Auf der Jagd nach dem Glück [Rezension – Roman]

~°~ Das Buch ~°~

Florian Beckerhoff

Herrn Haiduks Laden der Wünsche

256 Seiten

HarperCollins [09.10.2017]

ISBN 9783959671347

[auch als E-Book erhältlich]

~°~ Klappentext ~°~

Er kam der Liebe wegen nach Berlin: Herr Haiduk. Er blieb, die Liebe nicht. Seitdem betreibt der in die Jahre gekommene Herr seinen winzigen Kiosk, in dem es fast alles gibt: Zeitungen und Kaffee, Geschichten und Lottoscheine. Er genießt sein ruhiges Leben, bis eines Tages die zauberhaft scheue Kundin Alma das Jackpot-Los über 13 Millionen Euro vor dem Laden findet und den rechtmäßigen Gewinner ermitteln möchte. Gemeinsam mit Herrn Haiduk und seinem Gehilfen Adamo macht sie sich auf die Suche: Wer ist der Glückliche? Und kann er so viel Glück überhaupt vertragen?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Bereits das Motiv auf dem Schutzumschlag lässt erahnen, dass hier so einiges in dem Kiosk vor sich geht. Wer bereits den Klappentext gelesen hat, dem springt das gelbe „LOTTO“-Schild förmliche entgegen.

Herrn Haiduk erzählt dem Schriftsteller Paul eine wahre Geschichte, denn er möchte dass dieser sie aufschreibt. Zumindest ist es das was Paul glauben soll, doch mit jeder Seite wird dem Leser klarer, dass der Kioskbesitzer einen ganz anderen Plan verfolgt. Herr Haiduk ist ein älterer Herr, der in Berlin einen kleinen Kiosk betreibt, weil er die Menschen glücklich machen möchte. Eines Tages findet eine seiner Stammkundinnen eine Lottoquittung und möchte diese dem Besitzer zurückgeben. Alma ist sehr naiv und glaubt fest daran, dass sie damit Erfolg haben wird. Blöd nur, dass auf dieser Lottoquittung genau die Zahlen angekreuzt sind, die dem Besitzer 13 Millionen Euro einbringen! Natürlich (?) gibt es bald jede Menge Menschen die eben genau DIESE Quittung verloren haben! Herr Haiduk versucht alles seine recht stille Kundin zu schützen – und ihr zu helfen den rechtmäßigen Besitzer zu finden. Dabei werden er und seine Aushilfe äußerst kreativ!

Das Buch ist in der Ersten Person („Ich-Perspektive“) geschrieben. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Im Prinzip liest man die Geschichte, die Paul aufgeschrieben hat. Dadurch dass der Leser dabei genau so wenig wie Paul erfährt bleibt die Geschichte spannend. Immer wieder dachte ich, dass ich die Lösung des „Rätsels“ kennen würde, doch dann gab es wieder eine überraschende Wendung.

Was mich leider sehr gestört hat ist hier die Figur der Alma, denn sie wird als extrem naiv dargestellt. So lebt sie z.B. seit etlichen Jahren in Deutschland, kennt sich aber mit LOTTO (Ein Spiel was ja oft Hysterie auslöst.) nicht aus, obwohl sie sämtliche Zeitschriften im Kiosk förmlich verschlingt.

Florian Beckerhoff hat einen richtig tollen Schreibstil, in dem sich der Leser förmlich verlieren kann. Es hat mir richtig Spaß gemacht die Zeilen zu lesen.

~°~ Fazit ~°~

Mit „Hernn Haidkus Laden der Wünsche“ hat der Autor hier eine wunderbare Geschichte zum Entspannen und Mitfiebern gleichermaßen geschaffen. Schon alleine die Idee, einen verlorenen Lottoschein in den Mittelpunkt zu stellen, ist wirklich klasse. Das eine der Hauptprotagonisten leider etwas überzogen naiv dargestellt wird, setzt der Geschichte zwar einen Dämpfer auf, dennoch handelt es sich hier um einen empfehlenswerten Roman.

Der große Traum [Rezension – Roman / Drama]

Lana Lux

Kukolka

375 Seiten

Aufbauverlag [18.08.2017]

ISBN 9783351036935

 

„Liebe ist Vertrauen

 Das habe ich mal auf einer Werbung für Kondome gelesen.“

~°~ Klappentext ~°~

Olga Grjasnowa Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle.

