Mal wieder KEINE ZEIT? [Filmtipp]

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06:30 Uhr

06:30 Uhr.

Das ist eine Uhrzeit die ich, verbunden mit dem 21. Februar, wohl nie vergessen werde.

Es ist jetzt auf den Tag genau 19 Jahre her.

Ich musste erwachsen werden.

Es war ein schleichender Prozess der sich über Monate hinzog.

Er begann mit Kopfschmerzen …

… führte über Krebs und Chemotherapie …

… bis hin zum Tod.

„Gelebt, gekämpft und doch verloren.“

So lautete der Text in der Todesanzeige.

Von Mitleid über „Es ist besser so.“ bis hin zu „Herzliches Beileid.“

Letzteres quittierte ich stets mit einem nüchternen:

„Bringt ihn auch nicht wieder!“

Ich war noch jung. Man hat mich nur ganze zwei Mal weinen sehen:

Am Todestag und bei der Beerdigung.

„Sie hat noch gar nicht verstanden was überhaupt passiert ist.“

hörte ich meine Umgebung tuscheln.

Von wegen! (Wie sollte man so etwas denn NICHT mitbekommen???)

Aber ich wollte musste stark sein. Das hatte ich ihm versprochen.

Versprochen auf meine Mutter aufzupassen.

Erst Jahre später erfuhr ich, dass sie ihm genau das gleiche versprochen hatte …

Es waren harte Jahre.

Aber wir haben sie überstanden. Irgendwie.

So wie wir bisher immer alles überstanden haben.

Und während andere tolle Gespräche mit dem ihren führen,

ist mir nichts als ein einziges verschwommenes Foto geblieben.

Während andere in den Armen liegen,

halte ich die Sterbeurkunde in den Händen.

Im Laufe der Jahre wurde die Trauer weniger.

Doch an Tagen wie heute schwappen die Erinnerungen wieder an die Oberfläche.

Manche Dinge werden eben einfach nie (wieder) gut.

Ich vermisse dich … ❤

Papi

 

Kulturelle Unterschiede: Deutschland vs. (Süd)Korea

In meinem derzeitigen Praktikumsbetrieb werde ich zur Fremdsprache gezwungen. Dieses liegt aber nicht an dem job an sich, sondern an einem koreanischen Kollegen. Er ist nett, wenn auch ab und an ein wenig hektisch, was die Sache ab und an erschwert: Er spricht – zumindest wenn es um den job geht – kein Deutsch. Wie gut das ich ihn meist vor mir habe, da kann ich mich mit Händen und Füßen verständigen, wenn ich nicht weiter weiß. 😉 Da mich andere Kulturen schon immer fasziniert haben, machte ich mich ein wenig über die koreanische Mentalität schlau. Was ich herausfand möchte ich gerne mit euch teilen.

Das Essen und die Sprache sind in vielen Ländern verschieden. Aber nicht immer ist es so offensichtlich. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die bei einem Aufeinandertreffen zur Verwirrung führen können. Im nachfolgenden Bericht soll versucht werden die Unterschiede zwischen Korea und Deutschland aufzuzeigen.

Sichtweisen

Eine Umfrage bei der es zu beschreiben galt, wie man die Handelspartner des jeweils anderen Landes einschätze, fiel wie folgt aus:

Die Koreaner beschrieben die Deutschen so:deutschland

  • Sie bereiten sich gründlich vor,
  • sie entscheiden auf lange Sicht,
  • sie haben einen hohen Wissensstand über das Geschäft,
  • sie erledigen die Dinge nacheinander,
  • es fehlt Ihnen an Flexibilität.

[Allgemein gelten die Deutschen als ehrlich, sparsam, vertrauenswürdig und Deutschland als Land der Ideen und Technologien.]

Die Deutschen beschreiben die Koreaner wie folgt:korea

  • Sie sind flink,
  • sie sind angriffslustig,
  • sie sind lebendig,
  • sie sind flexibel,
  • sie sind dynamisch.

