Rettung naht! [Rezension – Kinderbuch]

Audrey Harings

CanGu auf der Suche nach Saphir

168 Seiten

AH Tales and Stories S.L. [22.09.2017]

ISBN 978849466735

 

~°~ Klappentext ~°~

Hopsi, ein freches vorlautes Eichhörnchen, macht eine Entdeckung. Es hört aus der Ferne ein Katzenjunges, welches offensichtlich um sein Leben schreit.

Doch alleine kann das Eichhörnchen nicht helfen. Wie gut, dass ausgerechnet Hopsis Baum im Garten der Bäuerin Müller steht. Genau hier verbringt Gucci wieder ihre Ferien bei ihrem Katzenfreund Canelo.

Die beiden sind das legendäre CanGu-Team. Gemeinsam mit ihren Freunden Topo und Streuner retten sie das Katzenjunge. Es dauert jedoch nicht lange und das kurz zuvor gerettete Katzenjunge bringt sich erneut in Schwierigkeiten. Unfreiwillig landet er im Abwasserkanal und damit im Reich der gefürchteten Ratten. Ob das CanGu-Team ihm jetzt noch einmal helfen und aus den Fängen der Ratten befreien kann?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Ich hatte bereits das Glück Canelo und Gucci bei ihrem ersten Abenteuer zu begleiten. – Und ich war so begeistert, dass ich unbedingt weiter bei den beiden bleiben wollte. – Es ist jedoch, für das Verständnis der Geschichte, nicht nötig, den Vorgänger zu kennen. Zwar deuten die Protagonisten ab und an etwas an, aber das wird dann kur und knapp erklärt.

Aber jetzt endlich auf’s ins Abenteuer:

Es ist Sommer und Familie Jansen möchte in den Urlaub fliegen. Daher gehen die Hunde der Familie für einige Wochen zu ihren „Urlaubspflegefamilien“, die sie bereits vom letzten Mal kennen. Darauf freuen sich die Hunde auch schon. Auf dem Bauernhof treffen die Freunde Canelo, Gucci, Topo und Streuner aufeinander. Hier sind Hund und Katze tatsächlich Freunde und verstehen sich super. Eigentlich möchten sie nur den Sommer genießen, aber da gibt es im Garten ein Eichhörnchen, dass offenbar nichts Besseres zu tun hat, als genau das zu verhindern. Doch dann stellt sich heraus dass es nichts weiter möchte, als das Quartett darauf aufmerksam zu machen, dass ein kleines Kitten dringend Hilfe benötigt. Selbstverständlich machen sich die Freunde direkt auf zur Rettungsaktion – und finden Saphir. Doch schon kurz nach der Rettung, muss der Kleine schon wieder gerettet werden. tDas „CanGu“-Team macht sich auf dem Weg in die Kanalisation, wo sie nicht nur auf Ratten treffen …

Die Geschichte ist spannend, besonders da es sich – fast so – vielleicht irgendwo zutragen könnte.  Audrey Harings hat einen wunderbar bildlichen Schreibstil, der den Leser so richtig mitreißt. Das Abenteuer lässt sich flüssig lesen. Besonders klasse finde ich den Lerngehalt, den die CanGu-Geschichten zum Thema Umwelt- und Tierschutz vermitteln. Die Autorin scheut sich nicht hier von Qualzucht und anderen Gräueltaten des Menschen zu berichten. Respekt und Daumen hoch dafür, denn das trauen sich – besonders in einem Kinderbuch – (leider) nur Wenige.

Es gibt einige sehr schöne Schwarz-Weiß-Zeichnungen, teils sogar ganzseitig, die hervorragend zum ebene Gelesenen passen. Mir gefallen diese Zeichnungen, da Sie schlicht und einfach sind, aber eben dadurch eine ganz besondere Ausstrahlung haben.

Das empfohlene Lesealter liegt bei etwa 5 – 8 Jahren. Das finde ich, von der Handlung her, passend. Allerdings gibt es einige doch recht schwierige Wörter, die sicher die meisten Kinder noch gar nicht kennen bzw. verstehen.