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Samira ist ein Straßenmädchen, trotzdem ist sie zufrieden: Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen, ein Dach über dem Kopf, eine erwachsene Freundin und sie verdient ihr eigenes Geld. Durch betteln, denn das kann sie am besten, da sie einfach so zerbrechlich aussieht. Eines Tages trifft sie auf Rocky, der sie als Püppchen bezeichnet, und bei dem sie sich das eine oder andere dazuverdienen kann. Schokolade zum Beispiel. Dafür muss sie ihn nur lange genug „massieren“. Bald schon wird Samira zu Rockys Spielzeug, das er auch mit seinen reichen Freunden teilt. Aus Samira wird Kukola, ein Straßenmädchen, welches einen großen Traum hegt: Sie möchte zu ihrer Freundin, die nach Deutschland adoptiert wurde …

Ausbeutung, Schikane und Gewalt sind an der Tagesordnung. Auch Samira gerät in diese Spirale, aus der es keinen Ausweg mehr zu geben scheint. Die Autorin schafft es hier eine Vielzahl von Bildern und Gefühlen im Leser aufstreben zu lassen. Lana Lux hat hier nichts verschönert, sondern konfrontiert den Leser mit der blanken und entsetzlichen Wahrheit, vor der nicht allzu oft die Augen verschlossen werden.

Anfangs war ich skeptisch, ob dieser Roman wirklich etwas für mich ist. Ich wurde positiv überrascht, denn „Kukolka“ ist ganz anders, als alle Dramen die ich bisher gelesen habe. Hier vereinen sich Schmerz und Sehnsucht mit Hoffnung. Ein Buch voller großer Gefühle, ausdrucksstark, aufrüttelnd, bewegend.

~°~ Fazit ~°~

Unbedingt lesen!

Gegfangen im ewigen Eis [Rezension – Roman]

Bei diesen sommerlich-heißen Temperaturen sehnt man sich doch ab und an nach Arktischem Klima. Wer nicht mal eben an die Kaps reisen kann, dem kann ich dieses Buch über eine (streng genommen sogar zwei) Antarktisexpedition empfehlen. Aber Achtung! „Everland“ ist nichts für zeitbesaitete Leser!

~°~ Das Buch ~°~

Rebecca Hunt

Everland

384 Seiten

Luchterhand [13.06.2017]

ISBN 9783630874630

[auch erhältlich als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch]

~°~ Klappentext ~°~

Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem. Die Insel Everland wird von zwei Antarktisexpeditionen erforscht, zwischen denen hundert Jahre liegen. Doch die Einsamkeit, die harten Wetterbedingungen und die feindseligen Kräfte der Natur sind heute wie damals bestimmend, und bei beiden Expeditionen zeigt sich: Die Antarktis enhüllt den wahren Charakter der Menschen, die sich ihr aussetzen.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Bei meiner Ausgabe handelt es sich um die Gebundene Ausgabe. Der Schutzumschlag ist geriffelt und erinnert (auch damit) ein wenig an altes (Pack)Papier. Mit dem Motiv eines Segelschiffs im Eis, sowie dem Anker passt es gut zur Geschichte. – Den Zusatz „Voyage Sea Travel“ finde ich allerdings etwas deplatziert, denn der größte Teil der Geschichte spielt sich in der Antarktis, auf dem „Festland“ ab.

Strenggenommen handelt es sich bei diesem Buch sogar um zwei Geschichten, die – zumindest theoretisch – auch separat gelesen werden können. Es geht um zwei Expeditionen in die Antarktis. Die erste startete 1913, die zweite brach (zum Jubiläum der ersten) 2012 auf. Genauso sind die Kapitel aufgeteilt. Der Leser wird in die Zeit zurück – bzw. vorversetzt.

Erste Expedition. Die Ausrüstung ist nicht nur klobig und schwer, sondern auch alles andere als fortschrittlich. Die drei Forscher verunglücken auf dem Weg zur Insel, mit Mühe und Not können sie sich retten und bangen fortan auf Rettung. Tag um Tag vergeht, gefangen im ewigen Eis. Die mühsam gesammelten Vorräte gehen zur Neige, kein Schiff ist zu sehen. Kälte, Hunger und auch die Tag-und-Nacht-Gleiche zerren an den Nerven der Drei. Wären sie besser dran, wenn sie sich einem Verwundeten, der nur Reserven kosten, entledigen? Sollten Sie versuchen eine entlegene Forschungsstation zu erreichen oder an Ort und Stelle auf Rettung warten? …

Decker, Jess und Brix, welche fast 100 Jahre später auf die Insel kommen, haben zumindest moderne Ausrüstung und sind auch besser vorbereitet. Doch auch Ihnen begegnen schnell die Tücken der unwirklichen Welt, in der bei Minusgraden ihre Haut verbrennt und Medikamente wie kleine Schätze sind.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto klarer wird dem Leser, dass es bei der ersten Expedition ein Geheimnis gab. Warum fand diese, teils schlecht vorbereitet, Expedition wirklich statt? Nach und nach zeigt sich ein dünnes Netz aus Verrat, Gier und Neid, aber auch aus wahrer Freundschaft und Forscherdrang.

