, dran ihren „Menschedienst“ zu verrichten. Doch die junge Prinzessin kann sich viel Besseres vorstellen. Alles Flehen und Betteln hilft nichts, ihr Vater ist streng und schickt seine Tochter auf die Erde. Aber Amanda ist alles andere als auf den Kopf gefallen. Die junge Dshinn trickst ihren Vater aus und landet zwar auf der Erde, aber … An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten. Es sei jedoch verraten, dass Amandas anfangs geplanter ruhiger Aufenthalt sich schnell in ein riesiges Abenteuer voller Spannung und Gefahr verwandelt. Doch auch  Freundschaft spielt eine große Rolle, die Amanda sogar ihre Vorurteile vergessen wird.

Der Schreibstil ist sehr angenhem, locker und spannend. Immer wieder wird in „Dschinn“ geschrieben, so z.B. „Dschinnehrenwort“. Teilweise fand ich es schon ein wenig ZU viel. Immerhin gibt es keine schwierigen Wörter, so dass junge Leser im Alter von 9-11 Jahren hier nicht in ihrem Lesefluss gestört werden.

~°~ Fazit ~°~

Eine zauberhaft spannende Geschichte für alle die Dshinns einmal aus einer ganz anderen Sicht kennenlernen möchten.

~ Reihe ~

Die Jagd nach dem Wunschgutstein [Band 2] ab 13.07.2017

Das Mädchen aus der gelben Tasche [Band 1]

 

Wie ein falscher Klick Leben verändert [Rezension – Jugendroman]

~°~ Das Buch ~°~

Anna Pfeffer

Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte

272 Seiten

Cbj [20.03.2017]

ISBN 978-3-570-17406-7

Erhältlich als Gebunde Ausgabe und E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Flo hat viele schlagfertige Antworten parat, doch leider immer erst, wenn es zu spät ist. Ob in der Schule oder im Streit mit Moritz von nebenan: Im entscheidenden Moment fehlen ihr die Worte. Zum Glück sind ihre BFFs, Anouk und Julia, da ganz anders. Julia liebt das Drama und Anouk lieben alle. Anscheinend auch Ben, Flos Schwarm, denn Anouk hat ihn geküsst! Auf einer Kummerkastenwebsite schreibt Flo sich ihren Ärger von der Seele. Eine gepfefferte Mail über Verräter-Anouk, Moritz und die doofe Deutschlehrerin. Natürlich wird sie das nie abschicken. Doch ein falscher Klick – und die Mail ist raus. Plötzlich steht sie im Netz und ein Shitstorm bricht los. Der einzige Lichtblick ist, dass Ben Flo auf einmal beachtet …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Das Titelbild sieht mit seinen blau-weißen Streifen recht maritim aus. Mit dieser Optik führt es jedoch ebenso in die Irre, wie das Bild der sich putzenden Maus. Das Tierchen passt zwar hervorragend zum Titel, doch geht es in der Geschichte nicht um sie, sondern um eine Computermaus. Hier wäre daher ein anderes Motiv passender gewesen.

~ Geschichte ~

Flo ist 13 Jahre alt und hat viel Spaß mit ihren besten Freundinnen Julia und Anouk. Zusammen haben die Drei vor allen Dingen ein Thema: Jungs.

Während die schlagfertige Julia immer wieder passende Kommentare von sich gibt und Anouk sowieso einfach nur perfekt ist, leidet Flo an „Flolitis“. Sie bekommt ständig einen roten Kopf, sei es nun, weil sie vor der Klasse sprechen muss oder weil ihr irgendwas total Peinliches passiert. Noch schlimmer als der rote Kopf, ist jedoch ihre nicht vorhandene Schlagfertigkeit. Kommentare auf blöde Sprüche fallen dem Teeni erst dann ein, wenn es längst zu spät ist.

Als dann eines Tages herauskommt das Anouk ausgerechnet ihren Schwarm geküsst hat, auf den sie schon seit der fünften Klasse steht, fällt Flo auf einmal jede Menge ein. Ihren ganzen Frust lässt sie in einer E-Mail aus. Unterstützt wird sie dabei von Julia. So gut es auch tut, endlich alles rauszulassen, abschicken wollen die Mädchen die E-Mail nicht. Doch dann steht da auf einmal: „Vielen Dank. Deine E-Mail wurde gesendet.“ Nicht nur der Schock ist groß, sondern auch das was Flo nun in den nächsten Wochen durchmachen muss.