Ein Koreaner mit Migrationshintergrund soll gesagt haben: „An die Emotionalität zu appellieren ist in Korea effektiver als ein Appell an die Logik.“ und ein deutsch-dänischer Geschäftsführer mit Firmensitz in Korea, gibt an das für seine koreanischen Partner in Verhandlungen folgende Dinge typisch sind:

  • „Brinkship“ (‚alles auf den allerletzten Drücker erledigen‘)
  • Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“
  • Mangel an Fachwissen
  • Ein hohes Maß an Intuition
  • Sehr bemüht Verhandlungen in harmonischer Atmosphäre zu führen

Kibun [氣分, 기분]/ Das Gesicht wahren

Probleme gibt es in jeder Kultur. Die Herangehensweise unterscheiden sich jedoch. Während Deutsche es lieben zu lehren und mit Begeisterung nach Lösungen suchen, interessiert die Koreaner auch an Mitgefühl und Freude interessiert.

Wenn etwas schier Unmögliches angefragt wird, antwortet der Deutsche fast sofort mit einem „Nein.“. Anders der Koreaner. Von ihm wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein: „Ich werde es versuchen.“ kommen. Selbst wenn ihm bewusst ist, dass es unmöglich ist. Aber warum? Um diese Frage beantworten zu können ist es wichtig zu wissen das es in Korea (sowie in den meisten asiatischen Ländern) wichtig ist, dass Gesicht zu wahren. Der Gefragte wahrt das des Fragers. Würde er mit einem „Nein.“ Antworten, wäre es quasi ein bloßstellen, das dem Frager suggeriert, er hätte diese Frage gar nicht stellen brauchen (sollen).

Beim Umgang mit Koreanern ist es wichtig viel Beobachtungsgabe auf die nonverbale Kommunikation zu legen, denn Koreaner äußern ihre Meinungen und Gedanken nicht gerne vor vielen anderen. In Meetings sind sie daher meist eher still, da sie bspw. Angst haben etwas falschen zu sagen. Teilweise ist es aber auch Scham oder auch die Rücksicht auf den Gesprächspartner. So bitten Koreaner beispielsweise (meist) nicht darum, dass das Gesagte wiederholt wird, wenn sie es nicht verstanden haben. Wichtig ist daher eine schriftliche Zusammenfassung mit den wichtigen Themen. So können die Koreaner ihr Gesicht wahren.

(Kein) Papierkrieg

Während Deutschland weithin als „Land der Bürokratie“ gilt, zählt in Korea mehr das „gute Gefühl“. Ein Mietvertrag hat in Deutschland meist zehn Seiten, während er in Korea lediglich eine Seite lang ist. Für die Koreaner ist ein Vertrag auf Papier lediglich eine Formalität. Für sie ist es wichtig dass man sich „mit dem Herzen“ geeinigt hat.

Aufgetischt

Schon das was aufgetischt wird unterscheidet sich in beiden Ländern. In Deutschland ist es „fettig, fleischhaltig und lieblos“. Oft werden hier Mahlzeiten im Stehen oder vor dem Fernseher eingenommen. In Korea dagegen ist Essen mehr als bloße Kalorienaufnahme. Dort hat jede Zutat eines Gerichtes auch eine gesundheitliche Wirkung. Die Auswahl wird wohl bedacht.

Zeitgefühl

Auch wenn in Deutschland inzwischen in vielen Firmen 24/7 gearbeitet wird, so gibt es hier etwas, das es in Korea so nicht gibt: Wochenenden und Feiertage. In Korea ist immer etwas los, jeder ständig unterwegs, die Telefone klingeln unentwegt, … In Deutschland nimmt man sich noch eine Auszeit, die (meisten) Geschäfte haben am Sonntag geschlossen und es gibt Veranstaltungen wie z.B. den Weihnachtsmarkt.

Nachwort

Was auf der einen Seite der Welt als höflich gilt, kann auf der anderen schnell unhöflich wirken. Je nachdem wem man gegenüber steht, gilt es eine Balance zu finden. Es empfiehlt sich im Vorfeld Informationen einzuholen, welche Sitten und Bräuche im Land des Geschäftspartners üblich sind.

Valentinstag – Manchmal ist der beste Spruch die Wahrheit. ;)

„Wo man am meisten fühlt,
weiß man am wenigsten zu sagen. “
[Annette von Droste-Hülshoff]

Für alle die nicht wissen was sie ihrer/m Liebsten sagen sollen. Diese Romanfiguer bringt es auf den (G-)Punkt! 😉

...

aus „Petropolis“

 

