Klassenfahrt des Grauens [Jugendthriller]

Ich lese sehr gerne Thriller und war neugierig auf diesen Jugendthriller. Ob er genauso spannend sein würde, wie einer für Erwachsene? Der Klappentext jedenfalls versprach Nervenkitzel, ob ich eine Gänsehaut bekam, erfahrt ihr heute. 😉

~°~ Das Buch ~°~

Claudia Puhlfürst

Fürchte die Nacht

368 Seiten

Coppenrath [16.02.2017]

ISBN 9783649671275

Erhältlich als Taschenbuch und E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Auf einer Klassenfahrt schleicht sich eine kleine Gruppe davon, um im Wald zu übernachten. Als die Schüler eine Mutprobe machen, wird Anne angegriffen. Sie denken sich nicht besonders viel darüber nach und schleichen sich am nächsten Abend ebenfalls wieder davon. Eine Mitschülerin verschwindet und wird Tod aufgefunden. Auch Anne ist geschockt, doch sie hat einen Plan: Den Mörder zu finden.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Er ist weit über Kinderbücher hinaus und hat bereits erste Züge eines „Erwachsenenbuches“. Der Spannungsaufbau ist, sogar an mehreren Stellen, sehr gut umgesetzt. Die Sprache ist leicht verständlich und der Roman lässt sich flüssig lesen.

Das empfohlene Lesealter von 14-17 Jahren halte ich für angemessen. Für wesentlich jüngere Leser ist die Geschichte nicht geeignet. Dafür können das Buch auch gut und gerne (ältere) Erwachsene lesen, die es vielleicht nicht ganz so nervenaufreibend mögen.

~°~ Fazit ~°~

Den wichtigsten Punkt, der (für mich) einen guten Thriller ausmacht hat „Fürchte die Nacht“ erfüllt: Überraschungsmomente und eine Auflösung mit der ich nicht gerechnet habe. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, auch wenn ein Jugendthriller, natürlich nur sehr grob mit einem Erwachsenenthriller vergleichbar ist. Mich konnte er Überzügen, daher gibt es Leseempfehlung für alle die Lust auf (seichten) Nervenkitzel verspüren.

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Was von uns gehen will, muß vorher zu uns gekommen sein

~°~ Das Buch ~°~

Ruth Hogan

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

320 Seiten

List Verlag [19.05.2017]

ISBN 9783471351475

Erhältlich als E-Book / Gebundene Ausgabe / Hörbuch-Download / Audio-CD

~°~ Klappentext ~°~

Vor vierzig Jahren hat Anthony das Liebespfand seiner Verlobten verloren. Am selben Tag ist Therese bei einem Unfall gestorben. Seitdem sucht Anthony Trost in den Dingen, die er auf der Straße findet. Sorgfältig archiviert er die Fundstücke in seinem behaglichen viktorianischen Haus. Zu jedem Gegenstand vermerkt er, wann und wo er ihn gefunden hat. Und zu einzelnen schreibt er kurze Erzählungen, die das Besondere in den verlorenen Dingen schildern.

Sein großes Ziel ist es, die Besitzer ausfindig zu machen und ihnen alles zurückzugeben. Vielleicht hat jemand für ihn Thereses Liebespfand aufgehoben? Doch diese große Aufgabe muss er an Laura übergeben. Seine junge Assistentin, der er mehr zutraut als sie sich selbst. Anthonys Testament zieht für Laura eine Reihe äußerst unerwarteter Begegnungen nach sich. Denn auch sie möchte etwas finden…

Wir warten alle darauf, gefunden zu werden…

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Mir hat das, doch recht schlichte, Cover so gut gefallen, dass ich es alleine deswegen schon unbedingt lesen wollte. Im Laufe des Romans wird klar, dass die dort abgebildete Taschenuhr ein wenig mehr ist, als nur ein Zeitmesser.

Die Farbzustellung passt toll und wirkt ruhig und ein wenig altertümlich. Da die Geschichte in der Vergangenheit spielt, durchaus passend.

~ Geschichte ~

Anthony Peardew sammelt verlorene Dinge. Dabei nicht nur etwas bestimmtes, sondern wirklich ALLES. Sei es ein Haargummi, ein Regenschirm oder eine Keksdose mit der Asche eines Toten. Anthony ist sich sicher, dass irgendjemand über den Verlust der einzelnen Gegenstände trauert, denn oft hat selbst das kleinste verlorene Stück für den Verlierer eine große Bedeutung. Klar, dass er daher all diese Dinge zurückgeben und Menschen glücklich machen möchte.

