Setz (k)ein Grinsen auf! [Kino: Joker]

Kaum zu glauben, aber ICH war im neuem JOKER-Film. (Nein, ich wurde nicht gezwungen, aber mit einem leckeren Essen quasi überredet. ;-))

Entschieden haben Asathor und ich uns für das Cinemaxx. Aktuell sind dort Umbaumaßnahmen, der Betrieb läuft aber weiter. Im Kinosaal hat man nichts vom Krach oder Dreck mitbekommen, ganz im Gegenteil: Wir hatten die Ehre in einem bereits umgebauten Saal zu genießen. Das hat sich in jedem Fall gelohnt: Die Stoffsitze wurde durch breitere Kunstledersessel ersetzt, diese lassen sich leicht zurückstellen, so dass es wirklich bequem ist. Jacken und Co. Lassen sich einfach in der Bank unter dem Sitz verstauen, so dass z.B. von hinten niemand an die (Wert)Sachen gelangen kann. An beiden Seiten des Sitzes gibt es Getränkehalter, die auch mit den Sitznummern gekennzeichnet sind, so dass man sich nicht mit seinem Nachbarn streiten muss, wer denn nun wo etwas abstellen darf. Und zuletzt sind die Reihen jetzt so weit auseinander, dass man nicht mehr aufstehen muss, wenn jemand vorbei möchte. Von der Atmosphäre her war das also fast wie ein großes, gemütliche Wohnzimmer. (Mir fehlte nur eine Decke. ;))

Was die meisten aber vermutlich mehr interessiert, ist wohl wie denn der Film war.

Am besten ich hole erst einmal diejenigen ab, die noch nichts davon gehört haben:

Wer „Batman“ ist wisst ihr ja (unterstelle ich jetzt einfach mal^^) und vielleicht habt ihr auch schon von einem seiner schlimmsten Feinde gehört: Joker. Ein psychisch gestörter Mann, der im Clownkostüm (oder zumindest so geschminkt) sein Unwesen treibt. Doch wieso hegt „Joker“ so einen Groll gegen Wayne und was muss passieren, damit ein rechtschaffener Mann zu einem der größten Verbrecher wird? Genau darum geht es in diesem Film. Es ist sozusagen die Vorgeschichte. Der Zuschauer wird Zeuge von vielen kleineren Ereignissen, die aber immer ein Stückchen von Arthur Fleck verändern, bis hin zu seinem neuem Ich: JOKER.

Bei uns in Deutschland ist der Film diese Woche angelaufen, in den USA läuft er bereits länger und dort sind auch die Reaktionen teils – für mich – etwas befremdlich: Da verlassen Zuschauer vorzeitig den Kinosaal, fordern einen Warnhinweis und verfallen teilweise in Depressionen, denn der Film (übrigens auch als Drama gekennzeichnet), sei viel zu brutal und einfach zu „schwarz“.

Imagine thinking #Joker is scary, but not just scary, so scary that you had to leave the theater. #Overreaction pic.twitter.com/durDDiB8LD— Troy Thomas (@IHateTroyThomas) 7. Oktober 2019

Ich denke hier kann ich selbst ganz gut mitreden, habe aber nach den 122 Minuten Joker-Drama weder Angstzustände/ Panikattacken, noch verspüre ich die Lust mich selbst (oder andere) umzubringen. Bei mir war sogar eher das Gegenteil der Fall: Nach etwa einer Stunde habe ich mich gefragt, ob der Film auch irgendwann mal richtig anfängt. (Mein Sitznachbar offenbar auch, der hat ständig auf die Uhr gesehen und einer vor uns hat ständig gegähnt und meinte später, er wäre fast eingeschlafen.) Ich würde jetzt nicht soweit gehen zu sagen, dass der Film schlecht ist. Er ist eben anders, düster und leicht depressiv. Leider gibt es aber nur wenige wirklich spannende Szenen, denn die Handlung plätschert vor sich hin. Entgegen vieler Berichte fand ich den Film aber nicht nur düster, denn er hatte auch einige Szenen die mich (und auch die anderen Besucher) zum Lachen brachte. Für die angeprangerte „extreme Gewalt“ fällt mir nur eine einzige Szene ein, die für mich unter diese Kategorie fallen würde. Ein amerikanischer Actionfilm hat mehr Gewalt inne!

Kann ich den Film empfehlen oder nicht? Schwierig, denn es kommt darauf an, was der Zuschauer erwartet. Wer Dramen liebt, kommt wohl auf seine Kosten. Wer sich „Joker“ nur anschauen möchte, weil er zur „Batmanwelt“ gehört, wird sicher enttäuscht. (Ich bin kein Batmanfan, sehe mir aber ab und an auch mal ein Drama an – und war froh, als der Film endlich vorbei war.)

Wart ihr schon im neuen „Joker“? Wenn ja, wie empfandet ihr den Film? Überkamen euch Angstzustände oder der gleichen? Ich bin wirklich auch eure Antworten gespannt!