~ Schreibstil ~

Mir gefällt der flüssige Schreibstil, besonders da Flo immer wieder witzige Anmerkungen macht, bei denen man einfach schmunzeln MUSS. Allerdings sollte sich der Leser bewusst sein, dass die Geschichte direkt von Flo erzählt wird. Wer also mit Büchern in der „Ich-Perspektive“ nichts anfangen kann, für den ist es wohl eher nichts.

Doch ein wenig auffällig sind die Fußnoten, die sich oft auf schwierige Wörter (aus dem Text) beziehen. Da diese Begriffe von dem Mädchen selbst erklärt werden, hätten das einfach mit in den Text fließen können.

~ Empfohlenes Lesealter ab 11 Jahren ~

Die Protagonistin in 13 Jahre alt und durchläuft ziemlich viele Gefühlsstufen, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Hier können sich junge Leser(innen) wohl wunderbar in Flo hineinversetzen, was die Spannung erhält. Der Altersempfehlung kann ich daher zustimmen.

~°~ Fazit ~°~

Dadurch dass die Geschichte direkt von Flo selbst erzählt wird, wirkt sie authentisch. Insbesondere was die Gefühle angeht. So erinnern sich nicht mehr viele daran, wie sehr sie gelitten haben, als der Schwarm eine andere geküsst hat. Flo leidet mit allem was ein Teeniherz auszuhalten hat: Freude, Liebe und jeder Menge Herzschmerz.

Ein schönes Buch, das sehr gefühlslastig ist ohne dabei kitschig zu sein. Eine Geschichte die zeigt, dass es immer einen Weg gibt und alles was heute wie der Weltuntergang scheint, morgen schon Schnee von gestern ist. Und vor allen Dingen eine Geschichte die zeigt wie schnell Mobbing entstehen kann. Ein schwieriges Thema gut umgesetzt.

Kacke, Katze, Korruption

~°~ Das Buch ~°~

Ronda Rasmus

Wolles Hundehotel

184 Seiten

Books on Demand [07.04.2017]

9783743191167

~°~ Klappentext ~°~

Mischlingshund Wolle führt seit fünf Jahren ein Hundehotel direkt am Strand von Wangerooge. Seine Angestellten sind wie eine Familie für ihn. Doch die Idylle wird eines Tages jäh zerstört, durch das Auffinden eines Kothaufens vor dem Frühstücksbuffet. Wer steckt dahinter? Weitere gemeine Anschläge folgen. Wolles Lebenstraum und der gute Ruf seines Hauses stehen auf dem Spiel. Wird es Wolle gelingen, zusammen mit seinen Freunden die Täter zu überführen? Ein rasanter tierischer Krimi, in dem es nicht zuletzt um Mut und die Bedeutung von Freundschaft geht.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover / Zeichnungen ~

Das Cover ist eine Zeichnung, Zu sehen sind, neben dem Hundehotel und dem Meer, die Protagonisten. Direkt im Vordergrund ist Wolle zu sehen, der Rüde, dem das Hundehotel gehört.

Im Buch selbst gibt es ebenfalls einige, wenn auch sehr wenige, Zeichnungen. Sie sind leider nicht ganz so schön wie das Bild auf dem Titel, sie sehen aus, als wären sie von einem Grundschuldkind gemalt.

~ Geschichte ~

Wolle ist mit Leib und Seele Hotelbesitzer. In seinem Hundehotel fühlen sich nicht nur die Gäste, sondern auch seine Angestellten sehr wohl. Doch dann findet eine der Angestellten einen Kothaufen vor dem Buffet. Wie sich bald herausstellt kein Einzelfall. Während Wolle versucht heraus zu bekommen, wer dahinter steckt, taucht im Restaurant plötzlich etwas ganz anderes – und viel Gefährlicheres auf …

Als Nebenhandlung gibt es noch Liebesgeschichten und Freundschaften, aber alle Fäden laufen bei Wolle und seinem Hundehotel zusammen.