Da Mr. Peradew bereits ein wenig betagter ist, braucht der Autor Unterstützung im Haushalt. So findet Laura zu ihm. Die Mitdreißigerin ohne Ausbildung hat eine enttäuschende Ehe hinter sich und fühlt sich in dem Haus wundervoll geborgen. Im Laufe der Jahre werden die beiden Freunde. Doch eines Tages ist es soweit und Anthony weiß, dass er gehen muss. Er hinterlässt Laura das Haus, samt Inhalt. Allerdings hat der Autor noch einen letzten Wunsch: Wenigstens ein Mensch soll mit einem der gefundenen Gegenstände glücklich gemacht werden, indem er diesen zurückbekommt. Eine Mammutaufgabe der Laura sich anfangs eher wiederwillig stellt. Doch bald bekommt sie Unterstützung von dem Gärtner, sowie Sunshine, einer jungen Frau, die an dem Downsyndrom leidet. Gerade diese Unterstützung macht es nicht unbedingt einfach die Aufgabe zu bewältigen. Vor allen nicht, als es plötzlich auch noch anfängt zu spucken!

Parallel zu der Geschichte um Laura erfährt der Leser etwas über Eunice und dem Verleger Bomber. Anfangs durchaus ein wenig wirr und schwer verständlich, was die eine nun mit der anderen Handlung zu tun hat. Am Ende laufen beide Geschichten jedoch zusammen und das sogar äußerst wunderbar.

~ Schreibstil ~

Ich empfinde den Schreibstil als angenehm. Er ist ein wenig der Zeit angepasst, aber leicht verständlich und lässt sich flüssig lesen. Die Zeilen sind ausschmückend, aber nicht zu sehr, als das es von der eigentlichen Geschichte ablenkt. Die Autorin hat hier besonderes Fingerspitzengefühl bei Sunshine bewiesen, denn ihr Downsyndrom sorgt für Schmunzler, ohne aber die Krankheit ins lächerliche zu ziehen.

~°~ Fazit ~°~

Da der Leser bereits die Geschichte von Eunice kennt, möchte man Laura am liebsten rütteln und ihr sagen, was Sache ist. Da das nicht geht, bleibt nur, immer mal wieder über ein wenig Begriffsstutzigkeit zu schmunzeln. Der schöne und leicht ausschmückende Schreibstil voll bildlicher Beschreibung bietet einen zusätzlichen Lesegenuss. Für alle die eine zeitlose Geschichte voller Drama, Liebe und Mystery nicht abgeneigt sind, ein wirklich wundervolles Buch.

Bücher sind Leben [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Rebecca Raisin

Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine

320 Seiten

Rütting & Loening [11.04.2017]

ISBN 978-335-200897-9

[auch als E-Book erhältlich]

~°~ Klappentext ~°~

Wo liegt das Glück, wenn nicht in Paris? Buchhandlungen sind magische Orte, an denen manch einer ganz neue Wege für sein Leben zu entdecken vermag. Das zumindest findet die junge Buchhändlerin Sarah. Doch ihr kleiner, aber feiner Laden in der amerikanischen Provinz ist alles andere als eine Goldgrube und hilft ihr auch nicht weiter bei ihrem komplizierten Liebesleben. Als ihre Freundin Sophie sie bittet, für eine Weile ihren Buchladen am Ufer der Seine zu übernehmen, zögert Sarah nicht lange. Doch dort erwartet sie alles andere als la vie en rose, und Sarah muss erst die Geheimnisse der französischen Bücherfreunde verstehen, um den unvergleichlichen Zauber von Paris entdecken zu können …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Ich muss gestehen, dass es sich hier mal wieder um ein Buch handelt, dass ich auf Grund des Covers ausgesucht habe. Es hat mich mit seinen sanften Farben und dem gemütlichen Motiv eines Buchladens einfach in seinen Bann gezogen.