Lebenszeichen

Hallo zusammen,

bevor ich jetzt irgendetwas anderes mache, möchte ich kurz von mir lesen lassen. – Nicht das noch jemand denkt, dieser Blog wäre inaktiv. Immerhin ist der letzte Beitrag doch schon einige Zeit her. – In der Zwischenzeit ist einfach wirklich passiert. Überwiegend sogar Positives. Asathor und ich sind, wenn wir nicht gerade arbeiten, oft unterwegs und wenn wir das nicht sind, liegen wir meist total erschöpft auf dem Sofa (Klingel und Telefon aus, einfach mal einen Moment durchatmen.)

Daher ist in letzter Zeit sowohl auf Gedankenteiler, als auch auf Nerdistan ruhig geworden. Was mich angeht gibt es ab und mal etwas über die Social Media Kanäle, damit ihr nicht ganz auf mich verzichten müsst. 😉

Aber keine Sorge: Es wird wieder mehr. Es sind viele spannende, kreative, lustige, aber auch ernste Berichte geplant, es gibt Kooperationen mit anderen Blogs, Autoren etc., Gewinnspiele (für Follower!),… Ich würde mich daher freuen, wenn ihr „hier“ bleibt (und natürlich auch immer über neue Follower. :-))

In diesem Sinne: Bleibt neugierig!

Einen schönen Tag euch allen.

StMoonlight

Was danach kommt (oder eben auch nicht) [Rezi, Sachbuch]

Stepahne Allix

Das Experiment

Seiten

Goldmann []

ISBN 978-3-442-22266-7

Der Tod ist immer ein schwieriges Thema. Mindestens genau so wie das „Danach“. Manch einer glaubt an eine Wiedergeburt, andere an „Himmel und Hölle“ und wieder andere sind sich sicher, dass „dort“ einfach nur „das große Nichts“ auf sie wartet. Sicher? Nein, wirklich sicher ist sich vermutlich (fast) niemand. Überzeugt, vielleicht. Doch Gewissheit welche Theorie stimmt, wird jeder erst wirklich nach dem eigenen Tod erfahren. Stépahne Allix wollte aber nicht erst sterben, um herauszufinden, ob es denn eine „andere Seite“ oder ein „Leben nach dem Tod“ gibt. Daher wagte er ein Experiment: Er legt seinem verstorbenen Vater fünf Gegenstände in den Sarg. Heimlich. Und er bittet seinen Vater, ihm später – über ein Medium – mitzuteilen, um was für Gegenstände es sich handelt. Es ist ein Test: Denken die Medien sich etwas aus, in das der „Suchende“ einfach nur hineininterpretiert was er sich (unterbewusst) wünscht? Gibt es eine „andere Seite“ und wenn ja, besteht die Möglichkeit mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten?

Dadurch das die Medien eben alle das gleiche sollen und natürlich auch der Verstorbene immer der Selbe ist, gibt es viele Wiederholungen (im Buch). Das liest sich dann teilweise wirklich recht mühsam. Auch der Schreibstil ist sehr emotional, nicht „wissenschaftlich“ oder „sachlich“, wie ich es erwartet hätte.

Als Journalist hatte Allix – nach seiner eigenen Aussage – den Anspruch ans ich selbst, dass alles sachlich von statten geht und, besonders er selbst, keine Hinweise oder ähnliches gibt. Schnell kristallisiert sich jedoch heraus, dass dieses gar nicht so einfach ist, wie gedacht. Besonders da eines der Medien ein Freund des Autoren ist. Auch wenn Allix sich immer wieder selbst zurückhält, so hatte ich oft das Gefühl, dass mehr in eine Sache hineininterpretiert wird, als offensichtlich war. Mehr als einmal war es – für mich – ein viel zu großer Sprung. Geht man davon aus, dass „Geister“ keine Worte, sondern eher Bilder und vor allen Dingen Gefühle übermitteln, ist es natürlich nicht leicht eine Antwort auf konkrete Fragen zu bekommen. So habe auch ich leider nicht das Gefühl, nun zu wissen „was danach kommt“. Aber seien wir mal ehrlich zu uns selbst: Wollen wir das wirklich wissen???

Beschlossene Sache [Kollegenmund]

Kollegen können ja interessante Ideen haben. Chefs auch. Wenn beide mit ihren Ideen aufeiander treffen wird es interessant:

„Rosi, lies mal die E-Mail, die ich dir weitergeleitet habe. Da brauche ich von dir eine Info, wann es dir besser passt.“

Ich: „??? Moment.“ (Liest E-Mail) „Okay, es geht um irgendein Webinar, soviel habe ich verstanden. Aber WORUM geht es denn dabei genau und warum soll ICH das machen?“

Kollegin zuckt mit den Schultern: „Ich habe Chef gefragt, ob wir dich da nicht anmelden wollen. Und er hat ja gesagt.“

Ich: „Aha. Und WAS ist das denn jetzt? Davon steht hier ja nichts…“

„Keine Ahnung. Wissen wir auch nicht. Wir fanden nur, dass es irgendjemand von uns daran teilnehmen sollte. Scheint ja irgendwie wichtig zu sein.“

Ich: „Öhm… Moment! Ihr wollt also, dass ich an irgendetwas teilnehme, von dem ihr nicht wisst worum es eigentlich geht, weil ihr glaubt das es wichtig ist???“

(Allgemeines Nickes.)