Ein spannender Schreibstil, der den Leser neugierig hält und ihn in eine atemberaubende, wenn auch gefährliche, Welt versetzt.

~°~ Fazit ~°~

Die Geschichte ist in jedem Fall nichts für zarte Gemüter, geht es doch immer wieder um den Tod. Ab und an von Menschen, sehr oft aber von Tieren. Robben die totgeknüppelt werden, Pferde die erschossen und Hunde die gegessen werden. Dazu kommt schwarzes (nicht mehr wirklich lebendes) „Fleisch“ am Menschen. Teilweise verlangte das selbst mir so einiges ab. Meine Gefühle schwankten zwischen Faszination und Ekel, zwischen Mitleid und Verachtung, … Eine spannende Reise, an einen der vielleicht faszinierendsten Orten dieser Welt.

Wenn Lügen dein Leben bestimmen [Rezension – Jugendroman]

~°~ Das Buch ~°~

Christina Michels

Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte

304 Seiten

Magellan

ISBN 9783734856037

~°~ Klappentext ~°~

Was wahr ist, wird man wohl noch sagen dürfen – nach diesem Motto lebt Rinnie und schafft sich damit nicht nur Freunde. Doch jetzt ertappt sie sich dabei, wie sie den Leuten eine Lüge nach der anderen auftischt. Allen voran Christian, der ihretwegen im Krankenhaus liegt und vielleicht nie wieder gesund wird. Aber wie soll sie ihm die Wahrheit sagen, wenn das bedeuten würde, ihn für immer zu verlieren?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Mir gefällt der Einband wirklich gut, denn er fühlt sich nach Stoff an. Schön warm und griffig. Das zuckersüße Motiv mit kleinem Törtchen passt sehr schön zum Inhalt.

Die junge Rinnie führt ein ganz normales Teenagerleben. Zumindest bis sie eines Tages mal wieder ihre beste Freundin aufheitern muss. Kurzerhand schnappt sich Rinnie eine Plane, auf der sie eine gepfefferte Botschaft schreibt. Doch dann taucht auf einmal ein Reiter auf. Die Plane flattert, das Pferd scheut und der Junge fällt vom Pferd, mitten auf einem Stein. Während Rinnie völlig außer sich und gar nicht so recht weiß was sie machen soll, ist ihre Freundin spurlos verschwunden. Später erfährt der Teenanger, dass der Reiter im Krankenhaus liegt und vermutlich nie wieder laufen kann. Rinnie gibt sich die Schuld – und versucht alles, geheim zu halten, dass ihre Plane der Auslöser für den Unfall war. Dabei verstrickt sie sich immer mehr in Lügen, welche schon bald ihren Alltag bestimmen. Zu allem Überfluss verliebt Rinnie sich auch noch …

Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich konnte gar nicht anders, als mich immer wieder zu fragen, ob ich anders gehandelt hätte. Das empfohlene Lesealter liegt bei 14 – 17 Jahren. Das finde ich durchaus angemessen, denn in diesem Alter können sich die LeserInnen am besten mit Rinnie identifizieren.

Ein schöner locker-flockiger Schreibstil im Jugendjargon. Die Geschichte ist gut zu verstehen und hat einen sehr hohen Lerngehalt.

~°~ Fazit ~°~

„Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte“ ist nicht nur ein spannender Roman, sondern eine gute Möglichkeit sich mit sich selbst –  und seiner Ehrlichkeit – auseinanderzusetzen.

Träumst du noch? [Rezension – Jugendfantasy]

Endlich bin ich auch mal in den Genuss gekommen eines meiner Wunschbücher zu lesen, welches allerdings schon etwas älter ist. Ich muss schon sagen: Ich hatte etwas verpasst. 😉

~°~ Das Buch ~°~

Melanie Stoll

Greifbar

208 Seiten

Amrun [15.04.2014]

ISBN 9783944729459

~°~ Klappentext ~°~

Sie kennt ihn nicht. Er würde sein Leben für sie geben. Nacht für Nacht durchlebt die siebzehnjährige Dorey einen Traum, den sie sich nicht erklären kann. Geheimnisvoll, mysteriös – so wie Julian, der eine Verbindung zu ihr zu haben scheint. Als sie erkennt, dass beides zusammenhängt, eröffnet sich ihr eine Welt voller Geheimnisse und Gefahren. Sie erlebt Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätte und die Doreys Leben für immer verändern werden.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Die Geschichte ist ein wunderbares Cover verpackt. Stonehenge bei Nacht für das Mystische, sowie Federn für die Träume stimmen bereits sehr schön auf den Inhalt ein. Mir gefällt das Cover richtig gut.