~°~ Fazit ~°~

Eine wundervolle und spannende Fortsetzung der CanGu-Reihe. Eine spannende Geschichte, flüssiger bildlicher Schreibstil, tolle Zeichnungen, sympathische Charaktere und ein hoher Lerngehalt.

~°~ Reihe ~°~

Folgt [Band 3]

CanGu auf der Suche nach Saphir [Band 2]

CanGu und die Kuchenkrümel [Band 1]

 

Auf der Jagd nach dem Glück [Rezension – Roman]

~°~ Das Buch ~°~

Florian Beckerhoff

Herrn Haiduks Laden der Wünsche

256 Seiten

HarperCollins [09.10.2017]

ISBN 9783959671347

[auch als E-Book erhältlich]

~°~ Klappentext ~°~

Er kam der Liebe wegen nach Berlin: Herr Haiduk. Er blieb, die Liebe nicht. Seitdem betreibt der in die Jahre gekommene Herr seinen winzigen Kiosk, in dem es fast alles gibt: Zeitungen und Kaffee, Geschichten und Lottoscheine. Er genießt sein ruhiges Leben, bis eines Tages die zauberhaft scheue Kundin Alma das Jackpot-Los über 13 Millionen Euro vor dem Laden findet und den rechtmäßigen Gewinner ermitteln möchte. Gemeinsam mit Herrn Haiduk und seinem Gehilfen Adamo macht sie sich auf die Suche: Wer ist der Glückliche? Und kann er so viel Glück überhaupt vertragen?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Bereits das Motiv auf dem Schutzumschlag lässt erahnen, dass hier so einiges in dem Kiosk vor sich geht. Wer bereits den Klappentext gelesen hat, dem springt das gelbe „LOTTO“-Schild förmliche entgegen.

Herrn Haiduk erzählt dem Schriftsteller Paul eine wahre Geschichte, denn er möchte dass dieser sie aufschreibt. Zumindest ist es das was Paul glauben soll, doch mit jeder Seite wird dem Leser klarer, dass der Kioskbesitzer einen ganz anderen Plan verfolgt. Herr Haiduk ist ein älterer Herr, der in Berlin einen kleinen Kiosk betreibt, weil er die Menschen glücklich machen möchte. Eines Tages findet eine seiner Stammkundinnen eine Lottoquittung und möchte diese dem Besitzer zurückgeben. Alma ist sehr naiv und glaubt fest daran, dass sie damit Erfolg haben wird. Blöd nur, dass auf dieser Lottoquittung genau die Zahlen angekreuzt sind, die dem Besitzer 13 Millionen Euro einbringen! Natürlich (?) gibt es bald jede Menge Menschen die eben genau DIESE Quittung verloren haben! Herr Haiduk versucht alles seine recht stille Kundin zu schützen – und ihr zu helfen den rechtmäßigen Besitzer zu finden. Dabei werden er und seine Aushilfe äußerst kreativ!

Das Buch ist in der Ersten Person („Ich-Perspektive“) geschrieben. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Im Prinzip liest man die Geschichte, die Paul aufgeschrieben hat. Dadurch dass der Leser dabei genau so wenig wie Paul erfährt bleibt die Geschichte spannend. Immer wieder dachte ich, dass ich die Lösung des „Rätsels“ kennen würde, doch dann gab es wieder eine überraschende Wendung.

Was mich leider sehr gestört hat ist hier die Figur der Alma, denn sie wird als extrem naiv dargestellt. So lebt sie z.B. seit etlichen Jahren in Deutschland, kennt sich aber mit LOTTO (Ein Spiel was ja oft Hysterie auslöst.) nicht aus, obwohl sie sämtliche Zeitschriften im Kiosk förmlich verschlingt.

Florian Beckerhoff hat einen richtig tollen Schreibstil, in dem sich der Leser förmlich verlieren kann. Es hat mir richtig Spaß gemacht die Zeilen zu lesen.

