Wenn Lügen dein Leben bestimmen [Rezension – Jugendroman]

~°~ Das Buch ~°~

Christina Michels

Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte

304 Seiten

Magellan

ISBN 9783734856037

~°~ Klappentext ~°~

Was wahr ist, wird man wohl noch sagen dürfen – nach diesem Motto lebt Rinnie und schafft sich damit nicht nur Freunde. Doch jetzt ertappt sie sich dabei, wie sie den Leuten eine Lüge nach der anderen auftischt. Allen voran Christian, der ihretwegen im Krankenhaus liegt und vielleicht nie wieder gesund wird. Aber wie soll sie ihm die Wahrheit sagen, wenn das bedeuten würde, ihn für immer zu verlieren?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Mir gefällt der Einband wirklich gut, denn er fühlt sich nach Stoff an. Schön warm und griffig. Das zuckersüße Motiv mit kleinem Törtchen passt sehr schön zum Inhalt.

Die junge Rinnie führt ein ganz normales Teenagerleben. Zumindest bis sie eines Tages mal wieder ihre beste Freundin aufheitern muss. Kurzerhand schnappt sich Rinnie eine Plane, auf der sie eine gepfefferte Botschaft schreibt. Doch dann taucht auf einmal ein Reiter auf. Die Plane flattert, das Pferd scheut und der Junge fällt vom Pferd, mitten auf einem Stein. Während Rinnie völlig außer sich und gar nicht so recht weiß was sie machen soll, ist ihre Freundin spurlos verschwunden. Später erfährt der Teenanger, dass der Reiter im Krankenhaus liegt und vermutlich nie wieder laufen kann. Rinnie gibt sich die Schuld – und versucht alles, geheim zu halten, dass ihre Plane der Auslöser für den Unfall war. Dabei verstrickt sie sich immer mehr in Lügen, welche schon bald ihren Alltag bestimmen. Zu allem Überfluss verliebt Rinnie sich auch noch …

Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich konnte gar nicht anders, als mich immer wieder zu fragen, ob ich anders gehandelt hätte. Das empfohlene Lesealter liegt bei 14 – 17 Jahren. Das finde ich durchaus angemessen, denn in diesem Alter können sich die LeserInnen am besten mit Rinnie identifizieren.

Ein schöner locker-flockiger Schreibstil im Jugendjargon. Die Geschichte ist gut zu verstehen und hat einen sehr hohen Lerngehalt.

~°~ Fazit ~°~

„Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte“ ist nicht nur ein spannender Roman, sondern eine gute Möglichkeit sich mit sich selbst –  und seiner Ehrlichkeit – auseinanderzusetzen.

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Ich bin für dich da [Rezension – Kinderbuch]

~°~ Das Buch ~°~

Udo Weigelt & Joëlle Tourlonias

Luna und der Katzenbär …

…. gehen in den Kindergarten

80 Seiten

Cbj [22.05.2017]

ISBN 9783570173718

[auch als E-Book erhältlich]

~°~ Klappentext ~°~

Der reinste Kindergarten! Luna ist ganz aufgeregt – ihr erster Tag im Kindergarten! Schnell lernt sie neue Freunde kennen, mit denen sich auch gut zusammen spielen lässt. Karlo gefällt das gar nicht. Als er dann auch noch beim Mama-Papa-Kind-Spiel mitmachen muss, beschließt er, Luna von nun an lieber alleine in den Kindergarten gehen zu lassen. Doch da verabredet sich Luna mit Carola – bei ihm Zuhause!

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Ein niedliches Bild auf dem Cover zeigt die Protagonistin Luna mit ihrem Katzenbär Karlo. Mir gefällt es gut, auch wenn die Details nicht so wirklich herausgearbeitet sind.

Die Geschichte handelt von einem kleinen Mädchen, Luna, welches am nächsten Tag in den Kindergarten kommt und deswegen schon total aufgeregt ist. Wie gut das sie Karlo, ihren Katzenbär, hat. Er wird sie begleiten und beschützen. Doch erst einmal im Kindergarten angekommen stellen die beiden schnell fest, dass dort gar keine Gefahren lauern. Ganz im Gegenteil, denn Luna findet sogar eine Freundin. Das aber macht Karlo ganz traurig, denn jetzt hat „sein Mädchen“ ihn gar nicht mehr lieb – oder etwa doch?

