Wenn Lügen dein Leben bestimmen [Rezension – Jugendroman]

~°~ Das Buch ~°~

Christina Michels

Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte

304 Seiten

Magellan

ISBN 9783734856037

~°~ Klappentext ~°~

Was wahr ist, wird man wohl noch sagen dürfen – nach diesem Motto lebt Rinnie und schafft sich damit nicht nur Freunde. Doch jetzt ertappt sie sich dabei, wie sie den Leuten eine Lüge nach der anderen auftischt. Allen voran Christian, der ihretwegen im Krankenhaus liegt und vielleicht nie wieder gesund wird. Aber wie soll sie ihm die Wahrheit sagen, wenn das bedeuten würde, ihn für immer zu verlieren?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Mir gefällt der Einband wirklich gut, denn er fühlt sich nach Stoff an. Schön warm und griffig. Das zuckersüße Motiv mit kleinem Törtchen passt sehr schön zum Inhalt.

Die junge Rinnie führt ein ganz normales Teenagerleben. Zumindest bis sie eines Tages mal wieder ihre beste Freundin aufheitern muss. Kurzerhand schnappt sich Rinnie eine Plane, auf der sie eine gepfefferte Botschaft schreibt. Doch dann taucht auf einmal ein Reiter auf. Die Plane flattert, das Pferd scheut und der Junge fällt vom Pferd, mitten auf einem Stein. Während Rinnie völlig außer sich und gar nicht so recht weiß was sie machen soll, ist ihre Freundin spurlos verschwunden. Später erfährt der Teenanger, dass der Reiter im Krankenhaus liegt und vermutlich nie wieder laufen kann. Rinnie gibt sich die Schuld – und versucht alles, geheim zu halten, dass ihre Plane der Auslöser für den Unfall war. Dabei verstrickt sie sich immer mehr in Lügen, welche schon bald ihren Alltag bestimmen. Zu allem Überfluss verliebt Rinnie sich auch noch …

Die Geschichte ist spannend geschrieben und ich konnte gar nicht anders, als mich immer wieder zu fragen, ob ich anders gehandelt hätte. Das empfohlene Lesealter liegt bei 14 – 17 Jahren. Das finde ich durchaus angemessen, denn in diesem Alter können sich die LeserInnen am besten mit Rinnie identifizieren.

Ein schöner locker-flockiger Schreibstil im Jugendjargon. Die Geschichte ist gut zu verstehen und hat einen sehr hohen Lerngehalt.

~°~ Fazit ~°~

„Wahrheit schmeckt wie Mokkatorte“ ist nicht nur ein spannender Roman, sondern eine gute Möglichkeit sich mit sich selbst –  und seiner Ehrlichkeit – auseinanderzusetzen.

Klassenfahrt des Grauens [Jugendthriller]

Ich lese sehr gerne Thriller und war neugierig auf diesen Jugendthriller. Ob er genauso spannend sein würde, wie einer für Erwachsene? Der Klappentext jedenfalls versprach Nervenkitzel, ob ich eine Gänsehaut bekam, erfahrt ihr heute. 😉

~°~ Das Buch ~°~

Claudia Puhlfürst

Fürchte die Nacht

368 Seiten

Coppenrath [16.02.2017]

ISBN 9783649671275

Erhältlich als Taschenbuch und E-Book

~°~ Klappentext ~°~

Eine Woche Exkursion ins Nirgendwo – auf so eine Idee können auch nur verschrobene Biolehrer kommen, finden Lena und ihre beste Freundin Anne. Rund um ihr Landschulheim gibt es nichts als hohe Bäume und dichtes Unterholz. Zumindest eignet sich dieser Ort bestens für nächtliche Mutproben, und gleich am ersten Abend fordern die Jungs Lena und ihre Freundinnen dazu heraus, mit ihnen im Wald zu übernachten. Doch spät in der Nacht wird Anne von einer vermummten Gestalt angegriffen und gleich am nächsten Abend kommt es zu einem weiteren Überfall. Ein Mädchen aus der Gruppe wird im Wald erdrosselt aufgefunden! Völlig traumatisiert bricht die Klasse den Ausflug ab – doch der Mörder muss ihnen nach Hause gefolgt sein und lauert schon auf sein nächstes Opfer …

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Auf einer Klassenfahrt schleicht sich eine kleine Gruppe davon, um im Wald zu übernachten. Als die Schüler eine Mutprobe machen, wird Anne angegriffen. Sie denken sich nicht besonders viel darüber nach und schleichen sich am nächsten Abend ebenfalls wieder davon. Eine Mitschülerin verschwindet und wird Tod aufgefunden. Auch Anne ist geschockt, doch sie hat einen Plan: Den Mörder zu finden.

Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Er ist weit über Kinderbücher hinaus und hat bereits erste Züge eines „Erwachsenenbuches“. Der Spannungsaufbau ist, sogar an mehreren Stellen, sehr gut umgesetzt. Die Sprache ist leicht verständlich und der Roman lässt sich flüssig lesen.

Das empfohlene Lesealter von 14-17 Jahren halte ich für angemessen. Für wesentlich jüngere Leser ist die Geschichte nicht geeignet. Dafür können das Buch auch gut und gerne (ältere) Erwachsene lesen, die es vielleicht nicht ganz so nervenaufreibend mögen.

~°~ Fazit ~°~

Den wichtigsten Punkt, der (für mich) einen guten Thriller ausmacht hat „Fürchte die Nacht“ erfüllt: Überraschungsmomente und eine Auflösung mit der ich nicht gerechnet habe. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, auch wenn ein Jugendthriller, natürlich nur sehr grob mit einem Erwachsenenthriller vergleichbar ist. Mich konnte er Überzügen, daher gibt es Leseempfehlung für alle die Lust auf (seichten) Nervenkitzel verspüren.

Zuckersüß [Rezension Jugendliebesroman / Ferienlektüre]

Heute möchte ich euch einen Jugendroman vorstellen, der Mädchen träumen und Frauen in Erinnerungen schwelgen lässt. – Und mir, ganz nebenbei, dabei half, einen meiner Jahresvorsätze zu erfüllen. 😉

~°~ Das Buch ~°~

Nora Miedler

Zuckerwatteträume

248 Seiten

Arena [01.03.2017]

ISBN 9783401603414

Erhältlich als E-Book und Gebundene Ausgabe

~°~ Klappentext ~°~

Alis Leben ist vorbei. Eindeutig vorbei. Nach einem peinlichen Liebesgeständnis vor der ganzen Schule, bleibt der 15-Jährigen nur die Flucht. Zum Glück sind Ferien und Ali findet Asyl als Animateurin in Tante Idas Freizeitpark. In der Geisterbahn und beim Bullenreiten ist sie sicher: vor ihrem Schwarm Ben und all den anderen Typen, die sie immer wieder in peinliche Situationen bringen. Doch als Ali plötzlich im Goofy-Kostüm* vor Louis aus dem Dracula-Schloss steht, muss sie sich entscheiden: Für ein Leben ohne Fettnäpfchen oder eins voller Liebe.

*Kleiner Fehler des Verlages: Es müsste Plutokostüm heißen. 😉

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

Das Cover zeigt ein Mädchen – ich nehme an es soll Ali darstellen – mit einer riesigen rosa Zuckerwatte in der Hand. Umgeben ist sie von Konfetti und Sternchen. Alles in einer schönen Farbkombination aus Pastelltöten. Herrlich bunt, herrlich (mädchenhaft) süß.

Ali hat so ziemlich alles: Viele Kurven, ständige Angst und ein Talent dazu in Fettnäpfchen zu treten. Wie könnte es anderes sein, als das sie die große Theateraufführung der Schule dazu nutzt, ihren Schwarm Ben vor der ganzen Schule (samt Eltern) zu blamieren? Da sie kein Strauß ist, kann sie den Kopf nicht in den Sand stecken, aber weglaufen geht dafür, denn die Sommerferien stehen vor der Tür. Wie gut, dass Tante Ida in ihrem Freizeitpark unbedingt Hilfe benötigt und ihre Nichte dort für einige Wochen jobben kann.

Allerdings muss Ali schnell lernen, dass Weglaufen nicht viel bringt, denn auch an anderen Orten lässt es sich herrlich in Fettnäpfchen treten – sogar in noch viel Größere! Kaum zu glauben WIE VIEL man verkehrt machen kann, wenn man versucht alles richtig zu machen. Die 15jährige ist der beste Beweis, doch auch eine Tintenfischmaske, ein Hundekostüm und die Liebe zum Kulinarischen können manchmal zu Veränderungen führen, ganz anders als erwartet – und mit einer guten Portion Ironie des Schicksals.