~°~ Fazit ~°~

Mit „Hernn Haidkus Laden der Wünsche“ hat der Autor hier eine wunderbare Geschichte zum Entspannen und Mitfiebern gleichermaßen geschaffen. Schon alleine die Idee, einen verlorenen Lottoschein in den Mittelpunkt zu stellen, ist wirklich klasse. Das eine der Hauptprotagonisten leider etwas überzogen naiv dargestellt wird, setzt der Geschichte zwar einen Dämpfer auf, dennoch handelt es sich hier um einen empfehlenswerten Roman.

Am Anfang war Inzest [Rezension – Comic]

Phillipe Brenot, Laetitia Coryn

Sex Storys

208 Seiten

Btb [25.09.2017]

ISBN 9783442757442

[auch erhältlich als E-Book]

~°~ Klappentext ~°~

Unser Verhältnis zur Sexualität ist ständig im Fluss, doch seit Beginn der menschlichen Zivilisation bestimmt sie unser Leben und in unserem Alltag ist sie omnipräsent. Aber was wissen wir wirklich? SEX STORY wirft einen höchst vergnüglichen und informativen Blick auf die Geschichte der Sexualität: von den Anfängen der Menschheit bis zum digitalen Zeitalter, von Kleopatras exzentrischen Neigungen zum ersten Genitalpiercing im 19. Jahrhundert, von Michelangelos Homosexualität zur sexuellen Revolution der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dieses erste Comic zur Geschichte der Sexualität, eine Zusammenarbeit der jungen Illustratorin Laetitia Coryn und des Sexualwissenschaftlers und erfolgreichen Buchautors Philippe Brenot, bietet eine völlig neue Sichtweise auf das Thema: frech, faktenreich, witzig.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Phillipe Brenot ist nicht nur Anthropologe und Psychiater, sondern auch das „Institut für Sexualstudien“. (Ausgerechnet in Paris, wo die „Aufklärungsquote“ in den Schulen auf ein Minimum beschränkt ist …) Nun hat Brenot, bereits Autor zahlreicher Sachbücher, ein neues Buch herausgebracht. Auch dieses ist ein Sachbuch – und doch GANZ anders:

Als Comic wird dem Leser hier die Entwicklung der Sexualität erzählt. Von Adam und Eva bis in die Gegenwart und sogar einen Blick in die Zukunft wagt er. (Geschichte wiederholt sich. ;)) Dabei gibt es aber nicht nur Fakten, die man bereits aus den Geschichtsbüchern kennt, sondern vor allen Dingen eben die Anekdoten, welche eben in eben diesen Büchern verschwiegen werden. – Oder habt ihr in Biologie oder Geschichte gelernt, dass Kleopatra den ersten Vibrator erfand, indem Sie sich ein mit Bienen gefüllte Papyrusrolle [zensiert]. Nein? Eben! Ich auch nicht. Hier erfährt der neugierige Leser welche Berühmtheiten eine Vorliebe für das gleiche Geschlecht hatten, welche Sexualpraktik sie bevorzugten und allgemein wie sich die Sexualität, von der unbefangenen Nacktheit über die Entwicklung des Schamgefühls bis hin zur Erfindung von Verhütungsmitteln und Sexspielzeug fortgesetzt hat. Die Geschichte ist chronologisch aufgebaut, so dass ich mir teils ein wenig wie ein Voyeur vorkam, der am Rande steht, zusieht … und über teils wirklich merkwürdige Ansichten (aus heutiger Sicht) den Kopf schüttelt. – Wirklich toll gemacht. 😉

Das Ganze aber nicht etwa in trockenen Texten, sondern in wunderbaren bunten Bildern. Die Zeichnungen sind gut zu erkennen, was sicher auch an dem Großformat (DIN A4) liegt. Einige sind etwas detailreicher gestaltet als andere, doch sämtliche Bilder haben mir sehr gut gefallen. Zartbesaiteten Lesern sei ans Herz gelegt, dass es auch einige Bilder gibt, die dieser vielleicht nicht sehen möchte: Sei es die Frau nach ihrer Entjungferung (blutend), Vergewaltigungsszenen, … Bei besonders „groben“ Bildern gibt es eine kleine „Warnung“, so dass der Leser sich an der Stelle überlegen kann, ob er (oder sie) weiterlesen möchte.

