Oregons liebste Nachbarn

Es gibt Dinge die sind für den menschlichen Verstand einfach nicht zu begreifen. Und es gibt Dinge die ein Tier noch viel weniger versteht, z.B. warum es operiert wird und danach nicht mehr das kann was in seiner Natur liegt: Bellen.

Ein Paar aus Oregon hält sich seit Jahren mehrere Tibetmastiffs, eine Hunderasse die u.a. für das Hüten von Schafen eingesetzt wird. Genau damit begründeten die Halter die Haltung von bis zu 11 Vierbeinern. All das wäre vermutlich kein Problem gewesen, hätten diese Hunde nicht das getan, was in ihrer Natur liegt: Bellen. Und würde es da nicht Nachbarn geben. Nachbarn, denen dieses Bellen viel zu laut ist.

Die gestörten Nachbarn haben sich das Gericht gewendet und Recht bekommen, denn vergleicht man die Lautstärke des Gebells ähnelt sie etwa dem einer Schießanlage. Das Paar wurde schon 2015 zu einer Geldstrafe verurteilt (Schadensersatz an die Nachbarn) und sollte dafür sorgen, dass die Hunde leiser sind. Dieser Aufforderung die Halter nicht nach und nun hat das Gericht ein Urteil gefällt, welches jedem Tierliebhaber Zornesröte und Entsetzen ins Gesicht treibt:

Die Hunde müssen nun „debarkt“ werden. Dabei werden operativ Teile der Stimmbänder entfernt. Dadurch soll das Bellen gedämpfter klingen und in diesem Fall damit auch weniger störend.

Ein Hoch auf das (amerikanische) Rechtssystem …

GIBT MIR EINEN HAMMER!!!

Wir sind uns sicher alle einig das der Verlust eines Tieres mehr als schmerzlich ist. Völlig egal, ob der Gefährte nur kurze Zeit an unser Seite war oder uns bereits ein Leben lang begleitet hat. Dankbar sind für jede Sekunde mit dem liebenswerten Geschöpf. Für all die schönen Momente die es uns beschert hat, für all das was es sich anhören musste, für alles was es mit uns geteilt hat, … Doch irgendwann kommt die Zeit, da trennen sich die Wege, ob man will oder nicht. Oftmals führt der Weg zum Tierarzt des Vertrauens, denn wir schulden es dem Tier, ihm einen würdevollen Abtritt zu verschaffen. So schwer es auch fällt, wer die Verantwortung für ein Tier übernommen hat, sollte stets das Beste für dieses Wesen ermöglichen.

Doch der Mensch an sich ein grausamer Barbar, das grausamste Tier auf dem Planeten Erde. Und nicht jeder denkt so wie ich. Schrecklich und schmerzlich musste das auch Scamp erfahren. Der kleine Terrier war bereits 16 Jahre alt, litt an Inkontinenz und wurde langsam blind. Für sein Herrchen war es Zeit Abschied zu nehmen. Jeder halbwegs fühlende Mensch hätte den schweren Schritt zum Tierarzt gemacht. Dem 59jähirgen Michael H. war das aber zu teuer. Zusammen mit einem Bekannten ging er in den Wald, dort gingen sie aber nicht etwa eine letzte Runde Gassi, sondern schlugen Scamp einen Nagel in den Kopf!!! Anschließend verscharrten die beiden den Hund direkt im Wald. Doch Scamp war nicht tot. Stattdessen litt er Höllenqualen. Spaziergänger fanden ihn Stunden (!!!) später, angelockt durch sein Winseln. Die Spaziergänger brachten ihn sofort zum nächsten Tierarzt, der den Leiden des Terriers ein Ende setzte. – Zumindest körperlich, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht nur die unerträglichen Schmerzen waren, die den Hund haben winseln lassen. Er wird auch nicht verstanden haben, warum sein Herrchen ihn so etwas antut. Grausame Folter, sowohl körperlich, als auch seelisch.

Beide Männer kamen nun vor Gericht. In Middlesbrough (England), wo die Tat begannen wurde, sprach die Richterin von einem „barbarischen Akt“ und „unsagbare Leid“, das de Täter dem Tier angetan haben. (Der Anwalt des Halters argumentierte übrigens, dass dieser Scamp geliebt hätte und ihm nicht absichtlich Leid zugefügt hätte …) Das Urteil: Vier Monaten Haft ohne Bewährung. – Dieser Teil ist für mein Empfinden echt lachthaft … Beiden ist es außerdem Verboten, jemals wieder ein Haustier zu halten. – Der zweite Teil gefällt mir hingegen sehr. Allerdings frage ich mich, wer das wie überprüfen wird. Vermutlich niemand …

Da möchte ich am liebsten aus tiefsten Herzchen schreien:

GIBT MIR EINEN HAMMER!!!