Auf der Jagd nach dem Glück [Rezension – Roman]

~°~ Das Buch ~°~

Florian Beckerhoff

Herrn Haiduks Laden der Wünsche

256 Seiten

HarperCollins [09.10.2017]

ISBN 9783959671347

[auch als E-Book erhältlich]

~°~ Klappentext ~°~

Er kam der Liebe wegen nach Berlin: Herr Haiduk. Er blieb, die Liebe nicht. Seitdem betreibt der in die Jahre gekommene Herr seinen winzigen Kiosk, in dem es fast alles gibt: Zeitungen und Kaffee, Geschichten und Lottoscheine. Er genießt sein ruhiges Leben, bis eines Tages die zauberhaft scheue Kundin Alma das Jackpot-Los über 13 Millionen Euro vor dem Laden findet und den rechtmäßigen Gewinner ermitteln möchte. Gemeinsam mit Herrn Haiduk und seinem Gehilfen Adamo macht sie sich auf die Suche: Wer ist der Glückliche? Und kann er so viel Glück überhaupt vertragen?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Bereits das Motiv auf dem Schutzumschlag lässt erahnen, dass hier so einiges in dem Kiosk vor sich geht. Wer bereits den Klappentext gelesen hat, dem springt das gelbe „LOTTO“-Schild förmliche entgegen.

Herrn Haiduk erzählt dem Schriftsteller Paul eine wahre Geschichte, denn er möchte dass dieser sie aufschreibt. Zumindest ist es das was Paul glauben soll, doch mit jeder Seite wird dem Leser klarer, dass der Kioskbesitzer einen ganz anderen Plan verfolgt. Herr Haiduk ist ein älterer Herr, der in Berlin einen kleinen Kiosk betreibt, weil er die Menschen glücklich machen möchte. Eines Tages findet eine seiner Stammkundinnen eine Lottoquittung und möchte diese dem Besitzer zurückgeben. Alma ist sehr naiv und glaubt fest daran, dass sie damit Erfolg haben wird. Blöd nur, dass auf dieser Lottoquittung genau die Zahlen angekreuzt sind, die dem Besitzer 13 Millionen Euro einbringen! Natürlich (?) gibt es bald jede Menge Menschen die eben genau DIESE Quittung verloren haben! Herr Haiduk versucht alles seine recht stille Kundin zu schützen – und ihr zu helfen den rechtmäßigen Besitzer zu finden. Dabei werden er und seine Aushilfe äußerst kreativ!

Das Buch ist in der Ersten Person („Ich-Perspektive“) geschrieben. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Im Prinzip liest man die Geschichte, die Paul aufgeschrieben hat. Dadurch dass der Leser dabei genau so wenig wie Paul erfährt bleibt die Geschichte spannend. Immer wieder dachte ich, dass ich die Lösung des „Rätsels“ kennen würde, doch dann gab es wieder eine überraschende Wendung.

Was mich leider sehr gestört hat ist hier die Figur der Alma, denn sie wird als extrem naiv dargestellt. So lebt sie z.B. seit etlichen Jahren in Deutschland, kennt sich aber mit LOTTO (Ein Spiel was ja oft Hysterie auslöst.) nicht aus, obwohl sie sämtliche Zeitschriften im Kiosk förmlich verschlingt.

Florian Beckerhoff hat einen richtig tollen Schreibstil, in dem sich der Leser förmlich verlieren kann. Es hat mir richtig Spaß gemacht die Zeilen zu lesen.

~°~ Fazit ~°~

Mit „Hernn Haidkus Laden der Wünsche“ hat der Autor hier eine wunderbare Geschichte zum Entspannen und Mitfiebern gleichermaßen geschaffen. Schon alleine die Idee, einen verlorenen Lottoschein in den Mittelpunkt zu stellen, ist wirklich klasse. Das eine der Hauptprotagonisten leider etwas überzogen naiv dargestellt wird, setzt der Geschichte zwar einen Dämpfer auf, dennoch handelt es sich hier um einen empfehlenswerten Roman.

Erinnerungen überdauern …

„Der eigene Tod ist etwas,

das den anderen widerfährt.“

Erinnerungen überdauern …

 

 

Wenn die Trauer nicht vergeht …

„Die Zeit heilt keine Wunden – man gewöhnt sich an den Schmerz.“

24.09.2013 wurde zu einem der schlimmsten Tage in meinem Leben.

Mein liebster Kater Harlekin, auch liebevoll „Schwarzer Teufel“ genannt, verstarb (Das Auto war stärker als er …)

Inzwischen sind einige Jahre vergangen und dennoch ist noch immer das tiefe Loch da, was er hinterließ.

Sein Körper ruht in einem nahegelegenen Wald (Tierfriedhof) und jedes Mal, wenn die Trauer mich zu sehr zerreißt, besuche ich ihn.

Da er liebend gerne mit Duschringen gespielt hat (er hat diese apportiert!), versprach ich ihm damals einen Duschringebaum.

Selbstverständlich hat Harlekin diesen bekommen – und jedes Jahr kommt eine neue Farbe hinzu.

So auch heute.

Wenn es auch die Trauer nicht vertreiben mag, so ist dieses ein Ritual, um den Verlust ein wenig erträglicher zu gestalten.

Und ein bisschen Farbe kann wohl jeder Friedhof gebrauchen.

❤ Wir vermissen Dich Harlekin! ❤

Happy Birthday Harlekin <3

 

Harlekin

„Sprich nicht voller Kummer von meinem Weggehen,

sondern schließe deine Augen,

und du wirst mich unter euch sehen,

jetzt und immer.“

[Khalil Gibran]

Inoffizieller Antrag auf psychologische Betreuung

Diesen Beitrag gibt es heute einmal zeitversetzt, denn die „OP“ um die es hier geht liegt zwei Tage zurück. Danach lag ich nur „heulend“ auf dem Sofa, so dass ich erst jetzt in der Lage bin, euch meine Erlebnisse mitzuteilen. Jetzt heule ich nur noch. (Ich weiß ja, dass einige von euch UNBEDINGT alles von Zahnärzten wissen wollen. *lach*)

Ja, richtig gelesen: Es geht um eine Zahn OP. Wobei man ja irgendwie eher von einer „Extraktion“ sprechen muss. Zumindest stand diese „Bitte“ auf der Überweisung. Oder kur: Ich wurde eines Zahnes beraubt. Dieser Backenzahn machte mir seit Wochen Probleme. Die Wurzelentzündung wollte genau so wenig enden, wie die damit verbunden Schmerzen – In Kiefer und Kopf. Es half also alles nichts …DIGITAL CAMERA

Da ich aber

a) Angst vorm Zahnarzt habe,

b) Krankenhäuser lieber von Außen betrachte

c) und der letzte Chirug der an mir rumschnippelte, lachend mit einem Skalpell über mir stand,

habe ich

d) einen inoffiziellen Antrag auf psycholgische Betreuung bei meinem besten Freund gestellt. Was kurz heißt: Er musste mitkommen. (Da er während seiner Ausbilung auch Psychologie hatte, erschien mir das irgendwie sinnvoll. Praktisch äußerste sich das so, dass ich jede Menge sarkastische bis böse Sprüche an den Kopf geknallt bekam. Aber irgendwann wird er an meiner Stelle sein und meine Rache wird kommen … ;))

12:00 Uhr

Eigentlich wäre ich jetzt dran. Aber, wie es so ist, warten … Das Wartezimmer ist eher wie ein Wohnzimmer eingerichtet. Eine Sitzgarnitur aus Kunstleder mit Couctisch, geschwunkene Bänke mit dicken Polstern, … Der Raum ist voll von Weihnachtsdekoration. Über einem der Sofas entdecke ich einen Kunstdruck des „Germanischen Lyod“ und muss unwillkürlich lächeln, ist mir diese in den letzten Wochen ein wenig vertrauter geworden …