Verfahren angestrebt. – Orientierungslos im Großstadtdschungel

„Mit dir verfahre ich mich gerne!“ ❤ waren die Worte die ich meinem Liebsten heute Morgen ins Ohr säuselte. Denn mein Göttergatte bringt mich ab und an zu meinem Umsteigebahnhof, wenn er bei mir genächtigt hat. Das geht schneller. Zumindest theoretisch. Praktisch dauert es meist genauso lange, da wir uns verfahren. Mein Liebster kennt sich in Bremen schlichtweg nicht aus. Ich nur sehr wenig und wenn dann erst recht nicht auf Autobahnen & Co. „Na, da wo die Linie X hinfährt, Haltestelle Y!“ beschreibe ich den Weg. Verkehrsträgerübergreifend scheint das nur nicht wirklich zu funktionieren…. 😉

Mein Orientierungssinn und ich, wir haben es eh nicht so wirklich miteinander. Er schickt mich öfter mal dahin, wo ich gar nicht hin wollte. Es kam sogar mal vor, damals noch in der „alten Heimat“, dass ich mich Zuhause verlaufen habe. Mit der Hündin war ich im kleinen Waldstück hinter dem Haus unterwegs. – Ob ihr’s glaubt oder nicht, ich habe da ohne Hilfe wieder raus gefunden! 😉 – Natürlich (?) nutzten wir auch den „Hintereingang“ um wieder zurück zu gelangen. Vor der Häuserreihe (Reihenhaus einer Wohnungsbaugesellschaft), ging ich zielstrebig ans mittlere Gebäude, steckte den Haustürschlüssel ins Schloss und … wunderte mich warum er sich nicht drehen ließ. Ich probierte es noch einmal. Wieder kein Erfolgt. Ein irritierter Blick auf die Hausnummer – und ein schnelles Flüchten. Ich war einen „Zauneingang“ zu früh eingekehrt …

Auf dem Weg zur Arbeit bzw. dem Weg zu meinem Umsteigebahnhof war es ähnlich. Auch hier verpassten wir die Abfahrt. Das heißt: Eigentlich nicht. Gesehen haben wir sie – und fragten uns beide ob wir da letztes Mal abgefahren sind, entschieden uns dann aber einstimmig dagegen, da ein Schild zu einem Einkaufszentrum fehlte. (Dem waren wir beim letzten „Verfahren“ gefolgt. ) Nur blöderweise war dieses Schild erst NACH der Abfahrt angebracht … Die Abfahrten zogen förmlich an uns vorüber… „Ansonsten ich muss in die Straße, Nr. …“ – „Nein!“ – „Ähm, doch!“ – „Du hast keine Ahnung wie voll die Abfahrt ist!“ – „Ich fasse das mal als nein auf…“ Etwas sehnsüchtig blickte ich auf das Schild mit der Aufschrift „Bremen. Zentrum.“

Geschafft! Heile, trocken, pünktlich und, zur Abwechslung, nicht durchgefroren, am Umsteigebahnhof angelangt. Schade irgendwie. Immerhin schenkt ein Verfahren ja auch etwas. Zwar kostet es Zeit, da man nicht schnell von A bei B oder C oder oder oder … ankommt, aber auf der anderen Seite schenkt es ja auch Zeit. In diesem Fall meinem Schatz und mir, denn die haben wir bisher leider noch sehr selten. Darum freue ich mich über jeden Kilometer den wir uns zusammen verfahren. – Und solange die Beziehung nicht verfahren ist, sind wir auf richtigem Kurs. 😉 ❤

 Weg

Immer wieder Spaß in öffentlichen Verkehrmitteln! – Showdown der Superlative

„Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug.
Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.“
[Franz Kafka]

Liebe Leser,

herzlich willkommen einer neuer Ausgabe von:

„Immer wieder Spaß in öffentlichen Verkehrmitteln! – Showdown der Superlative“

Gestern Morgen, passend zum bevorstehenden Wochenende, beschloss ich mal etwas neues zu probieren: Zeit sparen. Nicht irgendwo, sondern bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. – Wer selbst mit Öffi’s fährt wird jetzt vermutlich in schallendes Gelächter ausbrechen. – Gut, dort selbst wird man wohl eher nichts sparen können, aber dafür an dem WANN. Ich beschloss einfach mal einen Bus, eine Regio-S-Bahn und eine Straßenbahn später zu fahren! Laut Fahrplan sollte das alles reibungslos funktionieren und sogar genügend Zeit zum Umsteigen sollte mir danach vergönnt sein. Da ich an meiner Endstation nur einmal über die Straße müsse, würde das alles passen und ich um kurz vor 7:53 Uhr ankommen. (Ich höre schon wieder schallendes Gelächter!)