Wunderbar ist der Schreibstil aus einer Mischung aus Tagebucheintrag und Roman. Als Leserin hat man immer das Gefühl etwas verbotenes zu tun, was es noch viel spannender macht. Dadurch, dass auch viel wörtliche Rede verwendet wird, wird es nicht langweilig.

Ich würde mal sagen, das „richtige“ Alter ist hier Teenageralter. Beim Lesen fühlte ich mich in die Zeit der „großen Liebe“, bei der es schon ein Weltuntergang war, wenn der Schwarm nur eine Andere angesehen hat. – Herrlich erfrischend daher auch im Erwachsenenalter. 😉

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, da sie besonders die ganzen Facetten des (ersten) Verliebt seins zeigt – und natürlich auch die Sicht der Erwachsenen. Ali ist eben ein typischer Teenager: etwas rundlich, überängstlich,  geht gerne von einem Extrem ins andere und hat eine unstillbare Lust auf Süßes. Mir war sie bereits von Anfang an super sympathisch und ich habe förmlich mit ihr gelitten. (Besonders als sie Bauchschmerzen vom vielen Süßkram bekommen hat, weil ich natürlich solidarisch geholfen habe. ;)) Zuckersüßer Liebesroman.

 

Kleiner Forscher auf großem Abenteuer [Rezension – Jugendroman / Abenteuer]

Ich für meinen Teil liebe Geschichten in denen ich förmlich versinken kann. Dazu gehört neben einer schönen Geschichte auch ein Schreibstil, bei dem mich jede Zeile durch die Seiten trägt. Wenn das Ganze dann noch mit wunderschönen Bildern untermalt ist, bezeichne ich das Buch als perfekt. Hier möchte ich euch daher nun den (für mich) perfekten Jugend-Abenteuer-Roman vorstellen. Gute Reise. 😉

~°~ Das Buch ~°~

Nicholas Gannon

Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt

368 Seiten

Coppenrath [04.08.2016]

ISBN 9783649619420

~°~ Klappentext ~°~

Archer Helmsley ist ein Entdecker – genau wie seine Großeltern, die berühmten Naturforscher. Es gibt nur ein Problem: Seit Ralph und Rachel Helmsley vor zwei Jahren spurlos auf einem Eisberg verschwanden, lässt Archers Mutter ihn nicht mehr vor die Tür.

Wie aber soll man in einem Haus voller ausgestopfter Tiere und todlangweiliger Dinner-Gäste jemals ein Abenteuer erleben? Archer braucht einen Plan!

Zum Glück ist da das Nachbarmädchen Adélaïde, das schon mal gegen wilde Krokodile gekämpft hat. (Woher sonst sollte sie ihr Holzbein haben?) Und Oliver, der in jedem Plan die kleinen Fehler aufspürt. (Zum Beispiel, dass man ohne U-Boot und die Möglichkeit, das Haus zu verlassen, kein Tiefseeforscher werden kann.)

Als dann auch noch ein einäugiger Kapitän vor Archers Tür auftaucht und ihm einen Haufen alter Reiseaufzeichnungen von Ralph und Rachel Helmsley überreicht, steht Archers Entschluss fest: Er muss zum Südpol reisen und seine Großeltern finden!

Ein Buch für todesmutige Tagträumer und heimliche Helden

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

~ Cover und Bilder ~

Schon der Einband lässt vermuten, dass hinter sich ihm großartiges verbirgt. Neben drei Kindern, welche zwischen jeder Menge Koffern und teils kuriosen Gegenständen hocken, ist die teils erhabene und verschnörkelte Schrift ein Hinweis darauf dass es ein fantastisches Abenteuer wird.

Kaum blättert der Leser in dem Band, gibt es gleich das erste „Ohhh….“ (Im Sinne von „Oh wie schön“. ;-)), denn das Papier auf dem die Seiten gedruckt wurden, fühlen sich glatt und hochwertig an. Kein Vergleich mit anderen Jugendromanen. Ein richtig großes „Wow“, entfuhr mit dann aber, als ich die Bilder gesehen habe. Nicht etwa eine kleine schwarz-weiße Zeichnung irgendwo am Rand, sondern ganze Bildtafel. Teils sogar zweiseitig und alle samt farbig gestaltet. Sie stellen jeweils eine Szene zum eben gelesen dar, so dass der Leser hier auch optisch mit auf die Reise genommen wird. – Alleine schon wegen den Bildern kann ich den Kauf nur ans Herz legen. Die Geschichte allerdings steht ihnen in nichts nach. 😉

