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~°~ Das Buch ~°~

Norbert Kron

Ein Zuhause in der Fremde

Was wir in Deutschland von der besten Schule für Einwanderer lernen können

240 Seiten

Gütersloher Verlagshaus [27.03.2017]

ISBN Gütersloher Verlagshaus

~°~ Klappentext ~°~

»Diese Schulen zeigen: Integration macht Spaß.«(Norbert Kron) Kann man Flüchtlingskinder hier beheimaten? Unter den schwierigen Bedingungen einer pluralen und vielfach gespaltenen Gesellschaft gelingt der Bialik-Rogozin-Schule in Tel Aviv Erstaunliches: Kinder mit unsagbaren Schickalen finden hier ein neues Zuhause und einen Weg in die Zukunft. Und Israel ist ganz nah: Die Unesco-Schule in Essen geht im Multi-Kulti-Ruhrgebiet denselben Weg wie ihre Partnerschule in Israel. Norbert Kron erzählt von beiden Schulen und ihrer Zusammenarbeit. Lustige, ergreifende, bestärkende und Hoffnung stiftende Geschichten darüber, was möglich ist, wenn Menschen einander annehmen.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Bild auf dem Einband zeigt sehr schön, was uns dieses Buch sagen möchte: Wir sollten lernen, ganz besonders voneinander.

Besonders schön ist hier, dass es sich nicht um ein trockenes Sachbuch handelt, sondern um echte, lebendige, Geschichten. Alle entstanden aus „intensiven und persönlichen Begegnungen“, wie der Autor so schön formuliert. Dieses Leben liest man deutlich heraus. Ein wenig ist es so, als würde man den Menschen selbst gegenüberstehen.

Zwei Schulen. Zum einen die Bialik-Rogozin-Schule in Tel Aviv, zum anderen die UNESCO-Partnerschule in Essen. Die deutschen Schüler besuchen ihre Partnerschule, welche ein ganz eigenes Konzept entwickelt hat. Hier finden Flüchtlingskinder nicht nur Bildung, sondern ein Zuhause.

Die Erfahrungen der Schüler werden gegenübergestellt, Ängste und Sorgen (z.B. das Nicht-willkommen-sein“) dargestellt, aber auch die Freude. Schüler wie auch Lehrer kommen zu Wort, so dass alle Seiten ein Sprachrohr haben.

Es wurden zwölf Thesen ausgestellt, die helfen sollen, Kinder (und Erwachsene) zu integrieren, ihren mehr als eine Schule zu sein, sondern auch Geborgenheit vermitteln. Besonders toll ist die zwölfte These, nach einem Zitat des Schulleiters Eli Nechama; „Sei vor allem ein Mensch. Das ist wichtiger als Mathematik.“ Es zeigt deutlich, dass ein MITeinander gar nicht schwer ist, wenn man sich nur auf sein Gegenüber einlässt.

Viele Fotos ergeben ein schönes Gesamtbild. Besonders die bunten Bilder in der Mitte des Buches, welche die Fröhlichkeit der Kinder, die schon viel hinter sich haben, widerspiegelt, zeigen das es eben Menschen sind – wie jeder von uns.

~°~ Fazit ~°~

Ein wunderbarer Blick hinter die Fassade, bewegend, mitreißend und vor allen Dingen mit großem Vorbildcharakter.

Dieses Gefängnis lebt!

„Wir verbieten Wachstum und somit den Verfall.

Ehrgeiz und somit die Verzweiflung.

Denn das eine ist nur das verzerrte Spiegelbild des anderen.

Vor allem aber ist die Zeit verboten.

Von nun an wird nichts mehr sich wandeln.“

Das Dekret von König Endor

 

~°~ Das Buch ~°~

 Catherine Fisher

Incarceron

Fliehen heißt sterben

Verlag: blanvalet

Seiten: 475

Erscheinungsjahr: 2014

ISBN: 978-3-442-26993-8

 

~°~ Klappentext ~°~

Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis, dessen Inneres aus Metallwäldern, verfallenden Städten und endlosen Weiten besteht. Niemand kann hier entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen. Unzählige Gegner warten auf sie. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt …

>>> ACHTUNG! SPOILER! <<<

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Okay, ich gesteht: Ich habe es (wieder) getan. Dieses Buch habe ich wegen seines Covers gekauft. Wie magisch zog mich der geprägte Schlüsseln auf dem Titelbild in seinen Bann. Erst einmal in der Hand las ich mir den Klappentext durch und die Entscheidung war endgültig getroffen: Ich MUSSTE diesen Roman lesen. Soviel sein schon einmal verraten: Ich habe es nicht bereut!

Die Geschichte handelt von einem Gefängnis, welches „Incarceron“ genannt wird. Es ist eine eigene Welt. Ein Gefängnis welches (fast) keine Grenzen kennt. Erschaffen wurde es vor hunderten von Jahren, als Experiment. Nichts sollte verschwendet, jedes Molekül recycelt und wieder verwertet werden. In den einzelnen Epochen der Zeit sollten die Gefangenen, fern abseits von der Welt, die sie nicht mehr wollte, sollten sie ein Sorgenfreies Leben führen. An nichts sollte es mangeln. Doch das Experiment scheiterte. Statt blühenden Wiesen, üppiger Nahrung und Harmonie herrschen in Incarceron Verrat, Hunger und Trostlosigkeit…

Hier lebt auch Finn. Ein Zellengeborener. Erschaffen vom Gefängnis selbst. Zusammen mit seinem Eidbruder Keiro kämpft er ums Überleben. Tag für Tag. Auf seinem Arm befindet sich eine Tätowierung: Ein Schwan. Was dieser bedeutet weiß niemand, nicht einmal Finn selbst. Doch dann findet er etwas. Eine Art Kristall in dem ein Schwan eingearbeitet ist. Dieser erweist sich als Schlüssel der die Toren Icarcerons öffnet. Zusammen mit seinem Bruder Finn und einem kleinen Mädchen, welches er gerettet hat, macht er sich auf die gefährliche Reise zum Tor. Nicht einmal ahnend wo dieses sich überhaupt befindet. Als wäre die Situation nicht schon verworren genug, beobachtet das Gefängnis die drei auch noch auf Schritt und Tritt – und will die Insassen definitiv nicht hergeben!