Eine schöne Geschichte, kurz aber aussagekräftig. Der (junge) Leser kann sich gut in die Gefühlswelt des Mädchens, als auch in die des Katzenbärens hineinversetzen. Luna wirkt  allerdings ein wenig älter, da sie oft sehr vernünftig ist und logisch argumentiert. Hier fehlt mir ein klein wenig die „Kindekomponente“, also die Naivität.

„Luna und der Katzenbär“ wird von sehr vielen bunten Bildern begleitet. Diese sind stets passend zur Handlung, teils sogar zweiseitig. Allesamt sind weich und wirklich knuffig gestaltet. Toll finde ich auch den Hintergrund, denn hier sind es keine weißen Buchseiten, sondern beigefarbene (etwa so wie die Farbe des Einbandes).

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Es gibt keine schwierigen Wörter, die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Auch die Schriftgröße ist, zum Vorlesen, angenehm. Für kleine Kinder zum Selbstlesen finde ich sie allerdings etwas zu klein.

Der Verlag empfiehlt hier ein Lesealter ab 5 Jahren. Offengestanden irritiert mich das ein wenig, denn mit 6 geht es ja meist schon in die Schule. In den Kindergarten geht es bereits mit 3 Jahren. Damit wäre diese Geschichte, zumindest von der Handlung her, eher etwas für jüngere Kinder, ob sie davon aber bereits alles verstehen wage ich zu bezweifeln.

~°~ Fazit ~°~

Eine schöne kurzweilige Geschichte mit hohem Lernfaktor. Hier wird spielend erklärt warum Freunde auch Freunde bleiben, wenn sie mit anderen spielen und das man vor dem Besuch im Kindergarten keine Angst zu haben braucht.

 

~ Reihe ~

Luna und der Katzenbär gehen in den Kindergarten [Teil 4]

Ein magischer Ausflug [Teil 3]

Luna und der Katzenbär vertragen sich wieder [Teil 2]

Luna und der Katzenbär [Teil 1]

Alle meine Ponys [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Britta Kudla , Dagmar Henze

Mein Pony-Vorleseschatz

112 Seiten

Coppenrath [31.01.2017]

ISBN 9783649624509

~°~ Klappentext ~°~

Milli liebt ihr Pony Blümchen über alles. Doch ihre Eltern können sich das teure Tier nicht mehr leisten. Was nun? Milli ist völlig verzweifelt, bis ihr auf der Auktion eine geniale Idee kommt. Auch Irene macht sich Sorgen, denn sie muss beim großen Ponyrennen ausgerechnet auf dem schwerfälligen Waldo starten. Wird sie Clarissa und ihren schnellen Bellini trotzdem schlagen? 14 Ponygeschichten voller Gefühl und Witz – erzählt von Manfred Mai, Sarah Bosse, Margret Rettich, Maja von Vogel und vielen anderen. Zum Vorlesen und ersten Selberlesen für alle Ponyfreunde.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Cover deutet bereits sehr schön an, worum es beim Inhalt geht: Ponys! Auch wenn die Zeichnung wirklich schön ist, so ist es doch etwas anderes, was hier ganz besonders ist: Das Lesebändchen. An dessen Ende befindet sich nämlich ein kleiner Anhänger. Passend zum Thema stellt dieser ein Hufeisen mit einem Pferd- (oder auch Pony-)Kopf dar.

Die enthaltenen Geschichten haben alle ein anderes Thema, doch immer das Schwerpunkt Pony. Mal sind sie lustig, mal total traurig. Es sind zusammen gesammelte Kurzgeschichten, so finden sich hier neben neueren Abenteuern auch ein Klassiker von Astrid Lindgren. – Allerdings handelt es sich hierbei um einen Auszug aus „Ronja Räubertochter“, so dass es irgendwie keine wirklich ganz eigene Geschichte ist.