~ Geschichte ~

Archer ist ein Helmsley und darauf kann erst stolz sein. Zumindest theoretisch, denn seine Großeltern sind Forscher und im wahrsten Sinne des Wortes Stadtbekannt. Allerdings nicht überall beliebt. Umso größer ist bei einigen die Freude, als die beiden auf einem Eisberg verschwinden. Für Archer ändert dieser Verlust alles, denn seine Mutter lässt ihn nun nicht mehr aus dem Haus. Das einzige was der Junge noch darf ist zur Schule zu gehen und dann, auf direktem Weg, nach Hause. Tagein, tagaus. Eingesperrt in einem großen Haus das, mit all seinen ausgestopften Tieren und kuriosen Gegenständen, einem Museum gleicht. Wie soll Archer da bloß Abenteuer erleben, um in die Großstapfen seiner Großeltern zu treten? Dann hat er eine Idee: Er fährt an den Südpol und findet die beiden, doch dafür muss Archer erst einmal aus dem Haus. Der Junge entwickelt einen genialen Plan …

Das ein Kind das Haus, bis auf die Schule, überhaupt nicht verlassen darf ist vermutlich arg übertrieben. Für diese Geschichte ist es aber nicht nur notwendig, sondern passt einfach dazu. Je mehr Hindernisse sich Archer in den Weg stellen, desto kreativer (und auch mutiger) wird er. (Getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.) Als Leser kann man wunderbar beobachten wie die Kinder reifen und auch lernen sich und andere so zu akzeptieren, wie sie eben sind.

~ Schreibstil ~

Es ist ja immer etwas „gefährlich“ Vergleiche anzustellen. Hier möchte ich es ausnahmsweise aber dennoch machen, denn der Erzählstil erinnerte mich sofort an „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“. (Das soll auf keinen Fall heißen, dass der Autor hier abgekupfert hat!) Die bildlichen Beschreibungen helfen dabei, den Leser in eine Detailreiche Welt zu entführen. Der packende Erzählstil stellt die Handlung mal von der einen, mal von der anderen Seite dar, so dass hier absolut nichts verpasst wird. Einfach wunderschön und im wahrsten Sinne ein Sog zwischen die Zeilen, aus denen man gar nicht wieder auftauchen möchte.

~ Empfohlenes Lesealter 10 – 12 Jahre ~

Als empfohlenes Lesealter wird vom Verlag 10 bis 12 Jahre angegeben. Ich finde das sehr passend, denn in diesem Alter ist die Geschichte nicht nur verständlich, sondern auch „träumbar“. (Die Romankinder sind 11 Jahre jung.) Wirklich schwierige Wörter gibt es nicht und falls doch, wird es direkt in der Handlung selbst, erklärt.

~°~ Fazit ~°~

Ob Archers Großeltern endlich (wieder) auftauchen? Ich habe da so eine Theorie, ob ich richtig liege, erfahre ich im Herbst, denn dann erscheint der zweite Band. Bis dahin kann ich euch nur empfehlen die Zeit zu nutzen und euch schon auf den „Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt“ zu machen. Ein wunderbarer Roman über Freundschaft, Hoffnung und den Mut anders zu sein.

 

~ Reihe ~

Folgt im Herbst 2017 [Band 2]

Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt [Band 1]

Urlaub 13.1 – Atemlos durch London [Rezension]

Wer aktuell keine Lust auf Steampunk hat oder die Welt nichts für ihn/ sie ist, dem kann ich dieses Fantasybuch ans Herz legen. Auch wenn das Cover vielleicht etwas kitschig aussieht, so ist es voller Spannung und Humor. (Schöne Mädchen gibt es aber auch zur Genüge. ;-))

Vielen lieben Dank an dieser Stelle an den Papierverzierer Verlag, welcher mir eine Rezensionsausgabe zur Verfügung gestellt hat. 🙂

~°~ Das Buch ~°~

Alyxandra Harvey

Eiskalter Atem

Verlag : Papierverzierer Verlag

Seiten: 440 [Gebunde Ausgabe]

ISBN: 9783944544267

~°~ Klappentext ~°~

Emma, Gretchen und Penelope, junge Debütantinnen der Londoner Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, steht eine Zeit mit langweiligen Bällen, lästigen Knicksen und höflichen Konversationen bevor. Doch dann wird ein Mädchen unter mysteriösen Umständen ermordet und alle Hinweise deuten auf Emma hin. Als sie versucht, der Sache selbst auf den Grund zu gehen, findet sie mehr über sich und die gefährliche Wahrheit ihres Familienvermächtnisses heraus, als ihr lieb ist. Zudem bietet der attraktive und geheimnisvolle Cormac Fairfax an, ihr bei den Ermittlungen zu helfen. Aber kann sie ihm trauen?