Was wollte gleich drei Dinge auf einmal. Was war also vorprogrammiert? Ihr könnt es sicher denken…

Station 1.0 – Bus

Als erstes benötige ich für meinen „Arbeitsweg“ den Bus. Ironischerweise nennt sich das Ding noch Stadtbus, auch wenn es in Wirklichkeit eher ein Überlandbus ist. Denn ich wohne im „Grünen“ Teil vonBus Bremen. (Das bezieht sich nicht auf die vorherrschende Partei, sondern auf die Einöde.) Vom Zuhause bis zur Bushaltestelle sind es grade einmal etwas fünf Minuten. Das ist doch relativ angenehm. An diesem Morgen stand bereits ein Rollstuhlfahrer an der Haltestelle. Vom sehen kannte ich den jungen Mann bereits. Einer der umgänglichen Sorte. Ein kleines „Verdammt“ entrutschte meinen Gedanken dennoch, denn das raus- und reinfahren der Rampe dauerte einige Minuten. Das würde natürlich Zeit kosten. Lies sich nicht ändern, der Mann musste ja schließlich auch zur Arbeit. Ich machte also das, was ich eigentlich immer mache: Buch raus. Lesen. Warten bis ich aussteigen muss. Ich genieße die Zeit, wenn ich mich wirklich auf den Inhalt meines Buchen konzentrieren kann. Ist leider oft schwer, denn es gibt ja noch Mitfahrer. Oft mit Smartphone, MP3-Player oder Kumpels, die der Meinung sind einen gleich mit unterhalten zu müssen…. *genervt-die-Augen-roll*

Mit mir stieg eine von der Musiksorte ein, aber ich schaffte es mich weit genug von ihr wegzusetzen. *Juhu!* So in mein Buch vertieft nahm ich die Haltestellendruchsagen nur am Rande war, doch dann war da plötzlich etwas anderes:

„Sehr geehrte Fahrgäste, bitte steigen sie in den Ersatzbus um. Dieser hier fällt, auf Grund eines technischen Defektes, aus!“

Jippie, das fing ja gut an….

Station 1.1 – Bus

Ersatzbus??? Konnte ich nicht entdecken. = War noch gar nicht da! Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren stieg ich also in eine andere Linie, von der ich wusste, dass sie ebenfalls meinen Umsteigepunkt ansteuert. Das taten auch etwa die Hälfte der Passagieren. Es wurde kuschelig. – War ja auch etwas frisch draußen. – Ich ergatterte einen Sitzplatz und konnte in meinem Roman weiter lesen. Ungestört? Nicht so ganz. Ratet mal wer neben mir saß. Genau: Das junge Mädel mit der „musikalischen Unterhaltung“. (Ich bin immer noch für einen Störsender der in Bussen eingebaut wird und Smartphones und MP3-Player außer Betrieb setzt! Würde zwar auch meinen Kindle betreffen, aber es gibt ja auch „altmodische“ Offlinebücher! Meine Ruhe wäre es mir wert!!!)

Station 2.0. – Regio-S-Bahn

BahnhofVegesackNach etwa zehn Minuten hatte ich meinen ersten offiziellen Umsteigepunkt erreicht. Natürlich (?) mit Verspätung! Also schnell zu den Gleisen hechten und in den Zug springen. Tatsächlich gelang es mir, im inzwischen recht vollen Zug, einen Sitzplatz zu ergattern. Ich konnte wieder lesen. *Juhu*

Doch es kam wie es wohl kommen musste. Auf einem Vierer schräg gegenüber von mir, setzten sich zwei angetrunkene „Herren“. An sich nicht schlimm, solange sie mir vom Leib bleiben und mich in Ruhe lassen. Taten sie glücklicherweise auch. Leider aber auch noch viel mehr: Sie unterhielten direkt den ganzen Wagon (mindestens).

