Was danach kommt (oder eben auch nicht) [Rezi, Sachbuch]

Stepahne Allix

Das Experiment

Seiten

Goldmann []

ISBN 978-3-442-22266-7

Der Tod ist immer ein schwieriges Thema. Mindestens genau so wie das „Danach“. Manch einer glaubt an eine Wiedergeburt, andere an „Himmel und Hölle“ und wieder andere sind sich sicher, dass „dort“ einfach nur „das große Nichts“ auf sie wartet. Sicher? Nein, wirklich sicher ist sich vermutlich (fast) niemand. Überzeugt, vielleicht. Doch Gewissheit welche Theorie stimmt, wird jeder erst wirklich nach dem eigenen Tod erfahren. Stépahne Allix wollte aber nicht erst sterben, um herauszufinden, ob es denn eine „andere Seite“ oder ein „Leben nach dem Tod“ gibt. Daher wagte er ein Experiment: Er legt seinem verstorbenen Vater fünf Gegenstände in den Sarg. Heimlich. Und er bittet seinen Vater, ihm später – über ein Medium – mitzuteilen, um was für Gegenstände es sich handelt. Es ist ein Test: Denken die Medien sich etwas aus, in das der „Suchende“ einfach nur hineininterpretiert was er sich (unterbewusst) wünscht? Gibt es eine „andere Seite“ und wenn ja, besteht die Möglichkeit mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten?

Dadurch das die Medien eben alle das gleiche sollen und natürlich auch der Verstorbene immer der Selbe ist, gibt es viele Wiederholungen (im Buch). Das liest sich dann teilweise wirklich recht mühsam. Auch der Schreibstil ist sehr emotional, nicht „wissenschaftlich“ oder „sachlich“, wie ich es erwartet hätte.

Als Journalist hatte Allix – nach seiner eigenen Aussage – den Anspruch ans ich selbst, dass alles sachlich von statten geht und, besonders er selbst, keine Hinweise oder ähnliches gibt. Schnell kristallisiert sich jedoch heraus, dass dieses gar nicht so einfach ist, wie gedacht. Besonders da eines der Medien ein Freund des Autoren ist. Auch wenn Allix sich immer wieder selbst zurückhält, so hatte ich oft das Gefühl, dass mehr in eine Sache hineininterpretiert wird, als offensichtlich war. Mehr als einmal war es – für mich – ein viel zu großer Sprung. Geht man davon aus, dass „Geister“ keine Worte, sondern eher Bilder und vor allen Dingen Gefühle übermitteln, ist es natürlich nicht leicht eine Antwort auf konkrete Fragen zu bekommen. So habe auch ich leider nicht das Gefühl, nun zu wissen „was danach kommt“. Aber seien wir mal ehrlich zu uns selbst: Wollen wir das wirklich wissen???

Beschlossene Sache [Kollegenmund]

Kollegen können ja interessante Ideen haben. Chefs auch. Wenn beide mit ihren Ideen aufeiander treffen wird es interessant:

„Rosi, lies mal die E-Mail, die ich dir weitergeleitet habe. Da brauche ich von dir eine Info, wann es dir besser passt.“

Ich: „??? Moment.“ (Liest E-Mail) „Okay, es geht um irgendein Webinar, soviel habe ich verstanden. Aber WORUM geht es denn dabei genau und warum soll ICH das machen?“

Kollegin zuckt mit den Schultern: „Ich habe Chef gefragt, ob wir dich da nicht anmelden wollen. Und er hat ja gesagt.“

Ich: „Aha. Und WAS ist das denn jetzt? Davon steht hier ja nichts…“

„Keine Ahnung. Wissen wir auch nicht. Wir fanden nur, dass es irgendjemand von uns daran teilnehmen sollte. Scheint ja irgendwie wichtig zu sein.“

Ich: „Öhm… Moment! Ihr wollt also, dass ich an irgendetwas teilnehme, von dem ihr nicht wisst worum es eigentlich geht, weil ihr glaubt das es wichtig ist???“

(Allgemeines Nickes.)

Ich: „Okaaaaaay……..“

Aus dem Gleichgewicht [Rezi Jugend/ Fantasy]

Angie Sage

Silberdrache

320 Seiten

arsEdition [23.08.2019]

ISBN: 978-3-8458-3397-2

Ich liebe Drachen, daher freute ich mich auch über ein neues Jugendbuch mit entsprechender Thematik. Das Cover von „Silberdrache“ hätte mich alleine allerdings nicht angezogen. Es glitzert zwar ein wenig, aber die Gestalt des Drachen selbst, ist nicht ganz so meins. – Dieser Drache findet sich übrigens auch, in klein, am Anfang eines jedes Kapitels wieder.

Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven geschrieben. Während der Leser in dem einem Kapitel sich noch in seiner eigenen Welt befindet, geht es im nächsten in eine andere Welt. Eine Welt voller Drachen. Und Sirin stammt aus einer Familie, die mit den Legenden um diese Geschöpfe aufwuchs. Doch sind es wirklich nur Geschichten und Mythen oder gab es Drachenreiter wirklich? Der Drachenstein in der Hand erwärmt sich und Siri sieht einen Silberstreif am Himmel. Ein Flugzeug, eine Sternschnuppe oder etwa doch … ?

So schön die Geschichte anfangs klang, so sehr habe ich mich durch das Buch kämpfen müssen. Das liegt gar nicht so sehr an der Grundidee an sich, sondern vielmehr an vielen einzelnen Komponenten. Vieles wirkt „zusammen gebastelt“. Ich hatte teilweise das Gefühl, da wären Teile abgeschnitten und an andere Stelle wieder dran gefügt wurden. Auch die Charaktere scheinen das gespürt zu haben, denn sie sind sich selbst nicht treu: Heute so, morgen so. Die Problemlösungen hingegen waren dafür zu klar: Erst wurde Seitenweise auf ein großes Finale hingearbeitet und dann gab es teilweise nur ein oder zwei Sätze und es war schon wieder vorbei. Hier passt das Verhältnis einfach nicht.

Was auch nicht unbedingt passen will ist das empfohlene Lesealter. So wir das Buch ab ca. 11 Jahren angepriesen. Die Protagonisten sind zwar in dem Alter – von daher also durchaus passend – allerdings gibt es wirklich brutale Stellen. (Normalerweise mag ich ja so etwas. Aber in einem Kinder-/ Jugendbuch sollte das doch etwas angepasst sein.)

Die Grundidee der Geschichte ist wirklich gut. Was „Silberdrache“ allerdings fehlt ist die Balance. Leider hat die Autorin es nicht geschafft ein Gleichgewicht zu schaffen und das hat ein wirklich unausgeglichenes (Lese-)Gefühl bei mir hinterlassen. Leider kann ich daher von diesem Buch nur abraten.

Aus dem Leben eines Buchhändlers [Rezi]

Shaun Bythell

Tagebuch eines Buchhändlers

448 Seiten

btb [12.08.2019]

ISBN 978-3-442-71865-8

Das Cover ist eigentlich so gar nicht meins und hat mich spontan an diese ganzen Weihnachtsgeschichten erinnert. Wie gut, dass ich mich doch an das Buch gewagt habe, denn sonst hätte ich glatt eine ganze Menge spannender „Fakten“ verpasst!

Shaun Bythell ist Buchhändler. Statt einer Kette betreibt er jedoch einen Second-Hand-Buchladen, in dem es z.B. antiquarische Bücher gibt. Das er eben das macht, war mehr Zufall und so musste er erste eine Menge lernen. Zum Beispiel das Kunden alles andere einfach sind! Irgendwann hat er beschlossen seinen Arbeitsalltag schriftlich festzuhalten. Konsequent hat er das ein Jahr durchgezogen und berichtet von exzentrischen Kunden, unbelehrbaren Mitarbeitern, einem eingeschüchterten Kater, wahren Schätzen und absoluten Ramsch.

Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein Fan von Biografien. Von dieser hier bin ich jedoch hellauf begeistert. Der Autor schafft es – alleine durch die Erzählungen seines Alltags – die Spannung aufrecht zu halten und gleichzeitig einen humorvollen Einblick in seine Arbeit als Buchhändler zu geben.

Wer war denn nicht schon mal in Versuchung in einem Tagebuch (eines anderen) zu lesen? Hier darf der Leser das ganz „legal“ und lernt gleichzeitig warum auch kleine Läden große Versandhändler nutzen. Spannende Einblicke – und schottischer Charme – garantiert.

Deutschland denen die sich benehmen!

Heute möchte ich mal jemanden anderen das Wort überlassen. Einem Deutsch-Türken, der sagt was ich denke, selbst aber nicht sagen „darf“, da ich „nur“ Deutsche (ohne irgendeinen Migrationshintergrund etc.) bin…

Zeit für fairen Protest

Der Sonntag naht und selbiger bietet sich wunderbar für den guten alten „Kaffeeklatsch“ an. Immerhin konsumieren die Deutschen 163 Liter pro Jahr! Wie auch bei vielen anderen Lebens-/ Genussmitteln, sind die Preise jedoch gefallen. In der ersten Jahreshälfte lag ein Kilo Arabica Bohnen teilweise unter 0,88 US $ – und wir alle wissen, dass bei denen die es brauchen und verdient haben, nämlich den Kaffeebauern, ohnehin nicht wirklich etwas hängen bleibt…

