Am Anfang war Inzest [Rezension – Comic]

Phillipe Brenot, Laetitia Coryn

Sex Storys

208 Seiten

Btb [25.09.2017]

ISBN 9783442757442

[auch erhältlich als E-Book]

~°~ Klappentext ~°~

Unser Verhältnis zur Sexualität ist ständig im Fluss, doch seit Beginn der menschlichen Zivilisation bestimmt sie unser Leben und in unserem Alltag ist sie omnipräsent. Aber was wissen wir wirklich? SEX STORY wirft einen höchst vergnüglichen und informativen Blick auf die Geschichte der Sexualität: von den Anfängen der Menschheit bis zum digitalen Zeitalter, von Kleopatras exzentrischen Neigungen zum ersten Genitalpiercing im 19. Jahrhundert, von Michelangelos Homosexualität zur sexuellen Revolution der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Dieses erste Comic zur Geschichte der Sexualität, eine Zusammenarbeit der jungen Illustratorin Laetitia Coryn und des Sexualwissenschaftlers und erfolgreichen Buchautors Philippe Brenot, bietet eine völlig neue Sichtweise auf das Thema: frech, faktenreich, witzig.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Phillipe Brenot ist nicht nur Anthropologe und Psychiater, sondern auch das „Institut für Sexualstudien“. (Ausgerechnet in Paris, wo die „Aufklärungsquote“ in den Schulen auf ein Minimum beschränkt ist …) Nun hat Brenot, bereits Autor zahlreicher Sachbücher, ein neues Buch herausgebracht. Auch dieses ist ein Sachbuch – und doch GANZ anders:

Als Comic wird dem Leser hier die Entwicklung der Sexualität erzählt. Von Adam und Eva bis in die Gegenwart und sogar einen Blick in die Zukunft wagt er. (Geschichte wiederholt sich. ;)) Dabei gibt es aber nicht nur Fakten, die man bereits aus den Geschichtsbüchern kennt, sondern vor allen Dingen eben die Anekdoten, welche eben in eben diesen Büchern verschwiegen werden. – Oder habt ihr in Biologie oder Geschichte gelernt, dass Kleopatra den ersten Vibrator erfand, indem Sie sich ein mit Bienen gefüllte Papyrusrolle [zensiert]. Nein? Eben! Ich auch nicht. Hier erfährt der neugierige Leser welche Berühmtheiten eine Vorliebe für das gleiche Geschlecht hatten, welche Sexualpraktik sie bevorzugten und allgemein wie sich die Sexualität, von der unbefangenen Nacktheit über die Entwicklung des Schamgefühls bis hin zur Erfindung von Verhütungsmitteln und Sexspielzeug fortgesetzt hat. Die Geschichte ist chronologisch aufgebaut, so dass ich mir teils ein wenig wie ein Voyeur vorkam, der am Rande steht, zusieht … und über teils wirklich merkwürdige Ansichten (aus heutiger Sicht) den Kopf schüttelt. – Wirklich toll gemacht. 😉

Das Ganze aber nicht etwa in trockenen Texten, sondern in wunderbaren bunten Bildern. Die Zeichnungen sind gut zu erkennen, was sicher auch an dem Großformat (DIN A4) liegt. Einige sind etwas detailreicher gestaltet als andere, doch sämtliche Bilder haben mir sehr gut gefallen. Zartbesaiteten Lesern sei ans Herz gelegt, dass es auch einige Bilder gibt, die dieser vielleicht nicht sehen möchte: Sei es die Frau nach ihrer Entjungferung (blutend), Vergewaltigungsszenen, … Bei besonders „groben“ Bildern gibt es eine kleine „Warnung“, so dass der Leser sich an der Stelle überlegen kann, ob er (oder sie) weiterlesen möchte.

Die Bilder sind, klassisch für einen Comic, mit Sprache unterlegt. Mal erzählt der Autor, mal wird der Leser Zeuge eines Gespräches zwischen den (vielen) Charakteren. Diese Unterhaltungen sind zumeist wirklich lustig und (fast) immer interessant. Ich musste oft lachen, immer schmunzeln, denn trotz „Geschichte“ wird hier eine Menge (teils auch schwarzer) Humor an den Tag gelegt.