Der schmalere Mann zückte sein Smartphone. Ich stellte mich bereits seelisch auf laute Musik ein, aber nein, er nutzte eine Sprachnachricht. (Scheint irgendwie ein neuer Trend zu sein. Entweder ist selbst schreiben out oder es wurde inzwischen verlernt.) Lautstark grölte er ins Mikro: „Eine wunderschönen guten Morgen herzallerliebeste Familie. Habt ihr gut geschlafen Also ich habe gar nicht gepennt und mir gehts total großartig. Ich könnte die ganze Welt umarmen, so großartig gehts mir. Ich bin immernoch total hacke, hab auch nicht gepennt. Aber mir gehts voll gut. Wenn ihr also was auf der Seele habt meldet euch bei mir – Shadowtower. Ich wünsche euch einen supertollen Tag!“

Mmmh.. Na ja, immerhin hat der Mann selbst gemerkt das er betrunken ist, ist ja schon mal was. Sollte man meinen. Scheinbar reichte ihm das aber nicht, denn er zog eine Flasche aus der Tasche. Eine Bierflasche! Diese stellte er auf das kleine Tischen, stellte sich breitbeinig davor, griff in seine Hosentasche und … holte einen Flaschenöffner hervor. (Was habt ihr denn gedacht? ;)) „Wir benutzen einen Flaschenöffner.“ lallte er. „Wir sind ja schließlich vornehme Menschen.“ Fast hätte ich laut losgeprustet.

Aber es kam noch besser, denn der Schmächtige forderte sein Gegenüber plötzlich auf: „Aber was ich dir jetzt gleich zeige bleibt unter uns.“ „Was denn?“ „Ja das was ich dir gleich zeige.“ Mit diesen Worten hielt der Schmächtige seinem Kumpel das Smartphone unter die Nase: „Di Pussy meiner Frau! Ist das nicht ’ne Prachtpussy?“ Der andere beugte sich vor, betrachtete das Bild und stimmte zu: „Und wo ist das Bild von den Hollywoodballons?“ „Zeige ich dir.“ Kurzes nesteln am Handy und ein erneutes Drehen. „Aber das bleibt unter uns! Nicht das du das T. beim nächsten Mal sagst.“

Ich hätte mir in den Momenten der Nacktfleischbeschauung zu gerne reiferer Menschen in Sichtnähe gewünscht. Ob die rot geworden wären? Hätten sie sich lautstark entrüstet oder sich einfach weggesetzt? Ich jedenfalls musste einfach nur Grinsen…

Bis zum Ende unterhielten die beiden mich jedenfalls nicht, denn sie stiegen schon einen Knotenpunkt vor mir aus. „Die Junkys brauchen neuen Stoff.“ Na dann …

Station 3.0. – Straßenbahn

Die Regio-S-Bahn hier in Bremen gehört zu einem Priatunternehmen, nutzt aber die Gleise der DB. Zur Folge hat dieses: Warten. Genauer gesagt auf einen entgegenkommenden Zug, wenn dieser dann eben zur Deutschen Bahn gehört. (Auch wenn die das Monopol verloren hat, so weiß man sich Vorteile zu sichern. Den Service macht es jedoch nicht besser.) So kam es, dass mein „Zug“ mit Verspätung am Hauptbahnhof eintraf und meine Anschluss-Straßenbahn auch weg war….

Station 3.1. Bus

Ein eindeutiger Vorteil an so großen und zentralen Umsteigepunkten ist jedoch das es immer mehr als eine Linie gibt, die in die passende Richtung fährt. In meinem Fall war es dann eben ein Bus der als nächstes kommen sollte. Mit ein wenig Verspätung traf dieser auch ein, wenn auch mehr als voll. (Klar, Schule.)

Normalerweise gehe ich vom HBF zu Fuß. Ein wenig frische Luft und Bewegung tun Morgens ganz gut. Da ich ja später los bin, hätte es zeitlich nur nicht mehr gereicht. Aber ob es im Bus reichen sollte? Es sind lediglich drei Haltestellen und auch nur einige Minuten. Theoretisch.

„Mein“ Bus bliebt nämlich an einer roten Ampel stehen und diese hielt geschlagene zwei Minuten ihre Farbe! Ich muss wohl nicht erst erwähnen, das die Haltestelle schon zu sehen war und einfach nur (fast) direkt hinter dieser Ampel lag? Hätte der Busfahrer uns einfach aussteigen lassen, wäre es schneller gegangen. Durfte er aber nicht. Danger!

So kam es das auch dieser Bus, noch mehr, Verspätung hatte …

Station 4.0. Endstation

08:04 Uhr. „Sie haben ihr Ziel erreicht.“

Ich fasse zusammen: DAS ich Zeit SPAREN wollte, hat mich Zeit GEKOSTET.

Aber so ist das einfach: Öffentliche Verkehrsmittel sind mindestens genauso unberechenbar wie ihre Fahrer und Passagiere … und das Schöne darin ist: Frau kann ganze Blogeinträge damit füllen. 😉

Bus