Besonders gut gefallen haben mir „Das wilde Pony Fridolin“ von Mirijam Müntefering und „Das Pony in den Bergen“. Fridolin wird schnell als gefährlich verschrien, obwohl er eigentlich ein ganz Lieber ist. Hier zeigt sich gut wie schnell Vorurteile entstehen können. Beim Pony in den Bergen geht es um ein geschundenes Lasttier, dass gar nicht mehr in der Lage ist, die schweren Körbe zum Markt und wieder zurück zu tragen, von seinem Halter genau dazu angehalten wird. Diese Geschichte macht anschaulich deutlich dass Ponys (Tiere) Lebewesen sind, die Gefühle haben. Aber auch die anderen Geschichten haben allesamt einen Lerngehalt bei dem immer das Tier im Vordergrund steht.

Das empfohlene Lesealter liegt hier bei 5-7 Jahre. Zum Selbstlesen kann das durchaus noch etwas schwer sein, denn der Text ist recht klein geschrieben und es sind auch immer mehrere Seiten. Als Vorlesegeschichten haben sie jedoch genau die richtige Länge.

Aufgelockert werden die Geschichten durch wunderschöne bunte Bilder, passend zur jeweiligen Geschichte.

~°~ Fazit ~°~

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Länge der Geschichten ist genau richtig, die Bilder sehr nett anzusehen und das Lesebändchen ist, dank des Anhängers, wirklich ein Highlight. Ein schönes Vorlesebuch – nicht nur für Ponyliebhaber! 😉

It`s magich [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Jennifer Bell

Izzy Sparrow

Die Geheimnisse von Lundinor

368 Seiten

Area Verlag [11.01.2017]

ISBN 9783401602776

Erhältlich als Gebundene Ausgabe und E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Psst! Die Dinge flüstern, sei ganz Ohr. Sie rufen dich nach Lundinor!   Auf der Flucht vor finsteren Männern, die wie aus dem Nichts im Haus ihrer Oma auftauchten, landen Izzy Sparrow und ihr Bruder in der geheimen Stadt Lundinor. Schnell stellen sie fest, dass nicht nur der Koffer magisch ist, durch den sie hierhergekommen sind! Hier gibt es Zitronenpressen, die Licht spenden, Kerzen, die unsichtbar machen und Klobürsten, die Blitze schießen können. Izzy kann die Gegenstände sogar flüstern hören. Während sie herauszufinden versucht, was es mit ihrer Fähigkeit auf sich hat, wird sie plötzlich von den Schattenwanderern verfolgt, die zur Bedrohung für ganz Lundinor werden. Izzy erkennt, dass das Schicksal Lundinors eng mit ihrem eigenen verwoben ist und nur sie die Stadt noch retten kann…

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Cover zeigt Izzy, schwebend vor einem Koffer aus dem Licht strahlt. Ein durch und durch magisches Cover, welches wirklich wunderbar zu der enthaltenen Geschichte passt. (Würden das magische Licht noch im Dunklen leuchten, wäre es nahezu perfekt. ;))

Izzy hat einen Hang zum Träumen und liebt die Magie. Ihr Bruder dagegen ist sehr weltlich und hält seine Schwester für eine kleine Spinnerin. Doch dann geschieht etwas, dass es eigentlich nicht geben kann und ehe sie sich versehen, reisen die beiden durch einen Reisekoffer in eine andere Welt, die ihnen bisher verborgen blieb. Doch noch während die Kinder aus dem Staunen gar nicht rauskommen wird schnell klar, dass Ihre Oma in großer Gefahr schwebt. Aber was hat diese mit Lundinor zu tun? Eine Menge Rätsel die gelöst werden wollen!

Die Protagonisten, besonders Izzy, sind sehr sympathisch und so dargestellt, dass man sie sich bildlich vorstellen kann. Es wirkte beim Lesen nicht wie Romanfiguren, sondern als würde man die Kinder tatsächlich auf einer abenteuerlichen Reise begleiten.