Die Bilder sind, klassisch für einen Comic, mit Sprache unterlegt. Mal erzählt der Autor, mal wird der Leser Zeuge eines Gespräches zwischen den (vielen) Charakteren. Diese Unterhaltungen sind zumeist wirklich lustig und (fast) immer interessant. Ich musste oft lachen, immer schmunzeln, denn trotz „Geschichte“ wird hier eine Menge (teils auch schwarzer) Humor an den Tag gelegt.

 

Am Ende des Buches gibt es noch ein mehrseitiges „Memo“. In diesem werden noch einmal die wichtigsten Begriffe erklärt und auch die eine oder andere Frage, die vielleicht nach dem Comic offengeblieben ist, beantwortet. Natürlich (?) ist es schwer auf knapp über 200 Seiten wirklich ALLES über die Geschichte der Sexualität zu schreiben und auch hier ist definitiv nicht vollständig, aber die Qualität sieht hier in jedem Fall.

~°~ Fazit ~°~

Wäre mein Geschichtsunterricht auch so gewesen, es wäre wohl mein Lieblingsfach geworden. (So gehört zu den Fächern mit denen ich so gar nichts anfangen konnte.) Ob ihr euch nun für die Entwicklung der Sexualität interessiert, gerne Comics lest oder einfach mal herzhaft lachen wollt (und dabei vielleicht noch etwas neues lernen), … Ich kann euch „Sex Storys“ dazu wärmsten empfehlen.

In diesem Sinne: Liebt euch. 😉

 

 

Dosenpfirsiche [Rezension – Thriller

Sarah Hilary

Seelenkinder

Die Marnie-Rome-Reihe

448 Seiten

Btb [11.09.2017]

ISBN 9783442748082

[auch erhältlich als  E-Book]

~°~ Klappentext ~°~

Ein grauenvoller Fund: Im Garten seines Hauses in einer Londoner Neubausiedlung entdeckt Familienvater Terry Doyle einen alten Bunker – und darin, dreieinhalb Meter tief in der Dunkelheit, zwei Kinderleichen. Für das Team um Detective Marnie Rome türmen sich die Fragen auf: Wer waren die Kinder? Warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Welche Rolle spielt Clancy, der verhaltensauffällige Ziehsohn von Terry? Die Begegnung mit Clancy ist für Marnie wie eine Falltür in die Vergangenheit – er erinnert sie an ihren Adoptivbruder Stephen, den Mörder ihrer Eltern. Und als Clancy plötzlich mit Terrys leiblichen Kindern verschwunden ist, ahnt Marnie: Jetzt zählt jede Sekunde.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Auf dieses Buch bin ich durch das Cover aufmerksam geworden. Es hat mich mit seinem düster-leuchtenden Foto wie magisch angezogen. Soviel sei vorweg verraten: Ich habe es nicht bereut!

London. Eine ruhige und beschauliche Neubausiedlung in der viele Familien glücklich mit ihren Kindern leben. Doch dann entdeckt Terry Doyle einen Bunker unter seinem Garten – und in ihm die Leichen zweier kleiner Jungen, eng aneinander gekuschelt. Detective Rome wird an den Tatort gerufen, um den Fall zu übernehmen, doch statt wirklicher Aufklärung wird der Fall immer verworrener: Wieso wurden die Kinder nie als vermisst gemeldet? Was hat Clancy, ein verhaltensauffälliger Pflegesohn, damit zu tun? Welche Rolle spielt der schmierige Bauunternehmer? Warum verschwindet Clancy mit Terrys leiblichen Kindern? Hat der Puppen sammelnde Nachbar etwas mit der Sache zu tun? …

Eine spannende Jagd nach dem Mörder beginnt, die voller Wirrungen ist. Die verschiedensten Facetten der Spezies Mensch werden aufs unterschiedlichste beleuchtet.  Die Autorin hat einen flüssigen und sehr spannenden Schreibstil. Der Leser wird förmlich in den Sog der Geschichte gerissen. Immer wenn ich dachte, ich würde die Lösung eines Rätsels kennen, ereilte sich das nächste spannende Ereignis. Oft wurde ich, genau wie die Detectives, auf eine falsche Spur geführt. (Am Ende wurden aber dann doch alle Handlungsfäden sinnvoll auflöst.)