Nacht für Nacht ereilt Dorey genau derselbe Traum. Sie kann sich nicht erklären warum oder was dieser bedeuten soll. Mehr durch Zufall lernt sie Julian kennen – und ab da steht ihr Leben plötzlich Kopf. Alles beginnt mit einem Raben, der auf ihrem Balkon sitzt und sie förmlich anstarrt. Wie sich schnell herausstellt handelt es sich tatsächlich um einen äußerst „komischen Vogel“, um nicht zu sagen, um jemanden den sie sogar kennt. Aber würde sie sich nicht erinnern, wenn sie wirklich einen Jungen kennen würde, der sich in ein Tier verwandeln kann? Nach und nach erfährt Dorey die Wahrheit. Wie es scheint hatte sie bereits ein Leben. Doch was „damals“ wirklich passiert ist, darüber schweigen sich die neuen alten Bekannten gemeinsam aus. Doch als merkwürdige angsteinflößende Schatten auftauchen erfährt Dorey die Wahrheit. Eine Wahrheit die so unglaublich ist, dass sie beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln …

Eine tolle – und wirklich mal etwas andere – Geschichte. Anfangs bleiben einige Fragen offen, doch je weiter der Leser vorankommt, desto mehr laufen die Handlungsstränge zusammen.

Melanie Stoll hat einen schönen, leicht ausschmückenden Schreibstil, dennoch schafft sie es viele bildliche Beschreibungen unterzubringen, so dass das Lesen wirklich ein Vergnügen war.

~°~ Fazit ~°~

Eine wunderbare spannende Geschichte zum Träumen.

Klassenfahrt des Grauens [Jugendthriller]

Ich lese sehr gerne Thriller und war neugierig auf diesen Jugendthriller. Ob er genauso spannend sein würde, wie einer für Erwachsene? Der Klappentext jedenfalls versprach Nervenkitzel, ob ich eine Gänsehaut bekam, erfahrt ihr heute. 😉

~°~ Das Buch ~°~

Claudia Puhlfürst

Fürchte die Nacht

368 Seiten

Coppenrath [16.02.2017]

ISBN 9783649671275

Erhältlich als Taschenbuch und E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Auf einer Klassenfahrt schleicht sich eine kleine Gruppe davon, um im Wald zu übernachten. Als die Schüler eine Mutprobe machen, wird Anne angegriffen. Sie denken sich nicht besonders viel darüber nach und schleichen sich am nächsten Abend ebenfalls wieder davon. Eine Mitschülerin verschwindet und wird Tod aufgefunden. Auch Anne ist geschockt, doch sie hat einen Plan: Den Mörder zu finden.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Er ist weit über Kinderbücher hinaus und hat bereits erste Züge eines „Erwachsenenbuches“. Der Spannungsaufbau ist, sogar an mehreren Stellen, sehr gut umgesetzt. Die Sprache ist leicht verständlich und der Roman lässt sich flüssig lesen.

Das empfohlene Lesealter von 14-17 Jahren halte ich für angemessen. Für wesentlich jüngere Leser ist die Geschichte nicht geeignet. Dafür können das Buch auch gut und gerne (ältere) Erwachsene lesen, die es vielleicht nicht ganz so nervenaufreibend mögen.

~°~ Fazit ~°~

Den wichtigsten Punkt, der (für mich) einen guten Thriller ausmacht hat „Fürchte die Nacht“ erfüllt: Überraschungsmomente und eine Auflösung mit der ich nicht gerechnet habe. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, auch wenn ein Jugendthriller, natürlich nur sehr grob mit einem Erwachsenenthriller vergleichbar ist. Mich konnte er Überzügen, daher gibt es Leseempfehlung für alle die Lust auf (seichten) Nervenkitzel verspüren.