Die Protagonisten sind hier mal keine Menschen, sondern Tiere. Allen voran Hunde, doch andere Tiere belegen tragende Rollen. Sowohl Wolle, als auch andere Bewohner und Besucher, sind „vermenschlicht“ dargestellt. Sie laufen auf zwei Pfoten, tragen Kleidung, … und haben auch die gleichen Charakterzüge wie der Mensch.

~ Schreibstil ~

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Die Geschichte lässt sich schnell und flüssig lesen. Rechtschreibfehler sind mir keine aufgefallen, aber zumindest ein falsches Wort (für mein Verständnis = außer Hörweite, statt außer Sichtweite.).

~ Empfohlenes Lesealter ~

Ausgezeichnet ist das Buch mit einem empfohlenen Lesealter von 8 – 12 Jahren. Dieses kann ich leider nicht bestätigen. Die Geschichte beginnt bereits mit einer volltrunkenen Kegelgruppe und im Verlaufe des Buches gibt es immer wieder Alkohol, Kraftausdrücke und (angedeutete) Erwachsenenthemen (Sex). Ab 12 Jahren vielleicht, aber bitte nicht schon für 8jährige.

~°~ Fazit ~°~

Mir hat „Wolles Hundehotel“ sehr gut gefallen, da es einfach mal etwas anders ist, ein „Erwachsenenproblem“ mit Tierdarstellern zu erleben. Die Geschichte hat Humor und teils überraschende Wendungen, so dass es spannend blieb. Für Kinder kann ich dieses Buch nicht empfehlen, für Jugendliche und Erwachsene dagegen schon.

Unfreiwillige Abenteurer gesucht! [Rezension]

„Sich die Hand abschlagen zu lassen macht weniger Spaß, als man annehmen würde. –

Zitat eines Mannes, dem die Hand abgeschlagen wurde und der dabei feststellte, dass es weniger Spaß macht, als er angenommen hatte.“

 

~°~ Das Buch ~°~

Wade Albert White

Saint Lupin’s Academy

Zutritt nur für echte Abenteurer!

Planet! [16.02.2017]

 

~°~ Klappentext ~°~

In Drachenfeuerbällen durch die Gegend fliegen und sprechende Vögel als Navigationsgerät benutzen – das steht auf Annes Stundenplan, seit sie Schülerin an einer der berühmt-berüchtigten Abenteuerakademien ist. Eigentlich total cool … wenn da nicht plötzlich dieses klitzekleine Problem wäre: Zusammen mit ihrer besten Freundin Penelope, dem jungen Zauberer Hiro und dem magischen Handbuch für Abenteurer muss Anne eine tödliche Prophezeiung innerhalb von nur drei Tagen (!) lösen, das Schicksal der Akadamie, ja, sogar das der ganzen Welt hängt davon ab. Um ihr neu gewonnenes Zuhause nicht zu verlieren, müssen Anne und ihre Freunde Sandwölfe und Zombiehaie bezwingen, ohne zu ahnen, dass der schlimmste Gegenspieler noch auf sie wartet!

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Schon das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Drei Abenteurer stehen auf einem Fels, ein Drache über und ein Hai unter ihnen. Diese Gestaltung verspricht einfach schon Abenteuer pur und ist damit sehr passend zum Thema der Geschichte.

~ Geschichte ~

Anne und ihre beste Freundin Penelope leben im Waisenhaus Saint Lupin. Dort haben sie alles andere als ein gutes Leben, denn die Heimleiterin beutet die Kinder förmlich aus. So müssen sie in Kohlebergwerken schuften bis zum Umfallen und werden für die kleines Unaufmerksamkeit hart bestraft. Kind sein darf hier niemand. Daher fiebern alle Ihrem 13. Geburtstag entgegen, denn dann dürfen sie die Insel verlassen und eine der vielen Abenteuerakademien untergebracht. Blöd nur, dass Anne keine Fahrkarte in die Freiheit bekommt. Die Oberin hat offenbar andere Pläne … und ehe das Mädchen sich versieht, steckt sie mitten in einem Abenteuer, welches bei, Scheitern auch gleich für die Zerstörung der Welt sorgt!