 

Am Ende des Buches gibt es noch ein mehrseitiges „Memo“. In diesem werden noch einmal die wichtigsten Begriffe erklärt und auch die eine oder andere Frage, die vielleicht nach dem Comic offengeblieben ist, beantwortet. Natürlich (?) ist es schwer auf knapp über 200 Seiten wirklich ALLES über die Geschichte der Sexualität zu schreiben und auch hier ist definitiv nicht vollständig, aber die Qualität sieht hier in jedem Fall.

~°~ Fazit ~°~

Wäre mein Geschichtsunterricht auch so gewesen, es wäre wohl mein Lieblingsfach geworden. (So gehört zu den Fächern mit denen ich so gar nichts anfangen konnte.) Ob ihr euch nun für die Entwicklung der Sexualität interessiert, gerne Comics lest oder einfach mal herzhaft lachen wollt (und dabei vielleicht noch etwas neues lernen), … Ich kann euch „Sex Storys“ dazu wärmsten empfehlen.

In diesem Sinne: Liebt euch. 😉

 

 

Apoclypse now! – Endzeit. Stimmung pur

Licht aus, Spot an

Mein Tag fing schon total blöd an, so habe ich es z.B. geschafft mich zu verletzen – beim Wäsche machen… Irgendwann, im Laufe des Vormittags, war dann der Strom weg. Auch der erste Nach-dem-Urlaub-Tag verlief auf der Arbeit nicht besser, da ein neues System zu regelmäßigen Abstürzen neigte.

Mein GöGa rief den Vermieter an, Elektriker kam und behob die Störung, welche im übrigen das ganze Haus betraf. Irgendwas mit den Stadtwerken, die den Strom einspeisen. Als ich nach Hause kam war alles wieder in Ordnung. Ich fütterte Minou und Aronia, bereitete das Essen für die Dosenöffner vor und war gerade im Begriff meinem BestBro eine E-Mail zu schreiben, als um mich herum alles dunkel wurde.

Da war er wieder, der Stromausfall. Nicht lange und Nachbarn fragten herum, ob es (wieder) überall war. Jupp, war es. Nun könnte man sich durchaus darüber ärgern. Ich tat einfach etwas praktisches: Kerzen, Taschenlampe, Buch – entspannen. Ändern konnte ich ja eh nichts. Warum dann darüber aufregen? (Man beachte mit welchem Satz der Absatz begann… *grmpf*)

Schattenspiele

Manchmal gibt es auch in den ungewöhnlichsten Situationen etwas Tolles. Ich für meinen Teil habe Lichtspiele für mich entdeckt und damit, wie ich finde doch recht schöne, „Kunstwerke“ geschaffen. 😀

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Mein Bruderherz – sein freier Tag und das ganze mit Strom – war der Meinung mich ärgern zu müssen. Es kam der eine oder andere „Beschäftigungsvorschlag“, den mein GöGa und ich ja umsetzen könnten. *hust*

Ab in den Kerker

Nachdem mein Liebster wieder Zuhause war – von mir ganz klassisch mit einer Laterne an der Wohnungstür abgeholt – aßen wir unser kaltes Mahl (Glücklicherweise bereite ich meist alles so vor, dass es nur noch erwärmt werden muss.), im Kerzenschein. Candle-Light-Dinner  der unfreiwilligen Art. 😉

Danach beschlossen wir etwas zu Spielen. Nach einem Blick auf unsere Gesellschaftsspiele verwarfen wir diese Idee wieder. Aber es gab da noch etwas: Ein DSA-Soloabenteuer. – Wir nehmen das mit dem Solo nicht so genau und ich versuche mich als Spielleiterin, während „mein Held“ durch das Abenteuer streift. Kaum hatten wir alles vorbereitet ging das Licht an… Statt aber aufzuspringen und an den PC o.ä. zu flüchten, spielten wir im Kerzenschein „Die schwarze Eiche“. Oft kam in der Geschichte das flackern der Fackeln vor. Perfekt, denn durch das flackern der Kerzen war es fast so, als wäre man direkt in der Welt.