Was von uns gehen will, muß vorher zu uns gekommen sein

~°~ Das Buch ~°~

Ruth Hogan

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

320 Seiten

List Verlag [19.05.2017]

ISBN 9783471351475

Erhältlich als E-Book / Gebundene Ausgabe / Hörbuch-Download / Audio-CD

~°~ Klappentext ~°~

Vor vierzig Jahren hat Anthony das Liebespfand seiner Verlobten verloren. Am selben Tag ist Therese bei einem Unfall gestorben. Seitdem sucht Anthony Trost in den Dingen, die er auf der Straße findet. Sorgfältig archiviert er die Fundstücke in seinem behaglichen viktorianischen Haus. Zu jedem Gegenstand vermerkt er, wann und wo er ihn gefunden hat. Und zu einzelnen schreibt er kurze Erzählungen, die das Besondere in den verlorenen Dingen schildern.

Sein großes Ziel ist es, die Besitzer ausfindig zu machen und ihnen alles zurückzugeben. Vielleicht hat jemand für ihn Thereses Liebespfand aufgehoben? Doch diese große Aufgabe muss er an Laura übergeben. Seine junge Assistentin, der er mehr zutraut als sie sich selbst. Anthonys Testament zieht für Laura eine Reihe äußerst unerwarteter Begegnungen nach sich. Denn auch sie möchte etwas finden…

Wir warten alle darauf, gefunden zu werden…

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Mir hat das, doch recht schlichte, Cover so gut gefallen, dass ich es alleine deswegen schon unbedingt lesen wollte. Im Laufe des Romans wird klar, dass die dort abgebildete Taschenuhr ein wenig mehr ist, als nur ein Zeitmesser.

Die Farbzustellung passt toll und wirkt ruhig und ein wenig altertümlich. Da die Geschichte in der Vergangenheit spielt, durchaus passend.

~ Geschichte ~

Anthony Peardew sammelt verlorene Dinge. Dabei nicht nur etwas bestimmtes, sondern wirklich ALLES. Sei es ein Haargummi, ein Regenschirm oder eine Keksdose mit der Asche eines Toten. Anthony ist sich sicher, dass irgendjemand über den Verlust der einzelnen Gegenstände trauert, denn oft hat selbst das kleinste verlorene Stück für den Verlierer eine große Bedeutung. Klar, dass er daher all diese Dinge zurückgeben und Menschen glücklich machen möchte.

Da Mr. Peradew bereits ein wenig betagter ist, braucht der Autor Unterstützung im Haushalt. So findet Laura zu ihm. Die Mitdreißigerin ohne Ausbildung hat eine enttäuschende Ehe hinter sich und fühlt sich in dem Haus wundervoll geborgen. Im Laufe der Jahre werden die beiden Freunde. Doch eines Tages ist es soweit und Anthony weiß, dass er gehen muss. Er hinterlässt Laura das Haus, samt Inhalt. Allerdings hat der Autor noch einen letzten Wunsch: Wenigstens ein Mensch soll mit einem der gefundenen Gegenstände glücklich gemacht werden, indem er diesen zurückbekommt. Eine Mammutaufgabe der Laura sich anfangs eher wiederwillig stellt. Doch bald bekommt sie Unterstützung von dem Gärtner, sowie Sunshine, einer jungen Frau, die an dem Downsyndrom leidet. Gerade diese Unterstützung macht es nicht unbedingt einfach die Aufgabe zu bewältigen. Vor allen nicht, als es plötzlich auch noch anfängt zu spucken!

Parallel zu der Geschichte um Laura erfährt der Leser etwas über Eunice und dem Verleger Bomber. Anfangs durchaus ein wenig wirr und schwer verständlich, was die eine nun mit der anderen Handlung zu tun hat. Am Ende laufen beide Geschichten jedoch zusammen und das sogar äußerst wunderbar.

~ Schreibstil ~

Ich empfinde den Schreibstil als angenehm. Er ist ein wenig der Zeit angepasst, aber leicht verständlich und lässt sich flüssig lesen. Die Zeilen sind ausschmückend, aber nicht zu sehr, als das es von der eigentlichen Geschichte ablenkt. Die Autorin hat hier besonderes Fingerspitzengefühl bei Sunshine bewiesen, denn ihr Downsyndrom sorgt für Schmunzler, ohne aber die Krankheit ins lächerliche zu ziehen.

~°~ Fazit ~°~

Da der Leser bereits die Geschichte von Eunice kennt, möchte man Laura am liebsten rütteln und ihr sagen, was Sache ist. Da das nicht geht, bleibt nur, immer mal wieder über ein wenig Begriffsstutzigkeit zu schmunzeln. Der schöne und leicht ausschmückende Schreibstil voll bildlicher Beschreibung bietet einen zusätzlichen Lesegenuss. Für alle die eine zeitlose Geschichte voller Drama, Liebe und Mystery nicht abgeneigt sind, ein wirklich wundervolles Buch.