Diese Geschichte gehört definitiv in den Bereich Fantasy, denn es kommen viele fantastische  Gestalten vor wie z.B. Drachen, Zombiehaie, belebte Rüstungen und auch eine Menge Magie. Dennoch ist „Zutritt nur für echte Abenteurer“ so authentisch geschrieben, dass sich die Kleinen (und großen) Abenteuer sehr gut hinein versetzen können. Sehr spannend und eine schöne Mischung aus Abenteuer und Rätsel.

Eine sehr schöne Idee ist das „Ultimative Handbuch für Abenteurer“. Dieses Buch wechselt seinen Inhalt immer entsprechend zur Situation. (Wer wünscht sich nicht so ein Buch!? ;))

~ Schreibstil ~

Die Geschichte ist Jugendgerecht geschrieben. Der Schreibstil ist locker und alles lässt sich flüssig lesen. Wenn es die Situation erfordert, ist z.B. ein Wesen oder auch eine Umgebung detaillierter umschrieben. So hat der Leser förmlich ein Bild vor Augen. Sehr schön gemacht.

~ Altersempfehlung ~

Der Verlag empfiehlt hier ein Lesealter von 10 – 12 Jahren. Das finde ich angemessen, da in diesem Alter alles erfasst werden kann. Für jüngere Kinder passiert vermutlich einfach zu viel, um das Gelesene noch richtig aufzunehmen.

~°~ Fazit ~°~

Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre – zumindest vom Alter betrachtet – hat mir diese Abenteuer sehr viel Spaß gemacht. Die Rätsel waren nicht so leicht, wie ich anfangs vermutet hatte und brachten sogar mich ins Grübeln. Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich konnte sie fast gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

 

~ Reihe ~

Folgt [Teil 2]

Zutritt nur für echte Abenteurer [Teil 1]

Potzblitz! Was für eine elefantöse Geschichte! [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Lucy Astner / Lisa Hänsch

Polly Schlottermotz

Ein Rüssel kommt selten allein

224 Seiten / 7360 KB

Planet! [17.01.2017]

ISBN 978-3522505215

Als E-Book / Gebundene Ausgabe / Hörbuch

~°~ Klappentext ~°~

Potzblitz! Als Polly mit einem schrecklichen Schwindelgefühl aufwacht, ahnt sie es schon: Sie hat einen neuen Eckzahn bekommen! Dass auch dieser Zahn Zauberkräfte hat, stellt Polly schnell fest – denn aus Versehen verwandelt sie ihren Papa in einen Elefanten … Doch das ist nicht ihr einziges elefantöses Problem: Adlerauges große Liebe, die Elefantendame Roberta, droht nach Afrika verschifft zu werden! Pollys sprechender Fledermäuserich ist völlig verzweifelt. Klar, dass Polly sich gemeinsam mit ihrem Freund Paul sofort aufmacht, um Roberta zu retten! Zum Glück ist auf Tante Winnies Hausboot noch Platz. Und wer sucht schon in einer finnischen Sauna nach einem Dickhäuter?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

polly2Das Cover ist leider sehr mädchenhaft gestaltet. Auch wenn es schön aussieht und sich das Buch vermutlich vornehmlich an Mädchen richtet (Immerhin ist Polly ja die Hauptakteurin in dem Roman), wäre mir persönlich ein neutrales Cover lieber. Unisex sozusagen.

In jedem Fall ist das Bild jedoch passend zum Inhalt und sehr liebevoll gestaltet.

~ Inhalt ~

Polly ist alles andere als ein gewöhnliches Mädchen: Polly Schlottermotz ist Vampirin! Nicht nur irgendeine, sondern eine richtig starke. Statt Blut zu saugen trinkt sie jedoch Blutorangensaft. – Und wehe, wenn sie den nicht rechtzeitig bekomm! – Außerdem hat das Mädchen einen Zauberzahn. Als der zweite eines Morgens da ist, nimmt das Chaos seinen Lauf, denn blöderweise weiß ein Vampir nicht, welche Kraft die Zähne haben …

Mit ihrer Klasse begibt sich Polly in den Zoo, als die Elefantendame verrücktspielt, der Fledermäuserich voller Gefühlsduselei verwirrt ist, ein unbekannter Polly verfolgt, ihr (feiger) Vater beschließt plötzlich Heldentaten zu vollbringen und eine Vertretungslehrerin auftaucht, die den Kindern Angst einjagt.