Auch die Ideen Alltagsgegenstände zu magischen Dingen umzufunktionieren ist einfach genial. So leuchten Zitronenpressen von der Decke und die Ordnungshüter sind mit Klobürsten bewaffnet. – Das sorgt für jede Menge Spaß beim Lesen (und hilft Alltagsgegenstände in einem ganz neuen Licht zu betrachten. ;-))

Der Verlag empfiehlt hier ein Lesealter von 10 bis 13 Jahre, das halte ich für angemessen, denn das ein oder andere Wort kann noch etwas schwer sein. Ansonsten ist der Schreibstil locker und lässt sich flüssig lesen. Der Spannungsaufbau ist gegeben und der Leser kann gar nicht anders, als endlich hinter all die Geheimnisse kommen zu wollen.

~°~ Fazit ~°~

Ein wunderbares du abenteuerliches Buch voller Fantasie. Mir hat das Lesen dieser Geschichte sehr viel Freude bereitet und ich kann es jungen, wie auch älteren, Liebhabern der Fantasie nur wärmsten empfehlen. It’s magic! 😉

~ Reihe ~

Folgt [Teil 2]

Die Geheimnisse von Lundinor [Teil 1]

Voller Durchblick für die Rettung der Welt [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Thomas Krüger, Anton Riedel

Die drei Superbrillen – Der Feuersturm von Troponesien

192 Seiten

Cbt [20.03.2017]

ISBN 9783570163580

~°~ Klappentext ~°~

Finale tropicale oder: Mal eben schnell die Welt gerettet Die drei Superbrillen sind mal wieder in einer Spezialmission unterwegs: Ein Meteor ist im Dschungel von Troponesien, auf der anderen Seite der Welt, niedergegangen. Unverzüglich düsen Kiste, Chip und Nudel mit ihrem Falkokopter los, um den Troponesiern zu helfen. Doch statt den Meteor dort vorzufinden, treffen die drei Helden nicht nur auf die kluge Tatamiri (Uaaaah! Ein Mädchen!), sondern auch auf den üblen Schurken Nosferatu Nox. Der glaubt nämlich, dass der Meteor ein Raumschiff von Außerirdischen war. Und deren revolutionäre Technik will er sich unter den Nagel reißen. Das werden die drei Superbrillen und ihre neue Freundin natürlich zu verhindern wissen!

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Schon das Cover macht neugierig auf das im Buch enthaltene Abenteuer. Genau richtig für junge Abenteurer/innen.

Ein Meteor rast auf die Erde zu. Sein Ziel scheint Troponesien, mitten im Regenwald, zu sein. Für Kiste, Chips und Nudel keine Frage: Sie müssen den Menschen dort helfen! Wie gut das Chips Vater Erfinder ist und auf so ziemlich alle Eventualitäten vorbereitet ist. Dumm nur, dass er auf der Erde bleiben muss, um andere Wissenschaftler von der drohenden Gefahr zu überzeugen. Die drei Kinder sind auf sich allein gestellt …

Kleines Manko ist hier, dass es vermutlich einfacher ist, wenn man die Vorgängerbände kennt. Ich bin direkt mit dieser dritten Geschichte eingestiegen und hatte, besonders am Anfang, das Gefühl, dass mir ein wenig Vorwissen fehlt. Letztendlich war die Geschichte aber dennoch verständlich.

Ein großes Plus ist hier der Lerngehalt, denn viele Seiten enthalten kleine Kästchen, erzählen kurz, aber anschaulich, von und über die Tiere und Pflanzen des Regenwaldes. Auch sind die Superbrillen anfangs die einzigen, die sich um die Menschen in Troponesien sorgen. Alle anderen scheinen zu denken: „Wie gut, dass es am anderen Ende der Erde passiert!“.

Das empfohlene Lesealter liegt hier ab 10 Jahren. Dieses Alter finde ich durchaus angemessen. Jüngere Leser könnte mit vielen Begriffen vermutlich noch nichts anfangen, für (wesentlich) ältere Kids, wäre der verwendete Sprachstil vermutlich zu Klischeehaft, denn die literarischen Abenteurer nutzen viel Slang, der mich beim Lesen ein wenig an Halbstarke erinnert hat.

~°~ Fazit ~°~

Ein spannendes Abenteuer mit tollen Bildern und noch größerem Lerngehalt. Gute Empfehlung (nicht nur) für alle Regenwaldliebhaber.