~ Geschichte ~

Das Sophies Freund sich ausgerechnet ihre Nachbarin geangelt hat, will sie nichts als weg. So kommt es das sie ihrer Freundin Sarah einen Tausch auf Zeit anbietet. Während Sophie in den kleinen gemütlichen Buchladen in einem verschlafenen Nest in den USA die Stellung hält, muss Sarah sich in einer riesigen Buchhandlung in Paris behaupten. Ihre mangelnden Französischkenntnisse machen es nicht gerade einfach. Auch die Mitarbeiter machen was sie wollen. Als dann auch noch Geld verschwindet und der Buchladen immer mehr an Umsatz verliert, ist Sarah am Boden zerstört. Am liebsten würde sie alles hinschmeißen und nach Hause zurückkehren. Doch dann wendet sich das Blatt, denn dort, im verborgenen eines Lesezimmers, sitzt jemand der Geschichten schreibt …

Einfach herrlich sind – für Buchliebhaber – wohl die kleinen Dinge, die Sarah denkt und tut. Hier erkennt man sich irgendwie selbst. 😉 „Meinen Noch-zu-lesen Stapel würde ich zu Lebzeiten wohl nie ganz abbauen können – die Verlockung neue Bücher, neue Erzählerstimmen, neue Romanfiguren kennenzulernen, war einfach zu groß“ [Seite 173]

Wie könnte es anders sein: Am Ende gibt es nicht nur ein Happyend, sondern gleich mehrere. Allerdings durchaus andere, als ich die ganze Zeit erwartet hatte. (Ich mag es überrascht zu werden. ;-))

~ Schreibstil ~

Der Schreibstil ist wirklich wundervoll! Es ist eine seichte und teils poetische Sprache, die sehr gut zur Handlung passt. Dabei ab und an humorvoll, teils tiefgründig.

Etwas überrascht hat mich, dass die Geschichte nur aus der Sicht von Sarah erzählt wird und nicht, wie man vermuten könnte, immer abwechselnd von Sarah und Sophie.

~°~ Fazit ~°~

Obwohl dieses Buch unter Kategorie Liebe läuft, fand ich ihn nicht kitschig oder ähnliches. Im Gegenteil, die Liebe ist Seite für Seite vorhanden – in der einen oder anderen Art – aber steht nicht so im Vordergrund, dass es zu viel wird. Ein wundervoller Roman für alle, die gerne dem Zauber von Büchern erliegen.

Obwohl es ein Liebesroman ist (eigentlich ja nicht so mein Genre), ist „Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine“ eines meiner Topbücher 2017!

Meuchler des Gewissens [Rezension zu Nacht über Herathis]

Ich hatte euch ja bereits berichtet, dass ich mir einen der ersten Bände des Splittermondromans Nacht über Herathis“ auf der letzten  HeinzCon sichern konnte. Jetzt endlich möchte ich euch am Inhalt teilhaben lassen. Das Buch habe ich (quasi) in einem Atemzug durchgelesen, da ich unbedingt wissen wollte wie es weiter geht. – Aber überzeugt euch am besten selbst und taucht ein in die fantastische Welt von Lorakis und des Rollenspiels Splittermond.

~°~ Das Buch ~°~

Anton Weste

Nacht über Herathis

Verlag : Feder & Schwert [16.03.2017]

Seiten: 300

ISBN: 9783867622790

 

~°~ Klappentext ~°~

Mord. Für ihre „Kunden“ ist das üblicherweise eine einmalige Sache. Für Dorn und Pitt jedoch, zwei der erfahrensten Meuchler von Herathis, das tägliche Brot. Die Routine wird empfindlich gestört, als durch die Gilde der Langen Messer ein neuer Wind weht. Warum steigt die Zahl der Morde so sprunghaft an und welche Rolle spielen der berühmte Feenmarkt und die Magistratswahl dabei? Die beiden Schattenklingen müssen eine Wahl treffen, die sie eigentlich für längst entschieden hielten: Gold oder Moral?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Das Cover zeigt eine Szene wie sie – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Situation wie sie im Buche steht. Es ist sehr schön und detailreich gestaltet, macht neugierig, verrät aber auch nichts.

~ Geschichte ~

Dorn ist eine Schattenklinge, der Meuchler der Gilde der Langen Messer. Vasco, wie er eigentlich heißt, ist eigentlich ein anderer – oder gibt zumindest vor ein unbscholtener und auch etwas naiver Schankbursche zu sein.

Als Dorn und seine Kameradin Pitt – eine gehornte Gnomin – den Auftrag bekommen dem Tyrammem von Lamera zu töten, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Da dessen Stelle neu besetzt werden muss, tritt eine längst zerschlagen geglaubte Gruppe an die Oberfläche. Ein unerbittlicher Kampf entbrennt, der Dorn dazu zwingt andere Wege zu gehen, als er sich vielleicht erwünscht hätte.