Bei „Seelenkinder“ handelt es sich um den zweiten Band der Marnie-Rome-Reihe. Da dieses aus dem Klappentext nicht hervorging, fiel mir das während des Lesens auch gar nicht auf. Erst am Ende stellte ich fest, dass es sich um eine Reihe handelt, in der Marnie und ihre Kollegen spannende Fälle aufzuklären haben. Dieses Buch ist damit unabhängig von dem Vorgänger zu lesen. An Wissen fehlte mir nichts. Zwar gibt es zwischendurch Andeutungen auf den ersten Teil (zumindest vermute ich dass es sich um den ersten Fall handelt), aber diese werden dann so beschrieben, dass der Leser weiß worum es geht.

~°~ Fazit ~°~

Ein wunderbar spannender Thriller mit vielen überraschenden Wendungen, in einem flüssigen Schreibstil. Wer Gänsehaut mit „echtem“ Monster möchte, für den ist „Seelenkinder“ genau richtig.

 

~ Reihenfolge ~

(voraussichtlich geplant, Band 5)

(Quieter Than Killing – noch nicht in Deutsch erschienen, Band 4)

(Tastes Like Fear – noch nicht in Deutsch erschienen, Band 3)

Seelenkinder [Band 2]

Herzenskalt [Band 1]

Problemzonen? Gibt es nicht! [Rezension]

Corinne Luca

Am liebsten sind mir Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne

Schönheitswahn-Detox für die Frau von 0 bis 99

240 Seiten

Heyne [11.09.2017]

ISBN 9783453604438

[Erhältlich als Taschenbuch und E-Book]

~°~ Klappentext ~°~

Jede Frau ist schön – sie soll es nur nicht wissen. Ob in der Stadt, in Zeitschriften oder auf Instagram: Überall begegnen uns Fotos von trügerisch perfekten Frauenkörpern, die für schöne Achseln, Diäten und weißere Zähne werben. Bilder, die uns Unsicherheiten einreden, um uns die Lösungen gleich mitzuverkaufen. Man kann daran verzweifeln – oder man kann sich vom Optimierungswahn befreien, am besten mit Humor! Corinne Luca erzählt in ihrem Buch ehrlich und mit einem Augenzwinkern, was es heutzutage heißt, eine Frau zu sein. Und kommt zu dem Schluss: Wir müssen uns nicht täglich eine neue Problemzone einreden lassen!

~°~Eindrücke / Meinung ~°~

Corinne Luca ist nicht nur Bloggerin, sondern in erster Linie eine ganz normale Frau. Ganz normal? Nicht, wenn man der Werbung, den Frauenzeitschriften und der Schönheitsindustrie glauben darf. Seien wir mal ehrlich, wer von uns entspricht denn schon so einem retuschierten Model, welches natürlich Sport treibt, sich gesund ernährt, den Haushalt mit links schmeißt, eine liebevolle Ehefrau ist, die immer lächelt und natürlich noch einen gut bezahlten Job in einer Spitzenposition besetzt? Ich gehöre jedenfalls nicht dazu (und kenne auch niemanden persönlich auf den die Beschreibung passt). Corinne ist es genau so gegangen. Sie hatte genug von den ganzen Schönheitsidealen, die Frau sowieso nicht erfüllen kann. In diesem Buch rechnet sie ab mit all den Klischees die das weibliche Geschlecht erfüllen soll. All das auf eine humorvolle und sehr charmante Art. – Eingangs schreibst sie, dass es so wäre, als würde sie sich über die Themen bei einem Mädelsabend mit einer Freundin reden – und sich dabei köstlich amüsieren. Genauso ist es auch diesen flüssigen und erfrischenden Schreibstil. Es war nicht wie ein Buch lesen, sondern mit einer Freundin ausgelassen quatschen. Einfach perfekt. (Besonders wenn Frau dazu Schokolade mümmelt! ;-))

Toll sind auch die vielen einfachen, aber ausdrucksstarken, Zeichnungen. Eigentlich immer von Frauen die dem Schönheitsideal“ garantiert nicht entsprechen (korpulent, unrasiert, …). Herzallerliebst.