Erleuchtendes Fazit

Solche Stromausfälle sollte es öfter geben, denn dann reden die Menschen wieder miteinander (spätestens dann, wenn die Akkus der Smartphones, Laptops etc. leer sind) und merken – ganz vielleicht – das es noch andere, Zwischenmenschliche, Dinge gibt. 😉

Kleines Reise-S.O.S. [Rezension – Lifehacks Reise]

Wenn einer eine Reise tut… dann hat er nicht nur was zu erzählen, sondern es geht vielleicht auch mal etwas schief. Um eben genau für solchen Lebenslagen vorbereitet zu sein, hat der DuMont Reiseverlag sich mal bei seinen Mitarbeitern umgehört und tolle Tipps gesammelt. Zusammengefasst sind sie in diesem Buch:

Marie Geißler

Auf alles vorbereitetLifehacks für unterwegs

160 Seiten

DuMont Reiseverlag [24.03.2017]

ISBN 9783770184804

Erhältlich als Taschenbuch und als E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Wer viel unterwegs ist, entdeckt im Laufe der Zeit so manchen Trick, der das Reisen entspannter macht. In diesem charmant illustrierten Buch verraten die DuMont-Reiseprofis 300 unverzichtbare Tipps und verblüffende Kniffe, die selbst Vielreisenden ein „Aha“ entlocken. Wie spart man Platz im Koffer und bringt die Kleidung ohne Knitter ans Ziel? Welche technische Helfer machen den Alltag leichter und welche einfachen Dinge helfen beim Improvisieren in allen Lebenslagen? Ob allein unterwegs oder Familienurlaub, Kurztrip oder Weltumrundung – dieses Buch ist ein findiger und vergnüglicher Begleiter für alle Fälle.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Cover zeigt eine ziemlich relaxxte Frau, samt Cocktail, in einem Regenschirm. Sieht lustig aus und deutet auch ein wenig auf den Inhalt dieses Buches hin. In etwa wie: „Mit diesen Tipps kann ich den Urlaub genießen.“ Mir gefällt es sehr gut. Das Gummi hilft dabei, das Buch z.B. auch im Koffer zusammen zu halten und schützt so die Seiten. (Lifehack a lá Mooni: Ein Einmachgummi hilft ebenso. ;))

Einige Tipps sind wirklich interessant, z.B. sein Outfit platzsparend so zusammen zu fassen, das Outfit platzsparend so zusammenzurollen, dass es nicht nur knitterfrei bleibt, sondern der/ die Reisende gleich alles zusammen hat. Selbst einige Upcyclingideen haben hier Platz gefunden, ob nun einen Toilettenpapierspender aus einer PET-Flasche basteln oder einen Smartphonehalter aus einem Einwegbecher. Teilweise sind Tipps darunter, die man nicht (nur) für den gebrauchen kann.

Bei anderen Tipps dachte ich nur „Ernsthaft?“. So wird z.B. geraten statt eines Wörterbuches – ausgerechnet – den Googleübersetzer zu nutzen. Ebenso wird nahegelegt die Ecken des Koffers mit Taschentuch-Päckchen zu auszustopfen. An sich ja nicht tragisch, allerdings wird in diesem Lifehack dazu geraten, man könne diese auch als Toilettenpapier gebrauchen. – Verstopfung des WCs ist da wohl vorprogrammiert …

Obwohl es sich hier ja um ein Sachbuch handelt, ist der Schreibstil wirklich großartig. Es gibt wenig Text, aber dieser ist in einem lockeren, leicht verständlichen Stil verfasst. Besonders toll sind die vielen Bilder. Es gibt zahlreiche Illustrationen zu den ganzen Tipps. Oft auch begleitet von einem passenden (Reise)Zitat. Das Design dieses Ratgebers ist insgesamt wirklich großartig.

Ein großer Vorteil ist sicher auch das Gewicht dieses Buches, denn es ist wirklich extrem leicht. Damit lässt es sich gut mit im Koffer oder im Rucksack verstauen, ohne dabei (wirklich) ins Gewicht zu fallen. (Wortspiel verstanden? ;-))

~°~ Fazit ~°~

299 nützliche und hilfreiche Kniffe für die Reise, mal mehr, mal weniger nützlich. Aber immer amüsant und interessant. Die tollen Illustrationen runden das ganze ab und erst durch sie macht es so richtig Spaß in dem Buch zu blättern.

Schwein gehabt [Rezension – Lyrik]

Thomas Gsella

Saukopf Natur

160 Seiten

A. Kunstmann

ISBN 9783956141256

~°~ Klappentext ~°~

»Niemand auf der Welt ist in die Natur so vernarrt wie die Deutschen. Kaum hört mal der Regen versehentlich auf, gehen sie vor die Tür in ihre heiß geliebte Umwelt, um auf nassem Laub auszurutschen und sich eine grippale Infektion zu sichern oder im Sommer Hitzekoller und Sonnenbrand. So kommt alle Unbill, alles Leid allein von der Natur, und was machen die Deutschen? Sie machen das, was sie am liebsten tun, sie identifizieren sich mit dem Aggressor, sie verschmelzen mit dem Saukopf.« Verschmelzen mit der Natur? Das ist für den Lyriker Thomas Gsella keine Option: gegen den Saukopf muss man sich wehren, mit Gedichten, Wehklagen, Tiraden. Gegen Pfütze und Zecke, Vögel und Wiesen, Igel und Wurzeln, gegen Wasser, Schluchten, Bäume, gegen Sonne, Mond und Sterne und ja, gegen den Klee natürlich auch: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Doch Klee muss man verfluchen. Er zwingt uns mit der dunklen Macht, Vierblättrige zu suchen. Mit diesen Gedichten im Gepäck kann man sich dann getrost in die Natur wagen, man wird ihren Herausforderungen gestärkt und gewitzt begegnen – und was hätten wir heute nötiger als das?

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Die Gedichte haben, für mich, verschiedene Stufen. So gibt es prägnante die, trotz oder auch gerade wegen, ihrer Kürze, zum Nachdenken anregen und längere, hinter denen einfach kein Sinn stehen mag. Bei einigen dachte ich „Wow“, bei anderen war ich mir sicher, dass ich bereits in der Grundschule bessere Lyrik geschrieben habe. Gedichte zu bewerten ist eben einfach immer sehr schwierig, denn in dem Moment, als den Autor die Muse küsste, erschien es ihm sicher richtig, seine Gedanken in Worte zu fassen. Doch für manch anderen, in diesem Fall den Leser (mich), ergeben diese „Gedanken“ nicht immer Sinn.

Doch halt! Soll dieses Buch überhaupt einen Sinn ergeben? Immerhin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um Satire handelt. Egal, ob nun mit oder ohne Sinn, der Schreibstil ist angenehm und alle Gedichte zumindest zur Zerstreuung geeignet.

Die enthalten Zeichnungen sind wirklich toll, humorvoll dargestellt und passend zum folgenden Kapitel. Leider gibt es diese Bilder auch nur dort: Am Anfang der Kapitel. Hier hätte ich mir Bilder zu den einzelnen Gedichten gewünscht, um alles ein wenig aufzulockern.

Insgesamt ein etwas durchwachsenes Büchlein, welches aber wunderbar für zwischendurch geeignet ist. Einfach mal zum Innehalten, zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln.

 

 

 

 

Der große Traum [Rezension – Roman / Drama]

Lana Lux

Kukolka

375 Seiten

Aufbauverlag [18.08.2017]

ISBN 9783351036935

 

„Liebe ist Vertrauen

 Das habe ich mal auf einer Werbung für Kondome gelesen.“

~°~ Klappentext ~°~

Olga Grjasnowa Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Samira ist ein Straßenmädchen, trotzdem ist sie zufrieden: Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen, ein Dach über dem Kopf, eine erwachsene Freundin und sie verdient ihr eigenes Geld. Durch betteln, denn das kann sie am besten, da sie einfach so zerbrechlich aussieht. Eines Tages trifft sie auf Rocky, der sie als Püppchen bezeichnet, und bei dem sie sich das eine oder andere dazuverdienen kann. Schokolade zum Beispiel. Dafür muss sie ihn nur lange genug „massieren“. Bald schon wird Samira zu Rockys Spielzeug, das er auch mit seinen reichen Freunden teilt. Aus Samira wird Kukola, ein Straßenmädchen, welches einen großen Traum hegt: Sie möchte zu ihrer Freundin, die nach Deutschland adoptiert wurde …