~ Schreibstil ~

Der Schreibstil ist sehr angenehm, obwohl die Geschichte in einer Zeit spielt die in etwa mit dem menschlichen Mittelalter vergleichbar ist, gibt es keine schwierigen Wörter.  Der Text lässt sich flüssig lesen. Es gibt viele bildliche Beschreibungen, die dem Leser die Welt von Herathis (und damit auch die Welt des Rollenspiels Splittermond) näher bringen. Da Bräuche, Gewohnheiten und andere nötigen Beschreibungen gut beschrieben sind, braucht der Leser keine Vorkenntnisse, wird aber mit Sicherheit in eine fantastische und spannende Welt gezogen.

~°~ Fazit ~°~

Die Geschichte ist sehr spannend, voller überraschender Wendungen und bildlichen Beschreibungen. Eine tolle Mischung aus Action, Drama und einer Spur Liebe, gewürzt mit einer guten Prise Humor.

„Nacht über Herathis“ ist der erste Roman zum Pen & Paper Rollenspiel „Splittermond“. Ich kann es jetzt schon gar nicht erwarten endlich den nächsten Band in der Hand zu halten. (Nach Verlagsangaben wird dieser voraussichtlich noch dieses Jahr erscheinen.)

Unsexy as hell [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Claudia Thesenfitz

Meer Liebe auf Sylt

272 Seiten

Ullstein [10.03.2017]

ISBN 9783548288475 / 13 9783843714013

~°~ Klappentext ~°~

Käthe Lachmann, Autorin und Komikerin Um ihre Ehe zu retten, fliegt die 27-jährige Alexandra nach New York. Mutter Henrietta und Schwiegermutter Ulla sind sofort zur Stelle, um in einem Strandhaus auf Sylt auf die kleine Emma aufzupassen. Dumm nur, dass sich die beiden jungen Omas nicht ausstehen können. Ulla ist überzeugte Esoterikerin, Henrietta knallharte Karrierefrau. Bio contra Business, Eso contra Ellenbogen – zwei Welten prallen aufeinander. Als auch noch Alexandras kinderlose Schwester Jana zu Hilfe eilt, ist das Chaos perfekt. Das Leben der Frauen wird ordentlich durcheinandergerüttelt – und ist am Ende viel besser als vorher …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Das Cover ist hier „nordisch frisch“. Eine Frau, ganz klassisch in Standkleid und Strohhut, am Strand. Ein Leuchtturm, ein Streifen Meer und ein (fast) blauer Himmel runden das Bild ab – und machen Lust direkt die Sachen zu packen und ans Meer zu düsen.

~ Geschichte ~

Henrietta ist mit ihren 59 Jahren Karrierefrau durch und durch: Sie ist Chefredakteurin eines Frauenmagazins, verheiratet und steht’s adrett gekleidet. Sie hat nicht nur Geld, sondern auch einen ausgeprägten Hang zum Zynismus. Henrietta liebt Shoppingtouren und Luxus jeder Art.

Ulla ist überzeugte Veganerin, Single und hat einen Hang zum spirituellen. Sie arbeitet als Yogalehrerin, ist Männern und Frauen zugetan und versucht die Erde zu retten in dem Sie im Biomarkt nur abgelaufene Lebensmittel kauft. Auch auf Rasur verzichtet sie ganz.

So unterschiedlich die beiden Frauen auch sind, wenigstens eine Sache haben sie gemeinsam: Enkelin Emma. Die Kleine wird demnächst zwei und dieser Geburtstag soll gefeiert werden, also reisen beide nach Sylt. Blöd nur, dass die Mutter des Geburtstagskindes plötzlich in die USA verschwindet und die beiden Omas – die sich auf Grund ihrer sehr anderen Lebensart nicht wirklich verstehen (wollen) – plötzlich alleine mit einem Kleinsind sind.

Es kann wohl gar nicht anders sein, als das hier Reibereien vorprogrammiert sind. Doch beide sind auch um das Wohlergehen von Emma besorgt, so versuchen sie das Beste aus der Situation zu machen. Doch erst im Laufe der Zeit verstehen die Großeltern, dass es eben nicht immer das ist, was man immer hat, was einem wirklich gut tut. So öffnen sie ihren Horizont für neues und entdecken dabei nicht nur sich selbst neu.

Eine Geschichte die erfrischend locker aufzeigt, dass es gut tun kann, auch mal „über-den-Tellerrand-zu-blicken“.

Alle Charaktere sind sehr liebevoll gestaltet und haben eine Geschichte, selbst die, die nur am Rande auftauchen. Das macht den Roman authentisch und es ist ein wenig, als wäre man direkt dabei. Der Zynismus von Henrietta gepaart mit der Naivität von Ulla sorgen für viele Lacher.

~ Schreibstil ~

Die Geschichte ist einfach, aber nicht salopp geschrieben. Der Roman lässt sich zügig lesen. Zum vorhandenen Humor gesellen sich tiefgründige Zitate und Gedanken, welche der Handlung den nötigen Ernst verleihen. Locker, flüssig und mit einer großen Prise Meeresduft. Genau die richtige Mischung.

~°~ Fazit ~°~

Auf dem Cover prangt der Schriftzug „Ein Glücksroman“. Dieses kann ich in mehrfacher Hinsicht nur bestätigen: Während das schöne Cover bereits in wohlige Stimmung versetzt, macht das Lesen des Romans glücklich, denn die Lachmuskeln werden gut gefordert. Eine herrlich-frische Lektüre – nicht nur für den Urlaub. 😉

„Entschuldigung, ich sterbe das erste Mal.“ [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Cory Taylor

Sterben – Eine Erfahrung

Ullstein [10.02.2017]

E-Book

ISBN 9783843715614

Auch als Gebunden Ausgabe / Hörbuch / Audio-CD

~°~ Klappentext ~°~

2015 erfährt die australische Schriftstellerin Cory Taylor, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. In nur wenigen Wochen verfasste sie dieses Buch, das kurz vor ihrem Tod 2016 erschien. Auf bemerkenswerte Weise reflektiert sie über den Sinn der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie lässt uns teilhaben an ihrer Erfahrung, was das Sterben sie gelehrt hat. Der universellen Frage über ein Leben nach dem Tod begegnet sie als nichtreligiöser Mensch in einer sie selbst überraschenden spirituellen Form. Sie erfasst die transformative Kraft des Prozesses, in dem sie sich befindet, und es gelingt ihr, sich diesem kreativ und ehrlich zu stellen. Cory Taylor hat uns allen mit diesem Buch etwas Wertvolles geschenkt. Klug, schlicht und zutiefst weise sind ihre Gedanken über das Sterben, die zugleich eine Hymne an das Leben sind.

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Sterben, der Tod. Themen über die selbst in unser aufgeschlossen Gesellschaft nicht oder nur recht wenig und schon gar nicht gerne gesprochen wird. Doch was ist, wenn er plötzlich allgegenwertig ist? Was ist, wenn DU sterben musst?

Cory Taylor wusste genau dieses, denn sie hatte Krebs. „Das passiert doch nur den anderen“, hatte sie immer gedacht und dann das! Die Autorin beschreibt hier ihre Gefühle ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Dabei – und das finde ich wirklich bemerkenswert – bricht sie auch das Tabuthema Suizid, denn natürlich (?) hat sie bereits daran gedacht ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen, statt im fortgeschrittenen sterbenStadion dahinzuvegetieren. Der Leser erfährt hier was sie sich ausgemalt hat und sogar die Stellen, auf denen es Sterbehilfe gibt – ganz legal – wurden vom Verlag nicht geschwärzt, was mich doch wirklich gewundert hat, ich aber sehr gut finde. Denn ja, es IST einfach noch zu sehr ein Tabuthema.

Die Autorin beantwortet Fragen, die sie immer wieder gestellt bekommt – und sich selbst natürlich direkt nach der Diagnose gestellt hatte. Aber sie erzählt auch aus ihrem (früheren) Leben, ihren Hoffnungen und Träumen. Ein großer Abschnitt widmet sich ihren bereits verstorbenen Eltern und ihrer Familie, denn der Tod hat sie irgendwie immer begleitet. Diese kleine Reise in die Vergangenheit macht das Buch noch authentischer und Cory greifbarer.