~°~ Eindrücke/ Meinungen ~°~

eiskalteratem-1~ Cover ~

Dieses Cover ist in einem eisigen Blau gehalten und wird von einer jungen und attraktiven Dame geziert. Bis kurz vor Ende der Geschichte hielt ich diese Person für die Hauptprotagonistin Emma. Später fand ich heraus, dass Emma jedoch grüne Augen hat und damit ausscheidet. Um wen es sich handelt konnte ich leider nicht herausfinden, dennoch finde ich es schön und auch, zum größten Teil, passend zur Geschichte.

~ Eindrücke / Meinung ~

Die Geschichte spielt in London zur viktorianischen Zeit. Diese Kulisse ist sehr schön in den Umgebungsbeschreibungen, wie auch in den Handlungen der Protagonisten wiedergegeben. (Zur damaligen Zeit waren die Menschen im Gegensatz zu uns heute, doch recht prüde.) Schon beim Prolog wird der Leser nicht nur mitten in diese Zeit versetzt, sondern auch direkt ins Geschehen, begleitet er doch ein Mädchen namens Moira – bei einem Einbruch!

Startet das erste Kapitel scheint das zerlumpte Mädchen erst einmal vergessen, denn statt über den Dächern Londons wechselt die Perspektive nun in die High Society. Die Cousinen Emma, Penelope und Gretchen sind Debütantinnen und werden mit diversen Bällen in die Gesellschaft eingeführt. – Um einen Ehemann zu finden. Allerdings ist das so ziemlich das Letzte was die drei wirklich interessiert und so langweilen sie sich immer wieder aus neue. (Konnte ich sehr gut nachvollziehen, mir würde es nicht anders gehen!) Was sie nicht ahnen: Ihr Leben wird bald aufregender als ihnen lieb ist, denn sie sind Hexen! Vielleicht wäre es nie aufgefallen, denn sie standen unter einem Zauber, der sie Magie gar nicht verstehen ließ. Doch dann werden Debütantinnen ermordet aufgefunden und jedes Mal findet Emma die Leiche. Schnell gerät sie dadurch in Verdacht. Kann sie ihre Unschuld beweisen oder wird sie vom Orden für eine Tat bestraft, die sie nicht begangen hat – oder kann Emma sich vielleicht einfach nicht mehr erinnern? Eine wilde Jagd, in einer magischen Welt, voller wirrer Gestalten, beginnt.

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Der Anfang der Geschichte ist direkt rasant, dann nimmt sie etwas ab und wirkte 1-2 Kapitel etwas verwirrend auf mich, doch dann ging es bis zum Ende spannend weiter. Der Schreibstil ist sehr gut, das Buch lässt sich nicht nur flüssig lesen, sondern ich konnte gar nicht mehr aufhören und habe die Seiten verschlungen. (Nur sinnbildlich natürlich. ;-)) Wunderbar waren für mich die Fährten, denen Emma und ihre Verbündeten nachgejagt sind – und mich in die Irre geführt haben. Die Folge: Eine überraschende Wendung am Ende. Genau so liebe ich es!  🙂

~°~ Fazit ~°~

Anfangs befürchtete ich, auch auf Grund des Covers, eine kitschige Liebesgeschichte. Stattdessen bekam ich einen Krimi in der magischen Welt des alten Londons. Bis auf wirklich wenige Kapitel hat mich die Geschichte gefesselt. Die Charaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet und haben Leben. Es war nicht wie lesen, sondern wie dabei sein.

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Buch mit meiner „Vertrauten“ 😉

Eine Radfahrt ist ein Flug aus der Traurigkeit. [Rezension Aria Band 1]

Miriam Dubini

Aria – Das Schicksal fährt Fahrrad

Verlag: Planet Girl (2014)

Seiten: 208

ISBN: 978-3-522-65251-3

Altersempfehlung: ab 12 Jahre

 

~°~ Klappentext ~°~

Verloren gegangene Briefe, Päckchen und Nachrichten landen leider nicht im Fundbüro. Manchmal tauchen sie auf kuriose Weise plötzlich wieder auf – vielleicht sogar erst viele Jahre später, aber genau im richtigen Moment.