Ein kurzweiliges, aber doch zauberhaftes Büchlein, welches Frau durchaus dazu bewegen kann, sich eben nicht mehr hinter Schönheitsidealen zu verstecken. Quasi ein Ratgeber der kein Ratgeber ist und dennoch zum Erfolg führt, wenn sich die Leserin vor Augen führt, wie Recht die Autorin hat. Gebt dieses Buch weiter an andere weibliche (und gerne auch männliche) Wesen, auf das sie dem Schönheitsideal trotzen und die (Werbe)Industrie ehrlicher wird. Wahre Schönheit kommt bekanntlich eh von Innen! 😉

~°~ Fazit ~°~

Ein kurzweiliges, aber doch zauberhaftes Büchlein mit einer ehrlichen und klaren Botschaft: Esst mehr Schokolade! 😉

 

Todesschloss [Rezension – Thriller]

~°~ Das Buch ~°~

Jens Henrik Jansen

Oxen. Das erste Opfer

464 Seiten

Dtv [08.09.2017]

ISBN 9783423261586

~°~ Klappentext ~°~

Der Nr. 1-Bestseller aus Dänemark Niels Oxen, ein schwer traumatisierter Elitesoldat, zieht sich in die Einsamkeit der dänischen Wälder zurück, um seinen inneren Dämonen zu entkommen. Doch bei einem nächtlichen Besuch des Schlosses Nørlund wird er zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall: Hans-Otto Corfitzen, Exbotschafter und Gründer eines Thinktanks, wurde auf dem Schloss zu Tode gefoltert. Oxen gerät in die Fänge des dänischen Geheimdienstes. Seine einzige Chance: Zusammen mit der toughen Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck muss er die wahren Täter ausfindig machen. Die Spuren führen zu einem übermächtigen Geheimbund.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Cover wirkt recht unspektakulär auf mich. Auf den ersten, flüchtigen, Blick sehe ich immer Eis. Erst auf den zweiten erkenne ich dass es sich um eine Ansammlung hoher Bäume im Nebel handelt. Gefällt mir persönlich nicht besonders gut, es kommt ja aber bekanntlich auf den Inhalt an – und der hat es in sich. 😉

Der Name „Oxen“ klingt eigentlich eher nach einem Ort, einer Organisation oder ähnlichen. Aber tatsächlich ist es einfach „nur“ der Nachname von Niels. Niels Oxen ist Ex-Elite-Soldat. Während seiner Dienstzeit hat er vieles gesehen, erlebt, Kameraden verloren und selbst getötet. All das hat Spuren hinterlassen. Zu viele. Psychologen haben ihr Bestes getan, doch sein Trauma ist Niels nicht losgeworden, so zieht er sich, zusammen mit seinem Hund, in die Wälder Dänemarks zurück. Hauptsache weg von der Zivilisation! Eines Tages bemerkt er jedoch merkwürdige Aktivitäten, an einem nahegelegenen Schloss. Wie sich schnell herausstellt wurde der Hausherr, ein Ex-Botschafter, zu Tode gefoltert, genau wie andere seiner (Ex-)Kollegen. Kann der Wahl-Eremit helfen, den Tätern auf die Schliche zu kommen und weitere grausame Morde zu verhindern? Schafft Niels es, sich von seinen Dämonen aus der Vergnügtheit zu befreien oder werden sie ihn einholen? …

Es ist eine spannende Handlung mit einem brisanten, und nicht unaktuellen, Thema. Als Leser fiebert man förmlich mit Niels mit. Der Autor schafft es hier auch sehr gut, die Gefühle, welche in Oxen kochen, zu beschreiben. Eine schöne und interessant ausgearbeitete Figur. Nicht weniger uninteressant sind auch die anderen vorkommenden Personen. Der Leser bekommt die nötigen Details und genug Hintergrundinformationen, um die Charaktere „rund“ werden zu lassen.