Corey hat mit „Sterben“ eine Hommage an den Tod hinterlassen – und eine Erinnerung an sich, denn sie starb kurz nach der Veröffentlichung dieses Buches …

~°~ Fazit ~°~

Über den Tod zu schreiben – und auch davon zu lesen – ist nicht so einfach. Als Leserin (bei der der Tod ebenfalls ein Dauergast in der Familie ist) spürte ich jedoch die ganzen Gefühle, welche die Autorin in ihre Zeilen gelegt hat. „Sterben – Eine Erfahrung“ ist alles andere als oberflächlich, sondern authentisch und gefühlvoll, denn auch so kann der Tod sein.

Weck den Tiger in dir! [Rezension]

~°~ Das Buch ~°~

Jörg Menke-Peitzmeyer

Billy the Beast – Ein Traum von einem Tiger

Ullstein Taschenbuch [24.02.2017]

272 Seiten

ISBN 9783548289113

~°~ Klappentext ~°~

Bert ist dick. Sogar sehr dick. Stolze 101 Kilo bringt er auf die Waage. Alles nervt. Gut, dass es Günther Jauch gibt: Bei seiner Lieblingssendung kann Bert ungestört von zu Hause mit raten. Doch dann ändert sich alles: Bert wird das Maskottchen einer Eishockeymannschaft und als „Billy the Beast“ im Tigerfell berühmt. Die Pfunde purzeln, eine glücklichere Welt unterhalb der 100-Kilo-Grenze scheint möglich. Aber bald kommt die Millionenfrage: „Wie erobert man das Herz einer Cheerleaderin?“ Der Zusatzjoker muss her …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover ~

Das Cover wirkt ein wenig einfallslos, auch wenn die in die Höhe gestreckte Tigertatze gut zum Inhalt passt. Der auf alt getrimmte Schriftzug kann als Hommage an das Kostüm gelten, denn der Essotiger (Dieses Kostüm bekommt der Protagonist, wenn auch mit herausgeschnittenem Label.) ist längst kein Markenzeichen der Tankstellen mehr.

~ Inhalt ~

Bert ist 16 Jahre alt und alles andere als ein Fliegengewicht. Mit seinen 101 Kg wird er in der Schule ständig gemobbt. Als wäre sein Leben so schon nicht schwer genug schleppt seine Mutter ständig andere Männer von der Baustelle nach Hause, während sein Vater sich an junge Frauen heranmacht. Obwohl Bert’s Eltern längst getrennt sind, sitzt der Junge ein wenig zwischen den Stühlen. Außerdem hat der Teenager billythebeasteine förmliche Sucht nach Schokoriegeln (bevorzugt Twix) und Gummitieren (bevorzugt Teufel) entwickelt. Seine Mutter, die auf Grund ihrer kalorienreichen Küche nicht ganz unschuldig an dem Kampfgewicht ihres Sohnes ist, sieht nicht ein ihm seine Zuckersucht zu finanzieren. Also sucht sich Bert einen Aushilfsjob als Maskottchen. Als „Billy“ soll er von nun an u.a. ein Eishockeyteam unterstützen. Blöd nur, wenn man noch nie in seinem Leben auf Schlittschuhen gestanden hat. Noch blöder, wenn man sich in eine Cheerleaderin verliebt, sich aber, auf Grund seines Aussehens, nicht ohne Kostüm zu ihr traut. Umso besser, dass bei jeder Stunde im Billykostüm auch die Kilos schmelzen.

Zusammenfassend lässt sich die Geschichte beschreiben wie etwa: Pubertierender Teenager mit Alltagsproblemen, findet durch einen Aushilfsjob als Maskottchen, seine erste Liebe, sein Selbstvertrauen und nicht zuletzt eine funktionierende Diät. Strenggenommen keine sehr tiefgründige Geschichte, doch der Autor hat sie sehr humorvoll verpackt, so dass der Leser hier schwer aus dem Lachen herauskommt.

~ Schreibstil ~

Durch den leichten Schreibstil lässt sich das Buch schnell und flüssig lesen. Werden Wörter benutzt die der Leser evtl. nicht einordnen kann, so werden diese auch erklärt. Meist geschieht das in Form von Quizfrage á la Wer-wird-Millionär, was eine interessante Idee ist.

~°~ Fazit ~°~

Ein traurig-bitterer und lustig-aufbauender Roman ohne besonderen Tiefgang, aber mit einer großen Portion (möglicher) Wahrheit. Der Leser fiebert hier mit Bert und Billy gleichermaßen. Ein schöner „Zwischendurch-Roman“.