Wenn Lügen dein Leben bestimmen [Rezension – Jugendroman]

~°~ Das Buch ~°~

Christina Michels

Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte

304 Seiten

Magellan

ISBN 9783734856037

~°~ Klappentext ~°~

Was wahr ist, wird man wohl noch sagen dürfen – nach diesem Motto lebt Rinnie und schafft sich damit nicht nur Freunde. Doch jetzt ertappt sie sich dabei, wie sie den Leuten eine Lüge nach der anderen auftischt. Allen voran Christian, der ihretwegen im Krankenhaus liegt und vielleicht nie wieder gesund wird. Aber wie soll sie ihm die Wahrheit sagen, wenn das bedeuten würde, ihn für immer zu verlieren?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Mir gefällt der Einband wirklich gut, denn er fühlt sich nach Stoff an. Schön warm und griffig. Das zuckersüße Motiv mit kleinem Törtchen passt sehr schön zum Inhalt.

Die junge Rinnie führt ein ganz normales Teenagerleben. Zumindest bis sie eines Tages mal wieder ihre beste Freundin aufheitern muss. Kurzerhand schnappt sich Rinnie eine Plane, auf der sie eine gepfefferte Botschaft schreibt. Doch dann taucht auf einmal ein Reiter auf. Die Plane flattert, das Pferd scheut und der Junge fällt vom Pferd, mitten auf einem Stein. Während Rinnie völlig außer sich und gar nicht so recht weiß was sie machen soll, ist ihre Freundin spurlos verschwunden. Später erfährt der Teenanger, dass der Reiter im Krankenhaus liegt und vermutlich nie wieder laufen kann. Rinnie gibt sich die Schuld – und versucht alles, geheim zu halten, dass ihre Plane der Auslöser für den Unfall war. Dabei verstrickt sie sich immer mehr in Lügen, welche schon bald ihren Alltag bestimmen. Zu allem Überfluss verliebt Rinnie sich auch noch …

Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich konnte gar nicht anders, als mich immer wieder zu fragen, ob ich anders gehandelt hätte. Das empfohlene Lesealter liegt bei 14 – 17 Jahren. Das finde ich durchaus angemessen, denn in diesem Alter können sich die LeserInnen am besten mit Rinnie identifizieren.

Ein schöner locker-flockiger Schreibstil im Jugendjargon. Die Geschichte ist gut zu verstehen und hat einen sehr hohen Lerngehalt.

~°~ Fazit ~°~

„Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte“ ist nicht nur ein spannender Roman, sondern eine gute Möglichkeit sich mit sich selbst –  und seiner Ehrlichkeit – auseinanderzusetzen.

Lüge der Freiheit [Zitat zum Sonntag]

„Wie das Vieh,

das in Gefangenschaft geboren wurde,

nicht verstehen kann, was Freiheit bedeutet,

so kann auch die Menschheit,

die in der Lüge geboren wird,

nicht erkennen was Wahrheit ist.“

[Matthias Lubos]

Ich habe einen Plan! Sommerurlaub 2014 – Farbe bekennen. Ein Selbstversuch.

„Menschen, die Kaffee in Kapseln kaufen,
bezahlen für das Kilo Kaffee rund 80 Euro.
Kein Wunder, dass nicht hier,
sondern im Weltraum nach intelligentem Leben gesucht wird.“

 

Ein bisschen was schuldete ich euch aus meinem Urlab ja noch an Berichten. Da wäre z.B. der Punkt:

Farbe bekennen„.

Vielleicht dachte sich der ein oder andere ja schon, besonders wer meine Fotos kennt, dass es sich auf’s Haare färben bezog!? 😉

Erst wollte ich ja zu einem kräftigen „Pflaume“ greifen, aber in anbetracht der Tatsache das ich ja noch Vorstellungsgespräche für einen Praktikumsplatz führen muss, habe ich es dann doch lieber gelassen. Ich muss meine pontentiellen Arbeitgeber ja nicht verwirren, bevor ich überhaupt angefangen habe. *g*

Gegriffen habe ich diesmal zu einem „Schwarzrot“. (In meinen Haaren wird sowie jede Farbe rot, warum auch immer…)

Vorm Urlaub hatte ich meinen Kollegen, besonders Einem, einen Praxistest versprochen, denn es kam die Frage auf ob dieses „Diamantserum“, welches die Hersteller versprechen, nur Werbestrategie ist oder tatsächlich eine Wirkung zeigt. Ich bot mich also, ganz mutig,  zum „Selbsttest“ an.

Das die Werbung eigentlich (fast) immer lügt wissen besonders kritische Verbraucher. Aber in wieweit kann der Hersteller wohl hier sein Versprechen halten? Das wollte ich genauer wissen und habe meine Haare zweigeteilt gefärbt:

Eine breite Strähne habe ich nur mit der Farbe behandelt, in der KEIN Diamantserum war.