Der Schreibstil ist packend, streckenweise (für mich) aber auch etwas anstrengend. (Vielleicht liegt es auch einfach an der Übersetzung!?) Nichts desto trotz habe ich die fast 500 Seiten förmlich verschlungen.

~°~ Fazit ~°~

Ein wirklich guter Einstig in eine Trilogie, die eine Menge Spannung bietet: Runde Charaktere, brisantes Thema, (zu meist) flüssiger Schreibstil.

~ Reihe ~

Gefrorene Flamme [Teil 3, erscheint voraussichtlich 20. Juli 2018]

Der dunkle Mann [Teil 2, erscheint voraussichtlich 09. März 2018]

Das erste Opfer [Teil 1]

Schwein gehabt [Rezension – Lyrik]

Thomas Gsella

Saukopf Natur

160 Seiten

A. Kunstmann

ISBN 9783956141256

~°~ Klappentext ~°~

»Niemand auf der Welt ist in die Natur so vernarrt wie die Deutschen. Kaum hört mal der Regen versehentlich auf, gehen sie vor die Tür in ihre heiß geliebte Umwelt, um auf nassem Laub auszurutschen und sich eine grippale Infektion zu sichern oder im Sommer Hitzekoller und Sonnenbrand. So kommt alle Unbill, alles Leid allein von der Natur, und was machen die Deutschen? Sie machen das, was sie am liebsten tun, sie identifizieren sich mit dem Aggressor, sie verschmelzen mit dem Saukopf.« Verschmelzen mit der Natur? Das ist für den Lyriker Thomas Gsella keine Option: gegen den Saukopf muss man sich wehren, mit Gedichten, Wehklagen, Tiraden. Gegen Pfütze und Zecke, Vögel und Wiesen, Igel und Wurzeln, gegen Wasser, Schluchten, Bäume, gegen Sonne, Mond und Sterne und ja, gegen den Klee natürlich auch: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Doch Klee muss man verfluchen. Er zwingt uns mit der dunklen Macht, Vierblättrige zu suchen. Mit diesen Gedichten im Gepäck kann man sich dann getrost in die Natur wagen, man wird ihren Herausforderungen gestärkt und gewitzt begegnen – und was hätten wir heute nötiger als das?

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Die Gedichte haben, für mich, verschiedene Stufen. So gibt es prägnante die, trotz oder auch gerade wegen, ihrer Kürze, zum Nachdenken anregen und längere, hinter denen einfach kein Sinn stehen mag. Bei einigen dachte ich „Wow“, bei anderen war ich mir sicher, dass ich bereits in der Grundschule bessere Lyrik geschrieben habe. Gedichte zu bewerten ist eben einfach immer sehr schwierig, denn in dem Moment, als den Autor die Muse küsste, erschien es ihm sicher richtig, seine Gedanken in Worte zu fassen. Doch für manch anderen, in diesem Fall den Leser (mich), ergeben diese „Gedanken“ nicht immer Sinn.

Doch halt! Soll dieses Buch überhaupt einen Sinn ergeben? Immerhin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um Satire handelt. Egal, ob nun mit oder ohne Sinn, der Schreibstil ist angenehm und alle Gedichte zumindest zur Zerstreuung geeignet.

Die enthalten Zeichnungen sind wirklich toll, humorvoll dargestellt und passend zum folgenden Kapitel. Leider gibt es diese Bilder auch nur dort: Am Anfang der Kapitel. Hier hätte ich mir Bilder zu den einzelnen Gedichten gewünscht, um alles ein wenig aufzulockern.

Insgesamt ein etwas durchwachsenes Büchlein, welches aber wunderbar für zwischendurch geeignet ist. Einfach mal zum Innehalten, zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln.