Wahre Religion [Zitat zum Sonntag]

„Ich glaube,

dass die einzig wahre Religion darin besteht,

ein gutes Herz zu haben.“

[Dalai Lama]

 

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Tolle Knolle [Gedankensplitter]

Dieser Tag hatte es mal wieder in sich:

Auf der Arbeit nur nervige Kunden und quengelnde Schulungsteilnehmer,

zu Hause dann der langwierige Wohnungsputz hinzufügen, da durch neue Möbel erst alle umgeräumt werden musste,

Wäsche waschen gestalte sich ebenso als Herausforderung, da die Hausdamen ihre beschlagnahmten Stücke nicht freiwillig rausrücken wollten und selbstverständlich auch direkt mit Frauchen spielen wollten,

zwischendurch klingelte noch die Paketbotin (Ich glaube sie ist aus einem Horrorfilm entsprungen, da sie immer übertrieben grinst. Das MUSS festgenäht sein!),

schon völlig k.o. machte ich mich dann daran Essen vorzubereiten, damit mein indischer Wikinger mir nicht vom Fleisch fällt, …

Und dann fand ich SIE.

kartoffeln

Kartoffeln in Herzform. Als würden sie sagen:

„Hey, alles ist gut. Auch dieser Tag geht vorbei.“

In diesem Sinne – mit oder ohne sprechendes Gemüse – ein schönes Wochenende euch allen. ❤

Happy Birthday Harlekin <3

 

Harlekin

„Sprich nicht voller Kummer von meinem Weggehen,

sondern schließe deine Augen,

und du wirst mich unter euch sehen,

jetzt und immer.“

[Khalil Gibran]

Ein Vegetarier im Schlachthof

Was macht eine Vegetarierin im Schlachthof?

Sie genießt Fischfilet und Vodka! 😉

Dieses (lange) Wochenende nähert sich dem Ende (Mein Urlaub fängt an! :D) und endlich komme ich dazu euch von dem vorangegangen (das WE vor den christlichen Feiertagen) zu berichten. An dem war bei uns nämlich Action angesagt. Eine ganze Menge sogar. Schnappt euch einen heißen Soyalatte oder einen aromatischen black coffee und begleitet mich zurück ins Wochenende.

~°~ Freitag ~°~

Am Freitag ging es bereits los. Der Zwillingsbruder meines Göttergatten hatte sich entschlossen seine Holde an sich zu binden und so fand an diesem Vormittag die Standesamtliche Trauung in Osterholz-Scharmbeck statt. Überraschenderweise hat Ron diesen Tag tatsächlich frei bekommen und auch ich habe mir frei genommen. (Schade nur dass ich an diesem Tag Schule gehabt hätte, ein Tag Horrorpraktikum weniger wäre mir ehrlich lieber gewesen.) Doch für mich wurde die Hinfahrt bereits sehr anstrengend, denn mein Bus kam einfach nicht. Eine gefühlte Ewigkeit (tatsächliche 17 Minuten!) später. Ich rechnete schon wann ich meinem Liebsten sagen müsse, Roseer solle alleine fahren, da wir es sonst zeitlich nicht schaffen würden. Es klappte jedoch noch alles rechtzeitig und wir kamen pünktlich an.

Im Standesamt gab es ein kleines Platzproblem, zumindest wenn es nach dem Standesbeamten gegangen wäre, denn es gab mehr Gäste als Stühle. Aber wir waren pfiffig genug das Problem zu lösen. Die Hälfte blieb einfach stehen und wohnte einer – zugegeben sehr langweiligen Trauung – eines Standesbeamten bei, dessen Lippen an den Ohren festgetackert zu sein schien. Auch redete er wirres Zeug, so stellte er die (rhetorische) Frage, was man von einer Begrenzung der Ehe auf 7 Jahre hätte. Ich konnte es mir grade noch verkneifen „Steuerliche Vorteile“ zu rufen. Da Ron sich verpflichtet hatte den Pinguin zu machen – und ich aus Langeweile beschlossen hatte ihm dabei zu helfen – verließen wir mit als erste das Gebäude. So ahnten wir bereits was kommen würde … Als das Brautpaar durch die Tür schritt stand eine Sambaband bereit. Im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten. Natürlich blieben auch Spaziergänger neugierig stehen und warfen belustigte Blicke. (Einer der Gründe, warum ich heimlich heiraten will.^^) Auf dem Weg zum Auto muss der Bräutigam ein seine Braut durch ein Herz in einem Bettlaken tragen und zusammen mussten sie Herzluftballons in den Himmel steigen lassen. Was für eine Umweltverschmutzung!!! Schwiegermutter: „Aber das sieht doch schon aus!“ Ich: „Die bleiben in den Bäumen hängen, landen im Meer, vergiften Wasser, Tiere bleiben dran hängen, … Das ist NICHT schön!“ [Anmerkung: Solltet ihrheiraten oder Spiele für ein Brautpaar vorbereiten verzichtet bitte darauf! http://naturschutz.ch/news/99-luftballons/64340]Glückskeks

Anschließend ging es zum Buffet ins „Phönix“. Glücklicherweise handelt es sich dabei um ein Chinarestaurant, daher bekam ich (Vegetarier) auch tatsächlich reichlich zu essen! Viel frisches Gemüse und Tofu! Auch Eis gab es in gaaanz vielen verschieden Sorten mit Toppings zum selbstzusammen stellen. Das Essen war lecker, was nicht nur daran lag, dass wir es nicht bezahlen mussten. *g* Mein Göttergatte und ich FeineSahneFischfiletschafften es sogar die ganze Hochzeitsgesellschaft zu beeindrucken, weil wir mit Stäbchen aßen – als einzige! : Bräutigam ungläubig: „Ihr könnt mit Stäbchen essen???“ Ich: „Klar. Ist doch nichts dabei!“ Wir hörten dann Getuschel, wo wir das gelernt hätten und es fiel der Satz: „Die beiden sind doch immer wieder für eine Überraschung gut!“ – Jepp. Sind und bleiben wir!!! 😀

Nachdem wir unsere Bäuche voll hatten ging es kurz zu mir. Ab in andere Klamotten, Rons Bart färben und bei mir eine Haarsträhne (wobei es bei mir leider nur bei einem Versuch blieb. L) und unserem Chauffeur den Autoschlüssel geben. Als Einstimmung auf den Abend hörten wir laute Musik. Mit Öffis ging es dann zu „Feine Sahne Fischfilet“. Die Rostocker Band machte mit ihrer „Bleiben oder gehen Tour“ auch Halt in Bremen. (Und noch sind sie nicht sooo berühmt, als das man sich die Tickets nicht leisten könnte. ;)) Aber bevor wir in den Genuss der Hauptband kommen konnten, dudelten so merkwürdige Klänge á la Countrymusik aus den Lautsprechern. Ein DJ mit Humor. Die Eröffnung, sozusagen die Anheizter, war die Punkband „Vodka Revolte“ [http://vodkarevolte.blogsport.de]. Das was sie uns zu hören gaben, war wirklich gut. Kann man wieder hören! 🙂 Nach einem erneuten Gedudel von Countrysongs ging es mit einer zweiten Vorband weiter, die unter dem Namen „Waving the Guns“ tourt. Dieses Mal aber weder Punk, noch Rock, sondern Hardcorerap! Kurz: Es war absolut grauenvoll!!! Ron & meDas gesamte Repertoire an Schimpf-, sowie Vulgären Wörtern der gesamten Menschheit ist für die nächsten Jahre restlos aufgebraucht! Es gab nur songs (und Ansprachen) die zur Gewalt aufriefen. Gegen Nazis, gegen Polizisten, gegen den Staat als Ganzes, … Absolut nicht meins, sorry.  Endlich, mit viel Verspätung, kam die Band für die wir da waren: „Feine Sahne Fischfilet“. Während grade bei „Wavin the Gun“ die Antifarufe enorm zunahmen, verstummten sie nun schnell. Das lag nicht an der plötzlich geänderten Meinung, sondern an dem Sänger, der ihnen an den Kopf warf, sie sollten auf der Straße (Demos) schreien und nicht dort, wo sowieso alle gegen Nazis sind. Recht hat er! Mit einer bunten Mischung aus Musik und Ansagen feierten wir das Leben! (Ich stellte übrigens fest das Chucks auf Konzerten äußerst ungeeignet sind. Stahlkappenschuhe wären besser gewesen. Merke ich mir für das nächste Mal.)

Seit ein Freund vor langer Zeit mal zu mir sagte, man würde etwas nur richtig genießen können, wenn man nicht fotografiert, genieße ich Konzerte oft ohne Kamera. Darum kann ich euch heute auch nicht mit der gewohnten Sammlung beglücken. Ich musste nämlich genießen. – Ach ja, und eine super süße Frau mit rundem Gesicht und Stupsnäschen auffangen. Die Gute fiel mir ständig in die Arme. Kann ich verstehen, ich bin ja auch umwerfend! :D:D:D

FSFF3Und auch Miguel, der so nett war uns mit dem Auto abzuholen, war den weiblichen Wesen zugetan. Zumindest sah es ganz so aus, als er eine wildfremde Frau küsste … 😉

Wie es weiterging? Das erfahrt ihr im nächsten Blogbeitrag … 😉

Gleich drei Dinge auf einmal

Wie ich euch ja einst berichtete stelle ich meinen Körper seit Anfang des Jahres nicht mehr als Sarg zur Verfügung – oder kurz: Ich bin Vegetarierin. Dank einer Vielzahl von Alternativprodukten muss ich auf nichts verzichten. Zumindest Zuhause. Ab und an möchte ich aber doch mal einer Leidenschaft von mir nachgehen und auswärts speisen. (Ich gestehe: Ich liebe gutes Essen!) Selbst auf der Karte eines Steakhouses befinden sich zumindest Salate und eine Gemüseplatte. Immerhin. Die Auswahl ist jedoch oft mehr als beschränkt, vom Sattmachfaktor mal ganz abgesehen, da es bei den vegetarischen Gerichten sehr oft um Vorspeisen (zumindest wenn ich die Portionsgröße so betrachte) handelt.

Aber ich habe hier ja MINDESTENS zwei große Vorteile:

Bremen ist unter den Top-Veggie-Städten.

(Ich berichtete. https://gedankenteiler.wordpress.com/2014/11/01/bremen-goes-vegan)

UND

Einen Mitbewohner/ besten Freund der mich unterstützt. Zwar verzichtet er selbst nicht auf totes Tier, schränkt den Konsum inzwischen aber sehr ein. Unser Aufschnitt ist weitgehend vegetarisch und Fleisch soll ich für ihn auch nicht extra zubereiten. Miguel probiert, sehr mutig und geduldig, meine Alternativen. Oft findet sich darunter auch ein Ersatzprodukt das selbst er wirklich mag. (Nicht nur etwas.) – Und Miguel hat sich immer als „Ausgeprägter Fleischfresser“ bezeichnet.

UND

Um das Glück perfekt zu machen habe ich auch noch einen recht toleranten Lebensgefährten, der zwar nicht (komplett) auf sein totes Tier verzichten will, aber dafür mit mir zusammen neue kulinarische Genüsse entdeckt. Bin ich am Wochenende bei ihm Zuhause zaubert Ron mir stets ein köstliches vegetarisches Mahl. Dabei trauen wir uns immer wieder an Produkte heran die wir vorher nie verwendet haben. Obwohl sie ja schon längst da waren! Schon komisch, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn man einfach nur Fleisch & Fisch vom Speiseplan streicht! Der eine oder andere wird jetzt sicher sagen: „Aber das ist alle viel zu teuer!“ Dem kann ich nicht zustimmen. Klar, wer Alternativprodukte aus Soja, Saitan & Co. Verwendet zahlt ein wenig mehr, als für „echtes Tier“. Aber hier kann ich nur immer wieder die Frage in den Raum werfen: Was ist ein Leben denn wert???

Jan

Mein Göttergatte hatte Urlaub und so kam es das er mich, passend zum Wochenende, von der Arbeit holte und mich in ein Restaurant „entführte“. Aber nicht in irgendeines, sondern in die „Vegefarm“. Ein rein veganes / vegetarisches Restaurant. Endlich konnte ich „alles“ von der Speisekarte bestellen ohne irgendetwas „ohne“ zu bestellen etc.!!! Natürlich möchte ich euch nicht vorenthalten was wir erlebt haben und wie unsere Eindrücke des Restaurants so sind:

EINDRÜCKE

Lage

Die Vegefarm liegt im Bremer Ortsteil Peterswerder. Das ist die „östliche Vorstadt“ und dennoch recht zentral. Einen kostenlosen (!) Parkplatz fanden wir ganz in der Nähe, aber auch eine Straßenbahnhaltestelle ist direkt vorm Restaurant und Busse halten in einigen Metern Entfernung. Die An-/ Abreise ist also wirklich kein Problem.

Location

Im Restaurant ist alles eher schlicht und modern eingerichtet. Mit dieser Schlichtheit soll erreicht werden, dass man sich als Gast auf das Wesentliche – in diesem Fall das Essen – besinnt. Meinem Göttergatten und mir gefiel es jetzt allerdings nicht so wirklich. Es wirkt eher wie … mmhhh… ein wenig wie eine Kantine. Genauso laut ist es leider auch. Die Geräusche hallen nach und, obwohl wir „um die Ecke“ gesessen haben, drangen die Laute aus der Küche zu uns.Vegefarm

Ansonsten ist das Restaurant hell eingerichtet. Helle Holztische mit weißen und grünen, doch recht bequemen, Kunststoffstühlen (?). Auf jedem der Tische befand sich eine Blume aus Krepppapier aus deren Mitte eine kleine elektrische (!) Kerze flackerte.

Service

Nach unserem Eintreten wurden wir nicht an einen Tisch geleitet, sondern suchten uns selbst einen. (Ich bevorzuge diese Variante sowieso. Ich sitze nämlich gerne dort wo ICH will und nicht dort wo mich jemand haben will. ;)) Wir waren an einem Freitagabend dort, etwa 16:30 Uhr. Einige Tischen waren besetzt, zwei Tischgruppen reserviert, aber es war noch genügend frei, so dass man keiner Reservierung bedurfte.

Nach etwa zwei Minuten kam auch schon ein junger Mann aus dem Service, der uns die Speisekarte reichte. Aus anderen Restaurants kenne ich es so, dass direkt schon gefragt wird, ob man etwas zu Trinken wünsche. Dieses war hier nicht der Fall. War aber auch nicht schlimm, denn erst einmal muss man ja herausfinden was überhaupt angeboten wird.

Unsere Bestellungen bekamen wir stets ohne lange Wartezeiten. Ob nun Getränke oder Speisen. Auch die Rechnung brachte man uns, auf Wunsch, sehr zügig.

Auch sehr schön war das wir immer „unseren Kellner“ hatten. (Ich war auch schon in Restaurants bei dem für jede Aktion jemand anders kam, dass nervte dann doch irgendwann.)

Speis & Trank

Als Getränke wählte mein Schatz einen Orangensaft und ich eine Biozisch Litschi. Beides war angenehm temperiert.

„Wenn schon, denn schon.“ Dachten wir uns und bestellten erst einmal eine Vorspeise. Ron entschied sich für was „handfestes“: Die Knusprig vegane Hühnchenschenkel mit pikanter Currysoße, während ich von der Tageskarte die Kircherbsensuppe wählte.

Von der Menge her war es als Vorspeise wirklich gut. Meine Suppe allerdings, was ich nicht gedacht hätte, stopfte ganz schön. Ich ließ also noch eine Pfütze zurückgehen. EnteEin wenig Platz für die Hauptmahlzeit braucht man ja schließlich. 😉 Meine Kirchererbsensuppe war nichts außergewöhnliches, aber lecker. Die Hühnchenschenkel die mein Liebster verzehrte waren zwar auch lecker, erinnerten (bis auf die Optik) allerdings nicht an Huhn. Die dazu gereichte Soße war ziemlich dick und hatte einen etwas ungewöhnlichen Geschmack.

Bei den Hauptgerichten wählte Ron Geröstet vegane Entenscheiben auf chinesischen Shanghai Paksoi mit Orangensoße, während ich mich an einem vegetarischen Rindfleischsteak auf Sellerie, Paprika und Möhren in scharfer Bohnensoße mit gerösteten Cashewnüssen versuchte.

Das Rindfleisch war weicher als erwartet und traf auch nicht ganz den „echten“ Geschmack, dennoch war es lecker. Das Gemüse war knackig und schmeckte frisch. Die Soße war leicht scharf, hätte für meine Verhältnisse aber gerne schärfer sein dürfen. Die Ente die mein Liebster verzehrte war schön knusprig und zart, während das Gemüse auch hier frisch schmeckte und knackig war. Die Soße war außerordentlich fruchtig und schmeckte weder zu süß, noch zu sauer. Meinem Liebsten, wir erinnern uns „Fleischesser“ ;), mundete es ausgezeichnet!!! 🙂

Preise

Die Preise sind durchaus human. Ich gestehe dass ich mich etwas höheren Preisen, als in einem „gemischten“ Restaurant rechnete, da mir die Preise von Ersatzprodukten ja bekannt sind. Aber nein, die Preise sind sogar günstiger als für „echte“ Produkte!!!

Die Portionen sind gut, alles ist nett angerichtet, duftet toll, schmeckt gut, der Service stimmt und die Preise sind völlig okay. Unser Kritikpunkt ist hier, im Großen undHerz Ganzen, lediglich die Akustik. Ich für meinen Teil würde auch gerne noch andere Gerichte dort probieren und wer weiß, vielleicht bekomme ich meinen Liebsten ja überzeugt mich zu begleiten? Liebe geht ja sprichwörtlich durch den Magen. 😉

Bei mir jedenfalls hat diese Essensladung voll gepunktet! In Magen und Herz! ❤

Wer jetzt neugierig geworden ist und/ oder das Wasser im Mund zusammen läuft, dem setze ich noch eines drauf. Hier die Speisekarte mit all den Köstlichkeiten, weil Veganer & Vegetarier ja nur Stein lutschen … 😉

http://restaurant.vegefarm.de/eat/VEGEFARM_speisekarte.pdf

Gefährten

Während von unten Lachen empor dringt wird mir schmerzlich bewusst wieviele treue Gefährteb bereits von mir gegangen sind.

Oft war es ein plötzlicher, unerwarteter Tod.

Selten ein seichtes hinübergleiten in eine andere Welt.

Machtlos muss ich mit ansehen wie die Liebsten aus dem, oft viel zu kurzem, Leben gerissen werden.

Ich strecke meine Hand empor, doch sie greift ins Leere.

Kein Weg zurück.

Meine Liebe ist groß, mein Herz schmerzt.

Ich sehne mich nach ihnen.

Bald wird auch meine Zeit gekommen sein und – vielleicht – wird dann jemand an meiner statt hier sitzen und trauern.

Meine Augen füllen sich.

Heiße Tränen fließen meine Wangen herab …

[Roswitha Pick, 26.10.2014]

Gefährten

Zwischen Hoffen und Bangen – Langzeit-EKG. Ein Erfahrungsbericht.

Die „Kraft der zwei Herzen“ ist mir nicht vergönnt. Selbst das Eine hat nicht soviel Kraft wie es haben sollte …

Dennoch: Im Großen und Ganzen geht es mir gut – wenn man von den anderen Krankheiten wie Schildrüsenunterfunktion, Osteoporose, einer Wanderniere, Reizdarm, Migräne,  etc. … mal absieht.

Doch nun, da grade alles wirklich gut läuft, scheint mein Körper der Meinung zu sein es sei Zeit für eine Auszeit.

Den ganzen Tag über geht es mir gut und dann, ohne Vorankündigung, wird mir schwarz vor Augen, mir sacken die Beine weg und ich falle um. Glücklicherweise werde ich nicht komplett ohnmächtig und ich sacke in die Knie, ehe ich umfalle. Soviel Selbstschutzreflex hat mein Körper scheinbar auch noch im Ausnahmefall. Sehr beruhigend!

Nachdem ich nun letztes Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes das „Steh-Auf-Frauchen“ gemacht hatte, suchte ich am Montag meine Hausärztin auf. So ganz normal ist ja irgendwie nicht. Fand sie auch und bestellte mich am nächsten Tag zum Langzeit-EKG. Verkabeln wollten die mich… Allein das war schon eine komische Vorstellung, aber gut, wenn es denn hilft.

So wurden mir drei Elektroden auf die Haut geklebt – mit jeder Menge Pflaster! Sollte ja auch halten. Einen kleinen Monitor bekam ich um den Hals. Allerdings in einer Schutzhülle, damit nichts drückt – und hygienischer ist es ja auch. Außer das ich mit diesem Ding nun bis zum nächsten Tag rumlaufen, und auch schlafen, sollte bekam ich auch noch Hausaufgaben. Auf einer vorgefertigten Liste musste ich von nunan die Zeit, was ich mache und ob ich Beschwerden habe einschreiben. Das war im übrigen der anstrengenste Teil! Gar nicht so einfach ständig daran zu denken etwas aufzuschreiben. Vom mulmigen Gefühl mal abgesehen. Immerhin würden die in Praxis und Labor nun wissen was ich den ganzen Tag mache. Als würden sie mich die ganze Zeit begleiten. Sowas wie meine eigenen „Stalker to go“. 😉

Es dauerte etwa zwei Stunden und dann bemerkte ich die Verkabelung fast gar nicht mehr. Das Messgerät selbst war allerdings etwas schwer und zog meinen Kopf immer etwas runter, so dass ich schon mit einem Migräneanfall am Folgetag rechnetet. Glücklicherweise blieb dieser jedoch aus. Ganz brav habe ich alles gemacht was man mir aufgetragen hatte. Kurz: Das was ich sonst auch mache. Außer die „verbotenen Dinge“, wie z.B. eine Mikrowelle bedienen, mit dem Handy telefonieren oder Duschen. (Ist ernsthaft schon mal jemand, ohne Selbstmordgedanken, auf die Idee gekommen mit Elektronik um den Hals zu Duschen???)

Auch wenn ich meinen „ständigen Begleiter“ tagsüber, mehr oder weniger, vergaß: Nachts war er mir mehr als bewusst! Die größte Herausforderung war bereits das hinlegen, denn der Monitor musste ja dran bleiben. Die nette Arzthelferin sagte mir zwar ich könne ihn zum Schlafen auch neben mich legen, hauptsache er sein angeschlossen, aber auf Grund unser Samtpfoten verwarf ich diese Idee direkt wieder. Es dauerte ein Weile bis ich eine passende Schlafpostion gefunden hatte. Das Schlimme war aber das rumdrehen, denn dann ging alles wieder von vorne los. Auch wenn ein Gips am Arm wesentlich unschöner ist, schlafen lässt es sich damit um Längen besser!

Doch irgendwann war auch diese Nacht vorbei. Ein Glück musste ich nicht mehr allzu lange aushalten, denn unter dem obrigen Pflaster juckte es seit Stunden. Das machte mich wahnsinnig. Mir Kratzen war ja nicht viel, sonst hätte ich ja die Elektrode versehentlich abzogen.

Abgezogen hat auch die nette Arzthelferin. Nämlich die ganzen Pflaster. Hätte ich Brusthaar wäre das sicher ein tolles Waxxing gewesen. (Übrigens: Sie sagte Männer würden sich beim Abziehen wesentlich mehr anstellen als Frauen. Klischee bestätigt! *fg*) Leider oder vielleicht auch zum Glück, weiß ich noch nicht ob ich Herz-Rhytmus-Störungen nun auch zu meiner Krankheitssammlung hinzufügen darf, denn die Auswertung ist frühstens nächste Woche aus dem Labor zurück …. Bis dahin bleibt mir nichts als abzuwarten und, vorzugsweise, auf dem Beinen zu bleiben!

Auch wenn mein Herz vielleicht körperlich nicht ganz so viel Leistung bringt, seelisch wird es um Längen ausgeglichen! ❤