 

~ Reihe ~

 Der Feuerstern von Troponesien [Band 3]

Im Labyrinth des Rupert Raffzahn [Band 2]

Wo ist Professor Nitroglitz? [Band 1]

 

Reif für die Insel [Rezension]

François Armanet 

Bücher für die Einsame Insel

224 Seiten

Atlantik [11.04.2017]

ISBN 9783455000368

 

~°~ Klappentext ~°~

»Welche drei Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?« Diese Frage stellte François Armanet zweihundert Schriftstellern auf der ganzen Welt. Seine vergnügliche Umfrage ist eine Anleitung zum Überleben in der Einsamkeit, eine Einladung, unbekannte Bücher zu entdecken, und gleichzeitig die ideale Bibliothek, zusammengestellt von denen, deren Leben das Schreiben ist. Nur Shakespeare und die Bibel wurden von vornherein ausgeschlossen. Einige Schriftsteller würden ein unbeschriebenes Heft mitnehmen, um mit ihrem nächsten Werk zu beginnen, andere versichern, dass ein Wörterbuch – oder selbst ein Telefonbuch (Umberto Eco) – sie am besten träumen ließe. Nur einer hat den Mut zuzugeben, dass ihm »der größte Porno, den ich finden kann« unerlässlich erscheint.
~°~ Eindrücke/ Meinung ~°~

„Welche drei Bücher würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?“ Diese Frage kennen viele sicher noch aus diesen, irgendwie doch unsinnigen, Tests. Aber Spaß machen sie dennoch. Jedenfalls hat die Frage nach den Büchern François Armanet gleich 200 Schriftstellern gestellt. Wer sonst könnte bessere Tipps und Anregungen geben?

Was mir fehlt sind ein par mehr Angaben zur Frage an sich. Leider weiß niemand der Befragten, wo diese Insel liegt, ob es eine Strafe oder Freude ist (freiwillig dort oder ausgesetzt/ schiffbrüchig?), auch kennt keiner die Vegetation (Ich schätze auf einer Eis Insel würde man die Bücher schnell verheizen.)

Die Antworten sind dabei wirklich sehr verschieden. – Ich muss gestehen, dass ich dachte, die meisten Leute würde mit „Die Bibel“ antwortet. Aber weit gefehlt es erstreckt sich eine ganze Bibliothek in diesem Buch. (Wobei die Bibel natürlich (?) auch genannt wird.) Die Insellektüre reicht von dicken Bänden der Klassiker über Neuzeitlichen Romanen bis hin zu leeren/ unbeschrieben Büchern.

Den Befragten scheinen aber ähnliche Gedanken wie mir gekommen zu sein. So meint die eine, dass man „im wirklichen Leben“ wohl eher Familie/ Freunde mitnehmen würde und ein anderer denkt ganz pragmatisch: „Ich würde die Zeit wohl eher darauf verwenden Palmenschnaps zu brennen.“ Alles in allem sehr abwechslungsreiche Antworten. So liest sich dieses Büchlein, obwohl 200 Mal die gleiche Frage gestellt wird, alles andere als langweilig.

Mit dem handlichen Format (etwa DINA5-Größe) eignet es sich wunderbar für unterwegs, z.B. für die einsame Insel. 😉 Für alle die nicht vorhaben sich in der nächsten Zeit auf eine (einsame)  Insel zu begeben, bietet dieses Büchlein aber zumindest jede Menge Anregungen und Lesetipps.

Welche drei Bücher würdet ihr auf die einsame Insel mitnehmen? Ich bin gespannt! 🙂

Was von uns gehen will, muß vorher zu uns gekommen sein

~°~ Das Buch ~°~

Ruth Hogan

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

320 Seiten

List Verlag [19.05.2017]

ISBN 9783471351475

Erhältlich als E-Book / Gebundene Ausgabe / Hörbuch-Download / Audio-CD

~°~ Klappentext ~°~

Vor vierzig Jahren hat Anthony das Liebespfand seiner Verlobten verloren. Am selben Tag ist Therese bei einem Unfall gestorben. Seitdem sucht Anthony Trost in den Dingen, die er auf der Straße findet. Sorgfältig archiviert er die Fundstücke in seinem behaglichen viktorianischen Haus. Zu jedem Gegenstand vermerkt er, wann und wo er ihn gefunden hat. Und zu einzelnen schreibt er kurze Erzählungen, die das Besondere in den verlorenen Dingen schildern.

Sein großes Ziel ist es, die Besitzer ausfindig zu machen und ihnen alles zurückzugeben. Vielleicht hat jemand für ihn Thereses Liebespfand aufgehoben? Doch diese große Aufgabe muss er an Laura übergeben. Seine junge Assistentin, der er mehr zutraut als sie sich selbst. Anthonys Testament zieht für Laura eine Reihe äußerst unerwarteter Begegnungen nach sich. Denn auch sie möchte etwas finden…

Wir warten alle darauf, gefunden zu werden…

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Mir hat das, doch recht schlichte, Cover so gut gefallen, dass ich es alleine deswegen schon unbedingt lesen wollte. Im Laufe des Romans wird klar, dass die dort abgebildete Taschenuhr ein wenig mehr ist, als nur ein Zeitmesser.

Die Farbzustellung passt toll und wirkt ruhig und ein wenig altertümlich. Da die Geschichte in der Vergangenheit spielt, durchaus passend.

~ Geschichte ~

Anthony Peardew sammelt verlorene Dinge. Dabei nicht nur etwas bestimmtes, sondern wirklich ALLES. Sei es ein Haargummi, ein Regenschirm oder eine Keksdose mit der Asche eines Toten. Anthony ist sich sicher, dass irgendjemand über den Verlust der einzelnen Gegenstände trauert, denn oft hat selbst das kleinste verlorene Stück für den Verlierer eine große Bedeutung. Klar, dass er daher all diese Dinge zurückgeben und Menschen glücklich machen möchte.

Da Mr. Peradew bereits ein wenig betagter ist, braucht der Autor Unterstützung im Haushalt. So findet Laura zu ihm. Die Mitdreißigerin ohne Ausbildung hat eine enttäuschende Ehe hinter sich und fühlt sich in dem Haus wundervoll geborgen. Im Laufe der Jahre werden die beiden Freunde. Doch eines Tages ist es soweit und Anthony weiß, dass er gehen muss. Er hinterlässt Laura das Haus, samt Inhalt. Allerdings hat der Autor noch einen letzten Wunsch: Wenigstens ein Mensch soll mit einem der gefundenen Gegenstände glücklich gemacht werden, indem er diesen zurückbekommt. Eine Mammutaufgabe der Laura sich anfangs eher wiederwillig stellt. Doch bald bekommt sie Unterstützung von dem Gärtner, sowie Sunshine, einer jungen Frau, die an dem Downsyndrom leidet. Gerade diese Unterstützung macht es nicht unbedingt einfach die Aufgabe zu bewältigen. Vor allen nicht, als es plötzlich auch noch anfängt zu spucken!

Parallel zu der Geschichte um Laura erfährt der Leser etwas über Eunice und dem Verleger Bomber. Anfangs durchaus ein wenig wirr und schwer verständlich, was die eine nun mit der anderen Handlung zu tun hat. Am Ende laufen beide Geschichten jedoch zusammen und das sogar äußerst wunderbar.

~ Schreibstil ~

Ich empfinde den Schreibstil als angenehm. Er ist ein wenig der Zeit angepasst, aber leicht verständlich und lässt sich flüssig lesen. Die Zeilen sind ausschmückend, aber nicht zu sehr, als das es von der eigentlichen Geschichte ablenkt. Die Autorin hat hier besonderes Fingerspitzengefühl bei Sunshine bewiesen, denn ihr Downsyndrom sorgt für Schmunzler, ohne aber die Krankheit ins lächerliche zu ziehen.

~°~ Fazit ~°~

Da der Leser bereits die Geschichte von Eunice kennt, möchte man Laura am liebsten rütteln und ihr sagen, was Sache ist. Da das nicht geht, bleibt nur, immer mal wieder über ein wenig Begriffsstutzigkeit zu schmunzeln. Der schöne und leicht ausschmückende Schreibstil voll bildlicher Beschreibung bietet einen zusätzlichen Lesegenuss. Für alle die eine zeitlose Geschichte voller Drama, Liebe und Mystery nicht abgeneigt sind, ein wirklich wundervolles Buch.