Ich: „Okaaaaaay……..“

Aus dem Gleichgewicht [Rezi Jugend/ Fantasy]

Angie Sage

Silberdrache

320 Seiten

arsEdition [23.08.2019]

ISBN: 978-3-8458-3397-2

Ich liebe Drachen, daher freute ich mich auch über ein neues Jugendbuch mit entsprechender Thematik. Das Cover von „Silberdrache“ hätte mich alleine allerdings nicht angezogen. Es glitzert zwar ein wenig, aber die Gestalt des Drachen selbst, ist nicht ganz so meins. – Dieser Drache findet sich übrigens auch, in klein, am Anfang eines jedes Kapitels wieder.

Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven geschrieben. Während der Leser in dem einem Kapitel sich noch in seiner eigenen Welt befindet, geht es im nächsten in eine andere Welt. Eine Welt voller Drachen. Und Sirin stammt aus einer Familie, die mit den Legenden um diese Geschöpfe aufwuchs. Doch sind es wirklich nur Geschichten und Mythen oder gab es Drachenreiter wirklich? Der Drachenstein in der Hand erwärmt sich und Siri sieht einen Silberstreif am Himmel. Ein Flugzeug, eine Sternschnuppe oder etwa doch … ?

So schön die Geschichte anfangs klang, so sehr habe ich mich durch das Buch kämpfen müssen. Das liegt gar nicht so sehr an der Grundidee an sich, sondern vielmehr an vielen einzelnen Komponenten. Vieles wirkt „zusammen gebastelt“. Ich hatte teilweise das Gefühl, da wären Teile abgeschnitten und an andere Stelle wieder dran gefügt wurden. Auch die Charaktere scheinen das gespürt zu haben, denn sie sind sich selbst nicht treu: Heute so, morgen so. Die Problemlösungen hingegen waren dafür zu klar: Erst wurde Seitenweise auf ein großes Finale hingearbeitet und dann gab es teilweise nur ein oder zwei Sätze und es war schon wieder vorbei. Hier passt das Verhältnis einfach nicht.

Was auch nicht unbedingt passen will ist das empfohlene Lesealter. So wir das Buch ab ca. 11 Jahren angepriesen. Die Protagonisten sind zwar in dem Alter – von daher also durchaus passend – allerdings gibt es wirklich brutale Stellen. (Normalerweise mag ich ja so etwas. Aber in einem Kinder-/ Jugendbuch sollte das doch etwas angepasst sein.)

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich gut. Was „Silberdrache“ allerdings fehlt ist die Balance. Leider hat die Autorin es nicht geschafft ein Gleichgewicht zu schaffen und das hat ein wirklich unausgeglichenes (Lese-)Gefühl bei mir hinterlassen. Leider kann ich daher von diesem Buch nur abraten.

Aus dem Leben eines Buchhändlers [Rezi]

Shaun Bythell

Tagebuch eines Buchhändlers

448 Seiten

btb [12.08.2019]

ISBN 978-3-442-71865-8

Das Cover ist eigentlich so gar nicht meins und hat mich spontan an diese ganzen Weihnachtsgeschichten erinnert. Wie gut, dass ich mich doch an das Buch gewagt habe, denn sonst hätte ich glatt eine ganze Menge spannender „Fakten“ verpasst!

Shaun Bythell ist Buchhändler. Statt einer Kette betreibt er jedoch einen Second-Hand-Buchladen, in dem es z.B. antiquarische Bücher gibt. Das er eben das macht, war mehr Zufall und so musste er erste eine Menge lernen. Zum Beispiel das Kunden alles andere einfach sind! Irgendwann hat er beschlossen seinen Arbeitsalltag schriftlich festzuhalten. Konsequent hat er das ein Jahr durchgezogen und berichtet von exzentrischen Kunden, unbelehrbaren Mitarbeitern, einem eingeschüchterten Kater, wahren Schätzen und absoluten Ramsch.

Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein Fan von Biografien. Von dieser hier bin ich jedoch hellauf begeistert. Der Autor schafft es – alleine durch die Erzählungen seines Alltags – die Spannung aufrecht zu halten und gleichzeitig einen humorvollen Einblick in seine Arbeit als Buchhändler zu geben.

Wer war denn nicht schon mal in Versuchung in einem Tagebuch (eines anderen) zu lesen? Hier darf der Leser das ganz „legal“ und lernt gleichzeitig warum auch kleine Läden große Versandhändler nutzen. Spannende Einblicke – und schottischer Charme – garantiert.

Deutschland denen die sich benehmen!

Heute möchte ich mal jemanden anderen das Wort überlassen. Einem Deutsch-Türken, der sagt was ich denke, selbst aber nicht sagen „darf“, da ich „nur“ Deutsche (ohne irgendeinen Migrationshintergrund etc.) bin…

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