Auch wenn die Geschichte nur eine (Grund-)Handlung hat, so gibt es hier an sich viele kleine Geschichte, deren Fäden am Ende zu einem großen Ganzen zusammenlaufen. Es gab keine Seite, die langweilig war. – Ganz im Gegenteil! Ich konnte es gar nicht erwarten zu lesen, wie es weiter geht!

Was mir sehr gut gefallen hat ist z.B. das den Kindern direkt aufgefallen ist, das ein Elefant viel Platz zum Auslauf braucht. – Etwas Widersprüchlich war dann hierzu der Zoobesuch und die Aussage dass ein Besuch im Zoo „etwas sehr, sehr Wunderbares“ sei. (Einerseits befürworten das Elefanten viel Platz und Auslauf brauchen, dann aber eingesperrte Tiere ansehen und auf ihnen reiten. Passt meiner Meinung einfach nicht zusammen.)  Auch etwas makaber sind wohl die Namen von Polly Ponys. Die beiden heißen nämlich „Gulasch“ und „Suppe“ …

Ein kleines Manko sind die Rückblicke. Öfter reden die Protagonisten über etwas, dass im ersten Band passiert ist. Ich selbst kenne den vorangegangenen Teil (leider) nicht, so dass es schwer nachvollziehbar war, wovon denn überhaupt geredet wird. Hier hätte ich mir etwas mehr „Hintergrund-Rückblick-Info“ gewünscht.polly2

~ Schreibstil ~

Der Schreibstil ist flüssig und  leicht zu lesen. Wörter die Polly nicht kennt, lässt sie sich innerhalb der Geschichte erklären, so dass der junge Leser hier nebenher noch etwas lernt – und der Lesefluss nicht durch ein  Naschschlagen im Lexikon o.ä. unterbrochen wird. Die Geschichte ist spannend gestaltet, so dass ich sie innerhalb weniger Stunden durchgelesen habe.

~ Altersempfehlung ~

Der Verlag gibt als Empfehlung ein Lesealter von 8 – 10 Jahren an. Ich finde das durchaus angemessen, sowohl von der Schreibart, als auch vom Inhalt. (Wobei ich das Buch als Ü30 ja auch gut finde, es dürfen also auch ältere „Kinder“ lesen und Gefallen daran finden. ;))

~°~ Fazit ~°~

Bis auf die makabreren Namen der Ponys, die Rückblicke und den Widerspruch zwischen Tierliebe und Zoobesuch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. „Ein Rüssel kommt selten allein“ bietet einen schönen frischen Schreibstil, jede Menge Spannung und eine große Portion Humor.

~ Reihe ~

Ein Rüssel kommt selten allein [Band 2]

Polly Schlottermotz [Band 1]

Chaos Pur [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Stephanie Gessner

Lil April

Eine Katastrophe jagt die nächste

Magellan [18.01.2017]

304 Seiten [HC]

ISBN 9783734847110

~°~ Klappentext ~°~

An Lils chaotischem Familienleben hat sich nichts geändert: Der Vater lebt in England, die Geschwister nerven und zu allem Überfluss macht auch noch ihr Freund Dennis mit Lil Schluss! Aber nicht genug: Richtig Ärger gibt es, als an der Schulmauer plötzlich ein Graffiti prangt. Lil wird zur Hauptverdächtigen. Dabei kann sie sich nicht erklären, wie ihre Zeichnung an der Schulmauer landen konnte! Wer steckt wirklich dahinter?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Lil April 2Was mir direkt aufgefallen ist, ist die fühlbare Schrift. Ich liebe es, wenn ich ein Cover nicht nur sehen, sondern auch fühlen kann! Die Motive sind „okay“, allerdings irgendwie nicht wirklich plastisch. Hier hätte viel mit einem Schatten o.ä. herausgeholt werden können.

Sehr ansprechend finde ich die „Auskleidung“ im Inneren des Buches, denn sowohl in der Vorder-, als auch der Rückseite sind viele schöne, wenn auch recht „mädchenhafte“ Motive zu sehen. Zwei davon befinden sich dann immer am Anfang eines Kapitels. (Leider wiederholen sich diese jedoch.) Der erste Satz des Kapitels ist immer gleichzeitig die Überschrift. Am Anfang fand ich dieses etwas verwirrend, kam dann aber mit diesem Wissen relativ schnell klar.