FairTrade Deutschland hat zu einer Protestaktion aufgerufen. Keine Sorge, hier muss niemand auf sein geliebtes Heißgetränk verzichten. Ganz im Gegenteil: Es gilt ganz viele Menschen zu einer Tasse – fair gehandelten – Kaffee einzuladen. Auf der Aktionsseite könnt ihr euch eintragen und so an einer virtuellen Kaffeetafel Platz nehmen. Für jeden Gast verlängert diese sich um einen Meter. Der aktuelle Stand wird direkt angezeigt. (Während ich diesen Bericht schreibe, klettert die Zahl bereits unaufhörlich nach oben!)

Die Aktion #MACHKAFFEFAIR! läuft noch bis zum 01.10.2019. Viel Zeit für einen leckeren Kaffee und vor allen Dingen, auch mal wieder mit Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen & Co. gemütlich zusammen zu sitzen oder neue Leute kennen zu lernen.

Aber auch wer keine Aktion starten möchte, kann ich beteiligen. Zum Beispiel mit einer Protest-E-Mail an die Bundeskanzlerin und der Aufforderung endlich etwas zu tun. Eine Vorlage bekommt ihr HIER.

Viel Spaß bei der Vorbereitung eurer Aktionen, viel Genuss bei eurer Tasse Kaffee und ein super (faires) Wochenende! 🙂

Der ganz (un)normale Punktewahnsinn

Normalerweise versuche ich Einkäufe zum (am) Wochenende zu vermeiden. Ab und an brauchen wir dann doch noch mal 1-2 Teile, die ich auf meinem Heimweg dann hole. So auch an diesem Freitag. Praktischerweise war es nicht wirklich voll. (Ironischerweise stand sogar „unser“ DPD-Fahrer mit an der Kasse.) Und auch, oder gerade weil, dass Wochenende vor der Tür steht, sind die Menschen nicht minder schlecht gelaunt:

In diesem Fall eine Dame, schätzungsweise um die 50. Sie war drei Kassiervorgänge vor mir dran. Die Kassenkraft eine ältere Dame, noch recht neu und ich habe sie bisher sehr selten an der Kasse gesehen. Während die eine also bei der anderen Dame kassiert, kommt auch noch eine Kollegin dazu, die gerade auf den Weg in den Feierabend war. (Schon lange da, redet manchmal mehr als einem lieb sein kann. Ich mag sie trotzdem. ;-)) Diese Kollegin stellte Fragen und wurstelte im Kassenhäuschen herum – während die andere ihre Arbeit machte. Man ahnt schon, dass das nicht gut gehen kann. (Multitasking ist ein Gerücht!)

Der Kassiervorgang war abgeschlossen und die Kundin wedelte – NACH – der Bezahlung mit einem Papierstück herum und krächzte: „Sie haben die Punkte gar nicht mit abgezogen! D-a-s f-i-n-d-e i-c-h n-i-c-h-t n-e-t-t!!!“ Die Kassierin lies sich den Coupon zeigen, teilte mit, dass sie diesen nun leider nicht mehr nachbuchen könne und fragte die Kundin, ob sie diesen wieder mitnehmen wolle. „Was soll ich denn damit? Damit kann ich nichts mehr anfangen!“ – „Beim nächsten Mal einlösen!?“ „Der ist NUR HEUTE GÜLTIG!“ Daraufhin stobte sie los, ihre Einkäufe (ohne Sonderpunkte) einzupacken. Danach ging die Kundin dann zum Bäcker. Nur um bereits fast zwei Meter bevor sie dort war ihre Bestellung zu rufen. Blöd nur, dass die Bäckereifachverkäuferinnen gerade im Gespräch waren und sie nun alles noch mal wiederholen musste. Ach ja, und Punkte gibt es bei dem Bäcker auf nicht.

Ehrlich mal: Was ist mit den Menschen nur los? Ich freue mich auch, wenn ich „Extrapunkte“ bekomme oder das Einkaufen schnell geht, aber ich habe genau so Verständnis für „menschliches Versagen“. Wenn mal was nicht klappt, dann ist das zwar schade, aber ich würde nicht so einen Aufstand machen. Der Kassiererin hat man jedenfalls angesehen, dass sie das völlig mitgenommen hat. Ich hoffe sie hat heute nur noch nette Kunden. Ich ging mit gutem Beispiel voran und habe ihr ein Lächeln geschenkt und auch brav Bitte und Danke gesagt. (Okay, das mache ich eigentlich immer. ;-))

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