Im Wartezimmer ist nicht viel los. Schließlich kommt eine ältere Dame mit Kopftuch herein und setzt sich zu den Damen am anderen Ende des Raums. Wir bekommen mit, wie die Kopftuchträgerin versucht den anderen ein Gespräch aufzuzwingen. Sie klagt über Zahnschmerzen und über die Kälte, das Wetter und was ihr sonst noch so in den Sinn kommt. Innerlich atme ich auf, dass sie sich nicht zu uns gesetzt hat. – Und bekomme fast einen Schreikrampf, als sie genau das tut! Miguel entschwindet schnell, er wolle eine rauchen. Nun sitze ich da in doppelter Not. Wie kann es anders sein, auch an ihrem neuen Platz beginnt die Dame zu klagen und schließlich zu jammern und winseln. Ich reagiere nicht. Sie jammert lauter. Ich ignoriere sie. Sie spricht mit direkt an. Ich … betrachte das Betonwaschbecken in dem Architektenmagazin plötzlich in einem ganz anderen Licht. … Kurzzeitig hege ich der jammernden Kpftuchdame zu sagen, dass sie sich keine Sorgen machen braucht, da drin (*mit-dem-Finger-auf-den-Praxisraum-deute*) würde sie eh sterben. Danach wäre alles vorbei. … Ich verkneife es mir, denn sie hört endlich auf und stöhnt nur noch vor sich hin.

12:35 Uhr

Endlich! Das Warten machte mich schon halb wahnsinnig! Über eine Stunde musste ich warten – und genau das ist immer das Schlimmste. Ich will es einfach nur hinter mir haben… Nun ist es soweit und meine Freude hält sich in Grenzen. An der Wand des OP-Raumes hängt ein grüner Kranz mit schlichter roter Deko. Vermutlich handelt es sich um den versuch ein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Angesichts dessen, dass das Objekt eher an einen Beerdigungskranz erinnert, gelingt es jedch nicht wirklich!

Auf dem Stuhl werde ich „vorbereitet“, mit Tuch über dem Gesicht und Vaseline auf den Lippen. Mein Atem geht kurz und stoßweise. Mein Herz klopft den Takt zu Doc„Highway to Hell“ … und die Assistentin fragt wie es mir geht!!! „Ehrlich? Ich würde grade gerne weglaufen!!!“ Kann sie verstehen, will aber nicht mit mir tauschen, obwhl ich mit (gespaltenen) Engelszungen auf sie einrede.

Eine gruselige aussehende Chirugin in Gesundheitsstuhen, die gut für die Wirbelsäule sind, betritt den Raum und stellt sich vor. Blöderweise kommt sie auf die Idee mir zu erzählen was alles SCHIEF GEHEN kann. Ich weiß das sie es mir sagen muss, ich WILL es aber GAR NICHT WISSEN!!! Frau Dokore redet irgendwas von „offenem Kiefer“, mein Verstand schaltet ab…

Während an, oder besser in mir rumgefummelt wird, ziehe ich mich in meine „Bibliothek“ zurück und beginne zu rechnen. 11=2, 2+2=4, 4+4=8, 8+8=16, 16+16=32, … (Bis 1943+1943 bin ich gekommen). Ich blende weitgehend aus, was um und in mir passiert. Erst als das Licht heller wird und die Ärztin mir mitteilt das sie mir kurz die Nase zuhalten müsse, komme ich in die (grausame) reale Welt zurück.

Wir müssen nur noch nähen, dann haben sie es aber gleich geschafft.“ Ich spüre den Zwirn in meinem Mund und muss unwillkürlich an einen Horrorfilm denken, in welchem dem Mädchen die Lippen und Augen zugenäht wurden … Mich schaudert und ich bemühe mich das letzte bisschen Mut und Selbstbeherrschung aus dem letzten Winkeln meines Seins zu kratzen. Als die Hände aufhören in mir rumzufummeln, warte ich sehnsüchtig auf das „Fertig“, doch stattdessen bekomme ich ein Gespräch mit: „Ich bräuchte mal bitte eine neue Nadel.“ – „Was ist mit der anderen?“ – „Einfach weggeflutscht.“ – „Wo ist die jetzt?“ – „Keine Ahnung.“ – „Wird irgendwo auf dem Boden liegen. Zum Glück haben wir ja mehrer davon.“ Mir wird schwindelig …

13:35 Uhr

.. und WEG!!!

Nachdem ich Krankschreibung, Rezept & Co. erhalten habe will ich nur noch eines: Ganz schnell raus und runter vom Krankenhausgelände! Begleitet von Miguel, der sich nun bei mir über die jammernde Dame beklagt, verfolgen wir diesen Plan. Da der Bus, laut Fahrplan, grade weg war, beschliessen wir zu Fuß zum Umsteigepunkt zu gehen. Durch den Nieselregen stapfen wir dahin – und werden vom Bus überholt, der offenbar Verspätung hatte …

14:10 Uhr

Mir reicht es. Als ich mitbekomme das der Bus bereits 1/2 Stunde Verspätung hat, gebe ich auf – und gehe zu Fuß. Vermutlich gab es ein skurieles Bildnis, als ich mit einem Roman in der einen Hand, an dem ich mich förmlich klammerte daherschritt. Besonders da sich in der anderen Hand, für jeden Sichtbar, eine Packung steriler Tupfer und Medikamente befanden und, wie ich Zuhause festellte, meine Lippen und Zähne noch blutverschmiert waren… (Und ich wunderte mich, warum man mich so angsterfüllt ansah. Na gut, vielleicht lag das auch daran, dass ich ab und an ein: „Sie sollten mal den Anderen sehen!“ zischte, wenn mich jemand anstarrte.)

Während meines Fußmarsches nach Hause fahren gleich 5 (!!!) Busse an mir vorbei … Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass einen Auffahrunfall mit vier Verletzten gab und die Straße komplett gesperrt war. Daher bin ich entsprechend verärgert.

15:00 Uhr

Ich liege auf dem Sofa, Katze auf dem Schoss. Wechsle einen Tupfer nach dem anderen aus – und bin kurz davor zur Zahnärztin rüber zu laufen, da es gar nicht aufhören will zu bluten. Es beunruhigt mich  …

17:00 Uhr

Über dem Hörbuch bin ich offenbar kurz eingenickt, obwohl es wirklich interessant ist. Die Erschöpfung des Tages fordert ihren Tribut. Die Betäubung hat gänzlich nachgelassen, die Schmerzen sind schier unerträglich. Ich greife zu den Schmerztabletten. Ohne das ich es will rinnen mir Tränen die Wangen herab … Unwillkürlich muss ich an die jammernde Frau im Wartezimmer denken. Was sie wohl neues zu klagen hat, wenn ihr ein Zahn „extrahiert“ wurde??? Gibt es eher neuen Stoff oder schmälert der Schmerz das Klagelied? …

18:55 Uhr

Die Blutung ist endlich gestoppt. Der Schmerz leider noch immer nicht … (Die Tabletten taugen nichts!)

Mein Magen knurrt. Sehsüchtig denke ich an das Linsenchillie, welches mein Göttergatte mir einst bereitete.  Die Rest stehen im Kühlschrank. Obwohl ich gut gefrühstückt hatte, ist mir inzwischen schn ganz schlecht vor Hunger. Aber ich traue mich einfach (noch) nicht … Stattdessen wage ich einen vorsichtigen Schluck Flüssigkeit. Nur einen ganz Kleinen, dann noch einen. Ich nippe eher, als das ich wirklich trinke. Es ist die erste Flüssigkeit seit heute Vormittag die ich zu mir nehme und ich fühle mich als wäre ich in der Wüste auf eine Oase gestossen! Obwohl das Getränk Zimmertemperatur hat (und ich bewusst keine Cola gewählt habe!) löst die Berührung der Wunde ein unangenehmes Gefühl aus.

20:00 Uhr

Mein Magen knurrt inzwischen Arien. Es klingt fast als würde er mir Vorwürfe machen. (Dabei würde es gar nicht mal schaden, wenn er weniger bekommen würde.) Ich nehme all meinen Mut zusammen. Vor mir lecker duftenes Chillie aus roten Linsen… Es ist anstrengend, aber das weiche Mahl lässt sich zumindest schlucken. Welch eine Wohltat!

Zahn

Das Übel wurde an der Wurzel gepackt, damit ich wieder kraftvoll zubeißen kann …

… bisher ….

… funktioniert dieser Plan jedoch leider (noch) nicht.

Gefährten

Während von unten Lachen empor dringt wird mir schmerzlich bewusst wieviele treue Gefährteb bereits von mir gegangen sind.

Oft war es ein plötzlicher, unerwarteter Tod.

Selten ein seichtes hinübergleiten in eine andere Welt.

Machtlos muss ich mit ansehen wie die Liebsten aus dem, oft viel zu kurzem, Leben gerissen werden.

Ich strecke meine Hand empor, doch sie greift ins Leere.

Kein Weg zurück.

Meine Liebe ist groß, mein Herz schmerzt.

Ich sehne mich nach ihnen.

Bald wird auch meine Zeit gekommen sein und – vielleicht – wird dann jemand an meiner statt hier sitzen und trauern.

Meine Augen füllen sich.

Heiße Tränen fließen meine Wangen herab …

[Roswitha Pick, 26.10.2014]

Gefährten

Gräber sind für die Lebenden [Harlekin R.I.P.]

Diesen Tag, der 24. September, löst bei mir zwiespältige Gefühle aus: Am Morgen gratuliere ich einer Freundin zum Geburtstag, am Abend trauere ich um meinen Kater …

Wer mich länger kennt und/ oder meinen Blog folgt, erinnert sich vielleicht an all die bangen Stunden die ich im letzten Jahr durchmachte. Dieses unruhige Gefühl zu WISSEN das etwas nicht stimmt – und den Traum aus dem die Warnung deutlich hervorging …

Heute vor genau einem Jahr klingelte unsere Nachbarin, um uns mitzuteilen dass ihre Tochter am Morgen eine tote Katze auf dem Gehweg gefunden hätte … H.A.R.L.E.K.I.N.

LiebeGenau kann ich mich noch an diesen Tag erinnern. Jedes Wort das gesprochen wurde, jede Träne die floss, jedes Gefühl inner- und außerhalb meines Körpers. Und daran das ich einfach nur funktionierte, ehe ich die nächsten Tage Schlaf- und Nahrungslos verbrachte. Es war so FALSCH und ist es auch immer noch!

Wer mich wirklich kennt weiß das mir Tiere sehr wichtig sind. Sie leben nicht bei mir weil ich es so will, sondern weil sie es scheinbar auch möchten. Oft hatten sie die Gelegenheit einfach zu gehen, doch sie kamen wieder. Für mich sind es keine „Kinder“, aber schon immer habe ich „Haus“Tiere als gleichwertige Familien- (oder derzeit eben als WG-) Mitglieder betrachtet. Schon als ich klein war wurde ich deswegen belächelt. – Ich stehe noch heute dazu und meine Meinung hat sich nicht geändert! Erwarte ich denn nicht das Gleiche von ihnen wie von einem Familienmitglied/ Freund? (Pünktlich zum Essen da sein, mir zuhören/ mit mir reden, da sein wenn ich jemanden brauche, mir spielen, sich an mich kuscheln, mir etwas vorschnurren …) Und glaubt mir, grade Katzen machen nur das was SIE wollen.

Harlekin war ein ganz eigener Charakter. Irgendwie so etwas wie der Einstein unter den Samtpfoten. Was Artgenossen angeht eher Einzelgänger, dafür aber sehr intelligent. Manchmal so sehr, dass wir eine Gänsehaut bekamen… Ja, manchmal hatte ich auch Angst vor Harley. Das lag aber an seiner Unberechenbarkeit. Anfangs habe ich viel Blut gelassen, um seine Freundschaft zu gewinnen. All das Leid wurde mit einem großen ehrlichen Katerherzen belohnt und war es somit allemal wert!!!

Heute bleibt mir nichts als die Erinnerung in meinem Herzen und die Leinwand mit unserem Foto. Jeden Abend werfe ich einem Kuss zu, sage ihm das ich (wir) ihn sehr vermissen und merke wie meine Augen feucht werden.

Auf dem Tierfriedhof auf dem Harlekin ruht, steht am Ausgang:Tierfriedhof

„Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.“

Doch richtig müsste es heißen:

„Die Zeit heilt keine Wunden. Man gewöhnt sich lediglich an den Schmerz.“

Ich weiß nicht ob ich mich je an den Verlust von geliebten Wesen und den damit verbundenen Schmerz gewöhnen werde, denn Viele habe ich schon verloren. Zu Viele. Und noch immer reißt jeder ein Stück von meinem Herzen mit sich.

Was bleibt ist die Erinnerung.

Die Erinnerung an all die schönen Stunden und Momente.

An apportierte Duschringe, erjagte Rostbratwürstchen, heruntergezogene Handtücher und vieles vieles mehr.

Harley mein Schatz, es tut mir so unendlich leid … :,(

Harlekin (7)