Claudia hingegen ist ein junges Mädchen außerhalb von Incarceron. Sie weiß vom Gefängnis, denn ihr Vater ist der „Hüter“ des selbigen. Allerdings kennt sie nur die Geschichten, in denen die Menschen dort glücklich sind. Von der Wahrheit ahnt sie nicht einmal etwas. Doch Claudia ist eifersüchtig auf das Gefängnis, denn ihr Vater verbringt nicht nur viel Zeit mit seinen Hüteraufgaben, sondern will sie auch noch verheiraten. Den Prinzen den sie heiraten soll, mag sie jedoch gar nicht.

„Man versuchte sie zu isolieren. Sie hatte damit gerechnet, und Jared hatte sie darauf vorbereitet. Man wollte sie alleine am Hof der Königin Sia haben, sodass sie niemanden vertrauen konnte. Aber das würde sie nicht zulassen.“ (S. 174)

„Nur die Hälfte des Tieres war organisch; der Rest war ein Sammelsurium aus verschiedenen Metallen, die erfindungsreich zusammengeflickt worden waren.“ (S.181)

~ Geschichte/ Handlungsstränge ~

Der Schreibstil ist leicht anspruchsvoll. Saloppe Wörter oder Sätze kommen äußerst selten vor, doch der Roman lässt sich schnell und flüssig lesen. Ein zurückblättern, um Zusammenhänge zu verstehen, ist nicht nötig. Alles fügt sich nach und nach. – Auf Grund des sich immer weiter aufbauenden Spannungsbogens, kann dieses gefühlt viel zu lange dauern. 😉 Immer wenn die Charaktere (und ich^^) eine Atempause hatte und ich dachte: „Jetzt weiß ich ENDLICH wer mit wem wieso und überhaupt.“, dann kam er wieder: Der von mir so geliebte Überraschungseffekt! Während der ganzen 475 Seiten „klebte“ ich an dem Buch. (Als ich mich auf die Bahnfahrt freute, damit ich endlich die letzten Seiten lesen konnte, traf ich einen Bekannten. Wir hatten uns eine Ewigkeit nicht gesehen, daher lies ich mein Buch stecken und unterhielt mich mit ihm. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es gar nicht erwarten konnte, dass er endlich ausstieg. – Und es lag nicht daran, dass ich ihn nicht mag. ;))

~°~ Fazit ~°~

Zwei Schicksale, miteinander verbunden, führen zusammen. Eine einzigartige Geschichte um Leben und Tod, Wut, Trauer, Liebe und Verrat nimmt ihren Lauf …

Ich LIEBE dieses Buch. Es gibt sogar schon einen zweiten Teil, wenn auch (leider) nur als Hardcover. 😉

Incarceron

~°~ Über die Autorin ~°~

 Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- u. Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fischer lebt und schreibt in Wales.

Freiheit ist mehr als nur ein Wort

 Bill Pronzini

Schlechte Karten

Verlag: Fischer
Erscheinungsjahr: 2003
Seiten: 237
ISBN: 3-596-15833-8

~ Klappentext ~

Wie viele Männer vor ihm, ist Matthew Cape an einem Punkt im Leben angekommen, wo es nicht mehr weitergeht. Er kündigt seinen Job, verlässt Frau und Haus, kauft sich eine Corvette und fährt los. In San Francisco freundet er sich mit Boone und Tanya an, die wie er ein schönes Pokerspiel zu schätzen wissen. Aber die beiden sind in eine schlimme Sache verwickelt und auf einmal wird aus Matthews Midlife-Crisis ein Wettlauf mit dem Tod.

~ Eindrücke ~

Matthew dreht sich nur im Kreis. Er hat es satt immer herumkommandiert zu werden und tut wovon viele Träumen: Er kündigt seinen Job, verlässt seine Frau, kauft sich ein neues Auto und fährt in der Weltgeschichte umher, auf der Suche nach Abenteuer.
Eigentlich möchte er nur an einem Pokerturnier teilnehmen, doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Matthew rutscht in etwas hinein was ihn das kostbarste was er besitzt zu rauben scheint: seine Freiheit…

Erst ganz am Ende des Buches wird der wirkliche Grund klar, warum Matthew alles hinter sich lässt. Ich muss zugeben das ich Matthew am Anfang nicht besonders sympathisch fand, wo er doch seine Familie einfach im Stich lässt. Je mehr Seiten ich las, desto mehr wuchs mir der Hauptcharakter ans Herz und ich war neugierig auf seine Beweggründe.

Für meinen Geschmack dreht es sich einmal zuviel um Sex. Es scheint so als würde Matthew wirklich nichts anbrennen lassen, am Ende des Buches versteht man diesen Drang zwar etwas besser, aber meinetwegen hätte sich der Autor das ein oder andere Schäferstündchen sparen können. – Wobei er diese wirklich prickelnd beschreibt. ;o)

Der Autor schmückt das eine oder andere Detail ein wenig aus, so das der Leser eine bessere Vorstellung davon bekommt.

Fazit:
Am Anfang dachte ich das es sich um einfache Trivialliteratur handeln würde, wurde aber positiv überrascht. Eine spannende Geschichte mit Gefühl.

SchlechteKarten