Ausbeutung, Schikane und Gewalt sind an der Tagesordnung. Auch Samira gerät in diese Spirale, aus der es keinen Ausweg mehr zu geben scheint. Die Autorin schafft es hier eine Vielzahl von Bildern und Gefühlen im Leser aufstreben zu lassen. Lana Lux hat hier nichts verschönert, sondern konfrontiert den Leser mit der blanken und entsetzlichen Wahrheit, vor der nicht allzu oft die Augen verschlossen werden.

Anfangs war ich skeptisch, ob dieser Roman wirklich etwas für mich ist. Ich wurde positiv überrascht, denn „Kukolka“ ist ganz anders, als alle Dramen die ich bisher gelesen habe. Hier vereinen sich Schmerz und Sehnsucht mit Hoffnung. Ein Buch voller großer Gefühle, ausdrucksstark, aufrüttelnd, bewegend.

~°~ Fazit ~°~

Unbedingt lesen!

ATEMlos [Rezension – Thriller]

~°~ Das Buch ~°~

Derek Meister

Blutebbe

416 Seiten

Blanvalet [19.06.2017]

ISBN 9783734104787

~°~ Klappentext ~°~

Auf einem Geisterschiff im Watt werden die Leichen zweier Frauen gefunden. Sie sind grausam zugerichtet, wie Fische aufgehängt und ausgenommen worden. Ihre Lungen fehlen, und der Mörder hat eine seltsame Rune hinterlassen. Ein Ritualmord? Die Ermittlungen führen Knut und Helen zu einem weiteren Todesfall, der bereits Jahrzehnte zurückliegt. Treibt ihr Täter seitdem unbemerkt an der Küste sein Unwesen? Bevor Knut und Helen die schaurige Wahrheit herausfinden können, werden sie selbst zu Gejagten …Der dritte Teil der Thrillerserie um das Ermittlerteam Henning und Jansen.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Schon das Cover ist herrlich düster. Ein in der Gischt treibendes Boot, bei Sonnenuntergang. Leider hat es mit dem Inhalt nicht ganz so viel gemein, denn in der Geschichte geht es um ein Segelboot. Mir gefällt das Bild dennoch sehr gut und, soviel sei verraten, auch der Titel ist durchaus passend gewählt.

Eines Abends treibt ein Schiff führerlos durch die Nordsee. Durch die Ebbe läuft es auf Grund. Während die Retter anfangs von Betrunkenen ausgehen, wird schnell klar, dass hier etwas viel brutaleres stattgefunden hat. Statt dösenden Trunkenbolden befinden sich die Leichen zweier Frauen an Board. Das kuriose: der Täter hat ihre Lungen entfernt. Ob die Zeichen, die an Runen erinnern, etwa damit zu tun haben? Wer ist der Mörder: Ein religiöser Fanatiker oder ein durchgeknallter Psychopath?

Neben der Hauptgeschichte läuft am Rande eine weitere. Ich vermute, dass sich diese auf einen vorangegangenen Teil bezieht. (Da „Blutebbe“ mein erster Teil dieser Reihe war, kann ich dieses aber wirklich nur vermuten.) Diese Nebenhandlung war zwar ganz nett, aber jetzt auch nicht so interessant, als das sie eine wirkliche Bereicherung darstellt.

Ein wunderbar packender, da bildlicher Schreibstil. Der Autor schafft es den Spannungsbogen so hoch zu ziehen, dass man als Leser förmlich um die Auflösung bettelt. Immer wieder wurde ich von den Ereignissen überrascht. Selbst das Ende war anders, als ich es erwartet hätte.

~°~ Fazit ~°~

Ein durch und durch spannender Thriller – allerdings nichts für schwache Nerven!

 

~ Reihe ~

Blutebbe [Band 3]

Die Sandwitwe [Band 2]

Der Jungfrauenmacher [Band 1]

Hilfe, ich bin meine Leherin! [Rezension – Kinderbuch]

~°~ Das Buch ~°~

Kristina Dunker

Der Zauberkaugummi

176 Seiten

Coppenrath [01.07.2017]

9783649669968

~°~ Klappentext ~°~

Was für ein verkorkster Tag: Zum Trost für ihr vergessenes Pausenbrot hat Mia einen Kaugummi (!) von ihrer Lehrerin (!!) bekommen und übt jetzt Blasenmachen mit Frau Strerup (!!!). Aber es kommt noch viel verrückter; denn eine geplatzte Kaugummiblase später steckt Mia plötzlich im Körper von Frau Strerup – und Frau Strerup steckt im Körper von Mia! Was Mia nun in Lehrerinnengestalt alles erlebt, wie die fiesen Knallbonbon-Brüder zahm werden, was eine experimentierfreudige Chemielehrerin mit der Sache zu tun hat, wie Mia mit einem verliebten Hausmeister fertig wird und wie zum Schluss ein Hund namens Humbug das Schulorchester rettet, ist so spannend und lustig, dass selbst dem Direktor glatt die Spucke wegbleibt …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das bunte Cover lädt zum Betrachten und Fühlen ein, denn der „Kaugummi“ hat eine raue Oberfläche, während das restliche Cover glatt ist. (Ich ertappte mich dabei, daran zu rubbeln, in der Hoffnung dass ein Duftstoff beigesetzt wurde. Scheint jedoch nicht der Fall. ;-))

Mia und ihre Schwester sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und ausgerechnet heute hat ihre Mutter die Pausenbrotboxen der beiden vertauscht. – Es regnet wie verrückt, doch das hindert den Direktor nicht, seine Schüler auf den Pausenhof zu scheuchen, doch Mia versucht sich zu drücken und wird von Frau Strerup entdeckt. Da der Schülerin der Magen knurrt, bietet ihre Lehrerin ihr einen Kaugummi an. Besser als nichts!? Blöd nur, wenn es sich um einen Zauberkaugummi handelt. Mia’s Bewusstsein findet sich plötzlich im Körper ihrer Lehrerin. Während Frau Strerup sich darüber freut wieder ein Kind zu sein, ist ihr Gegenüber völlig aufgelöst. Doch mit der Rückverwandlung gibt es ein Problem und so muss Mia so tun, als sei sie Lehrerin. – Ob sie es dabei schafft ihre Vorteile auszuspielen und die Lehrer und ihre Familie zu täuschen? …

Für diese Geschichte braucht der/die Leser/in zumindest einen kleinen Hang zur Fantastik. (Es sein denn natürlich selbiger hat bereits Zauberkaugummi genascht ;-)) Wem das gelingt, erwartet eine heitere und spannende Geschichte.

Kristina Dunker hat einen schönen Schreibstil, sehr weich, dennoch schafft sie es, die Sätze so zu formulieren, dass nicht nur Spannung aufgebaut wird, sondern auch ein Lacher nach dem anderen folgt. Die Charaktere sind allesamt sehr sympathisch und authentisch dargestellt. Es war beim Lesen ein wenig so, als würde ich selbst mit auf dem Schulhof stehen. Was ein klein wenig fehlt sind mehr bildlichere Beschreibungen, wie z.B. vom Lehrerzimmer oder eben auch der Schule an sich.

Empfohlen wird das Buch ab 9 Jahren. Für mich persönlich kommt das gut hin, denn die Geschichte ist einfach genug, um alles zu verstehen. In die Handlung kann sich wohl jeder hineinversetzen, der/ die bereits in die Schule geht (Erstklässler vielleicht noch ausgeschlossen ;-)).

~°~ Fazit ~°~

Die Geschichte hat eine lustige Handlung und wird spannend erzähl. Ich hätte mir ein paar bildliche Beschreibungen mehr gewünscht, aber das ist nur ein minimales Manko. Die schwarz-weiß Bilder runden alles ab. Mir hat „Der Zauberkaugummi“ gut gefallen. Eine wunderbare Ferienlektüre (oder um die Zeit bis zu den Ferien zu überbrücken ;-)).