„Was für ein Idiot!“ Bei einer stürmischen Begegnung lernt Aria Anselmo kennen, der als Fahrradkurier genau wie sie selbst am liebsten auf zwei Rädern in Rom unterwegs ist. Doch Anselmo ist kein normaler Kurier. Seine Nachrichten treffen irgendwie immer im richtigen Moment ein und verändern das Schicksal ihrer Empfänger. Dieses Mal bekommt er selbst eine Botschaft: Aria.

~°~ Eindrücke / Meinung ~°~

Ich hatte das Glück diesen Jugendroman beim „Welttag des Buches“ zu gewinnen. Da ich auch ab und an gerne einmal Jugendbücher lese, habe ich mich darüber sehr gefreut. 🙂 Empfohlen wird dieses Buch jungen Lesern ab 12 Jahren. Diese Empfehlung halte ich für passend. Zwar kommt nicht wirklich viel Gewalt in der Geschichte vor, doch ich denke jüngere Leser haben evtl. Schwierigkeiten dem Inhalt zu folgen. Aber wie so oft kommt es natürlich auf die jeweilige Entwicklung des Teenies an. 😉

Bei Aria handelt es sich, mal wieder, um eine Triologie. „Das Schicksal fährt Fahrrad“ ist Band 1. Um genau diesen soll es hier jetzt auch gehen.

~ Cover/ Aufmachung ~

Es handelt sich um eine Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag. Der Umschlag ist liebevoll gestaltet, wenn auch ein wenig kitschig. Aber es ist eben ein Girliebuch und somit nicht nur passend zum Inhalt, sondern auch schön. Ich mag es. – Aber nicht verraten. 😉

~ Geschichte/ Handlungsstränge ~

>>> Achtung! Spoiler!!! <<<

Aria ist mit ihrer Mutter nach Rom gezogen – und sie hasst es! Was ihr geblieben ist, ist ihr Fahrrad. Sie liebt es abgöttisch und hat es sogar in ihrem Zimmer stehen. Beim Rad fahren kann Aria abschalten und auch den ständigen Nörgeleien ihrer Mutter entfliehen. Sie ist eher ein abweisendes Mädchen, zumindest gibt sie sich nach Außen so.

Doch dann kommt ein neues Mädchen in ihre Klasse und durchschaut ihre Fassade. Sie beginnt sozialen Kontakt zu Aria aufzubauen und lässt nicht locker, bevor eine kleine Clique entstanden ist.

Schließlich lernen sie, mehr durch Zufall, Anselmo kennen. Auch er ist Teeni, obwohl er die Schule nicht (mehr) besucht. Er arbeitet in einer Fahrradwerkstatt. Genau das nuten die Freundinnen aus um den „Traummann“ näher kennen zu lernen. Aria wird, samt ihrem Rad, ein Spielball der Gefühle.

Bald erfahren sie das Anselmo ein Bote ist. Was er aber überbringt muss ein Geheimnis bleiben. Doch dann stiehlt jemand seinen Terminkalender in dem alles aufgezeichnet ist …

Fast alle Hauptcharaktere sind Teenis, hier zwischen 13 und 15 Jahren, so dass es für junge Leser einfach ist sich in die Geschichte hinein zu versetzen. Es geht hier nicht um „Erwachsenenthemen“, sondern um das Auf- und Ab eines Mädchenlebens. Von der ersten Liebe, über Freundschaft, Streit mit den Eltern bis hin zur ersten Eifersucht. Dieser herrlich reale Teil mit der nötigen Mischung an Fantasy machen diesen Roman wirklich zu etwas besonderem.

Auch sprachlich ist der Roman den Kids angepasst. Keine Fremdwörter oder geschwollenen Reden, sondern „frei Schnauze“ geht es hier her. Versteht wohl jeder. Ich fand es jedenfalls ganz angenehm. 😉

~°~ Fazit ~°~

Ein wunderschönes „Mädchenbuch“ mit all den Problemen der Teenies. Von Liebe und Freundschaft bis hin zu Verrat und Streit. Aber auch ein sehr schönes Zeichen das es gut ist zu seinen Entscheidungen – und seinen Fehlern – zu stehen. Das alles mit der nötigen Prise Philosophie und Fantasy.

Ein empfehlenswerter Roman in schöner Verpackung (Umschlag).