Das Serum habe ich danach zugegeben und die restlichen Haare gefärbt. (Übrigens: Es empfiehlt sich vor dem Schütteln einen Deckel auf die Flasche zu stecken!!!) Die Einwirkzeit, das Auswaschen etc. war bei beidem gleich. Das Ergebnis – ÜBERRASCHUNG! – auch!

Um sicher zu gehen befragte ich auch andere Leute. Das Ergebnis war ernüchternd: KEINER sah auch nur annähernd einen Unterschied! – Na gut, damit gerechnet hatte ich sowieso nicht.

Diamantend funkelt  hier nur eines: Der Kontostand des Herstellers!!!

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Dummer Kunde! Etikettenschwindel 2014 – Goldener Windbeutel

Das man der Werbung nicht alles glauben darf, weiß inzwischen jedes Kind. – Zumindest die auf dem Land, denn die kennen keine lila Kühe auf der Wiese … – Dennoch setzt die Industrie alles daran uns, die Verbraucher, für dumm zu verkaufen. Ob Diamanten die das Haar zum Glänzen bringen sollen, Shampoo das angebich mehr Volumen ins Haar zaubert, Geschirrspülmittel bei denen man mit nur einem Tropfen das Porzellan eines ganzen Dorfes abwaschen kann, Wasser welches die Leistungsfähigkeit steigert, … Irgendwie scheint es würde man es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen.

„FoodWatsch“ hat es sich zur Aufgabe gemacht bei Lebens- und Genussmitteln einmal genauer hinzuschauen, denn auch wenn die Täuschungen gesetzlich sogar legal sind, der Verbraucher (Du und ich!) werden schlichtweg – entschuldigt – verarscht! So viel Dreistigkeit hat einen Preis verdient! FoodWatsch vergibt seit 2009 daher den „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge. Der Verbraucher selbst entscheidet WER den Preis bekommt. Damit soll der Lebensmittelindustrie aktiv gezeigt werden, das „wir“ gegen einen Etikettenschwindel sind. Sie sollen ehrlich werden. Die Etiketten und die Industrie!

Jetzt ist es wieder soweit: Bis zum 30. September darf abgestimmt werden!

FoodWatsch fragte bei mir an, ob ich bei der Wahl mit einem Blogeintrag helfen würde, um viele Leute zu erreichen. Aber klar doch! Für eine Sache von der ich überzeugt bin, bin ich doch immer dabei!

Die diesjährigen Kanidaten:

*Trommelwirbel*

WasserGlacéau Vitaminwater (CocaCola)

Coca-Cola peppt billiges Wasser mit Aromen, Farbstoffen und Vitaminzusätzen auf und vermarktet es wie Wunderprodukte, beispielsweise für das Immunsystem. Dabei sind die Vitaminzusätze überflüssig, wir sind in Deutschland ausreichend mit den meisten Vitaminen versorgt. Ein typisches Functional-Food-Produkt: Erfunden, um Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Eine 500ml-Flasche kostet etwa 1,80 Euro im Handel.

Knorr activ Hühnersuppe (Unliever)Hühnersuppe

Anders als der Name „Hühnersuppe“ es vermuten lässt: Die Knorr activ Hühnersuppe enthält kein Hühnerfleisch, sondern lediglich 1 Prozent billiges Hühnerfett. Die Werbeaussage „ohne geschmacks-verstärkende Zusatzstoffe“ ist ebenfalls ein Schwindel: Die Suppe enthält Hefeextrakt und damit auch geschmacksverstärkendes Glutamat.

ApfelsaftUnser Norden Bio Apfelsaft naturtrüb (Coop)

Obwohl Coop mit „unser Norden“ und „aus der Region – für die Region“ wirbt, stammen die verarb eiteten Äpfel nicht alle aus Norddeutschland. Der Saft trägt beim Bio- Siegel den kleinen Hinweis „EU-Landwirtschaft“, das Rohstoffe aus der gesamten EU erlaubt. Auf eine Nachfrage von foodwatch, welcher Anteil der Äpfel aus welchen Ländern importiert wird, wollte Coop keine Auskunft geben. Das Handelsunternehmen wirbt mit der Herkunft, die tatsächliche Herkunft der Äpfel offenlegen will es hingegen nicht.

Belvita Frühstückskeks (Mondelez)Frühstückskekse

Mondelez erweckt durch die Bezeichnung „Frühstückskeks“ und Aussagen wie „Energie für den ganzen Vormittag“ oder „mit 5 Cerealien aus dem vollen Korn“ den Eindruck, der Keks wäre ein empfehlenswertes Frühstück. In Wahrheit ist es eine Süßigkeit mit bis zu 27 Prozent Zucker. Von den „5 Cerealien aus dem vollen Korn“ sind zudem zwei nur zu 1,1Prozent enthalten (Dinkel, Roggen).

AleteAlete Trinkmahlzeit ab 10. Monat (Nestlé)

Seit Jahren warnen Kinderärzte und Wissenschaftler vor Trinkmahlzeiten für Ba bys, da diese zu Überfütterung führen und Karies fördern. Dennoch empfiehlt Nestlé die Produkte als „vollwertige“ Mahlzeit für Säuglinge ab dem 10. Monat. Damit nicht genug: Mit Aussagen wie „reich an Calcium & Vitamin D für gesundes Knochenwachstum“ verleiht Nestlé den Produkten sogar einen gesunden Anstrich. Das ist unverantwortlich!

Schon kurrios was manche Hersteller sich einfallen lassen, oder?

Abgestimmt habe ich natürlich auch gleich. 😉 Jetzt seit IHR dran. Welches Produkt hat den „Goldenen Windbeutel 2014“ verdient? Was regt euch so richtig auf? Wo fühlt ihr euch so richtig auf den Arm genommen? …

Hier gehts zur Abstimmung:

 https://www.foodwatch.org/de/informieren/goldener-windbeutel/abstimmung-2014

(Es müssen KEINE persönlichen Daten angegeben werden! Ein Klick genügt!)

GoldenerWindbeutel

Echtheitszertifikat

Das Wocheneden verbachte ich auswärts. Als ich zurück kam, war nichts mehr wie es vorher war. Oder eigentlich doch. Irgendwie. Körnchen, die vorher das Haus mit ihrem Mauzen erfüllte, hüllte sich in eisiges Schweigen und beschränkte sich darauf mich mit ihren großen grünen Augen anzufunkeln. Trotz eines vorhandenen Kartons lag Phex nicht in selbigem. Miguel kam früher von der Arbeit nach Hause, so dass wir uns mal wieder gesehen haben – (Erstaunlich wie selten man sich sieht, obwohl man unter einem Dach wohnt!) – um mir zu offenbaren das er ins Krankenhaus müsse und somit mindestens die nächste Nacht nicht daheim wäre. Körnchen schlief entgegen ihrer Gewohnheit nicht in meinem Bett.

OptischeTäuschungAuch der Morgen danach ging irgendwie merkwürdig weiter. Nach dem Aufstehen lief ich meinem Mitbewohner über den Weg. (Na gut, ich hatte meinen Wecker extra früher gestellt, um ihm Glück zu wünschen.) Als ich die Bushaltestelle erreichte war diese verweist. Weder Mensch noch Tier weit und breit. Autos fuhren nur sehr selten. (Hauptverkehrsstraße!) Die Sonn begann aufzusteigen. Ein wenig erinnerte es an einen entspannten Sonntagmorgen. Nach und nach (später als sonst) kamen andere Wartegäste hinzu. Doch von den „üblichen Kandidaten“ fehlte einer. Merkwürdig.
Wie ohnehin alles seit meiner Rückreise gestern. Alles wirkt surreal. Bin ich gestern in den richtigen Bus gestiegen? Bin ich wirklich da, wo ich hin wollte?

Während ich diesen Gedanken nachhing und meinen Kopf gegen das kühle Fenster presste stellte ich mir die Frage: „Ist das echt?“ und kam zu der nächsten Frage: „Was ist überhaupt noch echt?“.
Ich meine damit nicht (nur) Produktkopien, sondern auch die wichtigen Dinge, wie z.B. Gefühle, Entschuldigungen, Meinungen, …

Wer steht noch zu seinen Gefühlen? Beispiel: „Ich liebe dich!“ – „Ich liebe dich auch!“ — Gehen wir davon aus, dass die erste Person ihre Äußerung aus tiefsten Herzen macht und die Aussage somit der Wahrheit entspricht. Ist es bei der zweiten Person auch so? Oder erwidert sie es vielmehr, weil es erwartet wird? Lieben die beiden sich wirklich? Oder ist es vielmehr die Gewohnheit zusammen zu sein? Das Bedürfnis sagen zu können, dass man jemanden hat?

Wie steht es mit den Dingen die wir jeden Tag mehrfach von uns geben? „Bitte“, „Danke“, … Meinen wir das ehrlich? Oder sagen wir es vielmehr, weil es uns so anerzogen wurde? Eine Mutter, der man eine Packung Milch für ihr hungerndes Kind übergibt meint ihr „Danke“ sicher ehrlicher, als der Kunde, der im Supermarkt sein Wechselgeld zurück erhält.

Die Erziehung verbietet es uns auf diese Höflichkeitsfloskeln zu verzichten. Aber ist es wirklich höflicher etwas vorzugaukeln???

 

Grausame Welt

Tränen wie Bäche.
Enttäuschung.
Ein Blick in die Vergangenheit.
Schmerz.
Ertappt bei einer Lüge.
Verbitterung.
Tränen gefroren.
Eiszapfen die sich wie Dolche in mich bohren.
Dankbarkeit.
Danke dafür, dass du mich gelehrt hast,
diese Welt zu hassen …

[R. Pick, 09/2011]