Lil ist eine begnadete Hobby-Künstlerin. Sie zeichnet eigentlich jeden Tag, so entwirft sie auch Mode. Als die große Chance kommt bei einem Kunstwettbewerb die Teilnahme an einem Workshop zu gewinnen, sendet sie ihr Bild ein. – Gegen die Erlaubnis ihrer Eltern. Blöd nur, wenn man dann auch noch gewinnt …

Doch während Lil noch alles versucht, um irgendwie nach Berlin zu fahren, kommt bereits die nächste Herausforderung: Das Bild, welches sie für Ihren großen Bruder gemalt hat, damit dieser im Kunstunterricht nicht durchfällt, prangt plötzlich an der Schulmauer. Riesengroß und für alle sichtbar. Nicht nur das Mädchen ist geschockt. Warum hat ihr Bruder das getan oder war es vielleicht gar nicht? Aber wer will dann, dass sie mächtigen Ärger bekommt und vor allem warum?

Lils Leben artet in Chaos aus, denn neben dem Graffiti und dem Wettbewerb kommt noch eine große Portion Liebeskummer dazu …

In diesem Roman jagt ein Ereignis – oder um es mit dem Buchtitel zu sagen – eine Katastrophe jagt die nächste. Dadurch wird es kein einziges Mal langweilig. Die sich zutragenden Ereignisse sind alles verständlich und könnten genauso passieren, was der Geschichte einen zusätzlichen Reiz gibt.

Mila macht hier etwas, obwohl ihre Eltern es verboten haben und diese bleiben auch konsequent, was ich wirklich sehr gut finde. Generell finde ich die Erziehungsmethoden der beiden sehr gut, da sie ihren Kindern klare Ansagen machen und somit Halt bieten. Wie in jeder Familie gibt es auch hier zwischen den Geschwistern an und Meinungsverschiedenheiten. Ich finde es sehr schön, dass die Autorin hier nicht versucht eine „komplett heile Welt“ darzustellen. Im Gegenteil hat sogar jeder seine ganz eigenen kleinen oder auch großen Probleme. Das macht die Protagonisten menschlich und auch liebenswert. Es gab hier keinen Charakter den ich nicht mochte.Lil April 2

Was die Handlung – und letztlich die Auflösung des größten Rätsels – angeht, so fand ich die Lösung leider bereits sehr schnell (etwa nach ¼ des Buches), was natürlich etwas schade war, da die Spannung darunter etwas litt. Die Lösung welche die Kinder am Ende gemeinsam finden hat mich dann etwas überrascht, ist aber in jedem Fall eine gute Idee. (Damit es spannend bleibt, verrate ich diese natürlich nicht. ;))

Bei „Eine Katastrophe jagt die nächste“ handelt es sich bereits um Band zwei. Da ich den ersten Teil der Reihe nicht kenne, kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass es nicht nötig ist den Vorgänger zu kennen.

Der Schreibstil ist sehr gut. Alles lässt sich flüssig lesen und bedarf keiner weiteren Erklärungen. Sollte es doch mal ein Wort geben, welches das Kind nicht kennen könnte, erklären die Protagonisten dieses einfach selbst. (Viel besser als irgendwelche Fußnoten!)

Als empfohlenes Lesealter gibt der Verlag hier 11-13 Jahre an. Ich finde das passend, da sich die junge Leserin bzw. der junge Leser so ganz gut mit Lil identifizieren kann.

~°~ Fazit ~°~

Eine sehr schöne und aufregende Geschichte, bei der (nicht nur der junge) Leser mitfiebern kann. Zu den vielen Ereignissen gibt es Lösungen, welche teils überraschen. Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben, ebenso wie die ganze Geschichte ans sich. Bis auf das ich den „Täter“ bereits nach kurzer Zeit überführt hatte, hat mir „Lil April 2“ wirklich gut gefallen.

Lil April

~ Reihe ~

Eine Katastrophe jagt die nächste [Band 2]

Mein Leben und andere Missgeschicke [Band 1]